PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19526408A1 23.01.1997
Titel Fahrzeugluftreifen
Anmelder SP Reifenwerke GmbH, 63450 Hanau, DE
Erfinder Winter, Hans-Joachim, 63571 Gelnhausen, DE;
Löwenhaupt, Bernd, Dr., 64625 Bensheim, DE
Vertreter Manitz, Finsterwald & Partner, 80538 München
DE-Anmeldedatum 19.07.1995
DE-Aktenzeichen 19526408
Offenlegungstag 23.01.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.01.1997
IPC-Hauptklasse B60C 9/18
IPC-Nebenklasse B60C 11/01   
Zusammenfassung Fahrzeugluftreifen mit einer Karkasse (2), einem Laufstreifen (3), einer zwischen Karkasse (2) und Laufstreifen (3) vorgesehenen Gürtelanordnung (4) aus mindestens zwei Gürtellagen (13, 14), die als Festigkeitsträger dienende, unter einem vorgebbaren Winkel zur Umfangsmittelebene (I) des Reifens verlaufende Fäden oder Korde aus nichtmetallischem Material aufweisen, und einer die Gürtelanordnung (4) zumindest in Teilbereichen ihrer Breite umschließenden Gürtelabdeckung (5) aus wenigstens einer Abdecklage, die zumindest im wesentlichen in Reifenumfangsrichtung verlaufende Fäden oder Korde aufweist, wobei die Gürtelabdeckung (5) zur Erzielung guter Schnellaufeigenschaften bei gleichzeitig geringen Herstellungskosten im wesentlichen nur im Schulterbereich (8) des Reifens Fäden oder Korde aus einem wärmeschrumpfenden Material aufweist, während im dazwischen liegenden mittleren Reifenbereich (11) entweder keine Gürtelabdeckung oder eine Gürtelabdeckung (5) mit Fäden oder Korden aus einem Material mit geringer oder keiner Wärmeschrumpfung vorgesehen ist.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Fahrzeugluftreifen mit einer Karkasse, einem Laufstreifen, einer zwischen Karkasse und Laufstreifen vorgesehenen Gürtelanordnung aus mindestens zwei Gürtellagen, die als Festigkeitsträger dienende, unter einem vorgebbaren Winkel zur Umfangsmittelebene des Reifens verlaufende Fäden oder Korde aus nichtmetallischem Material aufweisen, und einer die Gürtelanordnung zumindest in Teilbereichen ihrer Breite umschließenden Gürtelabdeckung aus wenigstens einer Abdecklage, die zumindest im wesentlichen in Reifenumfangsrichtung verlaufende Fäden oder Korde aufweist.

Derartige Fahrzeugluftreifen werden üblicherweise unter Verwendung einer zylindrischen Trommel hergestellt, indem die einzelnen Reifenbestandteile wie Karkasse, Gürtellagen, Gürtelabdeckung und Laufstreifen nacheinander auf die Trommel gelegt werden. Nachdem auch noch Wulstringe aufgebracht und die Karkasse um diese herumgeschlagen wurde, wird dann der Reifenrohling in die Reifenheizform hineinbombiert, in welcher das Reifenprofil ausgebildet und der Reifen vulkanisiert wird.

Um den Reifenrohling in die Reifenheizform hineinbombieren zu können, müssen die einzelnen Reifenbestandteile radial dehnbar sein, so daß sie ausgehend von der ebenen Anordnung auf der zylindrischen Trommel die gewölbte Form in der Reifenheizform annehmen können. Andererseits soll beim fertigen Reifen eine Ausdehnung des Reifens unter statischer oder dynamischer Belastung möglichst vermieden werden. Während die Gürtellagen aufgrund ihrer unter einem vorgebbaren Winkel zur Umfangsmittelebene des Reifens geneigten Korde eine Dehnung im erforderlichen Umfang zulassen, kann dies bei der Gürtelabdeckung mit ihren im wesentlichen in Reifenumfangsrichtung verlaufenden Korden nur durch geeignete Wahl des Kordmaterials erreicht werden. Hierbei ist aber zusätzlich zu berücksichtigen, daß die Gürtelabdeckung dazu dient, ein Ablösen der Gürtelanordnung beim Betrieb des Reifens zu verhindern. Trotz der zur Ausbildung des Reifens erforderlichen Dehnbarkeit muß die Gürtelabdeckung daher eine ausreichende Festigkeit aufweisen.

Bei herkömmlichen Reifen mit Stahlgürtel wurde als Material für die Korde der Gürtelabdeckung Polyamid, also Nylon, verwendet. Nylon hat den Vorteil, daß es einerseits aufgrund der Erwärmung bei der Reifenvulkanisation eine ausreichende Dehnbarkeit für den Herstellungsprozeß des Reifens aufweist und trotzdem andererseits der Gürtelabdeckung beim Betrieb des Reifens eine ausreichende Festigkeit verleiht. Dies ist darauf zurückzuführen, daß Nylon bei der Erwärmung des Reifens durch das Abrollen schrumpft. Da sich ein Reifen mit zunehmender Rotationsgeschwindigkeit mehr und mehr erwärmt, steigt auch die Rückhaltekraft der Gürtelabdeckung in entsprechendem Maß.

Bei Reifen mit einer nichtmetallischen Gürtelanordnung besteht nun das Problem, daß die Gürtellagen der Schrumpfkraft nur geringen Widerstand entgegensetzen. Der in der Reifenheizform erwärmte Reifen verformt sich daher aufgrund der Schrumpfkraft der Gürtelabdeckung, sobald der zum Ausformen des Reifensprofils eingesetzte Druck weggenommen wird.

Es ist daher vorgeschlagen worden, für die Fäden oder Korde der Gürtelabdeckung nicht schrumpfendes Material zu verwenden, welches dennoch eine ausreichende Rückhaltekraft auch bei schnellaufendem Reifen gewährleistet. Ein solches Material ist beispielsweise Aramid, welches aber vergleichsweise teuer ist. Darüberhinaus müssen bei Verwendung von Aramid besondere Maßnahmen vorgenommen werden, um bei der Reifenherstellung eine ausreichende Dehnbarkeit der Gürtelabdeckung zu gewährleisten.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Fahrzeugluftreifen der eingangs genannten Art anzugeben, der diese Nachteile nicht aufweist. Insbesondere soll das für die Fäden oder Korde der Gürtelabdeckung verwendete Material kostengünstig sein und die gestellten Anforderungen erfüllen.

Diese Aufgabe wird bei einem solchen Reifen dadurch gelöst, daß die Gürtelabdeckung im wesentlichen nur im Schulterbereich des Reifens Fäden oder Korde aus einem wärmeschrumpfenden Material aufweist, während im dazwischen liegenden mittleren Reifenbereich entweder keine Gürtelabdeckung oder eine Gürtelabdeckung mit Fäden oder Korden aus einem Material mit geringer oder keiner Wärmeschrumpfung vorgesehen ist.

Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß die Wärmeschrumpfung des Nylons bei der Reifenherstellung dann zu keinen oder leicht beherrschbaren Problemen führt, wenn die Verwendung von Nylon für die Korde der Gürtelabdeckung im wesentlichen auf den Schulterbereich des Reifens beschränkt wird, und daß dabei keine Einbußen bei den Schnellaufeigenschaften in Kauf genommen werden müssen. Während beim Betrieb des Reifens, insbesondere beim Schnellauf, den durch die Erwärmung des Reifens hervorgerufenen Schrumpfkräften, die ebenfalls mit zunehmender Reifengeschwindigkeit steigenden Fliehkräfte der Gürtelanordnung entgegenwirken, kann Verformungen des Reifens aufgrund der Erwärmung bei seiner Herstellung durch verschiedene Maßnahmen entgegengewirkt werden, falls dies überhaupt erforderlich ist, da eine Wärmeschrumpfung nur im Schulterbereich auftritt. Beim Betrieb des erfindungsgemäßen Reifens wird der Kompressionswiderstand eines Stahlgürtels also im wesentlichen durch die auf die Gürtelanordnung wirkenden Fliehkräfte ersetzt.

Im mittleren Reifenbereich ist die erforderliche Dehnung der Gürtelabdeckung bei der Reifenherstellung ohnehin relativ gering, so daß hier ohne weiteres Aramid für die Fäden oder Korde der Gürtelabdeckung verwendet werden kann. Ebenso können auch Fäden oder Korde aus Glas- oder Kohlefaser verwendet werden. Andererseits kann im mittleren Reifenbereich auch ein weniger festes, dafür billigeres wärmeschrumpffreies Material, wie Reyon, verwendet oder sogar ganz auf eine Gürtelabdeckung verzichtet werden, da hier die auszugleichenden Radialkräfte verhältnismäßig gering sind. Auf den mittleren Reifenbereich wirkt aber in jedem Fall keine oder nur eine geringe Schrumpfkraft bei Erwärmung des Reifens.

Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß eine Gürtelanordnung mit Fäden oder Korden aus Nylon über die gesamte Gürtelbreite grundsätzlich natürlich möglich ist, wenn man die dabei auftretenden Probleme in Kauf nimmt. Es ist also auch möglich, einen Reifen mit nichtmetallischen Fäden oder Korden in der Gürtelanordnung, beispielsweise aus Aramid, mit einer Nylonabdeckung über die gesamte Gürtelbreite zu kombinieren, um einen sehr leichten Reifen zu erhalten. Allerdings verformt sich der Reifen dann, was selbstverständlich unerwünscht ist.

Die Teile der Gürtelabdeckung in den beiden Schulterbereichen des Reifens mit Fäden oder Korden aus wärmeschrumpfendem Material sind bevorzugt möglichst schmal gewählt, um die Auswirkung der Wärmeschrumpfung bei der Herstellung des Reifens möglichst gering zu halten, wobei die Abdeckung der axialen Seitenkanten aller Gürtellagen aber gewährleistet sein muß. In jedem Fall sollten diese Teile jeweils 30% der Gürtelbreite nicht übersteigen. Bei einem üblichen Fahrzeugreifen wird die Breite dieses Bereiches daher zwischen ca. 5 mm und ca. 50 mm auf jeder Seite des Reifens betragen.

Nach einer bevorzugten Ausgestaltung beginnen die Teile der Gürtelabdeckung mit Fäden oder Korden aus wärmeschrumpfenden Material in den beiden Schulterbereichen des Reifens axial geringfügig weiter außen als die Seitenkante der breitesten Gürtellage und enden axial geringfügig weiter innen als die Seitenkante der schmalsten Gürtellage. Eine spezielle Ausgestaltung könnte so aussehen, daß die Nylonfäden oder -korde jeweils nur einige wenige Windungen über die jeweilige Gürtelkante hinaus gewickelt sind.

Die Beweglichkeit der Gürtelanordnung in Radialrichtung des Reifens kann durch die Wahl des Wärmeschrumpfungsgrades des für die Fäden oder Korde der Gürtelabdeckung verwendeten Materials und/oder durch Wahl der Dicke sowie der Wickelfestigkeit der Gürtelabdeckung auf ein gewünschtes Maß eingestellt werden. Je fester dabei die Wicklung und je größer die Dicke der Gürtelabdeckung, desto höher ist die Rückhaltekraft beim schnell laufenden Reifen. Insbesondere kann die Wahl auch so getroffen werden, daß sich die gegensinnigen Kräfte weitgehend aufheben, also keine Bewegung der Gürtelanordnung beim Betrieb des Reifens stattfindet. Grundsätzlich kann auch im mittleren Reifenbereich die Rückhaltekraft auf diese Weise eingestellt werden.

Als Material für die Fäden oder Korde der Gürtelabdeckung im Schulterbereich kommt insbesondere Nylon aber auch Polyester in Betracht. Mit beiden Materialien kann eine hohe Rückhaltekraft bei schnell laufendem Reifen und gleichzeitig eine gute Dehnbarkeit bei der Reifenherstelltung erreicht werden.

Die Gürtelabdeckung kann sowohl in den beiden Schulterbereichen des Reifens als auch im dazwischen liegenden mittleren Reifenbereich jeweils entweder als breites Band ausgebildet sein, dessen stirnseitige Enden auf Stoß oder einander überlappend verlegt sind, oder als aus einem schmalen Streifen wendelförmig gewickelte Streifenbandage, sogenanntes jointless band (JLB). Die einzelnen Windungen der Streifenbandage können jeweils einander überlappen, wobei die Überlappungsbreite in Axialrichtung des Reifens auch unterschiedlich sein kann. Hierdurch läßt sich unter anderem die Dicke und damit die Schrumpfkraft der Gürtelanordnung einstellen, die wiederum die Beweglichkeit der Gürtelanordnung bestimmt.

Als nicht oder kaum wärmeschrumpfendes Material für die Fäden oder Korde der Gürtelabdeckung im mittleren Reifenbereich kann insbesondere Aramid oder Reyon verwendet werden. Die Fäden oder Korde der Gürtelanordnung können aus textilem Material, insbesondere ebenfalls Aramid, bestehen. Es können aber auch Fäden oder Korde aus Kohlefaser oder aus Glasfaser vorgesehen sein. Bevorzugt ist die Gürtelanordnung als Schnittgürtel ausgebildet.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 einen Querschnitt durch eine Hälfte eines erfindungsgemäßen Fahrzeugreifens,

Fig. 2 eine schematische Darstellung einer ersten Variante einer erfindungsgemäßen Gürtel- und Abdecklagenanordnung in gegenüber Fig. 1 verringertem Maßstab und

Fig. 3 eine zweite Variante einer erfindungsgemäßen Gürtel- und Abdecklagenanordnung in einer Fig. 2 entsprechenden Darstellung.

Der in Fig. 1 dargestellte Reifen weist eine an Wulstringen 1 verankerte Karkasse 2, einen Laufstreifen 3 und eine zwischen Karkasse 2 und Laufstreifen 3 vorgesehene Gürtelanordnung 4 aus zwei Schnittgürtellagen 13, 14 sowie eine die Gürtelanordnung umschließende Gürtelabdeckung 5 auf. Die Wulstringe 1 sind jeweils mit einem Wulstkern 6 versehen, auf welchem ein Kernreiter 7 angeordnet ist. Die beiden Schnittgürtellagen 13 und 14 weisen, wie bei derartigen Reifen allgemein üblich, unterschiedliche Breite auf, wobei die radial innere Schnittgürtellage 13 breiter ist als die radial äußere Schnittgürtellage 14.

Eine mögliche Ausgestaltung der Gürtelabdeckung 5 ist in Fig. 2 schematisch dargestellt. In diesem Beispiel wird die Gürtelabdeckung 5 in den beiden Schulterbereichen 8 durch je eine aus einem schmalen Streifen wendelförmig gewickelte Streifenbandage 9 bzw. 10 gebildet, während der dazwischen liegende mittlere Reifenbereich 11 keine Gürtelabdeckung aufweist. Die beiden Streifenbandagen 9 und 10 weisen Fäden oder Korde aus wärmeschrumpfendem Material, insbesondere Nylon, auf, und überdecken jeweils einen Bereich, der axial etwas weiter außen beginnt als die Seitenkante 15 der breiteren Gürtellage 13 und axial etwas weiter innen endet als die Seitenkante 16 der schmaleren Gürtellage 14.

Bei der in Fig. 3 dargestellten Variante ist neben den beiden Streifenbandagen 9 und 10 in den beiden Schulterbereichen 8 des Reifens auch im mittleren Reifenbereich 11 eine Gürtelabdeckung 5 vorhanden, die ebenfalls als Streifenbandage 12 ausgebildet ist. Auch bei dieser Variante weisen die Streifenbandagen 9 und 10 Fäden oder Korde aus wärmeschrumpfenden Material auf, während die Streifenbandage 12 Fäden oder Korde aus nicht oder kaum wärmeschrumpfendem Material, beispielsweise Aramid oder Reyon, aufweist.

Bei beiden Varianten können die Streifenbandagen 9 und 10, anders als dargestellt, auch nicht oder stärker überlappend gewickelt sein, oder die Überlappungsbreite b kann in Axialrichtung des Reifens unterschiedlich sein. Auch kann anstelle der Streifenbandagen 9 und 10 jeweils ein breites Band in den beiden Schulterbereichen 8 des Reifens vorgesehen sein, dessen stirnseitige Enden gestoßen sind oder einander überlappen.

Dasselbe gilt für die Streifenbandage 12, die ebenfalls entweder auf Stoß oder mit einander überlappenden Windungen gewickelt oder durch ein breites Band ersetzt sein kann. Die Überlappungsbreite b der Windungen kann auch hier in Axialrichtung des Reifens unterschiedlich gewählt sein.

Bei den dargestellten Ausführungsbeispielen überdecken die Teile der Gürtelabdeckung 5 mit Fäden oder Korden aus wärmeschrumpfendem Material also lediglich den Bereich der Seitenkanten 15 und 16 der Gürtelanordnung 4. Die Breite dieser Teile kann aber anders als dargestellt jeweils bis zu 30% der Breite der Gürtelanordnung 4 betragen. Entscheidend ist, daß die bei der Erwärmung des Reifens auftretenden Schrumpfkräfte soweit ausgeglichen werden, daß keine untragbaren Verformungen des Reifens gegeben sind. Beim Betrieb des Reifens wirkt als Gegenkraft insbesondere die Zentrifugalkraft der Gürtelanordnung 4. Bei der Reifenherstellung wirkt als Gegenkraft der zur Ausformung des Reifensprofils verwendete Druck. Lediglich nach Entnahme des noch warmen Reifens aus der Heizform besteht daher die Gefahr einer Verformung des Reifens. Dies kann aber ebenfalls durch geeignete Maßnahmen, beispielsweise durch zusätzliche Verstärkungseinlagen, weitgehend vermieden werden. Es könnte aber auch ein Gegendruck solange aufrecht erhalten werden, bis der Reifen ausgekühlt ist.

Der erfindungsgemäße Reifen ist nicht nur kostengünstig in der Herstellung, sondern zeichnet sich auch durch günstige Reifeneigenschaften, insbesondere beim Schnellauf, aus. Die beim Schnellauf des Reifens auftretende Bewegung der Gürtelkanten 15, 16 der Gürtelanordnung 4 kann durch geeignete Wahl des wärmeschrumpfenden Materials für die Fäden oder Korde der Gürtelabdeckung 5 in den beiden Schulterbereichen 8 so eingestellt werden, daß keine Gürtelablösungen oder sonstigen Defekte des Reifens auftreten. Die auf die Gürtelkanten 15, 16 wirkende Fliehkraft wirkt dabei der Wärmeschrumpfkraft der Gürtelabdeckung 5 in diesen beiden Bereichen 8 entgegen. Eine Kompressionsfestigkeit der Gürtelanordnung 4 ist daher nicht erforderlich, so daß die Gürtelanordnung 4 mit Fäden oder Korden aus nichtmetallischem Material ausgebildet und dadurch das Reifengewicht gegenüber Reifen mit Metallkorden deutlich verringert werden kann.

Der Bereich 8 der Gürtelabdeckung 5 mit Fäden oder Korden aus wärmeschrumpfenden Material kann sehr schmal gehalten werden, so daß eine Schrumpfkraft nur in einem eng begrenzten Bereich auf die Gürtelanordnung 4 wirkt. Insbesondere kann dieser Bereich der Gürtelabdeckung 5 nur um einige wenige Faden- bzw. Kordwindungen über die jeweiligen Gürtelkanten 15, 16 hinausgewickelt sein. Hierzu kann anstelle einer Streifenbandage 9, 10 auch eine Wicklung aus Einzelfäden vorgesehen sein.

Insgesamt erhält man also einen kostengünstig herstellbaren und leichten Reifen, der sich durch gute Reifeneigenschaften, insbesondere beim Schnellauf, auszeichnet.

Bezugszeichenliste

1 Wulstring

2 Karkasse

3 Laufstreifen

4 Gürtelanordnung

5 Abdecklage

6 Wulstkern

7 Kernreiter

8 Schulterbereich

9 Streifenbandage

10 Streifenbandage

11 mittlerer Reifenbereich

12 Streifenbandage

13 breite Gürtellage

14 schmale Gürtellage

15 Seitenkante von 13

16 Seitenkante von 14

I Umfangsmittelebene

b Überlappungsbreite


Anspruch[de]
  1. 1. Fahrzeugluftreifen mit einer Karkasse, einem Laufstreifen, einer zwischen Karkasse und Laufstreifen vorgesehenen Gürtelanordnung aus mindestens zwei Gürtellagen, die als Festigkeitsträger dienende, unter einem vorgebbaren Winkel zur Umfangsmittelebene des Reifens verlaufende Fäden oder Korde aus nichtmetallischem Material aufweisen, und einer die Gürtelanordnung zumindest in Teilbereichen ihrer Breite umschließenden Gürtelabdeckung aus wenigstens einer Abdecklage, die zumindest im wesentlichen in Reifenumfangsrichtung verlaufende Fäden oder Korde aufweist, dadurch gekennzeichnet daß die Gürtelabdeckung (5) im wesentlichen nur im Schulterbereich (8) des Reifens Fäden oder Korde aus einem wärmeschrumpfenden Material aufweist, während im dazwischen liegenden mittleren Reifenbereich (11) entweder keine Gürtelabdeckung oder eine Gürtelabdeckung (5) mit Fäden oder Korden aus einem Material mit geringer oder keiner Wärmeschrumpfung vorgesehen ist.
  2. 2. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens die axialen Seitenkanten (15, 16) aller Gürtellagen (13, 14) mit einer Gürtelabdeckung (5) mit Fäden oder Korden aus wärmeschrumpfendem Material abgedeckt sind.
  3. 3. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet daß die Teile (9, 10) der Gürtelabdeckung (5), die Fäden oder Korde aus wärmeschrumpfendem Material aufweisen und die axialen Seitenkanten (15, 16) der Gürtellagen (13, 14) abdecken, jeweils geringfügig, insbesondere wenige Faden- bzw. Kordwindungen, axial weiter außen beginnen als die Seitenkante (15) der breitesten Gürtellage (13) und geringfügig, insbesondere wenige Faden- bzw. Kordwindungen, axial weiter innen enden als die Seitenkante (16) der schmalsten Gürtellage (14).
  4. 4. Fahrzeugluftreifen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet daß die Beweglichkeit der Gürtelanordnung (4) in Radialrichtung des Reifens, insbesondere im Bereich der Gürtelkanten (15, 16), durch die Wahl des Wärmeschrumpfungsgrades des für die Fäden oder Korde der Gürtelabdeckung (5) verwendeten Materials eingestellt ist.
  5. 5. Fahrzeugluftreifen nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Beweglichkeit der Gürtelanordnung (4) in Radialrichtung des Reifens, insbesondere im Bereich der Gürtelkanten (15, 16), durch Wahl der Dicke und/oder Wickelfestigkeit der Gürtelabdeckung (5) eingestellt ist.
  6. 6. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als wärmeschrumpfendes Material für die Fäden oder Korde der Gürtelabdeckung (5) in den Schulterbereichen (8) des Reifens ein Polyamid (Nylon) dient.
  7. 7. Fahrzeugluftreifen nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß als wärmeschrumpfendes Material für die Fäden oder Korde der Gürtelabdeckung (5) in den Schulterbereichen (8) des Reifens ein Polyester dient.
  8. 8. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Gürtelabdeckung (5) in den beiden Schulterbereichen (8) des Reifens aus jeweils einem breiten Band gebildet ist, dessen stirnseitige Enden auf Stoß oder einander überlappend angeordnet sind.
  9. 9. Fahrzeugluftreifen nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Gürtelabdeckung (5) in den beiden Schulterbereichen (8) des Reifens jeweils als aus einem schmalen Streifen wendelförmig gewickelte Streifenbandage (9, 10) ausgebildet ist.
  10. 10. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß benachbarte Windungen der Streifenbandage (9, 10) zumindest zum Teil einander überlappen.
  11. 11. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Überlappungsbreite (b) in Axialrichtung des Reifens unterschiedlich ist.
  12. 12. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß im mittleren Reifenbereich (11) eine Gürtelabdeckung (5) in Form eines breiten Bandes vorgesehen ist, dessen stirnseitige Enden auf Stoß oder einander überlappend angeordnet sind.
  13. 13. Fahrzeugluftreifen nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß im mittleren Reifenbereich (11) eine Gürtelabdeckung (5) in Form einer aus einem schmalen Streifen wendelförmig gewickelten Streifenbandage (12) vorgesehen ist.
  14. 14. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als nicht oder kaum wärmeschrumpfendes Material für die Fäden oder Korde der Gürtelabdeckung (5) im mittleren Reifenbereich (11) ein Aramid verwendet wird.
  15. 15. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als nicht oder kaum wärmeschrumpfendes Material für die Fäden oder Korde der Gürtelabdeckung (5) im mittleren Reifenbereich (11) Reyon verwendet wird.
  16. 16. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als nicht oder kaum wärmeschrumpfendes Material für die Fäden oder Korde der Gürtelabdeckung (5) im mittleren Reifenbereich (11) Glasfaser verwendet wird.
  17. 17. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als nicht oder kaum wärmeschrumpfendes Material für die Fäden oder Korde der Gürtelabdeckung (5) im mittleren Reifenbereich (11) Kohlefaser verwendet wird.
  18. 18. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Gürtelanordnung (4) als Schnittgürtel mit mindestens zwei Schnittgürtellagen (13, 14) ausgebildet ist.
  19. 19. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Gürtelanordnung (4) als Festigkeitsträger Fäden oder Korde aus Textilmaterial, insbesondere Aramid, aufweist.
  20. 20. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Gürtelanordnung (4) als Festigkeitsträger Fäden oder Korde aus Kohlefaser aufweist.
  21. 21. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Gürtelanordnung (4) als Festigkeitsträger Fäden oder Korde aus Glasfaser aufweist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com