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Dokumentenidentifikation DE19612656A1 10.10.1996
Titel Fungicide Zusammensetzungen auf der Basis von Prochloraz und Bromuconazol
Anmelder Rhône-Poulenc Agrochimie, Lyon, FR
Erfinder Duvert, Patrice, Lyon, FR
Vertreter Beetz und Kollegen, 80538 München
DE-Anmeldedatum 29.03.1996
DE-Aktenzeichen 19612656
Offenlegungstag 10.10.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.10.1996
IPC-Hauptklasse A01N 47/38
IPC-Nebenklasse A01N 43/653   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine fungicide Zusammensetzung, die Bromuconazol und Prochloraz enthält, und ein Verfahren zur Behandlung von Pflanzenkulturen unter Verwendung dieser Zusammensetzung. Sie weist synergistische Wirkung auf.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft fungicide Zusammensetzungen auf der Basis von Prochloraz und Bromuconazol, die sich zur Behandlung von Pflanzenkulturen gegen Pilzbefall eignen. Sie betrifft ferner ein Verfahren zur Behandlung von Pflanzenkulturen mit der gleichen Zielsetzung.

Die Wirksamkeit von Prochloraz bei der Bekämpfung der Halmbruchkrankheit bei Getreide ist bekannt. Diese Krankheit, die durch den Pilz Pseudocercosporella herpotricho ≙des hervorgerufen wird, ist die Ursache für bedeutende Schäden, insbesondere bei Wintergetreide. Prochloraz weist jedoch seit einigen Jahren aufgrund des Auftretens von Stämmen mit einer gewissen Resistenz Unzulänglichkeiten in seiner Wirksamkeit und Wirkungsbreite auf.

Ferner ist die Wirksamkeit von Prochloraz bei der Bekämpfung der Fusariose bei Kornähren bekannt, einer Krankheit, die insbesondere durch die beiden phytopathogenen Pilze Fusarium roseum und Microdochium nivale hervorgerufen wird. Es ist nun immer wünschenswert, diese Wirksamkeit zu verbessern, insbesondere zur Verminderung der zur Kontrolle dieser Krankheiten notwendigen Dosis an Prochloraz und zur Erweiterung der Wahlmöglichkeiten für den Landwirt, damit dieser die für sein spezielles Problem bestmögliche Lösung finden kann.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine neue fungicide Zusammensetzung bereit zustellen, mit der die obengenannten Probleme gelöst werden können.

Es ist ferner Aufgabe der Erfindung, eine neue fungicide Zusammensetzung anzugeben, die zur Behandlung der Halmbruchkrankheit bei Weizen und der Fusariose bei Weizenähren verwendet werden kann.

Diese Aufgaben können ganz oder teilweise mit den erfindungsgemäßen fungiciden Zusammensetzungen gelöst werden.

Die erfindungsgemäße fungicide Zusammensetzung ist dadurch gekennzeichnet, daß sie Prochloraz und Bromuconazol enthält.

Prochloraz und Bromuconazol sind zwei dem Fachmann gut bekannte Wirkstoffe; sie sind in dem Buch "The Pesticide Manual", 10. Ausgabe, Hrsg. Clive Tomlin, veröffentlicht vom British Crop Protection Council, beschrieben. Ferner ist die Verwendung von Bromuconazol bei der Bekämpfung von Getreidekrankheiten wie der Halmbruchkrankheit und der Ähren-Fusariose bekannt.

Das Massenverhältnis Bromuconazol/Prochloraz liegt in den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen allgemein im Bereich von 0,25 bis 4 und vorzugsweise im Bereich von 0,25 bis 0,75. Bromuconazol ist ferner für seine Verwendbarkeit gegen die Halmbruchkrankheit bekannt. Die erfindungsgemäße Zusammensetzung ist vorteilhaft bezüglich ihres Wirksamkeitsspektrums und der für die Wirkstoffe anwendbaren niedrigen Dosen, wobei die letztgenannte Eigenschaft aus leicht ersichtlichen ökologischen Gründen besonders wichtig ist. Bei der erfindungsgemäßen Zusammensetzung sind ferner bemerkenswerte synergistische Wirkungen fest zustellen. Diese synergistischen Wirkungen werden insbesondere durch die Anwendung der Tammes-Methode ("Isoboles, a graphic representation of synergism in pesticides", Netherlands Journal of Plant Pathology 70 (1964) 73-80) belegt.

Die erfindungsgemäßen fungiciden Zusammensetzungen enthalten in der Regel 0,5 bis 95% des Gemisches von Prochloraz und Bromuconazol. Falls nicht anders angegeben, sind alle Prozentangaben in der vorliegenden Beschreibung gewichtsbezogen (Gew.-%).

Es kann sich dabei um eine konzentrierte Zusammensetzung handeln, d. h. ein Handelsprodukt, das eine Kombination der beiden Wirkstoffe darstellt. Es kann sich ferner auch um eine verdünnte Zusammensetzung handeln, die gebrauchsfertig zum Spritzen der zu behandelnden Kultur vorliegt. Im letzteren Fall kann die Verdünnung mit Wasser entweder ausgehend von einem Handelsprodukt, das die beiden Wirkstoffe in Form einer konzentrierten Zusammensetzung enthält (dieses Gemisch wird als "gebrauchsfertig" oder auch im angelsächsischen Sprachbereich als "ready mix" bezeichnet), oder unmittelbar nach Mischen von zwei im Handel befindlichen konzentrierten Zusammensetzungen, die jeweils einen Wirkstoff enthalten (im angelsächsischen Sprachbereich "tank mix" genannt), erfolgen.

Die erfindungsgemäße fungicide Zusammensetzung kann ferner beliebige für Zusammensetzungen für den Pflanzenschutz übliche Additive oder Hilfsstoffe enthalten, insbesondere Träger, grenzflächenaktive Mittel, Haftmittel und Fließmittel.

Der Ausdruck "Träger" bezeichnet hier organische oder anorganische, natürliche oder synthetische Substanzen, mit denen die Wirkstoffe verbunden sind, um ihr Aufbringen auf die Pflanze zu erleichtern. Der Träger ist daher in der Regel inert und muß in der Landwirtschaft akzeptabel sein, insbesondere im Hinblick auf die behandelten Pflanzen. Der Träger kann dabei fest sein (Tone, natürliche oder synthetische Silicate, Kieselsäure, Harze, Wachse, feste Düngemittel und dergleichen) oder flüssig (Wasser, Alkohole, Ketone, Erdölfraktionen, aromatische oder paraffinische Kohlenwasserstoffe, chlorierte Kohlenwasserstoffe, verflüssigte Gase und dergleichen).

Die grenzflächenaktiven Mittel können ionische oder nicht ionische Emulgatoren, Dispergiermittel oder Netzmittel sein. Beispiele sind etwa Salze von Polyacrylsäuren, Salze von Ligninsulfonsäuren, Salze von Phenolsulfonsäuren oder Naphthalinsulfonsäuren, Polykondensationsprodukte von Ethylenoxid mit Fettalkoholen, Fettsäuren oder Fettaminen, substituierten Phenolen (insbesondere Alkylphenolen oder Arylphenolen), Salze von Sulfobernsteinsäureestern, Taurinderivate (insbesondere Alkyltaurate) sowie Phosphorsäureester von Alkoholen oder polyethoxylierten Phenolen. Die Gegenwart mindestens eines grenzflächenaktiven Mittels ist wünschenswert, um die Dispergierung der Wirkstoffe in Wasser und ein gutes Aufbringen auf die Pflanzen zu begünstigen.

Die Zusammensetzung kann ferner beliebige Arten weiterer Bestandteile enthalten, wie beispielsweise Schutzkolloide, Haftmittel, Verdickungsmittel, Thixotropiermittel, Penetrationsmittel, Stabilisatoren, Maskierungsmittel, Pigmente, Färbemittel und Polymere.

Die erfindungsgemäße Zusammensetzung kann noch allgemeiner alle festen oder flüssigen Zusatzstoffe enthalten, die bei herkömmlichen Verfahren bei der Formulierung von Pflanzenschutzmitteln eingesetzt werden.

Die erfindungsgemäße Zusammensetzung kann in fester, gelförmiger oder flüssiger Form vorliegen, in letzterem Fall in Form von Lösungen oder Suspensionen oder Emulsionen oder emulgierbaren Konzentraten. Flüssige Zusammensetzungen sind vorzuziehen, sowohl wegen ihrer bequemen Anwendung als auch wegen ihrer einfachen Herstellung.

Als feste Zusammensetzungen können Pulver zum Einstäuben oder zum Dispergieren (mit einem Wirkstoffgehalt von bis zu 100%), benetzbare Pulver bzw. Spritzpulver, Granulate zum trockenen Ausbringen sowie dispergierbare oder lösliche Granulate genannt werden.

Die benetzbaren Pulver bzw. Spritzpulver sowie die dispergierbaren Granulate enthalten in der Regel 20 bis 95% Wirkstoffe sowie, neben dem festen Träger, 0 bis 5% Netzmittel, 3 bis 10% Dispergiermittel und erforderlichenfalls 0 bis 10% eines oder mehrerer Stabilisatoren und/oder weiterer Zusätze, wie Pigmente, Färbemittel, Penetrationsmittel, Haftmittel oder Mittel gegen Verklumpen, und dergleichen. Einige dieser Zusammensetzungen, wie die benetzbaren Pulver oder die dispergierbaren Granulate, sind natürlich dazu vorgesehen, daß aus ihnen bei der Anwendung flüssige Zusammensetzungen hergestellt werden.

Als flüssige Zusammensetzungen können Lösungen, insbesondere wasserlösliche Konzentrate, emulgierbare Konzentrate, Emulsionen, konzentrierte Suspensionen, Aerosole und Pasten genannt werden.

Emulgierbare oder lösliche Konzentrate enthalten zumeist 10 bis 80% Wirkstoff; gebrauchsfertige Emulsionen oder Lösungen enthalten ihrerseits 0,01 bis 20% Wirkstoffe. Neben dem Lösungsmittel können emulgierbare Konzentrate erforderlichenfalls 2 bis 20% geeignete Zusatzstoffe enthalten, wie die oben genannten Stabilisatoren, grenzflächenaktiven Mittel, Penetrationsmittel, Korrosionsinhibitoren, Färbemittel oder Haftmittel. Aus diesen Konzentraten können durch Verdünnen mit Wasser Emulsionen jeder gewünschten Konzentration erhalten werden, die sich besonders für die Anwendung auf den oberirdischen Teilen der zu behandelnden Pflanzen eignen. Wäßrige Dispersionen und Emulsionen, beispielsweise Zusammensetzungen, die durch Verdünnen eines erfindungsgemäßen benetzbaren Pulvers oder emulgierbaren Konzentrats erhalten werden, sind, wie bereits erwähnt, im allgemeinen Rahmen der vorliegenden Erfindung enthalten. Die Emulsionen können vom Wasser-in-Öl-Typ oder vom Öl-in-Wasser-Typ sein und eine dickflüssige Konsistenz wie beispielsweise Mayonnaise aufweisen.

Konzentrierte Suspensionen, die ebenfalls durch Spritzen aufgebracht werden können, sind stabile fließfähige Produkte, bei denen kein Verdicken oder keine Bildung eines Bodensatzes bei der Lagerung auftritt; sie enthalten in der Regel 10 bis 75% Wirkstoff, 0,5 bis 15% grenzflächenaktive Mittel, 0,1 bis 10% Thixotropiermittel, 0 bis 10% geeignete Zusatzstoffe, wie Pigmente, Färbemittel, Mittel gegen Schaumbildung, Korrosionsinhibitoren, Stabilisatoren, Penetrationsmittel oder Haftmittel, und, als Träger, Wasser oder eine organische Flüssigkeit, in der die Wirkstoffe wenig oder nicht löslich sind: Einige organische Feststoffe oder anorganische Salze können im Träger gelöst sein, um ein Absetzen zu verhindern oder eine Gefrierschutzwirkung bei der wäßrigen Phase zu erzielen.

Die erfindungsgemäße Zusammensetzung wird nach an sich bekannten Verfahren hergestellt.

Um Spritzpulver oder benetzbare Pulver zu erhalten, werden die Wirkstoffe in einem geeigneten Mischer mit den Zusatzstoffen innig vermischt und mit Mühlen oder anderen Zerkleinerungsvorrichtungen gemahlen. Dadurch werden Spritzpulver erhalten, deren Benetzbarkeit und Suspendierbarkeit vorteilhaft sind; sie können mit Wasser in Suspensionen jeder gewünschten Konzentration übergeführt werden; diese Suspensionen können sehr vorteilhaft insbesondere zur Anwendung auf die oberirdischen Pflanzenteile verwendet werden.

Anstelle von benetzbaren Pulvern können auch Pasten oder konzentrierte Suspensionen hergestellt werden. Die Bedingungen und die Vorgehensweise bei der Herstellung und der Verwendung dieser Pasten sind ähnlich wie bei den benetzbaren Pulvern oder Spritzpulvern, wobei die erforderliche Zerkleinerung zum Teil einfach im flüssigen Medium durchgeführt wird.

Die dispergierbaren Granulate werden in der Regel durch Agglomeration oder Extrudieren oder Verdichten in geeigneten Granuliereinrichtungen aus Zusammensetzungen vom Typ der benetzbaren Pulver hergestellt. Granulate zum trockenen Ausbringen werden gewöhnlich durch Imprägnierung eines kornförmigen Trägers mit einer Lösung oder Emulsion der Wirkstoffe erhalten.

Die Erfindung betrifft schließlich ein Verfahren zur kurativen oder protektiven Behandlung von Pilzbefall bei Pflanzenkulturen, das dadurch gekennzeichnet ist, daß auf die oberirdischen Pflanzenteile eine wirksame und nicht phytotoxische Dosis einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung aufgebracht wird.

Die Zusammensetzung wird vorteilhaft so angewandt, daß die angewandte Dosis von Prochloraz im Bereich von 250 bis 500 g/ha und vorzugsweise von 300 bis 450 g/ha und die Dosis von Bromuconazol im Bereich von 180 bis 280 g/ha und vorzugsweise von 200 bis 250 g/ha liegen. Die Dosis hängt von der Art der Krankheit, dem Entwicklungsstadium der zu behandelnden Pflanzen, dem Befallsgrad und den klimatischen Bedingungen ab.

Unter Pilzbefall werden der Befall durch die Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotricho ≙des); Fusariose von Weizen (Fusarium roseum und Microdochium nivale), Septoria (Septoria tritici, Septoria nodorum), Rost (Puccinia striiformis, Puccinia recondita) und Mehltau (Erysiphe graminis) verstanden.

Kulturen, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren behandelt wenden können, sind Kulturen von Cerealien, insbesondere Gerste, Weizen, Roggen und Triticale und vorzugsweise Weizen.

Die folgenden Beispiele, die lediglich erläuternd und nicht einschränkend sind, zeigen die vorteilhaften Eigenschaften der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen.

Beispiel 1

In-vitro-Test einer Zusammensetzung, die ein Gemisch aus Bromuconazol und Prochloraz enthält, an Pseudocercosporella herpotricho ≙des, die für die Halmbruchkrankheit von Weizen verantwortlich ist:

Ein Nährmedium aus Maismehl und Agar-Agar wird in unterkühltem Zustand in eine Reihe von Petrischalen (20 ml pro Schale) eingefüllt.

Während des Befüllens der Schalen werden 200 µl einer Lösung der zu testenden Wirkstoffe (allein oder im Gemisch) in Aceton so injiziert, daß die gewünschte Endkonzentration erhalten wird.

Im Falle der Wirkstoffe im Gemisch beträgt das Massenverhältnis Bromuconazol/Prochloraz 0,25, 0,33, 0,5, 1, 2, 3 bzw. 4.

Als Vergleichsproben werden in analoger Weise hergestellte Petrischalen verwendet, in welche eine entsprechende Menge des Nährmediums eingegossen wird, das jedoch keinen Wirkstoff enthält.

Nach 24 Stunden wird in die Mitte jeder Petrischale ein Pellet von 5 mm Durchmesser gelegt, das ein Mycelstückchen darstellt, das aus einer Stammkultur von Pseudocercosporella herpotricho ≙des entnommen wurde. Die Petrischalen werden 3 Wochen bei 20°C aufbewahrt.

Während dieser Zeit wird das Wachstum des Pilzes (gemessen durch den Durchmesser des Mycelwachstums) in den Schalen mit zu testendem Wirkstoff oder mit einem Gemisch aus den zu testenden Wirkstoffen mit dem Mycelwachstum des gleichen Pilzes in den als Vergleichsprobe verwendeten Schalen verglichen.

Die erhaltenen Resultate werden in Form von Punkten, die einer 50%igen Hemmung des Mycelwachstums des parasitären Pilzes entsprechen, angegeben und in einem Tammes- Diagramm aufgetragen, das als Abszisse die Dosis an Prochloraz, ausgedrückt in mg/l, und als Ordinate die Dosis an Bromuconazol, ebenfalls in mg/l, enthält.

Man erhält das Diagramm von Fig. 1, aus dem ersichtlich ist, daß der Zusatz einer Dosis von Bromuconazol unter 0,15 mg/l (dies entspricht einer Dosis an Bromuconazol, die alleine verwendet werden muß, um eine 50%ige Vernichtung des parasitären Pilzes zu erreichen) in völlig unerwarteter Weise erlaubt, die zur 50%igen Vernichtung des Pilzes notwendige Dosis an Prochloraz auf einen Wert unter 0,05 mg/l zu verringern (dieser Wert entspricht der Dosis an Prochloraz, die alleine notwendig ist, um den gleichen Prozentsatz der Vernichtung zu erzielen).

Die erhaltene Verteilung der Punkte zeigt nun einen zweiseitigen Effekt, der in der englischen Fachsprache in bezug auf die oben genannte Tammes-Methode "two sided effect" genannt wird. Diese Verteilung entspricht gemäß dieser Methode einer Isobole vom Typ III (vgl. S. 75 der oben angegebenen Monographie) und ist charakteristisch für einen Synergismus.

Beispiel 2

In-vitro-Test einer Zusammensetzung, die ein Gemisch aus Bromuconazol und Prochloraz enthält, an Microdochium nivale, das für die Fusariose bei Weizenähren verantwortlich ist:

In eine Reihe von Petrischalen (20 ml pro Schale) wird in unterkühltem Zustand ein Nährmedium aus Maismehl und Agar-Agar gegeben.

Während des Befüllens der Schalen werden 200 µl einer Lösung der zu bestimmenden Wirkstoffe (allein oder im Gemisch) in Aceton so injiziert, daß die gewünschte Endkonzentration erhalten wird.

Im Fall der Wirkstoffe im Gemisch beträgt das Massenverhältnis Bromuconazol/Prochloraz 0,33, 0,5, 1, 2 bzw. 3.

Als Vergleichsproben werden in analoger Weise hergestellte Petrischalen verwendet, in die eine entsprechende Menge des Nährmediums eingegossen wird, das jedoch keinen Wirkstoff enthält.

Nach 24 Stunden wird in die Mitte jeder Schale ein Pellet von 5 mm Durchmesser gelegt, das ein Myceliumstückchen darstellt, das aus einer Stammkultur von Microdochium nivale entnommen wurde. Die Petrischalen werden 7 Tage bei 20°C aufbewahrt.

Bei der Ermittlung der Ergebnisse und der Erstellung des Tammes-Diagramms wird wie in Beispiel 1 verfahren.

So wird Fig. 2 erhalten, die charakteristisch für einen zweiseitigen Effekt ist, analog zu dem Effekt, der in Fig. 1 des Beispiels 1 festgestellt wurde. Die Ergebnisse sind daher ebenfalls charakteristisch für einen Synergismus.


Anspruch[de]
  1. 1. Fungicide Zusammensetzung, dadurch gekennzeichnet, daß sie Prochloraz und Bromuconazol enthält.
  2. 2. Fungicide Zusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Massenverhältnis Bromuconazol/Prochloraz im Bereich von 0,25 bis 4 liegt.
  3. 3. Fungicide Zusammensetzung nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Massenverhältnis Bromuconazol/Prochloraz im Bereich von 0,25 bis 0,75 liegt.
  4. 4. Fungicide Zusammensetzung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sie einen Gehalt an Gemisch aus Prochloraz und Bromuconazol von 0,5 bis 95% aufweist.
  5. 5. Verfahren zur kurativen oder vorbeugenden Behandlung von Pilzbefall bei Pflanzenkulturen, dadurch gekennzeichnet, daß auf die oberirdischen Pflanzenteile eine wirksame und nicht phytotoxische Dosis einer Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 4 angewandt wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Dosis der Zusammensetzung so gewählt wird, daß die angewandte Dosis von Prochloraz im Bereich von 250 bis 500 g/ha und die angewandte Dosis von Bromuconazol im Bereich von 180 bis 280 g/ha, vorzugsweise von 200 bis 250 g/ha liegen.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 5 und/oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Dosis der Zusammensetzung so gewählt wird, daß die angewandte Dosis von Prochloraz im Bereich von 300 bis 450 g/ha und die angewandte Dosis von Bromuconazol im Bereich von 200 bis 250 g/ha liegen.
  8. 8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Pilzbefall durch die Halmbruchkrankheit, die Fusariose von Weizen, Septoria, Rost und/oder O ≙dien hervorgerufen ist.
  9. 9. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die zu behandelnden Pflanzenkulturen Kulturen von Cerealien, insbesondere Gersten, Weizen, Roggen und Triticale, sind.
  10. 10. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die zu behandelnde Kultur Weizen ist.
  11. 11. Verwendung von Prochloraz zusammen mit Bromuconazol zur Bekämpfung von Pflanzenpilzerkrankungen.






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