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Dokumentenidentifikation DE19518271A1 25.01.1996
Titel Gerät zur Überprüfung der Flankenhaftung von Fugenmaterial in Bauwerksfugen
Anmelder Neukert, Michael, Dipl.-Ing., 36381 Schlüchtern, DE
Erfinder Neukert, Michael, Dipl.-Ing., 36381 Schlüchtern, DE
Vertreter Boecker, J., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., Pat.- u. Rechtsanw., 65929 Frankfurt
DE-Anmeldedatum 18.05.1995
DE-Aktenzeichen 19518271
Offenlegungstag 25.01.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.01.1996
IPC-Hauptklasse G01N 19/04
IPC-Nebenklasse G01N 3/30   E04B 1/68   
Zusammenfassung Gerät zur Überprüfung der Flankenhaftung von Fugenmaterial in Bauwerksfugen. Das Gerät ist dadurch gekennzeichnet, daß ein über der Fuge aufstellbares Gestell (2) vorhanden ist, in welchem eine Führungsstange (3) in Richtung zur Fuge verschiebbar angeordnet ist, daß an dem der Fuge zugewandten Ende der Führungsstange (3) sich ein Prüfstempel (1) befindet, daß an dem der Fuge abgewandten Ende der Führungsstange (3) eine Krafteinleitungsvorrichtung, beispielsweise eine Platte (8), vorhanden ist, über die eine auf die Fuge (10) auszuübende Kraft einleitbar ist, und daß in den Verlauf der Führungsstange (3) ein Kraftmeßgerät (7) zur Messung der durch die Führungsstange (3) übertragenen Kraft eingefügt ist. Zur Dosierung der auf die Fuge ausgeübten Kraft ist in den Verlauf der Führungsstange (3) eine Federeinrichtung (6) eingefügt, und die Längsverstellbarkeit des oberhalb der Federeinrichtung gelegenen Teils (3a) der Führungsstange (3) ist durch einen Anschlag (5) einstellbar.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Gerät zur Überprüfung der Flankenhaftung von Fugenmaterial in Bauwerksfugen.

Es ist bekannt, das Fugenmaterial in Bauwerksfugen auf seine Flankenhaftung und damit auf seine abdichtende Wirkung visuell mittels Über- beziehungsweise Unterdruckverfahren oder mit einfachen mechanischen Hilfsmitteln, zum Beispiel Holzspateln, zu prüfen. Bei der visuellen Prüfung kann nur die Oberflächenbeschaffenheit beurteilt werden. Bei den Über- beziehungsweise Unterdruckprüfverfahren wird eine Prüfglocke auf einen begrenzten Fugenbereich dichtend aufgesetzt, und das Innere der Prüfglocke wird dann mit Über- beziehungsweise Unterdruck beaufschlagt. Undichtheiten der Fuge werden dabei durch Eindringen von Flüssigkeit beziehungsweise Blasenbildung sichtbar. Die erforderliche Abdichtung der Prüfglocke gegen die Oberfläche des Bauwerks begrenzt die Einsatzmöglichkeit dieses Verfahrens. Dies gilt insbesondere bei unebenen Bauwerksteilen und Bauwerken, bei denen das Fugenmaterial abgesenkt in der Fuge angeordnet ist, so daß eine Dichtung durch einfaches Aufsetzen der Glocke nicht erreichbar ist. Außerdem ist der verfahrenstechnische Aufwand zur Aufbringung des Über- beziehungsweise Unterdrucks groß. Einfache mechanische prüfverfahren, bei denen beispielsweise mittels Holzspateln oder anderer Gegenstände gekratzt oder Druck ausgeübt wird, liefern keine vergleichbaren Prüfergebnisse und können zur Zerstörung der Fuge führen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Gerät zur Überprüfung der Flankenhaftung von Fugenmaterial in Bauwerksfugen zu entwickeln, welches eine zuverlässige und vergleichbare Prüfung der Flankenhaftung der als Fugenmaterial verwendeten Dichtungsmaterialien ermöglicht, welches universell einsetzbar ist, nur geringen Aufwand erfordert und eine Beschädigung einer intakten Fuge vermeidet.

Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Gerät zur Überprüfung der Flankenhaftung von Fugenmaterial in Bauwerksfugen vorgeschlagen, welches erfindungsgemäß die im kennzeichnenden Teil des Anspruches 1 genannten Merkmale hat.

Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen genannt.

Durch die Erfindung erhält man ein Prüfgerät, welches es ermöglicht, Verarbeitungs- beziehungsweise Materialfehler direkt auf der Baustelle schnell und unabhängig von der subjektiven Beurteilung durch den Prüfenden festzustellen und so eine Qualitätssicherung zu ermöglichen, die Langzeitschäden an Bauwerken sowie Umweltschäden durch undichte Fugen an beispielsweise Bauwerken für den Gewässerschutz, wie Auffangräume und Abfüllplätze, verhindert.

Anhand des in der Figur schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels eines Flankenprüfgerätes gemäß der Erfindung soll die Erfindung näher erläutert werden:

In der Figur bezeichnet 9 zwei benachbarte Teile eines Bauwerkes, wobei die Fuge 10 zwischen den beiden Bauwerksteilen 9 durch Fugenmaterial 4 gedichtet ist. Ein Prüfstempel 1, der vorzugsweise auswechselbar ist, wird in einem höhenverstellbaren Gestell 2 geführt, welches mit seinen Füßen 2a auf dem Bauwerk 9 so aufgesetzt wird, daß der Prüfstempel sich über der Fuge 10 befindet. Der Prüfstempel befindet sich am unteren Ende einer vertikal beweglichen Führungsstange 3. Das Gestell 2 ist höhenverstellbar und wird so eingestellt, daß der Prüfstempel das Fugenmaterial 4 gerade berührt.

An dem der Fuge 10 abgewandten Ende der Führungsstange 3 ist eine Platte 8 zur Einleitung einer auf die Fuge auszuübenden Kraft F vorhanden. Die Krafteinleitung kann in der Regel von Hand erfolgen. Zur Messung der auf die Fuge übertragenen Kraft ist in den Verlauf der Führungsstange 3 ein Kraftmeßgerät 7 eingefügt.

Bei seiner Verwendung wird das Prüfgerät so über der Fuge aufgestellt, daß der Prüfstempel senkrecht über der Fugenmitte steht. Durch Höhenverstellung wird der Stempel 1 dann unbelastet soweit an das Fugenmaterial herangeführt, das er dieses gerade berührt. Dann wird eine vorgegebene Kraft auf die Platte 8 und damit auf die Fuge ausgeübt, deren Größe F am Kraftmeßgerät 7 ablesbar ist. Durch den Vorschub des Stempels wird in Abhängigkeit von der Stempelform, der Fugenbreite und der aufgebrachten Kraft an den Fugenflanken eine definierte Zugspannung erzeugt. Bei unzureichender Flankenhaftung bildet sich ein Trennriß zwischen Bauwerksteil 9 und Fugenmaterial 4.

Um die auf die Fuge auszuübende Prüfkraft F leicht dosieren und auch durch ungeübte Personen sicher in der gewünschten Größe aufbringen zu können, ist in den Verlauf (Kraftweg) der Führungsstange 3 ein Federeinrichtung, zum Beispiel eine Schraubenfeder 6, eingefügt, und die Längsverstellbarkeit des oberhalb der Federeinrichtung gelegenen Teils 3a der Führungsstange 3 durch einen einstellbaren Anschlag 5a, 5b einstellbar. Der Anschlag besteht aus einem am Gestell ortsfesten ersten Anschlagteil 5a und einem an der Führungsstange befestigten zweiten Anschlagteil 5b. Mindestens eines dieser Anschlagteile ist relativ zum Gestell beziehungsweise zur Führungsstange in Richtung zur Fuge verstellbar. Bei dieser Ausführung erfolgt die richtige Höhenplazierung des Prüfstempels vor Kraftaufbringung durch Höhenverstellung des Gestells. Durch den Anschlag wird der mögliche Andruckweg so eingestellt, daß beim Erreichen der Blockierstellung des Anschlags die Federeinrichtung soweit zusammengedrückt ist, daß die gewünschte Kraft auf die Fuge ausgeübt wird.

Da das Kraftmeßgerät nach erfolgter Einstellung der erforderlichen Kraft bei der Benutzung des Prüfgerätes hinderlich sein kann, kann es entfernbar in der Führungsstange 3 angeordnet sein.

Die Justierung des Prüfstempels auf das Oberflächenniveau des Fugenmaterials der Fuge kann statt durch Höhenverstellung des Gestells 2 auch dadurch ermöglicht werden, daß die Führungsstange 3, beispielsweise durch eine feststellbare Teleskopausführung, längenverstellbar ist, wobei der Längenverstellmechanismus zwischen dem Anschlag 5a, 5b und dem Prüfstempel 3 angeordnet ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Gerät zur Überprüfung der Flankenhaftung von Fugenmaterial in Bauwerksfugen, dadurch gekennzeichnet,
    1. - daß ein über der Fuge aufstellbares Gestell (2) vorhanden ist, in welchem eine Führungsstange (3) in Richtung zur Fuge verschiebbar angeordnet ist,
    2. - daß an dem der Fuge zugewandten Ende der Führungsstange (3) sich ein Prüfstempel (1) befindet,
    3. - daß an dem der Fuge abgewandten Ende der Führungsstange (3) eine Krafteinleitungsvorrichtung, beispielsweise eine Platte (8), vorhanden ist, über die eine auf das Fugenmaterial (10) auszuübende Kraft einleitbar ist,
    4. - und daß in den Verlauf der Führungsstange (3) ein Kraftmeßgerät (7) zur Messung der durch die Führungsstange (3) übertragenen Kraft einsetzbar ist.
  2. 2. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Dosierung der auf das Fugenmaterial auszuübende Kraft in den Verlauf der Führungsstange (3) eine Federeinrichtung (6) eingefügt ist und die Längsverstellbarkeit des oberhalb der Federeinrichtung gelegenen Teils (3a) der Führungsstange (3) durch einen verstellbaren Anschlag (5a, 5b) einstellbar ist.
  3. 3. Gerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gestell (2) höhenverstellbar ist.
  4. 4. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsstange (3), beispielsweise durch eine feststellbare Teleskopausführung, längenverstellbar ist, wobei im Falle des Vorhandensein eines Anschlages (5a, 5b) der Längenverstellmechanismus zwischen dem Anschlag (5a, 5b) und dem Prüfstempel (1) liegt.
  5. 5. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Prüfstempel (1) auswechselbar ist.
  6. 6. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Kraftmeßgerät (7) entfernbar in der Führungsstange (3) angeordnet ist.






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