Die vorliegende Erfindung betrifft ein Futtermittel und
Futterzusatzmittel für Vieh, Geflügel und Fisch zur
Verbesserung der Resistenz gegen Krankheiten, z.B.
Pseudorabies-Resistenz, welche sichere und natürliche
Substanzen mit gesundheitsfördernden und gewichtssteigernden
Wirkungen umfaßt.
Bei Pseudorabies handelt es sich um eine akute
Infektionserkrankung, ausgelöst durch eine Art des
Herpesvirus, die Aujeszky-Krankheit nach dem Entdecker des
Virus genannt wird.
Die Erkrankung äußert sich in einem lokalen und intensiven
Juckreiz-Symptom bei den infizierten Tieren wie Rinder,
Pferde, Ziegen, Schafe, Kaninchen, Hunde, Katzen, Nerze,
Füchse, Ratten, u.a. außer Schweine. Durch die Erkrankung
werden Mark, Schlund und Maul paralysiert, und es treten
Speichelfluß, Atemnot, abnormaler Herzschlag und
Herzstillstand auf. Zuchtschweine werden leicht infiziert,
doch erholen sich nahezu alle von der Erkrankung. In Gegenden
mit hoher Luftfeuchtigkeit tritt bei vielen infizierten
Schweinen mit einem Gewicht von 30 bis 80 kg die Komplikation
einer Lungenentzündung auf und sie sterben. Die Sterberate
aufgrund der Krankheit ist bei Ferkeln allgemein hoch.
Bei Vieh, Geflügel und Fisch ist die durch verschiedene
Krankheiten aufgrund schlechter hygienischer Verhältnisse
verursachte wirtschaftliche Einbuße sehr hoch. Besonders im
Bereich der Schweinezucht, die im Umfang jahrlich zunimmt,
bedeutet eine Sterberate von 1 % oder ein Produktverlust an
zugerichtetem Frischfleisch von einigen Prozent eine
ernsthafte Einbuße.
So beträgt beispielsweise bei einer Viehfarm mit 100
weiblichen Schweinen, von denen jedes zweimal jahrlich 12
Ferkel wirft, die jahrliche Gesamtproduktion der Farm 2400
Ferkel. Verliert jedoch jede Sau bei jedem Wurf drei Ferkel,
so gehen insgesamt 600 Ferkel verloren. Beträgt der Preis pro
Ferkel 10.000 beim Verkauf an das Schlachthaus, so bedeutet
dies einen Verlust von 6.000.000 pro Jahr. Folglich ist
Gesundheitskontrolle bei Ferkeln ein wichtiger Faktor in der
Verwaltung einer Viehfarm.
Zeigen Ferkel ein Symptom der Aujeszky-Krankheit, so muß man
sie zur Vermeidung einer Ansteckung der gesunden Ferkel sofort
von diesen isolieren oder sich ihrer ganz entledigen. In engen
Schweinekoben gehaltene nicht-infizierte Ferkel müssen in
größere Koben verlegt werden. Infizierte Säue, Koben,
Utensilien, Futtermittel u.s.w. müssen zur Vermeidung einer
Ansteckung desinfiziert werden. Den infizierten Ferkeln müssen
zur Vermeidung von Komplikationen in den Atemwegen, wie z.B.
Lungenentzündung, große Mengen Antibiotika, synthetische
antimikrobielle Substanzen, Vitamine, Mineralien oder eutrophe
Medikamente verabreicht werden.
Weiterhin wurden abgeschwächte Impfstoffe oder inaktive
Impfstoffe experimentell dosiert.
Eine exzessive Medikation zeigt keine ausreichende Wirkung und
führt aufgrund des Vorhandenseins von Medikamentrückständen zu
gemindertem Handelswert der Viehprodukte und verminderter
Sicherheit.
Eine Impfvorsorge verhindert Erkrankungen, doch bietet sie
keinen Schutz gegen Wildformen des Krankheitserregers.
In Viehfarmen ist es unmöglich, alle Krankheiten
(einschließlich Pseudorabies) durch den Einsatz von Impfungen
und Antibiotika zu bannen. Wäre es aber möglich, so würde dies
viele Arten von Medikamenten und einen sehr großen
finanziellen Aufwand erfordern. aus JP 62-265 231 ist bekannt,
daß ein Futterzusatzmittel, welches Peptidoglykan umfaßt, das
Auftreten von Infektionen bei Ferkeln vermindern kann.
Die vorliegende Erfindung wurde in Anbetracht der oben
beschriebenen Situation entwickelt und stellt ein Futtermittel
und Futterzusatzmittel bereit, das die Gesundheit von Vieh,
Geflügel und Fisch verbessern und daher die wirtschaftliche
Einbuße aufgrund von Infektionskrankheiten einschließlich
Pseudorabies vermindern kann, indem es die physischen
Funktionen stärkt und die Resistenz gegen Krankheiten bei
Vieh, Geflügel und Fisch steigert.
Es wurde festgestellt, dar die Verwendung eines Futtermittels,
das Gallenpulver und Bakterienpulver mit einer bestimmten
Menge Peptidoglykan enthält, zur Verminderung des Auftretens
von Infektionen und zur Verbesserung des Ertrags durch
zugerichtetes Frischfleisch beiträgt.
Daher stellt die vorliegene Erfindung ein Futterzusatzmittel
für Vieh, Geflügel und Fisch bereit, welches Gallenpulver und
Bakterienpulver umfaßt, das Peptidoglykan enthält.
Das Futterzusatzmittel kann auch mindestens eines aus
Tierblutplasma-(Serum)-Pulver, Knoblauchpulver, Lakritze,
Lakritzextrakt und Quillajaextrakt umfassen.
Die vorliegende Erfindung stellt auch ein Futtermittel für
Vieh, Geflügel und Fisch bereit, das dieses Futterzusatzmittel
umfaßt.
Die hierin verwendete Bezeichnung "Vieh" umfaßt beispielsweise
Schweine, Rinder, Pferde, Ziegen, Schafe, Wild, Hunde, Katzen
und einige Nagetiere. Die hierin verwendete Bezeichnung
"Geflügel" umfaßt z.B. Hähnchen, Hennen, Wachteln, Truthähne
und Perlhühner. Die hierin verwendete Bezeichnung "Fisch"
umfaßt z.B. Karpfen, Regenbogenforellen, Ayus (Süßfische),
Aale, Tilapias, Meeraale, Lachse, Forellen, rote Meerbrassen,
Gelbschwänze, Flundern, Kugelfische und Garnelen.
Das Gallenpulver kann direkt durch Pulverisieren eines in den
Gallenblasen von Rind und Schwein enthaltenen Gallenelements
erhalten werden. Ein Teil davon wird durch Pulverisieren der
Gallenblasen nach Extraktion mittels eines alkoholischen
Extraktionsverfahrens erhalten. Die Hauptinhaltsstoffe im
zuvorgenannten Futterzusatzmittel sind Cholsäure und
Desoxycholsäure. Im Gallenpulver sind zu etwa 50 % Cholsäuren
enthalten.
Verschiedene gereinigte Produkte der Cholsäure, die in einer
Gallenpulverzusammensetzung enthalten sind, werden als
Heilmittel für die menschliche Galle und als
Sekretionsbeschleuniger von Verdauungsenzymen und
Verdauungssäften verwendet.
Das Gallenpulver hat dieselbe oder eine bessere Wirkung gegen
Viren wie die durch Extraktion oder Reinigung des
Gallenpulvers erhaltenen Cholsäuren. Daher ist es
wirtschaftlich gesehen sinnvoller, das Gallenpulver anstelle
der aus Gallenpulver extrahierten oder gereinigten Cholsäuren
zu verwenden.
Die Zellwand grampositiver Bakterien enthält ein sackförmiges
Peptidoglykan (im folgenden wird die Abkürzung "PG"
verwendet), das hauptsächlich Polysaccharide oder durch
kovalente Bindungen verknüpfte Teichonsäuren enthält. Die
Zellwand grampositiver Bakterien umgrenzt eine zytoplasmische
Membran, um deren Funktion vor äußeren Stimulansobjekten zu
schützen. Davon ist besonders der Anteil des Peptidoglykan
wichtig, denn er steigert die Immunwirkung und stützt die
strukturelle Form.
Im Peptidoglykan (PG) bilden Tetrapeptide, "Peptid-
Untereinheiten" genannt, eine netzartige Maschenstruktur
zwischen Glykanketten, die aus einem reziproken Polymer aus
N-Acetylglucosamin und N-Acetylmuraminsäure bestehen. Das
Peptidoglykan verfügt über verschiedene Bioaktivitäten; dabei
ist N-Acetylmuramyl-L-Ala-D iso Glu (MDP) die mindestwirksame
Struktur, die die biologischen
Reaktionsmodifikationsfunktionen fördert. PG und MDP aktivieren T-Zellen und
B-Zellen, wirken aber nicht direkt auf Lymphozyten ein. Sie
aktivieren jedoch Makrophagen (M ), wodurch diese einen
Lymphozyt-aktivierenden Faktor (IL-1) als Primärziel abgeben.
Folglich wird die T-Zelle dazu aktiviert, die B-Zelle zu
aktivieren. Entsprechend kann eine Immunwirkung auf Vieh,
Geflügel und Fisch durch Zugabe grampositiver Bakterien zum
Futtermittel erzielt werden, wobei die Kapsel an der
Oberfläche der grampositiven Bakterien eliminiert wird, damit
das Peptidoglykan freiliegt.
Bei Lakritze, Lakritzextrakten, Knoblauchpulver,
Quillajaextrakt und Tierblutplasma-(Serum)-Pulver handelt es
sich um Hilfsstoffe, die zur Steigerung der Resistenzwirkung
gegen Krankheiten, erzielbar in Mischung mit Gallenpulver und
Peptidoglykan-enthaltenden Bakterien, verwendet werden können.
Lakritze (Glycyrrhizae glabra) ist eine zur Familie der
Hülsenfrüchte gehörende Pflanze, deren Wurzel zur Verwendung
gemäß der Erfindung getrocknet und zerstoßen oder pulverisiert
werden kann. Der Extrakt daraus ist dunkelbraun und klebrig
und besitzt einen besonders süß-bitteren Geschmack. Seine
Farbe kann jedoch je nach Extrahierverfahren variieren. Sein
Hauptbestandteil ist eine Glycyrrhetinsäure mit einer
natürlichen Abtötungswirkung und einer Interferon-
Induktivität, deren Wirkung gegen das den Menschen befallende
Herpes simplex-Virus breit anerkannt ist. Das Lakritzpulver
und dessen in anderen Nahrungsmitteln absorbierter Extrakt
kann dem Viehfuttermittel zugegeben werden.
Knoblauchpulver wird aus Knoblauch (Allium ScorodoPrasum L.
var. viriparum Regal) durch Trocknen und Pulverisieren der
Zehen gewonnen. Das Knoblauchpulver enthält ein Glycosid von
Glycominar. Wird es hydrolysiert, so erhält man eine Art
flüchtiges Öl, das Schwefel und Diaryldisulfid, eine
aromatische Substanz, enthält. Das Knoblauchpulver enthält
auch Allicin und zeigt physiologische Wirksamkeit, so etwa
eine gesteigerte intestinale Absorption von Vitamin B&sub1;.
Quillajaextrakt ist ein weiß bis hellgelblich-braunes Pulver
oder eine braune bis schwarze pastenartige Substanz mit
Oberflächenaktivität und wird seit langem als Reinigungsmittel
und Schaummittel verwendet. Hauptbestandteil des
Quillajaextrakts sind Oligoglycoside wie Triterpensaponine und
Steroidsaponine. Zum Erhalt des Quillajaextrakts wird
hauptsächlich ein Extrakt aus Quillaja saponaria molina, einem
immergrünen Baum aus der Familie der Rosen, verwendet. Wird
von diesem Quillajaextrakt Gebrauch gemacht, so kann das
Quillajapulver direkt in das Futtermittel gemischt werden,
während das pastenartige Quillajapulver vom Futtermittel
absorbiert werden kann.
Tierblutplasma (Serum) enthält ein wichtiges Immunglobulin,
durch das Tiere gegen einen Befall durch pathogene Mikroben
geschützt sind. Bei diesem Immunglobulin handelt es sich um
eine Art von Protein, das die Funktionen der befallenden
pathogenen Mikroben einschränken oder sie töten kann.
Neugeborene Tiere wie Ferkel und Kälber sind, solange sie
gesäugt werden, in extrem geringem Male in der Lage,
Immunglobulin zu erzeugen. Daher wird das mit der ersten
Muttermilch erhaltene Immunglobulin durch den Intestinaltrakt
des Jungtiers absorbiert und durch das Blut im ganzen Körper
verteilt, um den Körper gegen Mikroben und Viren zu schützen.
Bei einigen Tieren wird das Immunglobulin von der Plazenta des
Muttertiers auf das Blut des Jungtiers durch die Nabelschnur
übertragen, um das Jungtier zu schützen, sobald es geboren
ist.
Das Immunglobulin, das in mit dem Futterzusatzmittel oral
verabreichtem Blutplasma (Serum) enthalten ist, wird durch den
Intestinaltrakt des Jungtiers absorbiert und durch das Blut im
ganzen Körper verteilt, um den Körper gegen Viren zu schützen,
was dem in der ersten Muttermilch enthaltenen Immunglobulin
entspricht.
Das nicht durch den Intestinaltrakt absorbierte Immunglobulin
kleidet die Schleimhautoberfläche der Instestinalkanäle aus,
wodurch der Intestinaltrakt gegen verschiedene eindringende
Viren geschützt ist.
Das Futterzusatzmittel der vorliegenden Erfindung enthält
geeigneterweise 0,0001 bis 0,01 Gew.-% PG pro Gewichtsprozent
Gallenpulver im Futterzusatzmittel. Außerdem kann das
Futterzusatzmittel 0,1 bis 2,0 Gew.-% Knoblauchpulver und/oder
0,001 bis 0,1 Gew.-% Glycyrrhetinsäure als Wertstoff der
Lakritze oder des Lakritzextrakts und/oder 0,001 bis 0,01
Gew.-% Triterpenoid (Quillaja saponin) als Wertstoff des
Quillajaextrakts pro Gewichtsprozent Gallenpulver im
Futterzusatzmittel enthalten.
Werden diese Futterzusatzmittel direkt in ein Futtermittel
gemischt, so beträgt der Gehalt an Futterzusatzmittel
geeigneterweise 0,01 bis 2,0 Gew.-%, bevorzugt 0,05 bis
0,5 Gew.-%, und der Gehalt an Blutplasmapulver geeigneterweise
0,01 bis 5,0 %, bevorzugt 0,1 bis 0,5 %, was von Faktoren wie
Gewicht und alter in Tagen des Viehs, Geflügels oder Fisches
und der Genießbarkeit des Futtermittels abhängt.
Ein das Futterzusatzmittel der vorliegenden Erfindung
enthaltendes Futtermittel enthält geeigneterweise 0,0001 bis
0,01 Gew.-% PG pro Gewichtsprozent Gallenpulver im
Futtermittel. Außerdem kann das Futtermittel 0,1 bis
2,0 Gew.-% Knoblauchpulver und/oder 0,001 bis 0,1 Gew.-%
Glycyrrhetinsäure als Wertstoff der Lakritze oder des
Lakritzextrakts und/oder 0,001 bis 0,01 Gew.-% Triterpenoid
(Quillaja saponin) als Wertstoff des Quillajaextrakts pro
Gewichtsprozent Gallenpulver im Futtermittel enthalten.
Es können auch andere handelsübliche Stoffe, die als
Futtermittel oder Futterzusatzmittel für Vieh, Geflügel und
Fisch verkauft werden, zur Zubereitung der Mischung aus
Gallenpulver und Blutplasmapulver verwendet werden. Natürlich
können auch Vitamine und Mineralien, ebenso wie weitere
handelsübliche Stoffe, untergemischt oder zugefügt werden.
Das Futtermittel und Futterzusatzmittel für Vieh, Geflügel und
Fisch kann in pulvriger, körniger oder flüssiger Form
vorliegen. Sie können entsprechend den Fütterbedingungen
und -einrichtungen der Farm ausgewählt werden.
- Pseudorabies oder andere Infektionskrankheiten können durch
Aufnahme des Futterzusatzmittels der vorliegenden Erfindung in
ein Futtermittel verhindert werden, wodurch sich Gesundheit,
Gewichtszunahme und Produktivität des Viehs, Geflügels und
Fisches verbessern lassen.
Das Futterzusatzmittel und das Futterzusatzmittel enthaltende
Futtermittel gemäß der vorliegenden Erfindung sind sicher und
verursachen keinen Sekundärschaden durch Umweltverschmutzung.
Die folgenden Beispiele veranschaulichen die vorliegende
Erfindung.
Beispiel 1
Es wurden die Futterzusatzmittel A (mit 30 % Gallenpulver) und
B (mit 30 % Gallenpulver und 0,1 % PG) hergestellt und je 0,2
% davon einem handelsüblichen Schweinefutter zugegeben.
In einer Viehfarm mit durch Pseudorabies-Virus infizierten
Schweinen, die Husten, Durchfall und eine hohe Sterberate
zeigten, wurde eine Gruppe von 10 zweiwöchigen Ferkeln eines
durch Pseudorabies-positiven Virus infizierten Mutterschweins
mit einem Futtermittel mit Gallenpulver enthaltendem
herkömmlichem Futterzusatzmittel A 60 Tage lang gefüttert.
Eine entsprechende Gruppe von 10 Ferkeln wurde mit einem
Futtermittel mit Gallenpulver und PG enthaltendem
herkömmlichen Futterzusatzmittel B gemäß der vorliegenden
Erfindung 60 Tage lang gefüttert. Diarrhoe-Rate (Faezes-
Zustand), Gewichtszunahme und überlebensrate beider Gruppen
wurden verglichen mit einer entsprechenden Gruppe von 10
Ferkeln, die mit herkömmlichem handelsüblichem Futter über
denselben Zeitraum gefüttert worden war. Die Ergebnisse sind
in Tabelle 1 gezeigt.
Aus der Tabelle ist ersichtlich, daß jene Ferkel, die mit
einem Futtermittel mit Gallenpulver und PG enthaltendem
herkömmlichen Futterzusatzmittel B gemäß der vorliegenden
Erfindung gefüttert worden waren, eine ausgezeichnete
Pseudorabies-Resistenz zeigten im Vergleich zu jenen, die mit
herkömmlichem Futter oder mit einem Futtermittel mit lediglich
Gallenpulver enthaltendem herkömmlichem Futterzusatzmittel A
gefüttert worden waren.
Beispiel 2
Es wurden die Futterzusatzmittel A (mit 25,0 % Gallenpulver),
B (mit 0,1 % PG), C (mit 25,0 % Gallenpulver, 0,1 % PG und 1,5
% Lakritze) und D (mit 25,0 % Gallenpulver, 0,1 % PG, 10 %
Knoblauchpulver und 0,6 % Lakritze) hergestellt und jeweils
0,2 % davon einem herkömmlichen handelsüblichen Futtermittel
zugegeben.
In einer Viehfarm mit 90 Säuen, die zu etwa 75 %
Pseudorabiespositiv waren und Husten, Durchfall und eine hohe Sterberate
zeigten, wurden drei Gruppen von je 20 Pseudorabies-positiven
Ferkeln im Alter von 50 bis 60 Tagen mit jeweils denselben
herkömmlichen handelsüblichen Futtermitteln, die die
Futterzusatzmittel A, B, C oder D enthielten, bis zum
Zeitpunkt ihres Transports in ein Schlachthaus gefüttert, zu
dem Sterberaten und Raten an zugerichtetem Frischfleisch mit
denen von 20 Ferkeln verglichen wurden, die mit einem
herkömmlichen handelsüblichen Futtermittel über denselben
Zeitraum gefüttert worden waren. Die Ergebnisse sind in
Tabelle 2 gezeigt.
Aus Tabelle 2 ist ersichtlich, daß die Sterberaten in den
Gruppen von Ferkeln, die jeweils mit einem Futtermittel mit
Gallenpulver und PG enthaltenden Futterzusatzmitteln C oder D
gefüttert worden waren, niedriger als die bei jenen Ferkeln
waren, die mit einem herkömmlichen Futtermittel, einem
Futtermittel mit Gallenpulver enthaltendem Futterzusatzmittel
A und einem lediglich PG zu 5,0 bis 20,0 % enthaltendem
Futterzusatzmittel B gefüttert worden waren.
Hinsichtlich der Raten an zugerichtetem Frischfleisch zeigten
jene, die mit einem Futtermittel mit Futterzusatzmittel C oder
D gefüttert worden waren, eine Zunahme von 57,1 % bis 71,4 %
gegenüber jenen, die mit herkömmlichem Futtermittel gefüttert
worden waren, und eine Zunahme von 22,2 % bis 33,3 % gegenüber
jenen, die mit einem Futtermittel mit dem Futterzusatzmittel A
oder B gefüttert worden waren.
Futtermittel, die die Futterzusatzmittel A mit Gallenpulver,
und Futterzusatzmittel B mit PG enthalten, verbessern die
Pseudorabies-Resistenz, doch bewirken Futtermittel, die die
Futterzusatzmittel C oder Futterzusatzmittel D gemäß der
vorliegenden Erfindung enthalten, eine viel höhere
Pseudorabies-Resistenz.
Beispiel 3
Es wurden die Futterzusatzmittel A (mit 12 % Gallenpulver), B
(mit 1 % PG), C (12 % Gallenpulver, 0,1 % PG und 10,0 %
Knoblauchpulver) und D (12,0 % Gallenpulver, 0,1 % PG, 12,0 %
Knoblauchpulver und 0,5 % Lakritze) gemäß der vorliegenden
Erfindung hergestellt. Jeweils 0,2 % dieser Futterzusatzmittel
wurden einem herkömmlichen handelsüblichen Schweinefutter
zugegeben.
Gruppe 1, bestehend aus 10 Pseudorabies-positiven Säuen, wurde
mit einem herkömmlichen handelsüblichen Futtermittel ohne
Zusatzmittel von der Kopulation über die Gebär- und
Entwöhnperiode bis zum Östrus gefüttert.
Gruppe 2, bestehend aus einer entsprechenden Gruppe von
10 Säuen, wurde während desselben Zeitraums mit einem das
Futterzusatzmittel A enthaltendem Futtermittel gefüttert.
Gruppe 3, bestehend aus einer entsprechenden Gruppe von
10 Säuen, wurde während desselben Zeitraums mit einem das
Futterzusatzmittel B enthaltendem Futtermittel gefüttert.
Gruppe 4, bestehend aus einer entsprechenden Gruppe von
10 Säuen, wurde während desselben Zeitraums mit einem das
Futterzusatzmittel C gemäß der vorliegenden Erfindung
enthaltendem Futtermittel gefüttert.
Gruppe 5, bestehend aus einer entsprechenden Gruppe von
10 Säuen, wurde während desselben Zeitraums mit einem das
Futterzusatzmittel D gemäß der vorliegenden Erfindung
enthaltendem Futtermittel gefüttert.
Die Gesamtzahl der fehl- oder totgeborenen Ferkel, die
durchschnittliche Zahl der neugeborenen Ferkel, die
durchschnittliche Zahl der entwöhnten Ferkel und die Anzahl
der Tage von der Entwöhnung bis zum nächsten Östrus wurden
innerhalb der 5 Gruppen verglichen. Die Ergebnisse zeigt
Tabelle 3.
Tabelle 3 zeigt einen klaren Unterschied zwischen den Gruppen
1 bis 3 und den anderen Gruppen 4 und 5, die mit einem
Futtermittel gefüttert wurden, das das Futterzusatzmittel C
bzw. D gemäß der vorliegenden Erfindung enthielt, und zwar wie
folgt:
In den beiden Fällen der Futterzusatzmittel A, das 12 %
Gallenpulver enthielt, und Futterzusatzmittel B, das 0,1 % PG
enthielt, war die Gesamtzahl 3 der fehl oder totgeborenen
Ferkel auf 1 reduziert, was eine Verminderung von 33,3 %
bedeutet. Die durchschnittliche Zahl 9,6 der neugeborenen
Ferkel stieg auf 10,3 bzw. 10,8, was einen Zuwachs von 7,3 %
bzw. 12,5 % bedeutet. Die durchschnittliche Zahl 6,8
entwöhnter Ferkel stieg auf 9,2 bzw. 10,1, ein Zuwachs von
35,2 % bzw. 48,5 %. Die Zahl der Tage bis zum nächsten Östrus
wurde von 6 bis 12 (Durchschnitt: 9) auf 6 bis 10
(Durchschnitt 8, eine Veränderung von -11,1 %) bzw. 5 bis 10
(Durchschnitt 7,5, eine Veränderung von -16,7 %) verkürzt.
In den beiden Fällen der Futterzusatzmittel C und D gemäß der
vorliegenden Erfindung jedoch sank die Zahl 3 der fehl- oder
totgeborenen Ferkel auf Null, was eine Verbesserung von 100 %
bedeutet. Die Zahl 9,6 der neugeborenen Ferkel stieg auf 11,2
bzw. 13,5, was einen Zuwachs von 16,7 % bzw. 40,6 % bedeutet.
Die Zahl 6,8 der entwöhnten Ferkel stieg auf 10,4 und 11,9,
ein Zuwachs von 52,9 % bzw. 75,0 %. Die Zahl der Tage bis zum
nächsten östrus wurde auf 4 bis 9 (Durchschnitt 6,5) bzw.
4 bis 7 (Durchschnitt 5,5) verkürzt, eine Verminderung von
27,8 % bzw. 38,9 %. Diese Wirkung ist dem Futterzusatzmittel
gemäß der vorliegenden Erfindung zuzuschreiben. Das
Futterzusatzmittel D, das 12 % Gallenpulver, 0,1 % PG, 12,0 %
Knoblauchpulver und 0,5 % Lakritze enthält, zeigt das beste
Ergebnis.
Die Östrussaison kann durch Gabe von Hormonen, z.B.
Prostaglandin, herbeigeführt werden, allerdings tritt sie bei
Gabe eines Futtermittels mit einem Futterzusatzmittel gemäß
der vorliegenden Erfindung auch ohne Gabe von Hormonen
verfrüht ein.
Beispiel 4
Es wurden die Futterzusatzmittel A (mit 12,0 % Gallenpulver
und 0,2 % PG), B (mit 12 % Gallenpulver, 0,2 % PG und 20,0 %
Knoblauchpulver), C (mit 12,0 % Gallenpulver, 0,2 % PG und
1,0 % Quillajaextrakt) und D (mit 12,0 % Gallenpulver, 0,2 %
PG, 20 % Knoblauchpulver und 5,0 % Lakritze) hergestellt und
jeweils 0,2 % davon einem herkömmlichen handelsüblichen
Futtermittel zugegeben.
In einer Viehfarm mit hoher Sterberate und geringer
Ertragsfähigkeit wurden 4 Gruppen von 10 Ferkeln im alter von
10 bis 15 Tagen über 50 Tage hinweg mit Futtermitteln
gefüttert, die die Futterzusatzmittel A, B, C oder D
enthielten. Dann wurden Faezes, Gewichtszunahme und
überlebensrate der Ferkelgruppen verglichen mit einer anderen
Gruppe von 10 Ferkeln, die mit herkömmlichem Futter gefüttert
worden waren. Tabelle 4 zeigt die Ergebnisse.
In diesem Fall zeigten jene Gruppen von Ferkeln, die mit einem
Futtermittel mit Futterzusatzmittel A, B, C oder D gefüttert
worden waren, ausgezeichnete Ergebnisse im Vergleich zu der
mit herkömmlichem Futter gefütterten Gruppe. Das
Futterzusatzmittel mit Gallenpulver und PG zeigte ausreichende
Wirkung, doch eine bessere Wirkung wurde bei Verwendung eines
Futtermittels mit dem Futterzusatzmittel bestehend aus
Gallenpulver, PG, Knoblauchpulver und Lakritze erzielt.
Beispiel 5
Es wurden die Futterzusatzmittel A (mit 16 % Gallenpulver und
0,01 % PG) und B (mit 16 % Gallenpulver, 0,01 % PG und 1 %
Lakritze) hergestellt und jeweils 0,5 % davon einem
herkömmlichen handelsüblichen Futtermittel zugegeben.
Drei Gruppen von je 20 neugeborenen Küken der Rasse Shaver
layer wurden jeweils 35 Tage lang mit einem herkömmlichen
handelsüblichen Futter, einem Futter mit Futterzusatzmittel A
und einem Futter mit Futterzusatzmittel B gefüttert.
Hinsichtlich der Förderung der humoralen Immunität wurden die
Immunglobulinwerte IgG der Gruppen mittels eines Einzelradial-
Immundiffusionsverfahrens gemessen und miteinander verglichen.
Auch wurde ein Vergleich der während des zuvor genannten
Experiments in den Gruppen aufgetretenen Sterberaten
angestellt. Die Ergebnisse zeigt Tabelle 5.
Die mit einem Futtermittel mit Futterzusatzmittel A gefütterte
Gruppe zeigt bessere Ergebnisse als die mit einem
herkömmlichen handelsüblichen Futter gefütterte Gruppe. Die
mit einem Futtermittel mit Futterzusatzmittel B gefütterte
Gruppe zeigt viel bessere Ergebenisse als alle anderen.
Beispiel 6
Es wurde ein Futterzusatzmittel mit 12,0 % Gallenpulver, 0,1 %
PG und 10,0 % Knoblauchpulver hergestellt, und 0,1 % davon
wurden einem handelsüblichen Futter für Regenbogenforellen
zugegeben. Zwei Gruppen von 11 Regenbogenforellen wurden drei
Wochen lang mit einem Futtermittel plus Futterzusatzmittel
bzw. mit einem handelsüblichen Futter gefüttert. Die
Wassertemperatur des Beckens betrug 15ºC. Jeder Gruppe wurden
täglich 12 g des Futters gegeben. Dann wurden die Gruppen auf
eine Lysozymaktivität, ein Index der Resistenz gegen
Erkrankungen Fischen, hin untersucht. Die Ergebnisse zeigt
Tabelle 6.
Die Gruppe der mit einem Futtermittel mit dem
Futterzusatzmittel gemäß der vorliegenen Erfindung gefütterten
Regenbogenforellen zeigte eine bessere Resistenz gegen
Erkrankungen als die mit dem handelsüblichen Futter gefütterte
Vergleichsgruppe. Erstere Gruppe zeigte eine um 14 % höhere
Lysozymaktivität als letztere Gruppe.
Tabelle 1
Gruppe
Gewichtszunahme
Diarrhoe
Überlebensrate %
herkömml. Futtermittel
Futter mit Gallenpulver
enthaltendem
Futterzusatzmittel A
Futter mit Gallenpulver
und PG enthaltendem
Futterzusatzmittel B gemäß der
vorliegenden Erfindung
Gewichtszunahme: Durchschnittliche Gewichtszunahme von 6 mit
herkömmlichem Futter gefütterten Ferkeln, die
überlebten.
Diarrhoe: jedes Ferkel wurde bei wässrigen Faezes mit 1
bewertet, wobei die Durchschnitte berechnet
wurden, indem durchschnittl. 6 überlebende
für 60 Tage als eine Wertung von 100
zugrundegelegt wurden.
Tabelle 2
(getestet: Gruppen von 20 Ferkeln)
Gruppe
Sterberate (% / Tote)
zugerichtetes Frischfleisch (% der Gesamtzahl)
herkömml. Futtermittel
Futterzusatzmittel A
mit Gallenpulver
vorliegende Erfindung
Knoblauchpulv.
10%, Lakritze 0,6%
verglichen mit Futterzusätzen A und B
Tabelle 3
(getestet: Gruppen von 10 Säuen)
Gruppe
fehl- od. totgebor. Ferkel (% Veränd.)
Geburtendurchschn. d. Ferkel (% Veränd)
entwöhnte Ferkel (% Veränd)
Tage bis nächster Östrus (Durchschn./% Veränd.)
herkömml. Futt.
+ 0,2% Futterzusatzmittel A mit Gallenpulv. 12%
vorliegende Erfindung
Knoblauchpulv.
Lakritze
Tabelle 4
(getestet: Gruppen von 10 Ferkeln)
Gruppe
Gewichtszunahme
Diarrhoe
Überlebensrate % (überlebt)
herkömml. Futtermittel
vorliegende Erfindung
+ 0,2% Futterzusatzmittel A mit Gallenpulver
Knoblauchpulver
Quillajaextrakt 1,0%
Lakritze
Gewichtszunahme: Eine durchschnittliche Gewichtszunahme in 50
Tagen von 7 Überlebenden wurde als Wertung
100 zugrundegelegt.
Diarrhoe: jedes Ferkel wurde bei wässrigen Faezes mit 1
bewertet, wobei die Durchschnitte berechnet
wurden, indem durchschnittl. 7 Überlebende
für 50 Tage als eine Wertung von 100
zugrundegelegt wurden.
Tabelle 5
(getestet: Gruppen von 20 Küken)
Gruppe
Serum IgG Gehalt
Sterberate % (Tote)
herkömml. Futtermittel
vorliegende Erfindung
Futterzusatzmittel A mit Gallenpulver
Lakritze
* Drei starben an infektiöser Bursa-Erkrankung, IBD
Tabelle 6
Lysozymaktivität (ug/ml)
herkömml. Futtermittel
Futtermittel mit Futterzusatzmittel gemäß der vorliegenden Erfindung
Anspruch[de]
1. Futterzusatzmittel für Vieh, Geflügel und Fisch, welches
Gallenpulver und ein Bakterienpulver umfaßt, das Peptidoglykan
enthält.
2. Futterzusatzmittel gemäß Anspruch 1, welches außerdem
mindestens eines aus Tierblutplasma-(Serum)-Pulver,
Knoblauchpulver, Lakritze, Lakritzextrakt und Quillajaextrakt
umfaßt.
3. Futter für Vieh, Geflügel und Fisch, umfassend ein
Futterzusatzmittel nach Anspruch 1 oder 2.