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Dokumentenidentifikation DE69202816T2 19.10.1995
EP-Veröffentlichungsnummer 0513546
Titel Farbzufuhreinrichtung.
Anmelder Tetra Laval Holdings & Finance S.A., Pully, CH
Erfinder Lövenbrant, Jan, S-234 37 Lomma, SE;
Olsson, Alvar, S-240 10 Dalby, SE
Vertreter Müller, Schupfner & Gauger, 80539 München
DE-Aktenzeichen 69202816
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, GR, IT, LI, LU, NL, PT, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 16.04.1992
EP-Aktenzeichen 921066254
EP-Offenlegungsdatum 19.11.1992
EP date of grant 07.06.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.10.1995
IPC-Hauptklasse B41F 31/02
IPC-Nebenklasse B41F 31/04   

Beschreibung[de]
TECHNISCHES GEBIET

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Farbzuführung beim Drucken mittels eines Rotationsdruckverfahrens, wobei die Vorrichtung eine Einfärbwalze aufweist und dieser benachbart eine Kammerrakel angeordnet ist.

STAND DER TECHNIK

Zum Drucken mittels Rotationsdruckverfahren wie Flexodruck, Rotationstiefdruck oder Offsetdruck sind verschiedene Druckfarben und außerdem verschiedene Farbzuführungsvorrichtungen hergestellt worden. Manchmal ist es jedoch wünschenswert, bei einem Druckverfahren eine Farbe zu verwenden, die eigentlich für ein davon verschiedenes Verfahren gedacht ist. In einem solchen Fall ist die Farbzuführungsvorrichtung, die für die betreffende Farbe und das betreffende Druckverfahren entwickelt worden ist, nicht funktionsfähig. Beispielsweise ist es möglich, auf diese Weise eine herkömmliche Einfärbwalze für den Flexodruck und außerdem Farben zu verwenden, die normalerweise beim Offsetdruck verwendet werden. Diese Farben haben eine pastose, viskose Konsistenz und entsprechen daher keineswegs den eher freifließenden Farben, die normalerweise beim Flexodruckverfahren verwendet werden. Ein Grund, weshalb es erwünscht sein kann, Offsetdruckfarben beim Flexodruck zu verwenden, kann der sein, daß die Anwendung des Siebdrucks (der auch als Rasterdruck bekannt ist) beabsichtigt ist, wobei die Farbe nicht von dem für Gummituch geeigneten Typ ist. Da Flexodruckfarben normalerweise von dem für Gummituch geeigneten Typ sind, können sie für diesen Zweck nicht verwendet werden. Es hat sich auch als möglich erwiesen, eine verbesserte Druckqualität dadurch zu erreichen, daß verschiedene Druckvorrichtungen mit Farben kombiniert werden, die für andere Druckvorrichtungen gedacht sind.

Eine Methode zur Zuführung von viskoser Farbe zu einer herkömmlichen Flexodruck-Einfärbwalze besteht darin, die Farbe in eine Kammerrakel zu pumpen. Eine Lösung dieser Art würde jedoch so niedrige Geschwindigkeiten der Pumpe notwendig machen, daß sie äußerst schwierig zu betreiben wäre.

AUFGABEN DER ERFINDUNG

Eine Aufgabe der Erfindung ist die Realisierung einer Farbzuführungsvorrichtung, bei der es möglich ist, pastose Farben, die normalerweise für den Offsetdruck gedacht sind, bei einem Druckverfahren zu verwenden, bei dem herkömmliche Flexodruckwalzen verwendet werden, und zwar mit einer daran angrenzend angeordneten Kammerrakel.

Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist die Realisierung einer Vorrichtung zur Farbzuführung, die einfach zu betätigen und leicht zu regeln ist und nur wenige bewegte Teile hat.

Noch eine weitere Aufgabe der Erfindung ist die Realisierung einer Vorrichtung zur Farbzuführung, die einfach und leicht zu reinigen ist und bei der die Farbe nur in vernachlässigbarem Umfang durch mechanische Einwirkung beeinflußt wird.

LÖSUNG

Diese und weitere Aufgaben werden gemäß der Erfindung gelöst, indem die Vorrichtung der eingangs angegebenen Art die Merkmale aufweist, daß die Enden der Kammerrakel jeweils mit einem Ende eines Zylinders verbunden sind, in den Druckfarbe zugeführt wird; und daß in dem Zylinder ein hin- und hergehender Kolben angeordnet ist.

Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung weisen ferner die Merkmale auf, die in den beigefügten Unteransprüchen aufgeführt sind.

KURZE ERLÄUTERUNG DER BEIGEFÜGTEN ZEICHNUNG

Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung wird nachstehend im einzelnen beschrieben, und zwar unter spezieller Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung, Figur 1, die die Vorrichtung nach der Erfindung schematisch zeigt.

Die beigefügte Zeichnung zeigt nur diejenigen Einzelheiten, die für das Verständnis der Erfindung unabdingbar sind, und die sonstigen Teile der Druckerpresse, die dem Fachmann auf diesem Gebiet bekannt sind, wurden weggelassen.

BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORM

Wie Fig. 1 zeigt, ist eine herkömmliche Kammerrakel 2 angrenzend an eine herkömmliche Flexodruck-Einfärbwalze 1 angeordnet, wobei die Rakel normalerweise bei Flexodruckverfahren verwendet wird. Die Kammerrakel 2 bildet eine geschlossene Kammer, die mit zwei Seiten an der Einfärbwalze 1 anliegt, während eine dritte Seite die Kammer nach außen abschließt. Die Kammerrakel 2 ist außerdem mit Endwänden versehen, so daß die Farbe in der so gebildeten Kammer vollständig davon umschlossen ist.

An jedem Ende der Kammerrakel 2 sind Anschlüsse mit relativ großem Durchmesser in der Größenordnung von 10 bis 20 mm vorgesehen. Ein Schlauch 3, 4 oder eine Leitung ist mit jedem Anschluß verbunden, wobei der Schlauch oder die Leitung einen Durchmesser zwischen 10 und 20 mm hat. Die beiden Anschlüsse mit ihren Schläuchen 3, 4 sind mit jedem Ende eines Zylinders 5 verbunden. Die Anschlüsse dieses Zylinders 5 haben ebenfalls relativ großen Durchmesser in der Größenordnung zwischen 10 und 20 mm. Der Zylinder 5 ist mit irgendeiner Form von Öffnung 6 versehen, in die Farbe eingefüllt werden kann. Diese Öffnung 6 ist bevorzugt in der Mitte des Zylinders 5 und über ihm angeordnet. Die Öffnung 6 kann als Trichter 7 mit oder ohne Deckel ausgebildet sein, aber andere Methoden der Farbzuführung sind ebenfalls denkbar, etwa eine kontinuierliche Zuführung aus einem Farbreservoir.

Innerhalb des Zylinders 5 ist ein Kolben 8 angeordnet, der in dem Zylinder 5 zwischen zwei Endpositionen 9, 10 hin- und hergehen kann. Der Kolben 8 wird im Idealfall von einer pneumatischen Kolben-Zylinder-Einheit 11 betätigt. Der Kolben kann auch von einer elektrischen Anlage betätigt werden. Eine elektrische Anlage wäre jedoch komplizierter, und bei den bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung wird der Kolben 8 daher pneumatisch betätigt.

Da die Farbzuführungsvorrichtung gemäß der Erfindung der Flexodruck-Einfärbwalze 1 eine pastose, viskose Farbe vom Offsetdruckfarben-Typ zuführen soll, muß die Vorrichtung immer gut mit Farbe gefüllt sein, um eine gleichmäßige und besonders gute Druckqualität zu erhalten. Die Farbe ist in Fig. 1 als schraffierte Flächen dargestellt. Die Farbe wird durch die Öffnung 6 des Zylinders 5 zugeführt, und in der einen oder anderen Richtung seiner Hin- und Herbewegung preßt der Kolben 8 die Farbe nach oben zu der Kammerrakel 2 durch die eine Leitung oder den Schlauch 3. Überschüssige Farbe kehrt durch die andere Leitung 4 in den Zylinder 5 zurück und füllt daher die Vorrichtung vollständig. Wenn der in dem Zylinder angeordnete hin- und hergehende Kolben 8 seine eine Endposition 9 erreicht hat, kehrt er automatisch um und bewegt sich zurück in seine andere Endposition 10. Die Farbe wird dann durch die Leitung 4 nach oben zu der Kammerrakel 2 geführt, und überschüssige Farbe kehrt durch die Leitung 3 zum Zylinder 5 zurück.

Wegen der Konsistenz der Farbe und der geringen Farbmenge, die bei diesem Druckverfahren verbraucht wird, muß die Verdrängungsgeschwindigkeit des Kolbens 8 sehr gering sein. Diese Geschwindigkeit hängt von dem Farbverbrauch und somit auch von der Breite des Druckpressenmechanismus ab. Während der langsamen Bewegung des Kolbens 8 hat die Luft, die in der Vorrichtung eingeschlossen ist, Zeit, durch die kleinen Öffnungen zu entweichen, die bei einer solchen Vorrichtung von Natur aus immer auftreten, weil es nicht möglich ist, eine solche Vorrichtung vollständig luftdicht zu machen. Die langsame Bewegung des Kolbens 8 führt auch dazu, daß die Farbe sehr schonend behandelt wird, und zwar unter Berücksichtigung der Tatsache, daß die viskosen Offsetdruckfarben gegenüber mechanischer Einwirkung hochempfindlich sein können

Wenn die Farbzuführungsvorrichtung angefahren wird, ist eine geringfügig höhere Geschwindigkeit für den ersten Hub des Kolbens 8 denkbar, um die Vorrichtung schneller vollständig vorbereiten zu können, da es wichtig ist, daß die Vorrichtung ständig gefüllt ist, um einen zufriedenstellenden Farbauf trag auf der Einfärbwalze 1 zu gewährleisten. Der Druck über die Vorrichtung ist unter Berücksichtigung der von dem Kolben 8 ausgeführten langsamen Bewegungen sehr niedrig, und ein vorteilhafter Druck liegt in der Größenordnung zwischen 0,1 und 0,3 bar.

Um die Farbzuführungsvorrichtung möglichst leicht warten und einfach reinigen zu können, sollte der Zylinder 5 so nah wie möglich an der Einfärbwalze 1 angeordnet sein, um so die Verwendung langer Leitungen oder Schläuche 3, 4 zwischen der Kammerrakel 2 und dem Farbzylinder 5 zu vermeiden. Der relativ große Durchmesser der Anschlüsse und Leitungen 3, 4 ist für ein einfaches Reinigen der Vorrichtung ebenfalls günstig. Durch Verwendung kurzer Leitungen 3, 4 wird auch eine Farbverschwendung nach beendetem Drucken minimiert.

Aus der obigen Beschreibung ist ersichtlich, daß die Erfindung eine Vorrichtung realisiert, die es ermöglicht, einer herkömmlichen Flexodruck-Einfärbwalze eine pastose Farbe zuzuführen, die eigentlich für Offsetdruckverfahren gedacht ist. Die Vorrichtung führt zu einem einfach zu reinigenden und einzustellenden System.

Die Erfindung sollte nicht als auf die vorstehende Beschreibung und die Zeichnung beschränkt angesehen werden; viele Modifikationen sind denkbar, ohne vom Umfang der beigefügten Ansprüche abzuweichen


Anspruch[de]

1. Vorrichtung zur Farbzuführung zum Drucken mittels eines Rotationsdruckverfahrens, wobei die Vorrichtung eine Einfärbwalze (1) aufweist, an der eine Kammerrakel (2) angeordnet ist,

dadurch gekennzeichnet, daß jedes Ende der Kammerrakel (2) mit einem jeweiligen Ende eines Zylinders (5) verbunden ist, dem Druckfarbe zugeführt wird; und daß in dem Zylinder (5) ein hin- und hergehender Kolben (8) angeordnet ist.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der hin- und hergehende Kolben (8) von einer pneumatischen Kolben-Zylinder-Einheit (11) betätigt wird.

3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Gesamtdruck über die Vorrichtung in der Größenordnung zwischen 0,1 und 0,3 bar liegt.

4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitungen (3, 4) zwischen der Kammerrakel (2) und dem Zylinder (5) einen Durchmesser in der Größenordnung zwischen 10 und 20 mm haben.







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