Die Erfindung betrifft das Gebiet des Bauwesens insbesondere den Trockenbau unter Verwendung
von Gipskartonplatten.
Gipskartonplatten werden in Normgrößen geliefert. Sie müssen daher auf der Baustelle auf
Einbaumaß geschnitten werden. Dazu wird die auf dem Stapel zuoberst liegende Platte angezeichnet,
eine gerade Schiene angelegt und an dieser entlang mit einem Cutmesser (Teppichmesser) der außen
befindliche Karton eingeschnitten. Die Platte wird dann bis zum Schnitt an den Rand des Stapels
gezogen mit einem kurzen Ruck gebrochen und dann vorsichtig gewendet. Durch nochmaliges
Schneiden mit dem Cutmesser entlang der auf der Rückseite entstandenen Faltlinie wird die Platte
endgültig getrennt.
Das ständige Niederbeugen über den Plattenstapel beim Anzeichnen das oftmalige Verrutschen der
Schneideschiene das manchmal verlaufende Cutmesser und die damit zusammenhängende schlechte
Bruchqualität aber vor allem das beschwerliche Wenden der Platten bei dem es oft zum Einreißen
der rückseitigen Kartonlage und zu fehlerhaftem Bruch kommt sind Nachteile dieser Arbeitsweise.
Die Erfindung wird am nachfolgenden Beispiel näher erläutert. Die dazugehörigen Bilder zeigen
Fig. 1 Gesamtansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung von vorn und von der Seite,
Fig. 2 Hauptbestandteile in perspektivischer Ansicht ohne Schneideinrichtung Stützleisten
und Skalen,
Fig. 3 Schneideinrichtung in Vorderansicht,
Fig. 4 Ansicht A aus Fig. 3,
Fig. 5 Schnitt C-C aus Fig. 3,
Fig. 6 Schnitt B-B aus Fig. 3,
Fig. 7 Werkzeugträger mit Schneidrädchen Ansicht D zu Fig. 6,
Fig. 8 Arretierung der Schneideinrichtung,
Fig. 9 Verfahreinrichtung,
Fig. 10 Schematische Darstellung der Schnittdurchführung.
Die Fig. 1 bis 3 zeigen die beanspruchte Vorrichtung in der Ansicht sowie in den
Hauptbestandteilen.
Danach besteht der Grundrahmen 1 aus zwei Längsträgern mit vier Querverbindungen wobei der
vordere Längsträger 8 zur Aufnahme und Befestigung der Teile 2 bis 4 des Grundgestelles
ausgebildet sind. Außerdem hat der vordere Längsträger 8 eine Aussparung 9 für den Fußrahmen 10
des Mittelteiles 2.
Die Seiten des Mittelteiles 2 bestehen aus Kastenprofilen. Der V-förmige Spalt 12 wird seitlich durch
Winkelprofile begrenzt. Oben bildet ein rechtwinklig zur Schnittlinie angeordneter Kopfrahmen 11
und unten ein rechtwinklig zur Schnittlinie angeordneter Fußrahmen 10 den Abschluß. Das Mittelteil
2 ist mittels einer Steckverbindung auf dem vorderen Längsträger 8 befestigt und rückseitig mittels
zweier Stützen 6 gegen den hinteren Längsträger des Grundrahmens 1 abgestützt. Dabei sitzt das
Mittelteil 2 mit seinen Fußrahmen 10 in der Aussparung 9 des vorderen
Längsträgers 8.
Rechts und links vom Mittelteil 2 befinden sich das rechte Seitenfeld 4 und das linke Seitenfeld 3.
Sie bestehen an den Seiten und oben aus Kastenprofilen und unten aus einer Winkelschiene. Die
Seitenteile 3 und 4 sind zweckmäßig mittels Steckverbindungen mit dem Mittelteil 2 verbunden und
mittels Schraubverbindung am vorderen Längsträger 8 befestigt.
Über die gesamte Länge aller Teile 2 bis 4 erstreckt sich nach deren Montage unmittelbar über dem
vorderen Längsträger 8 eine Auflageschiene 13. Lediglich über der Aussparung 9 im vorderen
Längsträger 8 im Bereich des V-förmigen Spaltes 12 des Mittelteiles 2 hat die Auflageschiene 13
eine Unterbrechung von ca. 30 mm für den Durchlauf der Schneidwerkzeuge.
Für ein leichtes Verschieben der Gipskartonplatten 16 auf der Auflageschiene ist diese vorteilhaft mit
abgekanteten CrNi-Stahlblechen beschichtet.
Zwecks besserer Auflage der zu schneidenden Gipskartonplatten 16 sind in der Anlagefläche der
Teile 2 bis 4 zusätzlich waagerechte Stützleisten 14 aus Holz angebracht. Dabei ist die unterste
Stützleiste 14 (Fig. 1) als Skalenträger 15 ausgebildet. Mit ihrer Hilfe kann die Gipskartonplatte 16
leicht auf der Auflageschiene 13 auf das gewünschte Schnittmaß ausgerichtet werden. Dazu sind
zweckmäßig 3 Skalen angebracht von denen eine von 200 bis 0 cm eine von
0 bis 125 cm und eine von 0 bis 200 cm jeweils bezogen auf den senkrechten Schnitt reicht. Durch
diese Einteilung erübrigt sich ein Gegenrechnen beim Einstellen kurzer oder schmaler Abschnitte von
der Gipskartonplatte 16.
Am Kopfrahmen 11 des Mittelteiles 2 befinden sich auf einer hier befestigten Skalentafel 18 ebenfalls
zwei Skalen (Fig. 8). Nach ihnen kann die Schneideinrichtung 5 für den Schrägschnitt von sowohl
hochkant als auch flach stehenden Gipskartonplatten 16 auf einen von der Senkrechten
abweichenden Wert eingestellt und damit ein Schrägschnitt durchgeführt werden. Dazu gehen die
Skalen zweckmäßig von einem Nullpunkt in der Skalenmitte aus was einem senkrechten Schnitt
entspricht und geben die Abweichung der Schnittlinie von der Senkrechten an der Oberkante der
Gipskartonplatten vorteilhaft in Längeneinheiten an. Die obere Skala gilt dabei für hochkant stehende
Gipskartonplatten 16 und die untere Skala zweckmäßig für flach stehende Gipskartonplatten 16.
Diese Skalentafel 18 ist an der Unterkante außerdem mit einer Verzahnung versehen.
Die Schneideinrichtung 5 (siehe Fig. 3 bis 7) besteht aus einem geschlossenen Rahmen dessen
Seitenteile als Führungsstangen 21 (vor der Anlagefläche im Grundgestell) und 21&min; (hinter der
Anlagefläche im Grundgestell) ausgebildet sind. Diese bestehen zweckmäßig aus Hohlprofilen.
Das Oberteil der Schneideinrichtung 5 (siehe Fig. 4) ist ebenfalls als Rahmen 22 ausgeführt der sich
im Kopfrahmen 11 befindet. Er umschließt beide Führungsstangen 21, 21&min; und nimmt eine obere
Kettenradwelle 23 mit zwei Kettenritzeln 24, 24&min; in sich auf. Die Kettenradwelle 23 ist in der Vorder- und
Hinterseite des Rahmens 22 gelagert.
Seitliche Rollen 25, 25&min; am Rahmen 22 erleichtern die Bewegung des Rahmens 22 im Kopfrahmen 11
des Mittelteiles 2.
Am Rahmen 22 ist vorn die Arretierung angebracht (Fig. 8). Sie ist zweckmäßig als ein nach unten
in eine günstige Griffhöhe geführter Ausleger 17 ausgeführt an dem eine Zunge 19 die über eine
Stange 20 gegen eine Feder zurückziehbar ist und in die Verzahnung 21 eingreift befestigt ist. Dabei
trägt die Zunge 19 eine Verlängerung als Zeiger bis an die auf der oberen Skalentafel 18
angebrachten Skalen heran.
Das Unterteil der Schneideinrichtung (siehe Fig. 5) ist als Bügel 26 ausgeführt der im Fußrahmen 10
sitzt und in sich wieder beide Führungsstangen 21, 21&min; eine untere Kettenradwelle 27 mit den
Kettenritzeln 24, 24&min; und Schwenklager 28, 28&min; in sich aufnimmt. Der Bügel 26 ist nach rechts
geöffnet und gestattet den Ausbau der Schneideinrichtung 5 aus den unteren Teil des V-förmigen
Spaltes 12 bei Reparaturen. Die Kettenradwelle 27 ist in der Vorder- und Hinterseite des Bügels 26
gelagert. Die Schwenklager 28, 28&min; befinden sich ebenfalls in der Vorder- und Hinterseite des Bügels
26 und des Fußrahmens 10 des Mittelteiles 2. Sie liegen in Höhe der Auflageschiene 13 in der
Schnittlinie und schaffen die Verbindung der Schneideinrichtung 5 zum Fußrahmen 10 des
Mittelteiles 2. Um die Schwenklager 28, 28&min; ist die Schneideinrichtung 5 im V-förmigen Spalt 12
schwenkbar und mittels der Arretierung 18 am Kopfrahmen 11 arretierbar. Die Schwenklager 28, 28&min;
liegen auf der senkrechten Schnittlinie der Schneidrädchen 34.
An jeder Führungsstange 21, 21&min; befindet sich ein Werkzeugträger 30, 30&min; der auf Rollen 31 in
Führungsbahnen 32, 32&min; die vorn und hinten in jeder Führungsstange 21, 21&min; vorhanden sind auf den
Führungsstangen 21, 21&min; verfahrbar ist. An jedem Werkzeugträger 30, 30&min; ist zur Anlagefläche der
Gipskartonplatten 16 gerichtet ein Werkzeughalter 33, 33&min; befestigt. Dieser trägt an seiner untersten
Stelle die Schneidrädchen 34.
Die Werkzeughalter 33, 33&min; sind um einen Schwenkpunkt 35 35&min; im Werkzeugträger 30, 30&min;
schwenkbar und mittels Schrauben 36, 36&min; in Langlöchern 37, 37&min; in der eingestellten Lage fixierbar.
Damit sind die Schneidrädchen 34 auf unterschiedliche Stärken der Gipskartonplatten 16 und
unterschiedliche Schnittiefen einstellbar.
Über die Kettenritzel 24 vor der Anlagefläche der Gipskartonplatten 16 und die Kettenritzel 24&min;
hinter der Anlagefläche wird je eine umlaufende Antriebskette 29, 29&min; geführt die über die
Kettenbefestigung 42 mit den Werkzeugträgern 30, 30&min; verbunden sind (siehe Detail in Fig. 7). Über
sie und die Kettenradwellen 23 und 27 ist eine mechanische Bindung des vorderen Werkzeugträgers
30 mit dem hinteren Werkzeugträger 30&min; und damit eine gleichsinnige Bewegung beider gesichert.
Die obere Kettenradwelle 23 ist durch einen Kettenspanner 39 im Rahmen 22 in der Höhe
verstellbar wodurch die Antriebsketten 29, 29&min; spannbar sind. Außerdem ist jede Antriebskette
29, 29&min; über ihre gesamte Länge von je einem Kettenschutz 40, 40&min; umgeben.
Zur Montage wird die beanspruchte Schneidvorrichtung in ihre Hauptbestandteile zerlegt zum
Einsatzort transportiert. Dort wird der Grundrahmen 1 an geeigneter Stelle abgelegt. Danach wird
das Mittelteil 2 mit der Schneideinrichtung 5 mit seinen in der Unterseite befindlichen Löchern auf
Zapfen auf den vorderen Längsträger 8 gesteckt und mit zwei Stützen 6 am hinteren Längsträger des
Grundrahmens 1 in dazugehörigen Aufnahmen arretiert. Nun werden das rechte und das linke
Seitenteil 3 und 4 nacheinander mit in der Unterseite befindlichen Langlöchern (siehe Detail in Fig. 2)
auf Zapfen die sich auf dem vorderen Längsträger befinden und als Gewindebolzen ausgebildet sind,
gesteckt und in diesen Langlöchern gegen das Mittelteil 2 geschoben wo wieder Zapfen und
Bohrungen ineinander greifen und eine formschlüssige Verbindung der Teile 2 bis 4 bewirken. Der
Sitz in den Langlöchern wird durch Verschraubung mit Flügelmuttern gesichert und die Seitenteile 3
und 4 durch je eine Stütze 6 am hinteren Längsträger des Grundrahmens 1 arretiert. Zusätzlich
werden die Teile 2 bis 4 oben durch Schnellverbindungen 41 miteinander verbunden.
Zum Schneiden einer Gipskartonplatte 16 auf die benötigte Größe wird diese auf die Auflageschiene
13 gestellt und auf dieser durch die Schneideinrichtung 5 geschoben bis das Schneidmaß auf der
entsprechenden Skala auf dem Skalenträger 15 ablesbar ist. Danach wird der vordere
Werkzeugträger 30 am Handgriff 38 nach unten gezogen (siehe Fig. 10). Dabei rollen die
Schneidrädchen 34 beidseitig gleichzeitig über die Gipskartonplatte 16 bis unter das Niveau der
Auflageschiene 13 und schneiden die Kartonage durch. Die Gipskartonplatte 16 kann danach leicht
an der Schnittlinie gebrochen werden.
Steht vor dem Schnitt die Verlängerung der Zunge 19 in der Mitte der Skalen der oberen Skalentafel
18 dann erfolgt ein senkrechter Schnitt (Parallelschnitt).
Nach Lösen der Arretierung ist die Schneideinrichtung 5 nach rechts oder links schwenkbar und
damit ein Schrägschnitt gemäß Skalenangabe einstellbar. Dabei gewährleistet der V-förmige Spalt 12
eine Abweichung der Schnittlinie von der Senkrechten in Höhe der Oberkanten der
Gipskartonplatten 16 von ca. +/- 8 cm womit die beim Trockenbau am häufigsten vorkommenden
Schrägschnitte ausführbar sind.
Wird die beanspruchte Vorrichtung an einer anderen Stelle des Einsatzortes benötigt dann wird sie
mittels der Verfahreinrichtung 7 (siehe Fig. 2 und 9) durch Umiegen eines Hebels und dadurch
Drehen einer quer im Grundrahmen 1 angeordneten Welle an deren Enden zwei Räder an kurzen
Gabeln angebracht sind angehoben und auf den dazugehörigen Rädern fortgerollt.
Mit dieser Vorrichtung wird gesichert daß eine Arbeitskraft das Schneiden der Gipskartonplatten 16
allein und schnell durchführen kann. Alle Hauptbestandteile der Vorrichtung sind so bemessen daß
sie von einer Person durch Treppenhäuser Korridore und Türöffnungen üblicher Größe getragen
werden können. Durch die gewählten Verbindungselemente ist auch die Montage von einer Person in
kurzer Zeit durchführbar. Die Skalen gewährleisten eine leichte und schnelle Positionierung der
Gipskartonplatten 16 auf das zu schneidende Maß auch bei Schrägschnitt so daß das zeitraubende
Anzeichnen der Gipskartonplatten 16 entfällt. Durch die Lage der Schwenklagerachse in der
Auflageschiene 13 und in der Schnittlinie der Schneidrädchen 34 behalten die Skalen im Skalenträger
15 auch bei Schrägschnitten ihre Gültigkeit für das unterseitige Plattenmaß. Die Werkzeuganordnung
und ihre Führung beim Schnitt garantieren saubere Schnittkanten.
Durch die Verfahreinrichtung ist außerdem eine schnelle Umsetzung der Vorrichtung am Einsatzort
gesichert.
Diese Schneidvorrichtung ist auch zum Schneiden von Platten aus anderen Materialien z. B. Wedi-
oder Mineralfaserdeckenplatten einsetzbar.
Nach Austausch der Werkzeuge sind mit dieser Vorrichtung auch Platten anderer Materialien die
beim Zuschnitt beidseitig angeschnitten und gebrochen werden bearbeitbar.
Bezugszeichenliste
1 Grundrahmen
2 Mittelteil des Grundgestelles
3 linkes Seitenteil des Grundgestelles
4 rechtes Seitenteil des Grundgestelles
5 Schneideinrichtung
6 Stützen des Grundgestelles
7 Verfahreinrichtung
8 vorderer Längsträger
9 Aussparung
10 Fußrahmen
11 Kopfrahmen
12 V-förmiger Spalt
13 Auflageschiene
14 Stützleisten
15 Skalenträger
16 Gipskartonplatte
17 Ausleger
18 Arretierung
19 Zunge
20 Zugstange
21, 21&min; Führungsstangen
22 Rahmen
23 obere Kettenradwelle
24, 24&min; Kettenritzel
25, 25&min; seitliche Rollen
26 Bügel
27 untere Kettenradwelle
28, 28&min; Schwenklager
29, 29&min; Antriebskette
30, 30&min; Werkzeugträger
31 Rollen
32, 32&min; Führungsbahnen
33, 33&min; Werkzeughalter
34 Schneidrädchen
35, 35&min; Schwenkpunkt
36, 36&min; Schrauben
37, 37&min; Langlöcher
38 Handgriff
39 Kettenspanner
40, 40&min; Kettenschutz
41 Schnellverbindungen
42 Kettenbefestigung