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Dokumentenidentifikation DE69302719T2 19.09.1996
EP-Veröffentlichungsnummer 0556906
Titel Kalibrator und Verwendung davon in einer Immuntest
Anmelder Akzo N.V., Arnheim/Arnhem, NL
Erfinder Nieuwenhuizen, Willem, NL-3981 CL Bunnik, NL
Vertreter Prinz und Kollegen, 81241 München
DE-Aktenzeichen 69302719
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 12.02.1993
EP-Aktenzeichen 932003890
EP-Offenlegungsdatum 25.08.1993
EP date of grant 22.05.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.09.1996
IPC-Hauptklasse G01N 33/96
IPC-Nebenklasse G01N 33/86   C12Q 1/56   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Zusammensetzung, umfassend unter anderem eine Fibrinopeptid A freisetzende Verbindung.

Die Erfindung bezieht sich ebenfalls auf die Verwendung der Zusammensetzung als Kalibrator in Plasma, das Fibrinogen enthält.

Ein Test-Set, das diese Zusammensetzung umfasst und ein Verfahren zum Bestimmen von löslichem Fibrin in Plasma gehören ebenfalls zur Erfindung.

Thrombose ist eine schwere und oftmals tödliche Krankheit, bei der Blutgerinnsel (Thrombi) den normalen Blutstrom in Blutgefässen oder im Herz behindern. Fibrin ist ein Protein, das durch die Wirkung des Blutkoagulationsproteins Thrombin auf Fibrinogen erzeugt wird. Ein Thrombus ist eine Ablagerung von Blutkomponenten, wie bespielsweise Fibrin mit roten Blutzellen und/oder verklumpten Plättchen in einem Blutgefäss oder im Hohlraum des Herzes. Ein Thrombus umfasst unlösliche Fibrinpolymere, die später durch Fibrinolyse zersetzt werden. Thrombi können den normalen Blutstrom behindern, was schwere und oftmals tödliche Folgen hat.

Andere Störungen zeigen ebenfalls eine zunehmende Tendenz zur Thrombose. Diese umfassen, ohne auf sie beschränkt zu sein, Krebs, Schwangerschaft, Altern, Trauma, Verwendung von oralen Empfängnisverhütungsmitteln, Diabetes Mellitus, Leber- und Nierenkrankheiten, Übergewicht, und grössere chirurgische Eingriffe, wie beispielsweise wahlweiser Hüftersatz bei älteren Menschen.

Die Minimierung des Thrombosenrisikos bei Patienten durch Antikoagulans-Therapie ist auf diesem Gebiet eine häufig angewendete Behandlung. Wenn ein Antikoagulans verabreicht wird, ist es notwendig, die gewünschten Konzentrationen des Arzneimittels zu bestimmen, um eine wirkungsvolle Therapie zu erhalten. Zurzeit wird die geeignete Dosis für die orale Antikoagulans-Therapie durch Überwachung der Prothrombinzeit ("PT") des Patienten ermittelt, die bei ungefähr eineinhalb bis zweieinhalb Mal derjenigen gehalten wird, die man mit normalem Plasma erhält. Die ungefähre Dosis für eine Heparin-Therapie wird oft durch Überwachung der aktivierten Teilthromboplastinzeit des Patienten ("APTT") ermittelt, die hoher als 1,5 Mal der Kontrolle aufrechterhalten wird.

Die Blutkoagulation ist ein hochkomplexer Prozess, der sogar heute noch nicht ganz verstanden wird. Die Schlussphase des Koagulationswegs führt zur Bildung von Fibrin, einer zur Thrombusbildung notwendigen Komponente. Prothrombin-Aktivierung und die damit assoziierte Erzeugung von Thrombin sind zur Fibrinbildung erforderlich.

Die Fibrinbildung ist ein vielstufiger Prozess, der durch Thrombin ausgelöst wird. Thrombin, das Produkt eines aktivierten Koagulationssystems, setzt zuerst Fibrinopeptide A von den aminoterminalen Enden der zwei Fibrinogen Aα-Ketten frei.

Gleichzeitig, aber langsamer, werden Fibrinopeptide B von den aminoterminalen Enden der zwei Fibrinogen Bβ-Ketten freigesetzt. Als Folge der Freisetzung der Fribrinopeptide werden neue Aminotermini auf den Fibrin α- (und β-)Ketten exponiert, die Bindungen eingehen mit komplementären Stellen, die bereits im Fibrinogen vorhanden sind. Somit bilden diese Fibrinmoleküle lösliche Komplexe mit Fibrinogen.

Diese Komplexe werden deshalb als lösliche Fibrin(komplexe) bezeichnet. Über einer bestimmten Fibrinkonzentration sondern sich die Fibrinkomponenten von den Komplexen ab und aggregieren, um ein makroskopisches Gel zu bilden, bei dem die Fibrinuntereinheiten durch den Faktor XIII vernetzt sind, der durch Thrombin aktiviert wurde.

Löslichem Fibrin ist beträchtliche Aufmerksamkeit geschenkt worden als molekularer Marker für intravaskuläre Fibrinbildung und unmittelbar bevorstehende Thrombosen.

Zahlreiche Assays für lösliches Fibrin sind beschrieben worden. Diese schliessen auf Parakoagulation basierende Assays ein, wie zum Beispiel den Ethanol-Gelierungstest, den seriellen Protaminsulphat-Verdünnungstest und den Ristocetin-Fällungstest.

Die letztgenannten Verfahren, die auf Milieuveränderungen basieren, zeigen eine eher schwache Sensibilität und beschränkte Spezifität und geben nur qualitative Resultate. Andere Assayarten basieren auf der Agglutination von mit Fibrin überzogenen Erythrozyten in Gegenwart von löslichem Fibrin, Gelausschliessungs-Chromatographie und Adsorption von loslichem Fibrin an immobilisiertes Fibrinogen und Fibrin.

Die existierenden Verfahren sind qualitativ, semiquantitativ oder arbeitsintensiv und zeitraubend, wodurch sie für klinische Routineanwendungen weniger geeignet sind. Ausserdem ist ihre Spezifität eher beschränkt. Ein EIA, der auf einer Kombination von hochspezifischem MoAb basiert, könnte diese Mängel beseitigen, wie dies zum Beispiel bei Scheefers-Borchel et al. (1985), Proc. Natl. Acad. Sci. USA, Band 82, Seiten 7091-7095 gezeigt wird. Ihr EIA (Enzym-Immunoassay) besteht jedoch aus einem MoAb, spezifisch für ein Neoepitop, das exprimiert wird durch lösliches Fibrin und einige Fibrinabbauprodukte, das heisst Aα-[17- 221, in Kombination mit einem HRP-Konjugat von polyklonalen Antikörpern gegen Fibrin(ogen) verwandtes Material. Auf der Basis dieser Spezifitäten wird erwartet, lösliche Fibrinabbauprodukte, die dieses Epitop umfassen, ebenfalls nachzuweisen.

Bei den oben erwähnten klinischen Routineanwendungen besteht oftmals ein Bedarf an einer genauen Analyse der Fibrinmenge im Blut eines Patienten, der dem Risiko einer thrombotischen Komplikation ausgesetzt ist.

Eine Notwendigkeit ist, dass jedesmal die Menge des löslichen Fibrins in der Blutprobe auf quantitative Art festgestellt werden muss, um voraussagen zu können, ob und wann eine Thrombose auftritt.

Ein besonderes Problem ist die Herstellung eines gutdefinierten Kalibrators. Eine Möglichkeit ist die teilweise Umwandlung von Plasmafibrinogen durch die Behandlung von Plasma während eines kurzen Zeitraums mit einer niedrigen Thrombinkonzentration, wie dies bei andern (Scheefers-Borchel et al., 1985) durchgeführt wurde. In diesem Fall muss jedoch die Konzentration des löslichen Fibrins im Kalibrator für jede Charge indirekt durch Messung der Konzentration des freigesetzten Fibrinopeptids A bestimmt werden.

Es ist unsere Erfindung, um dieses Problem zu beseitigen, das gesamte Fibrinogen in einem Plasma mit einer bekannten Fibrinogenkonzentration in Fibrin umzuwandeln, und zwar unter Bedingungen, unter denen Fibrin in Lösung bleibt.

Überraschenderweise stellt eine Zusammensetzung, die Fibrinogen, Zuckeralkohol, Konservierungsmittel, Metallhalogenid, Aminosäure und eine Fibrinopeptid A freisetzende Verbindung umfasst, eine Lösung für dieses Problem dar.

Vorzugsweise kann eine Zusammensetzung verwendet werden, bei der der Zuckeralkohol Mannitol, das Konservierungsmittel Natriumazid, das Metallhalogenid Natriumbromid, die Aminosäure Glycin und die Fibrinopeptide A freisetzende Verbindung vorzugsweise Arvin ist.

Arvin ist ein Enzym des Gifts der Agkistrodon rhodostoma, die aus Fibrinogen nur Fibrinopeptide A freisetzt. Anstelle von Arvin kann auch Batroxobin oder Reptilase verwendet werden. Im weiteren können anstelle von Mannitol andere Zuckeralkohole verwendet werden, wie zum Beispiel Glucit, Sorbit, Glycerin oder Inosit.

Am meisten bevorzugt ist eine Zusammensetzung nach der Erfindung, worin eine Arvin-inaktivierende Verbindung vorhanden ist, wie beispielsweise Antiarvin-Antikörper oder sogenannte Peptidchloroketone, welche die Wirkstelle des verwendeten Enzyms angreifen.

Ein Teil der Erfindung bildet die Verwendung dieser Zusammensetzung als Kalibrator in plasmaenthaltendem Fibrinogen, worin wahlweise ein Thrombininhibitor vorhanden ist, wie beispielsweise Heparin, Hirudin oder PPACK.

Für diese beabsichtigte Verwendung wird ein Puffer hergestellt, der Mannitol, Glycin, Natriumazid, Natriumphosphat und Natriumbromid enthält, der pro Liter Puffer vorzugsweise enthält: 13 g Mannitol, 7,5 g Glycin, 10 g Natriumazid, 9,0 g NaH&sub2;PO&sub4; 2H&sub2;O, 1,4 g Na&sub2;HPO&sub4; und 102,9 g Natriumbromid, mit einem pH = 7,4. Normales Plasma mit einer bekannten Fibrinogenkonzentration wurde mit diesem Puffer verdünnt (um eine Fibrinogen-Endkonzentration von 40 µg/ml zu ergeben).

Dieses verdünnte Plasma wurde dann während zwei Stunden mit Arvin (Endkonzentration 0,27 IE/ml) behandelt. Während diesem Inkubationsschritt wird alles Fibrinogen in Fibrin umgewandelt, wie dies durch das unten beschrieben EIA-Verfahren bestätigt wurde, das heisst bei längerer Inkubation oder bei weiterer Zugabe von Arvin fand keine weitere Reaktionszunahme statt. Die Arvinaktivität wurde blockiert durch Zugabe von polyklonalem Antiarvin-Antiserum in die klare -Lösung. Die gesamte Umwandlung von Fibrinogen wurde durch den vollständigen Reaktivitätsverlust in einem andern EIA (für Fibrinogen) weiterhin bestätigt.

Als Folge der vollständigen Umwandlung entspricht die Konzentration von löslichem Fibrin in dieser Lösung, die im weiteren als Stammlösung bezeichnet wird, derjenigen des ursprünglich vorhandenen Fibrinogens.

Die Zusammensetzung wird in Aliquots in siliconisierte Reagensgläser gefüllt und gefriergetrocknet. Vor der Verwendung kann der wahlweise in einem Test-Set vorhandene gefriergetrocknete Kalibrator nach der Erfindung problemlos in PBS/Tween rekonstituiert werden.

Um auf reproduzierbare und zuverlässige Art das lösliche Fibrin im Plasma zu bestimmen, wurde ein EIA zur quantitativen Bestimmung dieses löslichen Fibrins entwickelt, der keine Fibrino(gen)abbauprodukte nachweist.

Das folgende Beispiel zeigt, dass ein solcher Enzym-Immunoassay, der die Zusammensetzung nach der Erfindung als Kalibrator verwendet, für klinische Routineanwendungen und für die Überwachung der Effizienz der Haparinisation sehr geeignet ist.

BEISPIEL Materialien

Mikrotiterplatten (Immulon, Dynatech) wurden von Greiner, Alphen a/d Rijn, Niederlande, bezogen; 3,3',5,5'-Tetramethylbenzidin (TMB) von Fluka (Buchs, Schweiz); N-Succinimidyl-3-(2-pyridyldithio)propionat (SPDP), Protein A-Sepharose und Sephacryl S-200 von Pharmacia (Uppsala, Schweden) und Dimethylsulphoxid (DMSO) von der Baker Chemical Company (Philipsburg, USA). Meerrettich- Peroxidase (HRP, Klasse II) von Boehringer Mannheim (Mannheim Deutschland). Arvin (ein Enzym des Gifts der Agkistrodon rhodostoma), das aus Fibrinogen nur Fibrinopeptide A freisetzt, und Antiarvin-Antiserum, das sämtliche Arvinaktivität blockiert, waren grosszügige Geschenke von Knoll (Ludwigshafen, Deutschland). PPACK 2,5 TFA, das heisst ¹(D-Phenylalanyl-L-Prolyl-L-Argininchlormethylketon)-Salz mit 2,5 Äquivalenten ²(Trifluoressigsäure) wurde von der Calbiochem Corp. (La Jolla, CA) erworben.

Test-Sets, basierend auf den die Rate verstärkenden Wirkungen von löslichem Fibrin auf die t-PA-vermittelte Plasminogen-Aktivierung, "COA-SET Fibrinmonomer", wurden von KABI (Uppsala, Schweden) erhalten.

Test-Sets für Fibrinopeptid A (RIA-mat FPA) wurden von Byk- Sangtec Diagnostica, Dietzenbach, Deutschland, erhalten.

Tween-enthaltende phosphatgepufferte Salzlösung (PBST) wurde hergestellt, indem 1,4 g Na&sub2;HPO&sub4;, 0,215 g KH&sub2;PO&sub4;, 8,75 g NaCl und 0,5 ml Tween 20 in 1 Liter destilliertem Wasser gelöst wurden.

TMB/H&sub2;O&sub2;-Substratlösung wurde wie folgt hergestellt: 100 µl einer 42 mM-Lösung TMB in DMSO wurden 10 ml eines 0,1 M-Natriumacetat/Zitronensäure-Puffers, pH 6,0 unter konstantem Schütteln beigefügt. Unmittelbar vor Gebrauch wurden 1,5 µl H&sub2;O&sub2; (30% G/V) hinzugefügt.

Antikörper

Der fibrinspezifische monoklonale Antikörper Anti-Fb-1/2 (Epitop in Aα-[148-160] wurde verwendet. Es ist ein IgM, mit leichten Kappaketten, das leicht aus Ascites gereinigt werden kann durch Gelfiltration auf einer Sephacryl S-200-Säule (30 x 3,0 cm), äquilibriert mit 0,005 M Phosphatpuffer, pH 6,0. Anti-Fb-1/2- enthaltendes Ascites wurde auf die Säule gegeben. Die Säule wurde mit mindestens vier Säulenvolumina gewaschen, bis die Absorption des Eluats ≤ 0,02 war. Dann wurde praktisch reines Anti-Fb-1/2 mit 0,05 M Phosphatpuffer eluiert, der 1,4 M NaCl, pH 6,0 enthielt.

Der monoklonale Antikörper G8 (ein Epitop im Carboxylenddomäne der Aα-Ketten) wurde verwendet. Er ist aus der IgG1-Klasse mit leichten Kappaketten. Er wurde aus Ascites-Flüssigkeit gereinigt, indem Protein A-Sepharose verwendet wurde.

Konluqation von MoAb G8 mit HRP

Gereinigtes MoAb G8 wurde konjugiert, wie dies in der Broschüre über SPDP von Pharmacia beschrieben ist. Das Konjugat wurde vom restlichen freien HRP gereinigt, indem die Konjugatmischung über einen Sephacryl S-200-Säulenlauf (150 x 1,2 cm) in 0,3 M NaCl gegeben wurde. Die konjugatenthaltenden Fraktionen wurden gepoolt und bei -80ºC gefroren gehalten. Das Konjugat (G8/HRP) wurde vor Gebrauch mit PBST, das 0,5% (G/V) BSA (PBST/BSA) enthielt, auf die geeignete Konzentration verdünnt.

Coating von Miktrotiterplatten

Gereinigtes MoAB Anti-Fb-1/2 wurde in 0,05 M Phosphat, pH 7,4 verdünnt, was eine Endkonzentration von 10 µg/ml ergab. Aliquots von 135 µl dieser Lösung wurden in die Vertiefungen von Mikrotiterplatten pipettiert und über Nacht bei 4ºC inkubiert. Nach dieser Inkubation wurden die Vertiefungen geleert, mit PBST gewaschen und verwendet.

Kalibrierungsmaterial

Die Herstellung des Kalibrators ist in dieser Anwendung oben bereits erwähnt worden.

Da wir wünschten, Verdünnungen der Stammlösung in einem Plasmamilieu als den eventuellen Kalibrator im EIA zu verwenden, und da Plasma bereits (niedrige) unbekannte Konzentrationen an löslichem Fibrin (der normale Bereich ist 0,5-13 µg/ml) enthalten kann, wurde die Konzentration an löslichem Fibrin, das in diesem Plasmapool vorhanden war, wie folgt bestimmt.

Die Dosis-Antworts-Kurven von seriellen Zweifachverdünnungen von fünfach vedünntem Plasma, und vom gleichen Plasma, dem Kalibratorstammlösung hinzugefügt wurde, um die Konzentrationen um 2, 4 und 6 µg/ml zu erhöhen (durch Zugabe von 0,05, 0,100 bzw. 0,150 ml Stammlösung in 1 ml Plasma), verlaufen in dem unten beschriebenen EIA parallel. Wenn das Plasma x µg lösliches Fibrin/ml enthält, enthält das 5-, 10-, 20- und 40-fach verdünnte Plasma 0,2 x, 0,1 x, 0,05 x bzw. 0,025 x µg/ml. Die versetzten Plasmaverdünnungen enthalten:

Wenn zum Beispiel die Reaktion für 0,2 x (5-fach verdünntes nichtversetztes Plasma) gleich ist wie

(Plasma, versetzt mit 2 µg/ml bei 10-fach-Verdünnung),

ist somit x = 1,8 µg/ml.

Durch die Verwendung dieses Verfahrens ermittelten wir, dass unser Plasmapool 2,4 µg lösliches Fibrin/ml enthielt.

Das mit PPACK (0,05 ml einer 5 mM-Lösung pro ml Plasma) vorbehandelte normale Plasma wurde dann mit Fibrinstammlösung auf eine Endkonzentration von 5 µg/ml eingestellt. Dies ist der Kalibrator für den unten beschriebenen EIA.

Das EIA-Verfahren

Eine 5-fache Verdünnung des Kalibrators wurde in PBST hergestellt, der 5 IE Heparin/ml hinzugefügt wurde (PBST/hep). Anschliessend wurden 10-, 20-, 40- und 80-fache Verdünnungen hergestellt durch serielle Zweifachverdünnungen in PBST/hep. Testproben wurden in PBST/hep routinemässig 5- und 10-fach verdünnt. Aliquots des Kalibrators von 100 µl und Musterverdünnungen wurden in die mit Anti-Fb-1/2 überzogenen Vertiefungen der Mikrotiterplatten pipettiert. Nach einer Inkubation von 30 Minuten zwischen 4ºC und 8ºC wurden die Platten viermal mit 250 µl PBST. Dann wurden 100 µl-Aliquots der G8/HRP-Lösung in PBST/BSA den Vertiefungen hinzugefügt und 45 Minunten zwischen 4ºC und 8ºC inkubiert. Nach viermaligem Waschen der Platten mit 250 µl PBST wurden 100 µl-Aliquots TMB/H&sub2;0&sub2;-Substrat zugegeben und während 20 Minuten bei Raumtemperatur inkubiert. Es entwickelte sich eine blaue Farbe, die ins Gelbe wechselte, als die Reaktion durch Zugabe eines 100 µl-Aliquots 1 M H&sub2;SO&sub4; in jede Vertiefung gestoppt wurde. Das Absorptionsvermögen bei 450 nm wurde abgelesen unter Verwendung eines Vielkanalspektrometers (Multiskan, Flow Laboratories Ltd., Ayrshire, Scotland). Eine Kalibrierungskurve wurde hergestellt, indem die Absorbtionsvermögen gegen die endgültigen löslichen Fibrinkonzentrationen in den Kalibratorvertiefungen geplottet wurden (das heisst 1, 0,05, 0,25, 0,125, 0,0625 µg/ml). Die löslichen Fibrinkonzentrationen in den Beispielen wurden von dieser Kurve abgelesen.

So niedrige Konzentrationen im Test wie 0,01 µg/ml sind leicht messbar. Dies entspricht einer Konzentration von 0,5 µg/ml Plasma, da der niedrigste verwendete Verdünnungsfaktor fünfach war.

Korrelation mit anderen Assays

Um nach der Behandlung von Plasma mit Thrombin zu bestimmen, ob die Zunahmen an löslichen Fibrinkonzentrationen mit Zunahmen der Fibrinopeptid A-Konzentrationen korrelierten, wurden Plasmaproben mit variierenden Thrombinkonzentrationen (0,05-0,25 NIH/ml) über verschiedene Zeiträume (2-45 Minuten) behandelt. Die Thrombinreaktionen wurden durch Zugabe von 100 µl PPACK (5 mM) pro 2 ml Plasma gestoppt. Jede Probe wurde dann in zwei Teile geteilt. Einem Teil der Probe (1 ml) wurden 200 µl der Antikoagulanslösung zugegeben, die im Test-Set für Fibrinopeptid A (RIA- FDA) enthalten war, der andere Teil (1 ml) wurde verwendet, um die lösliche Fibrinkonzentrationen zu bestimmen unter Verwendung des EIA (siehe oben). Die festgestellten Werte für lösliches Fibrin und Fibrinopeptid A wurden für Verdünnungen korrigiert. Die Korrelation zwischen der Menge des freigesetzten Fibrinopeptids A und des gebildeten löslichen Fibrins ist sehr gut. Der Korrelationskoeffizient beträgt 0,998.

Bei einem anderen Probensatz wurde die Korrelation zwischen den EIA-Ergebnissen und denjenigen des "COA-SET Fibrinomomer"-Tests untersucht.

Die Korrelation zwischen den löslichen Fibrinwerten, die mit dem vorliegenden EIA gefunden wurden, und den Werten, die mit dem Assay gefunden wurden, der auf den Stimulierungsfunktionen von Fibrin bei der Aktivierung von Plasminogen durch einen gewebeartigen Plasminogenaktivator (COA SET Fibrinmonomer) war ebenfalls gut. (Der Korrelationskoeffizient beträgt 0,984).


Anspruch[de]

1. Verfahren zum Herstellen einer Zusammensetzung zur Verwendung als Kalibrator in immundiagnostischen Tests für lösliches Fibrin, worin eine bekannte Menge Fibrinogen in einer Pufferlösung, die Zuckeralkohol, Konservierungsmittel, Metallhalogenid, Aminosäure umfasst, verdünnt und mit einer Fibrinopeptid A freisetzenden Verbindung behandelt wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1, worin normales menschliches Plasma als Fibrinogenquelle verwendet wird.

3. Verfahren nach Anspruch 2, worin dieses normale menschliche Plasma einen Thrombininhibitor enthält.

4. Zusammensetzung, die lösliches Fibrin, das im wesentlichen frei von Fibrinogen ist, umfasst, das durch das Verfahren von Anspruch 1, 2 oder 3 erhältlich ist.

5. Zusammensetzung, die lösliches Fibrin, Zuckeralkohol, Konservierungsmittel, Metallhalogenid, Aminosäure und eine Fibrinopeptid A freisetzende Verbindung umfasst.

6. Zusammensetzung nach Anspruch 4 oder 5, worin der Zuckeralkohol Mannitol, das Konservierungsmittel Natriumazid, das Metallhalogenid Natriumbromid und die Aminosäure Glycin ist.

7. Zusammensetzung nach Anspruch 4, 5 oder 6, worin die Fibrinopeptid A freisetzende Verbindung ein Enzym aus dem Gift der Agkistrodon rhodostoma ist, das nur Fibrinopeptide A aus dem Fibrinogen freisetzt.

8. Zusammensetzung nach Anspruch 7, worin eine Verbindung vorhanden ist, die dieses Enzym inaktiviert.

9. Verwendung der Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 5 bis 8 als Kalibrator in immundiagnostischen Tests für lösliches Fibrin.

10. Test-Set zum Nachweisen von löslichem Fibrin, das die Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 5 bis 8 umfasst.







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