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Dokumentenidentifikation DE4413266A1 19.10.1995
Titel Radarschutz-Verglasung
Anmelder Dornier GmbH, 88090 Immenstaad, DE
Erfinder Braun, Rüdiger, Dipl.-Chem. Dr., 88048 Friedrichshafen, DE;
Arnold, Manfred, Dipl.-Phys. Dr., 88074 Meckenbeuren, DE;
Meisel, Thomas, Dipl.-Ing. Dr., 88697 Bermatingen, DE;
Scherber, Werner, Dipl.-Phys. Dr., 88697 Bermatingen, DE
Vertreter Landsmann, R., Dipl.-Ing., Pat.-Ass., 88677 Markdorf
DE-Anmeldedatum 16.04.1994
DE-Aktenzeichen 4413266
Offenlegungstag 19.10.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.10.1995
IPC-Hauptklasse H01Q 15/08
IPC-Nebenklasse H01Q 17/00   F24C 7/02   B64C 1/14   B64D 47/00   B63B 19/02   
IPC additional class // B32B 15/08,27/30,27/36,C08J 5/18(C08L 69:00,33:12)C08J 7/04,H05B 6/76,E06B 5/18  
Zusammenfassung Radarreflektierende oder radarabsorbierende, visuell transparente Verglasung, bestehend aus einem Verbund aus Kunststoffscheibe und mindestens einer radarreflektiven Folie und für Absorberanwendungen mindestens einer zusätzlich radarfunktionell beschichteten Kunststoffolie.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine radarreflektierende oder radarabsorbierende, visuell transparente Verglasung. Ihre Anwendung findet die Verglasung in der Radartarnung von Flugzeugcockpithauben, Kanzelverglasungen von Helicoptern, Sichtscheiben von Schiffen, Fenstern in Gebäuden oder Fahrzeugen, Sichtfenstern von Mikrowellengeräten.

Stand der Technik sind visuell transparente, radarreflektive oder radarabsorbierende Verglasungen, bei denen die Beschichtungen mit Metallfilmen (Gold) oder Indium/Zinn-Oxid (ITO) direkt auf den starren Flugzeugcockpithauben oder den einzelnen Haubenteilen mit Aufdampfverfahren oder Sputterverfahren aufgebracht sind. Diese Techniken erfordern spezielle, sehr große, der Cockpitgeometrie angepaßte Anlagen mit Manipulatoren, die wegen der eingeschränkten Verwendungsmöglichkeiten teuer sind. Darüber hinaus sind im visuellen Wellenlängenbereich transparente, mit Halbleitern oder metallischen Multilayern beschichtete Gläser und Folien für Antistatikanwendungen sowie Wärmeschutzanwendungen oder als Heizschichten bekannt.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine im sichtbaren Spektralbereich transparente, radarreflektive oder radarabsorbierende Verglasung zu schaffen, die kostengünstig herzustellen ist.

Die Lösung besteht aus einem Verbund von mindestens einer radarreflektiven, visuell transparenten Folie mit einer visuell transparenten Kunststoffscheibe, oder einer radarabsorbierenden Verglasung, bei der die Cockpitverglasung aus Schalen des Verbundaufbaus der Haube und einer oder mehreren Folien aufgebaut ist, die zur Sicherstellung ihrer Funktion im Mikrowellenbereich mit einem Halbleiter oder Metallfilm beschichtet ist.

Durch den Aufbau des Folie/Kunststoffscheibenverbundes mit den funktionellen Beschichtungen auf der Innenseite der Folie zwischen Folie und Kunststoffscheibe, wird ein permanenter Schutz der Beschichtungen gegen äußere Umwelteinflüsse sichergestellt. Die Möglichkeit, diese Beschichtungen auf der Folie aufzubringen, bietet zusätzlich prozeßtechnische Vorteile gegenüber dem Aufbringen auf starren, biaxial gekrümmten oder sphärisch geformten Kunststoffplatten (z. B. Flugzeugcockpithauben). Es ist möglich, die radarreflektierenden Folien in einer "Endlosbeschichtung" in kommerziellen, gängigen Rollcoatern (Bandbeschichtungsanlagen) zu beschichten, was einen erheblichen Kostenvorteil mit sich bringt.

Bei der Verwendung von sphärisch oder biaxial geformten Teilen ist eine Verformung der Kunststoffolien in einem gängigen Verfahren auf die endgültige Form z. B. in einem Tiefprozeß, Reckprozeß oder Formbiegeverfahren notwendig, damit diese faltenfrei aufgebracht werden können.

Der Folien/Kunststoffscheibenverbund wird z. B. wie folgt hergestellt.

  • - Eine vorgeformte Kunststoffscheibe wird mit den oder der vorgeformten, beschichteten Polymerfolie mit Klebeharz oder transparentem Klebefilm verklebt.


Es gibt darüber hinaus die Möglichkeit, die Haftung zwischen der beschichteten Folie und der Kunststoffscheibe durch handelsübliche Haftvermittler z. B. Primer zu optimieren.

In einigen Ausführungsbeispielen wird der Aufbau und die Herstellung eines Verbunds aus mindestens einer Kunststoffscheibe, bevorzugt Polymethylmethacrylat (PMMA) oder Polycarbonat (PC) und mindestens einer radarfunktionellen Folie nachfolgend beschrieben:

Beispiel 1: Ausgehend von einer PC-Scheibe wird auf diese ein transparenter Klebefilm aufgebracht z. B. mit einer Walzeinrichtung auflaminiert. Auf dieses Schichtpaket wird die radarfunktionelle Folie ebenfalls z. B. durch eine Laminiertechnik aufgebracht.

Beispiel 2: Ausgehend von einer PMMA-Scheibe wird eine radarfunktionelle Folie mit einem transparenten Flüssigkleber aufgebracht (z. B. auf Acrylbasis, Silikonkautschuk, Epoxidharz).

Beispiel 3: Zu den in Beispiel 2 eingesetzten Flüssigklebern lassen sich zusätzlich Haftvermittler (z. B. 3-Methacryloxypropyl-trimethoxysilan, ca. 0,1 bis 10%) mit einbringen, die die Haftung zwischen Beschichtung auf der Folie und der Kunststoffscheibe verbessern.

Beispiel 4: Zur Herstellung eine sphärisch geformten Cockpithaube, wird die radarfunktionelle Folie mit einer PMMA-Platte verklebt. Der Verbund wird dann in einem üblichen Verformungsprozeß gemeinsam in die endgültige sphärische Form gebracht.

Beispiel 5: Um eine biaxial gekrümmte Cockpithaube radarreflektiv auszustatten, wird eine radarfunktionelle Folie über eine der Haubengeometrie angepaßte Form verformt (z. B. Tiefziehanlage) und so dieser Form möglichst optimal angepaßt. Die beiden Teile (Haube und Folie) werden dann mit einem Kleber zu einem Verbund zusammengefügt.

Verwendete Abkürzungen

ITO Indium/Zinn-Oxid

PC Polycarbonat

PMMA Polymethylmethacrylat


Anspruch[de]
  1. 1. Radarreflektierende oder radarabsorbierende, visuell transparente Verglasung, gekennzeichnet durch einen Verbund aus Kunststoffscheibe und mindestens einer radarreflektiven Folie und für Absorberanwendungen mindestens eine zusätzliche radarfunktionell beschichtete Kunststoffolie.
  2. 2. Kunststoffscheibe-Folien-Verbund nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Verklebung ,mit einem transparenten Kleber, wobei der Kleber ein Harz oder Klebefilm sein kann.
  3. 3. Kunststoffscheibe-Folien-Verbund nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die radarfunktionelle Folie, für die Kombination mit biaxial gekrümmten Kunststoffscheiben in eine dieser Geometrie angepaßte Form gebracht und anschließend mittels eines Klebers mit der Kunststoffscheibe verbunden wird.
  4. 4. Ein biaxial gekrümmter Kunststoffscheibe-Folien-Verbund nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die radarfunktionelle Folie mit der Kunststoffscheibe gemeinsam im Verbund verformt wird.
  5. 5. Ein biaxial gekrümmter Kunststoffscheibe-Folien-Verbund nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Kleber zwischen Kunststoffscheibe und Folie in seiner Umformtemperatur der Umformtemperatur der Kunststoffscheibe und Folie angepaßt ist.
  6. 6. Kunststoffscheibe-Folien-Verbund nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die radarfunktionellen Schichten aus Metall oder Halbleitematerialien bestehen.
  7. 7. Kunststoffscheibe-Folien-Verbund nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erhöhung der Transparenz im visuellen Spektralbereich Antireflexschichten auf die Kunststoffscheibe und oder die Folie aufgebracht werden.






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