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Dokumentenidentifikation DE4406767A1 07.09.1995
Titel Versuchskörper zur Verwendung in einem Druckversuch und Verfahren zur Durchführung eines Druckversuchs damit
Anmelder Kurimoto, Ltd., Osaka, JP
Erfinder Nakamura, Masatoshi, Osaka, JP
Vertreter Watzke, W., Dipl.-Ing.; Ring, H., Dipl.-Ing.; Christophersen, U., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 40547 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 02.03.1994
DE-Aktenzeichen 4406767
Offenlegungstag 07.09.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.09.1995
IPC-Hauptklasse G01N 3/02
IPC-Nebenklasse G01N 3/12   B30B 15/00   G01L 1/04   
Zusammenfassung Die Erfindung hat eine Aufgabe, die von einer mechanischen Presse aufgebrachte Belastung einfach und genau zu messen. Ein Versuchskörper (4) wurde aus einem Material einheitlicher mechanischer Festigkeit herausgearbeitet und präzise endbearbeitet. Der Versuchskörper wird zwischen einem Schlitten (2) und einem Untergestell (3) einer Presse (1) angeordnet und gepreßt, wobei die Stauchhöhe L (= H1 - H2) und der Druck zu dieser Zeit mittels einer Kraftmeßdose (7) gemessen werden. Ein Ergebnis ist, daß die Druckbeanspruchung nahezu so genau durch eine einfache Messung an dem Versuchskörper ermittelt werden kann, dessen Versuchsergebnis von eingestellten Eigenschaften vorgegeben ist, wie durch Berechnen einer Funktion, in der Elemente wie Material, Höhe der Verformung und Belastungsgeschwindigkeit des Versuchskörpers aufgestellt sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Belastungsversuch einer Presse, insbesondere eine Technik, den tatsächlichen Zustand einer mechanischen Presse zu erfassen.

Gegenüber allen anderen Pressen ist es bei hydraulischen Pressen nahezu kein Problem, die Belastung zu messen, da die während der Betätigung der Presse aufgebrachte Last direkt und visuell durch Ablesen der Öldruckanzeige ermittelt werden kann und die aufgebrachte Geschwindigkeit nicht zu hoch ist. Demgegenüber ist ein visuelles Erkennen der dynamischen Belastung in mechanischen Pressen nicht einfach, da die Belastung mit einem starken Schlag aufgebracht wird. Darüber hinaus gibt es weitere wesentliche Probleme, die mit Pressen dieser Art verbunden sind.

Was eine Meßeinrichtung betrifft, die konventionell an einer mechanischen Presse befestigt wird, ist es seit ehedem bekannt, eine Vorrichtung zu verwenden, in der eine Kraftmeßdose (Dehnungsmeßgerät) oder eine Feinanzeige an dem Rahmen oder Pfosten der Presse befestigt wird und durch die bei einem Belastungsversuch eine in der mechanischen Konstruktion, wie dem Rahmen oder der Presse, hervorgerufene Dehnung gemessen wird, oder aber die Veränderung des hydraulischen Drucks in dem ausgebildeten hydraulischen System aufgenommen und elektrisch umgewandelt wird, um die aufgebrachte Belastung letztlich zu ermitteln. Bei diesen herkömmlichen Vorrichtungen besteht jedoch ein zu lösendes ernstes Problem einer genauen Messung der Belastung, da eine dynamische Belastung üblicherweise mit einem starken Schlag aufgebracht wird. Darüber hinaus ist die Form eines gepreßten Produktes, welches in einem Preßwerkzeug verändert werden soll, nicht immer symmetrisch in der Länge und der Breite, sondern in den meisten Pressen einseitig uneben, so daß wohl festgestellt werden darf, daß in den meisten Fällen die Belastung nicht gleichmäßig aufgebracht wird, sondern exzentrisch in Form einer sog. exzentrischen Belastung.

Darüber hinaus werden in einer Schmiedepresse im allgemeinen mehrstufige Herstellungswerkzeuge verwendet, in denen Formen für zwei oder mehrere Stufen angeordnet sind. In derartigen mehrstufigen Herstellungswerkzeugen findet die genannte exzentrische Belastung in allen Schmiedestufen, mit Ausnahme des mittleren Teils statt. Ohne eine genaue Erfassung einer solchen exzentrischen Belastung, um den unteren Totpunkt in angepaßter Weise einzustellen, besteht die Möglichkeit, daß teilweise eine unerwartete Überbelastung aufgebracht wird, die schließlich zu Dehnungen und/oder Rissen in dem Gerät und/oder dem Material führt. Ungeachtet einer solchen möglichen Gefahr eines Schadens ist die Messung einer exzentrische Belastung sehr schwierig und stellt ein weiteres ungelöstes Problem dar. Mehrere Lösungsversuche sind vorgeschlagen worden, um die genannten Probleme zu lösen.

Beispielsweise zeigt die japanische Offenlegungsschrift (ungeprüft) 54-42 081 in Fig. 3, daß eine Belastungsmeßeinheit 102 vorgesehen ist, auf der eine Kraftmeßdose 101 angeordnet ist und die mit einem dehnungsmeßverstärkenden Funktionselement versehen ist. Dann werden zwei punktsymmetrisch zu dem Mittelpunkt des Querschnitts einer mechanischen Presse angeordnete Pfosten ausgewählt. Zwei Stellen einer punktsymmetrischen Anordnung in bezug auf den Mittelpunkt des Querschnitts jedes Pfostens werden darüber hinaus ausgewählt. Die erwähnte Belastungsmeßeinheit wird dann an jeder der ausgewählten Stellen befestigt, wobei das Meßsignal jeder Einheit an ein Belastungsmeßinstrument in der Art einer dynamischen Dehnungsmessung übertragen wird, um die Schmiedebelastung zu messen. Es wird in der Offenlegungsschrift 54-42 081 beschrieben, daß als Ergebnis einer Verwendung der beschriebenen Anordnung das bekannte Problem einer ungenauen Messung der Belastung, welches zu einer fehlerhaften Einstellung des unteren Totpunktes führen kann und gelegentlich Schaden an dem Pressen-Mechanismus zur Folge hat, erfolgreich vermieden werden kann und die Messung der Belastung dermaßen verbessert worden ist, daß die genaue Erfassung des Wertes einer exzentrischen Belastung möglich ist.

Demgegenüber wird die Belastung im Falle einer mechanischen Presse mit einem starken Schlag aufgebraucht, so daß es wesentlich und eine Forderung größter Wichtigkeit ist, eine solche unmittelbare Belastung genau zu messen und den unteren Totpunkt in angepaßter Weise einzustellen.

Es muß festgestellt werden, daß die Belastungs-Meß-Vorrichtung, die eine wichtige Aufgabe zu erfüllen hat, an irgendeinem Teil der Presse angebracht wird und dementsprechend nicht nur die Presse, sondern auch die Belastungsvorrichtung selbst gezwungen ist, einen heftigen Schlag und hohe Temperaturen auszuhalten, die beide in mechanischen Pressen auftreten und ihnen eigen sind. Das bedeutet, daß die Belastungs-Meß-Vorrichtung, ein anfälliges Präzisions-Meßinstrument, den härtesten Bedingungen im Vergleich zu anderen Präzisions-Meßinstrumenten ausgesetzt ist und somit ein weiteres Problem verbleibt, nämlich daß die Zuverlässigkeit eines von der Belastungs- Meß-Vorrichtung gemessenen Wertes in relativ kurzer Zeit während des Betriebs der Presse verloren geht. Der unter Bezugnahme auf die Fig. 3 genannte Stand der Technik ist ebenfalls nicht von diesem Problem befreit.

Die Durchführung von Wartungsarbeiten, mit denen ein möglicher Verlust der Zuverlässigkeit ausgemerzt wird, ist eine wesentliche Voraussetzung, um diesem Problem zu begegnen, da ein sicherer Betrieb der Presse nicht aufrechterhalten werden kann, ohne die Zuverlässigkeit der angebrachten Meß-Vorrichtung selbst zu jeder Zeit sicherzustellen. Somit muß an einem Schmiedearbeitsplatz, an dem die Sicherung der Qualität gefördert wird, eine genaue Feststellung der Belastung dadurch wiederholt werden, daß eine weitere hydraulische Presse in denjenigen Bereich einer mechanischen Presse gestellt wird, in dem die Belastung aufgebracht wird.

Fig. 4 zeigt ein bekanntes Verfahren, die gemessene Belastung zu erfassen, bei dem ein hydraulischer Testzylinder 103 zwischen einem Schlitten 2 und einem Untergestell 3 eingesetzt wird, wobei der hydraulische Zylinder 103 mit einem Sensor 104, einem hydraulischen Bauteil 105 und einer Meßvorrichtung 106 ausgestattet ist, die einen Meßkreis bilden. Bei einer derartigen Anordnung wird die Presse in Betrieb gesetzt und die dadurch erzeugte Belastung wird auf den hydraulischen Zylinder übertragen, wobei der gewonnene Meßwert umgewandelt und an der Meßvorrichtung ausgegeben wird.

Für einen Test der genannten Art werden nicht nur ausgebildete Techniker, sondern auch bestimmtes Ausrüstungsmaterial benötigt, und es ist im wesentlichen undenkbar, daß normalerweise derartige Ausrüstungsgegenstände an einem Pressen-Arbeitsplatz von durchschnittlichem Niveau vorhanden sind. Tatsächlich werden daher einige Wartungsingenieure von den Herstellern von mechanischen Pressen auf Anfrage der Betreiber geschickt, um die genannten Test-Dienstleistungen als Bestandteil von Wartungsarbeiten durchzuführen. Entsprechend entstehen unvermeidbare Probleme wie beispielsweise die Kosten für die Test-Dienstleistungen, Verluste dadurch, daß das routinemäßige Betreiben für die Dauer der Tests ausgesetzt werden muß, Mangel an fähigen Wartungsingenieuren zur Durchführung der Messung usw., die letztlich dazu führen, daß es Schwierigkeiten bei der Durchführung der notwendigen Wartungsarbeiten der Pressen gibt. Darüber hinaus ist bei einer Schmiedepresse mit großer Belastung ein hydraulischer Testzylinder mit großer Kapazität gefordert und auch andere Nebenaggregate müssen entsprechend dieser großen Kapazität groß ausgelegt sein. Für einen Hersteller kann es eine Belastung sein, die hydraulischen Testzylinder unterschiedlicher Größe bereitzuhalten und sie zu dem Betreiber zu bringen. Darüber hinaus ist es bei Schmiedepressen eine wesentliche Voraussetzung, die erwähnte exzentrische Belastung in einem mehrstufigen Preßwerkzeug zu messen und aufzunehmen. Da jedoch zur Durchführung solcher Messungen kein ausreichender Platz zum Anordnen der Achse des hydraulischen Testzylinders großer Kapazität an der exzentrischen Meßstelle zur Verfügung steht, gibt es eine platzmäßige Beschränkung bei der Messung einer exzentrischen Last, welche ein weiteres ungelöstes Problem darstellt.

Die vorliegende Erfindung wurde gemacht, um die oben erwähnten Probleme zu lösen und hat eine Aufgabe, ein Verfahren zur Verfügung zu stellen, mit dem die tatsächliche maximale Belastung einer mechanischen Presse einfach gemessen werden kann, und zwar unabhängig von deren Form.

Zur Lösung dieser Aufgabe wird mit der Erfindung ein Versuchskörper zur Verwendung in einem Druckversuch vorgeschlagen, dessen mechanische Festigkeit derart angepaßt ist, daß sie gleichmäßig ist, und der gleichförmig zylindrisch ausgebildet ist, der dadurch gekennzeichnet ist, daß dem Versuchskörper ein vorher eingestelltes bestimmtes Verhältnis zwischen Druckbelastung und der Höhe der plastischen Verformung vorgegeben ist.

Gemäß der Erfindung wird auch ein Verfahren zur Verwendung des Versuchskörpers mit den folgenden Schritten vorgeschlagen:

  • - Anordnen des Versuchskörpers in einer geforderten Lage des Ortes der Druckbelastung der Presse, die ein zu vermessendes Gerät ist, derart, daß der Versuchskörper dazwischen angeordnet ist und dort gepreßt wird;
  • - Messen der Höhe der plastischen Verformung des Versuchskörpers und Berechnen der tatsächlichen Druckbelastung am Ort der Belastung mit Hilfe eines bekannten bestimmten vergleichenden Ausdrucks.


Eine wichtige Einflußgröße für die Berechnung der beim Preßformen benötigten Belastung ist die Ausbildung der Verformungswiderstandskurve des zu pressenden Materials. Es ist jedoch dazu nicht immer wünschenswert, die im Rahmen einer Material-Prüfung ermittelte Verformungswiderstandskurve, wie sie in der Auswertung ist, zu verwenden, da das zu lösende Problem wesentlich komplizierter ist und gelegentlich die Auswertung selbst unmöglich ist. Für die geforderten Berechnungen zur praktischen Analyse wird die Verformungswiderstandskurve daher üblicherweise vereinfacht. Der Verformungswiderstand setzt sich aus verschiedenen, auf komplizierte Weise miteinander verbundenen Faktoren zusammen, von denen die wesentlichen Faktoren beeinflußt werden durch die Dehnung, die Temperatur, die Umformgeschwindigkeit usw. Der Einfluß der Dehnung wird auf die Kaltverfestigung zurückgeführt und kann überschlägig ausgedrückt werden als δ = α × βn, wobei n den Kaltverfestigungs-lndex, den sog. n-Wert angibt, der ein durch die während der Bearbeitung in der Presse als Ergebnis der plastischen Verformung des metallischen Materials stattfindende Dehnung der Gitterstruktur erzeugtes Element ist, und α ein auf das jeweilige metallische Material abgestimmter Koeffizient ist, der abhängig von der mikroskopischen bzw. makroskopischen Struktur, insbesondere der Korngröße der Kristalle bzw. dem Gleiten der Struktur, welches unterschiedlich abhängig ist von den Bestandteilen und der vorangegangenen Wärmebehandlung des Materials, bestimmt wird. Dieser a-Wert ist konstant und kann als Referenzmeßwert zuverlässig angenommen werden, soweit das Material aus demselben, unter ausreichender Qualitätskontrolle hergestellten Stahl stammt und in den gleichen Abmessungen präzisionsendbearbeitet ist.

Der erwähnte Einfluß durch die Dehnungsrate ist ebenso ein prinzipieller Faktor und innerhalb eines gewissen Intervalls der Umformgeschwindigkeit kann der Verformungswiderstand δ in Abhängigkeit von der Dehnung γ allgemein ausgedrückt werden als δ = K × γm, wobei K den Verformungswiderstand bei einer normierten Dehnungsrate kennzeichnet und m einen Abhängigkeits-Index der Umformgeschwindigkeit.

Für die tatsächliche Berechnung der Belastung ist es wirkungsvoll, diese Faktoren so vernünftig wie möglich anzunehmen, um einen vergleichenden Ausdruck entsprechend der tatsächlichen Belastung zu erhalten. Üblicherweise wird der folgende Ausdruck angenommen:

δ = α × βn × γm (1)

wobei

δ: Deformationswiderstand des Metalls

α: auf das Material angepaßter Wert

β: Höhe der Dehnung

γ: Umformgeschwindigkeit

n: Kaltverfestigungs-Index (Index abhängig von dem Grad der Bearbeitung)

m: Abhängigkeits-Index der Umformgeschwindigkeit (Index abhängig von der Geschwindigkeit der Bearbeitung).

Fig. 1(A) und (B) sind schematische Ansichten, welche eine Funktionsweise der vorliegenden Erfindung erklären, mit der der obengenannte Ausdruck (1), der ein allgemeiner Ausdruck für die plastische Verformung eines metallischen Materials unter der Versuchsbeanspruchung einer Presse ist, in spezieller Weise angewendet wird. Gemäß Fig. 1 (A) wird ein zylindrischer Versuchskörpers 4 in vertikaler Richtung zwischen einem Schlitten 2 und einem Untergestell 3 einer mechanischen Presse angeordnet, bei der ein großer technischer Vorteil aufgrund der Erfindung besonders erwartet wird. Bei Inbetriebnahme dieser Presse fährt der Schlitten 2 einen Hub S herunter und verpreßt den Versuchskörper 4, wobei plastische Verformung stattfindet. Als Ergebnis ist die axiale Länge H&sub1; des Versuchskörpers vor der Verformung verändert worden zu einer Länge H&sub2;; entsprechend ergibt sich die Stauchhöhe der Presse zu H&sub1;-H&sub2; = L. Eine Belastung T der Presse wird durch Messen des Verformungswiderstandes des Versuchskörpers beim Betreiben der Presse mit einer Kraftmeßdose ermittelt.

Zur Beschreibung der den Ausdruck (1) bildenden Symbole kann für die linke Seite wie auch für die Faktoren auf der rechten Seite, die während der Verformung beim Betreiben der Presse gewonnen werden, folgender Vergleich aufgestellt werden:

δ: Druckbelastung: T

α: Element abhängig von dem Material des Versuchskörpers: M

βn: Element abhängig von der Stauchhöhe: L

γm: Element abhängig von der Geschwindigkeit des Schlittens (Umdrehungsgeschwindigkeit eines exzentrischen Schafts): V.

Anhand der oben stehenden Ausführungen wird erkannt, daß sich die Druckbelastung T abhängig von dem von den Materialeigenschaften des Versuchskörpers abhängigen Element M, dem von der Verformungshöhe abhängigen Element L und dem von der Bearbeitungsgeschwindigkeit abhängigen Element V einstellt, so daß der folgende Ausdruck gewonnen werden kann:

T = f(M × L × V) (2)

Von den obengenannten Elementen ist das von der Schlittengeschwindigkeit abhängige Element ein ohne weiteres bekannter Wert, welcher abhängig von der Spezifikation der Presse bestimmt werden kann. Bei dem von dem Material abhängigen Element kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, daß es sich um einen zuverlässig konstanten Wert handelt, der jederzeit von dem Verfahren zur Vorbereitung des Versuchskörpers abhängt. Eine wesentliche Voraussetzung bei der Vorbereitung des Versuchskörpers ist es daher, daß die innere Struktur des Versuchskörpers aufgrund einer vollständigen Wärmebehandlung derart angepaßt ist, daß sie gleichmäßig ist, und die Oberflächenrauhigkeit des Versuchskörpers derart ausgebildet ist, daß sie mit vorbestimmten standardisierten Bearbeitungsvorgängen übereinstimmt, so daß bei derselben Belastung dieselbe plastische Verformung reproduzierbar erzeugt werden kann, ohne daß ein Fehlversuch auftritt. Unter der Voraussetzung, daß diese Elemente konstant sind, ist die Funktion des Ausdrucks (2) lediglich abhängig von dem von der Höhe der Verformung abhängigen Element L, so daß im Ergebnis die Druckbeanspruchung ohne weiteres durch Messen der Stauchhöhe berechnet werden kann.

Gemäß der Erfindung kann - wie oben beschrieben - die tatsächliche Belastung einer mechanischen Presse, die aufgrund der schnellen und kraftvollen Bewegung schwer zu messen ist, wobei das Meßgerät häufig seine Tauglichkeit einbüßt, nahezu ebenso genau durch eine einfache Methode erfaßt werden. Es besteht somit überhaupt kein Bedarf an einem großen Präzisions-Meßinstrument, wie es gemäß dem Stand der Technik nötig war. Der technische Vorteil der Erfindung ist sehr groß, insbesondere bei der Messung einer exzentrischen Belastung unter schwierigen Meßbedingungen. Entsprechend werden nicht nur die mit einem Belastungsversuch verbundenen Kosten, der Mangel an fähigen Vermessungsingenieuren und dgl. vermieden, sondern auch das unwirtschaftliche Aussetzen des Pressen-Betriebs für die mit Problemen behafteten Arbeiten wie Aufbauen der Meßinstrumente, Ausführen der Versuche und Abbauen der Instrumente, ist nun nicht mehr nötig, so daß letztendlich die Produktivität verbessert werden kann. Da eine Belastung mit dem oben genannten Verfahren einfach gemessen werden kann, ergeben sich weitere Vorteile, wie beispielsweise eine einfach auszuführende Überprüfung, ob ein installiertes Belastungs-Meßgerät ohne Fehler arbeitet, oder aber daß im Falle einer exzentrischen Belastung, die abhängig von der Form des Werkzeugs unvermeidbar sein kann, jede Druckbelastung einfach und jederzeit zur Durchführung entsprechender Einrichtarbeiten (Verschieben des unteren Totpunkts), durch die vermieden wird, daß die Presse aufgrund einer unerwarteten exzentrischen Belastung beschädigt wird, gemessen werden kann.

Weitere Gegenstände, Merkmale und Vorteile der Erfindung werden aufgrund der nun folgenden Beschreibung in Verbindung mit der Zeichnung deutlich.

Die Fig. 1(A) und (B) sind Vorderansichten, die den prinzipiellen Aufbau der vorliegenden Erfindung zeigen;

Fig. 2 ist eine Vorderansicht eines Ausführungsbeispiels gemäß der Erfindung;

Fig. 3 ist eine Vorderansicht, die einen Stand der Technik zeigt und

Fig. 4 ist eine Vorderansicht, die einen weiteren Stand der Technik zeigt.

Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung beschrieben. Ein Versuchskörper wurde einem in Massenproduktion hergestellten Produkt entnommen, dessen Material von Komponenten ausgewählt worden war, wie sie in der JIS S30C vorgeschrieben sind, und der aus einem Stahl herausgearbeitet worden war, dessen spezifische mechanische Festigkeit durch ein vorgeschriebenes Härten und Tempern sowie ein Fertigbearbeiten auf eine Oberflächenrauheit gemäß der durch die JIS vorgegebenen Präzisions- Oberfläche sichergestellt ist. Diesem Versuchskörper wurde ein Diagramm (oder Ausdruck) hinzugegeben, welcher eine im Vorfeld erfaßte besondere Relation zwischen Belastung und Verformung zeigte. Dieser Versuchskörper war zylindrisch mit einem Durchmesser von 110 mm und einer Höhe von 30 mm. Wie die Fig. 1(A), (B) und Fig. 2 zeigen, wurde bei der Messung eine obere Druckscheibe 5 an einem Schlitten 2 der mechanischen Presse 1 und eine untere Druckscheibe 6 an dem Untergestell 3 befestigt. Eine Kraftmeßdose 7 wurde auf die untere Druckscheibe gelegt und der Versuchskörper 4 wurde in vertikaler Ausdehnung auf die Kraftmeßdose gestellt. Darauf wurde die Presse betätigt. Für den Fall, daß die Messung einer exzentrischen Belastung gefordert ist, ist es selbstverständlich, daß der Versuchskörper derart angeordnet werden sollte, daß die Achse des Versuchskörpers zusammenfällt mit demjenigen Ort der Belastung, an dem eine konzentrierte Belastung aufgebracht wird. Ein Maß für die Höhe der Verformung war die Stauchhöhe L und ein Maß für die Verformungsgeschwindigkeit war die Umdrehungsgeschwindigkeit (rpm) der Presse.

Eine folgende Tabelle 1 zeigt Werte, die durch den Versuch über das Verhältnis zwischen der Druckbelastung T, der Umdrehungsgeschwindigkeit der Presse V und der Stauchhöhe L erfaßt worden sind. Tabelle 1



Die obengenannte Tabelle zeigt deutlich, daß es eine klare signifikante Beziehung zwischen der Druckbelastung T und der Stauchhöhe L des Versuchskörpers gibt, jedoch gibt es keine klare Korrelation zwischen der Druckbelastung T und der Umdrehungsgeschwindigkeit der Presse V bei einer konstanten Stauchhöhe L. Der Versuch macht deutlich, daß, sofern Pressen des gleichen Typs verwendet werden, der Wert für die Druckbelastung T innerhalb einer Fehlergrenze von 3% liegt, auch wenn die Umdrehungsgeschwindigkeit der Presse unbeachtet bleibt. Im Ergebnis ist festzustellen, daß unter der Voraussetzung, daß ein Versuchskörper mit eingerichteten Eigenschaften verwendet wird, die Druckbelastung T einfach berechnet werden kann, wenn die Presse in Gang gesetzt und der Wert für die Stauchhöhe L (= H&sub1;-H&sub2;) gemessen wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Versuchskörper zur Verwendung in einem Druckversuch, dessen mechanische Festigkeit derart angepaßt ist, daß sie gleichmäßig ist, und der gleichförmig zylindrisch ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß dem Versuchskörper ein vorher eingestelltes bestimmtes Verhältnis zwischen Druckbelastung und der Höhe der plastischen Verformung vorgegeben ist.
  2. 2. Verfahren zur Durchführung eines Druckversuches, bei dem ein bestimmter Versuchskörper verwendet wird, welches die folgenden Schritte aufweist:

    Anordnen des Versuchskörpers in einer geforderten Lage des Ortes der Druckbelastung der Presse, die ein zu vermessendes Gerät ist, derart, daß der Versuchskörper dazwischen angeordnet ist und dort gepreßt wird,

    Messen der Höhe der plastischen Verformung des Versuchskörpers und Berechnen der tatsächlichen Druckbelastung am Ort der Belastung mit Hilfe eines bekannten bestimmten vergleichenden Ausdrucks.






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