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Dokumentenidentifikation DE19528246A1 25.01.1996
Titel Anreißvorrichtung für Stahlstimmen in mechanischen Musikwerken mit Hilfe eines beweglichen ungleichschenkligen Anreißhebels mit einem nasenförmigen Vorsprung am längeren Ende und einem beweglichen Anreißzahn am kürzeren Ende des Hebels
Anmelder Ehlert, Karl, 22607 Hamburg, DE
Erfinder Ehlert, Karl, 22607 Hamburg, DE
DE-Anmeldedatum 01.08.1995
DE-Aktenzeichen 19528246
Offenlegungstag 25.01.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.01.1996
IPC-Hauptklasse G10F 5/02
IPC-Nebenklasse G10F 1/06   
Zusammenfassung Die heute hergestellten Spieldosen verwenden bestiftete Walzen als Programmträger. Sie haben eine kurze Spieldauer, einen geringen Tonumfang und eine geringe Lautstärke.
Diese Probleme können durch die Verwendung der Anreißvorrichtung für Stahlstimmen (1) durch einen 2teiligen, beweglichen Anreißhebel (2)-(3a)-(3b)-(4) gelöst werden, welcher in Langloch-Stanzungen (6) eines in gewünschter Tonfolge programmierten Karton-Notenbandes (5) eingreift und, während sich das Notenband (5) durch ein Antriebssystem weiter bewegt, die Nase (4) heruntergedrückt wird und der Anreißzahn (3a) die Stimmzunge anreißt.
Durch die Verwendung der Anreißvorrichtung für Stahlstimmen und dem Gebrauch von Karton-Notenbändern als Programmträger ist der Bau von Musikwerken (Spieldosen - Musical Boxes) mit längerer Spieldauer, mit größerem Tonumfang (60-100 Stimmzungen) und größerer Lautstärke durch entsprechend gestaltete Gehäuse als Resonanzkörper möglich. Die Tonerzeugung erfolgt auf rein mechanischem Wege ohne jede Fremdenergie (z. B. Batterie, Strom, Kraftstoff), also umweltfreundlich!
Für den Gebrauch solcher Musikwerke ist ein weites Feld an Möglichkeiten denkbar wie z. B.: Musikerziehung und Pädagogik, Komposition, Freizeit- und Hobbygestaltung in kreativer Form.
Durch Umkehr der Laufrichtung und Spiegelung der Notenbänder sind ungeahnte, nie gehörte Klang- und Tonfolgen zu erzielen, z. B. für experimentelle Musik oder moderne Kompositionen.
Durch Mitlieferung einer ...

Beschreibung[de]

Die heute hergestellten Spieldosen mit Stahlstimmen als Tonquelle haben in der Regel Walzen mit Stiften oder anderen Vorsprüngen als Programmträger. Außerdem werden noch kleine Musikwerke mit runden Metall-Notenscheiben hergestellt (Schweizer Fabrikate), welche an der Unterseite gestanzte Nocken tragen, mit deren Hilfe drehbare Sternrädchen die Stimmzungen des Stahlkamms anreißen. Bei beiden Systemen ist die Länge der Musikstücke sehr begrenzt. Die Technik dieser Tonerzeugungssysteme wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts erfunden, entwickelt und perfektioniert. Die Patente dieser Zeit sind erloschen.

Den in den Patentansprüchen 1-4 beschriebenen Erfindungen liegt das Problem zugrunde, die Nachteile der ältere Speichersysteme über Stiftwalzen oder Platten zu beseitigen.

Das Problem, die Kürze der Musikstücke zu verlängern, wird mit den in den Schutzansprüchen 1-4 benannten Merkmalen gelöst, indem der Stimmkamm als Tonerzeuger durch bewegliche Anreißhebel, welche in Langloch-Stanzungen eines in gewünschter Tonfolge gestanzten (programmierten) Karton-Notenbandes eingreifen, zum Erklingen gebracht werden. Die Ausführung des 2teiligen, beweglichen Anreißhebels ist dadurch gekennzeichnet, daß sich der beweglich gelagerte Anreißzahn am kurzen Ende des Anreißhebels nach dem erfolgten Anreißvorgang durch eine winkelförmig abgeknickte Blattfeder (Regulierfeder) von der sich im Schwingungszustand befindenden Spitze der Stimmzunge hinweg entfernt und erst bei Erreichung einer neuen Stanzung in der Kartonnote in die ursprüngliche, für einen neuen Anreißvorgang erforderliche Ausgangslage zurückgleitet. Eine Berührung der schwingenden Stimmzunge durch den Anreißzahn wird durch die Abrückbewegung desselben vermieden. Unmittelbar vor Beginn eines neuen Anreißvorgangs wird die eventuelle noch schwingende Stimmzunge durch einen Filzdämpfer abgedämpft, so daß häßliche, störende Klirrgeräusche vermieden werden.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung nach den Patentansprüchen 1-4 wird anhand der Fig. 1-3 erläutert, welche Schnitte durch die Anreißvorrichtung in drei Funktionsstufen zeigen.

Fig. 1 zeigt die Stellung I des Anreißhebels 2 wobei die Nase 4 des Anreißhebels gerade voll in eine Ausstanzung 6 der Kartonnote 5 hineingeglitten ist. Durch die leichte Wölbung der rechten Seite der Nase 4 wird ein zügiges, geräuschloses Hineingleiten in die Ausstanzung ermöglicht. Der Anreißzahn 3a befindet sich jetzt in seiner vordersten Stellung, so, daß die Spitze der Stimmzunge des Stahlkamms 1 angerissen werden kann, wenn sich das Karto-Notenband 5 in Pfeilrichtung weiter bewegt. Die Dämpfung 9 der Stimmzunge verharrt noch in der Ruhestellung.

Fig. 2 zeigt die Stellung II des Anreißhebels 2. Durch die volle Kante der Ausstanzung 6 der Kartonnote 5 ist jetzt die Nase 4 des Anreißhebels 2 ganz nach unten gedrückt, und zwar gegen die Spannung der Andruckfeder 8. Gleichzeitig mit der Abwärtsbewegung der Nase 4 des Anreißhebels 2 um den Drehpunkt I hat sich die Spitze des Anreißzahnes 3a nach oben bewegt und damit die Stimmzunge angerissen. Jetzt ist auch die Dämpfung 9 angehoben und die Stimmzunge kann frei schwingen. In dieser Stellung befindet sich jetzt auch das untere, abgerundete Ende 3b des Anreißzahnes oberhalb der winkelförmigen Einknickung der Regulierfeder 7. Der im Drehpunkt II bewegliche Anreißzahn 3a hat bis jetzt noch keine Bewegung ausgeführt, sondern ist fest gegen die vordere Begrenzung gedrückt.

Fig. 3 zeigt die Stellung III des Anreißhebels 2. Jetzt hat die Nase 4 eine Ausstanzung 6 im Notenband 5 erreicht und gleitet in die Öffnung des sich in Pfeilrichtung bewegenden Notenbands hinein. Während dieses Vorgangs bleibt das untere abgerundete Ende 3b des Anreißzahnes zunächst noch oberhalb der Regulierfeder 7. Gleichzeitig, während sich die Nase 4 aufwärts bewegt, senkt sich das kurze Ende des Anreißhebels 2 und der Anreißzahn 3a beginnt sich, bedingt durch den Widerstand der Regulierfeder gegen das abgerundete Ende 3b des Anreißzahns um den Drehpunkt II mit seiner Spitze 3a von der schwingenden Stimmzungenspitze hinweg zu bewegen (ca. 2,5-3,0 mm) bis die Nase 4 fast völlig in die Ausstanzung hineingeglitten ist. Die seitliche Ausweichbewegung des Anreißzahnes 3a wird durch einen Anschlag begrenzt. Unmittelbar bevor die Nase 4 ihre höchste Stellung erreicht hat, (gestrichelte, dünne Linie) springt die Spitze 3a des Anreißzahnes wieder in die vordere Ausgangsstellung zurück. Dieser Zustand wird erreicht, wenn das untere abgerundete Ende 3b des Anreißzahnes fast völlig an der Regulierfeder 7 vorbeigeglitten ist. Jetzt ist auch die Ausgangsstellung für einen neuen Anreißvorgang erreicht (Stellung I).

Der am Anreißhebel 2 beweglich angebrachte Anreißzahn 3a-3b ist, in Zusammenwirkung mit der Regulierfeder 7 das eigentliche Kernstück dieser Erfindung. Hierdurch wird erreicht, daß eine schwingende Stimmzunge nicht die Spitze eines Anreißzahnes berührt. Fundstellen zur Patentanmeldung "Anreißvorrichtung für Stahlstimmen"


Anspruch[de]
  1. 1. Anreißvorrichtung für Stahlstimmen in mechanischen Musikwerken, (Spieldosen) mit Hilfe eines, um eine feststehende Achse beweglichen, ungleichschenkligen Anreißhebel,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß das längere Ende des Anreißhebels mit einem nasenförmigen Vorsprung versehen ist.
  2. 2. Anreißvorrichtung für Stahlstimmen nach Patentanspruch 1, weiterhin dadurch gekennzeichnet,

    daß das kürzere Ende des Anreißhebels 2teilig ausgebildet ist,

    indem ein begrenzt beweglicher Anreißzahn (in Richtung Stimmzungenspitze) daran befestigt ist.
  3. 3. Anreißvorrichtung für Stahlstimmen nach Patentanspruch 1-2 dadurch gekennzeichnet, daß die im Patentanspruch 2 genannte Bewegung des Anreißzahnes durch eine Blattfeder (Regulierfeder) so ausgeführt wird, daß sich die Spitze des Anreißzahns nach dem Anreißvorgang von der schwingenden Spitze der Stimmzunge hinweg bewegt (ca. 2,5 mm) so, daß es zu keiner Berührung von Metallteilen miteinander kommt.
  4. 4. Anreißvorrichtung für Stahlstimmen nach Patentanspruch 1-3

    dadurch gekennzeichnet,

    daß durch bewegliche Anreißhebel, in gleicher Anzahl der Stimmzungen in einem mechanischen Musikwerk, mit Hilfe von Langlochstanzungen in einem Karton-Notenband in welche die vorstehende Nase am längeren Ende des Anreißhebels (Pat. Anspr. 1) eingreift, und, bedingt durch die Vorwärtsbewegung des Notenbandes, ausgeführt durch ein Antriebssystem, von der festen Kante der Stanzung so herunter bewegt wird, daß der bewegliche Anreißzahn am kurzen Ende des Anreißhebels (Pat.Anspr. 2-3) die entsprechende Stimmzunge anreißt und somit zum Erklingen bringt. Auf diese Weise können beliebig lange Musikstücke gespielt werden.






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