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Dokumentenidentifikation DE69202790T2 12.10.1995
EP-Veröffentlichungsnummer 0503959
Titel Futter und Futterzusatzmittel mit einer verbesserten Resistenz gegen Krankheiten wie Pseudorabies für Vieh, Geflügel und Fisch.
Anmelder National Federation of Agricultural Co-Operative Associations, Tokio/Tokyo, JP
Erfinder Yabiki, Terutake, Sakura-shi, Chiba-ken, JP;
Narahshi, Tsunao, Kashiwa-shi, Chiba-ken, JP;
Okamoto, Toshihiro, Urayasu-shi, Chiba-ken, JP;
Matsuo, Ken, Tsukuba-shi, Ibaraki-ken, JP
Vertreter Rechts- und Patentanwälte Lorenz Seidler Gossel, 80538 München
DE-Aktenzeichen 69202790
Vertragsstaaten BE, DE, DK, ES, FR, GB, IT, NL
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 13.03.1992
EP-Aktenzeichen 923021778
EP-Offenlegungsdatum 16.09.1992
EP date of grant 07.06.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.10.1995
IPC-Hauptklasse A23K 1/16
IPC-Nebenklasse A23K 1/18   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Futtermittel und Futterzusatzmittel für Vieh, Geflügel und Fisch zur Verbesserung der Resistenz gegen Krankheiten, z.B. Pseudorabies-Resistenz, welche sichere und natürliche Substanzen mit gesundheitsfördernden und gewichtssteigernden Wirkungen umfaßt.

Bei Pseudorabies handelt es sich um eine akute Infektionserkrankung, ausgelöst durch eine Art des Herpesvirus, die Aujeszky-Krankheit nach dem Entdecker des Virus genannt wird.

Die Erkrankung äußert sich in einem lokalen und intensiven Juckreiz-Symptom bei den infizierten Tieren wie Rinder, Pferde, Ziegen, Schafe, Kaninchen, Hunde, Katzen, Nerze, Füchse, Ratten, u.a. außer Schweine. Durch die Erkrankung werden Mark, Schlund und Maul paralysiert, und es treten Speichelfluß, Atemnot, abnormaler Herzschlag und Herzstillstand auf. Zuchtschweine werden leicht infiziert, doch erholen sich nahezu alle von der Erkrankung. In Gegenden mit hoher Luftfeuchtigkeit tritt bei vielen infizierten Schweinen mit einem Gewicht von 30 bis 80 kg die Komplikation einer Lungenentzündung auf und sie sterben. Die Sterberate aufgrund der Krankheit ist bei Ferkeln allgemein hoch.

Bei Vieh, Geflügel und Fisch ist die durch verschiedene Krankheiten aufgrund schlechter hygienischer Verhältnisse verursachte wirtschaftliche Einbuße sehr hoch. Besonders im Bereich der Schweinezucht, die im Umfang jahrlich zunimmt, bedeutet eine Sterberate von 1 % oder ein Produktverlust an zugerichtetem Frischfleisch von einigen Prozent eine ernsthafte Einbuße.

So beträgt beispielsweise bei einer Viehfarm mit 100 weiblichen Schweinen, von denen jedes zweimal jahrlich 12 Ferkel wirft, die jahrliche Gesamtproduktion der Farm 2400 Ferkel. Verliert jedoch jede Sau bei jedem Wurf drei Ferkel, so gehen insgesamt 600 Ferkel verloren. Beträgt der Preis pro Ferkel 10.000 beim Verkauf an das Schlachthaus, so bedeutet dies einen Verlust von 6.000.000 pro Jahr. Folglich ist Gesundheitskontrolle bei Ferkeln ein wichtiger Faktor in der Verwaltung einer Viehfarm.

Zeigen Ferkel ein Symptom der Aujeszky-Krankheit, so muß man sie zur Vermeidung einer Ansteckung der gesunden Ferkel sofort von diesen isolieren oder sich ihrer ganz entledigen. In engen Schweinekoben gehaltene nicht-infizierte Ferkel müssen in größere Koben verlegt werden. Infizierte Säue, Koben, Utensilien, Futtermittel u.s.w. müssen zur Vermeidung einer Ansteckung desinfiziert werden. Den infizierten Ferkeln müssen zur Vermeidung von Komplikationen in den Atemwegen, wie z.B. Lungenentzündung, große Mengen Antibiotika, synthetische antimikrobielle Substanzen, Vitamine, Mineralien oder eutrophe Medikamente verabreicht werden.

Weiterhin wurden abgeschwächte Impfstoffe oder inaktive Impfstoffe experimentell dosiert.

Eine exzessive Medikation zeigt keine ausreichende Wirkung und führt aufgrund des Vorhandenseins von Medikamentrückständen zu gemindertem Handelswert der Viehprodukte und verminderter Sicherheit.

Eine Impfvorsorge verhindert Erkrankungen, doch bietet sie keinen Schutz gegen Wildformen des Krankheitserregers.

In Viehfarmen ist es unmöglich, alle Krankheiten (einschließlich Pseudorabies) durch den Einsatz von Impfungen und Antibiotika zu bannen. Wäre es aber möglich, so würde dies viele Arten von Medikamenten und einen sehr großen finanziellen Aufwand erfordern. aus JP 62-265 231 ist bekannt, daß ein Futterzusatzmittel, welches Peptidoglykan umfaßt, das Auftreten von Infektionen bei Ferkeln vermindern kann.

Die vorliegende Erfindung wurde in Anbetracht der oben beschriebenen Situation entwickelt und stellt ein Futtermittel und Futterzusatzmittel bereit, das die Gesundheit von Vieh, Geflügel und Fisch verbessern und daher die wirtschaftliche Einbuße aufgrund von Infektionskrankheiten einschließlich Pseudorabies vermindern kann, indem es die physischen Funktionen stärkt und die Resistenz gegen Krankheiten bei Vieh, Geflügel und Fisch steigert.

Es wurde festgestellt, dar die Verwendung eines Futtermittels, das Gallenpulver und Bakterienpulver mit einer bestimmten Menge Peptidoglykan enthält, zur Verminderung des Auftretens von Infektionen und zur Verbesserung des Ertrags durch zugerichtetes Frischfleisch beiträgt.

Daher stellt die vorliegene Erfindung ein Futterzusatzmittel für Vieh, Geflügel und Fisch bereit, welches Gallenpulver und Bakterienpulver umfaßt, das Peptidoglykan enthält.

Das Futterzusatzmittel kann auch mindestens eines aus Tierblutplasma-(Serum)-Pulver, Knoblauchpulver, Lakritze, Lakritzextrakt und Quillajaextrakt umfassen.

Die vorliegende Erfindung stellt auch ein Futtermittel für Vieh, Geflügel und Fisch bereit, das dieses Futterzusatzmittel umfaßt.

Die hierin verwendete Bezeichnung "Vieh" umfaßt beispielsweise Schweine, Rinder, Pferde, Ziegen, Schafe, Wild, Hunde, Katzen und einige Nagetiere. Die hierin verwendete Bezeichnung "Geflügel" umfaßt z.B. Hähnchen, Hennen, Wachteln, Truthähne und Perlhühner. Die hierin verwendete Bezeichnung "Fisch" umfaßt z.B. Karpfen, Regenbogenforellen, Ayus (Süßfische), Aale, Tilapias, Meeraale, Lachse, Forellen, rote Meerbrassen, Gelbschwänze, Flundern, Kugelfische und Garnelen.

Das Gallenpulver kann direkt durch Pulverisieren eines in den Gallenblasen von Rind und Schwein enthaltenen Gallenelements erhalten werden. Ein Teil davon wird durch Pulverisieren der Gallenblasen nach Extraktion mittels eines alkoholischen Extraktionsverfahrens erhalten. Die Hauptinhaltsstoffe im zuvorgenannten Futterzusatzmittel sind Cholsäure und Desoxycholsäure. Im Gallenpulver sind zu etwa 50 % Cholsäuren enthalten.

Verschiedene gereinigte Produkte der Cholsäure, die in einer Gallenpulverzusammensetzung enthalten sind, werden als Heilmittel für die menschliche Galle und als Sekretionsbeschleuniger von Verdauungsenzymen und Verdauungssäften verwendet.

Das Gallenpulver hat dieselbe oder eine bessere Wirkung gegen Viren wie die durch Extraktion oder Reinigung des Gallenpulvers erhaltenen Cholsäuren. Daher ist es wirtschaftlich gesehen sinnvoller, das Gallenpulver anstelle der aus Gallenpulver extrahierten oder gereinigten Cholsäuren zu verwenden.

Die Zellwand grampositiver Bakterien enthält ein sackförmiges Peptidoglykan (im folgenden wird die Abkürzung "PG" verwendet), das hauptsächlich Polysaccharide oder durch kovalente Bindungen verknüpfte Teichonsäuren enthält. Die Zellwand grampositiver Bakterien umgrenzt eine zytoplasmische Membran, um deren Funktion vor äußeren Stimulansobjekten zu schützen. Davon ist besonders der Anteil des Peptidoglykan wichtig, denn er steigert die Immunwirkung und stützt die strukturelle Form.

Im Peptidoglykan (PG) bilden Tetrapeptide, "Peptid- Untereinheiten" genannt, eine netzartige Maschenstruktur zwischen Glykanketten, die aus einem reziproken Polymer aus N-Acetylglucosamin und N-Acetylmuraminsäure bestehen. Das Peptidoglykan verfügt über verschiedene Bioaktivitäten; dabei ist N-Acetylmuramyl-L-Ala-D iso Glu (MDP) die mindestwirksame Struktur, die die biologischen Reaktionsmodifikationsfunktionen fördert. PG und MDP aktivieren T-Zellen und B-Zellen, wirken aber nicht direkt auf Lymphozyten ein. Sie aktivieren jedoch Makrophagen (M ), wodurch diese einen Lymphozyt-aktivierenden Faktor (IL-1) als Primärziel abgeben. Folglich wird die T-Zelle dazu aktiviert, die B-Zelle zu aktivieren. Entsprechend kann eine Immunwirkung auf Vieh, Geflügel und Fisch durch Zugabe grampositiver Bakterien zum Futtermittel erzielt werden, wobei die Kapsel an der Oberfläche der grampositiven Bakterien eliminiert wird, damit das Peptidoglykan freiliegt.

Bei Lakritze, Lakritzextrakten, Knoblauchpulver, Quillajaextrakt und Tierblutplasma-(Serum)-Pulver handelt es sich um Hilfsstoffe, die zur Steigerung der Resistenzwirkung gegen Krankheiten, erzielbar in Mischung mit Gallenpulver und Peptidoglykan-enthaltenden Bakterien, verwendet werden können.

Lakritze (Glycyrrhizae glabra) ist eine zur Familie der Hülsenfrüchte gehörende Pflanze, deren Wurzel zur Verwendung gemäß der Erfindung getrocknet und zerstoßen oder pulverisiert werden kann. Der Extrakt daraus ist dunkelbraun und klebrig und besitzt einen besonders süß-bitteren Geschmack. Seine Farbe kann jedoch je nach Extrahierverfahren variieren. Sein Hauptbestandteil ist eine Glycyrrhetinsäure mit einer natürlichen Abtötungswirkung und einer Interferon- Induktivität, deren Wirkung gegen das den Menschen befallende Herpes simplex-Virus breit anerkannt ist. Das Lakritzpulver und dessen in anderen Nahrungsmitteln absorbierter Extrakt kann dem Viehfuttermittel zugegeben werden.

Knoblauchpulver wird aus Knoblauch (Allium ScorodoPrasum L. var. viriparum Regal) durch Trocknen und Pulverisieren der Zehen gewonnen. Das Knoblauchpulver enthält ein Glycosid von Glycominar. Wird es hydrolysiert, so erhält man eine Art flüchtiges Öl, das Schwefel und Diaryldisulfid, eine aromatische Substanz, enthält. Das Knoblauchpulver enthält auch Allicin und zeigt physiologische Wirksamkeit, so etwa eine gesteigerte intestinale Absorption von Vitamin B&sub1;.

Quillajaextrakt ist ein weiß bis hellgelblich-braunes Pulver oder eine braune bis schwarze pastenartige Substanz mit Oberflächenaktivität und wird seit langem als Reinigungsmittel und Schaummittel verwendet. Hauptbestandteil des Quillajaextrakts sind Oligoglycoside wie Triterpensaponine und Steroidsaponine. Zum Erhalt des Quillajaextrakts wird hauptsächlich ein Extrakt aus Quillaja saponaria molina, einem immergrünen Baum aus der Familie der Rosen, verwendet. Wird von diesem Quillajaextrakt Gebrauch gemacht, so kann das Quillajapulver direkt in das Futtermittel gemischt werden, während das pastenartige Quillajapulver vom Futtermittel absorbiert werden kann.

Tierblutplasma (Serum) enthält ein wichtiges Immunglobulin, durch das Tiere gegen einen Befall durch pathogene Mikroben geschützt sind. Bei diesem Immunglobulin handelt es sich um eine Art von Protein, das die Funktionen der befallenden pathogenen Mikroben einschränken oder sie töten kann.

Neugeborene Tiere wie Ferkel und Kälber sind, solange sie gesäugt werden, in extrem geringem Male in der Lage, Immunglobulin zu erzeugen. Daher wird das mit der ersten Muttermilch erhaltene Immunglobulin durch den Intestinaltrakt des Jungtiers absorbiert und durch das Blut im ganzen Körper verteilt, um den Körper gegen Mikroben und Viren zu schützen.

Bei einigen Tieren wird das Immunglobulin von der Plazenta des Muttertiers auf das Blut des Jungtiers durch die Nabelschnur übertragen, um das Jungtier zu schützen, sobald es geboren ist.

Das Immunglobulin, das in mit dem Futterzusatzmittel oral verabreichtem Blutplasma (Serum) enthalten ist, wird durch den Intestinaltrakt des Jungtiers absorbiert und durch das Blut im ganzen Körper verteilt, um den Körper gegen Viren zu schützen, was dem in der ersten Muttermilch enthaltenen Immunglobulin entspricht.

Das nicht durch den Intestinaltrakt absorbierte Immunglobulin kleidet die Schleimhautoberfläche der Instestinalkanäle aus, wodurch der Intestinaltrakt gegen verschiedene eindringende Viren geschützt ist.

Das Futterzusatzmittel der vorliegenden Erfindung enthält geeigneterweise 0,0001 bis 0,01 Gew.-% PG pro Gewichtsprozent Gallenpulver im Futterzusatzmittel. Außerdem kann das Futterzusatzmittel 0,1 bis 2,0 Gew.-% Knoblauchpulver und/oder 0,001 bis 0,1 Gew.-% Glycyrrhetinsäure als Wertstoff der Lakritze oder des Lakritzextrakts und/oder 0,001 bis 0,01 Gew.-% Triterpenoid (Quillaja saponin) als Wertstoff des Quillajaextrakts pro Gewichtsprozent Gallenpulver im Futterzusatzmittel enthalten.

Werden diese Futterzusatzmittel direkt in ein Futtermittel gemischt, so beträgt der Gehalt an Futterzusatzmittel geeigneterweise 0,01 bis 2,0 Gew.-%, bevorzugt 0,05 bis 0,5 Gew.-%, und der Gehalt an Blutplasmapulver geeigneterweise 0,01 bis 5,0 %, bevorzugt 0,1 bis 0,5 %, was von Faktoren wie Gewicht und alter in Tagen des Viehs, Geflügels oder Fisches und der Genießbarkeit des Futtermittels abhängt.

Ein das Futterzusatzmittel der vorliegenden Erfindung enthaltendes Futtermittel enthält geeigneterweise 0,0001 bis 0,01 Gew.-% PG pro Gewichtsprozent Gallenpulver im Futtermittel. Außerdem kann das Futtermittel 0,1 bis 2,0 Gew.-% Knoblauchpulver und/oder 0,001 bis 0,1 Gew.-% Glycyrrhetinsäure als Wertstoff der Lakritze oder des Lakritzextrakts und/oder 0,001 bis 0,01 Gew.-% Triterpenoid (Quillaja saponin) als Wertstoff des Quillajaextrakts pro Gewichtsprozent Gallenpulver im Futtermittel enthalten.

Es können auch andere handelsübliche Stoffe, die als Futtermittel oder Futterzusatzmittel für Vieh, Geflügel und Fisch verkauft werden, zur Zubereitung der Mischung aus Gallenpulver und Blutplasmapulver verwendet werden. Natürlich können auch Vitamine und Mineralien, ebenso wie weitere handelsübliche Stoffe, untergemischt oder zugefügt werden.

Das Futtermittel und Futterzusatzmittel für Vieh, Geflügel und Fisch kann in pulvriger, körniger oder flüssiger Form vorliegen. Sie können entsprechend den Fütterbedingungen und -einrichtungen der Farm ausgewählt werden.

- Pseudorabies oder andere Infektionskrankheiten können durch Aufnahme des Futterzusatzmittels der vorliegenden Erfindung in ein Futtermittel verhindert werden, wodurch sich Gesundheit, Gewichtszunahme und Produktivität des Viehs, Geflügels und Fisches verbessern lassen.

Das Futterzusatzmittel und das Futterzusatzmittel enthaltende Futtermittel gemäß der vorliegenden Erfindung sind sicher und verursachen keinen Sekundärschaden durch Umweltverschmutzung.

Die folgenden Beispiele veranschaulichen die vorliegende Erfindung.

Beispiel 1

Es wurden die Futterzusatzmittel A (mit 30 % Gallenpulver) und B (mit 30 % Gallenpulver und 0,1 % PG) hergestellt und je 0,2 % davon einem handelsüblichen Schweinefutter zugegeben.

In einer Viehfarm mit durch Pseudorabies-Virus infizierten Schweinen, die Husten, Durchfall und eine hohe Sterberate zeigten, wurde eine Gruppe von 10 zweiwöchigen Ferkeln eines durch Pseudorabies-positiven Virus infizierten Mutterschweins mit einem Futtermittel mit Gallenpulver enthaltendem herkömmlichem Futterzusatzmittel A 60 Tage lang gefüttert. Eine entsprechende Gruppe von 10 Ferkeln wurde mit einem Futtermittel mit Gallenpulver und PG enthaltendem herkömmlichen Futterzusatzmittel B gemäß der vorliegenden Erfindung 60 Tage lang gefüttert. Diarrhoe-Rate (Faezes- Zustand), Gewichtszunahme und überlebensrate beider Gruppen wurden verglichen mit einer entsprechenden Gruppe von 10 Ferkeln, die mit herkömmlichem handelsüblichem Futter über denselben Zeitraum gefüttert worden war. Die Ergebnisse sind in Tabelle 1 gezeigt.

Aus der Tabelle ist ersichtlich, daß jene Ferkel, die mit einem Futtermittel mit Gallenpulver und PG enthaltendem herkömmlichen Futterzusatzmittel B gemäß der vorliegenden Erfindung gefüttert worden waren, eine ausgezeichnete Pseudorabies-Resistenz zeigten im Vergleich zu jenen, die mit herkömmlichem Futter oder mit einem Futtermittel mit lediglich Gallenpulver enthaltendem herkömmlichem Futterzusatzmittel A gefüttert worden waren.

Beispiel 2

Es wurden die Futterzusatzmittel A (mit 25,0 % Gallenpulver), B (mit 0,1 % PG), C (mit 25,0 % Gallenpulver, 0,1 % PG und 1,5 % Lakritze) und D (mit 25,0 % Gallenpulver, 0,1 % PG, 10 % Knoblauchpulver und 0,6 % Lakritze) hergestellt und jeweils 0,2 % davon einem herkömmlichen handelsüblichen Futtermittel zugegeben.

In einer Viehfarm mit 90 Säuen, die zu etwa 75 % Pseudorabiespositiv waren und Husten, Durchfall und eine hohe Sterberate zeigten, wurden drei Gruppen von je 20 Pseudorabies-positiven Ferkeln im Alter von 50 bis 60 Tagen mit jeweils denselben herkömmlichen handelsüblichen Futtermitteln, die die Futterzusatzmittel A, B, C oder D enthielten, bis zum Zeitpunkt ihres Transports in ein Schlachthaus gefüttert, zu dem Sterberaten und Raten an zugerichtetem Frischfleisch mit denen von 20 Ferkeln verglichen wurden, die mit einem herkömmlichen handelsüblichen Futtermittel über denselben Zeitraum gefüttert worden waren. Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 gezeigt.

Aus Tabelle 2 ist ersichtlich, daß die Sterberaten in den Gruppen von Ferkeln, die jeweils mit einem Futtermittel mit Gallenpulver und PG enthaltenden Futterzusatzmitteln C oder D gefüttert worden waren, niedriger als die bei jenen Ferkeln waren, die mit einem herkömmlichen Futtermittel, einem Futtermittel mit Gallenpulver enthaltendem Futterzusatzmittel A und einem lediglich PG zu 5,0 bis 20,0 % enthaltendem Futterzusatzmittel B gefüttert worden waren.

Hinsichtlich der Raten an zugerichtetem Frischfleisch zeigten jene, die mit einem Futtermittel mit Futterzusatzmittel C oder D gefüttert worden waren, eine Zunahme von 57,1 % bis 71,4 % gegenüber jenen, die mit herkömmlichem Futtermittel gefüttert worden waren, und eine Zunahme von 22,2 % bis 33,3 % gegenüber jenen, die mit einem Futtermittel mit dem Futterzusatzmittel A oder B gefüttert worden waren.

Futtermittel, die die Futterzusatzmittel A mit Gallenpulver, und Futterzusatzmittel B mit PG enthalten, verbessern die Pseudorabies-Resistenz, doch bewirken Futtermittel, die die Futterzusatzmittel C oder Futterzusatzmittel D gemäß der vorliegenden Erfindung enthalten, eine viel höhere Pseudorabies-Resistenz.

Beispiel 3

Es wurden die Futterzusatzmittel A (mit 12 % Gallenpulver), B (mit 1 % PG), C (12 % Gallenpulver, 0,1 % PG und 10,0 % Knoblauchpulver) und D (12,0 % Gallenpulver, 0,1 % PG, 12,0 % Knoblauchpulver und 0,5 % Lakritze) gemäß der vorliegenden Erfindung hergestellt. Jeweils 0,2 % dieser Futterzusatzmittel wurden einem herkömmlichen handelsüblichen Schweinefutter zugegeben.

Gruppe 1, bestehend aus 10 Pseudorabies-positiven Säuen, wurde mit einem herkömmlichen handelsüblichen Futtermittel ohne Zusatzmittel von der Kopulation über die Gebär- und Entwöhnperiode bis zum Östrus gefüttert.

Gruppe 2, bestehend aus einer entsprechenden Gruppe von 10 Säuen, wurde während desselben Zeitraums mit einem das Futterzusatzmittel A enthaltendem Futtermittel gefüttert.

Gruppe 3, bestehend aus einer entsprechenden Gruppe von 10 Säuen, wurde während desselben Zeitraums mit einem das Futterzusatzmittel B enthaltendem Futtermittel gefüttert.

Gruppe 4, bestehend aus einer entsprechenden Gruppe von 10 Säuen, wurde während desselben Zeitraums mit einem das Futterzusatzmittel C gemäß der vorliegenden Erfindung enthaltendem Futtermittel gefüttert.

Gruppe 5, bestehend aus einer entsprechenden Gruppe von 10 Säuen, wurde während desselben Zeitraums mit einem das Futterzusatzmittel D gemäß der vorliegenden Erfindung enthaltendem Futtermittel gefüttert.

Die Gesamtzahl der fehl- oder totgeborenen Ferkel, die durchschnittliche Zahl der neugeborenen Ferkel, die durchschnittliche Zahl der entwöhnten Ferkel und die Anzahl der Tage von der Entwöhnung bis zum nächsten Östrus wurden innerhalb der 5 Gruppen verglichen. Die Ergebnisse zeigt Tabelle 3.

Tabelle 3 zeigt einen klaren Unterschied zwischen den Gruppen 1 bis 3 und den anderen Gruppen 4 und 5, die mit einem Futtermittel gefüttert wurden, das das Futterzusatzmittel C bzw. D gemäß der vorliegenden Erfindung enthielt, und zwar wie folgt:

In den beiden Fällen der Futterzusatzmittel A, das 12 % Gallenpulver enthielt, und Futterzusatzmittel B, das 0,1 % PG enthielt, war die Gesamtzahl 3 der fehl oder totgeborenen Ferkel auf 1 reduziert, was eine Verminderung von 33,3 % bedeutet. Die durchschnittliche Zahl 9,6 der neugeborenen Ferkel stieg auf 10,3 bzw. 10,8, was einen Zuwachs von 7,3 % bzw. 12,5 % bedeutet. Die durchschnittliche Zahl 6,8 entwöhnter Ferkel stieg auf 9,2 bzw. 10,1, ein Zuwachs von 35,2 % bzw. 48,5 %. Die Zahl der Tage bis zum nächsten Östrus wurde von 6 bis 12 (Durchschnitt: 9) auf 6 bis 10 (Durchschnitt 8, eine Veränderung von -11,1 %) bzw. 5 bis 10 (Durchschnitt 7,5, eine Veränderung von -16,7 %) verkürzt.

In den beiden Fällen der Futterzusatzmittel C und D gemäß der vorliegenden Erfindung jedoch sank die Zahl 3 der fehl- oder totgeborenen Ferkel auf Null, was eine Verbesserung von 100 % bedeutet. Die Zahl 9,6 der neugeborenen Ferkel stieg auf 11,2 bzw. 13,5, was einen Zuwachs von 16,7 % bzw. 40,6 % bedeutet. Die Zahl 6,8 der entwöhnten Ferkel stieg auf 10,4 und 11,9, ein Zuwachs von 52,9 % bzw. 75,0 %. Die Zahl der Tage bis zum nächsten östrus wurde auf 4 bis 9 (Durchschnitt 6,5) bzw. 4 bis 7 (Durchschnitt 5,5) verkürzt, eine Verminderung von 27,8 % bzw. 38,9 %. Diese Wirkung ist dem Futterzusatzmittel gemäß der vorliegenden Erfindung zuzuschreiben. Das Futterzusatzmittel D, das 12 % Gallenpulver, 0,1 % PG, 12,0 % Knoblauchpulver und 0,5 % Lakritze enthält, zeigt das beste Ergebnis.

Die Östrussaison kann durch Gabe von Hormonen, z.B. Prostaglandin, herbeigeführt werden, allerdings tritt sie bei Gabe eines Futtermittels mit einem Futterzusatzmittel gemäß der vorliegenden Erfindung auch ohne Gabe von Hormonen verfrüht ein.

Beispiel 4

Es wurden die Futterzusatzmittel A (mit 12,0 % Gallenpulver und 0,2 % PG), B (mit 12 % Gallenpulver, 0,2 % PG und 20,0 % Knoblauchpulver), C (mit 12,0 % Gallenpulver, 0,2 % PG und 1,0 % Quillajaextrakt) und D (mit 12,0 % Gallenpulver, 0,2 % PG, 20 % Knoblauchpulver und 5,0 % Lakritze) hergestellt und jeweils 0,2 % davon einem herkömmlichen handelsüblichen Futtermittel zugegeben.

In einer Viehfarm mit hoher Sterberate und geringer Ertragsfähigkeit wurden 4 Gruppen von 10 Ferkeln im alter von 10 bis 15 Tagen über 50 Tage hinweg mit Futtermitteln gefüttert, die die Futterzusatzmittel A, B, C oder D enthielten. Dann wurden Faezes, Gewichtszunahme und überlebensrate der Ferkelgruppen verglichen mit einer anderen Gruppe von 10 Ferkeln, die mit herkömmlichem Futter gefüttert worden waren. Tabelle 4 zeigt die Ergebnisse.

In diesem Fall zeigten jene Gruppen von Ferkeln, die mit einem Futtermittel mit Futterzusatzmittel A, B, C oder D gefüttert worden waren, ausgezeichnete Ergebnisse im Vergleich zu der mit herkömmlichem Futter gefütterten Gruppe. Das Futterzusatzmittel mit Gallenpulver und PG zeigte ausreichende Wirkung, doch eine bessere Wirkung wurde bei Verwendung eines Futtermittels mit dem Futterzusatzmittel bestehend aus Gallenpulver, PG, Knoblauchpulver und Lakritze erzielt.

Beispiel 5

Es wurden die Futterzusatzmittel A (mit 16 % Gallenpulver und 0,01 % PG) und B (mit 16 % Gallenpulver, 0,01 % PG und 1 % Lakritze) hergestellt und jeweils 0,5 % davon einem herkömmlichen handelsüblichen Futtermittel zugegeben.

Drei Gruppen von je 20 neugeborenen Küken der Rasse Shaver layer wurden jeweils 35 Tage lang mit einem herkömmlichen handelsüblichen Futter, einem Futter mit Futterzusatzmittel A und einem Futter mit Futterzusatzmittel B gefüttert. Hinsichtlich der Förderung der humoralen Immunität wurden die Immunglobulinwerte IgG der Gruppen mittels eines Einzelradial- Immundiffusionsverfahrens gemessen und miteinander verglichen.

Auch wurde ein Vergleich der während des zuvor genannten Experiments in den Gruppen aufgetretenen Sterberaten angestellt. Die Ergebnisse zeigt Tabelle 5.

Die mit einem Futtermittel mit Futterzusatzmittel A gefütterte Gruppe zeigt bessere Ergebnisse als die mit einem herkömmlichen handelsüblichen Futter gefütterte Gruppe. Die mit einem Futtermittel mit Futterzusatzmittel B gefütterte Gruppe zeigt viel bessere Ergebenisse als alle anderen.

Beispiel 6

Es wurde ein Futterzusatzmittel mit 12,0 % Gallenpulver, 0,1 % PG und 10,0 % Knoblauchpulver hergestellt, und 0,1 % davon wurden einem handelsüblichen Futter für Regenbogenforellen zugegeben. Zwei Gruppen von 11 Regenbogenforellen wurden drei Wochen lang mit einem Futtermittel plus Futterzusatzmittel bzw. mit einem handelsüblichen Futter gefüttert. Die Wassertemperatur des Beckens betrug 15ºC. Jeder Gruppe wurden täglich 12 g des Futters gegeben. Dann wurden die Gruppen auf eine Lysozymaktivität, ein Index der Resistenz gegen Erkrankungen Fischen, hin untersucht. Die Ergebnisse zeigt Tabelle 6.

Die Gruppe der mit einem Futtermittel mit dem Futterzusatzmittel gemäß der vorliegenen Erfindung gefütterten Regenbogenforellen zeigte eine bessere Resistenz gegen Erkrankungen als die mit dem handelsüblichen Futter gefütterte Vergleichsgruppe. Erstere Gruppe zeigte eine um 14 % höhere Lysozymaktivität als letztere Gruppe.

Tabelle 1
Gruppe Gewichtszunahme Diarrhoe Überlebensrate % herkömml. Futtermittel Futter mit Gallenpulver enthaltendem Futterzusatzmittel A Futter mit Gallenpulver und PG enthaltendem Futterzusatzmittel B gemäß der vorliegenden Erfindung

Gewichtszunahme: Durchschnittliche Gewichtszunahme von 6 mit herkömmlichem Futter gefütterten Ferkeln, die überlebten.

Diarrhoe: jedes Ferkel wurde bei wässrigen Faezes mit 1 bewertet, wobei die Durchschnitte berechnet wurden, indem durchschnittl. 6 überlebende für 60 Tage als eine Wertung von 100 zugrundegelegt wurden.

Tabelle 2 (getestet: Gruppen von 20 Ferkeln)
Gruppe Sterberate (% / Tote) zugerichtetes Frischfleisch (% der Gesamtzahl) herkömml. Futtermittel Futterzusatzmittel A mit Gallenpulver vorliegende Erfindung Knoblauchpulv. 10%, Lakritze 0,6% verglichen mit Futterzusätzen A und B
Tabelle 3 (getestet: Gruppen von 10 Säuen)
Gruppe fehl- od. totgebor. Ferkel (% Veränd.) Geburtendurchschn. d. Ferkel (% Veränd) entwöhnte Ferkel (% Veränd) Tage bis nächster Östrus (Durchschn./% Veränd.) herkömml. Futt. + 0,2% Futterzusatzmittel A mit Gallenpulv. 12% vorliegende Erfindung Knoblauchpulv. Lakritze
Tabelle 4 (getestet: Gruppen von 10 Ferkeln)
Gruppe Gewichtszunahme Diarrhoe Überlebensrate % (überlebt) herkömml. Futtermittel vorliegende Erfindung + 0,2% Futterzusatzmittel A mit Gallenpulver Knoblauchpulver Quillajaextrakt 1,0% Lakritze

Gewichtszunahme: Eine durchschnittliche Gewichtszunahme in 50 Tagen von 7 Überlebenden wurde als Wertung 100 zugrundegelegt.

Diarrhoe: jedes Ferkel wurde bei wässrigen Faezes mit 1 bewertet, wobei die Durchschnitte berechnet wurden, indem durchschnittl. 7 Überlebende für 50 Tage als eine Wertung von 100 zugrundegelegt wurden.

Tabelle 5 (getestet: Gruppen von 20 Küken)
Gruppe Serum IgG Gehalt Sterberate % (Tote) herkömml. Futtermittel vorliegende Erfindung Futterzusatzmittel A mit Gallenpulver Lakritze * Drei starben an infektiöser Bursa-Erkrankung, IBD
Tabelle 6
Lysozymaktivität (ug/ml) herkömml. Futtermittel Futtermittel mit Futterzusatzmittel gemäß der vorliegenden Erfindung


Anspruch[de]

1. Futterzusatzmittel für Vieh, Geflügel und Fisch, welches Gallenpulver und ein Bakterienpulver umfaßt, das Peptidoglykan enthält.

2. Futterzusatzmittel gemäß Anspruch 1, welches außerdem mindestens eines aus Tierblutplasma-(Serum)-Pulver, Knoblauchpulver, Lakritze, Lakritzextrakt und Quillajaextrakt umfaßt.

3. Futter für Vieh, Geflügel und Fisch, umfassend ein Futterzusatzmittel nach Anspruch 1 oder 2.







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