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Dokumentenidentifikation DE3625786C2 14.12.1995
Titel Kantenverfestigung an textilen Flächengebilden
Anmelder C. A. Delius & Söhne, 33602 Bielefeld, DE
Vertreter TER MEER-MÜLLER-STEINMEISTER & Partner, Patentanwälte, 33617 Bielefeld
DE-Anmeldedatum 30.07.1986
DE-Aktenzeichen 3625786
Offenlegungstag 04.02.1988
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 14.12.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.12.1995
IPC-Hauptklasse D06C 25/00
IPC-Nebenklasse D03D 47/00   A41H 43/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Kantenverfestigung an textilen Flächengebilden in der Form von kantenseitigen, schmalen, unter Wärme und/oder Druck verschweißten Zonen.

Es ist bekannt, die Fäden eines Gewebes oder Gewirkes parallel zu den Kanten in einem schmalen Streifen unter Wärme und unter Druck zu verschweißen, so daß die Fäden in der gesamten verschmolzenen Fläche gegeneinander festgelegt sind und ein Ausfransen des Materials durch Lösen einzelner Fäden vermieden werden kann. Eine derartige Kantenverfestigung hat den Nachteil, daß die Kanten verhältnismäßig steif werden und beim Aufrollen des Materials zu einer Faltenbildung oder unregelmäßigen Rollenform mit größerem Rollendurchmesser an den Enden führen.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Kantenverfestigung der gattungsgemäßen Art zu schaffen, die ein Ausfransen der Kanten verhindert, ohne die materialeigene Elastizität und Biegsamkeit des textilen Flächengebildes zu beeinträchtigen.

Diese Aufgabe wird bei einem gattungsgemäßen textilen Flächengebilde dadurch gelöst, daß die verschweißten Zonen gebildet sind durch kurze, schräg zur Kante gerichtete Streifen, deren Enden sich in Richtung parallel zur Kante überlappen.

Es ergeben sich dabei schmale Verschweißstreifen innerhalb der Flächen des textilen Gebildes, die zwischen sich elastische Streifen (unverschweißt) freilassen und damit eine vorteilhafte Elastizität der Kantenzone beibehalten.

Die schmalen Verschweißstreifen gewährleisten, daß jeder Faden - in gleich welcher Richtung dieser zur Kante verläuft - zumindest an einem Punkt festgelegt ist, so daß kein Faden ausfasern kann.

Die Länge der verschweißten und damit auch der nicht verschweißten Streifen sowie Überlappungen im Kantenbereich richtet sich nach der Garnart und deren Dicke (Garnstärke).

Wichtig und bevorzugt dabei ist, daß die Verschweißstreifen nur eine kurze Länge haben, so daß sie in ihrer Winkelstellung zur Kantenlängsrichtung sich mit ihren freien Enden überlappen und damit jeden Faden punktförmig nur festlegen, jedoch gleichzeitig die Bewegungsfreiheit der Fäden gegeneinander außerhalb ihres Bereiches nicht beeinträchtigen.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform können die Verschweißstreifen in etwa gleich großen Abständen voneinander parallel zueinander verlaufen, wobei ihr Abstand in Kantenlängsrichtung voneinander kleiner ist als ihre Länge, so daß sie sich - im spitzen oder stumpfen Winkel zur Kante stehend - mit ihren freien Enden überlappen.

Bei einer anderen bevorzugten Ausführungsform stehen die Verschweißstreifen senkrecht zueinander, so daß sie zickzackförmig an den Kanten in deren Längsrichtung sich erstrecken, jedoch endseitig sich nicht berühren, sondern sich überlappend im Abstand voneinander stehen.

Weitere Merkmale ergeben sich aus den Unteransprüchen. Der Schutz erstreckt sich nicht nur auf die Einzelmerkmale, sondern auch auf deren vorteilhafte Kombination.

In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Es zeigen:

Fig. 1 den Kantenbereich eines Gewebes mit im spitzen (stumpfen) Winkel zur Kantenlängsrichtung parallel zueinander, im Abstand voneinander angeordnete Verschweißstreifen,

Fig. 2 eine abgeänderte Ausführung einerseits im spitzen Winkel zur Kantenlängsrichtung verlaufende Verschweißstreifen, die andererseits senkrecht zueinanderstehend sich an ihren freien Enden überlappen.

Mit 10 ist ein textiles Flächengebilde wie Gewebe bezeichnet, das mit einer Längskante 11 ausgestattet ist. Die Kettfäden tragen das Bezugszeichen 12 und die Schußfäden das Bezugszeichen 13.

In einem schmalen, parallel zur Längskante 11 verlaufenden Randstreifen 14 von etwa 8 bis 12 mm Breite sind schmale und kurze Verschweißstreifen 15, 16a, 16b (Fig. 1 und 2) mittels Druck und/oder Wärme eingearbeitet, welche die Kett- und Schußfäden punktweise festlegen und somit ein kantenseitiges Ausfasern unterbinden.

Bei der Ausführung gemäß Fig. 1 liegen die Verschweißstreifen 15 unter einem spitzen Winkel von etwa 45° (bzw. einem entsprechenden stumpfen Winkel von etwa 135°C) zu der Längskante 11 des Flächengebildes 10, und zwar parallel in einem Abstand voneinander, der etwa 2 bis 4 mm beträgt. Dabei zeigen die Verschweißstreifen 15 ebenfalls eine Breite von 2 bis 4 mm. Die Länge der schrägstehenden Verschweißstreifen in dem Randstreifen 14 beträgt etwa 10 bis 15 mm.

Bei der abgeänderten Ausführung gemäß Fig. 2 liegen die Verschweißstreifen 16, 16a, 16b ebenfalls unter einem spitzen (stumpfen) Winkel zur Längskante 11 des Flächengebildes 10. Hierbei sind die Verschweißstreifen 16a, 16b jedoch nur paarweise 16a parallel mit jeweils dazwischen liegenden senkrecht etwa dazu stehenden Verschweißstreifen 16b, so daß sich eine Art Zick-Zack-Linie ergibt, wobei sich aber die schmalen und kurzen Verschweißstreifen 16 endseitig nicht berühren, sondern einen geringen Abstand zwischen sich freilassen. Die Enden der Verschweißstreifen 16 überlappen sich jedoch wechselweise.

Bei allen Ausführungen ist ein Abstand zwischen den Verschweißstreifen 15, 16a, 16b, so daß sowohl in Richtung der Schußfäden als auch in Richtung der Kettfäden sowie auch gegebenenfalls diagonal dazu (als sogenannte Resultierende) eine gute Flexibilität bestehen bleibt. Diese Flexibilität, die auch bis zur Elastizität je nach verwendeten Garnen (Fäden) sich erweitern kann, ist ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Ausführungsformen; sie verhindert ein Einrollen oder Kräuseln der Randzone 14 jeder Längskante 11 eines Flächengebildes in der Form eines Gewebes, eines Gewirkes oder eines Wirrfaservlieses.

Die Länge oder sonstige Ausbildung der Verschweißstreifen 15, 16 richtet sich nach der Garnart und der Garnstärke sowie der Dichte des textilen Flächengebildes. Anstelle einer thermischen Verbindung der einzelnen Fasern oder Fäden kann auch eine chemische Verbindung vorgesehen sein, wobei darauf zu achten ist, daß keine Verdickung in der Randzone 14 auftritt. Die Verbindung soll immer innerhalb der Fläche des Gebildes 10 (Anpassung an die Fläche) liegen, um jegliche Verdickung zu vermeiden, die insbesondere beim Aufrollen einer langen Bahn sehr nachteilig ist (nachteilige Faltenbildung oder Verzug).

Bei Längskanten 11, die durch Längsschneiden einer Doppelbahn od. dgl. entstehen, ist es besonders vorteilhaft, die Verschweißstreifen gemäß Fig. 1 als Winkelstreifen (nicht dargestellt) auszubilden. Diese pfeilförmigen Winkelstreifen im Schnittbereich sind dann die Einzelstreifen 15 gemäß Fig. 1.

Es liegt im Rahmen der Erfindung, die Winkelstellung der einzelnen Verschweißstreifen je nach Gegebenheit zu variieren (z. B. bis 80° bzw. 100° einerseits und 10° bzw. 170°) gegenüber der Längsrichtung der Längskante 11.

Im Gegensatz zu dem vorbekannten Stand der Technik zeigen die verschiedenen Ausführungsmöglichkeiten der Erfindung einerseits eine gleichbleibende gute Flexibilität des Flächengebildes und andererseits nur eine geringe diese Flexibilität einschränkende Punktbefestigung der Fäden oder Fasern.

Die Herstellung der Verschweißstreifen ist zwar werkzeugmäßig intermittierend jedoch im Durchlaufverfahren bei hohen Durchlaufgeschwindigkeiten vorzunehmen.


Anspruch[de]
  1. 1. Kantenverfestigung an textilen Flächengebilden in der Form von kantenseitigen, schmalen, unter Wärme und/oder Druck verschweißten Zonen, dadurch gekennzeichnet, daß die verschweißten Zonen gebildet sind durch kurze, schräg zur Kante (11) gerichtete Streifen (15, 16, 17), deren Enden sich in Richtung parallel zur Kante (11) überlappen.
  2. 2. Kantenverfestigung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Streifen (15, 16a, 16b) 6 bis 15 mm lang sind.
  3. 3. Kantenverfestigung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Streifen (15, 16a, 16b) eine Breite von 2-4 mm aufweisen.
  4. 4. Kantenverfestigung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Streifen (15, 16a, 16b) in einem Abstand voneinander parallel zueinander verlaufen.
  5. 5. Kantenverfestigung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Streifen (16a, 16b) unter einem etwa rechten Winkel zueinanderstehen.
  6. 6. Kantenverfestigung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Streifen (15) in einem Abstand von 2 bis 4 mm voneinander angeordnet sind.
  7. 7. Kantenverfestigung nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Streifen (15, 16a, 16b) in einer randseitigen Zone von 8-12 mm Breite angeordnet sind.
  8. 8. Kantenverfestigung nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Streifen (15, 16a, 16b) unter einem Winkel zwischen 40 und 85° gegenüber der Längskante (11) angeordnet sind.
  9. 9. Kantenverfestigung nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Streifen (15, 16a, 16b) rechteckig ausgebildet sind.






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