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Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Antennenanordnung mit einem bidirektionalen Antennendiagramm gemäß dem Oberbegriff des Patenanspruches 1.

Antennen dieser Art werden beispielsweise für die bidirektionale Übertragung von Funksignalen in linienförmigen Versorgungsbereichen benötigt. Diese auch unter dem Namen "Linienfunk" bekannten Funkübertragungssysteme werden z. B. als Betriebsfunksysteme für die Überlandstrecken (Fernverbindungen) der Eisenbahn oder der Magnetschwebebahn verwendet. Sie finden jedoch auch Verwendung als Betriebs- oder allgemeine Funksysteme entlang der Autobahnen bzw. Überlandstraßen für den Kraftfahrzeugverkehr. Denkbar ist auch deren Verwendung als Funksysteme entlang der schiffbaren Flußläufe für die Binnenschiffahrt. Aber auch deren Verwendung als Betriebsfunksysteme entlang der Verkehrswege für fahrerlose Fahrzeuge in geschlossenen Systemen wie z. B. in Hochregallagern oder im Bergbau ist möglich.

Charakteristisch für all diese Systeme ist, daß sie als "Linienfunkübertragungssystem" einen geographischen Bereich funktechnisch versorgen, dessen Längsausdehnung sehr viel (i.a. um Größenordnungen) größer ist als dessen Querausdehnung. Dabei können selbstverständlich mehrere dieser linienförmigen Bereiche miteinander verbunden sein und z. B. netz- oder sternförmige Gebilde bilden, die jedoch so strukturiert sein müssen, daß benachbarte linienförmige Bereiche sich funktechnisch nicht gegenseitig stören.

Linienfunkübertragungssysteme dieser Art weisen bekanntlich mehrere Feststationen (auch Basisstationen genannt) auf, die längs der einzelnen linienförmigen Versorgungsbereiche angeordnet sind. Ihre Abstände untereinander sind dabei so gewählt, daß der gesamte zu versorgende Bereich funktechnisch möglichst vollständig ausgeleuchtet ist.

Innerhalb des Versorgungsbereichs befinden sich eine oder mehrere Mobilstationen, die über Funk mit den Feststationen verbunden sind. Dabei sind die Mobilstationen und/oder die Feststationen üblicherweise jeweils mit einem bidirektionalen Antennendiagramm ausgestattet. Die Systeme sind hinsichtlich ihrer Funkreichweite so ausgelegt, daß die Mobilstationen bei ihrer Bewegung entlang des Versorgungsbereichs im Idealfall immer nur mit den jeweils direkt benachbarten Feststationen in Funkverbindung stehen. Im Falle eines Eisenbahn-Linienfunksystems z. B. bewegt sich eine Lokomotive (Mobilstation) auf einer Überland-Bahntrasse (Versorgungsbereich) und tritt während ihrer Fahrt nacheinander mit Feststationen in Funkverbindung, die längs dieser Bahntrasse angeordnet sind und dabei eine Funkkette bilden, die mit einer Betriebsfunk- Zentrale verbunden sind.

Diese Funkverbindungen Mobilstation - Feststation können unidirektional oder bidirektional ausgelegt sein.

Eine bidirektionale Übertragung ist eine besondere Art der Übertragung für solche linienförmige Versorgungsbereiche.

Hierbei werden in bestimmten Abständen Feststationen längs der Trasse installiert, deren Antennen beide Richtungen gleichseitig, d. h. bidirektional ausleuchten. Entsprechend sind die Mobilstationen üblicherweise mit bidirektionalen Antennen ausgerüstet, um in beiden Richtungen und in beiden Positionierungen des Fahrzeugs senden und empfangen zu können.

Eine bidirektionale Übertragung bringt bezüglich der Leistungsbilanz auf den ersten Blick keine Vorteile, da durch die verfügbare halbe Sendeleistung und notwendige doppelte minimale Strahlungsdichte am Empfangsort sich zwar die maximale Reichweite halbiert, dafür aber, weil die Funkverbindungen nach Erreichen von Rmax/² durch die nächste Feststation übernommen werden kann, der Abstand der Feststation 2 * Rmax/² beträgt, d. h. es ändert sich nichts gegenüber der unidirektionalen Übertragung.

Bei Nutzung von Frequenzen insbesondere im Mikrowellenbzw. mm-Wellenbereich (z. B. bei f=40 GHz) muß jedoch in den Systemauslegungen der Einfluß der Niederschläge berücksichtigt werden.

Ist Rmax die unter Berücksichtigung der Niederschläge bestimmte maximale Reichweite für den unidirektionalen Fall, so ergibt sich für den bidirektionalen Fall mit R&min;max eine transzendente Gleichung



wobei a die atmosphärische Dämpfung (dB/Längeneinheit) ist.

Da der Exponentialausdruck größer 1 ist, gilt



so daß der zulässige Abstand der Feststationen (2R&min;max) bei bidirektionaler Übertragung größer wird als im unidirektionalen Fall, und somit die Funkanlage kostengünstiger wird.

Bei der bidirektionalen Übertragung können jedoch ohne geeignete Maßnahmen erhebliche Intersymbolinterferenzen auftreten. Wenn z. B. eine Feststation sendet, so kann die Mobilstation neben dem direkten Signal mit der rückseitigen Antenne auch ein von einem Hindernis (z. B. Gegenzug) reflektiertes Signal empfangen.

Die Nutzung von zirkularer Polarisation kann bekanntlich diesen Effekt zumindest bei steilen Einfallswinkeln unterdrücken, da sich bei der Reflexion der auf die Ausbreitungsrichtung bezogene Drehsinn der Polarisation ändert.

Nun sind zirkularpolarisierte Antennen zumindest im Mikrowellen- bzw. mm-Wellenbereich aufwendig, wenn man noch technische Nebenbedingungen wie Schwenkbarkeit des Antennendiagramms, schmale Bauformen, niedrige Verluste usw. berücksichtigt.

Wie in einer mit gleichem Zeitrang eingereichten Patentanmeldung der Anmelderin im einzelnen beschrieben wird, kann der gleiche Zweck, d. h. Unterdrückung des Empfangs von störenden Reflexionen, durch eine lineare, aber gegenüber der Vertikalen um z. B. ±45° gedrehte Polarisation erreicht werden. Hierzu müssen alle Antennen der Feststationen die gleiche Polarisation aufweisen (z. B. +45°, d. h. Drehung der vertikalen Polarisation um +45° nach rechts, in die jeweilige Senderichtung gesehen).

Alle Antennen der Mobilstationen haben bei dieser Lösung eine hierzu orthogonale oder zumindest annähernd orthogonale Polarisation (d. h. in diesem Beispiel: Drehung der vertikalen Polarisation um -45°). Hier ist zu erwähnen, daß eine +45°-Antenne nur mit einer -45°-Antenne kommunizieren kann (und umgekehrt).

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Antennenanordnung mit bidirektionalem Antennendiagramm ("Janus"-Antenne) zu schaffen, das dergestalt linear polarisiert ist, daß die Polarisationen der beiden (entgegengesetzten) Haupt-Abstrahlrichtungen der Antennenanordnung, in jeweiliger Senderichtung gesehen, um 45° oder annähernd 45° im gleichen Drehsinn aus der Senkrechten heraus gedreht sind.

Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ist durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs 1 wiedergegeben.

Die übrigen Ansprüche enthalten vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen der Erfindung.

Selbstredend kann die erfindungsgemäße Antennenanordnung sowohl als Sende- als auch als Empfangsantenne benutzt werden; an der räumlichen Anordnung der Reflektoren und Substrate ändert sich hierdurch nichts (wenn man also, mit anderen Worten, jeweils in Strahlrichtung der elektromagnetischen Welle schaut, sind die Reflektoren im "Sendefall" hinter den Substraten angeordnet und im "Empfangsfall" (wenn sich die Strahlrichtung gegenüber dem Sendefall umkehrt) vor den Substraten).

Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Antenne als Teil einer Feststation kann beispielsweise der zugeordnete linienförmige Versorgungsbereich (Bahntrasse o. ä.) in zwei entgegengesetzte Richtungen gleichmäßig ausgeleuchtet werden bzw. als Teil einer Mobilstation Funksignale in beiden Richtungen gesendet oder empfangen werden. Durch die um 45° oder annähernd um 45° aus der Senkrechten (oder der Flächennormalen zur Bezugsebene der Mobilstation) gedrehten Polarisationen der beiden Hauptkeulen wird der störende Einfluß von Reflexionen durch z. B. entgegenkommende andere Mobilstationen oder feststehende Objekte wie Häuser o. ä., erheblich gemildert, wenn nicht sogar beseitigt.

Die erfindungsgemäße Antennenanordnung ist besonders vorteilhaft im Mikrowellen- und hier insbesondere im Millimeterwellen-Bereich einsetzbar. Ihre Konstruktion läßt sehr kompakte Bauformen zu. Vor allem sind mit der erfindungsgemäßen Antennenanordnung schmale Bauformen möglich, bei denen die Querabmessungen die zur Bildung der azimutalen Halbwertsbreite notwendigen Aperturabmessungen nicht wesentlich überschreiten.

Die Reflektoren bzw. Substrate der Antennenanordnung können auf folgende Weise im Strahlungsfeld der elektromagnetischen Welle angeordnet werden:

Der erste Reflektor und das zweite Substrat liegen in einer gemeinsamen ersten Ebene, die gegenüber der Bezugsebene senkrecht zur Strahlrichtung der elektromagnetischen Welle um einen Winkel φ&sub1; im Uhrzeigersinn (oder alternativ: im Gegenuhrzeigersinn) gedreht ist bzw. der zweite Reflektor und das erste Substrat liegen in einer gemeinsamen zweiten Ebene, die gegenüber der Bezugsebene um einen Winkel φ&sub2; im Gegenuhrzeigersinn (oder alternativ: im Uhrzeigersinn) gedreht ist und sich damit in ihrer Ausrichtung von der der ersten Ebene unterscheidet (nämlich um den Winkel (180° - φ&sub1; - φ&sub2;).

Durch individuelle Ausrichtung/Platzierung der beiden Winkel φ&sub1; und φ&sub2; ist es möglich, die beiden Antennendiagramme der Antenne an die örtlichen Gegebenheiten des Versorgungsbereichs oder an die individuellen Eigenschaften des Strahlungsfeldes der elektromagnetischen Welle anzupassen.

Im folgenden wird die Erfindung anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine Seitenansicht eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Antennenanordnung mit über eine gemeinsame Koppelkante miteinander verbundenen Reflektoren und Substraten;

Fig. 2 die Reflektor/Substrat-Anordnung gemäß Fig. 1 von unten sowie eine vektorielle Zerlegung der Polarisation der elektromagnetischen Welle in zwei Anteile S und P;

Fig. 3 eine Seitenansicht einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Antennenordnung im Querschnitt mit senkrecht aufeinanderstehenden Reflektoren und Substraten sowie mit einem Hornstrahler zur Erzeugung der elektromagnetischen Welle.

Die Antennenanordnung in Fig. 1 besteht aus zwei Reflektoren (z. B. Metallreflektoren) 1 und 2 und zwei dielektrischen Substraten (z. B. aus Kunststoff) 3 und 4, die über eine allen gemeinsame Koppelkante 8 miteinander verbunden sind. Die Anordnung 1-4 befindet sich im Strahlungsfeld einer ebenen und linear polarisierten elektromagnetischen Welle 5, die hier (beispielhaft) als Sendesignal von unten auf die Antennen-Anordnung 1-4 trifft. Die Strahlrichtung der Welle 5 ist dabei mit dem Bezugszeichen 50 versehen, die hierzu senkrecht verlaufende Bezugsebene mit dem Bezugszeichen 51. In der Figur ist die Polarisation (52 in Fig. 2) der elektromagnetischen Welle senkrecht zur Papierebene ausgerichtet. Die beiden Reflektoren 1 und 2 sowie die beiden Substrate 3 und 4 sind so ausgerichtet, daß der erste Reflektor 1 und das zweite Substrat 4 um einen Winkel φ&sub1; im Uhrzeigersinn und der zweite Reflektor 2 und das erste Substrat 3 um einen Winkel φ&sub2; im Gegenuhrzeigersinn gegenüber der Bezugsebene 51 gedreht sind. Mit 11, 21, 31 und 41 sind die äußeren (freien) Kanten der vier Bauteile 1-4 bezeichnet.

In Fig. 2 ist diese Antennenanordnung von unten gezeigt. Zu erkennen sind die beiden Substrate 3 und 4 mit ihren freien äußeren Kanten 31 und 41 und der gemeinsamen Koppelkante 8. Ferner sind mit einem Pfeil 52 die Richtung der Polarisation der elektromagnetischen Welle 5 angedeutet sowie mit 30 bzw. 40 die Metallstreifen bezeichnet, die auf denjenigen Oberflächen der Substrate 3 und 4 angeordnet sind, die den (in Fig. 2 nicht sichtbaren) Reflektoren (1, 2 in Fig. 1) abgewandt sind. Die Metallstreifen 30 bzw. 40 sind zueinander parallel ausgerichtet.

Ihre Projektionen auf die Bezugsebene 51 gemäß Fig. 2 schließen mit den freien Kanten 31 und 41 jeweils einen Winkel von 45° ein. Somit bilden die Metallstreifen auf dem Substrat mit den freien Kanten 31 bzw. 41 die Winkel φ&sub3; = arctan (1/cos φ&sub2;) bzw. φ&sub4; = arctan (1/cos φ&sub1;).

Ferner ist in Fig. 2 in einer separaten Darstellung die vektorielle Zerlegung des Vektors der Polarisation 52 gezeigt, und zwar in einen Anteil S, der senkrecht zu den Projektionen der Metallstreifen 30 bzw. 40 steht, und ein Anteil P, der entsprechend parallel verläuft.

Die Antenne besteht also aus den zwei ebenen rechteckförmigen Reflektoren 1, 2, die an einer Kante 8 zusammenstoßen und bei den vorgebbaren Winkelstellungen φ&sub1; und φ&sub2; fixierbar sind, und aus den zwei ebenen und ebenfalls rechteckförmigen dielektrischen Substraten 3, 4, die analog zu den Reflektoren 1, 2 positioniert sind. Die Funktion der Antenne wird zunächst für den Sonderfall beschrieben, daß die Winkel φ&sub1; und φ&sub2; jeweils 45° betragen. Die Abstrahlung erfolgt dann in exakt entgegengesetzten Richtungen. Der allgemeine Fall kann danach leicht verstanden werden.

Auf dem jeweiligen Substrat 3 bzw. 4 bilden die Metallstreifen 30 bzw. 40 dann für den betrachteten Sonderfall mit der Substratkante 31 bzw. 41 bzw. mit der Polarisation 52 einen Winkel φ&sub3; = φ&sub4; = arctan (1/cos 45°) ≈ 54,7°.

Eine von unten eingespeiste elektromagnetische Welle 5 mit z. B. zur Blattebene senkrechter Polarisation kann in die zwei Anteile P und S entsprechend +45° Polarisation aufgeteilt werden. Die Polarisationsteile S senkrecht zu den Metallstreifen 30 bzw. 40 durchstrahlen die Substrate 3 bzw. 4 im Prinzip ungedämpft und werden erst an den Reflektoren 1 bzw. 2 um jeweils 90° reflektiert. Die Polarisationsanteile P parallel zu den Metallstreifen 30 bzw. 40 werden an diesen im Winkel von 90° reflektiert und durchstrahlen das jeweils gegenüberliegende Substrat 4 bzw. 3 im Prinzip ungedämpft, da hier die Polarisationen senkrecht zu den Metallstreifen 40 bzw. 30 stehen. Die Anteile P und S addieren sich im Fernfeld der Keule des jeweiligen Antennendiagramms.

Das so erzeugte symmetrische Strahlungsdiagramm mit jeweils einer Keule auf jeder Seite hat in den beiden Strahlungsmaxima lineare Polarisationen, die, in jeweiliger Senderichtung gesehen, um 45° im gleichen Drehsinn aus der Senkrechten heraus gedreht sind.

Die optimale Dimensionierung des Substratmaterials (Permittivität), der Substratdicke, der Breite und des Abstandes der Metallstreifen 30 bzw. 40 als Funktion der Frequenz ist Stand der Technik und kann der Literatur entnommen werden.

Für den Fall, daß die beiden Keulen nicht exakt bidirektional ausgerichtet sein sollen, d. h. miteinander einen Winkel verschieden von 180° einschließen sollen, müssen die Winkel φ&sub1; und φ&sub2; entsprechend abweichend von 45° eingestellt werden. Die Metallstreifen müssen dann zu den Substratkanten 31 bzw. 41 bzw. zur Polarisation 52 der elektromagnetischen Welle 5 einen Winkel φ&sub4; bzw. φ&sub3; von arctan (1/cos φi) mit i = 1,2 einnehmen, damit gemäß Fig. 2 in der Projektion für die Welle 5 ein Winkel von 45° erreicht werden kann.

In Fig. 3 ist der Spezialfall dargestellt, daß φ&sub1; = φ&sub2; = 45° ist, d. h. daß die Reflektoren 1 und 2 und Substrate 3 und 4 jeweils senkrecht aufeinanderstehen. Die Substrate 3 und 4 liegen bei diesem Ausführungsbeispiel mit ihren äußeren Kanten 31 bzw. 41 auf dem Rand eines Hornstrahlers 6, 7 mit rechteckförmigem Querschnitt. Der Hornstrahler 6, 7 ist über einen Hohlleiterflansch 7 an einen (nicht gezeigten) Hohlleiter anschließbar. Dabei sind die zur Polarisationsrichtung 52 der elektromagnetischen Welle senkrechten Seitenwände (in der Fig. 3 also die zur Bildebene parallelen Seitenwände) des Hornstrahlers 6, 7 durch dielektrische Platten 9 verlängert, zwischen denen die Reflektoren 1, 2 und die Substrate 3, 4 eingespannt sind.

In diesem Ausführungsbeispiel wird das ebene und linear polarisierte Strahlungsfeld der elektromagnetischen Welle im "Sendefall" über den Hornstrahler 6, 7 abgestrahlt (die Polarisation steht dabei senkrecht zur Papierebene) und trifft zunächst auf die Substrate 3, 4, die - wie zuvor geschildert - einen Teil (P) der Strahlung direkt (und zwar in Richtung des jeweils anderen Substrats, das diesen Teil der Strahlung (mehr oder minder) ungehindert passieren läßt) reflektieren und den anderen Teil (S) der Strahlung (mehr oder minder) ungehindert durchlassen, der erst anschließend an dem jeweiligen Reflektor reflektiert wird (und zwar in die entgegengesetzte Richtung wie der am zugehörigen Substrat reflektierte Teil der Strahlung).

Es addieren sich also im jeweiligen Fernfeld:

  • a) der am ersten Reflektor 1 reflektierte S-Anteil der Strahlung und der am zweiten Substrat 4 reflektierte P- Anteil der Strahlung und
  • b) der am zweiten Reflektor 2 reflektierte S-Anteil der Strahlung und der am ersten Substrat 3 reflektierte P- Anteil der Strahlung.


Im "Empfangsfall" laufen diese Vorgänge natürlich in genau umgekehrter Reihenfolge ab, so daß sich eine nähere Erörterung dieses Falls erübrigt.

Die Erfindung ist nicht auf diese Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern vielmehr auf weitere sinngemäß übertragbar.

So ist es z. B. möglich, in den Strahlengang des Hornstrahlers zur Optimierung der Bedingungen für ein ebenes Strahlungsfeld (d. h. Strahlungsfeld mit ebenen Wellenfronten) zusätzlich eine entsprechend dimensionierte (angepaßte dielektrische) Linse einzubringen.

Anstelle des Hornstrahlers kann auch ein anderer Aperturstrahler (z. B. ein Array-Strahler) verwendet werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Antennenanordnung mit einem bidirektionalen Antennendiagramm, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
    1. - im Strahlungsfeld einer ein Sende- oder Empfangssignal darstellenden ebenen, linear polarisierten elektromagnetischen Welle (5) sind ein erster und zweiter Reflektor (1, 2) sowie ein erstes und zweites dielektrisches Substrat (3, 4) angeordnet;

      - in Strahlrichtung (50) der als Sendesignal dienenden elektromagnetischen Welle (5) gesehen ist der erste Reflektor (1) hinter dem ersten Substrat (3) angeordnet und der zweite Reflektor (2) hinter dem zweiten Substrat (4);
    2. - gegenüber einer zur Strahlrichtung (50) der elektromagnetischen Welle (5) senkrecht verlaufenden Bezugsebene (51) sind der erste Reflektor (1) und das zweite Substrat (4) im Uhrzeigersinn (oder im Gegenuhrzeigersinn) um einen ersten Winkel φ&sub1; gedreht und der zweite Reflektor (2) und das erste Substrat (3) im Gegenuhrzeigersinn (oder im Uhrzeigersinn) um einen zweiten Winkel φ&sub2;;
    3. - auf der Oberfläche des ersten Substrats (3) ist eine erste Schar von Metallstreifen (30) angeordnet, die zueinander parallel und zur Polarisationsrichtung (52) der elektromagnetischen Welle (5) um einen dritten Winkel φ&sub3; gedreht verlaufen;
    4. - auf der Oberfläche des zweiten Substrats (4) ist eine zweite Schar von Metallstreifen (40) angeordnet, die zueinander parallel und zur Polarisationsrichtung (52) der elektromagnetischen Welle (5) um einen vierten Winkel φ&sub4; gedreht verlaufen.
  2. 2. Antennenanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Reflektor (1) und das zweite Substrat (4) in einer gemeinsamen ersten Ebene liegen und/ oder der zweite Reflektor (2) und das erste Substrat in einer gemeinsamen und von der ersten Ebene verschiedenen zweiten Ebene liegen.
  3. 3. Antennenanordnung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Reflektoren (1, 2) und die beiden Substrate (3, 4) über eine allen gemeinsame Koppelkante (8) miteinander verbunden sind.
  4. 4. Antennenanordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Reflektoren (1, 2) und Substrate (3, 4) um die allen gemeinsame Koppelkante (8) schwenkbar sind.
  5. 5. Antennenanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Schar von Metallstreifen (30) und/oder die zweite Schar von Metallstreifen (40) (jeweils) auf der den Reflektoren (1, 2) abgewandten Oberfläche des ersten bzw. zweiten Substrats (3, 4) angeordnet sind.
  6. 6. Antennenanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der dritte Winkel φ&sub3; gleich oder annähernd gleich ist arctan (1/cos φ&sub2;) und/oder daß der vierte Winkel φ&sub4; gleich oder annähernd gleich ist arctan (1/cos φ&sub1;).
  7. 7. Antennenanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Winkel φ&sub1; und φ&sub2; unabhängig voneinander einstellbar sind.
  8. 8. Antennenanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Aperturstrahler (6, 7) die als Sendesignal dienende elektromagnetische Welle (5) erzeugt oder umgekehrt eine ein Empfangssignal darstellende elektromagnetische Welle empfängt und daß dieser Aperturstrahler (6, 7) vorzugsweise ein Hornstrahler oder ein Hornstrahler mit einer dielektrischen Linse ist.
  9. 9. Antennenanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Reflektoren (1, 2) und die beiden Substrate (3, 4) rechteckförmig oder quadratisch ausgebildet sind und daß die Polarisation (52) der elektromagnetischen Welle (5) parallel oder senkrecht zu den Kanten (11, 21, 31, 41) der Reflektoren (1, 2) bzw. Substrate (3, 4) ausgerichtet ist.
  10. 10. Antennenanordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Substrate (3, 4) an ihren freien Kanten (31, 41) mit dem Hornstrahler (6, 7) verbunden sind.
  11. 11. Antennenanordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Polarisationsrichtung (52) senkrechten Seitenwände des Hornstrahlers (6, 7) durch dielektrische Platten (9) verlängert sind, zwischen denen die Reflektoren (1, 2) und Substrate (3, 4) eingespannt sind.






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