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Dokumentenidentifikation DE19520996A1 12.12.1996
Titel Fahrzeugreifen mit Ladungsableitung
Anmelder SP Reifenwerke GmbH, 63450 Hanau, DE
Erfinder Gerresheim, Manfred, Dipl.-Ing. Dr., 63179 Obertshausen, DE;
Ditzel, Eduard, Dipl.-Ing., 63517 Rodenbach, DE;
Schomburg, Jürgen, 63517 Rodenbach, DE;
Endres, Wilhelm, 63594 Hasselroth, DE;
Leinweber, Hubert, Dipl.-Ing., 63454 Hanau, DE
Vertreter Manitz, Finsterwald & Partner, 80538 München
DE-Anmeldedatum 08.06.1995
DE-Aktenzeichen 19520996
Offenlegungstag 12.12.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.12.1996
IPC-Hauptklasse B60C 19/08
Zusammenfassung Fahrzeugreifen mit einem die Reifenlauffläche (1) bildenden Laufstreifen (2) aus elektrisch isolierendem oder schlecht leitendem Material und mit einer unterhalb des Laufstreifens (2) angeordneten elektrisch gut leitenden Schicht (3) und/oder mit einem anderen elektrisch gut leitenden Reifenbestandteil (11), wobei der Laufstreifen (2) einen Streifen (28) aus elektrisch gut leitendem Material aufweist, der einen Teil der Reifenlauffläche (1) bildet, wobei ferner zwischen den beiden miteinander gestoßenen Stirnflächen (29, 30) des zu einem ringförmigen Laufstreifen (2) gebogenen Laufstreifenbandes (38) eine Schicht (37) aus elektrisch gut leitendem Material, insbesondere eine Gummischicht vorhanden ist, und wobei schließlich diese Schicht (37) sowohl mit dem Streifen (28) aus elektrisch gut leitendem Material als auch mit mindestens einem weiteren elektrisch gut leitenden Reifenbestandteil elektrisch verbunden ist, der seinerseits mit der Fahrzeugkarosserie elektrisch gut leitend verbunden ist.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Zusatz zu der deutschen Patentanmeldung P 44 45 758.8, die einen Fahrzeugreifen betrifft mit einem die Reifenlauffläche bildenden Laufstreifen aus elektrisch isolierendem oder schlecht leitendem Material und mit einer unterhalb des Laufstreifens angeordneten, elektrisch gut leitenden Schicht und/oder mit einem anderen elektrisch gut leitenden Reifenbestandteil.

Das der Hauptanmeldung zugrundeliegende Problem besteht darin, daß sich die Karosserie eines mit derartigen Reifen ausgerüsteten Fahrzeugs mangels elektrischer Verbindung zur Fahrbahn elektrostatisch aufladen kann. Dies kann so weit gehen, daß Funkenentladungen auftreten, beispielsweise wenn der Fahrer des Kraftfahrzeugs an der Tankstelle den Tankdeckel öffnen möchte. Eine schlechte oder nicht vorhandene Ladungsableitung kann darüberhinaus beim Überfahren von metallischen Gegenständen wie Dehnungsfugen an Brücken oder Gullideckel zu Knackgeräuschen im Autoradio führen.

Der Hauptanmeldung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Fahrzeugreifen der eingangs genannten Art anzugeben, der eine ausreichende Ableitung elektrischer Ladung von der Fahrzeugkarosserie auf die Fahrbahn gewährleistet, um eine elektrostatische Aufladung zu verhindern.

Diese Aufgabe wird gemäß der Hauptanmeldung dadurch gelöst, daß sich die elektrisch gut leitende Schicht des Fahrzeugreifens und/oder der andere elektrisch gut leitende Reifenbestandteil über den Reifenumfang betrachtet zumindest bereichsweise bis in die Reifenlauffläche hinein erstreckt.

Die vorliegende Erfindung betrifft nun eine Weiterbildung dieses Fahrzeugreifens.

Eine erste Weiterbildung besteht darin, daß der Laufstreifen einen Streifen aus elektrisch gut leitendem Material aufweist, der einen Teil der Reifenlauffläche bildet, daß zwischen den beiden miteinander gestoßenen Stirnflächen des zu einem ringförmigen Laufstreifen gebogenen Laufstreifenbandes eine Schicht aus elektrisch gut leitendem Material, insbesondere eine Gummischicht vorhanden ist, und daß diese Schicht sowohl mit dem Streifen aus elektrisch gut leitendem Material als auch mit mindestens einem weiteren elektrisch gut leitenden Reifenbestandteil elektrisch verbunden ist, der seinerseits mit der Fahrzeugkarosserie elektrisch gut leitend verbunden ist.

Durch den Streifen aus elektrisch gut leitendem Material im Laufstreifen, der über die elektrisch gut leitende Schicht zwischen den beiden Stirnflächen des Laufstreifens mit anderen elektrisch gut leitenden Reifenbestandteilen verbunden ist, wird mindestens einmal pro Reifendrehung eine elektrische Verbindung zwischen Fahrzeugkarosserie und Fahrbahn hergestellt. Dadurch kann mindestens einmal pro Reifendrehung Ladung von der Fahrzeugkarosserie zur Fahrbahn abfließen, so daß eine elektrostatische Aufladung der Fahrzeugkarosserie verhindert wird.

Die Verbindung des einen Teil der Reifenlauffläche bildenden Streifens aus elektrisch gut leitendem Material über die Stoßfuge des Laufstreifens mit darunterliegenden elektrisch gut leitenden Reifenbestandteilen hat den Vorteil, daß der Reifenaufbau sehr wenig beeinträchtigt wird. Zudem ist die Herstellung eines solchen Reifens relativ einfach, denn als elektrisch gut leitende Gummischicht zwischen den beiden Stirnflächen des Laufstreifens kann die als Haftverbesserer auf die Stirnflächen des Protektors üblicherweise aufgebrachte und später zusammen mit dem Reifen vulkanisierte Gummilösung dienen. Ein solcher Haftverbesserer wird dafür benötigt, um die auf einer zylindrischen Reifenaufbautrommel ringförmig zusammengefügten Reifenbestandteile beim Transport zur Reifenheizform an ihren Stoßflächen verbunden zu halten. Zur Bildung der elektrisch gut leitenden Schicht ist also kein zusätzlicher Herstellungsschritt erforderlich.

Die so hergestellte Gummischicht in der Stoßfuge des Reifens steht mit weiteren elektrisch gut leitenden Reifenbestandteilen in elektrischer Verbindung, insbesondere mit der Unterprotektorschicht. Die weitere Ableitung elektrischer Ladung kann vom Unterprotektor über den Gürtel, die Karkasse und den Reifenwulst erfolgen. Eine andere Möglichkeit der Ableitung elektrischer Ladung besteht über die Wings, wenn diese elektrisch gut leitend ausgebildet sind, zur Seitenwand des Reifens und weiter zum Wulst.

Die elektrische Verbindung der Gummischicht mit dem einen Teil der Reifenlauffläche bildenden Streifen aus elektrisch gut leitendem Material wird bevorzugt dadurch gewährleistet, daß dieser Streifen so in den Laufstreifen eingebettet wird, daß er einen Teil mindestens einer der beiden miteinander gestoßenen Stirnflächen des Laufstreifens bildet. Die in der Stoßfuge vorhandene Gummischicht steht dann sowohl mit diesem Streifen als auch mit der Unterprotektorschicht in Kontakt.

Der in den Laufstreifen eingebettete Streifen aus elektrisch gut leitendem Material ist bevorzugt in Reifenumfangsrichtung orientiert und erstreckt sich über den gesamten Laufstreifen. Hierdurch wird in jeder Drehstellung des Reifens eine elektrische Verbindung zwischen Fahrzeugkarosserie und Fahrbahn gewährleistet, was aus Sicherheitsgründen wünschenswert ist. Grundsätzlich ist es aber auch möglich, einen nicht um den gesamten Laufstreifen herumgeführten Streifen vorzusehen, insbesondere auch einen schräg oder quer zur Reifenumfangsrichtung erstreckten Streifen.

Eine andere Weiterbildung besteht darin, daß der Laufstreifen einen oder mehrere Streifen aus elektrisch gut leitendem Material aufweist, die einen Teil der Reifenlauffläche bilden und die derart in Reifenumfangsrichtung über den Laufstreifen verteilt angeordnet sind, daß sich beim Abrollen des Reifens stets mindestens ein Teil eines Streifens in der Reifenaufstandsfläche befindet, und daß jeder dieser Streifen über einen im Laufstreifen vorgesehenen, quer oder schräg zur Reifenumfangsrichtung verlaufenden Streifen aus elektrisch gut leitendem Material mit einem der Wings oder einem Reifenseitenteil elektrisch verbunden ist.

Nach dieser Ausgestaltung kann also ein einziger sich über den gesamten Reifenumfang erstreckender Streifen vorgesehen sein, oder mehrere Streifen, die in Reifenumfangsrichtung so dicht aufeinanderfolgen, daß unabhängig von der Radstellung stets mindestens ein Teil eines Streifens einen Teil der Reifenaufstandsfläche bildet. Auf diese Weise ist gewährleistet, daß in jeder Drehstellung des Reifens eine elektrisch gut leitende Verbindung zwischen der Fahrbahn und der Fahrzeugkarosserie gegeben ist.

Die Ladungsableitung erfolgt bei dieser Ausgestaltung ausgehend von der Fahrzeugkarosserie über die Reifenfelge, den Reifenwulst, die Reifenseitenteile, falls vorhanden über die Wings, dann über den oder die quer oder schräg zur Reifenumfangsrichtung verlaufenden Streifen und schließlich über den oder die in Reifenumfangsrichtung angeordneten Streifen zur Fahrbahn. Der quer oder schräg zur Reifenumfangsrichtung verlaufende Streifen ist bevorzugt im Bereich eines sich quer oder schräg zur Reifenumfangsrichtung erstreckenden Nutabschnitts angeordnet, um auch bei einer Abnutzung des Reifenprofils eine elektrische Verbindung zwischen Fahrzeugkarosserie und Fahrbahn zu gewährleisten. Beim Ausbilden des Reifenprofils wird der Streifen in den Nutabschnitt eingedrückt, so daß er einen Teil der Seitenwand des Nutabschnitts bildet und so eine elektrische Verbindung auch bei einer Abnutzung des Reifenprofils herstellt.

Nach einer weiteren Ausgestaltung erstreckt sich der Streifen in eine umlaufende Längsnut, insbesondere bis zum Nutgrund. Auf diese Weise bleibt auch bei einer Abnutzung des Reifenprofils die elektrische Verbindung zwischen der Lauffläche und anderen elektrisch gut leitenden Reifenbestandteilen über den eingebetteten Streifen erhalten. Der Streifen bildet bei dieser Ausgestaltung nämlich einen Teil der seitlichen Begrenzungswand der umlaufenden Längsnut, so daß auch bei einer Abnutzung des Reifenprofils zumindest der in der Nut befindliche Teil des Streifens für eine elektrische Ableitung sorgen kann.

Der Streifen ist bevorzugt im Bereich der Umfangsmittelebene des Reifens angeordnet und weist eine Dicke von ca. 0,1 bis 0,5 mm, insbesondere ca. 0,3 mm auf. Diese Ausgestaltungen haben sich im Hinblick auf eine gute Ableitung elektrischer Ladung und geringe Beeinträchtigung der übrigen Reifeneigenschaften als besonders vorteilhaft herausgestellt.

Eine andere Weiterbildung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines Reifens mit einem in den Laufstreifen eingebetteten Streifen aus elektrisch gut leitendem Material. Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, daß eine elektrisch gut leitende Lösung, insbesondere Gummilösung, vor dem Vulkanisieren auf den Laufstreifen aufgebracht und mit diesem zusammen vulkanisiert wird. Auch hier kann als elektrisch gut leitende Lösung eine in der Reifenherstellung als Haftverbesserer verwendete Gummilösung dienen. Das Herstellen eines eingebetteten Streifens durch Aufbringen einer solchen Lösung auf den Laufstreifen ist besonders einfach, insbesondere dringt die Lösung auch in vorgeformte Nutabschnitte ein. Beim Ausformen des Reifenprofils und Vulkanisieren des Reifens entsteht dann aus der Gummilösung die gewünschte in den Laufstreifen eingebettete Gummischicht.

Dieses Verfahren kann sowohl für die hier beschriebenen Streifen verwendet werden, als auch um die in der Hauptanmeldung beschriebenen elektrisch gut leitenden Streifen zu erzeugen, die sich einerseits in die Reifenlauffläche und andererseits bis zu mindestens einem der Reifenwings erstrecken. Die elektrische Ableitung erfolgt bei einer solchen Ausgestaltung von den Streifen über die Wings und/oder die Reifenseitenteile zum Reifenwulst.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend beschrieben. Es zeigen

Fig. 1 einen Querschnitt durch einen erfindungsgemäßen Fahrzeugreifen,

Fig. 2 eine perspektivische Draufsicht auf den Laufstreifen für einen erfindungsgemäßen Fahrzeugreifen vor dem Ausformen des Reifenprofils,

Fig. 3 eine Variante des Laufstreifens von Fig. 2 und

Fig. 4 eine weitere Variante des Laufstreifens von Fig. 2.

Fig. 1 zeigt einen erfindungsgemäß ausgebildeten Fahrzeugreifen. Bei diesem Fahrzeugreifen handelt es sich um einen Radialreifen mit einem die Reifenlauffläche 1 bildenden Laufstreifen 2, unter welchem eine Unterprotektorschicht 3 vorhanden ist. Laufstreifen 2 und Unterprotektor 3 bilden gemeinsam den sogenannten Protektor des Reifens, der den Reifenunterbau nach außen abdeckt.

Der Unterbau des Reifens besteht aus einer radial innen gelegenen Karkasse 12 und zwei Wulstringen 13 mit Kernreitern 14. Die Enden der Karkasse 12 sind zur Verankerung um die Wulstringe 13 und die Kernreiter 14 umgeschlagen. Auf den beiden axialen Außenseiten des Reifens ist dieser durch Seitenteile 20 abgeschlossen. Im Übergangsbereich zwischen den Seitenteilen 20 und dem Laufstreifen 2 weist der Reifen als Wings bezeichnete Reifenelemente 11 auf. Zwischen Unterprotektorschicht 3 und Karkasse 12 sind darüberhinaus ein Gürtel 15, beispielsweise aus zwei Stahlkord-Gürtellagen, und eine Gürtelabdeckung 16, beispielsweise in der Form von Nylonbandagen vorhanden.

Der Laufstreifen 2 des erfindungsgemäßen Reifens besteht aus elektrisch nicht oder schlecht leitendem Material, beispielsweise einer Kautschukmischung mit hohem Silikonanteil, während die Unterprotektorschicht aus einer elektrisch gut leitenden Kautschukmischung besteht. Ebenfalls aus einer elektrisch gut leitenden Kautschuklösung oder einem anderen elektrisch gut leitenden Material bestehen üblicherweise die Wings 11, die Karkasse 12, der Gürtel 15 samt Abdeckung 16 und die Seitenteile 20.

Die Reifenlauffläche 1 ist profiliert ausgebildet mit erhabenen Profilbereichen 4 und Profilausnehmungen 5. Im Bereich der Umfangsmittelebene I des Reifens ist eine umlaufende Längsnut 31 vorhanden. Im Bereich dieser Längsnut 31 ist ein sich in Reifenumfangsrichtung erstreckender Streifen 28 aus elektrisch gut leitendem Material in den Laufstreifen 2 eingebettet, der die Seitenwände und den Nutgrund 32 der Längsnut 31auskleidet. Auf diese Weise ist gewährleistet, daß auch bei zunehmender Abnutzung des Reifenprofils ein Teil der Reifenlauffläche 1 durch den Streifen 28 gebildet wird.

Wie in Fig. 2 erkennbar ist, erstreckt sich der Streifen 28 in Reifenumfangsrichtung über das gesamte Laufstreifenband 38. Die Stirnseiten 33 und 34 des Streifens 28 bilden daher jeweils einen Teil der beiden Stirnflächen 29 und 30 des im fertigen Reifen zum Laufstreifen 2 umgebogenen Laufstreifenbandes 38.

Zwischen den im fertigen Reifen miteinander gestoßenen Stirnflächen 29, 33 und 30, 34 ist eine elektrisch gut leitende Gummischicht 37 vorhanden, wie in Fig. 2 mit gebrochener Linie angedeutet ist. Die Gummischicht 37 überdeckt auch die Stirnflächen 35, 36 und 39, 40 der Unterprotektorschicht 3 bzw. der Wings 11. Auf diese Weise wird eine elektrische Verbindung zwischen dem Streifen 28 und der Unterprotektorschicht 3 sowie den Wings 11 hergestellt. Die Ladungsableitung erfolgt also ausgehend von der Fahrzeugkarosserie über die Felge 18, die Karkasse 12, den Gürtel 15, die Gürtelabdeckung 16, die Unterprotektorschicht 3 und dann über die Gummischicht 37 und schließlich den Streifen 28 zur Fahrbahn.

Fig. 1 zeigt noch eine andere Variante der Erfindung, die im einzelnen in Fig. 3 dargestellt ist. Obwohl beide Varianten gemeinsam in Fig. 1 dargestellt sind, können diese voneinander unabhängig verwendet werden und insbesondere jeweils allein die erforderliche Ableitung elektrischer Ladung gewährleisten, wie sie in Fig. 1 mit den Pfeilen 17 schematisch gekennzeichnet ist.

Gemäß dieser zweiten Variante erstreckt sich mindestens ein Streifen 22 aus elektrisch gut leitendem Material quer zur Reifenumfangsrichtung über die Lauffläche 1 des Reifens bis über die beiden Wings 11, und zwar bevorzugt bis kurz oberhalb der radialen Innenkante 24 der Wings 11. Dieser Streifen ist dabei so angeordnet, daß er zumindest einen Teil der Seitenwände eines sich quer oder schräg zur Reifenumfangsrichtung bis zu einem der Wings erstreckenden Nutabschnitts 25 bildet. Auf diese Weise bleibt die elektrische Verbindung zwischen Reifenlauffläche 1 und Wings 11 auch bei Abnutzung des Reifenprofils erhalten. Die Ableitung elektrischer Ladung erfolgt bei dieser Variante ausgehend von der Fahrzeugkarosserie über die Felge 18, die Karkasse 12, die Seitenteile 20, von dort über die Wings 11 und schließlich über die Streifen 22 bis zur Fahrbahn. Selbstverständlich können beide Varianten auch miteinander kombiniert werden.

Bei der in Fig. 4 dargestellten dritten Variante erstreckt sich ein Streifen 28 aus elektrisch gut leitendem Material in Reifenumfangsrichtung über das gesamte Laufstreifenband 38. Quer zur Reifenumfangsrichtung ist bei dieser Variante ein Streifen 41 ebenfalls aus elektrisch gut leitendem Material in der Lauffläche 1 vorhanden, der sich einerseits über den Streifen 28 und andererseits über eines der beiden Wings 11 erstreckt.

Auch dieser Streifen 41 ist bevorzugt so angeordnet, daß er zumindest einen Teil der Seitenwände eines sich quer oder schräg zur Reifenumfangsrichtung bis zu einem der Wings erstreckenden Nutabschnitts bildet. Die Ableitung elektrischer Ladung erfolgt ausgehend von der Fahrzeugkarosserie über die Felge 18, die Karkasse 12, die Seitenteile 20, von dort über die Wings 11, dann über den Streifen 41 und schließlich über den Streifen 28 zur Fahrbahn. Auch diese Variante kann mit der ersten, in Fig. 2 dargestellten Variante kombiniert werden.

Die Streifen 22 und 41 können in den Laufstreifen 2 ebenfalls eingebettet sein, wobei die Herstellung eingebetteter Streifen 22, 41 insbesondere dadurch erfolgen kann, daß eine elektrisch gut leitende Gummilösung, beispielsweise auch die als Haftverbesserer verwendete Gummilösung quer über den Laufstreifen 2 und die Wings 11 aufgebracht wird, bevor der Reifen in der Reifenheizform ausgeformt und vulkanisiert wird. Beim Ausformen des Reifenprofils wird die Gummilösung in den Laufstreifen eingedrückt und dann zusammen mit diesem vulkanisiert, so daß sich eine eingebettete Gummischicht bildet.

Auch der Streifen 28 gemäß der ersten Variante kann auf diese Weise in den Laufstreifen 2 eingebettet werden. Es ist jedoch auch möglich, einen Streifen 28 aus elektrisch gut leitendem Material auf den Laufstreifen 2 auf zulegen und anschließend den so vorbereiteten Reifen in der Reifenheizform auszuformen und zu vulkanisieren. Dasselbe gilt für die Streifen 22 und 41.

Bezugszeichenliste

1 Reifenlauffläche

2 Laufstreifen

3 Unterprotektorschicht

4 erhabener Profilbereich

5 Profilausnehmung

6

7

8

9

10

11 Wing

12 Karkasse

13 Wulstring

14 Kernreiter

15 Gürtel

16 Gürtelabdeckung

17 Pfeil

18 Felge

19

20 Seitenteil

21

22 Streifen

23

24 Innenkante

25 Nutabschnitt

26

27

28 Streifen

29 Stirnfläche von 2

30 Stirnfläche von 2

31 Längsnut

32 Nutgrund

33 Stirnfläche von 28

34 Stirnfläche von 28

35 Stirnfläche von 3

36 Stirnfläche von 3

37 Gummischicht

38 Laufstreifenband

39 Stirnfläche von 11

40 Stirnfläche von 11

41 Streifen

I Umfangsmittelebene


Anspruch[de]
  1. 1. Fahrzeugreifen mit einem die Reifenlauffläche (1) bildenden Laufstreifen (2) aus elektrisch isolierendem oder schlecht leitendem Material und mit einer unterhalb des Laufstreifens (2) angeordneten elektrisch gut leitenden Schicht (3) und/oder mit einem anderen elektrisch gut leitenden Reifenbestandteil (37), wobei sich die elektrisch gut leitende Schicht (3) und/oder der andere elektrisch gut leitende Reifenbestandteil (37) über den Reifenumfang betrachtet zumindest bereichsweise bis in die Reifenlauffläche (1) hinein erstreckt, dadurch gekennzeichnet, daß der Laufstreifen (2) einen Streifen (28) aus elektrisch gut leitendem Material aufweist, der einen Teil der Reifenlauffläche (1) bildet, daß zwischen den beiden miteinander gestoßenen Stirnflächen (29, 30) des zu einem ringförmigen Laufstreifen (2) gebogenen Laufstreifenbandes (38) eine Schicht (37) aus elektrisch gut leitendem Material, insbesondere eine Gummischicht vorhanden ist, und daß diese Schicht (37) sowohl mit dem Streifen (28) aus elektrisch gut leitendem Material als auch mit mindestens einem weiteren elektrisch gut leitenden Reifenbestandteil elektrisch verbunden ist, der seinerseits mit der Fahrzeugkarosserie elektrisch gut leitend verbunden ist.
  2. 2. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Streifen (28) so in den Laufstreifen (2) eingebettet ist, daß er einen Teil mindestens einer der beiden miteinander gestoßenen Stirnflächen (29, 30) des Laufstreifens (2) bildet.
  3. 3. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Streifen (28) in Reifenumfangsrichtung orientiert ist und sich über den gesamten Laufstreifen (2) erstreckt.
  4. 4. Fahrzeugreifen mit einem die Reifenlauffläche (1) bildenden Laufstreifen (2) aus elektrisch isolierendem oder schlecht leitendem Material und mit einer unterhalb des Laufstreifens (2) angeordneten elektrisch gut leitenden Schicht (3) und/oder mit einem anderen elektrisch gut leitenden Reifenbestandteil (37), wobei sich die elektrisch gut leitende Schicht (3) und/oder der andere elektrisch gut leitende Reifenbestandteil (37) über den Reifenumfang betrachtet zumindest bereichsweise bis in die Reifenlauffläche (1) hinein erstreckt, dadurch gekennzeichnet, daß der Laufstreifen (2) einen oder mehrere Streifen (28) aus elektrisch gut leitendem Material aufweist, die einen Teil der Reifenlauffläche (1) bilden und die derart in Reifenumfangsrichtung über den Laufstreifen (2) verteilt angeordnet sind, daß sich beim Abrollen des Reifens stets mindestens ein Teil eines Streifens (28) in der Reifenaufstandsfläche befindet, und daß jeder dieser Streifen (28) über einen im Laufstreifen (2) vorgesehenen, quer oder schräg zur Reifenumfangsrichtung verlaufenden Streifen (41) aus elektrisch gut leitendem Material mit einem der Wings (11) oder einem Reifenseitenteil (20) elektrisch verbunden ist.
  5. 5. Fahrzeugreifen nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der quer oder schräg zur Reifenumfangsrichtung verlaufende Streifen (41) im Bereich eines sich quer oder schräg zur Reifenumfangsrichtung erstreckenden Nutabschnitts angeordnet ist.
  6. 6. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß sich der Streifen (28) in eine umlaufende Längsnut (31), insbesondere bis zum Nutgrund (32), erstreckt.
  7. 7. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Streifen (28) im Bereich der Umfangsmittelebene (I) des Reifens angeordnet ist.
  8. 8. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Streifen (28) eine Dicke von ca. 0,1 bis 0,5 mm, insbesondere ca. 0,3 mm, aufweist.
  9. 9. Verfahren zur Herstellung eines Reifens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine elektrisch gut leitende Lösung, insbesondere eine als Haftverbesserer dienende Gummilösung, auf mindestens eine der Stoßflächen (29, 30) des Laufstreifens (2) aufgebracht wird.
  10. 10. Verfahren zur Herstellung eines Reifens mit einem in den Laufstreifen (2) eingebetteten Streifen (28) aus elektrisch gut leitendem Material, dadurch gekennzeichnet, daß eine elektrisch gut leitende Lösung, insbesondere Gummilösung, vor dem Vulkanisieren auf den Laufstreifen (2) aufgebracht und mit diesem zusammen vulkanisiert wird.
  11. 11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß als elektrisch gut leitende Lösung eine in der Reifenherstellung als Haftverbesserer verwendete Gummilösung dient.






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