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Dokumentenidentifikation DE4435969A1 11.04.1996
Titel Kachelofen für Wohnräume
Anmelder Vetter, Richard, 31226 Peine, DE
Erfinder Vetter, Richard, 31226 Peine, DE
Vertreter Depmeyer, L., Dipl.-Ing. Pat.-Ing., 30823 Garbsen
DE-Anmeldedatum 07.10.1994
DE-Aktenzeichen 4435969
Offenlegungstag 11.04.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.04.1996
IPC-Hauptklasse F24B 1/04
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Kachelofen für Wohnräume. Um Kachelöfen auch beim Fehlen geeigneter Schornsteinanschlüsse betreiben zu können, ist aufgrund der Erfindung ein Ofenkörper ohne Feuerstelle zur Aufnahme eines Wärmetauschers vorgesehen, wobei der Wärmetauscher zur Erwärmung des Ofenkörpers dient und von einer nicht in dem Wohnraum befindlichen Einrichtung zur Erwärmung von Wasser oder dgl. gespeist wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Kachelofen für Wohnräume.

Diese Öfen benötigen einen eigenen Schornsteinzug; so ist es nicht möglich, die Verbrennungsgase in einen Zug eines Schornsteins einzuleiten, der z. B. für den Kessel einer Zentralheizung benutzt wird. Oft besteht jedoch der Wunsch, von den Vorteilen eines Kachelofens z. B. wegen seiner behaglichen Wärme Gebrauch machen zu können, und zwar auch dann, wenn geeignete Schornsteineinrichtungen nicht vorhanden sind.

Um diesem Wunsch gerecht werden zu können, ist aufgrund der Erfindung ein gehäuseartiger Kachelofenkörper ohne Feuerstelle zur Aufnahme eines Wärmetauschers vorgesehen, der zur Erwärmung des Ofenkörpers dient und von einem vorzugsweise nicht in dem Kachelofenraum befindlichen Warmwasserheizkessel gespeist wird, wobei der Kachelofen vorzugsweise ohne Abzug ausgeführt ist. Diese Speisung mit Warmwasser kann ggfs. durch eine Speisung mit Thermoöl ersetzt werden, da hier das heizende, für den Wärmetauscher vorgesehene Mittel Temperaturen bis zu etwa 400° C zuläßt.

Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß z. B. ein Warmwasserheizkessel für eine Zentralheizung in den meisten Fällen zur Verfügung steht und die sonst aufgrund der Feuerstelle im Kachelofen erfolgende Erwärmung in einfacher Weise durch einen Wärmetauscher herbeigeführt werden kann, der z. B. einfache, vom Warmwasser bzw. Thermoöl durchströmte Plattenheizkörper oder Rohre bzw. Rohrbündel aufweisen kann. Diesen Heizkörpern bzw. Rohren wird ein Zulauf und ein Ablauf zugeordnet, wobei die zugehörigen Leitungen mittelbar oder unmittelbar mit der Zentralheizanlage od. dgl. zu verbinden sind.

Der Ofenkörper soll dabei als Wärmespeicher dienen bzw. einen solchen aufweisen; die vom Heizkessel eingebrachte Wärme soll also auf einen Speicher übertragen werden. Als Speicher dienen hierbei die Wandungen des Kachelofens oder zusätzlich eingebrachte Einrichtungen. So kann die Speicherung durch ein Mauerwerk, durch Sand oder ähnliches, die Wärme speicherndes Schüttgut oder aber auch durch ggfs. flüssige Medien herbeigeführt werden. Auch ist die Erfindung nicht unbedingt an keramische Kacheln oder Verblendungen gebunden, vielmehr kann die Wandung des Ofenkörpers auch durch Sandsteine, Ziegelsteine oder ähnliche feste Bauelemente gebildet sein und keine Blendsteine aufweisen.

Dem Wärmetauscher kann auch Raumluft durch Einleiten in den Ofenkörper von unten her zugeführt und nach ihrer Erwärmung über eine Austrittsöffnung im oberen Teil des Ofengehäuses wieder abgeleitet werden, wobei auch ein Ventilator vorgesehen sein kann, der den Luftdurchsatz vergrößern soll. Auch kann eine Bypaßleitung innerhalb des Ofengehäuses installiert sein in der Weise, daß die Raumluft entweder ganz über einen Bypaß oder den Lufterwärmer bzw. teilweise über den Bypaß und den Lufterwärmer geleitet werden kann. Ein verstellbares Leitblech kann diese Steuerung bewirken, um so die Intensität der Erwärmung in einfacher Weise einstellen zu können.

Die im allgemeinen unten am Ofengehäuse befindliche Öffnung, die bei konventionellen Kachelöfen der Zufuhr von Brennmaterial dient und den Zugang zu der Feuerkammer bildet, kann mit einer Tür versehen werden und z. B. auch mit Einrichtungen ausgestattet sein, die den Eindruck eines Kaminfeuers entstehen lassen.

Weitere Einzelheiten der Erfindung werden anhand der Zeichnung erläutert, in der Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt sind. Es zeigen

Fig. 1 einen Kachelofen für einen Wohnraum im senkrechten Schnitt, und zwar in schematischer Darstellung und

Fig. 2 einen Außenwandabschnitt eines Kachelofens im waagerechten Schnitt.

Eine Wohnraumwand ist mit 1 und der Boden des Wohnraumes ist mit 2 bezeichnet.

Das aus mehreren Einzelteilen zusammengesetzte Kachelofengehäuse besteht im wesentlichen aus einer Rückwand 3, zwei Seitenwänden 4, einer Vorderwand 5, einem deckelartigen Oberteil 6 und einer von einer Einfassung 7 umschlossenen Öffnung 8, die durch eine Tür 9 od. dgl. verschlossen werden kann.

Unterhalb der Einfassung 7 befindet sich ein Kanal 10 zum Eintritt der zu erwärmenden Luft; die Luftaustrittsöffnung 11 befindet sich oben in der Vorderwand 5. Dort bildet ein Gitter den Abschluß. Dieser Öffnung ist jedoch ein Saugventilator 12 zugeordnet, mit dem die Luft aus dem Inneren des Ofengehäuses abgesaugt und in den Wohnraum gedrückt werden kann.

Im unteren Teil des Ofengehäuses befindet sich ein auf einem Sockel 15 gelagerter Plattenwärmetauscher, dessen zu einem Paket zusammengefaßten senkrecht stehenden Platten 16 unten auf dem Sockel 15 aufliegen und oben von einer Platte 17 in der Weise abgedeckt sind, daß die im Sinne des Pfeiles 18 von unten zuströmende Luft im Sinne der Pfeile 19 hin und her geleitet wird, und zwar jeweils von einem zum anderen Plattenende. Im Bereich der Rückwand 3 verläßt die vorgewärmte Luft den Wärmetauscher im Sinne des Pfeiles 20; über den Saugventilator 12 gelangt die erwärmte Luft zurück in den Wohnraum.

Im Bereich der Eintrittsstelle 21 des Plattenwärmetauschers befindet sich ein um eine wagerechte Achse 22 verschwenkbares Leitblech 23, das zweckmäßigerweise von außen an einer Seitenwand 4 verstellt werden kann. Es ist somit möglich, die eingelassene Luft ganz oder teilweise im Sinne des Pfeiles 24, also über einen Bypaß zu leiten, der sich zwischen dem Plattenwärmetauscher einerseits und dem vorderen Teil des Ofengehäuses andererseits befindet.

Aufgrund dieses Bypasses kann die einströmende Luft - ohne erwärmt zu werden - innerhalb des Raumes umgewälzt werden. Ferner ist es auch möglich, den Plattenwärmetauscher mit Wasser zu speisen, dessen Temperatur geringer ist als die Raumtemperatur, um auf diese Weise z. B. im Sommer innerhalb des Wohnraumes die Luft zu kühlen. Der Saugventilator 12 ist hierbei nützlich. Es liegt aber auch im Rahmen der Erfindung, den Plattenwärmetauscher nicht mit erwärmtem Wasser, sondern mit Thermoöl zu speisen, um höhere Temperaturen des Heizmediums zuzulassen.

Vor oder anstelle der Tür 9 können bekannte Einrichtungen vorgesehen werden, um den Eindruck eines Kaminfeuers entstehen zu lassen.

Der Plattenwärmetauscher wird über die Leitung 25 gespeist; das Heizmedium wird über die Leitung 26 abgezogen. Beide Leitungen stehen mit einem im Keller des Wohnhauses befindlichen Warmwasserheizkessel bzw. einer zur Erwärmung des Thermoöls geeigneten Vorrichtung in Verbindung und im übrigen mit dem Plattenwärmetauscher so, daß sich für den Plattenwärmetauscher ein Gegenstromprinzip ergibt.

Bei der Ausführung des Kachelofens gemäß Fig. 2 wird nicht ein Plattenwärmetauscher benutzt. Vielmehr werden zur Erwärmung des Ofenkörpers Rohre 28 benutzt, die das Heizmedium führen. Diese Rohre 28 können in Schlangen verlegt sein oder Bündel bilden. Sie stehen mit der Wandung des Ofenkörpers bzw. der Vorderwand 5 in Verbindung bzw. sie sind hier eingebettet, um eine möglichst große Speicherwirkung zu erzielen. Um dieses Ziel erreichen zu können, sind auch entsprechend dicke Wandungen bzw. Massen vorzusehen. Gemäß Fig. 2 ist die Vorderwand 5 auch durch Kacheln 27 abgedeckt. Es ist auch nicht unbedingt erforderlich, eine Lufterwärmung (für die innerhalb des Wohnraumes befindliche Luft) über das Innere des Ofengehäuses zu bewirken. Das Ofengehäuse kann also völlig gekapselt sein bzw. keine Hohlräume und Durchbrechungen aufweisen.


Anspruch[de]
  1. 1. Kachelofen für Wohnräume, dadurch gekennzeichnet, daß ein Ofenkörper ohne Feuerstelle zur Aufnahme eines Wärmetauschers vorgesehen ist oder von dem Wärmetauscher einen Teil bildet, wobei der Wärmetauscher zur Erwärmung des Ofenkörpers dient und von einer vorzugsweise nicht in dem Wohnraum befindlichen Einrichtung zur Erwärmung von Wasser, Thermoöl oder einem ähnlichen Heizmedium gespeist wird.
  2. 2. Kachelofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Wärmetauscher ein Plattenwärmetauscher ist.
  3. 3. Kachelofen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die ein Paket bildenden Platten (16) des Wärmetauschers senkrecht stehend angeordnet sind.
  4. 4. Kachelofen nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Platten (16) vom Heizmedium der Reihe nach durchströmt sind und der Wärmetauscher im Gegenstromverfahren arbeitet.
  5. 5. Kachelofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem Wärmetauscher eine Bypaßleitung zugeordnet ist und dem Wärmetauscher und dem Bypaß ein verstellbares Leitblech (23) für die Luftzufuhr zugeordnet ist.
  6. 6. Kachelofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der oben am Ofengehäuse befindliche Luftaustrittsöffnung (11) ein Saugventilator (12) zugeordnet ist.
  7. 7. Kachelofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Wärmetauscher mit einem Medium beschickbar ist, dessen Temperatur geringer ist als die Raumtemperatur.
  8. 8. Kachelofen nach Anspruch 1-3 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Wärmetauscher an der der Rückwand (3) des Ofengehäuses zugekehrten Seite des Ofenkörpers angeordnet ist und sich die Bypaßleitung (Pfeil 24) zwischen dem Wärmetauscher und der Vorderwand (5) des Ofengehäuses befindet.
  9. 9. Kachelofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der am Ofengehäuse unten befindlichen Öffnung (8) eine Einrichtung zugeordnet ist, die den Eindruck einer Feuerstelle entstehen läßt.
  10. 10. Kachelofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die das Heizmedium (Wasser, Thermoöl) führenden Leitungen (28) von wärmespeichernden Mitteln z. B. Sand, Mauerwerk, Kieselsteine umschlossen sind, die auch die Außenwand des Ofengehäuses bilden können.
  11. 11. Kachelofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Ofenkörper schornsteinanschlußfrei ausgebildet ist.
  12. 12. Kachelofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Ofenkörper als Wärmespeicher ausgebildet ist.
  13. 13. Kachelofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung ein zu Heizzwecken dienender Kessel ist, mit dem der Kachelofen und weitere Heizkörper gespeist werden können.






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