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Dokumentenidentifikation DE3725420C2 05.09.1996
Titel Verfahren zum Reinigen eines Flottenapplikationsgeräts und Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens
Anmelder A. Monforts GmbH & Co, 41238 Mönchengladbach, DE
Erfinder Wersch, Kurt van, 5144 Wegberg, DE;
Voigt, Klaus, 4050 Mönchengladbach, DE
Vertreter von Creytz, D., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 41844 Wegberg
DE-Anmeldedatum 31.07.1987
DE-Aktenzeichen 3725420
Offenlegungstag 09.02.1989
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 05.09.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.09.1996
IPC-Hauptklasse D06B 23/30
IPC-Nebenklasse D06B 21/00   D06B 5/08   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reinigen eines zum Auftragen eines Applikationsmittels, insbesondere eines Färbemittels, auf eine textile Stoffbahn vorgesehenen Flottenapplikationsgerätes, dem ein Heißbehandlungsgerät zum Trocknen und/oder Fixieren des Applikationsmittels nachgeschaltet wird. Sie betrifft ferner eine Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens.

Wenn ein Färbefoulard oder irgendein anderes Flottenapplikationsgerät, z. B. ein Sprühgerät, ein Schaumauftrage- oder Minimalauftragegerät, einem Infrarot-Vortrockner und/oder einer Hotflue vorgeschaltet wird und wegen eines Wechsels des Applikationsmittels, also insbesondere wegen eines Farbwechsels, gereinigt werden soll, wird zunächst das vorher benutzte Applikationsmittel aus dem zugehörigen Behälter, z. B. dem Färbetrog, abgelassen und durch Reinigungsmittel, z. B. klares Wasser, ersetzt, um den Färbetrog, die Führungswalzen, das Quetschwerk oder dergleichen reinigen zu können. Zu diesem Zweck können auch die wasserführenden Walzen besprüht und später getrocknet werden. Durch das Reinigungsmittel wird im allgemeinen auch ein an die vorhergehende Partie angenähter Nachläufer gezogen. Da also der Nachläufer das Applikationsgerät mindestens ebenso feucht wie die an sich zu behandelnde Stoffbahn verläßt, bestehen an sich keine Bedenken, die Heißbehandlungsgeräte mit unveränderter Energie auch auf den Nachläufer wirken zu lassen.

Bei kurzfristiger Betriebsunterbrechung, z. B. des Foulards oder dergleichen, ist ein solches durchgehendes Verfahren wünschenswert, weil beim Abschalten und Wiedereinschalten der Heißbehandlungsgeräte stets eine gewisse Zeit gewartet werden muß, bis (nach dem Einschalten) ein Beharrungszustand in den Heizaggregaten erreicht wird. Während dieser Einschwingphase kann nämlich nicht ordnungsgemäß produziert werden.

Im Laufe des Reinigungsverfahrens des Applikationsgeräts muß schließlich auch das Reinigungsmittel ganz aus dem Trog abgelassen werden, damit dieser getrocknet und mit neuer Flotte gefüllt werden kann. Während dieser Zeit des Trocknens, also während dieser Trockenphase, können ein Infrarot-Trockner ebenso wie eine Hotflue nicht mit voller Energie auf den Nachläufer wirken, weil dieser trocken ist und verbrennen würde. Man könnte zwar die Heizeinrichtung eines Infrarot-Trockners während der Trockenphase von dem Nachläufer wegrichten, so daß dieser nicht mehr erhitzt wird bzw. die heiße Luft in der Hotflue über einen Bypass ab- bzw. umleiten, die zusätzlichen Einrichtungen in den Heißbehandlungsgeräten sind jedoch aufwendig.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine entsprechende Vorrichtung zu schaffen, die es erlauben, eine Folge von Flottenapplikationsgerät und Heißbehandlungsgerät der vorgenannten Art so zu gestalten, daß die Anlage auch bei einem Wechsel des Applikationsmittels und/oder der Stoffbahnpartie unverändert weiterlaufen kann. Insbesondere soll erreicht werden, daß der Infrarot-Trockner und/oder die Hotflue weiter beheizt werden und mit der beim Trocknen benötigten Energie auf den Nachläufer wirken dürfen, ohne daß dieser in der Trockenphase des Flottenapplikationsgeräts übermäßig erhitzt würde.

Die erfindungsgemäße Lösung besteht für das eingangs genannte Verfahren darin, daß die Stoffbahn während einer durch einen Wechsel des Applikationsmittels bedingten Trockenphase des Applikationsgeräts genau in dieser Phase vor der Heißbehandlung gesondert im Sinne eines Simulierens der normalen Produktion angefeuchtet wird. Insbesondere soll die Anfeuchtung im Anschluß an das trockenlaufende Applikationsgerät erfolgen.

Dadurch, daß man erfindungsgemäß eine bei normalem Betrieb eine beispielsweise durch mechanisches Abquetschen einer geklotzten Stoffbahn oder durch Minimalauftrag zu erreichende Feuchtigkeit simuliert, wird erreicht, daß der Nachläufer, der übrigens zugleich den Vorläufer der nächsten Partie bildet, während des ganzen Reinigungsvorgangs - also auch während der Trockenlaufphase - so feucht zu halten ist, daß die angegebene Folge von Maschinen unverändert weiterlaufen kann. Insbesondere besteht an keiner Stelle die Gefahr einer zu hohen Erhitzung, also der Entzündung, des Nachläufers im Infrarot-Vortrockner.

Letztlich wird durch die Erfindung erreicht, daß wegen des unveränderten Weiterlaufens der Heißbehandlungsaggregate während der ganzen Reinigungsphase (beim Austausch des Applikationsmittels) die an den Nachläufer anschließende nächste zu färbende Partie von vornherein auf einen Beharrungszustand der Heißbehandlungsgeräte trifft. Im Anschluß an einen Wechsel des Applikationsmittels ist daher bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens eine Einschwingphase nicht mehr erforderlich, vielmehr fällt die behandelte Stoffbahn vom Anfang bis zum Ende gleich aus.

Gemäß weiterer Erfindung ist eine Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens gekennzeichnet durch eine angrenzend an den Stoffbahnweg bereitgehaltene und in der Trockenlaufphase in den Stoffbahnweg hereinzufahrende, mit einer saugfähigen mit Wasser zu beaufschlagenden Schicht bezogene Anfeuchtewalze, die sich quer zur Transportrichtung über die ganze Stoffbahnbreite erstreckt. Vorzugsweise wird der Anfeuchtewalze eine Sprüheinrichtung zum Befeuchten des insbesondere aus endlosem, saugfähigem Material bestehenden Applikationsbezug zugeordnet. In einer solchen Walze läßt sich aufgesprühte Feuchtigkeit, insbesondere Wasser, mit Hilfe einer Andrückwalze problemlos vergleichmäßigen. Das Maß der Anfeuchtung des während der Trockenlaufphase mit der genannten Walze in Berührung kommenden Nachläufers läßt sich durch dessen Umschlingungswinkel mit der Walze und durch die Befeuchtung der Walze selbst steuern. Wenn als Feuchteapplikationsgerät ein Färbefoulard dient, wird angestrebt, die Stoffbahn mit Hilfe der Anfeuchtewalze auf den Feuchtegrad zu bringen, der bei normalem Betrieb am Ausgang der Quetsche vorliegen soll.

Im allgemeinen wird die mit dem saugfähigen Bezug versehene Walze mit Hilfe von Wasser angefeuchtet. Das Wasser kann mit einer Sprüheinrichtung auf die Walze aufgebracht werden. Als saugfähiger Bezug selbst dient vorzugsweise ein endloses Material, das mit einer Düsen aufweisenden Sprüheinrichtung auf der ganzen Walzenlänge mit Wasser zu besprühen ist. Die ganze Vorrichtung von Auftragswalze, Andrückwalze und Wasser-Sprühdüsen wird zweckmäßig in einem sich quer zur Transportrichtung der Stoffbahn erstreckenden Anfeuchte-Balken untergebracht, der bei Normalbetrieb mit Abstand vom Stoffbahnweg gehalten wird. Bei Herannahen einer Trockenphase jedoch wird der Balken in die Stoffbahn bzw. in deren Weg gehoben, so daß die Stoffbahn bogenformig an der Anfeuchtewalze entlangläuft.

Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich besonders für den Fall häufiger Partienwechsel, also bei Färbung kleiner Partien, weil die gesamte Maschinenfolge bei dem Partienwechsel unverändert weiterlaufen kann, so daß das Abkühlen und Anheizen der Heizaggregate sowie das Warten auf einen Gleichgewichts-Betriebszustand entfallen kann. Das erfindungsgemäße Verfahren arbeitet daher nicht nur schneller als das durch Abschalten der Heizaggregate unterbrochene Verfahren sondern bringt auch bessere Ergebnisse, da ein Unterschied zwischen Anfang und Ende einer gefärbten Stoffbahn im allgemeinen nicht mehr auftreten kann.

Anhand der schematischen Darstellung eines Ausführungsbeispiels werden Einzelheiten der Erfindung erläutert.

In der Zeichnung wird eine von links nach rechts in Pfeilrichtung laufende Stoffbahn 1 im Schnitt dargestellt. Die Stoffbahn kann beispielsweise von einem Foulard kommen und über eine Leitwalze 2 an einem durch zwei Leitwalzen 3 und 4 begrenzte Anfeuchtestrecke 5 herangebracht sowie über eine weitere Leitwalze zu einem Vortrockner, zu einer Hotflue oder dergleichen geführt werden. Im Bereich der Anfeuchtestrecke 5 wird an einer Seite, vorzugsweise unterhalb der Stoffbahn 1 ein insgesamt mit 7 bezeichneter Anfeuchtebalken in einer gestrichelten Position 8 gehalten. Die gestrichelte Position 8 des Anfeuchtebalkens 7 entspricht dem Normalbetrieb der angedeuteten Anlage. Die Stoffbahn 1 kommt dann also mit dem Anfeuchtebalken 7 und dessen Teilen nicht in Berührung sondern gleitet zwischen den Leitwalzen 3 und 4 geradeaus am Anfeuchtebalken 7 vorbei.

Wenn ein Farb- oder Partienwechsel vorzunehmen und das aufgebrachte Applikationsmittel im zugeordneten Applikationsgerät auszutauschen sind, wird über die in der Zeichnung dargestellten Leitwalzen im allgemeinen nicht eine zu behandelnde Stoffbahn sondern ein Nachläufer einer vorher behandelten Bahn bzw. ein Vorläufer einer nachfolgenden Charge geleitet. Dieser Nachläufer soll jedoch ebenfalls durch das Applikationsgerät geführt werden. Er wird also, solange das Applikationsgerät Feuchtigkeit enthält, in üblicher Weise angefeuchtet.

Beim Austausch eines Applikationsmittels durch ein anderes Applikationsmittel muß jedoch im allgemeinen eine Reinigung vorgesehen werden, die wenigstens während einer kurzen Zeit einen Trockenlauf des Applikationsgeräts voraussetzt. In dieser Zeit wird auch der in der Zeichnung gestrichelt angedeutete Nachläufer 9 nicht angefeuchtet, so daß die Gefahr einer Überhitzung in einem nachgeschalteten Heizaggregat besteht. Erfindungsgemäß wird während dieser Trockenlaufphase von Applikationsgerät und Nachläufer 9 der Anfeuchtebalken 7 in den Weg der Stoffbahn 1 also in die Anfeuchtestrecke 5 hineinbewegt, so daß der Nachläufer 9 bogenförmig am Anfeuchtebalken 7 abläuft.

Im Ausführungsbeispiel wird der Anfeuchtebalken 7 gebildet aus einem Gehäuse 10 mit darin gelagerter Anfeuchtewalze 11 mit endlosem saugfähigem Applikationsbezug 12 sowie mit einer Andrückwalze 13 und mit einer Sprüheinrichtung 14, mit deren Hilfe Wasser 15, beispielsweise aus Sprühdüsen in Richtung auf den Bezug 12 der Anfeuchtewalze 11 zu spritzen ist.

Die Andrückwalze 13 dient dazu, die auf den Bezug 12 aufgesprühte Feuchtigkeit zu vergleichmäßigen.

Ein wesentlicher Vorteil des dargestellten Anfeuchtebalkens 7 besteht darin, daß die Anfeuchtewalze 11 zwischen zwei sich parallel zur Ebene des Nachläufers 9 erstreckenden Leitblechen 16 und 17 am Ein- und Auslauf des Nachläufers 9 liegt. Die Leitbleche 16, 17 sollen insbesondere etwa tangential vor dem Umfang der Anfeuchtewalze 11 und tangential nach dem Umfang der Anfeuchtewalze 11 angeordnet werden. Dadurch wird erreicht, daß der Nachläufer glatt, insbesondere faltenfrei, an die Anfeuchtewalze 11 herangeführt und ebenso glatt zur nächsten Leitwalze 4 geleitet wird. Im Bereich des Anfeuchtebalkens 7 verhindert das Gehäuse 10 ein Abtropfen des auf die Anfeuchtewalze 11 aufgesprühten Wassers.

Bezugszeichenliste

1 = Stoffbahn

2 = Leitwalze

3 = Leitwalze

4 = Leitwalze

5 = Anfeuchtestrecke

6 = Leitwalze

7 = Anfeuchtebalken

8 = gestrichelte Position (7)

9 = Nachläufer

10 = Gehäuse

11 = Anfeuchtewalze

12 = Bezug

13 = Andrückwalze

14 = Sprüheinrichtung

15 = Sprühstrahl

16 = vorderes Leitblech

17 = hinteres Leitblech


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Reinigen eines zum Auftragen eines Applikationsmittels, insbesondere eines Färbemittels, auf eine textile Stoffbahn (1) vorgesehenen Flottenapplikationsgeräts, dem mindestens ein Heißbehandlungsgerät zum Trocknen und/oder Fixieren des Applikationsmittels nachgeschaltet wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Stoffbahn (1) während einer durch einen Wechsel des Applikationsmittels bedingten Trockenlaufphase des Applikationsgeräts genau in dieser Phase vor der Heißbehandlung gesondert im Sinne eines Simulierens der normalen Produktion angefeuchtet wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anfeuchtung im Anschluß an das trockenlaufende Applikationsgerät erfolgt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein bei normalem Betrieb durch mechanisches Abquetschen einer geklotzten Stoffbahn (1) oder durch einen Minimalauftrag zu erreichender Feuchtegrad simuliert wird.
  4. 4. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch eine angrenzend an den Stoffbahnweg (5) bereitgehaltene, in der Trockenlaufphase in den Stoffbahnweg hineinzuführende, mit einem saugfähigen, mit Wasser zu beaufschlagenden Applikationsbezug (12) bezogene Anfeuchtewalze (11), die sich quer zur Transportrichtung über die ganze Stoffbahnbreite erstreckt.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Anfeuchtewalze (11) eine Sprüheinrichtung (14) zum Anfeuchten ihres Applikationsbezugs (12) zugeordnet ist.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Anfeuchtewalze (11) eine Andrückwalze (13) zum Vergleichmäßigen von aufgebrachtem Wasser zugeordnet ist.
  7. 7. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Stoffbahn bzw. der Nachläufer (9) in der Trockenphase bogenförmig um die Anfeuchtewalze (11) herumgeführt ist.






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