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Dokumentenidentifikation DE69300739T2 19.09.1996
EP-Veröffentlichungsnummer 0605109
Titel Vorrichtung und Verfahren für das Untersuchen von rohrförmigen Teilen.
Anmelder Sonoco Products Co., Hartsville, S.C., US
Erfinder Rowlands, Robert Edward, Madison, Wisconsin 53711, US;
Saliklis, Edmond Paul, Lemont, Illinois 60439, US;
Wise, John Thomas, Hartsville, South Carolina 29550, US;
Gerhardt, Terry Dale, Madison, Wisconsin 53717, US
Vertreter LEINWEBER & ZIMMERMANN, 80331 München
DE-Aktenzeichen 69300739
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 02.12.1993
EP-Aktenzeichen 933096463
EP-Offenlegungsdatum 06.07.1994
EP date of grant 02.11.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.09.1996
IPC-Hauptklasse G01N 3/12

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft die Prüfung rohrförmiger Produkte bzw. Teile und vor allem das Prüfen solcher Produkte zur Bestimmung ihrer Druckfestigkeit.

Zylindrische Kerne und rohrförmige Behälter werden in großem Umfang für eine Vielzahl an Verwendungszwecken eingesetzt. Bei der Verwendung sind die zylindrischen Kerne und viele rohrförmige Behälter (nachstehend als "rohrförmige Produkte" oder nur als "Rohre" bezeichnet) aufgrund von radialem Zusammendrücken oder Druck auf ihre gekrümmte Außenfläche einer Druckumfangsspannung ausgesetzt. Die Fähigkeit eines rohrförmigen Produkts, solchen Betriebsbedingungen standzuhalten und dadurch seinen Zweck zu erfüllen sowie die Bedürfnisse des Endverbrauchers ohne Schwierigkeiten beim Gebrauch zu befriedigen, macht es erforderlich, daß es eine ausreichende Druckfestigkeit besitzt. Hersteller solcher rohrförmiger Produkte müssen mittels Qualitätssicherung gewährleisten, daß ihre rohrförmigen Produkte die notwendigen Druckfestigkeitseigenschaften aufweisen.

Eine der Hauptbedingungen eines wirkungsvollen Qualitätssicherungsprogramms ist eine Qualitätskontrollprüfung zur zuverlässigen Messung der Druckfestigkeit des Materials hergestellter rorhförmiger Produkte. Derzeit werden verschiedene Verfahren zum Prüfen rohrförmiger Produkte angewendet, doch sie befriedigen weder die Bedürfnisse des Herstellers noch des Verbrauchers. Beispielsweise wird derzeit ein Diametraldruck-Flachstauch-Prüfverfahren angewendet. Ein solches Verfahren kann zwar für vergleichende Zwecke nützlich sein, doch mißt es weder die Druckfestigkeit des Materials noch stellt es die Betriebsbedingungen nach.

Andere Prüfverfahren für solche rohrförmigen Produkte wurden vorgeschlagen, doch es stellte sich keines als geeignet heraus, da sie alle Unzulänglichkeiten und Nachteile aufweisen. Ein solches Prüfverfahren sieht die Verwendung eines Bandes vor, das um das rohrförmige Produkt gewickelt und dann gespannt wird, um Radialdruck auf das Rohr auszuüben. Dieses Bandprüfverfahren weist große Unzulänglichkeiten und Nachteile auf, z.B. daß die Last auf das Rohr vom Winkel abhängt, in dem das Band angezogen wird. Ein weiteres dieser Prüfverfahren umfaßt das direkte Belasten des Rohrs durch hydraulische Flüssigkeit. Neben den Problemen des direkten Kontakts der hydraulischen Flüssigkeit mit dem geprüften rohrförmigen Produkt treten Schwierigkeiten bei der Bildung einer zuverlässigen hydraulischen Dichtung auf; andere Probleme betreffen den Mangel an Reinheit und die unpraktische Bedienung (eine Folge der Verwendung eines offenen hydraulischen Flüssigkeitssystems) sowie die direkte hydraulische Belastung rohrförmiger Produkte, die zu einem Einknicken und nicht zum Versagen der Druckfestigkeit des Materials führt.

Die Veröffentlichung "Patent Abstract of Japan", Bd. 11, Nr. 194 (P-588), 23. Juni 1987, JP-A-62017.637 offenbart ein Verfahren zum hydraulischen Prüfen eines Rohrs, worin das Rohr Druck ausgesetzt wird, indem Flüssigkeit in eine konzentrische, aus einer elastischen Membran bestehende Innenkammer gepumpt und Sand in die Rohrmitte eingefüllt wird.

Bei einem weiteren dieser vorgeschlagenen Prüfverfahren wurden rohrförmige Produkte durch kleine, das rohrförmige Produkt umgebende Kugeln einer radialen Belastung ausgesetzt. Die Kugeln wurden in Längsrichtung mittels eines axialen Prüfgeräts durch einen mechanischen Plunger belastet. Dieses Kugelprüfverfahren bot jedoch keine einheitliche Belastung auf der gesamten Länge der gekrümmten Oberfläche des Rohrs. Die Ergebnisse dieses Prüfverfahrens waren daher sowohl für die Qualitätskontrolle als auch für Forschungszwecke ungeeignet.

Es ist daher ein Ziel der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Prüfen der Druckfestigkeit rohrförmiger Produkte bereitzustellen, die bzw. das die Unzulänglichkeiten und Nachteile derzeit verwendeter und früher vorgeschlagener Prüfverfahren und Vorrichtungen überwindet.

Demzufolge bietet die vorliegende Erfindung eine Vorrichtung und ein Verfahren, die: (a) sowohl zu Laborzwecken als auch für die Qualitätskontrollprüfung in einem Produktionsumfeld ausreichend zuverlässig sind; (b) die einfach und kostengünstig in den Herstellungsbereich einer typischen, rohrförmige Produkte herstellenden Fabrik integriert werden können; und (c) durch Personen bedient werden können, die nur über jene Qualifikationen verfügen, die Qualitätssicherungspersonal besitzt, das normalerweise mit der Herstellung rohrförmiger Produkte betraut ist. Außerdem bieten die Vorrichtung und das Verfahren der vorliegenden Erfindung: (a) eine einheitliche radiale Druckbelastung auf der gesamten gekrümmten Außenfläche des Rohrs (sowohl entlang seiner Länge als auch um seinen Umfang); (b) eine Druckbelastung des Rohrs, sodaß sein Versagen das Material (Druckfestigkeit) und nicht die Struktur (z.B. Einknicken) betrifft; (c) die sofortige Erkennung und Signalisierung des Beginns des Rohrversagens; und (d) die kontinuierliche Überwachung der Höhe des auf die gekrümmte Außenfläche des Rohrs ausgeübten Drucks.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung enthält ein Gehäuse mit einem darin eingeschlossenen zylindrischen Hohlraum, ein rohrförmiges Blasenmittel im Hohlraum, das eine Druckkammer, die größer als das gerade geprüfte Rohr ist, und einen flüssigkeitsaufnehmenden Raum zwischen dem Blasenmittel und der Innenwand des Gehäuses definiert, ausreichende kleine Kugeln, um die Druckkammer um das gerade geprüfte Rohr zu füllen, und ein Mittel zum Pumpen hydraulischer Flüssigkeit in den flüssigkeitaufnehmenden Raum zwischen dem Blasenmittel und dem Gehäuse. Der Zweck dieser Flüssigkeit liegt darin, die Kugeln einheitlich unter Druck zu setzen und dadurch einen einheitlichen Druck auf die gesamte gekrümmte Außenfläche des gerade geprüften Rohrs auszuüben. Ein Druckkontrollmittel ist vorgesehen, um den angelegten Druck kontinuierlich zu überwachen und den Beginn des Rohrversagens sofort zu erkennen.

Es folgt eine Beschreibung einer bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform unter Bezugnahme auf die beigelegten Abbildungen, worin:

Fig.1 eine perspektivische Ansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist;

Fig.2 eine perspektivische Explosionsansicht der in Fig.1 gezeigten Vorrichtung ist;

Fig.3 eine Fig.1 ähnelnde Ansicht ist, wobei die obere Endkappe entfernt ist, um das rohrförmige Produkt in der Prüfposition zu zeigen;

Fig.4 eine Schnittansicht im wesentlichen entlang Linie 4-4 in Fig.1 ist;

Fig.5 eine Fig.4 ähnelnde Schnittansicht ist, die zeigt, wie hydraulische Flüssigkeit in den Raum zwischen dem Blasenmittel und dem Gehäuse gepumpt wird, um Druck auf das gerade geprüfte Rohr auszuüben; und

Fig.6 eine Figuren 4 und 5 ähnelnde Ansicht ist, die die Entfernung des Rohrs nach dem Prüfen und die Entfernung der kleinen Kugeln aus der Druckkammer zeigt.

Genauer bezugnehmend auf die Abbildungen ist eine Vorrichtung dargestellt, die allgemein mit 10 bezeichnet ist und die erfindungsgemäßen Merkmale aufweist. Die Vorrichtung 10 umfaßt ein Gehäuse 11 mit einem zylindrischen Hohlraum 12 darin. Der Hohlraum 12 besitzt vorzugsweise nach außen geschrägte obere und untere Endabschnitte 12a und 12b.

Eine obere Endkappe 13 ist auf dem Gehäuse 11 montiert und besitzt einen kegelstumpfförmgien Abschnitt 13a, der in das obere Ende des Hohlraums 12 ragt und dieses schließt. Die Abschrägung des oberen Endes 12a und die Neigung des konischen Abschnitts 13a sind für eine enge Passung vorzugsweise im wesentlichen gleich.

Eine untere Endkappe 14 ist auf dem unteren Ende des Gehäuses 11 montiert und besitzt einen kegelstumpfförmigen Abschnitt 14a, der in das untere Ende des Hohlraums 12 ragt und dieses schließt. Die Abschrägung des unteren Endes 12b und die Neigung des konischen Abschnitts 14a sind für eine enge Passung vorzugsweise im wesentlichen gleich. Schrägungswinkel von 14º, gemessen von der Längsachse der Vorrichtung, stellten sich als geeignet heraus.

Vorzugsweise sind die oberen und unteren Endkappen 13, 14 durch Bolzen 15, 16 einzeln am Gehäuse 11 befestigt, die durch Löcher 13c, 14c in den jeweiligen Endkappen hindurchgehen und in Sack- bzw. Gewindelöchern 11a, 11b im Gehäuse eingeschraubt sind. Natürlich könnten die Endkappen 13, 14 alternativ dazu gemeinsam mit dem Gehäuse 11 verschraubt sein, wobei Bolzen voller Länge verwendet werden, die durch Löcher hindurchgehen, die sich entlang der gesamten Länge des Gehäuses 11 erstrecken. Geeignete Muttern können dann auf die Bolzen voller Länge geschraubt werden, um die Endkappen 13, 14 gegen das Gehäuse 11 anzuziehen. Bei Verwendung der Bolzen voller Länge würde jedoch eine Lockerung einer der Endkappen wahrscheinlich auch die andere Endkappe lockern, wodurch die hydraulische Dichtung des Blasenmittels 20 an beiden Enden davon beschädigt werden könnte. Beim Zusammenbau der Spannvorrichtung vor dem Prüfen ist es auch einfacher, das Blasenmittel 20 korrekt abzudichten, wenn jede Endkappe 13, 14 einzeln mit dem Gehäuse 11 verschraubt wird.

Das Blasenmittel 20 ist im Hohlraum 12 des Gehäuses 11 positioniert und enthält einen zylindrischen, rohrförmigen Abschnitt 20a und obere und untere Flansche 20b und 20c, um darin eine Druckkammer 21 zu definieren. Obere und untere Flansche 20b und 20c sind gegen die oberen bzw. unteren Enden des Gehäuses 11 positioniert. Die oberen und unteren Endabschnitte 20d, 20e des Abschnitts 20a des Blasenmittels 20 befinden sich jeweils zwischen den oberen und unteren abgeschrägten Abschnitten 12a, 12b des Hohlraums und den abgeschrägten Oberflächen der kegelstumpfförmigen Abschnitte 13a, 14a der oberen und unteren Endkappen 13, 14. Wenn die oberen und unteren Endkappen 13, 14 durch Bolzen 15, 16 durch Löcher 20b', 20c' in den Flanschen 20b, 20c des Blasenmittels 20 hindurch fest mit dem Gehäuse 11 verbunden werden, strecken sich die oberen und unteren Endabschnitte 20c, 20e des rohrförmigen Abschnitts 20a des Blasenmittels 20 nach außen und werden zwischen den abgeschrägten Flächen der kegelstumpfförmigen Abschnitte 13a, 14a der Endkappen 13, 14 und den abgeschrägten Abschnitten 12a, 12b des Gehäusehohlraums 12 eingeklemmt. Das Verschrauben der Endkappen 13, 14 mit dem Gehäuse 11 hinterläßt einen mittleren, geraden, rohrförmigen Abschnitt 20f des Abschnitts 20a des Blasenmittels 20 und definiert einen flüssigkeitsaufnehmenden Raum 22 zwischen dem Blasenmittel 20 und der Wand des Hohlraums 12 des Gehäuses 11.

Das Blasenmittel 20 besteht vorzugsweise aus Gummi und kann faserverstärkt oder nichtverstärkt sein. Außerdem kann das Blasenmittel 20 wie oben mit Flanschen versehen sein oder keine Flansche aufweisen. Ob das Blasenmittel 20 nun Flansche besitzt oder nicht, werden obere und untere Abschnitte 20d, 20e des Abschnitts 20a des Blasen mittels 20 zwischen den abgeschrägten Oberflächen kegelstumpfförmiger Abschnitte 13a, 14a der Endkappen und abgeschrägten Endabschnitten 12a, 12b des Hohlraums 12 eingeklemmt.

Vorzugsweise besteht das Blasenmittel 20 aus einem ölbeständigem Gummi mit einer Durometerhärte von 55 bis 65. Ein Kautschuk, der erfolgreich verwendet wurde, ist Duro-Bruna N (Hycar) und besitzt die folgende Formulierung (ausgedrückt als Gew.-%):

Material Menge Hycar QR-25 (1032) Zinkoxid Schwefel Altax Agerite Alba P-33 Ruß Stearinsäure Dibutylphthalat Gesamt

Zur Sicherstellung der richtigen Dichtung der Abschnitte 20d, 20e des Abschnitts 20a des Blasenmittels 20 besitzt das Gehäuse 11 in den abgeschrägten Abschnitten 12a und 12b des Hohlraums 12 vorzugsweise ringförmige Rippen 23, 24, die sich von dort ausgehend zu kegelstumpfförmigen Abschnitten 13a, 14a der Endkappen 13, 14 erstrecken. Die Rippen 23, 24 greifen in die Abschnitte 20d, 20e des Abschnitts 20a des Blasenmittels 20 ein und setzen sie einem Dichtungsdruck aus, um sicherzustellen, daß keine Flüssigkeit aus dem flüssigkeitsaufnehmenden Raum 22 austritt. Natürlich könnten die Rippen 23, 24 auf kegelstumpfförmigen Abschnitten 13a, 14a und nicht auf den abgeschrägten Endabschnitten 12a, 12b des Hohlraums vorgesehen sein.

Das Gehäuse 11 enthält eine Flüssigkeitseinlaßöffnung 25, die mit dem flüssigkeitsaufnehmenden Raum 22 verbunden ist, wobei ein Ende eines Zuleitungsschlauchs 26 für Hydraulikfluid daran befestigt ist. Das andere Ende des Schlauchs 26 ist am hydraulischen Pumpenmittel 27 zum Pumpen der hydraulischen Flüssigkeit in den flüssigkeitsaufnehmenden Raum 22 durch ein geeignetes Ventilmittel 28 hindurch befestigt (Figuren 4 bis 6). Vorzugsweise ist ein Druckmesser 29 am Zuleitungsschlauch 26 befestigt, um den Druck im Zuleitungsschlauch 26 und dadurch den Druck im flüssigkeitsaufnehmenden Raum 22 zu überwachen und anzuzeigen.

Die obere Endkappe 13 besitzt eine durchgehende, zentral positionierte Einfüllöffnung 13b mit Innengewinde (Fig.6). Die Einfüllöffnung 13b ist normalerweise durch einen Stopfen 30 mit Außengewinde geschlossen. Das untere Ende des Stopfens 30 ist ausgebildet, gegen ein gerade geprüftes Rohr T zu drücken und es in Position zu halten.

Die obere Fläche 31 des kegelstumpfförmigen Abschnitts 14a wirkt als rohraufnehmende und -stützende Plattform. Das gerade geprüfte Rohr T liegt während des Prüfens auf der Druckkammer 21 auf und wird darin gehalten; dies wird durch die Plattform 31 und das untere Ende des Stopfens 30 ermöglicht. Die Oberfläche 31 der unteren Endkammer 14 besitzt vorzugsweise eine sich verjüngende Öffnung 14b, die aus weiter unten angeführten Gründen zentral darin positioniert ist.

Eine Vielzahl kleiner Kugeln 32 befindet sich in der Druckkammer 21 in umgebender Beziehung zum gerade geprüften Rohr T. Die Kugeln 32 sind in ausreichender Zahl vorhanden, um im wesentlichen den Raum zwischen dem Rohr und der Innenfläche des rohrförmigen Abschnitts 20f des Blasenmittels 20 zu füllen. Jede geeignete Größe der kleinen Kugeln 32 ist denkbar, wobei Kugeln mit einem Durchmesser von 0,1587 cm (1/16") bisher erfolgreich verwendet wurden.

Kugeln 32 werden durch die Einfüllöffnung 13b in der oberen Endkappe 13 eingebracht, wenn der Stopfen 30 entfernt ist. Die Kugeln werden durch die verjüngte Öffnung 14b entfernt, die zentral in der Bodenendkappe 14 positioniert ist, wenn eine Prüfung abgeschlossen ist.

Der Stopfen 30 kann eine Zugangsöffnung 30a aufweisen, um den Zugang in das Innere des gerade geprüften Rohrs T zu ermöglichen. Die Zugangsöffnung 30a bietet ein geeignetes Überwachungsmittel, wobei Instrumente, z.B. ein Spannungsmesser, in bekannter Weise an dem gerade geprüften Rohr T befestigt sein können, wobei Anschlußdrähte 33 durch die Zugangsöffnung 30a zu den äußeren Geräten (nicht dargestellt) führen. Gemäß der vorliegenden Erfindung wurden spannungsabgestimmte Papier- und Aluminiumrohre erfolgreich geprüft.

Beim Betrieb der Vorrichtung 10 und gemäß dem Verfahren der Erfindung wird ein Prüfverfahren eingeleitet, indem der Stopfen 30 von der oberen Endkappe 13 entfernt und ein zu prüfender rohrförmiger Probekörper T durch die Einfüllöffnung 13b in die Druckkammer 21 auf die Stützplattform 31 gesetzt wird. Man beachte, daß der rohrförmige Probekörper T größer als die verjüngte Öffnung 14b durch die untere Endkappe 14 ist, sodaß die Öffnung 14b durch das Rohr T geschlossen wird.

Das Material, der Durchmesser, die Wanddicke oder die Form des Rohrs T können unter geeigneten Arten ausgewählt werden. Beispielsweise wurden sowohl Aluminiumals auch Papierrohre unterschiedlicher Durchmesser und Wanddicken unter Verwendung der gleichen Anordnung (gleiches Gehäuse, gleiche Endkappen usw.) gemäß der vorliegenden Erfindung erfolgreich geprüft.

Ein nachgiebiger Ring 34 aus dickem Papier, dünnem Karton, Teflon oder Gummi wird typischerweise zwischen dem oberen Ende des Prüfrohrs T und dem Boden des Stopfens 30 plaziert. Der Zweck des nachgiebigen Rings 34 liegt darin, dem Rohr T zu ermöglichen, sich radial aufgrund des Außendrucks und in Längsrichtung aufgrund des Poisson-Effekts zu verformen. Der Ring 34 besitzt eine Mittelöffnung 34a, um ein Durchführen der Anschlußdrähte 33 zu ermöglichen.

Die Kugeln 32 werden in die Druckkammer 21 um die Außenseite des Prüfrohrs T herum eingefüllt, bis die Druckkammer 21 im wesentlichen bis zum oberen Ende des Rohrs T gefüllt ist. Auf Wunsch kann ein geeigneter Trichter oder ein anderes nicht dargestelltes Führungsmittel dazu verwendet werden, das Einfüllen der Kugeln 32 in die Druckkammer 21 zu unterstützen.

Auf Wunsch kann das Prüfrohr T mit Instrumenten, z.B. mit Spannungsmessern, ausgestattet sein, wobei dies auch häufig der Fall ist. Die Anschlußdrähte 33 solcher Instrumente verlaufen durch die Öffnung 34a des nachgiebigen Rings, die Einfüllöffnung 13b in der oberen Endkappe 13 und die Zugangsöffnung 30a im Stopfen 30. Dieser wird in die Einfüllöffnung 13b geschraubt, bis das untere Ende des Stopfens 30 direkt am nachgiebigen Ring 34 und der Ring 34 direkt am oberen Ende des Rohrs T angreift. Spannungsabgestimmte rohrförmige Aluminium- und Papierprodukte wurden gemäß der vorliegenden Erfindung erfolgreich geprüft.

Dann wird das hydraulische Pumpenmittel 27 aktiviert, um hydraulische Flüssigkeit in den flüssigkeitsaufnehmenden Raum 22 zu pumpen. Der Flüssigkeitsdruck wird typischerweise erhöht, bis es zu einem Versagen des Rohrs T kommt. Die Anordnung gemäß der Erfindung wurde regelmäßig bis zu zumindest 1300 psi betrieben. Dieser Druck von 8,9 MPa (1300 psi) ist für das Prüfen der meisten rohrförmigen Produkte mehr als ausreichend, doch es ist innerhalb des Schutzbereichs der Erfindung auch möglich, wesentlich höhere Drücke zu verwenden. Das Blasenmittel 20 übt einheitlichen Druck auf die kleinen Kugeln 32 auf, die ihrerseits auf die gesamte gekrümmte Außenfäche des Prüfrohrs gleichmäßigen Druck ausüben. Die Versuchsergebnisse der spannungsabgestimmten Aluminiumrohre und Papierrohre, die während der Entwicklung dieser Erfindung erhalten wurden, bekräftigen, daß der auf die gekrümmte Außenfläche des Prüfrohrs 1 ausgeübte Druck im wesentlichen dem Druck der hydraulischen Flüssigkeit im flüssigkeitsaufnehmenden Raum entspricht.

Der Beginn des Versagens des Prüfrohrs 1 ist durch Betrachten des Druckmessers 29 leicht erkennbar, der einen plötzlichen Druckabfall am Beginn eines solchen Versagens anzeigt. Es gibt beim Belasten und Entlasten praktisch keine Hysterese. Außerdem ist das Ansprechen reproduzierbar und die Genauigkeit sowohl für die Forschung als auch die Qualitätskontrolle ausreichend. Schließlich wird die Druckfestigkeit des Materials gemessen, da das Versagen der Rohrs T vom Material herkommt (kein Einknicken).


Anspruch[de]

1. Vorrichtung zur experimentellen Bestimmung der Druckfestigkeit des Materials rohrförmiger Produkte bzw. Teile, umfassend:

ein Mittel (11), das einen zylindrischen Hohlraum (12) zum Aufnehmen und Abstützen eines rohrförmigen Teils (T) während des Prüfens definiert,

ein rohrförmiges Blasenmittel (20), das im zylindrischen Hohlraum (12) montiert ist und eine innere Druckkammer (21), die größer als der zu prüfende rohrförmige Teil (T) ist und einen äußeren, flüssigkeitsaufnehmenden Raum (22) zwischen dem Blasenmittel (20) und dem den Hohlraum definierenden Mittel (11) definiert,

eine Vielzahl kleiner Kugeln (32), die den Innenraum innerhalb der Druckkammer (21) zwischen dem Blasenmittel (20) und dem zu prüfenden rohrförmigen Teil (T) im wesentlichen füllen, und

ein Mittel (27) zur Zufuhr von unter Druck stehender Flüssigkeit zum flüssigkeitsaufnehmenden Raum (22) zwischen dem Blasenmittel (20) und dem die Druckkammer definierenden Mittel (11), sodaß das Blasenmittel (20) Druck auf die kleinen Kugeln (32) ausübt, die ihrerseits über die gesamte, gekrümmte, äußere Oberfläche des zu prüfenden rohrförmigen Teils (T) gleichmäßigen Druck ausüben.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1, worin das flüssigkeitszuführende Mittel (27) Flüssigkeit unter einem Druck von bis hinauf zu mindestens 8,9 MPa (1300 psi) zuführen kann, sodaß über die gesamte gekrümmte Oberfläche des zu prüfenden rohrförmigen Teils (T) ein gleichmäßiger radialer Druck von bis hinauf zu mindestens 8,9 MPa (1300 psi) ausgeübt wird.

3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, umfassend ein Mittel zum Erkennen und Signalisieren des Versagens des rohrförmigen Teils.

4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, umfassend ein Mittel (29) zum Überwachen des auf den rohrförmigen Teil ausgeübten Drucks.

5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin das die Druckkammer definierende Mittel ein Gehäuse mit einem zylindrischen Hohlraum (12) darin, sowie obere und untere Endkappen (13, 14) umfaßt, die entfernbar am Gehäuse (11) befestigt sind, um gegenüberliegende Enden des Hohlraums (12) zu schließen, um die Druckkammer (21) zu definieren.

6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin das Blasenmittel (20) einen rohrförmigen Hohlzylinder-Abschnitt (20a) und sich nach außen erstreckende, geklemmte obere und untere Abschnitte (20d, 20e) an gegenüberliegenden Enden des rohrförmigen Abschnitts (20a) umfaßt, wobei der Innendurchmesser des rohrförmigen Abschnitts (20a) größer als der Außendurchmesser des zu prüfenden rohrförmigen Teils (T) und der Außendurchmesser des rohrförmigen Abschnitts (20a) geringer als der Durchmesser des Hohlraums (12) im Gehäuse (11) ist.

7. Vorrichtung nach Anspruch 6, worin die oberen und unteren Endkappen (13, 14) dichtend an den oberen und unteren Endabschnitten (20d, 20e) des rohrförmigen Abschnitts (20a) des Glasenmittels (20) angreifen, um einen flüssigkeitsdichten Raum (22) zwischen dem Gehäuse (11) und dem Blasenmittel (20) zu definieren.

8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin das flüssigkeitszuführende Mittel ein hydraulisches Pumpmittel (27) zum Pumpen von hydraulischer Flüssigkeit in den flüssigkeitsaufnehmenden Raum (22) zwischen dem die Druckkammer definierenden Mittel (11) und dem Blasenmittel (20) umfaßt.

9. Verfahren zur experimentellen Bestimmung der Druckfestigkeit eines rohrförmigen Teils, umfassend:

das Abstützen des zu prüfenden rohrförmigen Teils (T) in einer zylindrischen Druckkammer (21), die vom rohrförmige Blasenmittel (20) definiert wird, wobei die Druckkammer (21) einen größeren Innenraum als der zu prüfende rohrförmige Teil (T) aufweist,

das im wesentlichen vollständige Füllen des Innenraums zwischen dem Blasenmittel (20) und dem zu prüfenden rohrförmigen Teil (T) mit kleinen Kugeln, und

das von außen erfolgende Unter-Druck-Setzen des Blasenmittels (20), um gleichmäßigen Druck auf die kleinen Kugeln (32) auszuüben, die ihrerseits gleichmäßigen Druck über die gesamte gekrümmte Oberfläche des zu prüfenden rohrförmigen Teils (1) ausüben.

10. Verfahren nach Anspruch 9, worin das Blasenmittel (20) durch hydraulische Flüssigkeit unter Druck gesetzt wird, um einen Druck von bis hinauf zu mindestens 8,9 MPa (1300 psi) auf den zu prüfenden rohrförmigen Teil (T) auszuüben.

11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, umfassend das Überwachen und Anzeigen des Drucks, der auf den zu prüfenden rohrförmigen Teil (T) ausgeübt wird.

12. Verfahren nach Anspruch 11, umfassend das Erkennen und Signalisieren des Versagens des rohrförmigen Teils.







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