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Dokumentenidentifikation DE4435322A1 04.04.1996
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Wellendichtung und zur Kühlung auf der Abgasseite einer axialdurchströmten Gasturbine
Anmelder ABB Management AG, Baden, Aargau, CH
Erfinder Beeck, Alexander, Dr., Endingen, CH;
Brühwiler, Eduard, Turgi, CH
Vertreter Rupprecht, K., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 61476 Kronberg
DE-Anmeldedatum 01.10.1994
DE-Aktenzeichen 4435322
Offenlegungstag 04.04.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.04.1996
IPC-Hauptklasse F02C 7/06
IPC-Nebenklasse F02C 7/12   F02C 7/28   
Zusammenfassung Bei einem Verfahren und einer Vorrichtung zur Wellendichtung und zur Kühlung auf der Abgasseite einer thermischen Turbomaschine, insbesondere einer axialdurchströmten Gasturbine, bei der die austrittsseitige Lagerung des Turbinenrotors (2) innerhalb der Abgasgehäusekonstruktion erfolgt und zur Abdichtung Labyrinthdichtungen (17) und Stopfbüchse (18) verwendet werden, wobei zur Wellendichtung Sperrluft (S) mit einem höheren Druck als der Druck des Abgases (A) im Abgaskanal (32) in die Stopfbüchse (18) und anschließend in den Abgaskanal (32) geleitet wird, und wobei die Rotorkühlluft (R) einer Verdichterstufe entnommen und über eine Rohrleitung (19) durch das abgasseitige Wellenende in den Rotor (2) eingespeist wird, wird ein Teil der Rotorkühlluftleckage nach einem Teil der Labyrinthdichtungen abgezweigt und als Sperrluft (S) verwendet. Außerdem wird in den Lagerraum (16) Umgebungsluft als Kühlluft (K) eingebracht, über die Stopfbüchse (18), getrennt von der Sperrluft (S), gleichmäßig am Umfang verteilt, teilweise durch Kühlkanäle (30) zur gezielten Tragstrukturkühlung verwendet und durch Durchgänge (8) im Abgasdiffusor (9) nach außen transportiert.

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Wellendichtung und zur Kühlung auf der Abgasseite einer thermischen Turbomaschine, insbesondere axialdurchströmten Gasturbine gemäß Oberbegriff des Patentanspruches 1.

Stand der Technik

Thermische Turbomaschinen, insbesondere axialdurchströmte Gasturbinen, bestehen bekanntermaßen im wesentlichen aus dem beschaufelten Rotor und dem mit Leitschaufeln bestückten Schaufelträger, der im Turbinengehäuse eingehängt ist. An das Turbinengehäuse schließt sich das Abgasgehäuse an, das bei modernen Maschinen am Turbinengehäuse angeflanscht ist und im wesentlichen aus einem nabenseitigen ringförmigen Innenteil und einem ringförmigen Außenteil, welche den Abgasdiffusor begrenzen, besteht. Das Innenteil und das Außenteil sind durch mehrere, gleichmäßig über den Umfang angeordnete radiale Strömungsrippen miteinander verbunden. Im Hohlraum innerhalb des Innenteils, also innerhalb der Diffusorkonstruktion selbst, ist die austrittsseitige Lagerung des Turbinenläufers angeordnet.

Zwecks berührungsfreier Abdichtung der Durchführungen des Rotors durch das Abgasgehäuse und Reduktion der Leckage auf ein sinnvolles Maß sind Wellendichtungen (Labyrinthdichtungen, Stopfbüchse vorhanden.

Um zu verhindern, daß heiße Abgase in den Lagerraum eindringen können, wird bisher Kompressorluft einer bestimmten Stufe entnommen, über eine separate Leitung zum Abgasgehäuse geführt und als Sperrluft direkt in die Stopfbüchse auf der Abgasseite eingespeist. Ein Teil der Luft entweicht durch die Dichtung in den Lagerraum, der Rest strömt an der Wellenscheibe entlang in den Heißgaskanal.

Wird bei einer Gasturbine ein Verdichter mit einer oder mehreren variablen Leitschaufeln verwendet und sind diese Leitschaufeln im Teillastbereich um einen bestimmten Betrag geschlossen, so bewirkt dies einen tieferen Druck bei der Entnahmestelle der Sperrluft gegenüber dem Druck bei Vollastbetrieb. Damit in jedem Betriebszustand genügend Sperrluftdruck vorhanden ist, muß deshalb entweder bei einer hohen Stufe Luft entnommen werden, bei der immer genügend Druck herrscht, oder es muß zwischen verschieden Stufen umgeschaltet werden.

Die Entnahme der Luft bei einer hohen Stufe hat den Nachteil, daß bei Vollast hoch verdichtete Luft ohne Leistungsabgabe "verbraucht" wird, was sich ungünstig auf den Wirkungsgrad der Gasturbine auswirkt. Wird dagegen zwischen verschiedenen Stufen umgeschaltet, so sind mehr Entnahmestellen am Verdichter und Umschaltventile notwendig, so daß die Kosten steigen.

Falls Kühlluft durch das abgasseitige Wellenende in den Rotor eingebracht werden muß, wird neben der Sperrluft auch die Rotorkühlluft einer bestimmten Kompressorstufe entnommen und über eine spezielle Rohrleitung in den Rotor eingespeist. Der Übergang Rohrleitung/Rotor wird dabei mit Labyrinthdichtungen abgedichtet. Die Labyrinth-Leckageluft gelangt in die Umgebung des Lagers und führt zu einer Aufheizung des Lagerraumes. Das ist unerwünscht, weil die Lagertemperatur wegen der vorhandenen Instrumente, dem Lageröl und der Möglichkeit einer Begehung begrenzt ist.

Neben der Leckage von Sperrluft und Rotorkühlluft wird der Lagerraum auch noch durch den Wärmefluß aus dem Abgasstrom durch die Isolation bzw. die Tragstruktur aufgewärmt. Die Kühlung des Lagerraumes erfolgt bei den meisten Maschinen durch natürliche Konvektion. Bekannt ist auch die Kühlung des Lagerraumes durch Kühlluft, welche durch Öffnungen im Abgasdiffusor eintritt und durch den Spalt zwischen Verkleidung und Rippe des Abgasgehäuses austritt. Die Tragstruktur des Abgasgehäuses weist bei dieser Lösung keine gleichmäßige Temperatur am Umfang auf, was nachteilig dazu führt, daß Wärmespannungen auftreten und/oder das Lager nicht mehr mittig ist.

Darstellung der Erfindung

Die Erfindung versucht, alle diese Nachteile zu vermeiden. Ihr liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer thermischen Turbomaschine, insbesondere einer axialdurchströmten Gasturbine ein Sperr- und Kühlluftsystem auf der Abgasseite zu entwickeln, welches mit geringen Fabrikations- und/oder Betriebskosten den Eintritt des Abgases in den Lagerraum verhindert, welches möglichst wenig Luftleckage in den Lagerraum zuläßt und mit dem relativ einfach die Lagerraumtemperatur genügend tief gehalten werden kann und bei dem die Tragstruktur des Abgasgehäuses am Umfang eine gleichmäßige Temperatur aufweist.

Erfindungsgemäß wird dies bei einem Verfahren zur Wellendichtung zwischen rotierender Welle und Abgasgehäuse sowie zur Kühlung des Rotors und des Lagerraumes auf der Abgasseite einer thermischen Turbomaschine, insbesondere einer axialdurchströmten Gasturbine, bei der die austrittsseitige Lagerung der Turbinenwelle innerhalb der Abgasgehäusekonstruktion erfolgt und zur Abdichtung Labyrinthdichtungen und Stopfbüchse verwendet werden, wobei zur Wellendichtung Sperrluft mit einem höheren Druck als der Druck des Abgases im Abgaskanal in die Stopfbüchse und anschließend in den Abgaskanal geleitet wird, und bei der die Rotorkühlluft einer Verdichterstufe entnommen und über eine Rohrleitung durch das abgasseitige Wellenende in den Rotor eingespeist wird, dadurch erreicht, daß ein Teil der Rotorkühlluftleckage nach einem Teil der Labyrinthdichtungen abgezweigt und als Sperrluft verwendet wird und daß in den Lagerraum Umgebungsluft als Kühlluft eingebracht wird, welche über die Stopfbüchse gleichmäßig am Umfang verteilt und durch Durchgänge im Abgasdiffusor nach außen transportiert wird.

Erfindungsgemäß wird dies bei einer Vorrichtung zur Durchführung des o.g. Verfahrens dadurch erreicht, daß die Labyrinthdichtungen beim Übergang von der Rotorkühlluftleitung zum abgasseitigen Ende des gekühlten Rotors geteilt sind und an der Teilungsstelle eine Zwischenabzapfung mit einer zur Stopfbüchse gehenden Rohrleitung für die Sperrluft angeordnet ist, daß eine weitere an der Stopfbüchse endende Rohrleitung für als Kühlluft wirkende Umgebungsluft im Lagerraum angeordnet ist, wobei die Stopfbüchse in zwei konzentrische Ringräume für die Sperrluft und für die Kühlluft geteilt ist und der Lagerraum über Bohrungen aus dem Kühlluftringraum mit Kühlluft gespeist wird und daß der Lagerraum im Oberteil mittels einer Haube und im Unterteil mittels eines Öltropfbleches unterteilt ist.

Die Vorteile der Erfindung sind unter anderem darin zu sehen, daß eine separate Entnahmestelle im Verdichter für die Sperrluft und demzufolge auch eine separate Sperrluftzuführung nicht mehr nötig sind, daß die Leckageluftmengen in den Lagerraum minimal sind und daß eine gleichmäßige Kühlung am Umfang für die Tragstruktur, das Lager und den Ölabstreifer erreicht wird, so daß der Wirkungsgrad der Anlage erhöht wird.

Es ist besonders zweckmäßig, wenn die Sperrluftmenge und der Sperrluftdruck durch Veränderung der Labyrinthenanzahl und der jeweiligen Spaltgrößen der Labyrinthe auf ein optimales Maß eingestellt werden, weil dadurch die in den Lagerraum eintretende Leckageluft auf einem geringen Niveau gehalten werden kann und somit keine unerwünschte Lagerraumaufheizung stattfindet.

Ferner ist es vorteilhaft, wenn zwischen der Tragstruktur und der Isolation im Innenteil des Abgasgehäuses entlang der Strömungsrippen, vorzugsweise beidseitig am Fuße der Strömungsrippen, axial verlaufende Kühlkanäle angeordnet sind, welche über Bohrungen an ihrem turbinenseitigen Eintrittsteil mit dem Kühlluftringkanal der Stopfbüchse und an ihrem Austrittsteil mit dem Lagerraum verbunden sind und von der Kühlluft aus dem Kühlluftringkanal durchströmt werden. Durch den gezielten Einsatz der Kühlluft in den Kanälen wird Luft gespart und es werden große Wärmeübergangszahlen erreicht. Es sind keine Strömungshindernisse vorhanden, deshalb wird am Umfang der inneren Gehäusestruktur eine konstante Temperatur erreicht.

Kurze Beschreibung der Zeichnung

In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand einer einwelligen axialdurchströmten Gasturbine dargestellt.

Es zeigen:

Fig. 1 einen Längsschnitt des Abgastraktes der Gasturbine (Übersicht);

Fig. 2 einen Teillängsschnitt des Lagerbereiches im Abgastrakt der Gasturbine;

Fig. 3 einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 2 im Bereich des Labyrinths/Rotorkühlluft zu Rotor;

Fig. 4 die Abhängigkeit der Massenstromverhältnisse bei geteiltem Labyrinth mit Zwischenabzapfung vom Verhältnis der Dichtstreifenanzahl und vom Verhältnis der Labyrinthspaltengröße;

Fig. 5 einen Teillängsschnitt des Lagerbereiches;

Fig. 6 einen Teilquerschnitt von Fig. 5 im Bereich der Strömungsrippen.

Es sind nur die für das Verständnis der Erfindung wesentlichen Elemente gezeigt. Nicht dargestellt sind von der Anlage beispielsweise die Eintrittspartien der Gasturbine sowie der gesamte Verdichterteil. Die Strömungsrichtung der Arbeitsmittel ist mit Pfeilen bezeichnet.

Weg zur Ausführung der Erfindung

Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen und der Fig. 1 bis 6 näher erläutert.

Fig. 1 zeigt als Übersicht einen Teillängsschnitt einer einwelligen axialdurchströmten Gasturbine, von der die Abgasseite und die letzte Stufe der Turbine dargestellt sind.

Wegen besserer Erkennung der Details sind in Teillängsschnitten in Fig. 2 der Lagerbereich im Abgastrakt und in Fig. 3 der Bereich des Labyrinths vergrößert dargestellt.

Gemäß Fig. 1 besteht die axialdurchströmte Gasturbine im wesentlichen aus dem mit Laufschaufeln 1 bestückten Rotor 2 und den mit Leitschaufeln 3 bestückten Schaufelträger 4, welcher im Turbinengehäuse 5 eingehängt ist. An das Turbinengehäuse 5 ist das Abgasgehäuse 6 angeflanscht, in dem mehrere gleichmäßig über den Umfang verteilte Strömungsrippen 12 angeordnet sind. Aus Fig. 2 ist zu entnehmen, daß die Strömungsrippen 12 die Tragrippen 20 umhüllen, welche mit einer Isolation 11 umgeben sind. An das Abgasgehäuse 6 ist der Abgasdiffusor 9 angeflanscht.

Die austrittsseitige Lagerung des Rotors 2 (Lagergehäuse 14, Lager 15) ist innerhalb der Abgasgehäusekonstruktion angeordnet. Zwischen dem Lagergehäuse 14 und dem ringförmigen Innenteil 7 des Abgasgehäuses 6 erstreckt sich der Lagerraum 16, welcher turbinenseitig über die Stopfbüchse 18 gegen den Abgaskanal 32 und über Labyrinthdichtungen 17 gegen die Rotorkühlluft abgedichtet ist.

Zur Kühlung des Rotors 2 wird dem hier nicht dargestellten Verdichter Rotorkühlluft R entnommen und über eine Rohrleitung 19, welche vom Verdichter kommend durch eine der sich am Ende des Abgastraktes befindende Durchgänge 8 führt und im Bereich der verlängerten Maschinenachse bis zum abgasseitigen Wellenende reicht, durch das abgasseitige Wellenende in den Rotor 2 eingebracht. Im Spalt 21 zwischen der Rohrleitung 19 und dem sich drehenden Rotor 2 entsteht eine Leckage L dieser Luft, welche nach dem bisherigen Stand der Technik insgesamt in den Lagerraum 16 austritt und in die Umgebung des Lagers 15 gelangt. Diese Stelle ist üblicherweise mit Labyrinthdichtungen 17 abgedichtet.

In Fig. 3 ist dargestellt, daß erfindungsgemäß das Labyrinth 17 nunmehr unterteilt ist in ein Labyrinth 17.1 mit n1 Dichtstreifen und einer Spaltbreite s1 und in ein Labyrinth 17.2 mit n2 Dichtstreifen und einer Spaltbreite s2. Zwischen den beiden Labyrinthen 17.1 und 17.2 ist eine Rohrleitung 22 für die Sperrluft S angeordnet, welche am Lagergehäuse 14 vorbei zur Stopfbüchse 18 führt. Es wird also ein Teil der Rotorkühlluftleckage L als Sperrluft S verwendet. Damit die Sperrluft S gerade noch den benötigten Druck aufweist, wird diese nach einem Teil der Dichtungen entnommen. Durch diese Entnahme wird die Leckageluftmenge über die restlichen Labyrinthe verringert, so daß nur ein Minimum an Luftverlust und somit ein Minimum an Wirkungsgradverlust auftritt und die Lagerraumumgebung nur geringfügig aufgewärmt wird.

Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf die Anordnung einer einzigen Sperrluftleitung 22 beschränkt. Vorteilhafterweise können zwei oder auch mehrere derartige Rohrleitungen an beliebigen möglichen Stellen um das Lagergehäuse herum angeordnet sein.

Fig. 4 zeigt an einem Beispiel die Abhängigkeit der Massenstromverhältnisse (Massenstrom m1 der gesamten Rotorkühlluftleckage L1/Massenstrom m2 der tatsächlich in den Lagerraum 16 einströmenden Leckageluft L2) bei einem geteilten Labyrinth vom Verhältnis der Anzahl der Dichtstreifen (n2/n1) bzw. vom Größenverhältnis der Spalte (s1/s2). Das Massenstromverhältnis m1/m2 steigt mit Zunahme von n2/n1 und s1/s2 an. Die Menge der Sperrluft S (m1-m2) und ihr Druck können also durch Veränderung der Anzahl der Dichtstreifen der Labyrinthdichtungen und durch Veränderung der Spaltgrößen verändert werden.

Ein wesentlicher zusätzlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung besteht darin, daß keine separate Sperrluftzuführung vom Verdichter notwendig ist und daß auch keine separate Entnahmestelle für die Sperrluft S im Verdichter vorhanden sein muß.

Damit sich der Lagerraum 16 nicht zu sehr durch die Leckageluft und durch den Wärmefluß aus dem Abgasstrom A durch die Isolation 11 und die Tragstruktur 10, welche die Nabe 31 und die Tragrippen 20 umfaßt, erwärmt, wird er gekühlt (siehe Fig. 2). Die in den Lagerraum 16 eintretende Wärme wird dabei durch Umgebungsluft, welche von einem Ventilator 23 durch ein bis zur Stopfbüchse 18 reichendes Rohr 24 eingebracht wird, durch die Durchgänge 8 im Abgasdiffusor 9 nach außen transportiert.

Die Stopfbüchse 18 ist in zwei konzentrische Ringräume 25, 26 unterteilt, wobei der Ringraum 25 für die Sperrluft S und der Ringraum 26 für die Lagerraum-Kühlluft K dienen. Die Luft wird durch die Stopfbüchse 18 gleichmäßig am Umfang verteilt.

Der Lagerraum 16 wird im Oberteil mit Hilfe einer zwischen Lagergehäuse 14 und Tragstruktur 10, im wesentlichen parallel zur Tragstruktur 10 angeordneten Haube 27 und im Unterteil mit Hilfe eines Öltropfbleches 28 in zwei Räume unterteilt, wobei über gezielt in der Stopfbüchse 18 im Kühlluftringraum 26 angebrachte Bohrungen 29 die notwendige Kühlluftmenge in den beiden Teilen des Lagerraumes 16 bestimmt wird. Damit kann die Tragstruktur 10 gezielt und gleichmäßig am Umfang gekühlt werden. Gleichzeitig werden die Umgebung des Lagergehäuses 14 und die innerhalb der Haube 27 angeordneten Instrumente separat gekühlt. Desweiteren hat die Haube 27 die Aufgabe, die Wärmestrahlung auf Instrumente und Lagergehäuse 14 zu verhindern.

Ebenso wird im Ober- und Unterteil aus dem Kühlluftringraum 26 gezielt kalte Luft in die Nähe der Ölabstreifer 13 gebracht. Damit wird sichergestellt, daß nur kalte Luft in den Lagerkörper 15, in dem stets ein kleiner Unterdruck vorherrschen soll, eindringt.

Die Vorteile dieses kombinierten Sperr- und Kühlsystems bestehen darin, daß eine gesicherte Wärmeabfuhr gewährleistet ist, daß es zu einer gleichmäßigen Kühlung am Umfang für Tragstruktur, Lagerkörper und Ölabstreifer kommt, daß durch die Wahl von Größe und Anzahl der Öffnungen im Kühlluftringraum die Kühlluftströme gezielt eingestellt werden können und daß durch Einsatz der kombinierten Stopfbüchse Kosteneinsparungen möglich sind.

Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf das oben beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt. In Fig. 5 und Fig. 6 ist eine weitere Ausführungsvariante der Erfindung dargestellt. Zusätzlich zum oben beschriebenen Ausführungsbeispiel sind hier noch Kühlkanäle 30 in der Tragstruktur 10 angeordnet. Diese Kühlkanäle 30 befinden sich am Fuße der Tragrippen 20 und werden über Bohrungen 29 mit Luft aus dem Kühlluftringraum 26 gespeist. Die Kühlkanäle 30 sind jeweils vorzugsweise beidseitig am Fuße der Tragrippen 20 angeordnet und dienen dazu, die aus dem Abgasstrom kommende Wärme vor dem Eintritt in die Nabe 31 bzw. den Innenraum abzuführen.

Mit dieser Maßnahme wird eine exakte Wärmeübergangszahl am Fuße der Strebe erreicht, was eine genaue Wärmeabfuhr bzw. gleichmäßige Temperatur bei allen Strömungsrippen 12 garantiert. Weitere Vorteile sind darin zu sehen, daß durch den gezielten Einsatz der Kühlluft in den Kühlkanälen Luft eingespart wird und große Wärmeübergangszahlen erreicht werden. Außerdem wird am Umfang der inneren Gehäusestruktur eine gleiche Temperatur erzielt, da die Luft in Kanälen fließt und dadurch keine Strömungshindernisse vorhanden sind.

Bezugszeichenliste

1 Laufschaufel

2 Rotor

3 Leitschaufel

4 Schaufelträger

5 Turbinengehäuse

6 Abgasgehäuse

7 Innenteil

8 Durchgang

9 Abgasdiffusor

10 Tragstruktur (Tragrippe und Nabe)

11 Isolation

12 Strömungsrippe

13 Ölabstreifer

14 Lagergehäuse

15 Lager

16 Lagerraum

17 Labyrinthdichtung

18 Stopfbüchse

19 Rohrleitung für Rotorkühlluft

20 Tragrippe

21 Spalt zwischen Rohrleitung und Rotor

22 Rohrleitung für Sperrluft

23 Ventilator

24 Rohrleitung für Lagerraumkühlluft

25 Ringraum für Sperrluft

26 Ringraum für Lagerraumkühlluft

27 Haube

28 Ölabtropfblech

29 Bohrungen

30 Kühlkanal

31 Nabe

32 Abgaskanal

A Abgas

R Rotorkühlluft

L Rotorkühlluftleckage

S Sperrluft

K Lagerraum-Kühlluft

m1 Massenstrom der gesamten Rotorkühlluftleckage

m2 Massenstrom der tatsächlichen Rotorkühlluftleckage

m1-m2 Massenstrom der Sperrluft

s1 Spalt des ersten Labyrinths

s2 Spalt des zweiten Labyrinths

n1 Anzahl der Dichtstreifen des ersten Labyrinths

n2 Anzahl der Dichtstreifen des zweiten Labyrinths


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Wellendichtung und zur Kühlung auf der Abgasseite einer thermischen Turbomaschine, insbesondere einer axialdurchströmten Gasturbine, bei der die austrittsseitige Lagerung des Turbinenrotors (2) innerhalb der Abgasgehäusekonstruktion erfolgt und zur Abdichtung Labyrinthdichtungen (17) und Stopfbüchse (18) verwendet werden, wobei zur Wellendichtung Sperrluft (S) mit einem höheren Druck als der Druck des Abgases (A) im Abgaskanal (32) in die Stopfbüchse (18) und anschließend in den Abgaskanal (32) geleitet wird, und wobei die Rotorkühlluft (R) einer Verdichterstufe entnommen und über eine Rohrleitung (19) durch das abgasseitige Wellenende in den Rotor (2) eingespeist wird, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teil der Rotorkühlluftleckage nach einem Teil der Labyrinthdichtungen abgezweigt und als Sperrluft (S) verwendet wird und daß in den Lagerraum (16) Umgebungsluft als Kühlluft (K) eingebracht, über die Stopfbüchse (18), getrennt von der Sperrluft (S), gleichmäßig am Umfang verteilt und durch Durchgänge (8) im Abgasdiffusor (9) nach außen transportiert wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Menge und der Druck der Sperrluft (S) durch Veränderung der Anzahl der Dichtstreifen (n1, n2) der Labyrinthdichtungen (17.1, 17.2) und durch Veränderung der jeweiligen Spaltgrößen (s1, s2) der Labyrinthe (17.1, 17.2) eingestellt werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Luft aus dem Kühlluftringraum (26) der Stopfbüchse (18) zur Kühlung der Tragrippen (20) verwendet wird.
  4. 4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
    1. - daß die Labyrinthdichtungen (17) am abgasseitigen Ende des gekühlten Rotors (2) geteilt sind und an der Teilungsstelle mindestens eine Zwischenabzapfung mit mindestens einer zur Stopfbüchse (18) gehenden Rohrleitung (22) für die Sperrluft (S) angeordnet ist,
    2. - daß eine weitere an der Stopfbüchse (18) endende Rohrleitung (24) für als Kühlluft (K) wirkende Umgebungsluft im Lagerraum (16) angeordnet ist,
    3. - wobei die Stopfbüchse (18) in zwei konzentrische Ringräume (25, 26) für die Sperrluft (S) und für die Kühlluft (K) geteilt ist und der Kühlluftringraum (26) über Bohrungen (29) mit dem Lagerraum (16) verbunden ist und
    4. - daß der Lagerraum (16) im Oberteil mittels einer Haube (27) und im Unterteil mittels eines Öltropfbleches (28) unterteilt ist.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Tragstruktur (10) und der Isolation (11) im Innenteil (7) des Abgasgehäuses (6) entlang der Tragrippen (20) axial verlaufende Kühlkanäle (30) angeordnet sind, wobei die Kühlkanäle (30) über Bohrungen (29) an ihrem turbinenseitigen Eintrittsteil mit dem Kühlluftringkanal (26) der Stopfbüchse (18) und an ihrem Austrittsteil mit dem Lagerraum (16) verbunden sind.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, gekennzeichnet dadurch, daß die Kühlkanäle (30) beidseitig am Fuße der Tragrippen (20) angeordnet sind.






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