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Dokumentenidentifikation DE19506599C1 14.03.1996
Titel Spritzgußmaschine
Anmelder SysTec Engineering Knauer GmbH & Co KG, 72574 Bad Urach, DE
Erfinder Döbler, Walter, 72574 Bad Urach, DE
Vertreter Grünecker, Kinkeldey, Stockmair & Schwanhäusser, Anwaltssozietät, 80538 München
DE-Anmeldedatum 24.02.1995
DE-Aktenzeichen 19506599
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 14.03.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.03.1996
IPC-Hauptklasse B29C 49/06
Zusammenfassung Die Erfindung bezieht sich auf eine Spritzgußmaschine mit einem mindestens eine Matrize und Patrize umfassenden Spritzgußwerkzeug. In unmittelbarer Nähe neben dem Spritzgußwerkzeug ist ein Blasformwerkzeug angeordnet. Zwischen dem Spritzgußwerkzeug und dem Blasformwerkzeug ist ein Übergabegreifer zum Übergeben eines Vorformlings von dem Spritzgußwerkzeug an das Blasformwerkzeug angeordnet. Der Übergabegreifer ist derart zu den Öffnungs- bzw. Schließbewegungen des Spritzgußwerkzeugs und des Blasformwerkzeugs in seiner Bewegung synchronisiert, daß der Übergabegreifer in den Werkzeugbereich des geöffneten Spritzgußwerkzeugs einfährt, den jeweiligen Vorformling von der Patrize oder Matrize entfernt, aus dem Werkzeugbereich ausfährt und den Vorformling in das entsprechend geöffnete Blasformwerkzeug einfährt.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Spritzgußmaschinen mit einem mindestens eine Matrize und Patrize umfassenden Spritzgußwerkzeug.

Solche Maschinen sind selbstverständlich im Stand der Technik weitreichend bekannt und finden vielfach Anwendung. Nun werden solche Spritzgußmaschinen auch oft dazu verwendet, Vorformlinge herzustellen, die einem nachfolgenden Blasvorgang zugeführt werden. So ist es z. B. bei der Herstellung von großvolumigen Getränkeflaschen aus Kunststoff bekannt, einen Vorformling in einer Spritzgußmaschine herzustellen und den Vorformling abkühlen zu lassen, so daß dieser dann an Ort und Stelle im Getränkebetrieb nach entsprechender Wärmevorbehandlung in die Endform gebracht werden kann. Es gibt in diesem Zusammenhang aber auch Lösungen, bei denen der Vorformling aus der Spritzgußmaschine entnommen und einer Fördereinrichtung zugeführt wird, die mit dem Vorformling zahlreiche Zwischenbearbeitungsschritte, wie z. B. Kristallisierung des Verschlußgewindebereichs usw. durchläuft. Abschließend erfolgt dann vor dem eigentlichen Blasvorgang noch ein Wärmebehandlungsschritt. Diese im Stand der Technik bekannten Verfahren haben den großen Nachteil, daß sie speziell auf das Herstellen von Getränkeflaschen abgestimmt sind und sich diese Vorrichtung zum Herstellen anderer Spritzblasformteile nicht so recht durchsetzen können.

Zwar hat man sich in der DE 38 11 465 C2 mit dem Thema der Integration eines Blasformwerkzeuges in einer Spritzgußmaschine schon beschäftigt. Bei dieser bekannten Vorrichtung sind jedoch das Spritzgußwerkzeug und Blasformwerkzeug in Reihe hintereinander geschaltet und weisen eine gemeinsame, drehbare Patrize auf, wobei die im Spritzgußwerkzeug erzeugten Vorformlinge auf den Formkernen der Patrize verbleiben und durch Drehen der gesamten Patrize in die Blasformstation überführt werden. Die Vorrichtung hat den Vorteil, daß durch die kurzen Wege die hier bereitgestellt werden ein Abkühlen des Vorformlings weitgehendst verhindert wird. Der Nachteil dieser Vorrichtung gegenüber der vorliegenden Erfindung besteht aber darin, daß die doppelte Anzahl von Kernen auf einer aufwendig ausgestalteten Patrize erforderlich sind.

Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Spritzgußmaschine bereitzustellen, deren Einsatzmöglichkeit erweitert ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß in unmittelbarer Nähe neben dem Spritzgußwerkzeug ein Blasformwerkzeug angeordnet ist und daß zwischen dem Spritzgußwerkzeug und dem Blasformwerkzeug ein Übergabegreifer zum Übergeben eines Vorformlings von dem Spritzgußwerkzeug an das Blasformwerkzeug angeordnet ist, wobei der Übergabegreifer derart zu den Öffnungs- bzw. Schließbewegungen des Spritzgußwerkzeugs und des Blasformwerkzeugs in seiner Bewegung synchronisiert ist, daß der Übergabegreifer in den Werkzeugbereich des geöffneten Spritzgußwerkzeugs einfährt, den jeweiligen Vorformling von der Patrize oder Matrize entfernt, aus dem Werkzeugbereich ausfährt und in das entsprechend geöffnete Blasformwerkzeug mit dem Vorformling einfährt.

Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, daß durch den hier zur Verfügung gestellten Übergabegreifer lediglich geringe Massen gegenüber einer drehbaren Patrize zu bewegen sind, wodurch sich größere Geschwindigkeiten fahren lassen und Energie eingespart werden kann. Des weiteren ist auch ein Formatwechsel bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit relativ geringem Aufwand möglich. Durch die Einfachhaltung des Spritzgußwerkzeuges und des Blasformwerkzeuges werden geringe Werkzeug-Bauhöhen erreicht, wobei auch eine Etagenbauweise durchaus denkbar ist. Wichtig ist hierzu bei der vorliegenden Erfindung, daß das Spritzgußwerkzeug und das Blasformwerkzeug im wesentlichen unmittelbar nebeneinander angeordnet sind, so daß geringste Verfahrwege für den Vorformling durch den Übergabegreifer notwendig sind und die Restwärme vom Spritzgußvorgang für den Blasformvorgang ausgenutzt werden kann.

Um insbesondere schwierig zu bearbeitende Kunststoffe, wie z. B. PET, verarbeiten zu können, kann dem Blasformwerkzeug mindestens ein Reckstempel zugeordnet sein. Die Reckstempel können dann entsprechend einem Vorreckprogramm jeweils in die zugeordneten Blasformen eingefahren werden. Beim oben beschriebenen Stand der Technik bestand der Nachteil, daß derartige Reckstempel im Formkern integriert sein mußten und somit nur ein begrenzter Platz für diesen zur Verfügung stand. Der Reckstempel gemäß der vorliegenden Erfindung kann jegliche notwendige Größe aufweisen und entsprechend optimiert sein. Darüber hinaus können durch das getrennte Anordern von Reckstempeln und Formkernen in der Patrize problemlos mehrere Kühl- oder Heizkreisläufe auch in den Formkernen, angeordnet sein, da kein Platz mehr für einen Vorreckstempel an dieser Steile benötigt wird.

Vorteilhafterweise kann die Bewegung des Übergabegreifers durch die Öffnungs- bzw. Schließbewegung des Spritzgußwerkzeugs und/oder Blasformwerkzeug zwangsgesteuert sein. Die Zwangssteuerung führt dazu, daß kein separater Antrieb für die Greiferbewegung vorgesehen sein muß, der dann mit den Öffnungs- und Schließbewegungen der Werkzeuge synchronisiert wird.

In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Übergabegreifer einen Schwenkarm auf, der um eine bezüglich einer Werkzeughälfte des Spritzguß- und/oder Blasformwerkzeugs ortsfest angeordnete Schwenkachse schwenkbar ist. Unter dem Begriff Werkzeughälfte ist jeweils ein Hauptbereich des jeweiligen Werkzeuges zu verstehen. Die ortsfeste Anordnung bezüglich einer solchen Werkzeughälfte des Übergabegreifers gewährleistet allzeit eine positionsgenaue Anordnung, wobei die Schwenkachse durch diese Anordnung derart optimal anbringbar ist, daß ein möglichst kurzer Schwenkarm zur Bedienung des Spritzgußwerkzeugs und Blasformwerkzeugs bereitgestellt werden kann.

In einer besonderen Ausführungsform sind die Öffnungsrichtungen des Spritzgußwerkzeugs und des Blasformwerkzeugs quer zueinander, bevorzugt ca. 90°, ausgerichtet. Der Übergabegreifer muß bei dieser Ausbildung einen Schwenkbereich von bis zu 180° abdecken. Diese Anordnung eignet sich insbesondere für Senkrechtspritzgußmaschinen, da in diesem Falle das aus der Blasform zu entnehmende fertige Werkstück bereits richtig herum positioniert ist und z. B. automatisch auf ein Förderband fallen kann. Eine weitere Handhabungsaktion zum Wenden des Werkstückes ist nicht erforderlich.

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform sieht vor, daß die Öffnungsrichtungen des Spritzgußwerkzeugs und des Blasformwerkzeugs parallel zueinander angeordnet sind. Eine solche Anordnung bietet sich z. B. an, wenn die Entnahme nach unten erfolgt, da dann die nach dem Blasformvorgang fertigen Werkstücke wieder in einer besonders günstigen Abnahmeposition liegen. Selbstverständlich kann eine solche Ausführungsform auch für die seitliche oder obere Anordnung des Blasformwerkzeugs Verwendung finden. Günstigerweise kann diese Ausführungsform so weitergestaltet werden, daß zumindest die sich bewegenden Teile (z. B. Matrize bzw. Patrize oder linke bzw. rechte Formhälfte) des Spritzgußwerkzeugs und des Blasformwerkzeugs zum Ausführen einer gemeinsamen Öffnungs- und Schließbewegung miteinander fest verbunden sind. Diese Ausgestaltung bietet den enormen Vorteil, daß für die Schließ- und Öffnungsbewegung beider Werkzeuge lediglich ein einziger Antrieb erforderlich ist, wobei darüber hinaus keine besondere Zwangskopplung zwischen den Formteilen realisiert werden muß. Die Werkzeuge öffnen und schließen einfach parallel zueinander.

Um weiterhin Platz einzusparen kann der Reckstempel in dem Spritzgußwerkzeug quer zu dessen Öffnungsrichtung integriert sein. Das Blasformwerkzeug läßt sich dadurch besonders nahe an das Spritzgußwerkzeug heranführen, da die Reckstempel, z. B. in Formtaschen, in dem Spritzgußwerkzeug angeordnet sind.

Damit der Greifer nicht in eine zwischen dem Spritzgußwerkzeug und dem Blasformwerkzeug befindliche Nichtgebrauchsstellung während der Bearbeitungsvorgänge gefahren werden muß, kann diese als Formbestandteil der Matrize oder Patrize ausgebildet sein, und beim Spritzgußvorgang in dem Spritzgußwerkzeug verweilen und einen Teil der Form bilden. Es besteht aber auch die Möglichkeit den Übergabegreifer als Formbestandteil der Blasform auszubilden, so daß dieser beim Blasvorgang in dem Blasformwerkzeug verweilt und einen Teil der Blasform bildet. Der Greifer kann somit den entsprechenden Erfordernissen angepaßt sein, was z. B. bei der Herstellung von Produkten mit einem Gewinde im Kopfbereich von großer Bedeutung ist. Bei der Integration des Greifers in das Spritzgußwerkzeug stellt sich auch nicht das Problem, daß die Greiffunktion fehlerhaft ausgeführt wird, da der Kunststoff bereichsweise an den Greifer angespritzt wird, und somit maßgenau an diesem anliegt.

Um insbesondere längere Vorformlinge sicher und ohne Beschädigung aus dem Spritzgußwerkzeug zu entfernen, kann die Steuerung des Übergabegreifers derart erfolgen, daß dieser zum Entfernen des Vorformlings aus der Patrize oder Matrize einen Abhebehub ausführt. Insbesondere in Verbindung mit einem Übergabegreifer mit Schwenkarm ist hierdurch sichergestellt, daß bei dem Entnahmevorgang keine Berührung des Vorformlings mit der Patrize oder Matrize vorkommt.

Es sei an dieser Stelle erwähnt, daß die vorliegende Erfindung unabhängig von der Anzahl der Formnester im Spritzgußwerkzeug und Blasformwerkzeug ausgeführt werden kann, solange sichergestellt ist, daß eine schnellstmögliche Übergabe des Vorformlings an das Blasformwerkzeug realisierbar ist. Als Übergabegreifer können die verschiedensten Greifertypen, wie z. B. auch Sauggreifer, verwendet werden.

Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert. Es zeigt:

Fig. 1 eine erste Ausführungsform einer Spritzgußmaschine in schematischer Darstellung und geschlossenen Werkzeugen,

Fig. 2 die Ausführungsform aus Fig. 1 mit geöffneten Werkzeugen,

Fig. 3 eine zweite Ausführungsform einer Spritzgußmaschine in schematischer Darstellung und geschlossenen Werkzeugen und

Fig. 4 die Ausführungsform aus Fig. 3 mit geöffneten Werkzeugen.

Bezugnehmend auf Fig. 1 und 2 wird im folgenden eine erste Ausführungsform der vorliegenden Erfindung näher erläutert.

Die in Fig. 1 und 2 dargestellte Spritzgußmaschine umfaßt ein Maschinenbett 1 mit darauf angeordnetem Spritzgußwerkzeug 2 und Blasformwerkzeug 3. Das Spritzgußwerkzeug 2 setzt sich aus einer Patrize 4 und einer Matrize 5 zusammen. Die Patrize 4 weist mindestens einen Formkern 6 auf, der mit entsprechendem Abstand zur Bildung einer Formkavität in die entsprechend zugeordnete Formmulde 7 der Matrize 5 eingreift.

Das in dieser Ausführungsform gezeigte Blasformwerkzeug 3 umfaßt eine linke und rechte Formhälfte 8, 9 und einen Bodenschließer 10. Jeder Blasform 11, die durch die beiden Formhälften 8, 9 und die Bodenschließe 10 gebildet ist, ist ein Vorrecker 12 mit einem aus- und einfahrbaren Recksstempel 13 zugeordnet.

Die Spritzgußmaschine umfaßt weiterhin eine nicht dargestellte Spritzgußeinheit, die lediglich schematisch durch ihr Anspritzmundstück 14 angedeutet ist und Kunststoff in die Formkavität einspritzen kann.

Zwischen dem Spritzgußwerkzeug 2 und dem Blasformwerkzeug 3 ist ein Übergabegreifer 15 mit einer ortsfest an der Matrize 5 angeordneten Schwenkachse 16 und einem um die Schwenkachse 16 schwenkbaren Schwenkarm 17 vorgesehen. Der Übergabegreifer 15 wird durch die Schließ- und Öffnungsbewegung des Spritzgußwerkzeugs 2 oder alternativ durch die Schließ- und Öffnungsbewegung des Blasformwerkzeugs 3 zwangsgesteuert. Die Öffnungsrichtung A des Spritzgußwerkzeugs 2 und die Öffnungsrichtung B des Blasformwerkzeugs 3 sind bei dieser Ausführungsform senkrecht zueinander angeordnet. Die Schließ- bzw. Öffnungsbewegungen des Spritzgußwerkzeugs 2 bzw. des Blasformwerkzeugs 3 können separat oder zwangsgesteuert zueinander erfolgen. Derselbe Sachverhalt trifft auch für die Bewegung und Ansteuerung des Vorreckers 12 zu.

Im folgenden wird die Wirkungs- und Funktionsweise der zuvor beschriebenen Ausführungsform näher erläutert.

Wenn sich die Spritzgußmaschine in dem in Fig. 1 gezeigten Zustand befindet wird Kunststoff in die Kavität des Spritzgußwerkzeuges 2 eingespritzt. Selbstverständlich können, obwohl in dieser Ausführungsform nur eine Formmulde 7 und ein Formkern 6 dargestellt sind, mehrere Formkavitäten angeordnet sein. Gleichzeitig erfolgt im Blasformwerkzeug 3 die Blasformung des aus dem Spritzgußwerkzeug 2 vorher entnommenen Vorformlings 18. Dies geschieht durch Schließen des Blasformwerkzeugs 3, Einblasen von Druckluft und gleichzeitigem Vorrecken mittels des Reckstempels 13, der in das Werkstück während des Bearbeitungsvorganges einfährt. Der Greifer 15 ist bei dieser Ausführungsform derart angepaßt, daß er während des Blasvorganges im vorderen Bereich der Blasform 11 verbleibt und einen Bereich der Blasform bildet.

Wenn sowohl auf der einen Seite der Spritzgußvorgang als auch auf der anderen Seite der Blasformvorgang beendet ist, öffnen die beiden Werkzeuge 2, 3. Aus der Blasform 11 wird das fertige Werkstück 19 entnommen und gleichzeitig schwenkt der Übergabegreifer 15 in den sich öffnenden Werkzeugbereich des Spritzgußwerkzeugs 2 ein, entnimmt den Vorformling 18 und schwenkt spätestens bei Einsetzen der Schließbewegung wieder aus dem Werkzeugbereich heraus und überführt den Vorformling 18 zur sich wieder schließenden Blasform 11.

Es ist ersichtlich, daß aufgrund der relativ filigranen Ausgestaltung des Übergabegreifers 15 im Verhältnis zu den Werkzeugen 2, 3 ein sehr leichtgewichtiges Übergabeelement bereitgestellt wird, daß darüber hinaus mit sehr hohen Geschwindigkeiten aus den jeweiligen Werkzeugbereichen ein- und ausgefahren werden kann, da nur geringe Massen bewegt werden müssen. Hierdurch wird eine schnellstmögliche Übergabe des Vorformlings 18 an das Blasformwerkzeug 3erreicht, wodurch die durch den Spritzgußvorgang vorhandene Restwärme am Vorformling 18 für den Blasformvorgang ausgenutzt werden kann, ohne daß die Notwendigkeit zusätzlicher Heizelemente besteht, wobei diese natürlich selbstverständlich auch gegebenenfalls in dem Greifer 15 integriert sein können.

Des weiteren kann die Zwangssteuerung des Übergabegreifers 15 derart erfolgen, daß dieser beim Entnehmen des Vorformlings 18 aus dem Spritzgußwerkzeug 2 erst einmal einen linearen im wesentlichen in Öffnungsrichtung A verlaufenden Abhebehub vor der eigentlichen Schwenkbewegung ausführt.

Im folgenden wird eine zweite Ausführungsform der vorliegenden Erfindung anhand der Fig. 3 und 4 näher erläutert. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird im wesentlichen nur auf die entscheidenden Unterschiede eingegangen. Für gleiche und ähnliche Bauelemente werden hier die gleichen Bezugsziffern verwendet.

Im wesentlichen unterscheidet sich diese Ausführungsform von der ersten dadurch, daß die Öffnungsrichtung A des Spritzgußwerkzeugs 2 und die Öffnungsrichtung B des Blasformwerkzeugs 3 parallel zueinander erfolgen. Der Übergabegreifer 18 muß aus diesem Grunde nur noch eine Schwenkbewegung von 90° ausführen, um den Vorformling 18 aus dem Spritzgußwerkzeug 2 zu entfernen und an das Blasformwerkzeug 3 abzugeben. Der Vorrecker 12 kann hierzu im hinteren Bereich der Matrize 5 integriert sein, so daß er im zurückgezogenen Zustand im wesentlichen nicht über die Seitenfläche des Spritzgußwerkzeugs 2 hervorsteht. Dadurch ist die Möglichkeit gegeben, daß das Blasformwerkzeug 3 so nahe wie möglich an das Spritzgußwerkzeug 2 angeordnet werden kann. Der große Vorteil dieser Ausführungsform besteht darin, daß, z. B. wenn angenommen wird, daß die Patrize 4 und die linke Formhälfte 8 stationär angeordnet sind und sich die Matrize 5 und die rechte Formhälfte 9 relativ zu den ersteren bewegen, die rechte Formhälfte 9 und die Matrize 5 fest miteinander verfahrbar verbunden sind. Hierdurch wird lediglich nur ein einziger Antrieb für entweder die Matrize 5 oder die rechte Formhälfte 9 benötigt, um die. Schließ- und Öffnungsbewegung für beide Werkzeuge 2, 3 zu realisieren.

Die in den Fig. 3 und 4 gezeigte Ausführungsform eignet sich auch insbesondere zur Entnahme der Werkstücke 19 von unten, was bedeutet, daß die Fig. 3 und 4 als Seitenansichten anzusehen sind. Bei dieser Anordnung weist das Werkstück 19 wieder eine geeignete zum Weitertransport günstige Position auf, die eine Reduktion der Handhabungsschritte möglich macht.

Die Wirkungs- und Funktionsweise der zweiten Ausführungsform ist der Wirkungs- und Funktionsweise der ersten ähnlich, bis auf das der Übergabegreifer 15 einen kleineren Schwenkweg zurücklegt.

Ergänzend sei erwähnt, daß sich die oben beschriebene Ausführungsformen insbesondere auch für Hohlbodenbecher, Kelchbecher und Rechteckbecher, wie auch zur Verarbeitung der unterschiedlichsten Materialien sehr gut eignen.


Anspruch[de]
  1. 1. Spritzgußmaschine mit einem mindestens eine Matrize (5) und Patrize (4) umfassenden Spritzgußwerkzeug (2) sowie einem in unmittelbarer Nähe neben dem Spritzgußwerkzeug (2) angeordneten Blasformwerkzeug (3), wobei zwischen dem Spritzgußwerkzeug (2) und dem Blasformwerkzeug (3) ein Übergabegreifer (15) zum Übergeben eines Vorformlings (18) von dem Spritzgußwerkzeug (2) an das Blasformwerkzeug (3) angeordnet ist und wobei der Übergabegreifer derart zu den Öffnungs- bzw. Schließbewegungen des Spritzgußwerkzeugs (2) und des Blasformwerkzeugs (3) in seiner Bewegung synchronisiert ist, daß der Übergabegreifer (15) in den Werkzeugbereich des geöffneten Spritzgußwerkzeugs (2) einfährt, den jeweiligen Vorformlingen von der Patrize (4) oder Matrize (5) entfernt, aus dem Werkzeugbereich ausfährt und den Vorformling (18) in das entsprechend geöffnete Blasformwerkzeug (3) einfährt.
  2. 2. Spritzgußmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem Blasformwerkzeug (3) mindestens ein Reckstempel (13) zugeordnet ist.
  3. 3. Spritzgußmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegung des Übergabegreifers (15) durch die Öffnungs- bzw. Schließbewegung des Spritzgußwerkzeugs (2) und/oder Blasformwerkzeugs (3) zwangsgesteuert ist.
  4. 4. Spritzgußmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Übergabegreifer (15) einen Schwenkarm (17) aufweist, der um eine bezüglich einer Werkzeughälfte des Spritzguß- und/oder Blasformwerkzeugs (2, 3) ortsfest angeordnete Schwenkachse (16) schwenkbar ist.
  5. 5. Spritzgußmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungsrichtungen (A, B) des Spritzgußwerkzeugs (2) und des Blasformwerkzeugs (3) quer zueinander, bevorzugt ca. 90°, ausgerichtet sind.
  6. 6. Spritzgußmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungsrichtungen (A, B) des Spritzgußwerkzeugs (2) und des Blasformwerkzeugs (3) parallel zueinander ausgerichtet sind.
  7. 7. Spritzgußmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest die sich bewegenden Teile des Spritzgußwerkzeugs (2) und des Blasformwerkzeugs (3) zum Ausführen einer gemeinsamen Öffnungs- und Schließbewegung miteinander fest verbunden sind.
  8. 8. Spritzgußmaschine nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Reckstempel (13) in dem Spritzgußwerkzeug (2) quer zu dessen Öffnungsrichtung (A) integriert ist.
  9. 9. Spritzgußmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Übergabegreifer (15) als Formbestandteil der Matrize (5) oder Patrize (4) ausgebildet ist, und beim Spritzvorgang in dem Spritzgußwerkzeug (2) verweilt und einen Teil der Form bildet.
  10. 10. Spritzgußmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Übergabegreifer (15) als Formbestandteil der Blasform (11) ausgebildet ist und beim Blasvorgang in dem Blasformwerkzeug (3) verweilt und einen Teil der Blasform (11) bildet.
  11. 11. Spritzgußmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerung des Übergabegreifers (15) derart erfolgt, daß dieser zum Entfernen des Vorformlings (18) aus der Patrize (4) oder Matrize (5) einen Abhebehub ausführt.






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