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Dokumentenidentifikation DE69302955T2 10.10.1996
EP-Veröffentlichungsnummer 0565956
Titel Seilaufhängungsvorrichtung
Anmelder Kone Elevator GmbH, Baar, Zug, CH
Erfinder De Jong, Johannes, SF-04430 Järvenpää, FI;
Alasentie, Pentti, SF-02720 Espoo, FI
Vertreter Zipse & Habersack, 80639 München
DE-Aktenzeichen 69302955
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 31.03.1993
EP-Aktenzeichen 931053672
EP-Offenlegungsdatum 20.10.1993
EP date of grant 05.06.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.10.1996
IPC-Hauptklasse B66B 11/08
IPC-Nebenklasse B66B 15/04   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Treibscheibenaufzug, der aus einer Antriebsmaschine und einer damit verbundenen Treibscheibe besteht, wobei die Treibscheibe mit einer Seilrille versehen ist, wobei das Hubseil über die Zugkraftantriebsscheibe läuft, einer Aufzugskabine und deren Gegengewicht, wobei die Aufzugskabine am Hubseil aufgehängt ist und sich in einem Aufzugsschacht bewegt, wobei der Aufzug mindestens eine Umlenkrolle verwendet, so daß das Hubseil, das zur Treibscheibe geht und das Hubseil, das von der Treibscheibe kommt, sich kreuzen.

Ein ähnlicher Treibscheibenaufzug ist vorbekannt aus der deutschen Patentveröffentlichung 818 250. Bei dieser bekannten Lösung beträgt der Kontaktwinkel ein 3/4 des Umfangs der Antriebsrolle, das heißt 270º. Diese Lösung hat jedoch verschiedene Nachteile. Sie wird praktisch unmöglich gemacht durch die Tatsache, daß der Überkreuzungspunkt der Seile zu dicht an der Treibscheibe liegt. Die Länge des freien Seils zwischen dem Kreuzungspunkt und dem Punkt des Kontakts mit der Treibscheibe entspricht nur dem Radius der Treibscheibe. Bei Treibscheiben der üblicherweise verwendeten Größe müssen die Seile stark aus der Ebene der Treibscheibe abgelenkt werden, um ein gegenseitiges Aneinanderreiben zu verhindern. Die so erzeugte Ablenkung oder der Seilwinkel wird sehr groß. In der Praxis ist ein Seilwinkel von 3º schon groß genug, um eine so starke Abnutzung der Treibscheibe und des Hubseils zu verursachen, daß dies insgesamt bei Personenaufzügen nicht toleriert werden kann. Um den Seilwinkel genügend zu verringern, müßte der Durchmesser der Treibscheibe in der deutschen Patentveröffentlichung 818 250 zweimal so groß wie normal sein. Dies würde zu einer Verdoppelung des Sekundärmoments führen, das die Last des Aufzugsantriebs bildet. Somit würden das Gewicht der erforderlichen Treibscheibe und des Antriebs erhöht und es wäre ein beträchtlich größerer Antriebsmotor erforderlich. Somit würden die Kosten der Maschinerie nahezu verdoppelt.

Es sind auch verschiedene Seilaufhängungssysteme vorbekannt, die für angetriebene Leichtaufzüge ausgebildet sind. Beispielsweise zeigt das FI-Patent 56813 einen Treibscheibenaufzug, der eine Seilaufhängungsvorrichtung verwendet, die mindestens eine Umlenkrolle verwendet, um das Hubseil, das zur Treibscheibe geht und das Seil, das von der Treibscheibe kommt, zu veranlassen über Kreuz zu laufen, und bei der der Winkel des Kontakts zwischen der Treibscheibe und dem Hubseil sich im Bereich von 210 bis 250º bewegt, so daß die freie Länge des Seils vom Überkreuzungspunkt bis zum Punkt des Kontakts mit der Treibscheibe das 1,9 bis 0,7 fache des Durchmessers der Treibscheibe beträgt. Die Treibscheibe ist in einer leicht geneigten Position montiert, um den Seilen einen freien Durchgang zu gewähren. Ein Nachteil besteht jedoch im Winkel zwischen den Seilen und der Treibscheibe, der einen lateralen Zug erzeugt und somit einen schnellen Verschleiß der Seile und der Seilrillen.

Ein anderes ähnliches Seilaufhängungssystem ist in der GB Patentveröffentlichung 2 148 229 gezeigt, die zusätzlich Polyurethaneinlagen in den Seilrillen verwendet. Dies ist jedoch eine schlechte Lösung, da das Polyurethan durch den lateralen Zug und die erzeugte Wärme sehr bald herausgerieben wird.

Es ist auch das FI-Patent 84051 vorbekannt, bei dem der Neigungs- und der Rollwinkel der Treibscheibe 1,2 Grad beträgt. Die Treibscheibe hat eine Zahl von Seilrillen, die der Zahl der verwendeten Hubseile entspricht und die Rillen sind mit einem Hinterschneidungswinkel von 50 bis 90º hinterschnitten. Die Maschine ist auf einem im wesentlichen horizontalen Bett montiert und die Befestigungsoberfläche der hinteren Befestigungsteile des Motors, gesehen von der Seite der Treibscheibe, liegen in einem größeren Abstand von der Motorwelle als die Befestigungsoberfläche der entsprechenden vorderen Befestigungsteile, so daß wenn der Motor auf seinem horizontalen Bett montiert wird, die Motorwelle bezüglich der horizontalen Ebene geneigt ist und die Treibscheibe, die auf der Welle montiert ist, entsprechend bezüglich der vertikalen Ebene geneigt ist. Das Bett und die Befestigungsteile des Motors sind so ausgeformt, daß die gesamte Maschine horizontal auf ihrem Bett gedreht werden kann, bevor sie definitiv an ihrem Platz befestigt wird. Die oben erwähnten Erfindungen haben die folgenden Nachteile:

- Das Bett ist in einer sehr geraden Position auf dem Boden installiert.

- Die Aufhängung der Aufzugskabine in Konstruktionen, die eine Umlenkrolle verwenden, wobei die Seile von der Treibscheibe nach unten verlaufen, sollte in einer rechtwinkligen Position installiert sein, da sich ansonsten der Winkel ändert, wenn sich die Aufzugskabine nach oben bewegt.

- Wenn eine Umlenkrolle vorhanden ist, muß die Richtung des Bündels von Seilen, die von der Treibscheibe nach unten gehen, nicht geändert werden. Dies findet jedoch nicht statt, wenn sich die Belastung in der Aufzugskabine ändert, weil sich die Reaktionskräfte der Gummiunterlagen im Maschinenbett ändern. Bei einer 1:2 Verseilung werden die Seile üblicherweise verdreht, so daß dieses Seilverhältnis im allgemeinen nicht möglich ist.

- Die Neigung erzeugt auch den Eindruck, daß die Maschine nicht richtig installiert wurde, so daß nicht so gut ausgebildete Monteure versuchen werden, die Aufstellung derart zu korrigieren, daß die Neigung verschwindet, und auch Kunden ist dieser Umstand nur schwer klar zu machen.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Aufzugsseilaufhängungsvorrichtung zu erzielen, die die erwähnten Nachteile nicht aufweist und bei der die Reibung zwischen der Treibscheibe und den Seilen unverändert bleibt und die Seile länger halten als vorher. Diese Aufgabe wird durch die vorliegende Erfindung gelöst, die dadurch gekennzeichnet ist, daß die Umlenkrollen und die Treibscheibe so angeordnet sind, daß die Rotationsebenen der Umlenkrollen auf verschiedenen Seiten der Rotationsebene der Treibscheibe liegen.

Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Wellen der Umlenkrollen in einer Richtung parallel zur Richtung der Welle der Treibscheibe liegen.

Eine andere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Entfernungen (T, U) zwischen den Rotationsebenen derart ausgebildet sind, daß die Seile von der Treibscheibe in gleichen Abgangswinkeln zu jeder Umlenkrolle laufen.

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Abgangswinkel der Seile von der Treibscheibe gleich groß sind, aber bezüglich der Treibscheibenrillen in verschiedene Richtungen laufen.

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß der horizontale Abstand zwischen den Abgangspunkten des Seils auf dem Umfang der Treibscheibe und der Umlenkrolle derart ausgebildet ist, daß das Hubseil in der Rille der Umlenkrolle bleibt.

Die Erfindung bietet mehrere entscheidende Vorteile verglichen mit den vorbekannten Techniken, beispielsweise die Tatsache, daß die radiale Belastung, die auf die Treibscheibe ausgeübt wird, weniger als die Hälfte der radialen Belastung in schnellen Aufzügen beträgt, die eine DW-Aufhängung verwenden. Das Seil wird auch weniger Ablenkungen unterworfen als bei der DW-Aufhängung. Weiterhin gestattet die Erfindung die Verwendung leichterer Aufzugskabinen und wesentlich kleinerer Motoren, was den Energieverbrauch u.s.w. vermindert. Wenn eine 1:2 Verseilung verwendet wird, sind bei gleicher Motorgröße größere Belastungen möglich.

Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen detailliert beschrieben.

Fig. 1 zeigt den erfindungsgemäßen Treibscheibenaufzug in Seitenansicht.

Fig. 2 ist eine Darstellung der Hubseilanordnung des Treibscheibenaufzugs von Fig. 1.

Fig. 3 zeigt einen Querschnitt der Seilrille des erfindungsgemäßen Aufzugs.

Fig. 4 zeigt die Hubseilanordnung, bei der der Abstand A sichtbar ist.

Fig. 5 zeigt eine Aufsicht auf die Maschinenraumausrüstung.

Fig. 6 zeigt die Winkel der Seile, die von der Treibscheibe weglaufen.

Fig. 1 zeigt eine Aufzugskabine 6, die auf Führungsschienen in einem Aufzugsschacht 5 montiert ist und durch ein Hubseil 4 bewegt wird. Die Antriebsmaschine 1 des Aufzugs ist oberhalb des Aufzugsschachts angeordnet. Mit der Antriebsmaschine 1 ist eine Treibscheibe 3 mit einer Seilrille 2 verbunden. Das Hubseil 4, das von der Aufzugskabine 6 kommt, läuft über Punkt b auf der linken Seite der Umlenkrolle 9, wie man aus der Vorderansicht sieht, zur Treibscheibe 3 und über Punkt d auf der rechten Seite der Treibscheibe 3 nach unten zurück und über Kreuz weiter über Punkt a auf der linken Seite der Umlenkrolle 8 zum Gegengewicht 7, so daß sich die beiden Teile des Seils 4 überkreuzen, ohne einander zu berühren. Bei dieser Überkreuzanordnung des Hubseils 4 bilden das Hubseil 4, das zur Treibscheibe 3 geht und das Hubseil 4, das von der Treibscheibe 3 kommt, den gleichen Winkel α. Die Umlenkrollen 8 und 9 sind im Maschinenraum 11 oberhalb des Aufzugsschachts 5 angeordnet. Wenn es notwendig sein sollte, können sie auch im Schacht angeordnet werden.

Figur 2 zeigt die Seilanordnung des Aufzugs. Hierbei läuft Seil S1 über Punkt b auf dem Umfang der Umlenkrolle 9 zur Treibscheibe 3 über Punkt c und weiter über Punkt d über Kreuz zur Umlenkrolle 8 über Punkt a. Die Seile, die von der Treibscheibe 3 kommen, bilden einen Winkel der Größe α.

Figur 3 zeigt einen Querschnitt der Treibscheibe 3 des erfindungsgemäßen Aufzugs, der die Hinterschneidung β der Seilrille 2 zeigt. Die Antriebsscheibe kann mehrere Seilrillen 2 aufweisen, in Abhängigkeit von der Anzahl der Seile. Fig. 3 zeigt zwei Seilrillen 2.

Fig. 4 ist eine Längsansicht der Antriebsmaschine 1 und der Treibscheibe 3 und der Umlenkrollen 8 und 9, die zeigt, wie diese im Maschinenraum 11 angeordnet sind. Die Figur zeigt auch das Maß A, das durch die Punkte c und b auf der linken Kante des Umfangs der Treibscheibe 3 und der Umlenkrolle 9 festgelegt ist. Dies sind die Punkte, an denen das Seil die Antriebsscheibe verläßt. Das Maß A ist die horizontale Entfernung zwischen diesen Punkten und es muß derart gewählt werden, daß das Seil in der Rille 2 bleibt. Wie man von der Seite sieht, sind die Umlenkrollen 8 und 9 in der gleichen Höhe angebracht.

Figur 5 zeigt eine Aufsicht auf die Maschinenraumausstattung. Die Figur zeigt, wie die Umlenkrollen 8 und 9 und die Treibscheibe 3 im Verhältnis zueinander angeordnet sind. Die Antriebsmaschine liegt nächst der Treibscheibe 3. Die Umlenkrolle 8 ist um die Entfernung U von der angenommenen Mittellinie der Rotationsebene der Treibscheibe 3 hin auf die Maschine verschoben. Die Wellen der Umlenkrollen 8 und 9 liegen parallel zueinander. Im Maschinenraum 11 kann die Antriebsmaschine 1 auf der linken oder auf der rechten Seite angeordnet sein, abhängig beispielsweise davon, wo der Aufzugsschacht im Gebäude angeordnet ist.

Figur 6 zeigt die Treibscheibe 3 und die Umlenkrollen 8 und 9, die Winkel α, die von den Umlenkrollen in Bezug auf die Treibscheibe 3 gebildet werden, sowie die Entfernungen T und U von der angenommenen Mittellinie. Die Punkte c und d sind die Punkte auf dem Umfang der Treibscheibe 3, an denen die Seile von der Treibscheibe 3 getrennt werden, und die Hubseile 4 laufen ferner ohne sich zu berühren quer übereinander, über die Umlenkrollen 8 und 9. Das Seil, das von der Umlenkrolle 9 kommt, trifft die Treibscheibe 3 am Punkt c und verläßt sie am Punkt d und läuft ferner zur Umlenkrolle 8. Die Umlenkrollen 8 und 9 bilden gleiche Winkel α in Bezug auf die Treibscheibe 3 aus. Die Winkel α sind vom Betrag her gleich aber verschieden in der Richtung.

Für einen Fachmann ist es offensichtlich, daß verschiedene Ausführungsformen der Erfindung nicht auf die oben beschriebenen Beispiele beschränkt sind, sondern daß sie innerhalb des Umfangs der folgenden Ansprüche variiert werden können. Beispielsweise ist die Plazierung der Antriebsmaschine 1 im Maschinenraum nicht entscheidend, da das Hubseil durch Umlenkrollen auf jedem Weg geführt werden kann. Somit kann die Antriebsmaschine auch im unteren Teil des Aufzugsschachtes oder auf der Seite des Schachtes in einem beliebigen Stockwerk angeordnet sein. Das wesentliche Merkmal ist die Tatsache, daß die Anordnung der Erfindung eine hohe Reibung zwischen der Treibscheibe und dem Hubseil eines Treibscheibenaufzugs bildet. Somit kann das Gewicht der gesamten Aufzugsausrüstung vermindert werden. Natürlich ist es dennoch möglich, mehrere Hubseile und Seilrillen zu verwenden.


Anspruch[de]

1. Treibscheibenaufzug bestehend aus einer Antriebsmaschine (1) und einer damit verbundenen Treibscheibe (3), die mit einer Seilrille (2) versehen ist, wobei das Hubseil (4) über die Treibscheibe läuft, und aus einer Aufzugskabine (6) und deren Gegengewicht (7), die an dem Hubseil aufgehängt sind und sich in einem Aufzugsschacht (5) bewegen, wobei der Aufzug mindestens zwei Umlenkrollen (8, 9) verwendet, die bewirken, daß das Hubseil, das zur Treibscheibe (3) geht und das Hubseil, das von der Treibscheibe (3) kommt, sich kreuzen, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkrollen und die Treibscheibe so angeordnet sind, daß die Rotationsebenen der Umlenkrollen (8, 9) auf verschiedenen Seiten der Rotationsebene der Treibscheibe (3) liegen.

2. Treibscheibenaufzug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wellen der Umlenkrollen (8, 9) in einer Richtung parallel zu der der Welle der Treibscheibe (3) liegen.

3. Treibscheibenaufzug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Entfernungen (T, U) zwischen den Rotationsebenen eine derartige Größe aufweisen, daß die Abgangswinkel (α) des Hubseils von der Treibscheibe (3) zu jeder der Umlenkrollen (8, 9) gleich sind.

4. Treibscheibenaufzug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Abgangswinkel der Seile von der Treibscheibe (3) von gleicher Größe aber unterschiedlicher Richtung in Bezug auf die Rille (2) der Treibscheibe (3) sind.

5. Treibscheibenaufzug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkrollen (8, 9) in Bezug auf die Treibscheibe (3) so angeordnet sind, daß die horizontale Entfernung zwischen den Punkten (c, b) des Abgehens des Seils (4) vom Umfang der Treibscheibe (3) und der Umlenkrolle (9) eine derartige Größe hat, daß das Hubseil in der Rille (2) der Umlenkrolle (9) verbleibt.







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