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Dokumentenidentifikation DE19513735A1 17.10.1996
Titel Verfahren zur Veredelung einer Echtholzoberfläche
Anmelder Kahrmann GmbH, 65582 Diez, DE
Erfinder Litzcke, Dieter, 45549 Sprockhövel, DE;
Kahrmann, Philipp, 65582 Diez, DE
Vertreter Mitscherlich & Partner, Rechts- und Patentanwälte, 80331 München
DE-Anmeldedatum 11.04.1995
DE-Aktenzeichen 19513735
Offenlegungstag 17.10.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 17.10.1996
IPC-Hauptklasse B27K 5/02
IPC-Nebenklasse B44D 5/00   
Zusammenfassung Es wird ein Verfahren zur Veredelung der Oberfläche von Massivholz oder furniertem Holz vorgeschlagen. Dabei wird mittels gravierter Strukturwalzen eine Beizfarbe derart aufgetragen, daß die Holzmaserstruktur einer anderen Holzsorte auf die Echtholzoberfläche übertragen wird. Für das Verfahren können lösungsmittelfreie, wasserverdünnbare Beizfarben verwendet werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Veredelung einer Echtholzoberfläche.

Für die Oberflächenveredelung von Echtholzoberflächen aller Holzarten ist das Färben oder Beizen bekannt, das sowohl für Massivholzoberflächen als auch bei furnierten Flächen Anwendung findet. Die Farbe oder Beize kann dabei maschinell mittels Spritz- oder Walzverfahren oder auch von Hand mittels Pinsel, Schwamm oder Lappen aufgetragen werden.

Die dabei verwendeten Beizfarben sind halbtransparent lasierende Farben, die die Holzoberfläche nicht völlig abdecken und die Holzstruktur mehr oder weniger transparent überdecken und dabei umfärben.

Durch den halbtransparenten Farbauftrag beim Beizen kann man die Farbe der Oberfläche eines Massivholzes oder eines Holzfurniers auf die gewünschte Weise verändern, wobei die Maserung und die Poren teilweise erhalten bleiben. Durch das Beizen ist es beispielsweise möglich, einer farblich ungleichmäßigen Echtholzoberfläche eine gleichmäßige Farbgebung zu verleihen. Weiterhin ist es möglich, die Farbtöne von Echtholzoberflächen unterschiedlicher Holzsorten anzugleichen, so daß beispielsweise bei einem aus zwei verschiedenen Holzsorten bestehenden Möbelstück eine einheitliche Farbgebung erzielt werden kann. Allen diesen Anwendungsmöglichkeiten ist gemeinsam, daß die der Oberfläche einen typischen Holzcharakter verleihende Maserung weitgehend sichtbar bleibt.

Das Beizverfahren hat jedoch den Nachteil, daß Massivhölzer oder Holzfurniere mit mangelhaftem, ungleichmäßigem oder sonstwie unvorteilhaftem Wuchsbild zur Herstellung optisch einwandfreier Möbel nicht verwendet werden können. Außerdem erfreuen sich mechanisch einwandfreie Holzsorten, die jedoch ein ausdrucksloses Wuchsbild aufweisen, zur Möbelherstellung einer nur geringen Wertschätzung.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die genannten Nachteile bei dem bekannten Beizverfahren zu vermeiden und ein Verfahren zur Veredelung von Echtholzoberflächen vorzuschlagen, bei dem die Holzmaserstruktur der Echtholzoberfläche verbessert und aufgewertet wird.

Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 beschriebenen Verfahrensmerkmale gelöst.

Der Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt darin, daß auch aus Echtholz mit einer Maserung minderer Qualität eine optisch ansprechende Holzmaserstruktur erzeugt wird.

Ein weiterer Vorteil der Erfindung liegt darin, daß die Holzausnutzung verbessert wird, da auch Holzstücke mit fehlerhafter Oberfläche verwendet werden können und daß auch Holzsorten, die aufgrund ihrer ausdruckslosen Maserung für anspruchsvolle Anwendungsgebiete nicht verwendbar waren, zur Herstellung von Möbeln u. dgl. verwendet werden können. Dadurch ist die Verringerung des notwendigen Holzeinschlages möglich.

Außerdem können, wenn die Optik bestimmter Holzsorten am Markt besonders nachgefragt wird, Hölzer mit einem derartigen Wuchsbild in großer Stückzahl veredelt werden.

Die Strukturbeizung kann bei dem erfindungsgemäßen Verfahren entweder direkt auf die geschliffene Holzoberfläche aufgetragen werden oder, wenn erforderlich, auf eine Beizgrundierung oder eine geschliffene Lackgrundierung aufgetragen werden. Dabei kann eine halbtransparente Grundierung die bestehende Maserung der Echtholzoberfläche teilweise abdecken.

Das Verfahren kann auf Massivholzoberflächen oder furnierte Holzoberflächen angewendet werden, wobei zur Strukturbeizung lösungsmittelfreie, wasserverdünnbare Farben/Lacke zur Anwendung kommen können.

Das erfindungsgemäße Verfahren wird nun im Einzelnen beschrieben.

Die Holzbearbeitung erfolgt im wesentlichen in folgenden Schritten:

  • 1. Holzschliff,
  • 2. Farbgebung durch transparent lasierende Beizen oder Lacke,
  • 3. Trocknung,
  • 4. Grundlack-Klarlack,
  • 5. Trocknung,
  • 6. Zwischenschliff,
  • 7. Strukturbeizen mittels gravierter Strukturwalzen, indirekt über gummierte Walze,
  • 8. Decklackierung-Klarlack.


Dabei sind die Arbeitsschritte 2. und 4. in ihrer Abfolge vertauschbar.

Die erfindungswesentliche Bearbeitung findet im Verfahrensschritt 7. statt. Die Beizfarbe wird mittels der vorzugsweise aus Stahl bestehenden Strukturwalze, in die die gewünschte Holzmaserung eingraviert ist, indirekt über eine gummierte Walze auf die zu veredelnde Holzstruktur aufgetragen. Ein sogenanntes Rakelmesser streift dabei die überschüssige Farbe von der Strukturwalze ab, so daß nur in den Strukturvertiefungen Farbe verbleibt. Man erhält dadurch die gewünschte Holzmaserstruktur. Die Farbgebung wird im Zusammenwirken der Verfahrensschritte 2. und 7. erzielt. Als Vorlage für die übertragene Struktur können dabei beliebige Naturhölzer verwendet werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Veredelung einer Echtholzoberfläche, dadurch gekennzeichnet, daß mittels gravierter Strukturwalze eine Beizfarbe aufgetragen wird derart, daß die Holzmaserstruktur einer anderen Holzsorte auf die Echtholzoberfläche übertragen wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Beizfarbe direkt auf die geschliffene Holzoberfläche aufgetragen wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Beizfarbe auf einer vollflächigen Beizgrundierung oder einer geschliffenen Lackgrundierung aufgetragen wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die bestehende Maserung der Echtholzoberfläche durch eine Grundierung halbtransparent abgedeckt wird.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß lösungsmittelfreie, wasserverdünnbare Beizfarben verwendet werden.
  6. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß Massivholzoberflächen veredelt werden.
  7. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß furnierte Echtholzoberflächen veredelt werden.
  8. 8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Beizfarbe von der Strukturwalze über eine zweite, vorzugsweise gummierte Walze auf die Holzoberfläche aufgetragen wird.






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