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Dokumentenidentifikation DE4429899A1 29.02.1996
Titel Fahrzeugluftreifen
Anmelder SP Reifenwerke GmbH, 63450 Hanau, DE
Erfinder Gerresheim, Manfred, Dr., 63179 Obertshausen, DE;
Damke, Roland, Dipl.-Phys., 63579 Freigericht, DE
Vertreter Manitz, Finsterwald & Partner, 80538 München
DE-Anmeldedatum 23.08.1994
DE-Aktenzeichen 4429899
Offenlegungstag 29.02.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.02.1996
IPC-Hauptklasse B60C 9/08
Zusammenfassung Fahrzeugluftreifen mit einer ein- oder mehrlagigen, an Wulstringen (1) verankerten Radialkarkasse (2), einem Laufstreifen (3), einer zwischen Karkasse (2) und Laufstreifen (3) vorgesehenen Gürtelanordnung (4) aus mindestens zwei Schnittgürtellagen, deren als Festigkeitsträger dienende, in der jeweiligen Lage parallel zueinander verlaufende Fäden oder Corde (9) sich unter einem vorgebbaren Winkel zur Umfangsmittelebene (14) kreuzen, sowie wenigstens einer die Gürtelanordnung (4) zumindest in deren Randbereichen umschließenden Abdecklage (5) mit zumindest im wesentlichen in Reifenumfangsrichtung verlaufenden Corden oder Fäden (8), wobei zur Verringerung des Reifengewichts ohne Beeinträchtigung der Reifeneigenschaften wenigstens eine der Schnittgürtellagen (4) Fäden oder Corde (9) aus textilem Material enthält, wobei ferner als Material für die Fäden oder Corde (8) der Abdecklage (5) ein Material mit geringer oder kleiner Wärmeschrumpfung verwendet wird und wobei schließlich durch Wahl dieses Materials allein oder in Verbindung mit der Art des Aufbaus und/oder Aufbringens der Abdecklage (5) und/oder durch die Art des Aufbaus der Fäden oder Corde (8) der Abdecklage (5) eine Ausdehnung des Reifens in die Reifenform bei dessen Herstellung sichergestellt, gleichzeitig aber einer darüber hinausgehenden Ausdehnung des Reifens entgegengewirkt wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Fahrzeugluftreifen mit einer ein- oder mehrlagigen, an Wulstringen verankerten Radialkarkasse, einem Laufstreifen, einer zwischen Karkasse und Laufstreifen vorgesehenen Gürtelanordnung aus mindestens zwei Schnittgürtellagen, deren als Festigkeitsträger dienende, in der jeweiligen Lage parallel zueinander verlaufende Fäden oder Corde sich unter einem vorgebbaren Winkel zur Umfangsmittelebene kreuzen sowie wenigstens einer die Gürtelanordnung zumindest in deren Randbereichen umschließenden Abdecklage mit zumindest im wesentlichen in Reifenumfangsrichtung verlaufenden Corden oder Fäden.

Während die Radialkarkasse den Unterbau des Reifens bildet und dem Reifen Festigkeit verleiht, dient die zwischen Karkasse und Laufstreifen vorgesehene Gürtelanordnung, welche aus mindestens zwei geschnittenen Gürtellagen besteht, dazu, dem Fahrzeugluftreifen die gewünschten Fahreigenschaften, insbesondere die notwendige Stabilität zu verleihen. Um ein Ablösen der Gürtellagen insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten zu vermeiden, was vorwiegend in den Randbereichen der Gürtellagen auftritt, ist die Gürtelanordnung zumindest in diesen Bereichen mit einer Abdecklage mit im wesentlichen in Reifenumfangsrichtung verlaufenden Corden oder Fäden abgedeckt.

Die Gürtellagen enthalten als Festigheitsträger heutzutage üblicherweise Stahlcorde, während die Abdecklage Nyloncorde aufweist. Wegen des zunehmenden Bestrebens, das Reifengewicht zu verringern, ist die Verwendung von Stahlcorden in der Gürtelanordnung nachteilig.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Fahrzeugluftreifen der eingangs genannten Art so weiterzubilden, daß dessen Gewicht so weit wie möglich reduziert ist, ohne die geforderten Eigenschaften des Fahrzeugluftreifens zu beeinträchtigen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß wenigstens eine der Schnittgürtellagen als Festigkeitsträger Fäden oder Corde aus textilem Material enthält, daß als Material für die Fäden oder Corde der Abdecklage ein Material mit geringer oder keiner Wärmeschrumpfung verwendet wird und daß durch Wahl dieses Materials allein oder in Verbindung mit der Art des Aufbaus und/oder Aufbringens der Abdecklage und/oder durch die Art des Aufbaus der Fäden oder Corde eine Ausdehnung des Reifens in die Reifenform bei dessen Herstellung sichergestellt, gleichzeitig aber einer darüberhinausgehenden Ausdehnung des Reifens entgegengewirkt wird.

Durch die Verwendung von textilen Festigkeitsträgern in der Gürtelanordnung anstelle von Stahl wird das Reifengewicht vorteilhaft reduziert. Um dem Reifen dennoch die gewünschten Eigenschaften zu verleihen, wird die Abdecklage in der angegebenen Weise gestaltet.

Die Wahl wird also so getroffen, daß die für ein Einformen des Reifenrohlings in die Reifenform notwendige Ausdehnung des Reifenrohlings möglich ist, daß bei Erwärmung des fertigen Reifens nach der Vulkanisation oder beim Betrieb keine Schrumpfung des Reifens auftritt und daß einer Ausdehnung des Reifens unter statischer (Luftdruck) oder dynamischer (Fliehkräfte) Belastung eine möglichst große Kraft entgegengesetzt wird, um ein unerwünschtes Reifenwachstum zu verhindern.

Im Gegensatz zu einem reinen Stahlgürtelreifen besteht bei der Verwendung von textilen Festigkeitsträgern in der Gürtelanordnung nämlich das Problem, daß das Gürtelmaterial keinen bzw. nur einen geringen Kompressionsmodul aufweist. Eine Schrumpfung der Abdecklage aufgrund einer Erwärmung würde daher zu einer Verformung des Reifens und damit zu einer Verschlechterung der Reifeneigenschaften bis hin zu dessen Zerstörung führen.

Als Material für die Fäden oder Corde der Abdecklage wird erfindungsgemäß bevorzugt ein Material verwendet, welches einen Elastizitätsmodul aufweist, der zumindest im Anfangsbereich der Reifendehnung möglichst groß ist, dabei eine Ausdehnung des Reifens in die Reifenform bei der Herstellung aber gerade noch zuläßt. Beim Betrieb des Reifens wird dadurch eine unerwünschte Ausdehnung des Reifens weitgehend verhindert.

Als besonders geeignetes Material für die Fäden oder Corde der Abdecklage hat sich dabei Rayon herausgestellt. Rayon weist einen vergleichsweise, insbesondere gegenüber Nylon, hohen Anfangsmodul auf, also einen relativ steilen Verlauf der Kraft-Dehnungskurve, der groß genug ist, um einer unerwünschten Ausdehnung des Reifens eine ausreichende Kraft entgegenzusetzen, ein Ausdehnen des Reifens in die Reifenform aber zuläßt. Zudem ist Rayon praktisch wärmeschrumpfungsfrei.

Für die Fäden oder Corde der Abdecklage kommt auch Polyester in Betracht, wenn dessen Elastizitätsmodul ausreichend groß und dessen Wärmeschrumpfung ausreichend gering sind. Derartige HMLS (= High Modul Low Shrinkage)-Polyester werden bereits erprobt.

In jedem Fall werden die Fäden oder Corde der Abdecklage bevorzugt so dünn wie möglich und so dick wie nötig gewählt. Das Gewicht der Abdecklage und damit das Reifengewicht kann so verringert werden.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung enthalten die textilen Gürtellagen Corde oder Fäden aus Aramid. Aramid weist eine besonders hohe Festigkeit bei gleichzeitig geringem Gewicht auf. Im Vergleich zu Stahl kann das Gewicht damit signifikant verringert werden. Besonders gute Reifeneigenschaften wurden durch die Kombination eines Aramidgürtels und einer Rayon-Abdecklage erzielt.

Anstelle von Aramid kann für die Festigkeitsträger der textilen Gürtellagen auch Rayon oder HMLS-Polyester verwendet werden. Auch hiermit ergeben sich gute Reifeneigenschaften.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung werden neben der Wahl des Cord- bzw. Fadenmaterials der Abdecklage die geometrische Anordnung der Abdecklage und/oder die Fadenbzw. Corddichte in der Abdecklage zur Einstellung des gewünschten Dehnungsverhaltens des Reifens mit herangezogen.

Beispielsweise kann die Abdecklage nur in den Randbereichen der Gürtelanordnung vorgesehen sein, in denen die Gefahr des Ablösens der Gürtelanordnung am größten ist. Durch diese Anordnung der Abdecklage wird die Ausdehnung des Reifens in die Reifenform im axial mittleren Bereich durch die Abdecklage praktisch überhaupt nicht beeinträchtigt.

Durch die Faden- bzw. Corddichte kann andererseits das Dehnungsverhalten der Abdecklage, also der Elastizitätsmodul der Abdecklage insgesamt, direkt beeinflußt werden. Durch eine hohe Cord- bzw. Fadendichte wird ein hoher Elastizitätsmodul, durch eine geringe Faden- bzw. Corddichte umgekehrt ein geringer Elastizitätsmodul der Abdecklage erzeugt.

Eine weitere Möglichkeit, das Dehnungsverhalten der Abdecklage durch deren Aufbau zu beeinflussen, besteht darin, die Wickeldichte und/oder -festigkeit zu verändern, um das Dehnungsverhalten der Abdecklage, also deren Elastizitätsmodul, gezielt einzustellen. So kann durch eine hohe Wickeldichte und/oder durch eine hohe Wickelfestigkeit ein großer Elastizitätsmodul der Abdecklage eingestellt werden, während umgekehrt durch eine geringe Wickeldichte und/oder Wickelfestigkeit ein kleiner Elastizitätsmodul eingestellt wird.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird die Wickeldichte und/oder -festigkeit über die Reifenbreite unterschiedlich gewählt, wobei diese jeweils bevorzugt in den Randbereichen der Gürtellagen höher bzw. größer sind. Auf diese Weise kann dem gewünschten Dehnungsverhalten und allgemein den gewünschten Eigenschaften des Reifens besonders gut Rechnung getragen werden.

In den Randbereichen der Gürtellagen, die den Schulterbereichen des Reifens entsprechen, ist, wie bereits ausgeführt, ein hoher Elastizitätsmodul erforderlich, um der hier besonders großen Gefahr des Ablösens der Gürtellagen entgegenzuwirken, während im axial mittleren Reifenbereich ein geringerer Elastizitätsmodul der Abdecklage ausreichend ist.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann die Einstellung des gewünschten Dehnungsverhaltens der Abdecklage über den Aufbau der Corde bzw. Fäden der Abdecklage dadurch erfolgen, daß der Verdrillungsgrad dieser Fäden oder Corde entsprechend gewählt wird. Durch eine Erhöhung des Verdrillungsgrades der Corde bzw. Fäden in der Abdecklage wird dieser eine zusätzliche Elastizität gegeben, die zu einer Verringerung des Elastizitätsmoduls der Abdecklage führt. Andererseits kann durch einen verringerten Verdrillungsgrad ein größerer Elastizitätsmodul erzeugt werden.

Zur Einstellung des gewünschten Dehnungsverhaltens haben sich weitere Maßnahmen als besonders geeignet herausgestellt. So kann die Abdecklage entweder die gesamte Gürtellage oder nur einen Teil, insbesondere die beiden Randbereiche der Gürtellagen abdecken. Im ersten Fall kann die Abdecklage auch als einmal gefaltete Doppellage ausgebildet sein.

Bei einer Abdecklage aus gewickelten Streifen, sogenannte JLB, können sich die einzelnen Streifenwicklungen überlappen, wobei die überlappungsbreite über die Reifenbreite unterschiedlich gewählt sein kann. Auf diese Weise kann das Dehnungsverhalten auch über die Reifenbreite gezielt variiert werden, insbesondere kann in den Schulterbereichen des Reifens wiederum ein großer Elastizitätsmodul der Abdecklage eingestellt werden, während in dem axial mittleren Reifenbereich ein geringer Elastizitätsmodul eingestellt wird. Dies kann beispielsweise dadurch erreicht werden, daß eine Überlappung der Streifenwicklungen nur in den die beiden Randbereiche der Gürtellagen abdeckenden Bereichen gegeben ist oder hier besonders groß ist.

Wickelsinn und Wickelrichtung der Streifenwicklungen können nach weiteren Ausgestaltungen der Erfindung über die Reifenbreite ebenfalls unterschiedlich sein, insbesondere können Wickelsinn und Wickelrichtung einerseits der Umfangsmittelebene dem Wickelsinn bzw. der Wickelrichtung auf der anderen Seite der Umfangsmittelebene entgegengesetzt sein. Auch auf diese Weise können die Reifeneigenschaften gezielt beeinflußt werden.

Insgesamt kann also durch die vorstehend aufgeführten verschiedenen Maßnahmen der Elastizitätsmodul der Abdecklage gezielt eingestellt werden, d. h., der Kraft-Dehnungskurve der Abdecklage kann ein gewünschter Verlauf gegeben werden.

Schließlich kann auch die Gürtelanordnung verschieden ausgestaltet sein, insbesondere können eine oder mehrere der Gürtellagen mehrteilig ausgebildet sein, indem sie beispielsweise eine Lücke im axial mittleren Bereich aufweisen. Aber auch Art und Aufbau der Festigkeitsträger der Gürtelanordnung können in ähnlicher Weise wie bei der Abdecklage zur Beeinflussung des Dehnungsverhaltens des Reifens mit herangezogen werden.

Im übrigen kann die Gürtelanordnung erfindungsgemäß entweder ausschließlich aus textilen Gürtellagen bestehen oder sowohl aus textilen Gürtellagen als auch aus Stahlgürtellagen (sogenannter Hybridaufbau). In beiden Fällen wirkt sich die erfindungsgemäße Gestaltung der Abdecklage günstig auf die Reifeneigenschaften aus.

Verschiedene Ausgestaltungen der Abdecklage sowie eine Darstellung der damit hervorgerufenen Eigenschaften sind in der Zeichnung dargestellt, und werden nachfolgend beschrieben. Es zeigen

Fig. 1 einen Querschnitt durch einen erfindungsgemäßen Fahrzeugluftreifen,

Fig. 2 eine perspektivische Teilansicht eines aufgeschnittenen erfindungsgemäßen Reifens,

Fig. 3 bis 34 verschiedene Varianten der erfindungsgemäßen Abdecklage in schematischer Darstellung und

Fig. 35 ein Dehnungsdiagramm von Reifen mit textilen Gürtellagen und verschiedenen Abdecklagen im Vergleich.

Der in Fig. 1 dargestellte Reifen weist eine an Wulstringen 1 verankerte Radialkarkasse 2, einen Laufstreifen 3 und eine zwischen Karkasse 2 und Laufstreifen 3 vorgesehene Gürtelanordnung 4 aus zwei Gürtellagen auf sowie eine die Gürtelanordnung umschließende Abdecklage 5. Die Wulstringe 1 sind jeweils mit einem Wulstkern 6 versehen, auf welchem ein Kernreiter 7 angeordnet ist.

In Fig. 2 ist erkennbar, daß sowohl die Gürtellagen 4 als auch die Abdecklage 5 untereinander parallele Corde oder Fäden 8 bzw. 9 aufweisen. Während die Corde bzw. Fäden 8 der Abdecklage 5 im wesentlichen in Reifenumfangsrichtung verlaufen, kreuzen sich die Corde bzw. Fäden 9 der Gürtellagen 4 unter einem bestimmten Winkel zur Umfangsmittelebene des Reifens.

Fig. 3 und Fig. 4 zeigen die Anordnung der Abdecklage 5 radial außerhalb der beiden Gürtellagen 4, wobei in Fig. 3 die Abdecklage 5 die Gürtellagen 4 über deren gesamte Breite umschließt, während in Fig. 4 nur die Randbereiche der Gürtellagen 4 durch die nunmehr zweiteilige Abdecklage 5umschlossen werden.

In Fig. 5 und Fig. 6 ist die Abdecklage 5 im Gegensatz zu den Fig. 3 und 4 als gewickelte Streifenbandage (JLB) ausgebildet, wobei die Wicklung der Streifen 13 in Fig. 5 von links nach rechts und in Fig. 6 von rechts nach links erfolgt, wie in Fig. 5b und 6b durch das Bandagenteilstück 10 mit Pfeil 11 bzw. 12 angedeutet ist.

In den Fig. 7 und 8 ist eine Ausgestaltung dargestellt, bei welcher sich die einzelnen Wicklungen der Bandagenstreifen 13 überlappen, wobei die Wickelrichtung einmal der Fig. 5 und einmal der Fig. 6 entspricht.

In den Fig. 9 und 10 ist die Wickelrichtung links und rechts der Umfangsmittelebene 14 jeweils unterschiedlich. Im übrigen stimmen diese Ausgestaltungen mit den Fig. 7 und 8 überein.

In den Fig. 11 bis 16 ist die Überlappung zwischen den einzelnen Wicklungen der Bandagenstreifen 13 über die Reifenbreite unterschiedlich. Während in Fig. 11 bis 14 eine Überlappung lediglich in den Randbereichen der Gürtellagen 4 gegeben ist und im axial mittleren Bereich die Bandagenstreifen 13 auf Stoß bzw. mit Lücke gewickelt sind, ist in den Fig. 15 und 16 eine Überlappung über die gesamte Reifenbreite gegeben, wobei diese in den Randbereichen der Gürtellagen 4 größer ist als im axial mittleren Reifenbereich. Die Wickelrichtung ist, wie mit den Pfeilen 11 bzw. 12 angegeben, jeweils unterschiedlich.

In den Fig. 17 bis 28 ist die Abdecklage 5 nur in den Randbereichen der Gürtelanordnung 4 vorgesehen, wobei in den Fig. 17 bis 20 jeweils eine Überlappung der einzelnen Wicklungen und die mit den Pfeilen 11 und 12 angegebene Wickelrichtung gegeben ist. In den Fig. 21 bis 24 sind die einzelnen Wicklungen der Bandagenstreifen 13 dagegen nicht überlappt. Auch hier ist die Wickelrichtung mit Pfeilen 11 und 12 angegeben. Die Fig. 25 bis 28 stimmen von der Überlappung und der Wickelrichtung mit den Fig. 17 bis 20 überein, weisen jedoch gegenüber diesen einen umgekehrten Wickelsinn auf.

In den Fig. 29 bis 32 ist die Abdecklage 5 als Doppellage ausgebildet und entweder im linken oder rechten Randbereich der Gürtellage 4 einmal gefaltet. Während in Fig. 29 und 30 die Abdecklage 5 als Vollbandage ausgebildet ist, ist die Abdecklage 5 gemäß den Fig. 31 und 32 als gewickelte Streifenbandage ausgebildet.

Die Fig. 33 und 34 schließlich zeigen eine Abdecklage 5, welche verschieden gestaltete Gürtellagen 4 abdeckt, und zwar ist in Fig. 33 der radial äußere Gürtel zweiteilig ausgebildet mit einer im axial mittleren Reifenbereich gelegenen Lücke, während bei Fig. 34 die radial innere Gürtellage eine solche Lücke aufweist.

Das Diagramm von Fig. 35 zeigt die Wirkung, die mit einer erfindungsgemäßen Abdecklage 5 erzielt werden kann. Dargestellt ist die Veränderung des Reifendurchmessers eines Fahrzeugluftreifens mit textilen Gürtellagen und zwar einmal für einen erfindungsgemäßen Reifen mit einer Abdecklage aus Bandagenstreifen (JLB) mit Rayoncorden (Kurve I) und zum zweiten für einen Reifen mit einer Abdecklage aus Bandagenstreifen (JLB) mit Nyloncorden (Kurve II). Der Reifendurchmesser ist für verschiedene Stadien der Reifenherstellung sowie für den fertigen Reifen bei Raumtemperatur und im aufgepumpten Zustand dargestellt. Der Reifendurchmesser ist hierbei in Prozent bezogen auf den Durchmesser des Reifenrohlings angegeben.

Man erkennt, daß bei einem erfindungsgemäßen Reifen mit Rayon-Abdecklage (Kurve I) der Reifendurchmesser während der Reifenherstellung nahezu unverändert bleibt. Durch Aufblasen des Reifens vergrößert sich dessen Umfang um einen geringen Betrag.

Bei einem Reifen mit Nylon-Abdecklage (Kurve II) verringert sich der Reifendurchmesser aufgrund der Wärmeschrumpfung des Nylon beim Vulkanisieren um einen erheblichen Betrag. Erst der aufgeblasene Reifen erreicht wieder in etwa den Durchmesser des Reifens mit Rayon-Abdeckung.

Durch die Erfindung kann also auf kostengünstige Weise ein leichter Reifen hergestellt werden, der alle Anforderungen an einen modernen Reifen erfüllt.

Selbstverständlich sind weitere Variationen des Aufbaus der Abdecklage, der Anordnung der Abdecklage auf der Gürtellage sowie der verwendeten Materialien im Rahmen der Erfindung möglich. Stets kommt es darauf an, durch Variation der angeführten Parameter die Kraft-Dehnungskurve der Abdecklage so einzustellen, daß sich das gewünschte Dehnungsverhalten des Reifens ergibt, welches einerseits eine ordnungsgemäße Herstellung des Reifens mit sauberer Ausbildung des Reifenprofils erlaubt und andererseits optimale Reifeneigenschaften gewährleistet.

Bezugszeichenliste

1 Wulstring

2 Karkasse

3 Laufstreifen

4 Gürtel

5 Abdecklage

6 Wulstkern

7 Kernreiter

8 Corde oder Fäden

9 Corde oder Fäden

10 Bandagenteilstück

11 Pfeil

12 Pfeil

13 Bandagenstreifen

14 Umfangsmittelebene

I Dehnungskurve

II Dehnungskurve


Anspruch[de]
  1. 1. Fahrzeugluftreifen mit einer ein- oder mehrlagigen, an Wulstringen verankerten Radialkarkasse, einem Laufstreifen, einer zwischen Karkasse und Laufstreifen vorgesehenen Gürtelanordnung aus mindestens zwei Schnittgürtellagen, deren als Festigkeitsträger dienende, in der jeweiligen Lage parallel zueinander verlaufende Fäden oder Corde sich unter einem vorgebbaren Winkel zur Umfangsmittelebene kreuzen sowie wenigstens einer die Gürtelanordnung zumindest in deren Randbereichen umschließenden Abdecklage mit zumindest im wesentlichen in Reifenumfangsrichtung verlaufenden Corden oder Fäden, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine der Schnittgürtellagen Fäden oder Corde (9) aus textilem Material enthält, daß als Material für die Fäden oder Corde (8) der Abdecklage (5) ein Material mit geringer oder keiner Wärmeschrumpfung verwendet wird und daß durch Wahl dieses Materials allein oder in Verbindung mit der Art des Aufbaus und/oder Aufbringens der Abdecklage (5) und/oder durch die Art des Aufbaus der Fäden oder Corde (8) der Abdecklage (5) eine Ausdehnung des Reifens in die Reifenform bei dessen Herstellung sichergestellt, gleichzeitig aber einer darüber hinausgehenden Ausdehnung des Reifens entgegengewirkt wird.
  2. 2. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Material für die Fäden oder Corde (8) der Abdecklage (5) ein Material mit einem möglichst großem Anfangselastizitätsmodul verwendet wird, welcher eine Ausdehnung des Reifens in die Reifenform bei der Herstellung gerade noch zuläßt.
  3. 3. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdecklage (5) Fäden oder Corde (8) aus Rayon enthält.
  4. 4. Fahrzeugluftreifen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Abdecklage (5) Fäden oder Corde (8) aus einem Polyester mit hohem Elastizitätsmodul und geringer Wärmeschrumpfung, sogenannter HMLS-Polyester, enthält.
  5. 5. Fahrzeugluftreifen nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Fäden oder Corde (8) der Abdecklage (5) so dünn wie möglich und so dick wie nötig gewählt werden.
  6. 6. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die textilen Gürtellagen (4) Corde oder Fäden (9) aus Aramid enthalten.
  7. 7. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die textilen Gürtellagen (4) Corde oder Fäden (9) aus Rayon enthalten.
  8. 8. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die textilen Gürtellagen (4) Fäden oder Corde (9) aus HMLS-Polyester enthalten.
  9. 9. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die geometrische Anordnung der Abdecklage (5) und/ oder die Faden- bzw. Corddichte in der Abdecklage (5) zur Einstellung des gewünschten Dehnungsverhaltens zumindest mit herangezogen werden.
  10. 10. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Wickeldichte und/oder -festigkeit der Abdecklage (5) zur Einstellung des gewünschten Dehnungsverhaltens zumindest mit herangezogen werden.
  11. 11. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Wickeldichte und/oder -festigkeit über die Reifenbreite unterschiedlich gewählt sind und bevorzugt in den Randbereichen der Gürtellagen (4) höher bzw. größer sind.
  12. 12. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Verdrillungsgrad der Fäden oder Corde (8) der Abdecklage (5) zur Einstellung des gewünschten Dehnungsverhaltens zumindest mit herangezogen wird.
  13. 13. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdecklage (5) die Gürtellage (4) über deren gesamte Breite umschließt.
  14. 14. Fahrzeugluftreifen nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß im axial mittleren Reifenbereich keine Abdeckung vorhanden ist.
  15. 15. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdecklage (5) nur die beiden Randbereiche der Gürtellagen (4) abdeckt.
  16. 16. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdecklage (5) als Vollbandage ausgebildet ist.
  17. 17. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdecklage (5) durch einfache Faltung als Doppellage ausgebildet ist.
  18. 18. Fahrzeugluftreifen nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdecklage (5) als Streifenbandage, sogenannter JLB, ausgebildet ist.
  19. 19. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß sich benachbarte Streifenwicklungen (13) zumindest zum Teil überlappen.
  20. 20. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Überlappungsbreite über die Reifenbreite unterschiedlich gewählt ist.
  21. 21. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß eine Überlappung der Streifenwicklungen (13) nur in den die beiden Randbereiche der Gürtellagen (4) abdeckenden Bereichen der Abdecklage (5) gegeben ist.
  22. 22. Fahrzeugluftreifen nach einem der Ansprüche 18 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß der Wickelsinn der Streifenwicklungen (13) über die Reifenbreite unterschiedlich ist.
  23. 23. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß der Wickelsinn einerseits der Umfangsmittelebene (13) dem Wickelsinn auf der anderen Seite der Umfangsmittelebene (13) entgegengesetzt ist.
  24. 24. Fahrzeugluftreifen nach einem der Ansprüche 18 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Wickelrichtung der Streifenwicklungen (13) über die Reifenbreite unterschiedlich ist.
  25. 25. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß die Wickelrichtung einerseits der Umfangsmittelebene (13) der Wickelrichtung andererseits der Umfangsmittelebene (13) entgegengesetzt ist.
  26. 26. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Art des Aufbaus der Gürtellage (4) zur Einstellung des gewünschten Dehnungsverhaltens zumindest mit herangezogen wird.
  27. 27. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, daß die Art des Aufbaus der Fäden oder Corde (9) der Gürtellage (4) zur Einstellung des gewünschten Dehnungsverhaltens zumindest mit herangezogen wird.






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