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Dokumentenidentifikation EP0642613 02.10.1996
EP-Veröffentlichungsnummer 0642613
Titel VORRICHTUNG ZUM BESCHICHTEN EINER PAPIER- ODER KARTONBAHN
Anmelder Jagenberg Papiertechnik GmbH, 41468 Neuss, DE
Erfinder KNOP, Reinhard, D-45279 Essen, DE;
SOMMER, Herbert, D-40479 Düsseldorf, DE
DE-Aktenzeichen 59400550
Vertragsstaaten AT, DE, ES, IT
Sprache des Dokument De
EP-Anmeldetag 23.03.1994
EP-Aktenzeichen 949125082
WO-Anmeldetag 23.03.1994
PCT-Aktenzeichen EP9400908
WO-Veröffentlichungsnummer 9423126
WO-Veröffentlichungsdatum 13.10.1994
EP-Offenlegungsdatum 15.03.1995
EP date of grant 28.08.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.10.1996
IPC-Hauptklasse D21H 23/34

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Beschichten einer Papier- oder Kartonbahn gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Zum Beschichten von Papier- oder Kartonbahnen sind Vorrichtungen mit einer die Bahn umlenkenden Gegenwalze bekannt, bei denen im von der Bahn umschlungenen Bereich der Gegenwalze ein Auftragsystem, das Beschichtungsmaterial im Überschuß auf die Bahn aufträgt, und in Bahnlaufrichtung mit Abstand hinter dem Auftragsystem ein Dosiersystem mit einem Rakelelement angeordnet ist, das den Überschuß bis auf das gewünschte Strichgewicht wieder abstreift.

Bei den gattungsgemäßen, aus der DE-A-36 23 402 bzw. GB-A-2 178 677 bekannten Beschichtungsvorrichtungen besteht das Auftragsystem aus einer mittels eines Antriebs drehbaren Auftragwalze, die mit der Gegenwalze einen Beschichtungsspalt bildet, dem von der Bahneinlaufseite her Beschichtungsmaterial im Überschuß zugeführt wird. Wesentliches Merkmal dieser als Walzenauftragwerk (Flooded-Nip-Coater) bezeichneten Auftragsysteme ist, daß ein fester Spalt zwischen der Gegenwalze und der Auftragwalze besteht, diese somit nicht gegen die Bahn gedrückt wird. Weiterhin wird das Beschichtungsmaterial dem Auftragspalt mit möglichst geringem Druck zugeführt, wobei sichergestellt werden muß, daß der Auftragspalt für eine gleichmäßige Beschichtung vollständig ausgefüllt ist.

Die DE-A-37 35 889, beschreibt einen sogenannten Short-Dwell-Coater mit einer zur Gegenwalze offenen Auftragkammer, in die Beschichtungsmaterial unter höherem Druck zugeführt wird und die am bahnauslaufseitigen Ende von einem gegen die Gegenwalze gepreßten Rakelelement abgeschlossen ist. Die Auftragkammer wird als Vordosiereinrichtung eingesetzt, an deren auslaufseitigen Ende ein mit Umfangsrillen versehener Rollrakelstab angeordnet ist, der mittels eines Druckschlauchs an die Warenbahn bzw. Gegenwalze gepreßt wird.

Darstellung der Erfindung

Aufgrund der ständig wachsenden Bahnbreiten (8 m und mehr) und steigender Maschinengeschwindigkeit (800 m/min und mehr) bei der Papierherstellung müssen die Auftragwalzen von Walzenauftragwerken immer größere Durchmesser aufweisen, damit sie ausreichend stabil sind, einerseits um den Auftragspalt über die Breite konstant zu halten, also keine störende Durchbiegung auftritt, und andererseits um störende dynamische Effekte (Schwingungen) zu vermeiden. Neben dem größeren konstruktiven Aufwand hat ein großer Auftragwalzendurchmesser den Nachteil, daß aufgrund des großen Bauraumes das Dosiersystem mit relativ großem Abstand vom Auftragspalt angeordnet werden muß. Eine lange Penetrationsstrecke zwischen Auftragen und Abrakeln kann zu größeren minimalen Strichgewichten führen, da das in die Bahn eingedrungene Material nicht mehr abgerakelt werden kann.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Beschichtungsvorrichtung so zu verbessern, daß bei hohen Bahngeschwindigkeiten und großen Bahnbreiten mit geringerem konstruktiven Aufwand ein gleichmäßiger Auftrag auch mit geringem Überschuß erzielt werden kann.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Neben dem geringeren konstruktiven Aufwand kann aufgrund des geringen Durchmessers der Auftragwalze das Dosiersystem vorteilhaft in kurzem Abstand hinter dem Auftragsystem angeordnet werden. Die Abstützung der Auftragwalze vermindert Durchbiegungseffekte durch Eigengewicht oder Hydrodynamik im Auftragspalt erheblich, so daß auch kleinere Spaltweiten eingestellt werden können, um - falls gewünscht - einen geringen Überschuß gleichmäßig aufzutragen.

Weiterhin hat das Auftragsystem nach der Erfindung auch verfahrenstechnische Vorteile:

Der geringere Durchmesser der Auftragwalze führt zu einem deutlich geringerem hydrodynamischen Druck im Auftragspalt, insbesondere bei breiten und schnellen Vorrichtungen. Daraus resultiert eine geringere Penetration des Beschichtungsmaterials in die Bahn mit vorteilhaften Auswirkungen auf die Qualität, insbesondere bei niedrigeren Strichgewichten. Ebenso werden Strichfehler durch Filmsplitting und Spannungslinienbildung deutlich reduziert.

Die abhängigen Ansprüche enthalten bevorzugte, da besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung:

Bei der Lagerung der Auftragwalze in einem Bett nach Anspruch 2 sind die Durchbiegungseffekte minimal, und die Elastizität des Systems kann auf gewünschte Werte eingestellt werden.

Bei der Ausgestaltung nach Anspruch 3 ist die Elastizität des Systems Auftragwalze - Bett - Halter ausreichend gering, um die Stabilität des Spalts gegen den hydrodynamischen Druck zu gewährleisten. Bei der besonders vorteilhaften Ausführungsform nach Patentanspruch 4 ist eine die Stabilität des Spalts nicht beeinträchtigende Elastizität vorhanden, so daß die Auftragwalze bei Störungen, z. B. eine durchlaufende Klebestelle, ausweichen kann.

Während bei der Ausgestaltung nach Patentanspruch 5 ein sicherer Halt der Auftragwalze im Bett gewährleistet ist, enthält Patentanspruch 6 eine vorteilhafte Ausgestaltung des Bettes zur Schmierung und Reinigung der Auftragwalze, bevorzugt mit Wasser.

Eine lippenförmige Innenwand des Bettes nach Anspruch 7 hält die Auftragwalze sauber, indem sie anhaftende Verunreinigungen beim Drehen abschabt.

Patentanspruch 8 enthält eine vorteilhafte konstruktive Ausgestaltung des Bettes der Auftragwalze, um diese gegebenenfalls schnell und einfach auswechseln zu können.

Die Ausgestaltung nach Anspruch 9 mit dem Leitblech hat den Vorteil, daß auch größere Spaltweiten des Auftragspalts eingestellt werden können, ohne daß ungedeckte Stellen auftreten. Das Leitblech trennt das zulaufende von dem rückgeführten Beschichtungsmaterial und vermeidet so Turbulenzen im Auftragspalt.

Die Ausgestaltung mit einem in einer Farbkammer angeordneten Leitblech nach Anspruch 10 bewirkt eine vergleichmäßigte, beruhigte Zuführung von Beschichtungsmaterial in den Auftragspalt.

Ein einlaufseitig vor der Auftragwalze angeordnetes Schabermesser nach Anspruch 11 vermindert die Eintragung von Luft mit der Bahn in das Beschichtungsmaterial erheblich.

Die Zeichnung dient zur Erläuterung der Erfindung anhand eines vereinfacht dargestellten Ausführungsbeispiels. Es zeigen:

Figur 1
die Seitenansicht einer Beschichtungsvorrichtung mit einem erfindungsgemäßen Auftragsystem, bei dem die Auftragwalze in einem Bett gelagert ist
Figur 2
eine vergrößerte Darstellung des Auftragsystems.
Die Figuren 3 und 4
zeigen Ausführungsformen mit einer Beschichtungsvorrichtung, bei der die Auftragwalze von einem Lager abgestützt wird.

Die Beschichtungsvorrichtung weist eine die Papier- oder Kartonbahn 1 umlenkende, angetriebene Gegenwalze 2 auf, in deren von der Bahn 1 umschlungenen Bereich ein Auftragsystem 3 und in Bahnlaufrichtung mit Abstand dahinter ein Dosiersystem 4 angeordnet ist, das als Rakelelement ein Schabermesser 5 enthält. Das Schabermesser 5 ist auf bekannte Weise mit seinem Fuß in einem in Richtung zur Gegenwalze 2 verschiebbaren Klemmbalken 6 festgeklemmt. Der Klemmbalken 6 ist in einem schwenkbaren Schaberbalken 7 gelagert, so daß sich die Anpreßkraft des Schabermessers 5 und der Bladewinkel (= Winkel des Schabermessers 5 zur Tangente der Gegenwalze 2) einstellen lassen.

Das in Fig. 2 vergrößert dargestellte Auftragsystem 3 enthält eine mit einem Drehantrieb verbundene Auftragwalze 8 mit einem Durchmesser von 5 mm bis 200 mm, vorzugsweise 10 mm bis 150 mm, die achsparallel zur Gegenwalze 2 so angeordnet ist, daß sich zwischen der Bahn 1 an der engsten Stelle ein Auftragspalt 9 von 0,01 mm bis 2 mm, vorzugsweise 0,05 mm bis 1 mm bildet. Der geringste Abstand zur Gegenwalze 2 beträgt daher diese Werte zuzüglich der Papier- oder Kartondicke der Bahn 1. In ihrer axialen Länge reicht die Auftragwalze 8 zumindest über die Länge der Gegenwalze 2, also die maximale Bahnbreite. Sie ist vorzugsweise aus Stahl mit einer glatten Mantelfläche gefertigt und an ihrer der Gegenwalze 2 abgewandten Rückseite über die gesamte Arbeitsbreite, i.e. über ihre gesamte Länge, gegen Durchbiegung abgestützt. Bei der Ausführungsform nach den Figuren 1 und 2 ist die Auftragwalze 8 in einem zur Gegenwalze 2 offenen Bett 10, 11 aus einem begrenzt elastischen, gummiähnlichen Material gelagert. Im vorliegenden Beispiel ist das Bett 10, 11 aus Gummi gefertigt und besteht aus zwei spiegelsymmetrischen Teilen 10, 11, die gegeneinander und voneinander weg bewegbar in einen Halter 12 eingepaßt sind.

Der Halter 12 erstreckt sich ebenso wie das Bett 10, 11 über die gesamte Arbeitsbreite und ist aus einem starren Material, z. B. Aluminium, gefertigt. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel weist der Halter 12 einen mittigen, sich radial zur Gegenwalze 2 erstreckenden Schlitz auf und ist in einem U-förmigen Träger 13 eingepaßt, der auf einer schwenkbaren Traverse 14 festgeschraubt ist. An einer Seite erstreckt sich zwischen dem Halter 12 und einem Schenkel des Trägers 13 ein Druckschlauch 1 5 über die Arbeitsbreite, mit dem sich die beiden Teile des Halters 12 zusammendrücken lassen, damit das Bett 10, 11 die Auftragwalze 8 sicher hält. Damit trotz der so erzeugten Klemmkraft zwischen den beiden Teilen des Halters 12 die Auftragwalze 8 möglichst reibungsarm drehen kann, sind die Innenwände des Bettes 10, 11 so gestaltet, daß sie nur abschnittsweise an der Auftragwalze 8 anliegen. Bevorzugt ist zumindest eine Innenwand in Form einer sich axial erstreckenden Lippe gestaltet, um beim Drehen der Auftragwalze 8 anhaftende Verunreinigungen abzuschaben. Zusätzlich sind in den Innenwänden zur Auftragwalze 8 offene Kanäle 16 eingearbeitet, in die während des Betriebs Wasser als Schmier- und Reinigungsmittel eingeleitet wird. Für einen sicheren Halt der Auftragwalze 8 ist diese an ihrem Außenumfang in einem Bereich von mindestens 180° von dem Bett 10, 1 1 umfaßt. Zum Auswechseln einer Auftragwalze 8 wird der Druckschlauch 15 entlastet, dadurch öffnen die beiden Teile 10, 11 des Bettes, und die Auftragwalze 8 kann entnommen werden.

Wesentlich für die Erfindung ist, daß die Auftragwalze 8 über die gesamte Arbeitsbreite abgestützt so gelagert ist, daß die eingestellte Spaltweite des Auftragspalts 9 bei dem auftretenden hydrodynamischen Druck erhalten bleibt. Bei der in den Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsform wird die Auftragwalze 8 von einem Bett 10, 11 gehalten, das in einem Halter 12 eingepaßt ist, der radial zur Gegenwalze 2 starr ausgestaltet und in Arbeitsstellung unbeweglich und unnachgiebig gelagert ist. Damit die Spaltweite erhalten bleibt, beträgt bei dieser Ausführungsform die Rückstellkraft des Systems Auftragwalze 8 - Bett 10, 11 - Halter 12 gegen eine Auslenkung in radialer Richtung von der Gegenwalze (2) weg mindestens 1 * 106 N * x * y, vorzugsweise mehr als 5 * 106 N * x * y; mit x = axiale Länge der Auftragwalze (in [m]) und y = Auslenkung radial von der Gegenwalze 2 (in [m]).

Damit die Auftragwalze 8 im Störungsfall, z. B. wenn eine verdickte Klebestelle der Bahn 1 durchläuft, begrenzt ausweichen kann, ist die Rückstellkraft des Systems Auftragwalze 8 - Bett 9 - Halter 12 bevorzugt zusätzlich kleiner als 2 * 107 N * x * y , vorzugsweise kleiner als 1 * 107 N * x * y; mit x = axiale Länge der Auftragwalze (in [m]) und y = Auslenkung radial von der Gegenwalze 2 (in [m]). Durch diese geringe Elastizität werden Beschädigungen vermieden, ohne daß die Stabilität des Auftragspalts 9 beeinträchtigt wird.

Die Zuführung von Beschichtungsmaterial in den Auftragspalt 9 erfolgt an der Einlaufseite über einen Zuführkanal 17, der von einem sich bis in die Nähe des Auftragspalts 9 erstreckenden Leitblech 18 und der einlaufseitigen Flanke des Halters 12 oder dem Umfang der Auftragwalze 8 gebildet wird. Der Zuführkanal 17 verläuft spitzwinklig zur Tangente an die Gegenwalze 2 im Auftragspalt 9. Er ist an eine sich über die gesamte Arbeitsbreite erstreckende Farbkammer 19 angeschlossen, der über ein einlaufseitig angeschlossenes Verteilerrohr 20 Beschichtungsmaterial zugeführt wird. Die der Auftragwalze 8 abgewandte Rückseite des Leitblechs 18 ist als Ablauffläche für überschüssiges Beschichtungsmaterial ausgestaltet. Das Leitblech 18 trennt so den Zulauf des im Überschuß in den Auftragspalt 9 geförderten Beschichtungsmaterials von dem Rücklauf. So werden Turbulenzen im Beschichtungsmaterial vermieden, und die Überschußrate kann auf geringere Werte oder der Auftragspalt auf größere Werte eingestellt werden, ohne daß unbedeckte Stellen auftreten. Das zurückgeführte Beschichtungsmaterial wird in einer Farbwanne 21 aufgefangen und der Farbkammer 19 wieder zugeführt.

In der Farbkammer 19 ist ein sich über die Arbeitsbreite und radial zur Gegenwalze 2 erstreckendes Leitblech 22 angeordnet, das mit Abstand vom Kammerboden endet. Das Leitblech 22 bildet mit der auslaufseitigen Wand der Farbkammer 19 einen Kanal 23 mit einer schlitzförmigen Eintrittsöffnung, der in den Zuführkanal 19 mündet. Es verhindert als Stauwand gegenüber dem Verteilerrohr 20, daß sich Unregelmäßigkeiten in dem zugeführten Beschichtungsmaterial bis in den Zuführkanal 17 fortpflanzen und vergleichmäßigt so den Druck und die Strömungsverhältnisse in diesem und im Auftragspalt 9. Zugleich wird durch das Leitblech 22 ermöglicht, die Farbkammer 19 zu entlüften, ohne daß Ungleichmäßigkeiten in der Zuführung von Beschichtungsmaterial in den Auftragspalt 9 auftreten. So lassen sich unerwünschte Lufteinschlüsse aus dem Beschichtungsmaterial entfernen.

An der Einlaufseite ist vor der Auftragwalze 8 mit geringem Abstand vor dem Leitblech 18 und in etwa parallel zu diesem ein Schabermesser 24 angeordnet, das mit seiner Spitze an der Bahn 1 anliegt. Das Schabermesser 24 ist in den Figuren 1 und 2 eingezeichnet, es kann auch bei den Ausführungsformen nach den Figuren 3 und 4 eingesetzt werden. Das sich über die gesamte Bahnbreite erstreckende Schabermesser 24 entfernt die auf der Oberfläche der Bahn 1 haftende Luft, bevor die Bahn in den Auftragspalt 9 einläuft. Von der Bahn 1 in das Beschichtungsmaterial eingetragene Luft führt zu unerwünschten Unregelmäßigkeiten im Strichbild nach dem Dosieren. Die aus eingetragener Luft resultierenden negativen Effekte werden durch das Schabermesser 18 und/oder die Entlüftung des Beschichtungsmaterials in der Farbkammer 19 erheblich reduziert.

Die Auftragsysteme 3 nach den Figuren 3 und 4 enthalten jeweils eine Auftragwalze 8 mit einem größeren Durchmesser zwischen 50 mm und 200 mm, bevorzugt zwischen 50 mm und 150 mm. Derartige Auftragwalzen 8 werden mit Walzenzapfen an ihren Stirnseiten in Drehlagern aufgehängt, die an beiden Längsseiten des Gestells befestigt sind. Zusätzlich ist zwischen der Traverse 14 und der Auftragwalze 8 als Halter ein Stützlager 26, 27 angeordnet, das sich über die gesamte Arbeitsbreite (i.e. die Länge der Auftragwalze 8) erstreckt und Durchbiegungen der Auftragwalze 8 aufgrund ihres Eigengewichts und/oder des hydrodynamischen Drucks im Auftragspalt 9 verhindert.

Bevorzugt ist das Stützlager 26, 27 an seiner der Auftragwalze 8 zugewandten Oberfläche so geformt, daß die Auftragwalze 8 flächig abgestützt ist. Jedes Stützlager 26, 27 ist aus einem harten Material mit geringer Reibung zur Auftragwalze 8 gefertigt, vorzugsweise aus hartem Gummi oder gummiähnlichem Kunststoff, falls die Auftragwalze 8 mit Hartmetall beschichtet, z. B. verchromt, ist oder aus einem harten Metall, falls die Auftragwalze 8 mit Gummi oder einem gummiähnlichen Kunststoff beschichtet ist.

Die an der Auftragwalze 8 anliegende Oberfläche des Stützlagers 27 nach Figur 4 ist ähnlich wie das Bett 10, 11 nach Figur 2 an der Einlauf- und Auslaufseite lippenförmig ausgestaltet, damit beim Drehen der Auftragwalze 8 anhaftende Verunreinigungen abgeschabt werden. Es sind zur Auftragwalze 8 offene und sich deren Achsrichtung erstreckende Kanäle 28 in das Stützlager 27 eingearbeitet, in die während des Betriebs ein Schmier- oder Reinigungsmittel, z. B. Wasser, eingeleitet werden kann.

Je nach Anwendungsfall wird die Auftragwalze 8 mit- oder gegenläufig zur Gegenwalze 2 angetrieben. Der mitläufige Betrieb der Auftragwalze 8 hat den Vorteil, daß die Auftragwalze 8 zusätzlich aus dem Zuführkanal 17 schöpft und so die Füllung des Auftragsspalts 9 unterstützt. Beim gegenläufigen Betrieb werden vorteilhaft Filmsplitting-Effekte und Spannungslinienbildung weiter reduziert. Die Umfangsgeschwindigkeit der Auftragwalze 8 beim Auftragen ist größer als 0 m/min und kleiner als 100 m/min, bevorzugt beträgt sie zwischen 2 m/min und 20 m/min.

Das Auftragsystem 3 ist so in der Lage, auch geringe Überschußmengen gleichmäßig auf die Bahn 1 aufzutragen. Der Überschuß wird von dem Schabermesser 5 des nachfolgenden Dosiersystems 4 bis auf das gewünschte Strichgewicht wieder abgerakelt und in eine Farbwanne 25 zurückgeführt.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zum Beschichten einer Papier- oder Kartonbahn (1) mit
    • einer die Bahn (1) umlenkenden Gegenwalze (2),
    • einem Auftragsystem (3), das Beschichtungsmaterial im Überschuß auf die Bahn (1) aufträgt, und
    • einem in Bahnlaufrichtung mit Abstand hinter dem Auftragsystem (3) angeordneten Dosiersystem (4) mit einem Rakelelement (5),
    wobei das Auftragsystem (3) eine mittels eines Antriebs drehbare Auftragwalze (8) mit glatter Mantelfläche enthält, die mit der Gegenwalze (2) einen Auftragsspalt (9) bildet, dem von der Bahneinlaufseite her Beschichtungsmaterial im Überschuß zugeführt wird,

    dadurch gekennzeichnet, daß die Auftragwalze (8)
    • einen Durchmesser von 5 mm bis 200 mm, vorzugsweise 10 mm bis 150 mm aufweist,
    • mit der Gegenwalze (2) einen Auftragspalt (9) von 0,01 mm bis 2 mm, vorzugsweise 0,05 mm bis 1 mm, zuzüglich der Papier- oder Kartondicke bildet, und
    • an ihrer der Gegenwalze (2) abgewandten Rückseite von einem radial zur Gegenwalze (2) starren, in Arbeitsstellung unbeweglichen Halter (12, 26, 27) über die gesamte Arbeitsbreite gegen Durchbiegung abgestützt ist.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Auftragwalze (8) in einem sich über die Arbeitsbreite erstreckenden, zur Gegenwalze (2) offenen Bett (10, 11) gelagert ist, das aus einem begrenzt elastischen, gummiähnlichen Material gefertigt ist und in den Halter (12) eingepaßt ist.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückstellkraft des Systems Auftragwalze (8) - Bett (10, 11) - Halter (12) gegen eine Auslenkung in radialer Richtung von der Gegenwalze (2) mindestens 1 * 106 N * x * y, vorzugsweise mehr als 5 * 106 N * x * y beträgt; mit x = axiale Länge der Auftragwalze (in [m]) und y = Auslenkung radial von der Gegenwalze (2) (in [m]).
  4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückstellkraft des Systems Auftragwalze (8) - Bett (10, 11) - Halter (12) weniger als 2 x 107 N * x * y, vorzugsweise weniger als 1 * 107 * N * x * y beträgt; mit x = axiale Länge der Auftragwalze (in [m]) und y = Auslenkung radial von der Gegenwalze (2) (in [m]).
  5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Bett (10, 11) die Auftragwalze (8) an ihrem Außenumfang in einem Bereich von mindestens 180° umfaßt.
  6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Bett (10, 11) einen oder mehrere, zur Auftragwalze (8) offene Kanäle (16) enthält, die parallel zur Achse der Auftragwalze (8) verlaufen.
  7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest eine an der Auftragwalze (8) anliegende Innenwand des Betts (10, 11) als sich in axialer Richtung erstreckende Lippe ausgebildet ist.
  8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Bett aus zwei Teilen (10, 11) besteht, die zum Halten und Entfernen der Auftragwalze (8) im Halter (12) gegeneinander und voneinander weg bewegbar gelagert sind.
  9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß an der Einlaufseite der Auftragwalze (8) ein sich bis in die Nähe des Auftragspalts erstreckendes Leitblech (18) angeordnet ist, das mit der einlaufseitigen Flanke des Halters (12) oder mit dem Umfang der Walze (8) einen im spitzen Winkel zur Tangente der Gegenwalze (2) verlaufenden Zuführkanal (17) bildet und dessen der Auftragwalze (8) abgewandte Rückseite als Ablauffläche für überschüssiges Beschichtungsmaterial gestaltet ist.
  10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß an der Einlaufseite der Auftragwalze (8) ein bis in die Nähe des Auftragspalts (9) reichender Zuführkanal (17) angeordnet ist, der an eine Farbkammer (19) mit einer Zufuhr (20) für Beschichtungsmaterial angeschlossen ist, wobei in der Farbkammer (19) ein sich über die Arbeitsbreite und radial zur Gegenwalze (2) erstreckendes Leitblech (22) angeordnet ist, das mit Abstand vom Boden der Farbkammer (19) endet und mit der auslaufseitigen Wand der Farbkammer (19) einen Kanal (23) mit einer schlitzförmigen Eintrittsöffnung bildet, der in den Zuführkanal (17) mündet.
  11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß an der Einlaufseite vor der Auftragwalze (8) ein sich über die gesamte Bahnbreite erstreckendes Schabermesser (24) angeordnet ist, das mit seiner Spitze an der Bahn (1) anliegt.
Anspruch[en]
  1. Device for coating a paper or board web (1), having
    • a mating roll (2) deflecting the web (1),
    • an applicator system (3) which applies coating material in excess to the web (1), and
    • a metering system (4) with a doctor element (5), which is arranged at a distance downstream of the applicator system (3) in the web running direction,
    the applicator system (3) containing an applicator roll (8) which has a smooth outer surface and can be rotated by means of a drive, the said roll (8) forming with the mating roll (2) an applicator gap (9) to which coating material is fed in excess from the web inlet side, characterized in that the applicator roll (8)
    • has a diameter of 5 mm to 200 mm, preferably 10 mm to 150 mm,
    • forms with the mating roll (2) an applicator gap (9) of 0.01 mm to 2 mm, preferably 0.05 mm to 1 mm, in addition to the paper or board thickness, and
    • on its rear side facing away from the mating roll (2) is supported against bending over the entire working width by a holder (12, 26, 27) which is rigid radially towards the mating roll (2) and is immovable in the working position.
  2. Device according to Claim 1, characterized in that the applicator roll (8) is mounted in a bed (10, 11) which extends over the working width, is open towards the mating roll (2), is produced from a material which is similar to rubber and is of limited elasticity and is fitted into the holder (12).
  3. Device according to Claim 2, characterized in that the restoring force of the system of applicator roll (8) - bed (10, 11) - holder (12) against a deflection in the radial direction away from the mating roll (2) is at least 1 * 106 N * x * y, preferably more than 5 * 106N * x * y; where x = axial length of the applicator roll (in [m]) and y = radial deflection away from the mating roll (2) (in [m]).
  4. Device according to Claim 3, characterized in that the restoring force of the system of applicator roll (8) - bed (10, 11) - holder (12) is less than 2 x 107 N * x * y [sic], preferably less than 1 * 107 * N * x * y [sic], where x = axial length of the applicator roll (in [m]) and y = radial deflection away from the mating roll (2) (in [m]).
  5. Device according to one of Claims 2 to 4, characterized in that the bed (10, 11) surrounds the applicator roll (8) on its outer circumference over a range of at least 180°.
  6. Device according to one of Claims 2 to 5, characterized in that the bed (10, 11) contains one or more ducts (16) which are open towards the applicator roll (8) and run parallel to the axis of the applicator roll (8).
  7. Device according to one of Claims 2 to 6, characterized in that at least one inner wall of the bed (10, 11), bearing on the applicator roll (8), is designed as a lip extending in the axial direction.
  8. Device according to one of Claims 2 to 7, characterized in that the bed consists of two parts (10, 11) which are mounted so that they can be moved towards each other and away from each other for the purposes of holding and removing the applicator roll (8) in the holder (12).
  9. Device according to one of Claims 1 to 8, characterized in that, on the inlet side of the applicator roll (8), there is arranged a sheet metal guide (18) which extends as far as into the vicinity of the applicator gap, forms with the inlet-side flank of the holder (12) or with the circumference of the roll (8) a feed duct (17) which extends at an acute angle to the tangent to the mating roll (2), and whose rear side, facing away from the applicator roll (8), is designed as a discharge surface for excess coating material.
  10. Device according to one of Claims 1 to 9, characterized in that, on the inlet side of the applicator roll (8), there is arranged a feed duct (17) which extends as far as into the vicinity of the applicator gap (9) and is connected to a colour chamber (19) having a feed (20) for coating material, there being arranged in the colour chamber (19) a sheet metal guide (22) which extends over the working width and radially towards the mating roll (2), ends at a distance from the bottom of the colour chamber (19) and, with the outlet-side wall of the colour chamber (19), forms a duct (23) having a slit-like entry opening which opens into the feed duct (17).
  11. Device according to one of Claims 1 to 10, characterized in that, on the inlet side upstream of the applicator roll (8) there is arranged a doctor blade (24) which extends over the entire web width and bears with its tip on the web (1).
Anspruch[fr]
  1. Dispositif permettant de coucher une bande de papier ou de carton (1), avec
    • un contre-cylindre (2) déviant la bande (1),
    • un système d'application (3), qui applique de la matière de couchage en excès sur la bande (1), et
    • un système de dosage (4) avec un élément de raclage (5), disposé après le système d'application (3) à une certaine distance dans le sens de défilement de la bande,
    dans lequel le système d'application (3) comprend un rouleau applicateur (8) à surface latérale lisse pouvant tourner au moyen d'une commande, qui forme avec le contre-cylindre (2) une fente d'application (9) à laquelle la matière de couchage est fournie en excès à partir du côté d'entrée de la bande,

    caractérisé en ce que le rouleau applicateur (8)
    • présente un diamètre de 5 mm à 200 mm, de préférence de 10 mm à 150 mm,
    • forme avec le contre-cylindre (2) une fente d'application (9) de 0,01 mm à 2 mm, de préférence de 0,05 mm à 1 mm, en plus de l'épaisseur du papier ou du carton, et
    • est, sur son côté arrière situé à l'opposé du contre-cylindre (2), supporté contre la flexion sur toute la largeur de travail par un support (12, 26, 27) immobile en position de travail et rigide radialement par rapport au contre-cylindre (2).
  2. Dispositif suivant la revendication 1, caractérisé en ce que le rouleau applicateur (8) est supporté dans un lit (10, 11) ouvert vers le contre-cylindre (2) et s'étendant sur la largeur de travail, qui est fabriqué en une matière de la nature du caoutchouc, à élasticité limitée, et qui est adapté dans le support (12).
  3. Dispositif suivant la revendication 2, caractérisé en ce que la force de rappel du système rouleau applicateur (8) - lit (10, 11) - support (12) contre une déviation en direction radiale à partir du contre-cylindre (2) vaut au moins 1 * 106 N * x * y, de préférence plus que 5 * 106 N * x * y; avec x = longueur axiale du rouleau applicateur (en [m]) et y = déviation radiale à partir du contre-cylindre (2) (en [m]).
  4. Dispositif suivant la revendication 3, caractérisé en ce que la force de rappel du système rouleau applicateur (8) - lit (10, 11) - support (12) vaut moins que 2 * 107 N * x * y, de préférence moins que 1 * 107 N * x * y; avec x = longueur axiale du rouleau applicateur (en [m]) et y = déviation radiale à partir du contre-cylindre (2) (en [m]).
  5. Dispositif suivant l'une quelconque des revendications 2 à 4, caractérisé en ce que le lit (10, 11) embrasse le rouleau applicateur (8) à sa périphérie extérieure sur une zone d'au moins 180°.
  6. Dispositif suivant l'une quelconque des revendications 2 à 5, caractérisé en ce que le lit (10, 11) comprend un ou plusieurs canaux (16) ouverts vers le rouleau applicateur (8), qui sont orientés parallèlement à l'axe du rouleau applicateur (8).
  7. Dispositif suivant l'une quelconque des revendications 2 à 6, caractérisé en ce qu'au moins une paroi intérieure du lit (10, 11) appuyée sur le rouleau applicateur (8) est constituée par une lèvre s'étendant en direction axiale.
  8. Dispositif suivant l'une quelconque des revendications 2 à 7, caractérisé en ce que le lit se compose de deux parties (10, 11), qui sont supportées de façon mobile pour se rapprocher ou s'écarter l'une de l'autre dans le support (12) en vue de supporter et d'enlever le rouleau applicateur (8).
  9. Dispositif suivant l'une quelconque des revendicaions 1 à 8, caractérisé en ce que, du côté de l'entrée du rouleau applicateur (8), est disposé un déflecteur (18) s'étendant jusqu'à proximité de la fente d'application, qui forme avec le flanc d'entrée du support (12) ou avec la périphérie du rouleau (8) un canal d'arrivée (17) faisant un angle aigu avec la tangente au contre-cylindre (2) et dont le côté arrière situé à l'opposé du rouleau applicateur (8) constitue une face d'écoulement pour la matière de couchage en excès.
  10. Dispositif suivant l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que, du côté de l'entrée du rouleau applicateur (8), est disposé un canal d'arrivée (17) s'étendant jusqu'à proximité de la fente d'application (9), qui est raccordé à une chambre à colorant (19) avec une arrivée (20) pour la matière de couchage, un déflecteur (22) s'étendant sur la largeur de travail et radialement au contre-cylindre (2) étant disposé dans la chambre à colorant (19), pour se terminer à distance du fond de la chambre à colorant (19) et former avec la paroi de sortie de la chambre à colorant (19) un canal (23) avec une ouverture d'entrée en forme de fente, qui débouche dans le canal d'arrivée (17).
  11. Dispositif suivant l'une quelconque des revendications 1 à 10, caractérisé en ce que, du côté de l'entrée avant le rouleau applicateur (8), est disposé un couteau de raclage (24) s'étendant sur toute la largeur de la bande, qui s'appuie par sa pointe sur la bande (1).






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