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Dokumentenidentifikation DE19506381A1 29.08.1996
Titel Fahrzeugluftreifen
Anmelder SP Reifenwerke GmbH, 63450 Hanau, DE
Erfinder Gerresheim, Manfred, Dr., 63179 Obertshausen, DE;
Damke, Roland, 63579 Freigericht, DE
Vertreter Manitz, Finsterwald & Partner, 80538 München
DE-Anmeldedatum 23.02.1995
DE-Aktenzeichen 19506381
Offenlegungstag 29.08.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.08.1996
IPC-Hauptklasse B60C 9/08
Zusammenfassung Fahrzeugluftreifen mit einer ein- oder mehrlagigen, an Wulstringen (1) verankerten Radialkarkasse (2), einem Laufstreifen (3), einer zwischen Karkasse (2) und Laufstreifen (3) vorgesehenen Gürtelanordnung (4) aus zumindest zwei Schnittgürtellagen, deren als Festigkeitsträger dienende, in der jeweiligen Lage parallel zueinander verlaufende Fäden oder Korde (16) sich unter einem vorgebbaren Winkel zur Reifenumfangsrichtung kreuzen sowie wenigstens einer die Gürtelanordnung (4) zumindest in deren Randbereichen umschließenden Abdecklage (5) mit zumindest im wesentlichen in Reifenumfangsrichtung verlaufenden Korden (16) oder Fäden, wobei als Material für die Fäden oder Korde (16) der Abdecklage (5) ein Material mit geringer oder keiner Wärmeschrumpfung verwendet wird und wobei durch Wahl dieses Materials allein oder in Verbindung mit der Art des Aufbaus und/oder Aufbringens der Abdecklage (5) und/oder durch die Art des Aufbaus der Fäden oder Korde (16) der Abdecklage (5) eine Ausdehnung des Reifens in die Reifenform bei dessen Herstellung sichergestellt, gleichzeitig aber einer darüber hinausgehenden Ausdehnung des Reifens entgegengewirkt wird, und wobei zur Verwirklichung eines Reifens mit besonders guten Schnellaufeigenschaften die Fäden oder Korde (16) in allen Schnittgürtellagen der Gürtelanordnung (4) aus textilem Material bestehen, und als Abdecklage (5) eine endlos gewickelte Streifenbandage (13) verwendet wird.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Weiterbildung der deutschen Patentanmeldung mit dem Aktenzeichen P 44 29 899.4.

Die Hauptanmeldung betrifft einen Fahrzeugluftreifen nach der deutschen Patentanmeldung P 44 29 899.4, d. h. einen Fahrzeugluftreifen mit einer ein- oder mehrlagigen, an Wulstringen verankerten Radialkarkasse, einem Laufstreifen, einer zwischen Karkasse und Laufstreifen vorgesehenen Gürtelanordnung aus zumindest zwei Schnittgürtellagen, deren als Festigkeitsträger dienende, in der jeweiligen Lage parallel zueinander verlaufende Fäden oder Korde sich unter einem vorgebbaren Winkel zur Umfangsmittelebene kreuzen sowie wenigstens einer die Gürtelanordnung zumindest in deren Randbereichen umschließenden Abdecklage mit zumindest im wesentlichen in Reifenumfangsrichtung verlaufenden Korden oder Fäden.

Ziel des Gegenstandes der Hauptanmeldung ist es, einen Fahrzeugluftreifen dieser Art so auszugestalten, daß dessen Gewicht soweit wie möglich reduziert ist, ohne die geforderten Eigenschaften des Fahrzeugluftreifens zu beeinträchtigen.

Diese Aufgabe wird nach dem Hauptpatent dadurch gelöst, daß wenigstens eine der Schnittgürtellagen als Festigkeitsträger Fäden oder Korde aus textilem Material enthält, daß als Material für die Fäden oder Korde der Abdecklage ein Material mit geringer oder keiner Wärmeschrumpfung verwendet wird und daß durch Wahl dieses Materials allein oder in Verbindung mit der Art des Aufbaus und/oder Aufbringens der Abdecklage und/oder durch die Art des Aufbaus der Fäden oder Korde eine Ausdehnung des Reifens in die Reifenform bei dessen Herstellung sichergestellt, gleichzeitig aber einer darüber hinausgehenden Ausdehnung des Reifens entgegengewirkt wird.

Die vorliegende Zusatzanmeldung betrifft vorteilhafte Weiterbildungen der Hauptanmeldung.

Nach einer Ausgestaltung der Erfindung bestehen die Fäden oder Korde in allen Schnittgürtellagen aus textilem Material, und als Abdecklage wird eine endlos gewickelte Streifenbandage, eine sogenannte JLB-Bandage verwendet. Es hat sich gezeigt, daß die Kombination eines reinen Textilgürtels mit einer JLB-Bandage besonders gute Reifeneigenschaften ergibt, insbesondere kann dadurch das Reifengewicht bei gleichzeitiger Gewährleistung der geforderten Reifeneigenschaften stark reduziert werden.

Als besonders geeignet haben sich sowohl für die Schnittgürtellagen als auch für die Abdecklage Fäden oder Korde aus Aramid oder einem Hybridmaterial mit Aramid und einem anderen textilen, bei Wärmeeinwirkung zumindest im wesentlichen nicht schrumpfenden Material wie beispielsweise Reyon oder Polyester herausgestellt. Aramid und die anderen genannten Hybridmaterialien zeichnen sich durch eine besonders hohe Zugfestigkeit aus und verhindern daher ein unerwünschtes Reifenwachstum unter statischer oder dynamischer Belastung. Damit weist der erfindungsgemäße Reifen insbesondere gute Schnellaufeigenschaften auf.

Die zum Ausformen des Reifenprofils notwendige Ausdehnung des Reifens kann über den Aufbau der Gürtellagen und der Abdecklage, insbesondere über den Titer, d. h. das auf eine bestimmte Länge bezogene Gewicht, der Fäden oder Korde und deren Dichte in der jeweiligen Lage, den Verdrehungsgrad der Korde und die Art der Wicklung der Streifenbandage eingestellt werden. So steigt die Dehnbarkeit des Reifens mit abnehmender Fadendichte und abnehmenden Titer. Ebenso kann mit einer höheren Verdrehung der Korde deren Dehnbarkeit erhöht werden. Schließlich bestimmen Wickeldichte und -festigkeit der Streifenbandage die Dehnbarkeit des Reifens mit.

Überraschenderweise hat sich herausgestellt, daß unter Nutzung dieser Maßnahmen auch bei Verwendung von Hochmodulmaterialien, insbesondere Aramidmaterial beim Ausformen des Reifenprofils keine Probleme entstehen.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung werden in den Gürtellagen und in der Abdecklage Korde oder Fäden aus demselben Material und mit demselben Titer verwendet. Durch diese Ausgestaltung wird die Vorratshaltung erleichtert und kostengünstiger gestaltet, denn es muß für jeden Reifentyp nur ein bestimmter Kord vorrätig gehalten werden.

Als besonders geeignet haben sich Korde aus zwei miteinander verdrehten Aramidfäden mit einem Titer von jeweils 1670 dtex, d. h. Gramm pro 10 000 Meter, sowie eine Korddichte in den Gürtellagen von ca. 70 bis 120 Korden pro 10 cm und in den Streifen der Abdecklage von ca. 60 bis 90 Korden pro 10 cm herausgestellt.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist die Korddichte in den Gürtellagen und in den Streifen der Abdecklage gleich groß. Diese Ausgestaltung hat den Vorteil, daß die Schnittgürtellagen und die Streifen für die Abdecklage aus einer einzigen gummierten Lage hergestellt werden können. Es kann also eine gummierte Lage mit den gewünschten Korden in der erforderlichen Korddichte als Endlosband hergestellt werden, von dem dann sowohl die Schnittgürtellagen als auch die Streifen für die Abdecklage abgetrennt werden können. Dadurch vereinfacht sich die Herstellung des erfindungsgemäßen Reifens.

Ein besonders günstiges Verfahren zur Herstellung eines solchen Fahrzeugluftreifens besteht darin, daß zunächst eine gummierte Lage mit Textilkorden in der gewünschten Korddichte hergestellt wird, und daß die für die Abdecklage benötigten Streifen randseitig von dieser Lage abgeschnitten werden, während der verbleibende Teil der gummierten Lage für die Gürtellagen verwendet wird. Damit kann eine gummierte Lage als fortlaufendes Band hergestellt werden, von welchem dann sowohl die Bandagenstreifen als auch die Schnittgürtellagen abgeschnitten werden. Die Herstellung wird dadurch besonders einfach und es tritt praktisch kein Schnittverlust auf.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend beschrieben. Es zeigen

Fig. 1 einen Querschnitt durch einen erfindungsgemäßen Fahrzeugluftreifen und

Fig. 2 eine perspektivische Darstellung einer gummierten Lage zur Verwendung in einem Reifen nach Fig. 1.

Der in Fig. 1 dargestellte Reifen weist eine an Wulstringen 1 verankerte Radialkarkasse 2, einen Laufstreifen 3 und eine zwischen Karkasse 2 und Laufstreifen 3 vorgesehene Gürtelanordnung 4 sowie eine die Gürtelanordnung umschließende Abdecklage 5 auf. Die Wulstringe 1 sind jeweils mit einem Wulstkern 6 versehen, auf welchem ein Kernreiter 7 angeordnet ist.

Die Abdecklage 5 wird durch eine endlos gewickelte Streifenbandage (JLB-Bandage) aus einem um die Gürtelanordnung 4 gewickelten Streifen 13 gebildet. Die einzelnen Wicklungen des Bandagenstreifens 13 sind bei der dargestellten Ausführungsform auf Stoß gewickelt. Wie in der Hauptanmeldung gezeigt, sind aber auch andere Wickelarten möglich, wie beispielsweise eine Überlappung benachbarter Wicklungen oder ein freier Abstand zwischen benachbarten Wicklungen sowie eine sich über die Reifenbreite ändernde Wicklung.

Der Bandagenstreifen 13 ist bevorzugt von einer gummierten Lage 15 abgeschnitten, aus welcher auch die Schnittgürtellagen der Gürtelanordnung 4 gefertigt sind. Eine solche gummierte Lage 15 ist in Fig. 2 dargestellt.

Die gummierte Lage 15 weist parallel zueinander verlaufende Korde 16 auf, die in dem dargestellten Beispiel aus zwei bzw. drei miteinander verdrehten Fäden 17 gebildet sind. Die Korde 16 sind mit einer Kautschukmischung umhüllt, die entsprechend den gewünschten Eigenschaften der gummierten Lage ausgewählt wurde. Üblicherweise wird die gummierte Lage 15 jedoch entweder nur Korde 16 aus zwei Fäden 17 oder nur Korde 16 aus drei Fäden 17 enthalten. Fig. 2 dient also nur der Veranschaulichung verschiedener Möglichkeiten.

Die Korde 16 der gummierten Lage 15 können beispielsweise aus zwei miteinander verdrehten Aramidfäden bestehen, deren Titer 1670 dtex beträgt. Die Korddichte in der gummierten Lage 15 kann bevorzugt zwischen 70 und 120 Korden pro 10 cm betragen.

Aus der gummierten Lage 15 können die Streifen 13 für die JLB-Bandage randseitig abgeschnitten werden. Der verbleibende Teil der gummierten Lage 15 wird dann für die Schnittgürtellagen der Gürtelanordnung 4 verwendet, wobei hierfür der verbleibende Teil der gummierten Lage 15 unter einem solchen Winkel in einzelne Schnittgürtellagen zerschnitten wird, der dem gewünschten Kordwinkel der Schnittgürtellage gegenüber der Reifenumfangsrichtung entspricht.

Bezugszeichenliste

1 Wulstring

2 Karkasse

3 Laufstreifen

4 Gürtel

5 Abdecklage

6 Wulstkern

7 Kernreiter

13 Bandagenstreifen

15 gummierte Lage

16 Kord

17 Faden


Anspruch[de]
  1. 1. Fahrzeugluftreifen mit einer ein- oder mehrlagigen, an Wulstringen verankerten Radialkarkasse, einem Laufstreifen, einer zwischen Karkasse und Laufstreifen vorgesehenen Gürtelanordnung aus zumindest zwei Schnittgürtellagen, deren als Festigkeitsträger dienende, in der jeweiligen Lage parallel zueinander verlaufende Fäden oder Korde sich unter einem vorgebbaren Winkel zur Reifenumfangsrichtung kreuzen sowie wenigstens einer die Gürtelanordnung zumindest in deren Randbereichen umschließenden Abdecklage mit zumindest im wesentlichen in Reifenumfangsrichtung verlaufenden Korden oder Fäden, wobei als Material für die Fäden oder Korde der Abdecklage ein Material mit geringer oder keiner Wärmeschrumpfung verwendet wird und wobei durch Wahl dieses Materials allein oder in Verbindung mit der Art des Aufbaus und/oder Aufbringens der Abdecklage und/oder durch die Art des Aufbaus der Fäden oder Korde der Abdecklage eine Ausdehnung des Reifens in die Reifenform bei dessen Herstellung sichergestellt, gleichzeitig aber einer darüber hinausgehenden Ausdehnung des Reifens entgegengewirkt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Fäden oder Korde in allen Schnittgürtellagen der Gürtelanordnung (4) aus textilem Material bestehen, und daß als Abdecklage (5) eine endlos gewickelte Streifenbandage (13), eine sogenannte JLB-Bandage, verwendet wird.
  2. 2. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fäden oder Korde (16) der Gürtelanordnung (4) und der Abdecklage (5) aus Aramid oder einem Hybridmaterial mit Aramid und einem anderen textilen Material bestehen.
  3. 3. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Gürtelanordnung (4) aus zwei Aramidgürtellagen besteht, und daß als Abdecklage (5) eine Aramid-Streifenbandage verwendet wird.
  4. 4. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß für die Gürtelanordnung (4) und für die Abdecklage (5) Fäden oder Korde (16) aus demselben Material und mit demselben Titer, d. h. auf eine bestimmte Länge bezogenes Gewicht, verwendet werden.
  5. 5. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß für die Gürtelanordnung (4) und die Abdecklage (5) Korde (16) aus zwei miteinander verdrehten Aramidfäden (17) mit einem Titer von jeweils 1670 dtex, d. h. Gramm pro 10 000 Meter, verwendet werden, daß in den einzelnen Gürtellagen der Gürtelanordnung (4) die Korddichte ca. 70 bis 120 Korden pro 10 cm beträgt, und daß in der Abdecklage (5) die Korddichte ca. 60 bis 90 Korden pro 10 cm beträgt.
  6. 6. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Korddichte in den einzelnen Gürtellagen der Gürtelanordnung (4) und in den Streifen (13) der Abdecklage (5) gleich groß ist.
  7. 7. Verfahren zur Herstellung eines Fahrzeugluftreifens nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet daß zunächst eine gummierte Lage (15) mit Textilkorden (16) in der gewünschten Korddichte hergestellt wird, und daß die für die Abdecklage (5) benötigten Streifen (13) randseitig von dieser gummierten Lage (15) abgeschnitten werden, während der verbleibende Teil der gummierten Lage (15) für die einzelnen Lagen der Gürtelanordnung (4) verwendet wird.






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