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Dokumentenidentifikation DE19516132A1 07.11.1996
Titel Probebogenentnahme
Anmelder MAN Roland Druckmaschinen AG, 63075 Offenbach, DE
Erfinder Rückert, Reinhard, 63452 Hanau, DE;
Hummel, Peter, 63069 Offenbach, DE;
Ortner, Robert, 63755 Alzenau, DE
DE-Anmeldedatum 03.05.1995
DE-Aktenzeichen 19516132
Offenlegungstag 07.11.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.11.1996
IPC-Hauptklasse B65H 29/04
IPC-Nebenklasse B65H 31/32   
Zusammenfassung Zur Verbesserung der Probebogenentnahme am Ausleger einer Druckmaschine ist eine Blasvorrichtung auf der Bedienungsseite des Auslegerstapels 2 vorgesehen. Sie besteht aus einem oder mehreren Blasröhrchen 10. Diese sind mit den Bogenhochhaltern 9 und den Vorderkantenanschlägen 8 zusammengeschaltet. Bei Einfahren der Bogenhochhalter 9 und Abklappen der Vorderkantenanschläge 8 erzeugen die Blasröhrchen 10 einen Blasluftstrom S. Dieser erzeugt wiederum oberhalb und unterhalb des zu ziehenden Probebogens P Luftpolster LP1, LP2, die den Probebogen P von den benachbarten Druckbogen 6 trennen und eine fehlerfreie Entnahme auch bei großen Formaten ermöglichen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Probebogenentnahme nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

In Bogenrotationsdruckmaschinen werden bedruckte Bogen auf einem Auslegerstapel ausgelegt. Hierbei ist es von Zeit zu Zeit erforderlich einen Probebogen aus dem Stapel zu entnehmen, um das Druckergebnis zu kontrollieren. Dazu ist ein Eingriff in den Auslagebereich erforderlich. Hierbei werden die einlaufenden Bogen auf Hilfsvorrichtungen abgelegt und ein darunterliegender Bogen wird vom Stapel abgezogen.

Eine Vorrichtung dieser Art ist aus der DE 32 30 436 C2 bekannt. Die Vorrichtung zur Bogenablage und Probebogenentnahme in Bogendruckmaschinen weist in einem Ausleger einer Druckmaschine einen sogenannten Nachgreifer für auszulegende Bogen auf. Weiterhin sind zwei pneumatische Hilfsvorrichtungen vorgesehen, die dazu dienen, einen auszulegenden Bogen festzuhalten. Einer ersten Hilfsvorrichtung wird hierbei eine zweite Hilfsvorrichtung derart zugeordnet, daß es möglich ist, einen Bogen auf der ersten Hilfsvorrichtung abzulegen, ihn zwischen der ersten und der zweiten Hilfsvorrichtung zu halten und die Folgebogen auf der zweiten Hilfsvorrichtung abzulegen. Der festgehaltene Bogen kann dann zwischen den Hilfsvorrichtungen abgezogen werden. Gleichzeitig wird oberhalb und unterhalb des festgehaltenen Bogens von den Hilfsvorrichtungen aus Luft eingeblasen. Die Vorrichtung ist relativ kompliziert und weist eine große Anzahl relativ zueinander zu steuernder Elemente auf.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine für die Entnahme großflächiger Druckbogen vorgesehene Vorrichtung vorzuschlagen, die eine sichere und einfache Entnahme der Bogen gestattet.

Die Lösung dieser Aufgabe gestaltet sich nach den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruches 1. Hierbei ist insbesondere auf die Einfachheit der Vorrichtung abzustellen, die lediglich aus einem bzw. zwei kleinen Blasrohren besteht. Die Verfahrensweise für die Entnahme eines Bogens gestaltet sich günstig dadurch, daß sie in den ergonomischen Ablauf der Probebogenentnahme eingepaßt ist.

Die Vorrichtung wird im folgenden anhand von Zeichnungen in einem Ausführungsbeispiel dargestellt. Hierbei zeigen:

Fig. 1 eine Übersicht der Bogenauslage,

Fig. 2 eine Grundposition der Probebogenentnahme,

Fig. 3 eine erste Position der Probebogenentnahme und

Fig. 4 eine zweite Position bei der Probebogenentnahme.

In Fig. 1 ist ein Kettenfördersystem 1 einer Bogenrotationsdruckmaschine einem Auslegerstapel 2 zugeordnet. Am nicht näher dargestellten Ausleger der Bogenrotationsdruckmaschine ist weiterhin ein Nachgreifer 3 angeordnet. Der Nachgreifer 3 besteht aus einem schwenkbaren Haltearm 4 und einer steuerbaren Zange 5. Die Zange 5 nimmt Druckbogen 6, die von Greifersystemen 7 an einem Kettenfördersystem l angeliefert werden, ab. Die Druckbogen 6 werden dann gegen einen oder mehrere Vorderkantenanschläge 8 abgelegt. Im Bereich der Vorderkantenanschläge 8 sind sogenannte Bogenhochhalter 9 angeordnet, die als kleine Pneumatikzylinder ausgebildet sind. Die Bogenhochhalter 9 werden in Funktion gesetzt, wenn Probebogen aus dem Bereich des Auslegerstapels 2 zu entnehmen sind. Durch geeignete Steuerungsmechanismen werden gleichzeitig die Vorderkantenanschläge 8 vom Auslegerstapel 2 abgeschwenkt.

In Fig. 2 ist die Situation an einem der Vorderkantenanschläge 8 im Zusammenhang mit einem Bogenhochhalter 9 in Vergrößerung dargestellt. In Normalposition liegt der Vorderkantenanschlag 8 am Auslegerstapel 2 an. Der Bogenhochhalter 9 befindet sich in seiner Ruheposition außerhalb des Bereiches des Auslegerstapels 2. Mit dem Bogenhochhalter 9 verbunden bzw. diesem zugeordnet, ist ein Blasrohr 10 vorgesehen.

In Fig. 3 ist die Situation bei Beginn der Probebogenentnahme dargestellt. Durch Auslösen eine Signals für die Probebogenentnahme wird zunächst der Bogenhochhalter 9 aktiviert.

Dabei fährt dessen Kolben 11, der an der Vorderseite angespitzt ist, in den Bereich des Auslegerstapels 2 ein, so daß ankommende Druckbogen 6 darauf zu liegen kommen. Daraufhin werden die Vorderkantenanschläge 8 vom Auslegerstapel 2 abgekippt. Die in der Folgezeit einlaufenden Druckbogen 6 legen sich auch weiterhin auf dem Kolben 11 des Bogenhochhalters 9 ab. Gleichzeitig mit der in den Bogenhochhalter 9 zugeführten Blasluft wird auch Blasluft zu dem Blasrohr 10 zugeführt. Dieses ist dazu entsprechend mit dem Bogenhochhalter 9 gekoppelt. Es kann aber auch eigenständig mit Blasluft versorgt werden. Das Blasrohr 10 führt nun einen Blasluftstrom S in den Spalt zwischen den Druckbogen 6, die auf dem Bogenhochhalter 9 bzw. dem Kolben 11 aufliegen und der Oberseite des Auslegerstapels 2. Damit bildet sich ein Luftpolster LP1 zwischen den hochzuhaltenden Druckbogen 6 und der Stapeloberseite. In Fig. 3 ist auch angedeutet, daß nun der oberste Druckbogen 6 auf dem Auslegerstapel 2 als Probebogen P vom Auslegerstapel 2 entnommen werden soll.

In Fig. 4 ist die Ziehbewegung des Probebogens P dargestellt. Hierbei wird durch das Anheben der Vorderkante des Probebogens P der Blasluftstrom S nun aus dem Bereich oberhalb des Probebogens P auf den Bereich unterhalb des Probebogens P und zur Oberkante des Auslegerstapels 2 gerichtet. Dadurch bildet sich zwischen dem Probebogen P und der Oberseite des Auslegerstapels 2 ein Luftpolster LP2. Da nun oberhalb des Probebogens P ein Luftpolster LP1 und unterhalb des Probebogens P ein Luftpolster LP2 vorhanden ist, kann der Probebogen P leicht und ohne an dem benachbarten Druckbogen 6 zu haften aus dem Bereich zwischen den immer noch weiter abgelegten Druckbogen 6 auf den Bogenhochhalter 9 und der Oberkante des Auslegerstapels 2 abgezogen werden. Die bekannten Schwierigkeiten durch Anhaften von benachbarten Bogen ergeben sich hier nicht.

Die quasi selbsttätige Steuerung der Luftzuführung zu den erforderlichen Luftpolstern LP1, LP2 vereinfacht die Arbeit erheblich und ist äußerst kostengünstig. Bei Beendung der Probebogenentnahme bzw. wenn der Probebogen P weitergezogen wird, wird die Hilfsblasluft bzw. Blasluftstrom S wieder auf den Probebogen P geleitet, so daß gerade dieser kritische, weil zu den hochgehaltenen Druckbogen 6 hin gerichtete, Bereich zum Schluß hin gut geführt ist.

Bei Beendigung der Probebogenentnahme werden die Vorderkantenanschläge 8 wieder an den Auslegerstapel 2 angeklappt. Etwas zeitversetzt dazu wird der Kolben 11 wieder in den Hochhalter 9 zurückgezogen, so daß die hochgehaltenen Druckbogen 6 wieder auf den Auslegerstapel 2 herunterfallen. Gleichzeitig wird der Blasluftstrom S des Blasrohres 10 unterbrochen.

Die Anordnung des Blasrohres 10 gegenüber der Stapeloberkante ist wahlfrei. Zu beachten ist aber, daß der Blasluftstrom S bei der Probebogenentnahme zunächst auf den Probebogen P gerichtet sein soll, daß der Probebogen P dann kurzzeitig unterblasen wird und schließlich wieder auf der Oberseite mit Blasluft beaufschlagt wird. Außerdem soll das Blasrohr 10 natürlich nicht beim Abziehen des Probebogens P hinderlich sein.

Zur Verbesserung der Bogenführung können über der Breite des Auslegers mehrere Blasrohre 10 angeordnet werden. Dabei hat sich als vorteilhaft herausgestellt, die Blasrohre 10 an den Bogenhochhaltern 9 anzuordnen und sie auch pneumatisch mit den Bogenhochhaltern 9 zu koppeln. Eine weitere Verbesserung ist möglich, indem die Blasrohre 10 in der Richtung einstellbar sind. Außerdem kann die Blasluftzufuhr regelbar bzw. vom Arbeitsablauf abhängig steuerbar sein.

Bezugszeichenliste

1 Kettenfördersystem

2 Auslegerstapel

3 Nachgreifer

4 Haltearm

5 Zange

6 Druckbogen

7 Greifersystem

8 Vorderkantenanschlag

9 Bogenhochhalter

10 Blasrohr

11 Kolben

LP1 Luftpolster

LP2 Luftpolster

S Blasluftstrom

P Probebogen


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zur Probebogenentnahme an einem Ausleger einer Druckmaschine mit einem Auslegerstapel (2) für Druckbogen (6), an diesem parallel zu einer von in Laufrichtung von den Druckbogen (6) gebildeten vorderen Kante des Auslegerstapels (2) angeordneten Vorderkantenanschlägen (8), weiterhin mit gegenüber der vorderen Kante angeordneten und im wesentlichen gegen die Laufrichtung der Druckbogen (6) gerichteten Bogenhochhaltern (9) und mit Steuermitteln zur im wesentlichen gemeinsamen Steuerung der Bewegung der Vorderkantenanschläge (8) und Bogenhochhalter (9),

    dadurch gekennzeichnet,

    daß wenigstens eine gebündelte Blasluftquelle vor der Vorderkante des Auslegerstapels (2) angeordnet und auf den Bereich der vorderen Kante des Auslegerstapels (2) unterhalb der Bogenhochhalter (9) gerichtet ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,

    daß die Blasluftquelle als Düse ausgebildet ist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,

    daß die Blasluftquelle als dünnes Blasrohr (10) ausgebildet ist.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,

    daß die Luftversorgung der Blasluftquelle mit der Steuerung von Vorderkantenanschlägen (8) und Bogenhochhaltern (9) gekoppelt ist.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,

    daß ein oder mehrere Blasrohre (10) an den Bogenhochhaltern (9) angeordnet und in etwa parallel zu deren Ausrichtung auf einen Bereich unterhalb der Bogenhochhalter (9) ausgerichtet sind.
  6. 6. Verfahren zur Probebogenentnahme in einem Ausleger einer Druckmaschine
    1. - durch Einfahren von Bogenhochhaltern (9) in den Bereich eines Auslegerstapels (2) zur teilweisen Hochhaltung von zugeförderten Druckbogen (6),
    2. - durch Abklappen von Vorderkantenanschlägen (8) zur Freigabe des oberen Stapelbereichs des Auslegerstapels (2), dadurch gekennzeichnet,
    3. - daß nach dem Abklappen der Vorderkantenanschläge (8) ein Blasluftstrom (S) auf den Bereich zwischen den auf den Bogenhochhaltern (9) und der Oberseite des Auslegerstapels (2) gerichtet wird,
    4. - derart, daß der Blasluftstrom (S) vor dem Ziehen eines Probebogens (P) ein Luftpolster (LP1) oberhalb des Probebogens (P) bildet und
    5. - bei Anheben der Vorderkante des Probebogens (P) ein Teil des Blasluftstroms (S) unter den Probebogen (P) geleitet wird und dort ein Luftpolster (LP2) bildet.






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