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Dokumentenidentifikation DE4419296A1 07.12.1995
Titel System zur Erkennung von Fahrzeugreifen
Anmelder SP Reifenwerke GmbH, 63450 Hanau, DE
Erfinder Reitz, Rolf, Dipl.-Ing., 63526 Erlensee, DE;
Grunwald, Reinhard, Dipl.-Ing., 63526 Erlensee, DE
Vertreter Manitz, Finsterwald & Partner, 80538 München
DE-Anmeldedatum 01.06.1994
DE-Aktenzeichen 4419296
Offenlegungstag 07.12.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.12.1995
IPC-Hauptklasse B60C 19/00
IPC-Nebenklasse B29D 30/00   H04B 1/59   
Zusammenfassung System zur Erkennung von Fahrzeugreifen, welches insbesondere während des Herstellungsprozesses des Reifens eingesetzt werden kann, mit einer im Reifenmaterial untergebrachten Sender-Empfänger-Einrichtung, welche auf ein von außen eingebrachtes Abfragesignal hin, ein außerhalb des Reifens erfaßbares Antwortsignal abgibt, welchem Informationen über den Reifen entnehmbar sind. Das System ermöglicht eine individuelle Erkennung der Fahrzeugreifen während des Herstellungsprozesses sowie des fertigen Reifens.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein System zur Erkennung von Fahrzeugreifen, welches insbesondere während des Herstellungsprozesses des Reifens eingesetzt werden kann.

Ein solches Reifenerkennungssystem soll es ermöglichen, einen Reifen während seiner Herstellung zu verfolgen bzw. an den jeweiligen Fertigungsstationen wiederzuerkennen, um die Fertigung entsprechend zu steuern. Es besteht nämlich zunehmend das Bedürfnis bzw. die Notwendigkeit, die Fertigung von Reifen individuell zu steuern, beispielsweise abhängig von deren Größe und Profil. Auf diese Weise soll ermöglicht werden, einzelne Musterreifen oder Sonderserien kleiner Auflage einfach und kostengünstig herzustellen, indem die Reifenaufbau- und Behandlungsschritte an den jeweiligen Reifentyp angepaßt werden. Auch soll es möglich sein, einzelne als fehlerhaft erkannte Reifen während des Herstellungsprozesses auszuschleusen, um die nachfolgenden Stationen zu entlasten.

Bisher werden Reifen vor allem nach Gewicht und Größe unterschieden, so daß eine genaue Identifikation einzelner Reifen bzw. Reifentypen nicht möglich ist. Die Reifen können daher nur sehr grob in Klassen eingeteilt werden, was u. a. zu einem erhöhten Kostenaufwand führt. Es können auch Größenverwechslungen auftreten, die zu einer falschen Reifenbehandlung führen, wodurch unter Umständen eine Beeinträchtigung des Reifens erfolgt oder der Reifen erneut der nun richtigen Behandlung zugeführt werden muß.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein System zur Erkennung von Fahrzeugreifen anzugeben, bei welchem die genannten Probleme nicht auftreten und welches insbesondere eine genauere Identifizierung der Reifen ermöglicht.

Diese Aufgabe wird durch ein System mit den Merkmalen des Hauptanspruchs gelöst. Durch die Anordnung einer Sender- Empfänger-Einrichtung im Reifenmaterial wird eine individuelle Reifenkennzeichnung ermöglicht, die von außen ablesbar ist und während des gesamten Herstellungsprozesses abgefragt werden kann. Der jeweilige Reifen kann somit exakt durch die Fertigungsanlage geschleust und an jeder Station der gewünschten Behandlung unterzogen werden. Die Sender-Empfänger-Einrichtung wird dabei bevorzugt bereits zu Beginn der Reifenherstellung an der Reifenaufbaumaschine im Reifen verankert.

Das erfindungsgemäße System gewährleistet also, daß an jeder Stelle der Fertigung, wie Aufbaumaschine, Rohlingssprühung, Heizung, Prüfanlage oder Palettierung, zu jeder beliebigen Zeit die jeweiligen Reifendaten ermittelt werden können und die Fertigung hierauf eingestellt werden kann. So können beispielsweise die Prozeßparameter an den jeweils festgestellten Reifen angepaßt werden, es können bestimmte Behandlungsschritte an bestimmten Reifen nicht durchgeführt werden, wie beispielsweise Trimming, um Kosten einzusparen, oder es können als fehlerhaft erkannte Reifen aus dem weiteren Herstellungsprozeß ausgeschleust werden.

Die Anordnung der Sende-Empfänger-Einrichtung im Reifenmaterial hat zudem den Vorteil, daß die Reifenkennzeichnung auch noch nach dem abgeschlossenen Herstellungsprozeß vorhanden ist und im Reifen verbleiben kann. Die Reifen können daher auch noch zu späteren Zeitpunkten stets identifiziert und beispielsweise einer bestimmten Losnummer zugeordnet werden. Auch kann die Reifenkennung zur Lagerverwaltung, insbesondere auch bei den Abnehmern der Reifen verwendet werden. In der Reifenfertigung beispielsweise können damit jederzeit exakte Daten über die Anzahl der Reifenrohlinge, den Bestand an geheizten Reifen und den Bestand fertiger Reifen zur Verfügung gestellt werden.

Nach einer Ausgestaltung der Erfindung arbeitet das Reifenerkennungssystem mit einem Datenbanksystem zusammen, welches die Reifendaten verwaltet. Bevorzugt weist das Datenbanksystem einen Datenspeicher auf, in welchem die Reifendaten unter einem Nummerncode abgespeichert sind. Dies hat den Vorteil, daß die jeweiligen Reifen nur mit diesem Nummerncode gekennzeichnet werden müssen, was erfindungsgemäß bevorzugt mit einem passiven Chip, einem sogenannten Transponder erfolgt, welcher eine beliebige, zum Beispiel fortlaufende Numerierung aufweist.

Derartige Transponder stehen kostengünstig zur Verfügung und können mit ebenfalls kostengünstigen Mitteln von außen gelesen werden. Die Transponder haben zudem den Vorteil, daß sie klein sind und daher problemlos im Reifenmaterial untergebracht werden können. Die verfügbare Nummernzahl für die Numerierung ist dabei ausreichend groß, um eine individuelle Kennzeichnung von Reifen auf nahezu unbegrenzte Zeit zu ermöglichen. Mit Hilfe der Datenverwaltung kann auch die Palettenzusammenstellung gesteuert werden, so daß auf kostengünstige Art beispielsweise Mischpaletten zusammenstellbar sind.

Die Transponder können erfindungsgemäß gummiert sein, was zu einer guten Einbettung im Reifenmaterial führt, sie können aber auch in Kunstharz oder ein ähnliches Material eingegossen sein, wodurch zusätzlich eine hohe mechanische Stabilität erzielt wird. Derartige Transponder halten auch hohen mechanischen Belastungen Stand, wie sie insbesondere bei Hochleistungsreifen auftreten.

Es werden bevorzugt hitze- und druckbeständige Transponder verwendet, um eine Beeinträchtigung während des Herstellungsprozesses zu vermeiden.

Eine Verankerung der Transponder im Reifen kann erfindungsgemäß insbesondere oberhalb des Drahtwulstes in der Naht des Kernreiters erfolgen, wobei diese Verankerung an der Reifenaufbaumaschine durchgeführt wird. An dieser Stelle ist der Transponder gegen äußere Einflüsse gut geschützt und zugleich von außen mittels geeigneter Geräte problemfrei ablesbar.

Das Auslesen der Reifenkennung erfolgt mit Hilfe einer Sende- und Empfangsanordnung beliebiger Art, insbesondere können auch Handgeräte hierzu verwendet werden. Während des Herstellungsprozesses erfolgt das Auslesen allerdings in der Regel durch eine stationäre Anlage. In jedem Fall ist das Auslesen einfach und kostengünstig möglich.

Die Transponder können beispielsweise einen Durchmesser von ca. 9 mm und eine Dicke von 2 mm aufweisen. Ihre Integration in den Reifen hat dabei aufgrund der geringen Abmessungen und des vernachlässigbaren Gewichts keinerlei merkbaren Auswirkungen auf die Reifeneigenschaften.


Anspruch[de]
  1. 1. System zur Erkennung von Fahrzeugreifen, welches insbesondere während des Herstellungsprozesses des Reifens eingesetzt werden kann, mit einer im Reifenmaterial untergebrachten Sender-Empfänger-Einrichtung, welche auf ein von außen eingebrachtes Abfragesignal hin ein außerhalb des Reifens erfaßbares Antwortsignal abgibt, welchem Informationen über den Reifen entnehmbar sind.
  2. 2. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sender-Empfänger-Einrichtung bereits an der Reifenaufbaumaschine im Reifen verankert wird.
  3. 3. System nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das System mit einem Datenbanksystem zusammenarbeitet.
  4. 4. System nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß passive Chips, sogenannte Transponder, mit beliebiger, beispielsweise fortlaufender Numerierung im Reifenmaterial untergebracht sind und daß die dem jeweiligen Reifen zugeordneten Reifendaten in einem Datenspeicher unter der jeweiligen Transpondernummer abrufbar gespeichert sind.
  5. 5. System nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Transponder gummiert sind.
  6. 6. System nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Transponder in Kunstharz oder ein ähnliches Material eingegossen sind.
  7. 7. System nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Transponder hitze- und druckbeständig sind.
  8. 8. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Sender-Empfänger-Einrichtung in der Naht des Kernreiters des Fahrzeugreifens oberhalb des Drahtwulstes verankert ist oder an einem beliebigen anderen Ort oberhalb des Drahtwulstes im Kernreiter.
  9. 9. Fahrzeugreifen mit einer Sender-Empfänger-Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8.






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