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Dokumentenidentifikation DE69303040T2 19.12.1996
EP-Veröffentlichungsnummer 0554231
Titel Hagelzucker, Verfahren zur Herstellung desselben und Verwendung desselben in der Nährungsmittelnindustrie
Anmelder Raffinerie Tirlemontoise, S.A., Brüssel/Bruxelles, BE
Erfinder Willems, Marc, B-3300 Tienen, BE;
Lefevre, Jacques, B-1357 Helecine, BE
Vertreter Bardehle, Pagenberg, Dost, Altenburg, Frohwitter, Geissler & Partner Patent- und Rechtsanwälte, 81679 München
DE-Aktenzeichen 69303040
Vertragsstaaten AT, BE, DE, DK, ES, FR, GB, LU, NL, SE
Sprache des Dokument Fr
EP-Anmeldetag 20.01.1993
EP-Aktenzeichen 938700093
EP-Offenlegungsdatum 04.08.1993
EP date of grant 12.06.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.12.1996
IPC-Hauptklasse C13F 3/00
IPC-Nebenklasse C13F 3/02   C13F 5/00   A21D 13/00   

Beschreibung[de]
Gegenstand der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Perlzucker, der eine erhöhte Härte und eine erhöhte Auflösungsfestigkeit hat, während er weiterhin ein kristallines Aussehen hat. Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zur Herstellung dieses Perlzuckers, und die Verwendung dieses Perlzuckers in dem Nahrungsmittelsektor.

Die Erfindung zielt darauf ab, einen Perlzucker zu erhalten, bei dem bei der Herstellung von Nahrungsmitteln, wie beispielsweise Lütticher Waffeln, Kekse, Craquelins, Brioches, Kuchen, Vervierser Kuchen, usw. das Aussehen des Perlzuckers erhalten bleibt, da er sich nicht auflost und nicht zerteilt, wodurch eine Paste erhalten wird, die leichter zu verarbeiten ist, und Nahrungsmittel erhalten werden, die weniger gefärbt sind, keine schwarzen Umrisse haben und Perlen in gutem Zustand enthalten.

Technologischer Hintergrund und Stand der Technik

Der Perlzucker, der gegenwärtig auf dem Markt ist, wird auf verschiedene Weise hergestellt. Ein Verfahren besteht darin, daß Zucker vom EWG- Typ 1 (siehe EWG-Vorschrift 2103/77) mit Zuckersirup gemischt wird. Die so gebildete "Füllmasse" wird getrocknet, um dem Sirup zu ermöglichen, zwischen den Körnern zu kristallisieren. Die erhaltenen Zuckerplatten werden getrocknet und dann einer längeren Reifung unterworfen. Nach dem Mahlen der Zuckerplatten und dem Abtrennen des Staubes werden die Zuckerstücke durch Abrieb in zylindrischen Zuckersichtern poliert. Der Zucker wird schließlich mit 6 verschiedenen Kornklassierungen gesiebt und vor dem Einsacken entstaubt.

Ein Nachteil dieses Perlzuckers ist, daß er sich bei der Verarbeitung, beispielsweise in "Lütticher Waffeln", leicht auflöst und zerteilt. Außerdem ist der so erhaltene Perlzucker gefärbt und erfüllt daher nicht mehr die Normen des Zuckers vom EWG-Typ 1.

Gemäß einem anderen Verfahren wird der Zucker unter einem sehr hohen Druck von bis zu 5.000 kg.cm&supmin;¹ verdichtet. Dieses System hat den Nachteil, daß bei der Agglomeration kein Zucker verarbeitet werden kann, der einen Wassergehalt über 1,5% hat. Außerdem wird der Zucker pulverisiert, und er bildet ein Staubagglomerat, das jegliches kristalline Aussehen verloren hat. Bei größerer Feuchtigkeit klebt der Zucker in dem Verdichter.

Die Qualitätsprobleme des gegenwärtigen Perlzuckers können in einem Problem bezüglich der Härte, der Löslichkeit, des kristallinen Aussehens, und der Farbe zusammengefaßt werden.

Wegen der ungenügenden Härte, das heißt, der geringen mechanischen Festigkeit der Perlen, bilden diese Perlen leicht Staub während der Herstellung, der Verpackung, der Palettisierung, des Transports und der Verarbeitung durch den Verwender in dem Nahrungsmittelsektor. Dieser Staub ruft sowohl einen Herstellungsverlust für den Hersteller, als auch einen Verlust bei den Rohstoffen für den Verwender hervor. Außerdem hat dieser Staub, in Verbindung mit einer ziemlich großen Löslichkeit der Perlen, einen Teig von geringerer Qualität zur Folge, insbesondere bei der Herstellung von "Lütticher Waffeln". Es ist schwieriger, den Teig zu verarbeiten (der klebriger ist und weniger leicht aufgeht).

Wegen der größeren Löslichkeit der Perlen müssen mehr Perlen verwendet werden, um ein Endprodukt zu erhalten, das noch ganze Perlen aufweist.

In dem Patent FR-A-623 344 wird ein Verfahren zur Herstellung von Zuckerplatten aus kristallisiertem Zucker beschrieben, wobei bei diesem Verfahren eine mit weißem Zucker gesättigte oder übersättigte Lösung zu Zuckerkristallen oder einer Süßwaren-Füllmasse hinzugegeben wird.

In dem Patent FR-A-540 791 wird ein Verfahren zur Herstellung von Zucker in Stücken beschrieben, das darin besteht, granulierten Zucker mit einer schwach alkalischen Lösung anzufeuchten, und das Produkt zu trocknen und in Stücke zu zerteilen.

In dem Patent FR-A-400 110 wird ein Verfahren zur Herstellung von geformtem Zucker beschrieben, wobei bei diesem Verfahren der Zucker zu Zuckerstäben, Zuckerstücken oder Zuckerhüten gepreßt wird.

Ziele der Erfindung

Das von der Erfindung angestrebte Ziel ist, einen Perlzucker zu verwirklichen, der im Vergleich zu dem gegenwärtigen Perlzucker eine größere Härte und eine verminderte Löslichkeit aufweist, während das kristalline Aussehen von Perlen bei den Endprodukten, wie beispielsweise den Lütticher Waffeln, den Honigkuchen, den Keksen, den Craquelins, den Brioches, den Kuchen, den Vervierser Kuchen, usw. erhalten bleibt, damit für die obenerwähnten gegenwärtigen Probleme der bekannten Produkte eine geeignete Lösung gefunden wird.

Außerdem wird angestrebt, einen neuen Perlzucker zu verwirklichen, bei dem eine erhöhte Produktivität und eine bessere Qualität erhalten werden, und zwar sowohl bei seiner Herstellung, als auch bei seiner Verwendung in Nahrungsmitteln.

Hauptsächliche kennzeichnende Elemente der Erfindung

Um die mit dem gegenwärtigen Perlzucker verbundenen Probleme zu lösen, hat die Anmelderin gründliche Untersuchungen durchgeführt, die zu der Herstellung eines neuen Perlzuckers geführt haben, der die gestellten Anforderungen: eine erhöhte Härte und eine verminderte Löslichkeit, während ein kristallines Aussehen erhalten bleibt, in vollkommener Weise erfüllt.

Ein Perlzucker, der sich für die Herstellung von Nahrungsmitteln eignet, bei dem das Aussehen von Perlzucker erhalten bleibt, und der eine Auflösungszeit von mehr als 12 Minuten und ein kristallines Aussehen aufweist, erfüllt diese Anforderungen.

Dieser Perlzucker weist vorzugsweise eine minimale Druckfestigkeit von 4 bar auf.

Dieser Perlzucker weist vorzugsweise eine maximale ICUMSA-Färbung von 20 auf. Er kann mittels eines Herstellungsverfahrens erhalten werden, das eine Verdichtung des einen Wassergehalt zwischen 2 und 4,5% aufweisenden Zuckers umfaßt, um ein spezifisches Gewicht zwischen 1,29 und 1,50 g.cm&supmin;³ zu erhalten, und außerdem eine Reifung des einen Wassergehalt von 0,75 bis 2% aufweisenden Zuckers umfaßt.

Vorzugsweise wird vor der Verdichtung eine Anfeuchtung des Zuckers vorgenommen, um einen Wassergehalt des Zuckers zwischen 2 und 4,5% zu erhalten, und danach wird vor der Reifung eine Trocknung des Zuckers vorgenommen, um einen Wassergehalt von 0,75 bis 2% zu erreichen.

Ausführliche Beschreibung der Erfindung

Bei der Herstellung des neuen Perlzuckers können verschiedene aufeinanderfolgende Schritte unterschieden werden, nämlich die Anfeuchtung, die Kompression, die Trocknung und die Reifung, worauf eventuell eine Mahlung, eine Verrundung und eine Siebung folgen.

Bei einem ersten Schritt wird der Zucker so gleichmäßig wie möglich angefeuchtet, bis ein Wassergehalt zwischen 2 und 4,5% erreicht wird. Dabei kann sowohl bei erhöhter Temperatur, als auch bei Raumtemperatur gearbeitet werden. Es ist jedoch offensichtlich, daß sich eine Färbung des Zuckers ergeben kann, wenn bei einer zu hohen Temperatur gearbeitet wird.

Nach dieser Anfeuchtung wird der Zucker bei einem solchen Druck verdichtet, daß das spezifische Gewicht des Zuckers nach dem Pressen zwischen 1,29 und 1,50 g.cm&supmin;³ liegt. Der Druck soll so gewählt werden, daß das kristalline Aussehen des Zuckers erhalten bleibt. Der Zucker darf bei dem Pressen auch nicht ankleben, was eine schlechte Entformung zur Folge hat. Der gepreßte Zucker wird danach nach einer Trockenanlage, vorzugsweise einer Infrarot-Trockenanlage transportiert, wo er während 3 bis 10 Minuten auf einer Temperatur von 65 bis 95ºC gehalten wird, wodurch der Wassergehalt auf einen Wert von ungefähr 0,75 bis 2% gebracht wird. Danach wird der Zucker bis auf eine Temperatur von 45 bis 60ºC abkühlen gelassen, bei der er bei einer relativen Feuchtigkeit von 30 bis 50% während 4 bis 9 Tagen einer Reifung unterworfen wird. Nach dieser Reifung ist der Wassergehalt des Zuckers niedriger als 0,3%, und vorzugsweise gleich, oder kleiner als 0,1%.

Es können auch andere Trockenanlagen verwendet werden. Dabei ist es jedoch erforderlich, die Temperatur/Zeit-Parameter anzupassen, um am Ausgang Zucker zu erhalten, der einen Wassergehalt zwischen 0,75 und 2% aufweist.

Je nach der Größe der beim Pressen erhaltenen Stücke und den Wünschen des Kunden kann beschlossen werden, den so erhaltenen Perlzucker zu mahlen, um kleinere Perlzucker-Stücke zu erhalten.

Um das "perlartige" Aussehen zu verbessern, kann eventuell beschlossen werden, den erhaltenen Perlzucker zu verrunden. Um Perlzucker mit gleichmäßigeren Abmessungen zu erhalten, kann eine Siebung gemacht werden, wodurch verschiedene Perlzucker-Fraktionen erhalten werden können. Der so erhaltene Perlzucker wurde bei der Herstellung von Lütticher Waffeln mit Perlzuckern verglichen, die gegenwärtig auf dem Markt sind. Wie bei den Beispielen zu sehen ist, verhält sich der neue Perlzucker viel besser; alle Perlen sind nach dem Backen noch vorhanden und haben nur einen geringen Bruchteil ihres Gewichts verloren.

Der neue Perlzucker wird bei der Herstellung von Teig verwendet, beispielsweise für Honigkuchen, Waffeln wie beispielsweise Lütticher Waffeln, Kuchen, Brioches, Craquelins, Vervierser Kuchen, Brot, Kekse oder andere Bäckerei-, Keksfabrik- oder Konditoreierzeugnisse, wo die Perlen dem Teig zugemischt werden. Der neue Perlzucker kann auch zur Verzierung dieser obenerwähnten Erzeugnisse verwendet werden.

Infolge seiner langen Auflösungszeit löst sich der neue Perlzucker in dem Teig nicht auf und zerteilt sich auch nicht, wodurch Endprodukte erhalten werden können, bei denen die Perlen, die ein kristallines Aussehen haben, sehr gut erhalten sind.

Diese geringe Auflösung des Perlzuckers in dem Teig bietet beträchtliche Vorteile: Die Teige sind leichter zu verarbeiten, sie kleben beim Kneten und beim Backen nicht an, und sie gehen leichter auf; Nahrungsmittel, die Perlzucker enthalten, sind weniger stark gefärbt und haben keine schwarzen Umrisse (der aufgelöste Zucker ruft eine stärkere Färbung und schwarze Umrisse hervor).

Die hohe Druckfestigkeit macht nicht nur den Zucker leichter handhabbar, da sich kein Staub bildet, sondern hat vor allem auch einen Einfluß auf die Auflösungszeit. Eine hohe Druckfestigkeit weist in der Tat auf eine große Dichte der verdichteten Kristalle und folglich auf eine weniger poröse Struktur hin, die schwerer aufzulösen ist.

Die nachfolgenden Beispiele veranschaulichen die Erfindung, wobei sie jedoch keine Begrenzung der Erfindung darstellen.

Beispiel 1: Herstellung des Perlzuckers

Raffinierter Zucker wird bei Raumtemperatur angefeuchtet, um einen Wassergehalt von 2,2 bis 2,4% für Zucker vom EWG-Typ 1 zu erreichen, und danach wird der Zucker in einer Presse bis zu einem spezifischen Gewicht von ungefähr 1,33 g.cm&supmin;³ verdichtet, wobei dieses spezifische Gewicht zwischen 1,3 und 1,35 g.cm&supmin;³ variiert.

Außerdem wurden ähnliche Tests gemacht, bei denen die Feuchtigkeit des Zuckers, die Temperatur bei der Anfeuchtung, und der Druck variiert wurden. Bei diesen Tests betrug die Feuchtigkeit des Zuckers nach der Anfeuchtung 2%, 2,5%, 3%, 3,5% und 4%; die Temperatur bei der Anfeuchtung wurde auf 35ºC, 50ºC, 65ºC, 75ºC oder 90ºC gehalten, und der Verdichtungsdruck wurde so variiert, daß das spezifische Gewicht des verdichteten Zuckers von 1,29 bis 1,50 g.cm&supmin;³ variierte. Die Zucker aller dieser verschiedenen Tests ergaben nach Trocknung und Reifung, wie nachstehend beschrieben wird, einen Penzucker, der die kommerziellen Anforderungen in vollkommener Weise erfüllt.

Der verdichtete Zucker, der verschiedene Formen haben kann, wird nach einer Infrarot-Trockenanlage transportiert, wo er bei einer Temperatur zwischen 80 und 90ºC während ungefähr 5 Minuten getrocknet wird. Beim Verlassen der Trockenanlage enthält der Zucker 1,1 bis 1,3% Wasser.

Nach der Trocknung wird der Zucker nach der Reifungsanlage transportiert. Die Reifung erfolgt bei einer Temperatur von 50 bis 55ºC und einer relativen Feuchtigkeit von 35 bis 40% während 5 Tagen. Beim Verlassen der Reifungsanlage enthält der Zucker maximal 0,1% Wasser. Es ist offensichtlich, daß die Reifungsdauer in Abhängigkeit von der Reifungstemperatur und der relativen Feuchtigkeit angepaßt werden muß, um einen Perlzucker zu erhalten, der einen maximalen Wassergehalt von 0,1% hat. Dabei kann die Temperatur zwischen 45 und 60ºC, die relative Feuchtigkeit zwischen 30 und 50%, und die Dauer zwischen 4 und 9 Tagen angepaßt werden.

Der so erhaltene Zucker kann einer Mahlung unterworfen werden, auf die eventuell eine Verrundung folgt, um den Stücken ein runderes Aussehen zu geben. Der Perlzucker kann außerdem gesiebt werden, um mehrere Fraktionen mit gleichmäßigeren Abmessungen zu erhalten, bevor er abgepackt wird.

Das Mahlen, Verrunden, Sieben und Abpacken kann mit Hilfe von herkömmlichen Maschinen ausgeführt werden.

Beispiel 2: Auflösungs-, Druckfestigkeits- und Färbungstests

Bei einem Auflösungs-, Druckfestigkeits- und ICUMSA-Färbungstest wurden zwei gegenwärtig auf dem Markt befindliche Perlzucker (A und B) mit dem neuen Perlzucker (C) verglichen.

Auflösungszeit Druckfestigkeit ICUMSA-Färbung

Bei dem Auflösungstest bezüglich der Auflösung in Wasser werden 6 g Perlen auf einem Sieb von 0,4 mm mit einer Oberfläche von 20,3 cm² in einem Becher von 600 ml bei 20ºC aufgelöst.

Um die Druckfestigkeit zu messen, wird der Druck bestimmt, der angewandt werden muß, um 20 mm der Zuckermasse, die in einer vollständig gefüllten, zylindrischen Kapsel von 127 mm Durchmesser und 80 mm Höhe enthalten ist, um 20 mm einzudrücken.

P4 ist ein Zucker, dessen Kornklassierung zwischen 4 und 8 mm liegt, während P5 eine Kornklassierung zwischen 8 und 16 mm hat.

Die ICUMSA-Färbung wird nach der Methode bestimmt, die in "Sugar Analysis - ICUMSA methods, Verlag F. Schneider, 1979, S.125-128 beschrieben ist.

Aus diesen Tests ergibt sich klar, daß der erhaltene neue Perlzucker bessere Eigenschaften als die gegenwärtigen Perlzucker hat. Er ist also besser geeignet für die Verwendung bei Nahrungsmitteln, bei denen der Perlzucker erhalten bleiben soll, wie bei Lütticher Waffeln, Honigkuchen, Keksen, Craquelins, Brioches, Kuchen, Vervierser Kuchen, usw.

Da seine ICUMSA-Färbung gleich, oder kleiner als 9 ist, erfüllt der Perlzucker bei weitem die Normen, um als hochreiner Zucker vom EWG-Typ 1 eingestuft zu werden. Die Klasse des EWG-Typs 1 geht bis zu einem ICUMSA- Färbungswert von 20.

Beispiel 3: Herstellung von Lütticher Waffeln

Bei diesem Beispiel wurden die drei Perlzucker A, B, C getestet, um ihren Einfluß auf das Aussehen der Waffeln zu vergleichen.

Zutaten:

Mehl für Gebäck 1000 g

Perlzucker 600 g

Butter 400 g

Trimoline 100 g

Hefe 75 g

Salz 15 g

Milch 35 ml

Eier 4

Verfahren:

Die Herstellung der Waffeln erfolgt in zwei Schritten. Bei einem ersten Schritt wird der Grundteig hergestellt, wozu die Eier, die Hefe, die zuvor erwärmte Milch, die Trimoline, die Invertzucker ist, der einen Gehalt an Trockensubstanz von ungefähr 80% hat, und zwei Drittel des Mehls gemischt werden. Das Ganze wird in einem Hobart-Mischer geknetet; danach läßt man den Teig bis auf das Doppelte seines anfänglichen Volumens aufgehen.

Bei dem zweiten Schritt wird das restliche Mehl, das Salz und die Butter zugegeben. Der Teig wird in dem Kenwood-Mischer während 15 Minuten erneut geknetet. Der Perlzucker wird zu dem Teig zugegeben, und die Körner werden an der Oberfläche gleichmäßig verteilt. Danach werden Teigkugeln von ungefähr 110 g gemacht, die auf ein mit Mehl bestreutes Blech gelegt werden. Dann läßt man den Teig 20 Minuten lang aufgehen. Schließlich werden die Teigkugeln während drei Minuten bei einer Temperatur von 170ºC in einem Waffeleisen gebacken.

Wenn die mit den drei Perlzuckern erhaltenen Waffeln miteinander verglichen werden, ist leicht ersichtlich, daß die mit dem Perlzucker C hergestellten Waffeln weniger stark gefärbt sind, wobei ihre Umrisse weniger schwarz sind, und die Perlen ihre anfängliche Größe besser behalten haben, und es ist kein Unterschied bei der Struktur der Waffeln zu erkennen.

Beispiel 4: Messung des Zuckerverlustes der Perlzucker bei der Herstellung der Lütticher Waffeln

Um den Zuckerverlust der Perlzucker bei der Herstellung der Lütticher Waffeln besser zu quantifizieren, wurde die bei dem Beispiel 3 beschriebene Herstellung ein wenig angepaßt: Bei dem Schritt zwei wurde kein Perlzucker zugegeben, und anstelle der Kugeln wurden Stäbe gemacht, in die 10 Perlen eingeführt wurden. Nach dem Backen wurde der Zucker, der in kristalliner Form verblieb, sorgfältig herausgenommen. In der nachstehenden Tabelle sind die mit den drei Perlzuckern erhaltenen Ergebnisse wiedergegeben.

Perlzucker Anfängliches Gewicht der zehn Perlen Wiedergefundene Perlen Gesamtgewicht des zurückgewonnenen Zuckers Gewicht der wiedergefundenen Perlen

Es ist klar ersichtlich, daß der Perlzucker B bei weitern der am wenigsten leistungsfähige ist: Nur 5 der 10 Perlen wurden wiedergefunden, wobei sie nur 27,3% des anfänglichen Gewichts der Perlen entsprachen.

Dagegen war der Perlzucker C eindeutig der beste: Alle Perlen wurden in einem guten Zustand wiedergefunden, wobei sie 88,3% des anfänglichen Gewichts entsprachen.

Um den Unterschied zwischen den Perlzuckern B und C noch besser zu veranschaulichen, wurde in den beigefügten Figuren 1 und 2 eine Reproduktion der Photos wiedergegeben, die von den nach dem Backen zurückgewonnenen Perlzuckern B und C gemacht wurden.

Wie aus den Beispielen hervorgeht, haben die Eigenschaften des beanspruchten Perlzuckers zur Folge, daß die Auflösung des Zuckers in den Nahrungsmitteln verringert wird, die daher eine weniger ausgeprägte Tendenz haben, sich beim Backen zu färben.

Die in den Patentansprüchen angegebenen Parameter sind notwendig, um diese Wirkung zu erhalten, die außer der Erhaltung eines guten Zustandes der Perlen von dem Verbraucher gewünscht wird.


Anspruch[de]

1. Perlzucker, der sich für die Zubereitung von Nahrungsmitteln eignet, bei der das Aussehen des Perlzuckers erhalten bleibt, dadurch gekennzeichnet, daß er eine gemäß dem Test von Beispiel 2 bestimmte Zeit für die Auflösung in Wasser von mehr als 12 Minuten hat, und ein kristallines Aussehen aufweist.

2. Perlzucker gemäß Anspruch 1, der eine minimale Druckfestigkeit von 4 bar aufweist.

3. Perlzucker gemäß Anspruch 1 oder 2, der eine maximale ICUMSA-Färbung von 20 aufweist.

4. Verfahren zur Herstellung von Perlzucker gemäß irgendeinem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß es aus einer Verdichtung des einen Wassergehalt zwischen 2 und 4,5% aufweisenden Zuckers besteht, um ein spezifisches Gewicht zwischen 1,29 und 1,50 g cm&supmin;³ zw erhalten, und einer Reifung des einen Wassergehalt von 0,75 bis 2% aufweisenden Zuckers besteht.

5. Verfahren zur Herstellung von Perlzucker gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß vor der Verdichtung eine Anfeuchtung des Zuckers vorgenommen wird, um einen Wassergehalt des Zuckers zwischen 2 und 4,5% zu erhalten.

6. Verfahren zur Herstellung des Perlzuckers gemäß irgendeinem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine Trocknung des verdichteten Zuckers vor der Reifung vorgenommen wird, um einen Wassergehalt von 0,75 bis 2% zu erhalten.

7. Verwendung des Perlzuckers gemäß irgendeinem der Ansprüche 1 bis 3 in Nahrungsmitteln oder zur Verzierung der Nahrungsmittel; oder in den vorbereiteten Erzeugnissen zur Herstellung dieser Nahrungsmittel.

8. Verwendung des Perlzuckers gemäß Anspruch 7, wobei die Nahrungsmittel Waffeln von der Art der Lütticher Waffeln, oder Honigkuchen oder Kuchen oder Vervierser Kuchen oder Brioches oder Craquelins oder Brote oder Kekse oder andere Bäckerei-, Keksfabrik- oder Konditoreierzeugnisse sind.

9. Verwendung des Perlzuckers gemäß Anspruch 7, wobei der Perlzucker zur Verzierung von Keksen, rohem Teig, Kuchen, Vervierser Kuchen, Honigkuchen, Brot oder anderen Bäckerei-, Keksfabrik- oder Konditoreierzeugnissen verwendet wird.

10. Nahrungsmittel oder vorbereitete Erzeugnisse, um diese mit Perlzucker gemäß irgendeinem der Ansprüche 1 bis 3 verzierten oder Perlzucker gemäß irgendeinem der Ansprüche 1 bis 3 enthaltenden Nahrungsmittel zu erhalten.

11. Nahrungsmittel gemäß Anspruch 10 in Form von Keksen, rohem Teig, Kuchen, Vervierser Kuchen, Honigkuchen, Waffeln wie beispielsweise Lütticher Waffeln, Brioches, Craquelins, Brot, Keksen oder anderen Bäckerei-, Keksfabrik- oder Konditoreierzeugnissen.







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