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Dokumentenidentifikation DE69400214T2 07.11.1996
EP-Veröffentlichungsnummer 0611844
Titel Vorrichtung zum Konditionieren eines Materials mittels Dampf in einem Silo
Anmelder Andritz-Patentverwaltungs-Ges.m.b.H., Graz, AT
Erfinder Kilpeläinen, Reijo, SF-15870 HOLLOLA, FI;
Laukkanen, Risto, SF-57710 Savonlinna, FI;
Virolainen, Matti, SF-57710 Savonlinna, FI
Vertreter Zipse & Habersack, 80639 München
DE-Aktenzeichen 69400214
Vertragsstaaten DE, FR, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 28.01.1994
EP-Aktenzeichen 941013013
EP-Offenlegungsdatum 24.08.1994
EP date of grant 29.05.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.11.1996
IPC-Hauptklasse D21B 1/02
IPC-Nebenklasse D21C 1/02   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Konditionieren eines Materials mittels Dampf in einem Silo, entsprechend dem Oberbegriff von Anspruch 1.

In der Zellstoffindustrie wird das als Rohmaterial verwendete Holz in Späne geschnitten, wie dies für den Produktionsprozeß erforderlich ist. Außer den Außenabmessungen müssen die Späne auch die richtige Qualität hinsichtlich anderer Eigenschaften haben. Die Späne werden in ein Dampfsilo und von dort weiter zu dem Zellstoffherstellungsprozeß gefördert. In dem Silo wird die Feuchtigkeit der Späne auf das richtige Maß gebracht, indem in das Silo Dampf eingeleitet wird. Gleichzeitig wird die Luft zwischen den Spänen abgezogen, die sich nachteilig auf den Zellstoffherstellungsprozeß auswirkt.

In der bisher bekannten Technologie wird der Dampf mittels Dampfleitungen über Düsen, die in unterschiedlichen Höhen an den Wandungen oder am Boden des Silos angeordnet sind, in das Silo geleitet. Bei diesen Lösungen wird der Dampf ungleichmäßig in verschiedenen Teilen des Silos verteilt, da der der Düse nahegelegene Bereich den meisten Dampf erhält, während die entferntesten Bereiche, insbesondere in waagerechter Richtung, am wenigsten Dampf erhalten. Für eine gleichmäßige Feuchtigkeit müssen der Dampfdruck oder -durchsatz oder die Anzahl Dampfleitungen und -düsen erhöht werden. Beide Lösungen sind in ihrer Ausführung teuer; au ßerdem erfordern sie eine größere Anzahl von zu wartenden Teilen.

US 4 867 845 offenbart einen Dampfbehälter zur Behandlung von Holzspänen. Der Behälter hat eine zentrale Dampfaustrittsöffnung, so daß der Dampf gleichmäßig in das Innere des Behälters geleitet wird.

Gegenstand der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zum Zuführen von Dampf zu liefern, die es erlaubt, den Dampf gleichmäßig in der gesamten Masse von Spänen in einem Spänesib zu verteilen. Hierzu ist die Erfindung durch die in dem kennzeichnenden Teil von Anspruch 1 beschriebenen Merkmale gekennzeichnet. Andere Ausführungsformen der Erfindung sind durch die in den Unteransprüchen beschriebenen Merkmale gekennzeichnet.

Mit der Vorrichtung der Erfindung kann der Dampf gleichmäßig in verschiedenen Teilen des Silos verteilt werden, so daß die gesamte Spänemasse mit Dampf konditioniert wird. Bei dieser Lösung ist kein Rohrleitungssystem für Dampfleitungen in den Wandungen des Silos erforderlich, da die Leitungen durch das Lager einer am Boden angeordneten Austragsvorrichtung geführt werden.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer ihrer Ausführungsformen beschrieben, unter Bezugnahme auf die Abbildungen, in denen

- Fig. 1 den Boden eines Silos von oben zeigt,

- Fig. 2 den Siloboden der Fig. 1 geschnitten entlang der Linie A-A zeigt.

- Fig. 3 den Siloboden der Fig. 1 geschnitten entlang der Linie B-B zeigt.

Fig. 1 zeigt die Konstruktion des Bodens des Silos 1, von oben gesehen. Das Silo besteht aus einer zylindrischen Wandung 2, die an ihrem unteren Ende an einer Bodenplatte 3 und an ihrem oberen Ende an einer (nicht abgebildeten) Deckenkonstruktion befestigt ist. Die Späne werden durch den oberen Teil in das Silo gegeben und durch in dem Boden 3 gebildete Austragsöffnungen 4 wieder ausgetragen. In der Mitte der Bodenplatte ist eine Austragsvorrichtung montiert, die aus einer Austragsvorrichtungsnabe 5, die von einem Lager in der Bodenplatte getragen wird, und Austragsvorrichtungsarmen 6, die an der Nabe 5 befestigt sind, besteht. Die Austragsvorrichtung wird mittels einer (nicht abgebildeten) Antriebsvorrichtung um einen Winkel von etwa ±40º hin- und hergedreht. Die Arme gleiten über den ganzen Boden des Silos und bewegen die Späne zu den Austragsöffnungen 4 hin. Unter dem Siloboden sind zwei Kanäle 7 und 8 vorgesehen, deren Enden 9 und 10 mit Anschlüssen zum Anschluß von Dampfversorgungsleitungen versehen sind. Der Siloboden 3 ist mit Dampfversorgungsöffnungen 11 und 12 versehen, die entlang den Kanälen 7 und 8 angeordnet sind. Nach der Erfindung wird zusätzlich zu der vorstehend beschriebenen, bekannten Konstruktion Dampf über Dampfzufuhrleitungen zugeführt, die unter Schutzhauben 16 und 17 in der Nabe angeordnet sind, wie dies genauer in Verbindung mit Fig. 2 und 3 beschrieben wird.

Fig. 2 zeigt den Abschnitt A-A in Fig. 1 nahe dem Siloboden. Die Nabe 5 der Austragsvorrichtung ist mit einem Lager 13 in der Mitte des Silobodens 3 befestigt. Nach der Erfindung führt durch die Nabe 5 eine Dampfzufuhrleitung 14 in das Silo. Wie in Fig. 2 gezeigt, erstreckt sich die Dampf zufuhrleitung 14 oberhalb des Silobodens und schließt an ihrem Ende mit einer Düse 15 ab. Oben auf der Düse 15 ist eine Kappe 16 montiert, die als Schutzhaube gegen ein Zusetzen der Düse 15 durch Späne fungiert. Unter der Düse und der Kappe 16 ist eine weitere Kappe 17 mit dreieckigem Querschnitt vorgesehen, welche Hilfsleitungen (Fig. 3) bedeckt, die ebenso wie die Nabe der Austragsvorrichtung von der Versorgungsleitung abzweigt, und sie vor den Spänen schützt. Das untere Ende der Versorgungsleitung ist mit einem drehenden Dampf zufuhrverbindungsstück 19 verbunden, das ein handelsübliches Teil ist. Das Dampfzufuhrverbindungsstück 19 erlaubt eine Auf-und-Abbewegung der an der Austragsvorrichtung befestigten Zufuhrleitung 14. Das andere Ende des Verbindungsstücks 19 ist über einen Flansch mit einem biegsamen Schlauch 21 verbunden, der eine Wärmeausdehnung und andere Verformungen ermöglicht, die während des Prozesses eine Biegsamkeit erfordern. Der Schlauch ist ferner über einen Flansch 22 mit einer Dampfversorgungsleitung 23 verbunden, die Dampf von einer (nicht abgebildeten) Dampfquelle fördert. Die Versorgungsleitung 23 ist mittels eines Befestigungselements an einem Dampfkanal 7 unter dem Siloboden befestigt. Die Dampfversorgungsleitung 23, der Schlauch 21 und die Zufuhrleitung 14 mit ihren Seitenarmen bilden zusammen mit den wie vorstehend beschriebenen Verbindungselementen zwischen ihnen das Dampfzufuhrleitungsnetz in dieser Ausführungsform der Erfindung.

Fig. 3 zeigt den Abschnitt B-B in Fig. 1 und verwendet für entsprechende Teile die gleichen Bezugsziffern wie Fig. 2. Die Dampfzufuhrleitung 14 ist mit seitlichen Armen 18 versehen, die Dampf zu den Ecken der über der Nabe angeordneten und als Schutzhaube dienenden Kappe 17 fördert. Die Enden der Seitenarme können mit Düsen versehen oder, wie abgebildet, einfach mit ihren offenen Enden unter der Kappenecke angeordnet sein. Wenn die Austragsvorrichtung hinund hergedreht wird, bewegen sich auch die Dampfzufuhrpunkte bezüglich dem Siloboden hin und her. Die Richtung des Dampfstroms von den Leitungen 14 und 18 und von unter den Hauben 16 und 17 hinaus in den Siloraum ist in Fig. 2 und 3 durch Pfeile dargestellt. Der Körper 26 des sich drehenden Dampfzufuhrverbindungsstücks 19 ist mit einem Verbindungsstück 25 an einer Befestigungsnase 28 befestigt, die in der Silorahmenkonstruktion 28 vorgesehen ist, wodurch das Verbindungsstück 19 trotz der auf die Leitung ausgeübten Torsionskraft an seinem Platz gehalten wird.

Obwohl bei der vorstehenden Beschreibung der Dampf über Leitungen zugeführt wird, kann die Dampf zufuhr auch ebensogut erfolgen, indem die Kappen zum Führen des Dampfstroms mit Kanälen oder Platten versehen werden. Die Schutzkappen 16 und 17 können auch so geformt sein, daß sie Dampfführungen bilden. In jedem Fall ist der wesentliche Punkt der, daß der Dampf in die Spänemasse in dem Silo gespeist wird und die Austrittsöffnungen oder -düsen der Dampfzufuhrleitungen so bewegt werden, daß sie den Dampf in verschiedene Bereiche des Silos leiten.

Um den Dampf darüber hinaus in Bereiche zu leiten, die von der Mitte des Silos weiter entfernt liegen, kann die Dampfzufuhrleitung 14 mit zusätzlichen Armen versehen werden, die sich zu den Ecken des Silos hin erstrecken und an den Austragsvorrichtungsarmen 6 befestigt sind. Wenn die Bodenplatte mit Dampfzufuhröffnungen versehen ist, erstrecken sich die zusätzlichen Arme vorzugsweise in eine Entfernung, die es erlaubt, daß ihre Austrittsöffnungen in den Bereichen zwischen den Dampf zufuhröf fnungen 11 und 12 in dem Siloboden zu liegen kommen. Auf diese Weise wird erreicht, daß der ganze Silobereich gleichmäßig mit Dampf versorgt wird. Die zusätzlichen Arme können an den Austragsvorrichtungsarmen befestigt oder in die Armkonstruktionen integriert sein. Die Austrittsöffnungen der zusätzlichen Arme sind vorzugsweise unter der Ecke des Austragsvorrichtungs arms angeordnet, um ein Verstopfen der Leitungen zu verhindern.

Die Erfindung wurde vorstehend anhand einer ihrer Ausführungsformen beschrieben. Die Darstellung ist jedoch nicht als erschöpfend für die Erfindung anzusehen, sondern die Ausführungsformen der Erfindung können sich innerhalb der von den Ansprüchen definierten Grenzen bewegen.


Anspruch[de]

1. Vorrichtung zum Zuführen von Dampf in ein Silo (1), die einen Boden (3), mindestens eine Wandung (2) und eine Austragsvorrichtung mit einem Austragsvorrichtungsarm (6) umfaßt, der in dem unteren Bereich des Silos angeordnet und mittels eines Lagers im Boden angebracht ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung eine Dampfversorgungsleitungsanordnung (14, 19-23) umfaßt, die an eine Dampfquelle angeschlossen ist und aus mindestens einer Dampfzufuhrleitung (14) besteht, die im wesentlichen von dem Mittelteil des Silobodens (3) in das Innere des Silos (1) führt, und daß der Teil der Dampfversorgungsleitungsanordnung (14, 18), der in das Silo ragt, so angebracht ist, daß er sich innerhalb des Silos (1) bewegen kann.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Dampfversorgungsleitungsanordnung (14, 19-23) durch das Lager (13) der Austragsvorrichtung in das Silo (1) führt.

3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zufuhrleitung (14) mit der Dampfquelle durch ein sich drehendes Verbindungsstück (19) und eine Dampfversorgungsleitung (23) verbunden ist.

4. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Dampfzufuhrleitung (14) mit Seitenarmen (18) und/oder zusätzlichen, mit den Austragsarmen verbundenen Armen versehen ist.

5. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden der Zufuhrleitung (14) und ihre Seiten- und zusätzlichen Arme mit Düsen (15) versehen sind.

6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine Schutzhaube (16, 17) über der Düse (15) vorgesehen ist.







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