Eine Pestizid-Zusammensetzung besteht aus einem pH-sensitiven, nicht auf Ligninbasis beruhenden Polymer, das sowohl den aktiven Inhaltsstoff als auch einen auf Ligninbasis beruhenden UV-abschirmenden Wirkstoff umschließt.
Beschreibung[de]
Die Erfindung betrifft instabile Insektizid-Zusammensetzungen, in denen die
Insektizide vor zerstörerischen Umwelteinflüssen geschützt sind, jedoch eine
vorzügliche insektenvernichtende Wirkung nach einer Nahrungsaufnahme
durch das Insekt haben.
Einige Insektizide und insbesondere instabile biologische Insektizide, welche
im Zielinsekt durch die Nahrungsaufnahme aktiv werden, haben eine sehr
kurze Lebensdauer beim Einsatz. Sie verderben typischerweise innerhalb
weniger Stunden oder Tage infolge der Einwirkung von ultraviolettem Licht,
Sauerstoff oder durch Wasserentzug. Diese sehr kurze effektive Lebensdauer
schränkt die Nützlichkeit derartiger Insektizide stark ein. Die Insektizide
werden üblicherweise gegen das Zielinsekt im Larvenstadium eingesetzt und
müssen vorhanden sein, wenn die Larve in ihrer Freßphase ist. Wenn
derartige Insektizide lange vor dem Larvenstadium ausgebracht werden, verlieren
sie ihre Wirkung, bevor die Larven auftreten, und haben somit auf diese keine
Wirkung. Wenn derartige Insektizide zu spät ausgebracht werden, haben die
Larven bereits große Schäden an der Ernte angerichtet. Damit daher die
Effektivität erhalten bleibt, müssen biologische Insektizide genau zur richtigen Zeit
ausgebracht werden.
Instabile Insektizide haben häufig wesentliche Vorteile gegenüber
herkömmlichen Insektiziden. Sie haben in der Regel eine sehr niedrige Toxizität für
nicht zu bekämpfende Organismen und sind daher sicherer und auch
wesentlich selektiver als konventionelle Insektizide einsetzbar. Daraus ergibt sich für
die Seuchenkontrolle eine sehr wünschenswerte Aufgabe, nämlich eine
Verbesserung der Stabilität solcher instabiler Insektizide. Es wurden zahlreiche
Versuche während der letzten 25 Jahre angestellt, um insbesondere die Stabilität
biologischer Insektizide zu verbessern.
So haben zum Beispiel eine Anzahl von Forschern versucht, die Stabilität von
bakteriellen und viralen Insektiziden durch beigefügte UV-Absorber zu
verbessern, wobei Färbmittel, Farbstoffe, Ruß, Benzophenone, Benzimidazole,
Ligninderivate und aufhellende Wirkstoffe Verwendung finden (Martignoni et
al., 78, J. Econ. Entomol. 982, 1985). Derartige Versuche litten in der Regel
unter der Unfähigkeit, einen engen Kontakt zwischen dem UV-Absorber und
dem instabilen Insektizid zu stellen.
Ein Fortschritt wurde von Folge und Peyton erzielt, die die Vorteile der
Verbindung von lichtabsorbierenden Materialien mit einem polymeren Bindemittel
demonstrierten, mit welchem eine enge Verbindung des UV-Absorbers mit dem
Insektizid erreicht wurde. In ihrer US-PS 3 541 203 ist eine
insektenvernichtende Viruspräparation beschrieben, welche den Virus Heliothis virescens und
ein lichtabsorbierendes Material aus Kohlenstoff- oder Aluminiumpartikel in
ein polymeres Bindemittel einschlossen, welches aus Zelluloseacetat-Phthalat
besteht.
In ähnlicher Weise (Ignoffe et al., 64 J. Econ. Entomol. 850, 1971) wurde ein
Virus mit polyedrischem Kern, nämlich Heliothis virescens in Form von
Viruspartikeln in einem polymeren eingekapselten Material bekannt, welches
entweder aus Gelatine oder Äthylzellulose und einem Lichtabsorber bestand,
wofür Kohlenstoff, Aluminium oder Aluminiumoxid Verwendung findet. Es ist eine
Präparation des gleichen Virus bekannt (Bull et al., 69 J. Econ. Entomol. 731,
1976), der mit verdaulichen wasserunlöslichen Polymeren und entweder
Titandioxid oder Ruß als Lichtabsorber kombiniert wurde. Die verwendeten
Polymere waren entweder Polyvinylalkohol oder Styrol-Maleinsäureanhydrid-
Halbester. Etwas später wurde der Bazillus thuringinensis mit einer
Stärkematrix ummantelt (Dunkle et al., 17, Envir. Entomol. 120, 1988).
Aus den US-Patenten 4,844,896 und 4,948,586 sind virale, bakterielle oder
pilzartige Krankheitserreger mit pH-sensitiven Polyacrylaten und verschiedenen
Färbstoffen sowie anderen konventionellen lichtabsorbierenden Materialien
bekannt. Die PCT-Anmeldung No. 89/07447 offenbart mit Polymeren
ummantelten Bakterien, wobei die Polymere Dextran, Stärke, Gelatine, Alginat,
Karrageenmoos, Chitosan oder Polyoxyäthylen-bis-Amin Verwendung finden, die für
die Verdauungsenzyme der Insekten bei einem alkalischen pH-Wert
durchlässig sind. Die PCT-Anmeldung No. 92/19102 beschreibt biologische
Insektizide, welche mit Lignin oder Ligninderivaten ummantelt sind. Auch die
US-PS Re 29,238 offenbart eine Ummantelung von Herbiziden mit Lignin.
Der prinzipielle Nachteil aller der vorausstehend genannten eingekapselten
Pestizide besteht darin, daß die effektive Lebensdauer viel zu kurz ist. Ein
ligninummanteltes Pestizid hat einen weiteren Nachteil, der darin besteht,
daß der aktive biologische Wirkstoff in einer wäßrigen Umgebung
ausgewaschen und damit das Pestizid für eine Auflösung durch UV-Strahlung
anfällig wird.
Obwohl jede der vorausstehenden Entwicklungen als Fortschritt
charakterisiert ist, besteht nach wie vor die Notwendigkeit für eine Präparation von
instabilen Pestiziden, die eine verbesserte Stabilität und Widerstandsfähigkeit
gegen UV-Strahlung haben. Diese Anforderung und weitere Anforderungen
sollen durch die Erfindung erfüllt werden.
Die Erfindung besteht in der Verbesserung der Präparation eines instabilen
Pestizides. Diese Präparation umfaßt aktive Inhaltsstoffe (Pestizide) sowie ein
nicht auf Ligninbasis beruhendes lichtabsorbierendes als auch ein auf
Linginbasis beruhendes lichtabsorbierendes Material. Das pH-sensitive Polymer
umschließt sowohl den aktiven Inhaltsstoff als auch das auf Ligninbasis
beruhende lichtabsorbierende Material in jedem Teilchen und erlaubt somit dem
lichtabsorbierenden Material, das Pestizid vor Licht zu schützen. Ein bedeutsamer
Vorteil der Verwendung des auf Ligninbasis beruhenden lichtabsorbierenden
Materials besteht darin, daß dieses Material umweltfreundlich und sicher ist
und gegenwärtig keine Begrenzungen bezüglich des erlaubten prozentualen
Anteils in landwirtschaftlichen Präparationen vorgegeben sind, wie dies für
viele andere lichtabsorbierende Materialien der Fall ist. Das ummantelnde
Polymer hält das lichtabsorbierende Material in engen Kontakt mit dem
aktiven Inhaltsstoff, bis dieser einer alkalischen Umgebung ausgesetzt wird, wie
sie sich im Eingeweide eines Insekts findet. In dieser Umgebung löst sich das
Polymer und gibt den aktiven Inhaltsstoff im Eingeweide des Insekts frei. Das
pH-sensitive Polymer kann mit einem nicht-pH-sensitiven Polymer vermischt
sein, um die Stabilität, die Beschichtbarkeit oder andere wünschenswerte
Eigenschaften zu verbessern.
Die Zusammensetzung gemäß der vorliegenden Erfindung umfaßt einen
aktiven Inhaltsstoff und ein auf Ligninbasis beruhendes lichtabsorbierendes
Material. Der aktive Inhaltsstoff und das lichtabsorbierende Material sind in
einem nicht auf Ligninbasis beruhenden pH-sensitiven Polymer gekapselt. Der
aktive Inhaltsstoff ist typischerweise in Form fester Teilchen oder Partikel
vorhanden und kann auch aus einem Gemisch mit anderen festen Teilchen
bestehen. Solches ist üblicherweise der Fall, wie zum Beispiel, wenn aktive
Inhaltsstoffe durch Fermentation oder durch in vivo-Kulturen erzeugt
werden. Für diese Fälle sind Fermentationsmedien, Nährstoffe, Insektenteile
usw. ebenfalls vorhanden. In der gekapselten Pestizid-Zusammensetzung
gemäß der Erfindung sind die Feststoffe im aktiven Inhaltsstoff mit Ausnahme
der Viren vorzugsweise in einem Mengenanteil von 20 bis 80 Gew.-% der
eingekapselten Teilchen enthalten, vorzugsweise liegt dieser Wert zwischen 30
und 70 Gew.-%. Für Viren liegen die den Virus enthaltenden Feststoffe
vorzugsweise zwischen 0,1 bis 15 Gew.-% des gekapselten Teilchens. Für
sonders bevorzugte Ausführungsformen liegt dieser Wert zwischen 1 bis 5 Gew.-%.
Das auf Ligninbasis beruhende lichtabsorbierende Material umfaßt
vorzugsweise zwischen 15 und 60 Gew.-% des eingekapselten Teilchens bei
nichtvirushaltigen aktiven Inhaltsstoffen, wobei insbesondere Werte zwischen 15
und 40 Gew.-% bevorzugt werden. Für virushaltige aktive Inhaltsstoffe beträgt
der auf Ligninbasis beruhende lichtabsorbierende Materialanteil etwa 20 bis
60 Gew.-% und vorzugsweise 30 bis 60 Gew.-% des gekapselten Teilchens. Ein
derartig hoher prozentualer Anteil ist aufgrund der Bestimmungen der
US-Environmental Protection Agency erlaubt. Das pH-sensitive Polymer ist
vorzugsweise mit 10 bis 40 Gew.-% im eingekapselten Teilchen für
nichtvirushaltige Inhaltsstoffe vorhanden, wogegen für virushaltige Inhaltsstoffe
im gekapselten Teilchen etwa 20 bis 80 Gew.-% des pH-sensitiven Polymers
vorhanden ist.
Instabile Insektizide, für welche diese Erfindung besonders nützlich ist, sind
solche, die unter dem Einfluß von Sonnenlicht ihre Wirkung verlieren. Dazu
zählen bakterielle Insektizide, virale Insektizide, pilzhaltige Insektizide,
Prozotoane, Avermectine und Milbemycine. Im übrigen sind auch Regulatoren
für das Insektenwachstum, welche bei Anwesenheit von UV-Strahlung instabil
sind, für die Erfindung nützlich.
Beispiele für bakterielle Insektizide umfassen Varianten des Bazillus
thuringiensis, wie israelsensis, kurstaki, berliner, san diego, aizawa, galleriae,
morrisoni, tenebrionis, tolworthi, darmstadiensis und kyushiensis, ferner Bazillus
sphaericus und Bazillus popilliae sowie weitere Bakterien, die
krankheitsauslösend für die Zielinsekten oder andere Zielorganismen sind. In den meisten
Fällen ist der pestizidhaltige aktive Inhaltsstoff ein Proteinendotoxin, welches
von den Bakterien erzeugt wird und nicht das Bakterium selbst. Die
Präparation des bakteriellen Pestizids muß das Endotoxin enthalten.
Beispiele für virale Insektizide sind Bakuloviren einschließlich Viren mit
polyedrischem Kern (NPV), granulose Viren und nicht-okkludierende Bakuloviren.
Beispiele für NPVs sind Heliothis zea NPV, Autographa californica NPV,
Anagrapha falcifera NPV, Spodoptera frugiperda NPV, Trichoplusia ni NPV,
Anticarsia gemmatalis NPV, Orgyia pseudotsugata NPV, Lymantria dispar
NPV, Neodiprion sertifer NPV und Christoneura fumiferana NPV. Beispiele
für granulose Viren sind die granulosen Viren Cydia pomonella (ApfelwickIer),
Agrotis segetum, Erinnyis ello und Pieris rapae. Ein Beispiel für
nicht-okkludierende Bakuloviren ist der Bakulovirus oryctes rhinoceros.
Pilze dringen typischerweise über kutikuläre Routen in Insekte ein. Jedoch
kann die Infektion auch über die Nahrungsaufnahme erfolgen. Beispiele für
insektenvernichtende Pilze sind Aschersonia aleyrodis, Beauveria bassiana,
Hirsutella thompsonii, Metarhizium anisopliae, Verticillium lecanii,
Conidiobolus obscurus, Erynia neoaphidis, Erynia radicans, Beauveria brongnartii,
Paecilomyces fumoso-rosea, Hirsutella citriformis, Metarhizium flavoviride,
Nomurea rileyi und Paecilomyces lilacinus.
Für die Insektenkontrolle nützliche Protozoene umfassen Flagellaten oder
Geißeltierchen, Cilliaten oder Wimpertierchen, Amöben, Cocczidien oder
Schildläuse, Haplosporidien, Neogregarinien und Mikrosporidien. Von
besonderer Bedeutung sind Mikrosporidien und zwar von der Gattung Nosema, wie
zum Beispiel Nosema locustae.
Avermectine und Milbemycine sind Pestizide, welche von Streptomycenen-
Spezien bodenbewohnender Mikroorganismen abgeleitet sind. Beispiele von
Avermectinen sind A1a, A2a, B1a, B2a, A1b, A2b, B1b, B2b und Derivate sowie
Mischungen derselben, wie zum Beispiele Ivermectin und Abamectin. Beispiele
für Milbemycine sind a1, a2, b1, b2, D und Derivate sowie Mischungen
derselben.
Beispiele für Wachstumsregulatoren bei Insekten umfassen Juvenilhormone,
wie Methopyren, Kinopren, Hydropren, Tripren, Epofenonan und Fenoxycarb;
ferner Anti-Juvenilhormone entsprechend solcher wie Precocen, Ponasteron A,
Benzodioxol und Ecdyson sowie Chitin-Synthese-Inhibitoren, wie
Diflubenzuron, Chlorfluazuron, Buprofezin, Penfluron, Teflubenzuron und Trifluron.
Das nicht auf Ligninbasis beruhende pH-sensitive Polymer hält das
lichtabsorbierende Material in engem Kontakt mit dem aktiven Inhaltsstoff, bis es
einem alkalischen pH-Wert ausgesetzt ist, wie dieser sich im Eingeweide eines
Insekts findet. Typische pH-sensitive Polymere sind nichtlösliche
Festkörperchen in neutraler oder sauerer wäßriger Lösung. Damit lösen sie sich
zumindest teilweise bei einem pH-Wert oberhalb etwa 5 bis 9. Sie können mit
anderen pH-sensitiven Polymeren oder mit nicht-pH-sensitiven Polymeren
verdünnt und vermischt werden, solange letztere nicht auf Ligninbasis
aufgebaut sind.
Beispiele für gekapselte Polymere, wie sie für die Erfindung Verwendung
finden, sind Polyacrylamide, Phthalate-Derivate, d. h. Verbindungen mit
kovalent behafteten Phthalathälften, wie zum Beispiel Phthalatsäure des
Carbohydrats, Zelluloseacetatphthalat, Amyloseacetatphthalat, weitere
Zelluloseesterphthalat, Zelluloseätherphthalat, Methylzellulosephthalat,
Hydroxypropylmethylcellulosephthalat, Hydroxypropylcellulosephthalat,
Hydroxypropylethylzellulosephthalat, Polyvinylacetatphthalat (PVAP),
Polyvinylacetathydrogenphthalat, Natriumzelluloseacetatphthalat, Stärke-Säure-Phthalat,
Styren-maleinsäure, Dibutylphthalatcopolymer und
Styrenmeleinsäure-Polyvinylacetatphthalatcopolymer, Styrene und Maleinsäurecopolymere,
Festgelatine, Gluten, Schellack, Salol, Keratin, Keratinsandarak-Tolu,
ammoniakalischer Schellack, Benzophenylsalicylat, Zelluloseacetattrimellitat, mit
Schellack vermischtes Zelluloseacetat,
Hydroxylpropylmethylzelluloseacetatsuccinat, oxydierte Zellulose, Vinylacetat und Crotonsäurecopolymere,
Acrylsäure und Methacrylsäure sowie deren Ester und Copolymere.
Bevorzugte Polymere zum Einkapseln sind billige filmformende Polymere, die
bei pH-Werten von weniger als 7 stabil und bei pH-Werten größer als 10 löslich
sind. Diese umfassen Schellack, Zelluloseacetatphthalat (CAP),
Polyvinylacetatphthalat (PVAP), Vinylacetat und Cretonsäurecopolymere sowie Acrylsäure
und Methacrylsäure sowie deren Ester und Copolymere.
Das nicht auf Ligninbasis beruhende pH-sensitive Polymer kann mit einem
nicht auf Ligninbasis beruhenden nicht-pH-sensitiven Polymer vermischt
werden, um die Festigkeit zu verstärken sowie die Beschichtbarkeit und
andere wünschenswerte Eigenschaften zu verbessern. Geeignete
nicht-pH-sensitive Polymere sind solche, welche in demselben Lösungsmittel lösbar sind, das
für das Lösen des pH-sensitiven Materials Verwendung findet und die
gewünschten Charakteristiken für das Endprodukt liefert. Solche nicht-pH-
sensitive Polymere umfassen Zellulosederivate, wie zum Beispiel
Zelluloseacetat, Zelluloseacetatbutyrat, Zelluloseacetatpropionat oder Äthylzellulose,
Polysulfon, Polycarbonat, Polyurethan, Polyvinylacetat, Polyvinylalkohol,
Polyester, Polyalkene, Polystyrene, Polyacrylsäurederivate, wie zum Beispiel
Polyacrylat, Polymethylmethacrylat, Polyäthylmethacrylat und Polyacrylsäureester
mit höheren Alkylgruppen, Polyamide, Polyäther sowie Wachse, wie zum
Beispiel Bienenwachs, Cancelillawachs, Carnaubawachs, Jojobawachs,
Petroleumwachs, Polyäthylenwachs, Paraffinwachs, mikrokristalline Wachse und
dergleichen.
Auf Ligninbasis beruhende lichtabsorbierende Materialien sind aus drei
Gründen vorteilhaft:
1. Sie stellen einen effektiven lichtabsorbierenden Wirkstoff dar und sind
zugelassen für hohe Konzentrationen;
2. sie sind ein effizientes Dispersionsmittel, welches hilft, eine Agglomeration
der Teilchen zu verhindern;
3. sie sind preiswert und erlauben einen wirtschaftlichen Einsatz mit hohen
Konzentrationen in Agrarprodukten.
Beispiele für auf Ligninbasis beruhende lichtabsorbierende Materialien
umfassen von Kraft hergeleitete Lignine, alkalische Ligninsulfonate und deren
Derivate, wie zum Beispiel Natriumlinginsulfonat, Calciumligninsulfonat,
Natrium-Calciumligninsulfonat, Calcium-Magnesiumligninsulfonat, oxidiertes
Natriumligninsulfonat, carboxyliertes Natriumligninsulfonat,
teildesulfoniertes Ligninsulfonat, Ammoniumligninsulfonat oder Alkaliumligninsulfonat.
Die verbesserten Präparationen der vorliegenden Erfindung können mit Hilfe
einer Vielzahl von Beschichtungsverfahren erstellt werden. Derartige
Beschichtungsverfahren sind Sprühtrocknen, Sprühbeschichten,
Flüssigbeschichten, Tauchbeschichten, Sprühgefrieren, thermische Phaseninversion
und dergleichen. Vorzugsweise werden die Präparationen mit einem Verfahren
zur Trockensprühbeschichtung hergestellt. Bei diesem Verfahren werden
kleine Teilchen des aktiven Inhaltsstoffes mit dem auf Ligninbasis
beruhenden Material in einer Lösung des pH-sensitiven Polymers als Lösungsmittel zu
einem Brei gemischt, der direkt einer feinen Sprühdüse zugeführt wird. Der
Brei wird in eine Trockenkammer gesprüht, in der das Lösungsmittel aus der
polymeren Lösung verdunstet und damit das Polymer ausfällt. Diese formt eine
Schutzschicht um die kleinen Teilchen des aktiven Inhaltsstoffes sowie des auf
Ligninbasis beruhenden lichtabsorbierenden Bestandteils. Danach enthält
jedes überzogene Teilchen Bestandteile aus dem schädlingsbekämpfenden
aktiven Inhaltsstoff und dem auf Ligninbasis beruhenden lichtabsorbierenden
Material, welches zusammengehalten und mit dem pH-sensitiven Polymer
beschichtet sind. Diese überzogenen Teilchen werden in herkömmlicher Weise
als freifließendes Puder gesammelt.
Dieses Verfahren ist ähnlich wie herkömmliche Sprühverfahren mit
Trocknung, jedoch mit der Ausnahme, daß die Tropfenkonzentration in der
Trockenkammer zur Minimalisierung der Agglomeration niedrig gehalten wird. Ein
weiterer Unterschied besteht darin, daß die erreichte Partikelgröße von
typischerweise 5 bis 20 µ viel kleiner als die erreichbare Partikelgröße von mehr
als 300 µ im Durchmesser bei Herstellungsverfahren ist, die einer
herkömmlichen Sprühtrocknung unterzogen werden. Ein weiterer Unterschied für das
Verfahren besteht darin, daß es die Vermischung des schädlingsbekämpfenden
Aktivinhaltsstoffes mit der Polymerlösung unmittelbar vor dem Eintritt der
Lösung in die Sprühdüse erlaubt, womit der instabile Pestizidinhaltsstoff nur
sehr kurze Zeit dem Lösungsmittel ausgesetzt ist und dadurch die
Aufrechterhaltung der Aktivität des Inhaltsstoffes verbessert und sichergestellt wird.
Diese Art der Ummantelung mit einem Sprühtrocknungsverfahren ist
preiswert und kann leicht an die Behandlung großer Volumina angepaßt werden.
Ferner läßt das Verfahren das Zufügen weiterer Inhaltsstoffe zu der Pestizid-
Präparation zu, wie zum Beispiel Freßstimulanzien, Antioxidantien,
oberflächenaktive Mittel sowie Dispersionsmittel und dergleichen. Ein weiterer
Vorteil dieser Ummantelung durch Sprühtrocknen betrifft die typischen
Fermentationsprozesse, die benutzt werden, um viele der aktiven
Pestizidinhaltsstoffe zu produzieren. Das bedeutet, das pH-sensitive Polymer und das auf
Ligninbasis beruhende lichtabsorbierende Material kann direkt dem flüssigen
Fermentationskonzentrat zugefügt werden, welches den aktiven
Pestizidinhaltsstoff enthält. Diese Mischung kann dann sprühgetrocknet werden.
Dadurch lassen sich typische Verfahrensschritte des mit einer vorausgehenden
Sprühtrocknung des aktiven Inhaltsstoffes und das anschließende Vermischen
mit der polymeren Lösung in einem zweiten Schritt des
Ummantelungsverfahrens eliminieren.
Beispiel 1
Mit einem Polymer eingekapselte Präparationen eines
schädlingsbekämpfenden aktiven Inhaltsstoffes mit einem Virus mit polyedrischem Kern der
Sellerielarve (Anographa falciferna) (AfNPV) wurde nach folgendem Verfahren
gemäß der Erfindung präpariert. In eine Mischung aus 87% Aceton und 13%
Wasser wurde Eudragit S-100 Acrylsäuremethyacrylsäurecopolymer (der
Firma Röhm Pharma, Deutschland) und auf einer Ligninbasis beruhendes
lichtabsorbierendes Material ("Lignin") der Mischung beigefügt sowie für
mehrere Stunden gerührt, um das Eudragit pH-sensitive Polymer zu lösen. Es
wurden zwei verschiedene Lignine verwendet. Einmal Indulin AT (von
Westvaco, Charleston Heights, SC), das ein pH-sensitives relativ wasserlösliches
Lignin ist und ferner D-435-1 (der Firma Lignotech, Rothschild, WI), welches
ein nicht pH-sensitives, jedoch verhältnismäßig leicht wasserlösliches Lignin
ist. Die Suspension des AfNPV mit 4,5 × 10&sup9; Einschlußkörperchen (PIB) pro
Gramm wird der Eudragit/Lignin-Mischung kurz vor dem Versprühen
beigefügt. Die sich daraus ergebende Suspension wird mit Hilfe einer
peristaltischen Pumpe in einer Menge von 50 ml/min in eine
Zweiflüssigkeits-Sprühdüse gepumpt, die die flüssige Suspension unter Zugabe von Luft atomisiert
und in eine Trockenkammer sprüht, die etwa einen Durchmesser von 1 m bei
einer Höhe von 4 m hat. Die Trockenkammer wird auf Raumtemperatur
gehalten und ermöglicht das Verdunsten des Lösungsmittels und die
Verfestigung der Teilchen, bevor sie den Boden der Kammer erreichen. Die
verfestigten Teilchen, die das Lignin und den Pestizidinhaltsstoff AfNPV in
Eudragit gekapselt enthalten, werden unter Benutzung eines am Boden der
Kammer angebrachten Zyklonseparators gesammelt.
Im Vergleich dazu werden die ligningekapselten Teilchen gemäß der PCT-
Anmeldung 92/19102 unter Verwendung desselben pH-sensitiven Polymers
(Eudragit S-100) und von Indulin AT als Lignin in der in dem Dokument unter
Beispiel 1 beschriebenen Weise präpariert, wobei allerdings anstelle von
Amdro das AfNPV als aktiver Inhaltsstoff Verwendung findet. Es wurde
ebenfalls die Präparation von gekapselten Teilchen nach demselben Verfahren
versucht, wobei das besser wasserlösliche Lignin D-435-1 verwendet wurde. Unter
den gegebenen pH-Bedingungen wird das Lignin D-435-1 nicht ausgefällt und
daher der aktive Inhaltsstoff nicht gekapselt. Um somit den aktiven
Inhaltsstoff einzukapseln, muß die Ummantelung mit Hilfe des Eudragit-Polymers
erfolgen. Dieser Versuch war nicht erfolgreich, da keine gekapselten Teilchen
des aktiven Inhaltsstoffes festgestellt werden konnten, womit sich ergibt, daß
das Polymer nicht das geeignete Ummantelungsmaterial entsprechend der
Offenbarung der PCT-Anmeldung 92/19102 ist.
Um die Struktur der Ummantelung für alle diese drei Fälle festzustellen,
wurden die drei nach den zwei vorausgehenden Verfahren präparierten
Gruppen von Teilchen in destilliertem Wasser ausgewaschen, um das Lignin
herauszuwaschen, ohne das Polymer aufzulösen. Zu diesem Zweck wurde 25
mg der Teilchen in einem Liter destilliertem Wasser für 110 Stunden
kontinuierlich gerührt. Die Proben wurden anschließend durch ein 5 µ - Filter
filtriert. Das aus den Teilchen ausgewaschene Lignin wurde mit einer
spektrometrischen Analyse ausgemessen und die Anzahl sowie die Größe der nach
dem Auswaschen übriggebliebenen Teilchen mit Hilfe eines abtastenden
Elektronenmikroskops (SEM) bestimmt.
Die hergestellte Präparation sowie die Ergebnisse des Auswaschens sind in
nachfolgender Tabelle angegeben. Die polymerummantelte und gemäß der
Erfindung hergestellte Präparation verlor 6,2% und 23,2% des Lignins
während des Auswaschens. Es wurden jedoch keine Partikel in der Waschlösung
festgestellt, das heißt, daß alle Teilchen intakt blieben und groß genug waren,
um vom Filter zurückgehalten zu werden. Daraus ergibt sich, daß das Polymer
und nicht das Lignin das Ummantelungsmaterial ist und daß dieses Material
sowohl den aktiven Inhaltsstoff als auch das Lignin kapselt. Eine Überprüfung
der Teilchen vor und nach dem Auswaschen mit Hilfe der SEM läßt eine
gleiche Erscheinungsform ohne erkennbare Porosität der Oberfläche erkennen,
woraus sich der Beweis ergibt, daß sowohl der aktive Inhaltsstoff als auch die
Ligninteilchen von dem Polymer ummantelt sind.
Im Gegensatz dazu verlor die ligninummantelte sowie der PCT Anmeldung
92/19102 entsprechende Präparation 9,0% des Lignins während des
Auswaschens. Aufgrund des Verlustes des ligninbindenden Wirkstoffes während
des Auswaschens wurden 90% der Teilchen entweder aufgelöst oder so weit
bezüglich ihrer Größe reduziert, daß sie das Filter passieren konnten. Dieser
Teilchenverlust deckt sich mit der Tatsache, daß das Lignin und nicht das
Polymer das Ummantelungsmaterial ist. Wenn nämlich das Polymer das
Ummantelungsmaterial gewesen wäre, hätten die Teilchen ihr Größe behalten
und wären vom Filter zurückgehalten worden.
Beispiel 2
Eine polymerummantelte Präparation des granulosen Virus als
schädlingsbekämpfenden aktiven Inhaltsstoff gegen den Apfelwickler (Cydia pomonella)
mit der Abkürzung CMGV wurde nach folgenden Verfahrensschritten gemäß
der Erfindung hergestellt. In eine Mischung aus 75% Aceton und 25% Wasser
wurde das Polymer und das Lignin gegeben und für mehrere Stunden zum
Lösen des Polymer gerührt. Die Standard-Suspension des CMGV enthält etwa
2×10¹² PIB pro Gramm und etwa 7 Gew.-% Festteilchen. Die Suspension
wurde zentrifugiert, um etwa 40 Gew.-% Festteilchen zu erhalten. Kurz vor
dem Versprühen wurde die CMGV-Suspension der Polymerlösung beigegeben.
Die resultierende Suspension wurde mit demselben Düsentyp in eine
Trockenkammer nach dem Beispiel 1 versprüht. Als ummantelndes Polymer wurde
Eudragit S-100 und als Lignin Orzan LS, ein Natriumligninsulfonat (von ITT
Rayonier, Hoquiam, WA) verwendet. Die ummantelte Präparation enthielt 13
Gew.-% CMGV und 29 Gew.-% Orzan.
Zum Vergleich wurde die polymerummantelte Präparation des CMGV auf
dieselbe Weise mit auf Ligninbasis beruhendem absorbierenden Material und
ohne andere lichtabsorbierende Materialien hergestellt. Dazu wurden zwei
übliche nicht auf Ligninbasis beruhende lichtabsorbierende Materialien in den
höchstzulässigen Mengen für Getreide (4 Gew.-%) benutzt. Diese Materialien
sind:
2. ein Benzophenon, Hostavin AR08 (von Hoechst Celanese Corp., Somerville,
NJ). Jede dieser beiden Präparationen enthält 13 Gew.-% CMGV.
Die beschriebenen viralen Präparationen wurden bezüglich ihrer Effizienz
gegen Apfelwicklerlarven überprüft. Dazu wurden die Präparationen in einem
Nährstoff enthaltenden Medium plaziert und neugeborenen Apfelwicklerlarven
nach unterschiedlich langen UV-Bestrahlungen angeboten, um danach die
Mortalität der Larven zu bestimmen. Aus der folgenden Tabelle ergibt sich,
daß die Präparationen mit lichtabsorbierendem Material eine höhere
Mortalität als polymerummantelnde Präparationen zeigten, die kein
lichtabsorbierendes Material enthielten. Daraus ergibt sich klar, daß die Präparation mit
Lignin als lichtabsorbierendem Material zu einem besseren Ergebnis führt als
die Präparationen, die herkömmliches nicht auf Ligninbasis beruhendes
lichtabsorbierendes Material enthalten.
Beispiel 3
Eine polymerummantelnde Präparation des Bazillus thuringiensis (Bt) als
schädlingsbekämpfender aktiver Inhaltsstoff wurde im wesentlichen in
derselben Weise hergestellt wie für das Beispiel 1 erläutert. Das der
Ummantelung dienende Polymer und das Lignin wurden mit purem Aceton gemischt
und für mehrere Stunden gerührt, um das pH-sensitive Polymer für die
Ummantelung aufzulösen. Kurz vor dem Versprühen wurde das Bt dem
Eudragit/Lignin-Gemisch beigefügt. Die sich ergebende Suspension wurde
versprüht und die gekapselten Teilchen wie beim Beispiel 1 gesammelt. Das
ummantelnde Polymer war Eudragit S-100 und das Lignin Orzan LS. Die
Präparation enthielt 40 Gew.-% Bt, 40 Gew.-% Eudragit und 20 Gew.-% Orzan.
Zum Vergleich wurde die polymerummantelnde Präparation des Bt auf
dieselbe Weise hergestellt, jedoch ohne die Verwendung von einem auf
Ligninbasis beruhenden lichtabsorbierenden Material, sondern vielmehr mit einem
lichtabsorbierenden von Lignin verschiedenen Material. Das nicht auf
Ligninbasis beruhende lichtabsorbierende Material war Benzophenon und eine
neutralisierte organische Säure, (von Ecogen Inc., Langhorne, Pennsylvania). Die
Materialien wurden in einer Konzentration verwendet, wie sie vom Hersteller
vorgeschlagen und gemäß den Bestimmungen des US-EPA erlaubt sind.
Die Aktivität der Bt-Präparationen wurde bezüglich der Widerstandsfähigkeit
der Bakterien gegen UV-Licht überprüft, wofür der Anteil des vorhandenen
Endotoxin ein Maß ist. Die Präparationen wurden dem UV-Licht für etwa 1
Stunde ausgesetzt und die schädlingsbekämpfende Aktivität dadurch
bestimmt, daß der prozentuale Anteil des Verbleibs der ursprünglichen Menge
des Bt-Proteinendotoxins bestimmt wurde. Das Ergebnis ist in der
nachfolgenden Tabelle aufgelistet. Man kann sehen, daß die Präparation, welche Lignin
(Orzan) als lichtabsorbierendes Material enthält, wesentlich effizienter in der
Aufrechterhaltung ihrer schädlingsbekämpfenden Aktivität nach der UV-
Beleuchtung war als Präparationen, die beides, nämlich kein
lichtabsorbierendes Material und auf keiner Ligninbasis beruhendes lichtabsorbierendes
Material enthielten.
Beispiele 4-20
Ummantelte Präparationen des Bacillus thuringiensis (Bt) wurden
entsprechend dem nachfolgenden Verfahren präpariert. Dem Polymer und dem
auf Ligninbasis beruhenden lichtabsorbierenden Material ("Lignin") wurden
Aceton zugegeben und für mehrere Stunden zum Lösen des Polymers gerührt.
Kurz vor dem Versprühen wurde das Bt zu dem Polymer/Lignin-Gemisch
gegeben. Die daraus resultierende Suspension wurde mit einer peristaltischen
Pumpe mit einer Geschwindigkeit von 50 ml/min einer Zwei-Flüssigkeits-
Sprühdüse zugeführt. Diese Sprühdüse atomisierte die Suspension am oberen
Ende einer Trockenkammer mit einem Durchmesser von etwa 1 m und einer
Höhe von etwa 4 m. Die Trockenkammer wurde auf einer
Umgebungstemperatur gehalten, so daß die Teilchen vor dem Erreichen des Kammerbodens
ausgefällt wurden. Die ausgefällten Teilchen bestehend aus Lignin und dem
aktiven Inhaltsstoff sind mit dem Polymer ummantelt und wurden am Boden der
Kammer mit Hilfe eines Zyklonseparators gesammelt. Die Präparationen
dieser Beispiele 4-20 waren in folgender Weise ummantelt.
Das für PVAP benutzte E-735 ist ein Polyvinylacetatphthalat (von Colorcon,
West Point, PA); das CAP ist ein Celluloseacetatphthalat (von Eastman
Chemicals, Kingspot, TN); Vinac bezieht sich auf Vinac ASB-516, ein Copolymer aus
Vinylacetat und Crotonsäure (von Air Products, Allentown, PA); Schellack
(von Colony Import und Export Corp., Garden City, NY); Carboset bezieht sich
auf Carboset 514A, einem Acrylsäureäthylacrylat-Copolymer (von B.F.
Goodrich, Cleveland, OH); Orzan entspricht dem Orzan LS, einem
Natriumligninsulfonat (von ITT Rayonier, Hoquiam, WA); D-435-1 und D-435-2 sind
Natriumligninsulfonat bzw. Alkaliligninsulfonat (von Lignotech, Rothschild,
WI); und Indulin® bezieht sich auf Indulin® AT, einer gereinigten Form von
Kraft-Lignin (von Westvaco, Charleston Heights, SC).
Beispiele 21-24
Ummantelte Präparationen von Bt wurden, wie im Beispiel 1 erläutert,
hergestellt,wobei jedoch das Bt und das Orzan in einer wäßrigen Suspension (12%
Festteilchen) dispergiert und das PVAP in Aceton (mit etwa 7% Festteilchen)
gelöst wurde. Diese beiden Flüssigkeiten wurden anschließend vor dem
Versprühen gemischt. Es ergaben sich die in der nachfolgenden Tabelle
aufgeführten Werte.
Beispiele 25-37
Ummantelte Präparationen des granulosen Virus des Apfelwicklers (CMGV)
wurden nach folgendem Verfahren hergestellt. Das Polymer und das auf
Ligninbasis beruhende lichtabsorbierende Material ("Lignin") wurden einer
Mischung von 75% Aceton und 25% Wasser beigegeben und für mehrere
Stunden bis zum Auflösen des Polymers gerührt. In den Beispielen 31, 34 und
35 der nachfolgenden Tabelle enthält die Präparation auch Hostavin ARO-8,
einen Benzophenon lichtabsorbierenden Wirkstoff (von Hoechst Celanese,
Somerville, NJ). Das CMGV, entweder als Standard ("std") Präparation
enthält ungefähr 2 × 10¹² Einschlußkörperchen (PIB) pro Gramm und etwa 7
Gew.-% Festkörperchen. Als Larvenpräparation ("larv") sind etwa 5 × 10¹³ PIB
pro Gramm und etwa 14 Gew.-% Festteilchen vorhanden. Das CMGV wurde
zentrifugiert, um etwa 40 Gew.-% Festteilchen zu erhalten. Kurz vor dem
Versprühen wurde das CMGV der Polymerlösung zugefügt. Die sich ergebende
Suspension wurde durch eine Düse versprüht und die umhüllten Teilchen wie
im Beispiel 1 gesammelt.
Beispiele 38+39
Die ummantelte Präparation des AfNPV wurde gemäß Beispiel 1 hergestellt.
Das pH-sensitive Polymer war entweder Vinac ASB-516 oder Carboset 514A.
Als Lignin wurde Indulin AT benutzt. Die Zusammensetzung der Präparation
ist in der nachfolgenden Tabelle aufgelistet.
Beispiel 40
Bt-Präparationen entsprechend den Beispielen 4, 5, 9, 16 und 22 bis 24 wurden
in Bioassay-Tests auf ihre Wirksamkeit gegen Larven der Spodoptera exigua,
ein übliches Seucheninsekt getestet, und zwar im Vergleich zu der
Wirksamkeit eines nicht gekapstelten Bt. Bei diesen Tests wurde die anfängliche
Wirksamkeit der erforderlichen Konzentration der Präparation für eine Mortalität
von 50% der Larven gemessen. Es wurde auch der Schutz einer Anzahl von
gekapselten Präsentationen gegen eine UV-Zerstörung bestimmt, indem der
Prozentsatz des Bt-Proteinendotoxins (IA und II) gemessen wurde, der nach einer
mehrere Perioden umfassende UV-Bestrahlung übrig blieb. Die Ergebnisse des
Bioassay-Tests sind in der folgenden Tabelle aufgezeichnet.
Man kann daraus entnehmen, daß die gekapselten Präsentationen eine beträchtliche Anfangswirksamkeit zeigen und einen wesentlich besseren
Schutz gegen eine UV-Beeinträchtigung haben.
Beispiel 41
Die Bt-Präparation nach Beispiel 9 wurde in einem Feldtest bezüglich ihrer
Wirksamkeit gegen Plutella xylostella (diamondback moth), Trichoplusia ni
(cabbage looper) und Hellula undalis (cabbage webworm) auf Kohlfeldern in
Florida geprüft. Die ummantelte Bt-Präparation wurde in Abständen von 14
Tagen ausgebracht und ihre Wirksamkeit durch Auszählen der Larven im
Vergleich mit einer Standard nichtummantelten Bt-Präparation (Cutlass WP,
Ecogen Inc.m Langhorne, PA) verglichen, welche im 7-Tage-Rhythmus
ausgebracht worden ist. Im Verlauf eines einen Monat dauernden Tests in Florida
reduzierte die gekapselte Bt-Präparation die Larven der diamondback moth
gegenüber den in nicht behandelten Kontrollbereichen im Mittel um etwa 73%.
Die Larven des cabbage looper wurden im Mittel um 53% und die Larven des
cabbage webworm wurden im Mittel um 100% reduziert. Entsprechende
Figuren für ein nicht-ummanteltes Bt-Präparat, das zweimal so häufig
ausgebracht wurde, ergab Werte von 82%, 71% und 95%. Somit erreichte man mit
der ummantelten Bt-Präparation nahezu die gleiche Wirksamkeit bei nur halb
so viel Behandlungsschritten bezüglich der diamondback moth-Larven und der
cabbage looper-Larven und eine größere Wirksamkeit bezüglich der cabbage
webworm-Larven.
Beispiel 42
Die gekapselten Bt-Präparationen nach den Beispielen 9 und 18 wurden
ebenfalls in Feldtests auf ihre Wirksamkeit gegen die armyworm-Larve überprüft
und zwar auf Zuckerrübenfeldern in Californien. Als Vergleichspräparation
wurde ein nicht-ummanteltes Bt (Cutlass WP) benutzt und zur Kontrolle auf
nicht-behandelten Feldern eingesetzt. Nach einer einmonatigen Testperiode
ergab sich für die ummantelte Präparation nach dem Beispiel 6, welche in 14-
Tage-Intervallen ausgebracht wurde, nahezu dieselbe Wirksamkeit, wie für die
Reduzierung der armyworm-Larven mit der Präparation Cutlass WP, welche
jedoch in 7-Tage-Intervallen ausgebracht wurden. Es wurden
Bestandsverringerungen von 36% Larven gegenüber 46% ermittelt. Für eine zweiwöchige
Testperiode mit einer einzigen Applikation der ummantelten Präparation
gemäß Beispiel 15 wurde dieselbe Wirksamkeit für die Reduzierung der
armyworm-Larve als mit Cutlass WP erreicht, welches zweimal appliziert worden
ist. Es ergab sich eine Reduktion der Larven von 44% gegenüber 50%.
Beispiel 43
Die ummantelte Bt-Präparation gemäß Beispiel 20 wurde im Labor mit
Bioassay-Tests auf ihre Wirksamkeit gegenüber Heliothis virescens (tobacco
budworm) überprüft, indem die Präparation mit einem Turntable-Sprühsystem
über Garbanzo-Pflanzen versprüht wurde. Die behandelten Pflanzen und die
Kontrollpflanzen wurden in einer UV-Kammer untergebracht und periodisch
aus dieser herausgenommen. Die Blätter der Pflanzen wurden abgeschnitten,
auf Nährböden plaziert und mit 10 jungen tobacco budworm-Larven verseucht.
Die Mortalität wurde 96 Stunden später festgestellt. Sowohl nicht-ummantelte
Bt-Partikel als auch Dipel 2E (von Abbott Laboratories, North Chicago, Illinois)
Bt emulgierbares Konzentrat wurde in gleicher Weise appliziert. Die
Wirksamkeit der Präparationen bezüglich des Schutzes des Bt gegen UV-Schäden
wurde dadurch gemessen, daß die Anzahl der Tage mit auf die Hälfte (t&sub5;&sub0;) oder
ein Viertel (t&sub2;&sub5;) abnehmende Mortalität gegenüber der ursprünglichen
Mortalität ermittelt wurde. Die Ergebnisse sind in nachfolgender Tabelle
dargestellt.
Beispiel 44
Die ummantelte Präparation des Beispiels 25 wurde im Feldtest auf ihre
Wirksamkeit gegen den Apfelwickler in Californien überprüft, indem die
Präparation auf Birnbäume im 14-Tage-Intervall aufgebraucht wurde.
Nicht-ummantelte CMGV wurde auf Birnbäume in derselben Plantage im
7-Tage-Intervall zum Vergleich aufgebracht, wobei das nichtummantelte CMGV eine
bekannte Lebensdauer von etwa 3 bis 7 Tagen hat. Beide Präparationen
wurden von einem Tank aus appliziert unter Verwendung von herkömmlichen
luftbetätigten Sprühern. Die Applikation erfolgte über einen Zeitraum von zwei
Perioden. Es ergaben sich keine nennenswerte Unterschiede durch Schäden
des Apfelwicklers oder bezüglich der Annehmbarkeit der Früchte im Markt
infolge der unterschiedlichen Behandlung. Es stellte sich dabei heraus, daß die
Ummantelung gemäß der Erfindung zumindest weitere 7 Tage eines
Feldeinsatzes möglich macht.
Beispiel 45
Ummantelte Präparationen gemäß den Beispielen 27 sowie 29 bis 33 wurden
auf ihre Wirksamkeit in Bioassay-Tests überprüft und zwar bezüglich der
Wirksamkeit gegen die Larven des Apfelwicklers, indem die ummantelten
Präparationen und die nicht-ummantelten CMGV-Standard- und Larven-
Präparationen (siehe Beispiele 25 bis 37) auf Virus-Nährböden gebracht und
diese den jungen Apfelwicklerlarven nach einer UV-Bestrahlung von 30 und 60
Minuten ausgesetzt. Danach wurde die Anzahl der überlebenden, toten und
todgeweihten Larven ausgezählt. Aus der nachfolgenden Tabelle ergibt sich,
daß die ummantelten Präparationen nach der UV-Bestrahlung wesentlich
wirksamer als die nicht-ummantelten CMGV-Präparationen waren.
Die Begriffe und Bezeichnungen in der vorausgehenden Beschreibung sollen
keine beschränkende Wirkung haben und dienen nur als beispielsweise
Angaben für die Erläuterung der Erfindung, welche auch diesen Begriffen und
Beschreibungen entsprechende Begriffe umfaßt, die innerhalb des
Schutzbereiches der Erfindung liegen.
Anspruch[de]
1. Pestizid-Zusammensetzung, bestehend aus:
a) Teilchen mit einem pestizidaktiven Inhaftsstoff,
b) einem nicht auf Ligninbasis beruhenden pH-sensitiven Polymer, welches
die Teilchen des pestizidaktiven Inhaltsstoffes ummantelt und
c) einen lichtabsorbierenden Wirkstoff,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein auf Ligninbasis beruhendes lichtabsorbierendes Material zusammen
mit den Teilchen des pestizidaktiven Inhaltsstoffes von dem nicht auf
Ligninbasis beruhenden pH-sensitiven Polymer ummantelt ist.
2. Pestizid-Zusammensetzung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das pH-sensitive, nicht auf Ligninbasis beruhende Polymer einen der
nachfolgenden Polymere umfaßt, nämlich Zelluloseacetatphthalat,
Polyvinylacetatphthalat, Vinylacetat- und Crotonsäurecopolymere, Acryl- und Methacrylsäure
sowie -ester und deren Copolymere und ferner Schellack.
3. Pestizid-Zusammensetzung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der pestizidaktive Inhaltsstoff aus einem der folgenden Stoffe, nämlich
einem bakteriellen Insektizid, einem viralen Insektizid, einem pilzartigen
Insektizid, einem protozoenen Insektizid, einem Avermectin, einem Milbemycin,
und/oder einem Insektenwachstumsregulator ausgewählt ist.
4. Pestizid-Zusammensetzung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der pestizidaktive Inhaltsstoff aus einer schädlingsbekämpfenden
Variation des Bacillus thuringiensis besteht.
5. Pestizid-Zusammensetzung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der pestizidaktive Inhaltsstoff ein Virus mit polyedrischem Kern (MPV)
ist.
6. Pestizid-Zusammensetzung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Virus mit polyedrischem Kern der Virus Anographa falcifera ist.
7. Pestizid-Zusammensetzung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der pestizidaktive Inhaltsstoff ein granuloser Virus des Apfelwicklers ist.
8. Pestizid-Zusammensetzung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das auf Ligninbasis beruhende lichtabsorbierende Material umfaßt: ein
Kraft-abgeleitetes Lignin, ein Lignin ausgewählt aus Natriumligninsulfonat,
Calciumligninsulfonat, Natrium-Calciumligninsulfonat,
Calcium-Magnesiumligninsulfonat, oxydiertes Natriumligninsulfonat, carboxyliertes
Natriumligninsulfonat, partiell desulfoniertes Ligninsulfonat und/oder
Ammoniumligninsulfonat.
9. Pestizid-Zusammensetzung, bestehend aus
a) einer Präparation des Bacillus thuringiensis und
b) Natriumligninsulfat,
dadurch gekennzeichnet,
daß beide Bestandteile mit einem Polymer aus einem der nachfolgenden
Substanzen ummantelt sind: Zelluloseacetatphthalat, Polyvinylacetatphthalat,
Vinylacetat- und Crotonsäure-Copolymere, Acryl- und Methacrylsäure sowie
-ester und deren Copolymere und/oder Schellack.
10. Pestizid-Zusammensetzung, bestehend aus:
a) ein Virus mit polyedrischem Kern und
b) Natriumligninsulfonat,
dadurch gekennzeichnet,
daß beide Bestandteile von einem Polymer ummantelt sind, ausgewählt aus
folgenden Stoffen: Zelluloseacetatphthalat, Polyvinylacetatphthalat,
Vinylacetat- und Crotonsäure-Copolymere, Acryl- und Methacrylsäure und -ester sowie
deren Copolymere und Schellack.
11. Pestizid-Zusammensetzung, bestehend aus
a) Granulose-Viren des Apfelwicklers,
b) Natriumligninsulfonat,
dadurch gekennzeichnet,
daß beide Inhaltsstoffe in einem Polymer gekapselt sind, bestehend aus
Zelluloseacetatphthalat, Polyvinylacetatphthalat, Vinylacetat- und
Crotonsäure-Copolymere, Acryl- und Methacrylsäure und -ester sowie deren Copolymere und
Schellack.
12. Pestizid-Zusammensetzung, bestehend aus
a) einem Avermectin und
b) Sodiumligninsulfonat,
dadurch gekennzeichnet,
daß beide Inhaltsstoffe von einem Polymer ummantelt sind, bestehend aus:
Zelluloseacetatphthalat, Polyvinylacetatphthalat, Vinylacetat- und Crotonsäure-
Copolymere, Acryl- und Methacrylsäure und -ester sowie deren Copolymere
und Schellack.