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Dokumentenidentifikation DE69115648T2 15.05.1996
EP-Veröffentlichungsnummer 0484751
Titel Trennungssystem im Boden von Blutbeuteln
Anmelder Bayer Corp., Pittsburgh, Pa., US
Erfinder Baumann, Ronald H., Arcadia, Cal. 91006, US;
Denton, Donald R., San Dimas, Cal. 91773, US;
Dupin, William W., Covina, Cal. 91722, US;
Nelson, Edward J., San Rafael, Cal. 94901, US;
Sajan, Eva, Oakland, Cal. 94618, US
Vertreter Zobel, M., Dipl.-Chem. Dr., Pat.-Anw., 51061 Köln
DE-Aktenzeichen 69115648
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, GR, IT, LI, LU, NL, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 24.10.1991
EP-Aktenzeichen 911181311
EP-Offenlegungsdatum 13.05.1992
EP date of grant 20.12.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.1996
IPC-Hauptklasse A61J 1/10

Beschreibung[de]

Anmeldungen, zu denen ein Bezug besteht, sind US-A-3 304 977 und EP- A3-0 446 713, eingereicht am 28.02.1991 und "Blut-Trennsystem" bezeichnet. Letztere ist ein Dokument unter Artikel 94(3) EPÜ.

Die vorliegende Erfindung befaßt sich ganz allgemein mit dem Sammeln und Auftrennen von Gesamtblut in nutzliche Komponenten, sie befaßt sich insbesondere mit der Verwendung eines Systems von Kunststoffbeuteln fuhr Blut, welches es ermöglicht, daß eine dichtere, zentrifugierte Komponente irn unteren Teil des Beutels in den und aus dem Oberteil des Beutels gedrückt wird.

Gesamtblut wird gewöhnlich in seine größeren Komponenten aus weniger dichtem Plasma und dichteren roten Blutzellen (RBCs) aufgetrennt, indem man zuerst das Gesamtblut in einen als Spender- oder Primär-Beutel bekannten Beutel aus Kunststoff abzieht. Die Inhaltsmengen des Beutels werden sodann unter gesteuerten Bedingungen zentrifugiert, um einen unteren, dichteren Anteil gepackter RBCS sowie einen oberen, weniger dichten Plasma-Anteil zu ergeben, der reich an Plättchen (Plättchen-reiches Plasma oder PRP) sein kann.

Der Spender-Beutel ist in typischer Weise über Öffnungen im Blut- Beutel durch Kunststoffleitungen mit einem oder mehreren Begleit-Beuteln verbunden, um ein "geschlossenes" System zu bilden, in welches aufgetrennte Blutkomponenten (z.B. das PRP oder die RBCs) durch Maßnahmen von aussen und Ventile zur weiteren Verarbeitung und Verwendung gedruckt werden können. Das obige System zur Auftrennung von Blut in seine größeren Bestandteile ist seit den Jahren von 1950 an im großen und ganzen unverändert geblieben, als Beutel aus Kunststoff für Blut in großem Maßstab in den Handel gebracht wurden.

In letzter Zeit haben sich die Anstrengungen darauf konzentriert, sehr spezifische "Komponenten" aus Gesamtblut (oder fraktioniertes Plasma) herzustellen, so daß einem Patienten bei Bedarf einer bestimmten Komponente (z.B. von Koagulationsfaktoren, Albumin, Plättchen, ISG, RBCs usw.) nur diese spezifische Komponente verabreicht werden kann. Obwohl das System des vorliegend offenbarten Gegenstands dazu verwendet werden kann, weitere Blutprodukte zuzubereiten, ist es zur Herstellung von Plättchen besonders geeignet.

Das klassische Verfahren zur Zubereitung von Transfusionsprodukten aus Plättchen aus Gesamtblut beruht auf einer anfänglichen Zentrifugation von Gesamtblut in einem Kunststoffbeutel für Blut bei relativ niedriger Zentrifugalkraft, um das meiste des PRP aus den roten Zellen abzutrennen. Das PRP wird dann gewöhnlich in einen verbundenen Begleitbeutel fuhr Blut gedruckt. Im Anschluß daran erfolgt eine Zentrifugation des PRP im Begleitbeutel bei relativ hoher Zentrifugalkraft. Dies ergibt ein unteres Sediment von Plättchen und ein oberes Plättchen-armes Plasma (PPP) . Die sedimentierten Plättchen liegen in der Form eines Pellet oder "Bodenprodukts" vor, das in einem kleinen Volumen des PPP-Donor-Plasma (50-60 ml) resuspendiert wird, um das Plättchen-Konzentrat (PC) zu ergeben.

Bei guter Verfahrenstechnik werden ca. 2/3 der Plättchen in einer Gesamtblut-Sammeleinheit (ca. 450 ml ± 10%) im Plättchen-Konzentrat gewonnen. Dies ist äquivalent zu ca. 8 x 10¹&sup0; Plättchen pro Konzentrat. Zum Erreichen dieser Ausbeute an Plättchen sind allerdings eine strikte Beachtung von Zentrifugationsprotokollen, häufige Eichung der Zentrifugen und große Sorgfalt des Bedienungspersonals erforderlich. Die Tatsache, daß der Minimalstandard fuhr eine Plättchenausbeute lediglich 5,5 x 10¹&sup0; pro Konzentrat beträgt, belegt die vom Bedienungspersonal abhängige Natur dieser Verfahrensweise.

Kürzlich haben einige Transfusionsdienste in Europa damit begonnen, ein alternatives Verfahren der Plättchen-Herstellung zu untersuchen und in einigen Fällen anzuwenden, und zwar insbesondere eine Zubereitung bzw. Herstellung aus dem "Buffy-Coat" (Puffüberzugsschicht) von zentrifugiertem Gesamtblut. Bei dieser Verfahrensweise wird die anfängliche Zentrifugation von Gesamtblut bei relativ hoher Zentrifugalkraft durchgefuhrt, um 3 Anteilsrnengen zu bilden: Eine obere Schicht aus relativ zellfreiem Plasma, eine Zwischenschicht aus "Buffy-Coat", enthaltend Plättchen und Leukozyten, sowie eine untere Schicht aus roten Zellen.

Die Zwischenschicht aus Buffy-Coat wird abgetrennt und mit entweder einem kleinen Volumen an Plasma (50 bis 60 ml) oder einem synthetischen Medium vermischt. Die Mischung wird dann bei niedriger Zentrifugalkrat zentrifugiert, um Plättchen-Konzentrat (obere Schicht) von Leukozyten (WBCs) und restlichen roten Zellen abzutrennen. Messergebnisse legen es nahe, daß auf diese Weise hergestellte Plättchen eine verbesserte Qualität aufweisen, wahrscheinlich weil eine Aktivierung der Plättchen, die ansonsten während der Pelletierstufe des PRP-Zentrifugationsverfahrens eintreten wurde, vermieden wird.

Die ursprunglichen Arbeiten an Plättchen von Buffy-Coat wurden beim holländischen Roten Kreuz durchgefuhrt. Unter der Bezeichnung Amsterdam- Verfahren wird ein Standard-Verfahren mit einem Vierer-Mehrfach- Kunststoffbeutelsystem angewandt. Nach Zentrifugation des Bluts und Entfernung des Plasma aus dem Hauptbeutel wurde die Schicht aus Buffy-Coat in einen leeren verbundenen Begleitbeutel überführt und dann zum Plättchen- Konzentrat verarbeitet. Unter Anwendung dieses Verfahrens fanden Pietersz et al (Vox Sang 1985; 49:81-85) einen Durchschnittswert von 7,2 x 10¹&sup0; Plättchen pro Konzentrat; das Volumen an gesammeltem Blut betrug bei dieser Untersuchung ca. 500 ml. Kretschmer et al (Infusionstherapie 1988; 15:232- 239) fanden einen Durchschnittswert von 6,3 x 10¹&sup0; Plättchen pro Konzentrat aus 450 ml gesammeltem Blut.

Das Amsterdam-Verfahren war, bei ersichtlich respektablen Plättchen- Ausbeuten, mühsam und arbeitsaufwändig. Die Stufe zur Überführung des Buffy-Coat machte es für die Bedienungsperson erforderlich, den Beutel zu massieren, um das Anhängen der "klebrigen" Schicht aus Buffy-Coat zu verhindern. Diese Manipulationen könnten die Funktionsweise der Plättchen beeinflussen und eine Freisetzung von Granulozyt-Enzymen herbeiführen. Es bestand auch keine Möglichkeit, das Volumen des entfernten Buffy-Coat zu steuern.

Weitere Anstrengungen zur Verbesserung von Blut-Trennmaßnahmen oder zumindest zu deren Erleichterung sind bekannt. Beispielsweise ist in US 3 911 918 von Turner ein Beutel für Blut offenbart, der die Form eines Stundenglases aufweist. Dieser Beutel weist einen Oberteil für Plasma, einen Unterteil für RBCs und einen Mittelteil für Plättchen und weiße Blutzellen auf. Die Stundenglasform soll Vorrichtungen für Positionierklammern oder Verschlüsse an der Verbindungsstelle der getrennten Komponenten unterstützen, nachdem das Gesamtblut im Beutel zentrifugiert ist. Dieses System ist bisher in keinem nennenswerten kommerziellen Maßstab angewandt worden. Siehe auch US 4 857 190 von S. Wada und B. Kuhlemann, worin ein Beutel für Blut angegeben ist, der einen kontinuierlichen, aber kleineren Aufnahmeteil aufweist, der angepaßt ist, um dazu beizutragen, die Zwischenschicht einer zentrifugierten Komponente zu sammeln und abzugrenzen.

In US 4 608 178 von A.S. Johansson und C.F. Hogman ist ein "Oberteil/Bodenteil"-Beutel offenbart, wobei die oberen und unteren Anteilsmengen getrennter Blutkomponenten aus einem speziell entworfenen Beutel gleichzeitig herausgedrückt werden können, wobei der als Buffy-Coat bekannte Zwischenteil im Beutel zurückbleibt. Das Herausdrücken bei diesem System wird durch eine Platte, die auf den Beutel drückt, und Sensoren gesteuert, welche die Position der Zwischenschicht aufzeichnen und verfolgen, so daß jene Schicht im Beutel verbleibt, während das obere Plasma aus dem Oberteil und die unteren roten Blutzellen aus dem Bodenteil des Beutels herausgedrückt werden. Daher der Name Oberteil/Bodenteil-Beutel. Die Sensoren in diesem System gewährleisten das gleichzeitige Herausdrücken der Komponenten des Ober- und Bodenteils.

Die vorstehend beschriebenen Systeme sind ziemlich neu, und es ist noch nicht klar, ob jene Systeme mit der Zeit bestehende Bluttrennsysteme ersetzen werden, die auf dem Einsatz eines relativ einfachen unmodifizierten Spender-Beutels beruhen.

Jedoch bieten die Systerne neue Wege an, WBCs aus Plättchen abzutrennen oder Plättchen herzustellen, die in der Zwischenschicht oder der Teilmenge aus Buffy-Coat enthalten sind. Das Patent von Johansson und Hogman zeigt auf, wie dies in einer halbautomatisierten Weise zu bewerkstelligen ist. Potentiell stellt es daher einen halbautomatisierten Weg zur Herstellung von Plättchen dar.

Zur Überwindung der mit dem Amsterdam-Verfahren verbundenen Probleme entwickelten Johansson und Hogman (siehe oben genanntes Patent) das Beutel- System mit der Ober- und Bodenteil-Drainage des Primär-Beutels und einer Sensorvorrichtung, wodurch eine teilautomatisierte Bluttrennung ermöglcht wurde. Kretschmer et al, oben genannt, wandten diesen Typ eines Systems an, um Plättchen-Konzentrate aus Produkten aus Buffy-Coat zuzubereiten bzw. herzustellen, und ermittelten einen Durchschnittswert von 6,7 x 10¹&sup0; Plättchen pro Einheit.

In der parallelen EP-A3-0 446 713 vom 28.02.1991 ist ein weiteres System zur in relativ einfacher Weise durchzuführenden Entfernung der unteren Inhaltsmengen eines Blut-Beutels offenbart. In diesem System wird ein rohrförmiges Teilstück angewandt, das sich von einer oberen Öffnung in das Innere des Beutels erstreckt und kurz oberhalb des Beutelbodens endet. Bei Anwendung von Druck auf den Beutel treten die unteren Inhaltsmengen des Beutels durch das rohrförmige Teilstück und den Oberteil des Beutels aus. Obwohl sich das obige System als nützlich erwiesen hat und eine praktikable Alternative zum Oberteil/Bodenteil-Beutel darstellen kann, haben wird nun, was sogar eine noch praktikablere Alternative sein kann, ein System aufgefunden, worin eine neue Konstruktion für den Blut-Beutel zur Anwendung gelangt, die überraschende Herstell- und Anwendungsvorteile bietet. Nähere Einzelheiten dieses Systems werden nun beschrieben.

Unser Blut-Trennsystem umfaßt einen Hauptbeutel (3) aus Kunststoff für das Blut (einen Primär-Beutel oder Spender-Beutel), bei dem aufgetrennte Komponenten aus dem Oberteil des Beutels und in einer von der Bedienungs person gewählten Reihenfolge herausgedrückt werden können.

Das System schließt einen Haupt- oder Spender-Beutel (3) ein, der eine weitgehend longitudinal verlaufende Versiegelungsnaht (3f) aufweist, die sich vom Oberteil des Beutels (3) und zwischen zwei Öffnungen (17a, 27a) des Blut-Beutels nach unten bis zumindest der unteren Hälfte des Beutels (3), aber nicht bis zum Boden des Beutels (3) erstreckt, wodurch ein innerer Durchgangsweg (3d) zwischen den beiden Öffnungen (17a, 27a) zurückbleibt bzw. gebildet wird, welcher sich im wesentlichen in der unteren Hälfte des Beutels (3) befindet.

In einer Anwendungsform wird Gesamtblut (oder eine aufzutrennende Komponente) in den Beutel (3) durch eine Öffnung durch herkömmliche Verfahrensweisen eingebracht. Das Gesamtblut wird dann zentrifugiert, um einen leichteren Anteil (9) und einen dichteren Anteil (11) zu bilden. Gewünschtenfalls kann der dichtere Anteil (11) dann aus dem unteren Teil des Beutels (3) vor Entfernung der oberen, weniger dichten Komponente (9) durch auf den Beutel (3) ausgeübte Druckanwendung (kann von Hand oder automatisiert erfolgen) entfernt werden, um im wesentlichen den gesamten dichteren Anteil (11) durch den internen Durchgangsweg (3d) auf der Seite der Längsversiegelung (3f) und aus dem Beutel (3) durch die Öffnung (17a) zu drükken, die mit dieser Seite der Längsversiegelung (3f) in Verbindung steht. Die Öffnung (17a) muß natürlich für den Flüssigkeitsdruchfluss geöffnet sein.

In bevorzugten Ausführungsformen ist die Längsversiegelung (3f) relativ eng (z.B. (5 mm breit), sie verläuft im wesentlichen parallel und nahe zu der einen Seitenkante des Beutels (3) und endet in ihremm unteren Teilbereich innerhalb der unteren 50% (vorzugsweise innerhalb der unteren 10%) der Beutellänge. In sehr bevorzugten Ausführungsformen beträgt das Volumen auf derjenigen Seite, durch die die dichtere Komponente (11) den Beutel (3) verläßt, weniger als 10% des Gesamtvolumens des Beutels. Das System kann mit elektronischen Aufzeichnungsinstrumenten bzw. mit entsprechenden Maßnahmen (siehe unten) betrieben werden, um eine halbautomatisierte Bluttrennung bereitzustellen.

Fig. 1 ist eine Plansicht eines bevorzugten Blut-Beutel- Trennsystems.

Fig. 2 ist eine Plansicht eines Kunststoffbeutels, durch die 1 Ausgestaltungsform des Hauptbeutels der Erfindung veranschaulicht ist.

Fig. 3 ist ein Querschnitt des Beutels von Fig. 1, entlang der Linien 3-3 von Fig. 2.

Unser bevorzugtes System zur Auftrennung von Blutkomponenten umfaßt einen Haupt-Spenderbeutel, der durch optische Sensoren aktivierte Klammern oder Ventile aufweist, die mit herkömmlichen Leitungen zusammengeschlossen sind, welche mit einer jeden der Auslaßöffnungen des Beutels in Verbindung stehen. Die Auslaßöffnung für die dichtere Komponente steht mit dem internen Durchgangsweg in Richtung des Bodens des Beutelinneren in Verbindung. In bevorzugten Ausgestaltungsformen liegt die Längsversiegelungsnaht, im Durchschnitt, innerhalb 7 mm der Kantenversiegelung auf der einen Seite des Betuels (in einem flach gedrückten, leeren Beutel). Die longitudinale Versiegelung erstreckt sich auch bevorzugt innerhalb ca. 7 mm der Versiegelung im inneren Bodenteil des Beutels. Vorzugsweise ist der Beutel unter Anwendung einfacher, herkömmlicher Versiegelungen für den Oberteil, den Bodenteil, die Seiten und die Längsversiegelungen hergestellt. Wird der Beutel mit Flüssigkeit gefüllt (und bläht sich auf), weist der sich zum Beutelboden ergebende Durchgangsweg einen Durchschnittsdurchmesser von weniger als ca. 7 mm auf.

Ein bevorzugtes System ist ein "Dreier"-Blut-Beutel, bestehend aus einem Primär- oder Donor-Beutel und zwei Begleitbeuteln, die vorab mit dem Primär-Beutel durch herkömmilche PVC-Blut-Beutel-Leitungen und -Paßstücke verbunden sind. Die Beutel selbst können aus herkömmlichen PVC- Kunststoffilmmaterial, das zur Herstellung von Blut-Beuteln verwendet wird (z.B. PVC, plastifiziert mit einem Weichmacher wie DEHP, TOTM, Zitratestern oder dgl.), oder aus anderen geeigneten Kunststoffmaterialien (z.B. Polyolefinen) hergestellt sein. Der Primär-Beutel ist mittels herkömmlicher Verfahrenstechniken hergestellt, ist aber insofern modifiziert, als der Blut- Sammelbeutel die Längsversiegelung aufweist, die sich zwischen den beiden oberen Öffnungen zum Boden des Beutels erstreckt, wie dies ganz allgemein als Versiegelung 3f in Fig. 1 und 2 gezeigt ist. Die Beutel und die Rohrleitungen sind im wesentlichen durchsichtig.

Figur 1 zeigt 1 Beispiel unseres Systems ("geschlossenes" Dreier Mehrfachbeutelsystem für Blut), das zusammen mit elektronischen Flüssigkeitsaufzeichnungsmitteln verwendet wird. Der Hauptunterschied zwischen dem System von Fig. 1 und demjenigen der parallelen EP-A3-0 446 713 vom 28.02.1991 liegt im mittleren Beutel, der in größerem Detail in Fig. 2 und 3 gezeigt ist.

Figur 2 zeigt den Hauptbeutel 3 (den Zentralbeutel) von Figur 1 in größerem Detail. Wie aus Figur 2 ersichtlich, weist der Beutel 3 ein im wesentlichen herkömmliches Aussehen auf, mit der Ausnahme einer longitudinalen Sieellinie 3f, die sich vom Oberteil des Beutels (und zwischen mindestens zwei Öffnungen, 17a und 27a) nach unten zu einer Position in der unteren Hälfte des Beutels, aber nicht bis zum Beutelboden erstreckt. Indem sie sich nicht ganz bis zum Boden des Beutels erstreckt, verbleibt ein Durchgangsweg 3d zwischen dem Hauptvolumen des Beutelinneren 3g und einem "Kanal" 3e, der entlang und im wesentlichen parallel zur linken Seite des Beutels verläuft. Der einzige "geschlossene" Verbindungsweg zwischen den oberen Öffnungen 17a und 27a an der entsprechenden Seite der Längsversiegelung 3f ist der Durchgangsweg 3d. In bevorzugten Ausgestaltungsformen sollten Durchgangsweg 3d und die Breite des Kanals 3e so klein wie möglich sein, aber groß genug, um einen nicht-turbulenten und ungestörten Durchfluß der unteren Beutelinhaltsmengen nach aussen über Leitung 17 zuzulassen, wenn Druck auf den Beutel ausgeübt wird (nach Zentrifugation des Gesamtbluts oder einer sonstigen Blutkomponente)

Fig. 3 veranschaulicht einen Querschnitt entlang der Linien 3-3 von Fig. 2 und zeigt die relativ kleine Größe bzw. das entsprechende Volumen des Kanals 3e im Vergleich zum restlichen Beutelvolumen 3g.

Nach Sammeln von Gesamtblut über eine herkömmliche Nadelanordnung 3c und Phlebotomie-Rohrleitung 3a in einen Donor-Beutel 3 wie den in Fig. 1 gezeigten, wird das Blut bei relativ hoher Zentrifugalkraft zentrifugiert, um eine obere Plasmakomponente 9, eine Zwischenkomponente 13 aus Buffy-Coat und eine untere Komponente 11 aus roten Zellen zu bilden. Der Beutel 3 wird dann in eine einfache, herkömmliche Druck-Separator-Vorrichtung (Herausdrückgerät für Blut-Beutel) gegeben, welche aus einer sich bewegenden Feder-belasteten Herausdrückplatte und einer fixierten Platte bestehen.

In einer sehr bevorzugten Ausgestaltungsform beinhaltet das Trennsystem zwei An-Aus-Leitungsklammern 19 und 31, eine auf Rohrleitung 17 und eine auf Rohrleitung 27, die durch einen Sensor wie eine Fotozelle betätigt werden, welche schematisch als Schachtel 16 gezeigt ist. Die unteren RBCs gehen durch Offnung 17a, während das obere Plasma durch Öffnung 27a fließt. Der Donor-Beutel kann bei Bedarf weitere Öffnungen (nicht gezeigt) anstatt der oder zusätzlich zur Beutelzugangsöffnung 15 aufweisen. Der Durchgang der Beutelinhaltsmengen durch die verbundenen Rohrleitungen kann durch den Einsatz herkömmlicher zerbrechlicher Ventile 3h (siehe Fig. 2) gesteuert werden. Ein (bevorzugtes) Beispiel eines solchen zerbrechlichen Ventils ist im Detail in US 4 586 928 von B. Barnes et al beschrieben.

Am Beginn des Herausdrückens von Plasma ist das Ventil 3h, das mit der Rohrleitung 27 in Verbindung steht, offen, und das entsprechende Ventil 3h zur Rohrleitung 17 ist geschlossen. Plasma wird durch Druckausübung auf den Beutel 3 in den Beutel 35 gedrückt, bis rote Zellen (im Buffy-Coat 13) zuerst in der Rohrleitung 27 durch einen an der Rohrleitung 27 angebrachten Fotozellensensor 16 gesehen oder nachgewiesen werden, zu welchem Zeitpunkt (31) auf Rohrleitung 27 in Reaktion auf ein elektrisches Signal über eine Drahtverbindung 25 aus dem Sensor geschlossen und die Klammer 19 auf Rohrleitung 17 in Reaktion auf ein Signal über eine ähnliche Verbindung 25 geöffnet werden. Rote Zellen werden dann über den Durchgangsweg 3d durch das Oberteil von Beutel 3 in beispielsweise einen zweiten Begleitbeutel 21 gedrückt, der eine herkömmliche Konservierungslösung für rote Zellen wie AS-3 oder dgl. (nicht gezeigt) enthält. Das Herausdrücken wird fortgesetzt bis lediglich ein Volumen von ca. 50 bis 60 ml (der Buffy-Coat 13) im Beutel 3 verbleibt: Dieses Volumen kann, falls gewünscht, durch einen einfachen Haltepunkt (nicht gezeigt) zwischen der Herausdrückplatte und der rückwärtigen Platte, gegen die der Beutel 3 gepreßt wird, in einem ansonsten herkömmlichen Herausdrückgerät für Blut-Beutel festgesetzt werden. Optische Sensoren können an geeigneten Stellen entlang der Rohrleitungen 27 oder 17 nach Bedarf angeordnet sein, um die Ventile 31 und 19 in Betrieb zu setzen.

Beispiel

Für Testzwecke wurde Gesamtblut in einem Beutel, der ein herkömmliches Antikoagulans und/oder eine entsprechende Konservierungslösung (CP2D/AS-3) enthielt, gesammelt und dann in den "Kanal-Beutel" des vorliegenden Offenbarungsgegenstandes überführt. Siehe Beutel 3 von Fig. 1. Im Anwendungsfall in der Praxis würde jedoch das Gesamtblut direkt im Spender-Beutel 3 über Phlebotomie-Nadelanordnung 3a gesammelt.

Die Blut-Einheit wurde dann bei ca. 3000 x g (2977 x g) 9 Minuten lang zentrifugiert. Unter Einsatz eines von Hand bedienten Plasma- Herausdrückgeräts wurde das obere Plasma über Rohrleitung 17 in einen leeren Beutel 35 gedrückt. Rote Zellen wurden dann durch Durchgangsweg 3d (siehe Fig. 2) und den "Kanal" (siehe 3e von Fig. 2) in Zusatzbeutel 21 gedrückt. Das Herausdrücken von Plasma wurde angehalten, als die Schicht der roten Zellen in einem Abstand von ca. 1 cm vom Oberteil des Beutels vorlagen. Das Herausdrücken von roten Zellen wurde angehalten, als die Druckplatte des Plasma-Herausdrückgeräts eine vorbestimmte Marke erreichte. An diesem Punkt verblieben ca. 60 g Buffy-Coat (BC) im Primär-Beutel. Ca. 60 g Plasma aus Beutel 35 wurden in den BC in Beutel 3 zurückgedrückt.

Der BC in Beutel 3 wurde über Nacht auf einem Plättchen-Rührer (zum Aufbrechen von Plättchen-Aggregaten) bei ca. 22ºC inkubiert. Am nächsten Morgen wurde der BC in einen weiteren Trennbeutel überführt. Es wurde ein verlängerter Trennbeutel, wie er in US 4 892 537 von R. Carmen et al für Neozyt-Abtrennungen gezeigt ist, verwendet. Dieser Beutel kann direkt über eine Rohrleitung mit einer zugefügten Öffnung am Oberteil von Beutel 3 zur Bildung eines echt geschlossenen Systems verbunden sein. Der rekonstituierte BC (ca. 60 g BC in 60 g Plasma) wurde bei 454 x g 7 Minuten lang zentrifugiert.

Die Oberschicht aus Plättchen-Konzentrat wurde dann in einen verbundenen Blut-Beutel aus mit TOTM weichgemachtem PVC (siehe US 4 280 497 von Warner et al) zur Untersuchung der Lagerung bzw. Aufbewahrung gedrückt.

Die Zählung der Plättchen wurde bei allen Fraktionen unter Anwendung entweder eines elektronischen Zellenzählgeräts (Plasma und Plättchen- Konzentrat) oder eines von Hand durchgeführten Verfahrens vorgenommen. Die Messergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengefaßt.

Tabelle Plättchen aus Buffy-Coat Meßergebnisse von Kanal-Beutel (n=9)
Fraktion Plättchenzahl x 10¹&sup0; Plättchen in % vom Gesamtblut Leukozytenzahl x 10&sup8; Gesamtblut Plasma Rote Zellen Plättchen-Konzentrat restlicher Buffy-Coat

Der Hauptbeutel des vorliegenden Erfindungsgegenstandes bietet Herstellvorteile, da er erzeugt werden kann, indem man für Blut-Beutel herkömmliche Herstellverfahren durchführt. Beispielsweise sind viele herkömmliche Blut-Beutel durch einfache Versiegelung der Kanten (Perimeter) von zwei Bögen aus weichgemachtem PVC-Film gefertigt. Die Siegelung kann unter Anwendung herkömmlicher Kunststoff-Versiegelungsvorrichtungen durch Einwirkung von Hitze oder Radiofreguenz (RF) durchgeführt werden. Eine Versiegelung durch ein Verfahren mit einem chemischen Lösungsmittel ist, obwohl möglich, wegen gegebenenfalls auftretender Siegelfehler oder Brüche weniger bevorzugt.

Die longitudinal verlaufende Siegellinie für den bevorzugten Beutel des vorliegenden Offenbarungsgegenstandes wurde unter Einsatz einer RF- Siegelvorrichtung hergestellt, und dieses Verfahren zur Siegelung ist für Beutel aus weichgemachtem PVC bevorzugt. Beutel aus anderen Kunststoffen (z.B. aus Polyolefinen) könnten z.B. unter Anwendung einer einfachen Hitzesiegelung gesiegelt werden.

Uns ist die Anwendung longitudinaler Siegellinien in irgendeinem Blut- Beutel-System, welche hergestellt wären bzw. dazu dienen sollten, die Entfernung der unteren Inhaltsmengen eines Blut-Beutels durch den Oberteil des Beutels zu erleichtern, nicht bekannt. In US 43 619 650 von L. Wisdom ist allerdings ein Blut-Beutel mit einem anderen Typ eines longitudinalen Siegels gezeigt. Obwohl das zentrale Längssiegel jenes Beutels einen Durchgangsweg zwischen zwei Hälften des Beutels am Oberteil (nicht am Boden) zu hinterlassen scheint, würde es mit jenem Beutel nicht möglich sein, die unteren Inhaltsmengen des Beutels aus dem Oberteil des Beutels zu entfernen, wie dies beim vorliegenden System der Fall ist. Ausserdem besteht der Zwek des Siegels in jenem Beutel darin, eine Linie zu ergeben, entlang welcher der Beutel zur wirksamen Entfernung (über eine Maschine) von gefrorenem Plasma aufgerissen werden kann.

Obwohl die Plasma-Beutel jenes Patents den vorliegenden Erfindungsgegenstand nicht offenbaren oder nahelegen, sind die verschiedenen in jenem Patent gelehrten Wege zur Herstellung von Blut-Beuteln und die oben zitierten Blut-Beutel-Patente in den Rahmen des vorliegenden Offenbarungsinhalts durch Bezugnahme auf jene Patente eingeschlossen.

Der Hauptbeutel des vorliegenden Erfindungsgegenstandes kann für eine grobe Trennung von Gesamtblut in Plasma (PRP) und RBCs oder, vorzugsweise, für eine feinere Auftrennung einer Blutkomponente (z.B. die Abtrennung von Plättchen aus dem Buffy-Coat-Anteil von Blut), wie oben beschrieben, verwendet werden.

Die Abfolge der Entfernung der Komponenten kann variiert werden, um sich einem besonderen Bedarf oder der Verfügbarkeit (oder Nicht- Verfügbarkeit) von Expressoren (Maschinen, die konstruiert sind, um einen Beutel zu pressen, um eine gegebene Komponente auszuquetschen) anzupassen.

Beispielsweise bevorzugen wir es nun in unseren Plättchen-Trennstufen unter Einsatz des Hauptbeutels der vorliegenden Erfindung, zuerst den weniger dichten Plasma-Anteil aus dem Oberteil des Beutels zu pressen < bevor die RBCS herausgepreßt werden) . Dies deshalb, um die Chance zu verringern, versehentlich etwas der Plättchen (im Buffy-Coat) in den Kanal gelangen zu lassen, von wo aus es schwierig würde, jene Plättchen rückzugewinnen. Indem man somit zuerst das obere Plasma (Plättchen-armes Plasma) herauspreßt, wird der angrenzende Buffy-Coat so weit entfernt vom Kanaleingang (Durchgangsweg) wie möglich gehalten.

Somit pressen wird, in unserem bevorzugten Verfahren, zuerst das Plasma aus dem Hauptbeutel. Dadurch werden nur der obere Buffy-Coat und die unteren RBCs im Beutel zurückgelassen. Es sollte selbstverständlich sein, daß der obere Buffy-Coat einige restliche RBCS enthält, im allgemeinen gibt es eine klar sichtbare Grenzfläche zwischen dem Buffy-Coat-Anteil und den unteren RBCs.

Da das Volumen des Buffy-Coat-Anteils in einer typischen Einheitsmenge von Blut ca. 50 bis 60 ml beträgt und diese Menge typischerweise mit einer gleichen Menge an Plasma (60 ml) rekonstituiert wird, kann dieses Gesamtvolumen (120 ml oder ca. 120 g) herangezogen werden, um festzulegen, wieviel der RBCs herausgepreßt werden sollten, um nur den Buffy-Coat-Anteil zurückzulassen. Beispielsweise haben wir herausgefunden, daß bei Einsatz eines herkömmlichen Blut-Beutel-Expressor (entweder eines V-Expressor oder eines 2-Parallel-Platten-Expressor) der Expressor markiert werden kann, um eine Distanz anzugeben, um welche die Expressor-Platten im Abstand voneinander liegen sollten, um ein verbleibendes Volumen von ca. 120 ml (oder ca. 120 g) zu ergeben. Nachdem die Position der Markierung (kann eine einfache Bleistift-Markierung sein) mit ca. 120 ml einer Flüssigkeit (z.B. Wasser) festgesetzt ist, kann die Markierung dann als Richtpunkt für künftige Auspreßvorgänge der roten Blutzellen verwendet werden.

In einem bevorzugten Verfahren zur Herstellung von Plättchen aus Gesamtblut wird eine 50/50-Mischung aus Buffy-Coat und Plasma hergestellt, indem man ca. 60 ml oder 60 g Plasma aus dem Plasma-Sammelbeutel zurück in den Hauptbeutel überführt. Diese Mischung wird dann über Nacht bei Raumtemperatur inkubiert und zum Aufbrechen von Plättchen-Aggregaten schwach gerührt. Die Inkubation kann im ursprünglichen Hauptbeutel (mit dein Longitudinalsiegel) oder in einem anderen Beutel erfolgen, in welchen die Mischung gedrückt worden ist, vorzugsweise unter geschlossenen Bedingungen. Im Idealfall ist ein solcher weiterer Beutel über eine Leitung zum Hauptventil vorab verbunden worden und schließt ein von aussen handhabbares Ventil zur Steuerung des Zeitverlaufs der Überführung ein.

Wir haben herausgefunden, daß der verlängerte Beutel der US 4 892 537 von R.A. Carmen et al besonders gute Plättchen aus Buffy-Coat-Auftrennungen liefert. Dieser Beutel weist ein Verhältnis von Länge zu Breite von mindestens 2:1 und eine Verjüngung sowie einen Teilbereich auf, der verlängert ist, um eine trichterartige Fuhrung zu bilden, um einer abgetrennten Komponente nach Zentrifugation die Richtung aus dem Beutel zu weisen.

In unserem Anwendungsfall bilden die weniger dichten Plättchen den oberen Anteil nach Zentrifugation des Buffy-Coat im verlängerten Beutel. Jene Plättchen werden dann zur Aufbewahrung in noch einen weiteren, vorab verbundenen Beutel, gedrückt, vorzugsweise in einen für eine solche Aufbewahrung geeigneten Beutel (z.B. einen Polyolefin-Beutel oder einen Beutel aus plastifiziertem PVC, wobei ein jeder aus einem Kunststoff hergestellt ist, der eine relativ hohe Gasdurchlässigkeit aufweist, die zur Plättchen- Aufbewahrung hilfreich ist).

Ein solcher PVC-Beutel ist der mit TOTM weichgemachte Beutel der US 4 280 497 von W. Warner et al. Der in diesem Patent beschriebene Beutel wies Wandstärken im Bereich von 0,025 bis 0,050 cm (0,01 bis 0,02 Inch) auf. Die Wände wiesen eine CO&sub2;-Durchlässigkeit von mindestens ca. 4000 ml/m²/24 h und eine O&sub2;-Durchlässigkeit von mindestens ca. 600 ml/m²/24 h auf. Diese Werte sind als relativ hoher Wert für die Gasdurchlässigkeit, wie sie hier ausgedrückt ist, zu betrachten.

Im obigen Offenbarungsrahmen sollten sich Variationen nun für den Fachmann ergeben und zu seinem Fachwissen gehören. Demgemäß sollen die obigen Beispiele zur Verdeutlichung angegeben und der Rahmen der hier offenbarten Erfindung nur durch die folgenden Ansprüche eingeschränkt sein.


Anspruch[de]

1. Verfahren zur Auftrennung eines Blutprodukts in nützliche Komponenten, wobei die aufeinanderfolgenden Stufen enthalten sind, in denen man:

(a) das Blutprodukt in einen Blut-Beutel (3) einleitet, der mindestens zwei Öffnungen (17a), (27a) im Oberteil des Beutels (3) und eine Iongitudinal verlaufende Siegellinie (3f) aufweist, die sich vom Oberteil des Beutels (3) und zwischen den zwei Öffnungen (17a), (27a) nach unten bis mindestens zur unteren Hälfte des Beutels (3) erstreckt, worin ein Kanal (3e) auf einer Seite der longitudinal verlaufenden Siegellinie (3f) gebildet ist,

(b) das Blut zentrifugiert, um das Blut in einen oberen weniger dichten Anteil und einen unteren dichteren Anteil aufzutrennen, und

(c) den dichteren Anteil heraus aus dem Beutel (3) vom unteren Anteil des Beutels (3) über den Kanal (3e) und eine Öffnung (17a) herauspreßt, mit der der Kanal (3e) in Verbindung steht.

2. Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei das Blutprodukt Gesamtblut, der weniger dichte Anteil Plasma (9) und der dichtere Anteil rote Blutzellen (11) sind.

3. Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei das Herauspressen der roten Blutzellen (11) unter Anwendung elektronischer Monitormaßnahmen aufgezeichnet und verfolgt wird.

4. Verfahren zur Herstellung von Plättchen aus Gesamtblut, wobei die aufeinanderfolgenden Stufen enthalten sind, in denen man:

(a) Gesamtblut in einen Blut-Beutel (3) einleitet, der mindestens zwei Öffnungen (17a), (27a) am Oberteil des Beutels (3) und eine longitudinal verlaufende Siegellinie (3f) aufweist, die sich vom Oberteil des Beutels (3) und zwischen den Öffnungen (17a), (27a) nach unten bis zur unteren Hälfte des Beutels (3) erstreckt, worin ein Kanal (3e) auf einer Seite der longitudinal verlaufenden Siegellinie (3f) gebildet ist,

(b) den Beutel (3) und seine Gesamtblut-Inhaltsmengen zentrifugiert, um einen unteren dichteren Anteil roter Blutzellen (11), einen oberen weniger dichten Anteil von Plasma (9) und einen dazwischen liegenden Buffy-Coat-Anteil (13) zu bilden, welcher Plättchen und weiße Blutzellen umfaßt,

(c) den Plasma-Anteil (9) heraus aus dem Beutel (3) über eine der Öffnungen (17a), (27a) am Oberteil des Beutels (3) und auf einer Seite der longitudinal verlaufenden Siegellinie (3f) und den Anteil (11) der roten Blutzellen heraus aus dem Beutel (3) über den Kanal (3e) auf der anderen Seite der longitudinal verlaufenden Siegellinie (3f) und eine Öffnung (17a) herauspreßt, mit der der Kanal (3e) in Verbindung steht, und dann

(d) den verbleibenden Buff-Coat-Anteil (13) Bedingungen aussetzt, die ausreichen, um Plättchen aus dem Buffy-Coat-Anteil (13) abzutrennen.

5. Verfahren gemäß Anspruch 4, wobei der Buffy-Coat-Anteil (13) von Stufe (d) aus dem Beutel (3) in einen weiteren Beutel gedrückt wird, der über eine Leitung mit dem Oberteil des Beutels verbunden ist, der die longitudinal verlaufende Siegellinie aufweist.

6. Verfahren gemäß Anspruch 5, worin der weitere Beutel verlängert ist, wobei er ein Verhältnis von Länge zu Breite von mindestens 2 zu 1 aufweist und angepaßt ist, um die Abtrennung von Plättchen aus dem Buffy-Coat- Anteil (13) zu erleichtern, wenn der verlängerte Beutel, der den Buffy- Coat-Anteil (13) enthält, unter Bedingungen zentrifugiert wird, die ausreichen, um die Abtrennung der Plättchen aus dem Buffy-Coat-Anteil (13) zu begünstigen.

7. Verfahren gemäß Anspruch 6, worin der verlängerte Beutel über eine Leitung mit noch einem weiteren Beutel verbunden ist, der sich zur Aufbewahrung von Plättchen eignet.

8. Verfahren gemäß Anspruch 7, worin sich der Beutel zur Aufbewahrung von Plättchen eignet.

9. Verfahren gemäß Anspruch 8, worin der zur Aufbewahrung von Plättchen geeignete Beutel einen Beutel umfaßt, der aus einem Kunststoffilm hergestellt ist, der eine Gasdurchlässigkeit von mindestens 4000 ml/m²/24 h aufweist.

10. Verfahren gemäß Anspruch 8, worin der zur Aufbewahrung von Plättchen geeignete Beutel eine Lösung enthält, die zur Aufbewahrung von Plättchen verwendet wird.







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