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Dokumentenidentifikation DE69206011T2 25.04.1996
EP-Veröffentlichungsnummer 0500494
Titel Zubereitungen für oberflächenmodifzierte Pigmente.
Anmelder Ciba-Geigy AG, Basel, CH
Erfinder Ganci, James B., Wilmington, DE 19810, US
Vertreter Zumstein & Klingseisen, 80331 München
DE-Aktenzeichen 69206011
Vertragsstaaten BE, DE, ES, GB, IT, NL
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 11.02.1992
EP-Aktenzeichen 928100973
EP-Offenlegungsdatum 26.08.1992
EP date of grant 15.11.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.04.1996
IPC-Hauptklasse C09B 67/00

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft die Oberflächenmodifizierung von Chinacridon, Pyrrolopyrrol und anderen Pigmenten, um deren Eigenschaften in modernen Kraftfahrzeugdecklack- und anderen Decklacksystemen zu verbessern. Insbesondere werden die Pigmente durch Behandlung mit einem Polymer modifiziert, das zur Erhöhung der Wechselwirkung des Pigmentes mit dem Dispersionssystem dient, einschließlich des Trägers (Harz) und des/der Lösungsmittel, die zur Auffüllung des Dispersionsmediums verwendet werden und gegebenenfalls mit einem Derivat desselben Pigments. Diese Pigmentmodifizierung führt zu verbesserten rheologischen Eigenschaften der Dispersion und liefert somit größere Pigmentkonzentrationen und gibt geringere Lösungsmittelemissionen während des Farbauftrages an die Atmosphäre ab. Zusätzlich verleihen die modifizierten Produkte Kraftfahrzeug- und ähnlichen Decklacken eine Verbesserung im Glanz und in der Unterscheidbarkeit im Aussehen oder der Spiegelqualität.

Die Modifizierung von Pigmenten durch Behandlung ihrer Oberfläche mit ihren eigenen Derivaten unter Herstellung von vermischten Pigmentzusammensetzungen und dergleichen ist auf dem Fachgebiet bekannt. Beispielsweise wird die Phthalimidomethylierung von Kupferphthalocyanin in US-A-2 761 868 beschrieben und die Zubereitung von Phthalimidomethylchinacridon und dessen Verwendung wird in US-A-3 275 637 beschrieben. In ähnlicher Weise wird die Zubereitung und Verwendung von sulfonierten Chinacridonen in US-A-3 386 843 beschrieben.

Phthalimidomethylierung von Indanthron, Flavanthron, Pyranthron und Perylenen wird außerdem in US-A-4 256 507 beschrieben. Die Verwendung dieser Behandlungsmittel übt eine deutlich vorteilhafte Wirkung auf die Rheologie und das letztliche Aussehen in einigen Systemen aus.

Häufig ist die Leistung derartiger behandelter Pigmente systemabhängig, das heißt, die Leistung wird durch die Art des Trägers (Harz) und die Art des verwendeten Lösungsmittels beeinflußt. Für einige Systeme ist die Oberflächenbehandlung von Pigment mit einem der früher genannten Derivate nicht erforderlich. Für andere Systeme sind sogar oberflächenbehandelte Pigmente unzureichend. Dies ist insbesondere bei neuzeitigen Systemen mit hohem Feststoff- und geringem Lösungsmittelanteil der Fall, wobei Pigment- und Systemverträglichkeit von einem besonders hohen Ausmaß sein müssen, um Decklacke mit hohem Glanz und Unterscheidbarkeit im Aussehen zu erhalten.

Um diese Variabilität abzuschwächen und eine Konsistenz in der Leistung bei bestimmten Anstrichsystemen zu erhalten, wurden verschiedene Polymerprodukte zur Verwendung vorgeschlagen. Somit wurde gefunden, daß eine Erhöhung dieser Eigenschaften bei bestimmten Anstrichsystemen durch die Einführung eines Pigments erreicht werden könnte, behandelt mit seinem eigenen Derivat eines polymeren Dispersants, der bei der Stabilisierung einer Dispersion unterstützt, diese im wesentlichen entflockt hält und somit eine geringere Viskosität und schließlich bessere letztliche Eigenschaften beim Aussehen bereitstellt.

Repräsentativ für diese Gruppe polymerer Dispersants sind basische, stickstoffenthaltende Copolymere der Polyurethanreihe, wie beschrieben in EP-A-154 678, wie teilweise in einem handelsüblichen polymeren Material wiedergegeben, vertrieben unter der Marke DISPERBYK 160 von der BYK- Chemie und chemische Variationen davon hinsichtlich des Molekulargewichts und der Beschaffenheit der Molekülreste. Dieses Produkt wird als Additiv bei Anstrichdispersionszubereitungen in Form einer Lösung in Xylol/Butylacetat, hauptsächlich im Xylollösungsmittelsystem, in dem das Polymer wohl zubereitet werden soll, empfohlen. Die Anwesenheit des Polymers in Lösungsmittelsystemen ist im allgemeinen für alle derartigen Materialien repräsentativ.

Die Verwendung einer derartigen Lösungsform bereitet jedoch einige Probleme. Sie zwingt den Farbstoffhersteller, einen weiteren Inhaltsstoff während der Zubereitung der Dispersion zuzugeben, ohne eine Kontrolle über die Lösungsmittel, die in die Zubereitung der Dispersion eingehen, zu haben. Da Lösungsmittel häufig eine maßgebliche Rolle bei der Gesamtstabilität einer gegebenen Dispersion spielen, ist eine derartig fehlende Kontrolle besonders nachteilig. In einigen Fällen würde Lösungsmittelunverträglichkeit die Verwendung der derzeit verfügbaren Polymere ausschließen.

Zusätzlich offenbaren die PCT-Anmeldungen WO 86/03762 und WO 86/03763 die Zugabe von Copolymeren der Polyurethanreihe zu pulverförmigen Pigmenten, einschließlich Chinacridonpigmenten zur Verbesserung rheologischer Eigenschaften. Schließlich beschreibt US-A-4 844 742 die Verwendung derartiger polymerer Materialien in lösungsmittelfreier Form. Bestimmte Vorteile werden bei diesem Vorgehen erhalten, einschließlich verschiedener Leistungsverbesserungen. Zusätzliche Verbesserung in den rheologischen und Endeigenschaften sind jedoch noch wünschenswert.

Folglich ist es eine hauptsächliche Aufgabe der Erfindung, polymerenthaltende Pigmentzusammensetzungen bereitzustellen, die verbesserte rheologische Fließ- und Endeigenschaften aufweisen.

Verschiedene andere Aufgaben und Vorteile der Erfindung werden aus der nachstehenden Beschreibung ersichtlich.

Es wurde nun ermittelt, daß durch Behandlung eines primären Pigments mit einem Poly(vinylniederalkylether) gegebenenfalls mit einem dispersionsverbessernden Derivat des Primärpigments signifikant verbesserte Pigmentsysteme erhalten werden. Somit wurde gefunden, daß das in Wasser oder einem wasserlöslichen Verdünnungsmittel gelöste Polymer zur Vereinfachung der Zugabe in eine wässerige Suspension eines Pigments eingeführt werden kann, wonach das Polymer aus der Lösung herausgeht und selbst mit dem Pigment ein organophiles Assoziat darstellt. Das isolierte Pigment, das mit dem Polymer verstreckt wurde, erreicht die erwünschten Verbesserungen in der Rheologie, im Glanz und in der Unterscheidung des Aussehens. Durch diesen Vorgang hergestellte Produkte verhalten sich in einer Vielzahl von Anstrichsystemen ausgezeichnet, insbesondere in Alkyd- und Polyestersystemen sowie in Systemen auf Wassergrundlage. Wie ausgeführt, erfordern die verbesserten Produkte keine zusätzlichen Additive oder Lösungsmittel; alle Erfordernisse wurden bei der Auslegung eines gegebenen Pigments berücksichtigt.

Der Poly(vinylalkylether) zeigt außerdem einzigartige Lösungseigenschaften. Beispielsweise können die kommerziell verfügbaren wässerigen Lösungen leicht in feuchten Pigmentdispersionen eingesetzt werden und somit die zahlreichen Befürchtungen, die von der Verwendung organischer Lösungsmittelsysteme herrühren, eliminieren.

Ein weiterer, völlig unerwarteter Vorteil wurde im Ergebnis der erfindungsgemäßen Polymerbehandlung erhalten. So wurde gefunden, daß eine derartige Behandlung zu einer deutlichen Verflüssigungswirkung bei wässerigen Pigmentpreßkuchen mit hohem Feststoffgehalt führt. Diese Erkenntnis ist besonders für derzeitige Pigmenttechnologien bedeutend, bei denen Systeme mit hohem Feststoffanteil aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und der Sorge um die Umwelt und für eine Verwendung in Anstrichen auf Wassergrundlage bevorzugt sind. Die Behandlung bewirkt nicht nur die Verbesserung der Leistung in Systemen auf Lösungsmittelbasis, sondern erleichtert auch die Verarbeitung der so behandelten Pigmente durch Zulassen höherer Feststoffanteile vor dem Trocknen und alternativ werden Aufschlämmungen mit höherem Feststoffanteil dem Verbraucher bereitgestellt, der die feuchte Form für Anwendungen auf Wasserbasis und anderer Anwendungen fordert. Folglich liefert die vorliegende Erkenntnis eine Alternative zur derzeitigen Verarbeitung von im wesentlichen trockenen Produkten mit hohem Feststoffanteil, die eine spezialisierte Ausrüstung erfordern und erleichtert außerdem die Verwendung der Trockenform in Wasser- und Lösungsmittelsystemen.

Für den erfindungsgemäßen Zweck sind die bevorzugten primären Pigmente γ-Chinacridon und 1,4-Diketopyrrolopyrole, wobei γ-Chinacridon

besonders bevorzugt ist. Es sollte jedoch amgemerkt werden, daß andere geeignete organische Pigmente α- und β- Chinacridone, substituierte Chinacridone, feste Lösungen von Chinacridonen, Phthalocyanine, Indanthrone, Isoindolinone, Flavanthrone, Pyranthrone, Thioindigo, Perylene, Mono- und Disazopigmente und dergleichen einschließen können.

Bevorzugte 1,4-Diketopyrrolopyrrole entsprechen der Formel

worin A und B unabhängig voneinander Phenyl- oder Phenyl, substituiert mit Halogen, C&sub1;-C&sub6;-Alkyl, C&sub1;-C&sub6;-Alkoxy, C&sub1;-C&sub6;-Alkylmercapto, Trifluormethyl, Cyano, Dimethylamino, Diethylamino, C&sub2;-C&sub6;-Alkoxycarbonyl, Acetylamino, Carbamoyl oder Sulfamoyl bedeuten. Die am meisten bevorzugten 1,4-Diketopyrrolopyrrole sind jene, worin A und B unabhängig voneinander Phenyl- oder p-Chlorphenyl sind.

Die für die Erfindung anwendbaren Poly(vinylalkylether)-Viskositätsverbesserer können durch nachstehende Formel gekennzeichnet werden:

worin R C&sub1;-C&sub4;-Alkyl, vorzugsweise Methyl und Ethyl, bedeutet und x eine Zahl von wiederkehrenden Einheiten darstellt, unter Bereitstellung eines Molekulargewichts (bestimmt durch Viskositätsmessung) im Bereich von 2 000 bis 500 000, vorzugsweise 10 000 bis 100 000 und am meisten bevorzugt etwa 50 000. Poly(vinylmethylether) ist kommerziell als GANTREZ M von der GAF Corp. und als LUTONAL-M40 von der BASF Corp. verfügbar. Für die Zwecke der vorliegenden Erfindung wird das Polymer vorzugsweise als wässerige Lösung verwendet, obwohl es auch als Lösung in einem wasserlöslichen Verdünnungsmittel, wie Aceton, Methylethylketon und dergleichen zur Erleichterung der Polymereinführung auf der Pigmentoberfläche verwendet werden kann.

Die gegebenenfalls eingeschlossenen dispersionsverbessernden Derivate der Primärpigmente sind dem Fachmann bekannt. Typische Derivate schließen beispielsweise Mono-, Di-, Tri- und Tetraphthalimidomethyl-, o-Carboxybenzamidomethyl- und Sulfonsäurederivate ein.

Für den erfindungsgemäßen Zweck sind Phthalimidomethyl- und Sulfonsäurederivate zur Verwendung bevorzugt. Die Zubereitung derartiger Derivate wird z.B. in US-A-2 761 868, 3 275 637, 3 386 843 und 4 256 507 offenbart. Die Phthalimidomethylverbindungen können durch die Formel gekennzeichnet werden

worin X der Molekülrest des gewünschten Pigments ist, R¹, R³ und R&sup4; unabhängig voneinander Wasserstoff oder Halogen bedeuten, R² Wasserstoff, Halogen, Carboxyl, Nitro, N-(C&sub1;- C&sub5;)-Alkylcarbamyl, N-Phenylcarbamyl oder Benzoylamino bedeutet und n 1 bis 4 ist. Sulfonate können der Formel

X-(SO&sub3;M)m

entsprechen, worin X der Molekülrest des gewünschten Pigments ist, m 1 bis 2 bedeutet und M Wasserstoff oder ein Metallion ist. Diese Patentschriften und deren Offenbarungen werden als teilweise oder vollständig in die vorliegende Beschreibung aufgenommen angesehen.

Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen werden durch Dispersion des Primärpigments, im allgemeinen in Preßkuchenform, in Wasser und anschließend Zugabe der wässerigen Suspension des Pigmentderivats dazu, wenn letztere vorliegt, hergestellt. Hinreichendes Rühren ist erforderlich, um eine geeignete Aufschlämmung bereitzustellen. Die Polymerlösung wird langsam zu der Aufschlämmung gegeben, welche auf Raumtemperatur gehalten wird oder auf ein Maximum von etwa 32ºC erwärmt wird. Poly(vinylmethylether)-Lösungen in Wasser zeigen einen umgekehrten Löslichkeitskoeffizienten über die Temperatur. Daher sollte die Verteilung des Polymers unterhalb der Temperatur des Trübungspunktes bewirkt werden. Die Aufschlämmung kann nach hinreichendem Vermischen erwärmt werden. Im allgemeinen wird die Aufschlämmung für einen hinreichenden Zeitraum gehalten, beispielsweise 30 bis 60 Minuten, um eine hinreichende Verteilung des Polymers zu gewährleisten. Das erhaltene Pigment wird dann durch übliche Maßnahmen gewonnen oder in der feuchten Dispersion zur sofortigen Verwendung in wässerigen Anstrichsystemen zurückgehalten.

Das Polymer liegt in einer Menge von etwa 0,5 bis 10 Gew.-% Primärpigment, vorzugsweise 2 bis 6 %, vor. Geringere Mengen an Polymer liefern nicht die gewünschte Verbesserung in der Rheologie der Dispersion und im Glanz sowie der Unterscheidung im Aussehen im fertigen Lack, während überschüssige Mengen keinen zusätzlichen Vorteil liefern, der die zusätzlichen Kosten begründen würde und zu einer Verminderung der Festigkeit des Pigments führen könnten. Falls vorliegend, wird das Pigmentderivat in einer Menge von etwa 1 bis 10 Gew.-% Primärpigment und vorzugsweise etwa 2 bis 6 % verwendet.

Wie bereits erwähnt, sind die Pigmentzusammensetzungen in einer Vielzahl von industriellen Anstrichstoffen und Beschichtungen geeignet, wie Automobildecklacken und Ausbesserungslacken auf der Basis von Alkyd/Melamin, Acryl/Melamin, Acryl/Isocyanat, gesättigten Polyestern, sowohl in konventioneller als auch in hoch feststoffhaltiger Form, die übliche Additive enthalten, sowie in Beschichtungen auf Wasserbasis. Die Pigmentmodifizierung führt zu verbesserten rheologischen Eigenschaften der Dispersion (das heißt merklich verminderte Viskositäten) und liefert somit größere Pigmentkonzentrationen und gibt geringere Lösungsmittelemissionen an die Atmosphäre während des Auftrags des Anstriches ab. Zusätzlich liefern die modifizierten Produkte eine Verbesserung im Glanz und in der Unterscheidung im Aussehen oder der Spiegelqualität von Kraftfahrzeug- oder ähnlichen Decklacken. Schließlich wird ein deutlicher Verflüssigungseffekt mit wässerigen Preßkuchen erreicht, der Feststoffanteile von etwa 20 bis etwa 50 % und gegebenenfalls von 30 bis 45 Gew.-% aufweist, unter Herstellung von flüssigen, leicht pumpbaren Aufschlämmungen.

Die nachstehenden Beispiele erläutern weiterhin die bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung. In diesen Beispielen sind alle Teile auf das Gewicht bezogen, sofern nicht anders ausgewiesen.

Beispiel 1

Dieses Beispiel erläutert die Herstellung eines typischen, modifizierten Pigmentsystems der Erfindung.

870 Teile γ-Chinacridon (QA) als wässeriger Preßkuchen, enthaltend 23 % Feststoffe, auf das Gewicht bezogen, oder 200 Teile Pigment, werden mit 26 Teilen 2-Phthalimidomethyl-QA-Preßkuchen enthaltend 23 % Feststoffe, auf das Gewicht bezogen, oder 6 Teilen Pigment, und 120 Teilen einer auf das Gewicht bezogenen 10 %-igen wässerigen Lösung von Poly(vinylmethylether), Molekulargewicht 50 000 (LUTONAL M40 von der BASF Corp.) unter wirksamem Rühren über einen Zeitraum von einer Stunde vermischt. Das Produkt wird bei 80ºC bis zum Konstantgewicht getrocknet und anschließend pulverisiert.

Um die Leistungseigenschaften davon zu bestimmen, wird das Pigment durch Kugelvermahlen in üblicher Weise in einem wärmehärtbaren Kraftfahrzeug-Acrylemaillelacksystem mit hohem Feststoffanteil dispergiert und das erhaltene Mahlgut, enthaltend 31 Gew.-% modifiziertes Pigment, 57,2 Gew.-% nichtflüchtige Feststoffe insgesamt und mit einem Pigment-zu- Bindemittelverhältnis von 1,18 wird hinsichtlich Viskosität unter Verwendung eines Brookfield Digital Viscometer (Modell RVTD) bei 10 U/min, mit Spindel Nr.3, bei 23ºC, ausgedrückt in cPs, gemessen.

Zu Vergleichszwecken wird ein lediglich mit Phthalimidomethyl-QA ähnlich behandeltes γ-Chinacridon einer ähnlichen Messung unterzogen. Die Ergebnisse sind in nachstehender Tabelle aufgeführt:

Viskosität (cPs)

γ-QA/Phthalimidomethyl-QA 5280

Produkt von Beispiel 1 880

Die Verbesserung in der Viskosität ist recht deutlich, besonders im Vergleich zu dem System, das nur mit dem Pigmentderivat behandelt wurde.

Beispiel II

Dieses Beispiel erläutert außerdem die Vorteile, die sich durch die Anwesenheit des Polymers ergeben.

Wenn Beispiel I wie beschrieben genau wiederholt wird, jedoch ohne das Phthalimidomethyl-QA, zeigen die erhaltenen Produkte die nachstehenden Leistungen in einem Alkyd- Anstrichsystem (Setal 84 von Kunsthargfabriek Synthesis B.V., Holland) mit dem erhaltenen Mahlgut, das 12,5 Gew.-% modifiziertes Pigment, 54,3 Gew.-% nichtflüchtige Feststoffe insgesamt und ein Pigment-zu-Bindemittelverhältnis von 0,3, bezogen auf die gesamten gemessenen Parameter, aufweist.

Viskosität (cPs)

unbehandeltes γ-QA Pigment 1970

Produkt von Beispiel II 1520

Produkt von Beispiel I 350

Es ist ersichtlich, daß das Muster einer wesentlichen Verbesserung gleichfalls in einem anderen Beschichtungssystem vorliegt.

Nach dem vorstehend angemerkten Herabmindern des Mahlguts und der Anstrichzubereitung wird ein Masstone-Anstrichblech (10 cm x 15 cm, Aluminium Kaliber 10, grau acrylgrundiertes Blech, sprühbeschichtet, um visuell ein Schwarz- Weiß-Schachbrett zu überdecken) hergestellt und getrocknet und der Glanz wird mit einem Glanzmeter Glossguard System 20/60/85 (Modell G67526) gemessen. Eine sehr deutliche Glanzverbesserung wird für die polymerbehandelten Systeme gegenüber dem unbehandelten γ-QA bemerkt.

Beispiel III

Das Produkt von Beispiel I wird in gleicher Weise hergestellt, mit der Ausnahme, daß das Phthalimidomethyl-QA fortgelassen wird zugunsten von 4 Teilen QA-Monosulfonsäure (auf der Grundlage von QA). Die auf denselben Parametern basierenden Viskositätsdaten im Harzsystem von Beispiel II sind wie nachstehend:

Viskosität (cPs)

unbehandeltes γ-QA-Pigment 1970

Produkt von Beispiel III 1120

Unter Verwendung des Glanzverfahrens von Beispiel II wird eine entsprechende Verbesserung im Glanz bemerkt.

Beispiel IV

50 Teile 1,4-Diketo-3,6-di-(4-chlorphenyl)-pyrrolo[3,4-c]-pyrrol werden für 1 Stunde bei Raumtemperatur in 500 ml Wasser dispergiert. Anschließend wurden 30 Teile einer auf das Gewicht bezogenen 10 %-igen wässerigen Poly(vinylmethylether)-(LUTONAL-M40)-Lösung zugegeben und weitere 4 h aufgeschlämmt. Die Aufschlämmung wird dann filtriert und mit 1 l Wasser gewaschen. Nach Vakuumtrocknen bei 80ºC und Pulverisieren wird das Pigment in (A), einem Emaillelack mit hohem Feststoffanteil von Beispiel I und (B), einem Alkydanstrich(siehe Beispiel II)-System, gegen eine unbehandelte Kontrolle geprüft und die Viskositäten wurden auf der Basis der Parameter in Beispiel I bestimmt. Die Ergebnisse sind wie nachstehend:

Harz Viskosität @ U/min (cPs) Kontrolle Produkt von Beispiel IV

Die deutliche Abnahme der Viskosität wird für die behandelten Pigmente in jedem Fall gezeigt.

Beispiel V

Indanthronpigmentpreßkuchen, enthaltend 85 g Pigment, 2,7 g Harzderivatextender und 6 g Oberflächenmodifizierungsmittel (sulfoniertes Derivat von Indanthron) werden bei Raumtemperatur mit 50 ml einer 10 gew.-%-igen wässerigen Lösung von Poly(vinylmethylether) vermischt. Nach Vakuumtrocknen bei 80ºC und Pulverisieren wird das Pigment in (A), einem Emaillelack mit hohem Feststoffanteil, und (B), einem Alkydanstrich-System, gegen ein ähnlich zubereitetes Pigment ohne Polymerbehandlung geprüft. Die Ergebnisse sind wie nachstehend:

Harz Viskosität @ U/min (cPs) Kontrolle Produkt von Beispiel V * modifiziert mit AB-Dispersant 1020 von DuPont

Eine deutliche Abnahme der Viskosität des Mahlguts wird in jedem Fall beobachtet.

Beispiel VI

Das Verfahren von Beispiel I wird wiederholt, mit der Ausnahme, daß die Menge an Poly(vinylmethylether) wie in der nachstehenden Tabelle angeführt variiert wird und Setal 84 von Beispiel II als Bindemittelsystem verwendet wird. Die Viskosität wird wie in Beispiel I bei verschiedenen Spindelgeschwindigkeiten ermittelt.

PVME (%) (bezogen auf das Pigment) Viskosität @ U/min (cPs) γ-Chinacridon* γ-QA/Phthalimidomethyl-QA behandeltes γ-Chinacridon * RT-759-D von CIBA-GEIGY Corp.

Signifikante Viskositätsverminderungen sind somit sogar bei sehr kleinen Polymeranwendungsmengen deutlich.

Beispiel VII

Dieses Beispiel erläutert die Verflüssigungswirkung auf Systeme mit hohem Feststoffgehalt bei der erfindungsgemäßen Polymerbehandlung.

Ein im wesentlichen fester Chinacridonpreßkuchen (Vorstufe zu RT-742-D von CIBA-GEIGY Corp.), 250 g bei 38,5 % Feststoffen, auf das Gewicht bezogen, wird mit 5 g einer 10- gewichtsprozentigen wässerigen Lösung von Poly(vinylmethylether) (siehe Beispiel I) und 2,2 g NUOSEPT 95-Konservierungsmittel vermischt. Das Gemisch wird dann mit 0,8 mm Glaskügelchen zu einer glatten Dispersion sandvermahlen. Die 37 %-ige Pigmentdispersion zeigt das nachstehende Viskositätsprofil (siehe Beispiel I):

U/min (Spindel Nr.3) Viskosität (cPs)

Es ist somit ersichtlich, daß die wässerige Dispersion mit hohem Feststoffgehalt eine unerwartet gute Rheologie zeigt, das heißt Fluidität.

Wenn die Dispersion in eine übliche Latexabtöngrundlage eingemischt wird, werden ausgezeichnetes Flockungsverhalten und Verdopplung der Abtönkraft einer handelsüblichen wässerigen Red B Dispersion beobachtet.

Beispiel VIII

Ein in der Teilchengröße verminderter Chinacridonviolett-Preßkuchen (Vorstufe zu RT-795-D von der CIBA-GEIGY Corp.) wird wieder aufgeschlämmt, bei einem pH-Wert von 9 bis 10 für 2 h gehalten und filtriert und auf pH 7,5 gewaschen. 476 g des im wesentlichen festen Preßkuchens bei 42 % Feststoffen werden mit 29 g eines 21 % Feststoff-enthaltenden Phthalimidomethylchinacridonpreßkuchens und 20 g einer 10 %- igen wässerigen Lösung Poly(vinylmethylether) vermischt. Das erhaltene Gemisch mit einem Eigen-pH-Wert von 8,2 und einem Anteil von 37 % Feststoffen wird leicht aus dem Mischbehälter gegossen.

Beispiel IX

Ein im wesentlichen fester Preßkuchen (100 g), enthaltend γ-Chinacridon und 4 gewichtsprozentiges Pigment Chinacridonmonosulfat wird mit 5 g einer 10-gewichtsprozentigen Poly(vinylmethylether)-Lösung vermischt. Der pH-Wert des erhaltenen Gemisches wird auf 9 mit 2-Amino-2-methyl-1-propanol eingestellt. Wasser wird zu einem letztlichen Feststoffgehalt von 40 Gew.-% zugegeben und ergibt eine gießbare, flüssige Aufschlämmung.

Beispiel X

Ein im wesentlichen fester Preßkuchen, hergestellt aus einer teilchengrößenreduzierten festen Lösung von γ-Chinacridon und 2,9-Dimethylchinacridon (durchsichtiger Rot B Preßkuchen, Vorstufe zu RT-333-D von CIBA-GEIGY Corp.), 936 g und 32 % Feststoffanteil, wird mit 30 g einer 10-gewichtsprozentigen Poly(vinylmethylether)-Lösung und 4,6 g 2-Amino-2- methyl-1-propanol zu einem letztlichen pH-Wert von 8,5 vermischt. Das Vermischen wird mit einem Laborplanetenmischer, mit einem Fassungsvermögen von 1 Gallon bewirkt, bis Klumpenfreiheit auftritt (etwa 1 Stunde). Die erhaltene 31 % Feststoff enthaltende Mischung wird leicht durch ein 20 Mesh- Sieb geseiht.

Zusammenfassend ist ersichtlich, daß diese Erfindung modifizierte Pigmentzusammensetzungen bereitstellt mit deutlich verbesserten rheologischen-, Fließ-, Glanz- und Unterscheidung-des-Aussehens-Eigenschaften. Variationen können hinsichtlich Verhältnissen, Verfahren und Stoffen hergestellt werden, ohne jedoch vom Schutzbereich der Erfindung, der durch die nachstehenden Ansprüche definiert wird, abzuweichen.


Anspruch[de]

1. Pigmentzusammensetzung, umfassend ein organisches Pigment und etwa 0,5 bis 10 Gew.-% des Pigments einen Poly(vinylniederalkylether) mit einem Molekulargewicht im Bereich von 2 000 bis 500 000.

2. Zusammensetzung nach Anspruch 1, worin das organische Pigment ein Chinacridon oder ein substituiertes Chinacridon oder eine feste Lösung von Chinacridonen ist.

3. Zusammensetzung nach Anspruch 2, worin das Chinacridon γ-Chinacridon ist.

4. Zusammensetzung nach Anspruch 1, worin das organische Pigment ein 1,4-Diketopyrrolopyrrol ist.

5. Zusammensetzung nach Anspruch 1, worin das organische Pigment ein Indanthron ist.

6. Zusammensetzung nach Anspruch 1, die Poly(vinylmethylether) enthält.

7. Zusammensetzung nach Anspruch 1, die ebenfalls etwa 1 bis 10 Gew.-% des Pigments ein dispersionsverbesserndes Derivat des Pigments enthält.

8. Zusammensetzung nach Anspruch 7, worin das organische Pigment ein Chinacridon ist.

9. Zusammensetzung nach Anspruch 8, worin das Chinacridon γ-Chinacridon ist.

10. Zusammensetzung nach Anspruch 8, worin das Derivat ein Phthalimidomethyl-, Sulfonsäure- oder Carboxybenzamidomethylderivat des Chinacridons ist.

11. Zusammensetzung nach Anspruch 7, die Poly(vinylmethylether) enthält.

12. Zusammensetzung nach Anspruch 7, worin der Poly(vinylniederalkylether) in einer Konzentration von 2-6 Gew.-% des Pigments vorliegt.

13. Zusammensetzung nach Anspruch 7, worin der Poly(vinylniederalkylether) ein Molekulargewicht von 10 000 bis 100 000 aufweist.

14. Zusammensetzung nach Anspruch 7, die γ-Chinacridon, 2 bis 6 % eines 2-Phthalimidomethylderivats von Chinacridon und 2 bis 6 % Poly(vinylmethylether) umfaßt, wobei die Prozentangaben auf das Gewicht des Pigments bezogen sind.

15. Zusammensetzung nach Anspruch 7, die γ-Chinacridon, 2 bis 6 % eines Sulfonsäurederivats von Chinacridon und 2 bis 6 % Poly(vinylmethylether) umfaßt, wobei die Prozentangaben auf das Gewicht des Pigments bezogen sind.

16. Verfahren zur Verbesserung der rheologischen und Stabilitätseigenschaften einer organischen Pigmentdispersion und der Glanz- und Unterscheidungseigenschaften eines Endprodukts, hergestellt daraus, das das Behandeln des organischen Pigments mit etwa 0,5 bis 10 % eines Poly(vinylniederalkylether)s, der ein Molekulargewicht von 2 000 bis 500 000 aufweist, umfaßt, wobei die Prozentangaben auf das Gewicht des Pigments bezogen sind.

17. Verfahren nach Anspruch 16, wobei das organische Pigment ebenfalls mit etwa 1 bis 10 Gew.-% des Pigments eines dispersionsverbessernden Derivatsdes Pigments behandelt wird.

18. Verfahren nach Anspruch 17, wobei das organische Pigment ein Chinacridon oder ein substituiertes Chinacridon oder eine feste Lösung von Chinacridonen darstellt, das Derivat ein Phthalimidomethyl- oder Sulfonsäurederivat von Chinacridon ist und der Poly(vinylniederalkylether) Poly(vinylmethylether) ist.

19. Verfahren nach Anspruch 18, wobei das Chinacridon γ-Chinacridon ist und der Poly(vinylmethylether) in einer Konzentration von 2 bis 6 Gew.-% des Pigments vorliegt.

20. Verfahren zur Verbesserung der Fluidität einer wässerigen organischen Pigmentdispersion, die einen Feststoffgehalt im Bereich von 20 bis 50 Gew.-% aufweist, das die Behandlung des organischen Pigments mit etwa 0,5 bis 10 % eines Poly(vinylniederalkylether)s, der ein Molekulargewicht von 2 000 bis 500 000 aufweist, wobei die Prozentangaben auf das Gewicht des Pigments bezogen sind, umfaßt.

21. Verfahren nach Anspruch 20, wobei das organische Pigment ebenfalls mit etwa 1 bis 10 Gew.-% des Pigments eines dispersionsverbessernden Derivats des Pigments behandelt wird.

22. Verfahren nach Anspruch 21, wobei das organische Pigment ein Chinacridon oder ein substituiertes Chinacridon oder eine feste Lösung von Chinacridonen darstellt, das Derivat ein Phthalimidomethyl- oder Sulfonsäurederivat von Chinacridon ist und der Poly(vinylniederalkylether) Poly(vinylmethylether) ist.

23. Verfahren nach Anspruch 22, wobei das Chinacridon γ-Chinacridon ist und der Poly(vinylmethylether) in einer Konzentration von 2 bis 6 Gew.-% des Pigments vorliegt.







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