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Dokumentenidentifikation DE19614613A1 12.12.1996
Titel Gleitlager
Anmelder Renk Aktiengesellschaft, 86159 Augsburg, DE
Erfinder Meyer, Joachim, 30539 Hannover, DE
Vertreter Allgeier & Vetter, 86199 Augsburg
DE-Anmeldedatum 14.04.1996
DE-Aktenzeichen 19614613
Offenlegungstag 12.12.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.12.1996
IPC-Hauptklasse F16C 33/08
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Gleitlager, welches ein horizontal geteiltes Gehäuse (4) und eine darin gelagerte Lagerschale (18) aufweist. Die Lagerschale (18) sitzt im Gehäuse (4) in Kugelsegmentflächen (12, 14), welche an polartigen Vorsprüngen (28, 30) vorgesehen sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Gleitlager gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.

Durch die Erfindung soll die Aufgabe gelöst werden, das Gleitlager so auszubilden, daß es ein geringeres Gewicht hat und daß gleichzeitig der Zugang in das Innere des Lagergehäuses verbessert wird, um im Gehäuseinneren mehr Platz zur mechanischen Fertigung des Gehäuses und zum Säubern des Gehäuses zu haben.

Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die Merkmale von Anspruch 1 gelöst.

Durch die Erfindung wird das Gewicht des Gehäuses kleiner und es hat besseren Zugang in das Gehäuse innere zur mechanischen Bearbeitung des Gehäuseinnenraumes und zum Reinigen des Gehäuseinnenraumes. Ferner ergibt sich der Vorteil, daß die Hohlkugelsegmentflächen des Gehäuses, in welchen die Lagerschale um einen Kugelmittelpunkt kugelgelenkig schwenkbar gelagert ist, auf einfachere und preiswertere Weise mit einer Schicht aus elektrisch isolierendem Material versehen werden kann als ringförmig geschlossene Hohlkugel-Teilflächen. Damit kann auf einfache Weise das Lagergehäuse von der Lagerschale elektrisch isoliert werden. Bei der Lagerproduktion brauchen nur Gehäuse ohne elektrische Isolierung hergestellt zu werden, da die Isolierung je nach Bedarf nachträglich auf einfache Weise in die Hohlkugel-Teilflächen des Gehäuses eingesetzt werden kann. Das Gehäuse und die Lagerschale bestehen vorzugsweise aus Metall, jedoch sind auch andere Materialien, beispielsweise Kunststoff, verwendbar. Bei der Verwendung von Kunststoff ist die vorgenannte elektrische Isolierung nicht erforderlich. Gemäß einer anderen bevorzugten Ausführungsform nach der Erfindung ist mindestens einer der polartigen Vorsprünge gemäß den Patentansprüchen relativ zum Gehäuse und radial zur Lagerdrehachse einstellbar und es sind Mittel vorgesehen, um diesen Vorsprung einzustellen. Durch diese Ausführungsform kann die Lagerschale zwischen den polartigen Vorsprüngen eingeklemmt werden, nachdem die Lagerschale realtiv zum Gehäuse positioniert wurde.

Gemäß der Erfindung sind zwischen den polartigen Vorsprüngen Hohlräume gebildet, welche sich über mindestens 15 Grad um die Lagerdrehachse erstrecken. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform erstrecken sich die Hohlräume je über 90 Grad um die Lagerdrehachse. Auch größere Winkel sind möglich. Je kleiner die Winkel sind, desto weniger ist die Materialeinsparung und desto kleiner ist der Zugangsquerschnitt in das Gehäuseinnere.

Gemäß einer anderen bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Lagerschale in einer axialen Ebene geteilt, so daß sie aus zwei Schalenhälften besteht. Dies hat den Vorteil, daß in ihr Wellen oder andere Rotationskörper gelagt werden können, welche auf beiden axialen Seiten der Lagerschale einen Ringbund, ein Zahnrad oder ähnliche radiale Vorsprünge haben.

Das Gleitlager nach der Erfindung kann ein reines Radiallager sein. Durch seine hohlkugelsegmentförmige und seine dazu komplementär teilkugel-ringförmige Sitzflächen zwischen dem Gehäuse und der Lagerschale kann es jedoch auch Axialkräfte aufnehmen. Außer diesen sphärischen Sitzflächen können in bekannter Weise weitere Mittel vorgesehen sein, damit das Gleitlager auch größere Axialkräfte aufnehmen kann. Solche Mittel sind beispielsweise an der Lagerschale oder am Lagergehäuse angebrachte ringförmige Gleitlagerflächen oder ringförmig angeordnete Gleitschuhe, deren Gleitlagerfläche jeweils in axialer Richtung zeigt.

Die Erfindung wird im folgenden mit Bezug auf die Zeichnung anhand von bevorzugten Ausführungsformen als Beispiele beschrieben. In den Zeichnungen zeigen:

Fig. 1 eine Explosions-Darstellung eines Gleitlagers nach der Erfindung,

Fig. 2 eine perspektivische Darstellung des Gleitlagers von Fig. 1 von einer Stirnseite her im wesentlichen axial gesehen,

Fig. 3 eine Explosions-Darstellung einer weiteren Ausführungsform des Gleitlagers nach der Erfindung,

Fig. 4 eine perspektivische Darstellung des Gleitlagers von Fig. 3 von einer Stirnseite her im wesentlichen in Axialrichtung gesehen.

Das in den Fig. 1 und 2 dargestellte Gleitlager 2 hat ein Gehäuse 4, welches in einer horizontalen, in einer Lagerdrehachse 6 liegenden Teilungsebene in einen unteren Gehäuseteil 8 und einen oberen Gehäuseteil 10 geteilt ist. In jedem Gehäuseteil 8 und 10 ist eine Hohlkugel-Segmentfläche 12 bzw. 14 gebildet, die sich je über ungefähr 70 Grad um die Drehachse 6 erstrecken und einander diametral gegenüberliegen. Sie bilden den Sitz zur Aufnahme einer ringförmigen Kugel-Teilfläche 16 einer Lagerschale 18, welche entsprechend einem Pfeil 20 in das Gehäuse 4 zwischen seine Sitzflächen oder Hohlkugel-Segmentflächen 12 und 14 einsetzbar ist und darin um einen Kugelmittelpunkt 22 relativ zum Gehäuse 4 kugelgelenkig schwenkbar ist. Auf diese Weise kann die Lagerschale 18 auf die Längsrichtung einer in ihr zu lagernden Welle ausgerichtet werden. Die Lagerdrehachse 6 ist die Mittelachse einer Lagerschalenbohrung 24, in welcher die Lagerschale 18 mit einer Lagerlauffläche 26 versehen ist. Eine in der Lagerlauffläche 26 gelagerte Welle kann sich relativ zur Lagerschale 18 um die Lagerdrehachse 6 drehen.

Die Hohlkugel-Segmentflächen 12 und 14, welches die Sitzflächen des Gehäuses 4 für die Lagerschale 18 bilden, sind auf zwei radial nach innen zeigenden polschuhartigen Vorsprüngen 28 und 30 gebildet, von welchen der untere 28 einstückig mit dem unteren Gehäuseteil 8 gebildet ist, während der obere 30 mit dem oberen Gehäuseteil 10 durch eine Stellschraube 32 verbunden und relativ zu dem ihm gegenüberliegenden unteren polschuhartigen Vorsprung 28 radial verstellbar ist. Durch diese radiale Verstellbarkeit von mindestens einem der beiden polschuhartigen Vorsprünge 28 und 30 kann die Lagerschale 18 zwischen ihnen eingeklemmt werden, nachdem sie auf die Drehachse einer in ihr gelagerten Welle fluchtend ausgerichtet wurde.

Die polschuhartigen Vorsprünge 28 und 30 des Gehäuses 4 haben in Umfangsrichtung um die Lagerdrehachse 6 Abstand voneinander und begrenzen zwischen ihnen liegende Hohlräume 34. Die Hohlräume 34 erstrecken sich bei den Ausführungsformen der Zeichnungen je über 110 Grad um die Drehachse 6. Damit zwischen den polschuhartigen Vorsprüngen 28 und 30 ein nutzbarer Zwischenraum 34 entsteht, sollten sich die Hohlräume über mindestens 15 Grad in Umfangsrichtung um die Drehachse 6 erstrecken.

Gemäß abgewandelten Ausführungsformen können anstelle von zwei polschuhartigen Vorsprüngen 28 und 30 auch drei oder mehr solcher Vorsprünge vorgesehen sein. Die bevorzugte Ausführungsform hat jedoch entsprechend den Zeichnungen nur zwei polschuhartige Vorsprünge 28 und 30, weil dadurch zwischen ihnen ein größt möglicher Hohlraum 34 gebildet werden kann. Die radiale Tiefe der Hohlräume 34 wird vorzugsweise so groß wie möglich gemacht und sollte mehrere Millimeter betragen. Wie die Zeichnungen zeigen brauchen die Umfangs-Hohlräume 34 nicht segmentförmig zu sein, sondern sie können jede andere Form haben, beispielsweise entsprechend den Zeichnungen im unteren Gehäuseteil 4 mehreckig erweitert sein.

Die Lagerschale 18 ist gemäß den Zeichnungen vorzugsweise in einer axialen Ebene 36 in zwei identische Lagerschalenhälften 38 und 40 geteilt. Dadurch können in ihrer Lagerlauffläche 26 auch Wellen gelagert werden, welche axial beidseitig der Lagerschale 18 einen Wellenbund, ein Zahnrad oder einen anderen radialen Vorsprung haben.

Die Ausführungsform nach den Fig. 3 und 4 ist identisch mit der Ausführungsform nach den Fig. 1 und 2 mit der Ausnahme, daß alle polschuhartigen Vorsprünge 28 und 30 aus einem Stück mit dem Gehäuse 4 gebildet sind, wobei der untere Vorsprung 28 einstückig mit dem unteren Gehäuseteil 4 und der obere Vorsprung 30einstückig mit dem oberen Gehäuseteil 10 gebildet ist. Das Gehäuse 4 besteht vorzugsweise aus gegossenem Metall. Die Lagerschale 18 besteht vorzugsweise ebenfalls aus Metall. Einige dieser Metallteile können jedoch statt dessen aus einem anderen Material gebildet sein, beispielsweise die Lagerschale 18 aus Kunststoff.

Alle Ausführungsformen haben den Vorteil, daß ihre Lagersitzflächen, welche durch die Hohlkugel-Segmentflächen 12 und des 14 des Gehäuses 4 und durch die ringförmige Kugel-Teilfläche 16 der Lagerschale 18 gebildet sind, auf einfache Weise während der Produktion oder auch erst später mit einer elektrisch isolierenden Schicht 42 versehen werden können, um das Gehäuse 4 von der Lagerschale 18 elektrisch zu isolieren.

Jede Hohlkugel-Segmentfläche 12 und 14 des Gehäuses 4 ist vorzugsweise ununterbrochen glatt, wie in den Zeichnungen gezeigt. In abgewandelter Ausführungsform können sie durch teil-ringförmige, in Umfangsrichtung um die Drehachse 6 sich erstreckende Nuten unterbrochen sein.


Anspruch[de]
  1. 1. Gleitlager enthaltend ein horizontal geteiltes Gehäuse (4), in welchem Hohlkugel-Teilflächen gebildet sind; eine Lagerschale (18) mit mindestens einer Kugel-Teilfläche, mit welcher die Lagerschale (18) in den Hohlkugel-Teilflächen des Gehäuses (4) um einen Kugelmittelpunkt (22) kugelgelenkig schwenkbar ist; dadurch gekennzeichnet, daß die Hohlkugel-Teilflächen (12, 14) an mindestens zwei polschuhartigen Vorsprüngen (28, 30) gebildet sind, welche sich von einem Gehäuse-Umfangsteil (4, 10) in Richtung zur Lager-Drehachse (6) nach innen erstrecken; und daß die Vorsprünge (28, 30) in Umfangsrichtung um die Lagerdrehachse (6) Abstand voneinander haben und zwischen ihnen liegende Hohlräume (34) begrenzen.
  2. 2. Gleitlager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagerschale (18) in einer axialen Ebene (36) geteilt ist.
  3. 3. Gleitlager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Hohlräume (34) sich in Umfangsrichtung je über mindestens 15 Grad erstrecken.
  4. 4. Gleitlager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens einer der polartigen Vorsprünge (28) mit dem Gehäuse (4) einstückig gebildet ist.
  5. 5. Gleitlager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens einer der polartigen Vorsprünge (30) relativ zum Gehäuse (4) und radial zur Lagerdrehachse (6) einstellbar ist und daß Mittel (32) zum Einstellen vorgesehen sind.






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