PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE69303753T2 06.02.1997
EP-Veröffentlichungsnummer 0566051
Titel Luftfilter und Methode zum Verringern der Menge an Mikroorganismen in kontaminierter Luft
Anmelder Schuller International Inc., Denver, Col., US
Erfinder Coombs, Garth, Evergreen, Colorado 80439, US;
Vasquez Bastidas, Isidro, Jr., Littleton, Colorado 80123, US
Vertreter Grättinger und Kollegen, 82319 Starnberg
DE-Aktenzeichen 69303753
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 13.04.1993
EP-Aktenzeichen 931059208
EP-Offenlegungsdatum 20.10.1993
EP date of grant 24.07.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.02.1997
IPC-Hauptklasse B01D 39/06

Beschreibung[de]
Fachgebiet

Die Erfindung betrifft Luftfiltrationsmedien, die ein antimikrobielles Mittel darin enthalten, das im wesentlichen die Menge der in verunreinigter Luft enthaltenen Mikroorganismen verringert, wenn die verunreinigte Luft ein Luftfilter passiert, das mit dem Luftfiltrationsmedium hergestellt worden ist, sowie Verfahren zur Verwendung und Herstellung solcher Luftfilter.

Hintergrund der Erfindung

Luftübertragene infektiöse Mittel sind die Hauptursache für viele Erkrankungen der Atemwege. Diese Erkrankungen sind üblich und gut bekannt. Für Atemwegserkrankungen ist es charakteristisch, daß sie zu einem epidemischen Auftreten neigen, explosiv erscheinen und große Bevölkerungsmengen innerhalb kurzer Zeit angreifen. Das Anzeichen für diese Atemwegserkrankungen nimmt während des Herbstes und Winters zu. Die meisten Atemwegsinfektionen werden von unbekannten Mitteln verursacht, jedoch können andere auf der Wechselwirkung von zwei oder mehreren Mikroorganismen beruhen. Die akute Atemwegserkrankung einschließlich der üblichen Erkältung ist verantwortlich für den Verlust von nahezu 100 Millionen Arbeitstagen im Jahr in den USA einschließlich von mehr als 50 % der schulischen Fehltage.

Mit der starken Zunahme der großen Bürogebäude ist man sich zunehmend des "Sick-building"-Syndroms bewußt geworden. "Sick Building" bezieht sich auf ein Gebäude, worin ein größerer als der normale Prozentsatz der Menschen, die darin arbeiten oder wohnen, von einer Krankheit oder Erkrankung betroffen sind. Ein potentielles ursächliches Mittel ist die Ansammlung und das Wachstum von Mikroorganismen auf den Luftfiltern und die anschließende Wanderung in das nachgeschaltete Luftsystem. Obwohl in der Luft pathogene Verunreinigungen normalerweise vorkommen, kann ihre Anzahl in Gegenwart von günstigen Umweltbedingungen dramatisch ansteigen. Ihre Aktivität wird durch viele Variablen beeinflußt, einschließlich Feuchtigkeit und Lufttemperatur, Nahrungsmaterialien, wie schmutzige Luftleitungen und Schmutz auf den Filtermedien, und der Menge des Luftstroms in dem Luftfördersystem.

Die pathogenen Verunreinigungen, die normalerweise in der Luft vorkommen, können von Ort zu Ort schwanken. Normale mikrobiologische Verunreinigungen können aus Bakterien, Hefe, Algen oder einer Mehrfachkombination davon bestehen. Da diese Verunreinigungen über Staubteilchen, Wassertröpfchen und frei fließende Einheiten, die in der Luft der Lüftungssysteme mitgetragen werden, wandern, ist es wünschenswert, sie einzufangen und auszuschalten, um eine Reinluftumgebung insbesondere in Gebäuden, worin die Luft zu einem wesentlichen Ausmaß umgewälzt wird, aufrechtzuerhalten.

Darum besteht für die Lüftungssystemhersteller die Notwendigkeit, das "Sick-building"-Problem anzugehen. Benötigt wird eine Vorrichtung und/oder ein Verfahren, das in der Lage ist, das "Sick-building"-Syndrom zu verbessern.

Anorganische antimikrobielle Mittel sind bereits bekannt. Zur Behandlung von Kleinkindern und gegen Fußpilz wird Silbernitrat verwendet. Zur Wasserreinigung wird Silber intensiv eingesetzt. Zur Verhinderung des Pilzwachstums werden kupferhaltige Farben auf der Unterseite von Booten verwendet.

Die U.S.-Patentschrift Nr. 4 728 323 von Matson, 1. März 1988, offenbart antimikrobielle Wundverbände, bestehend aus einem bequemen Substrat, das dampf- oder sputterbeschichtet ist, mit einem antimikrobiell wirksamen Film aus einem Silbersalz. Bevorzugte Silbersalze sind Silberchlorid und Silbersulfat. Damit der Verband wirksam ist, ist es notwendig, daß sich das Substrat an die Extremität oder Körperoberfläche anschmiegt, um eine enge physikalische Wechselwirkung zu erleichtern, die zwischen der Wunde und den Silbersalzen notwendig ist.

Die U.S.-Patentschrift Nr. 4 876 070, ausgegeben an Tsukahara et al., 24. Oktober 1989, offenbart eine Luftgebläsegerät, worin jeder Bestandteil aus einem Polypropylenharz geformt ist, dem ein antimikrobielles Mittel zugesetzt worden ist. Die antimikrobiellen Mittel werden ausgewählt aus Diphenylether, N-Halogenalkylthioverbindungen, Benzimidazolen, organischen Arsinverbindungen und Metallalumosilicathydrat. Da jedes Bauteil der Klimaanlage oder Heizung das antimikrobielle Mittel darin aufweisen muß, ist dies ein teurer und schwieriger Weg zur Reinigung eines Luftraums. Ebenso ist der Ersatz von Verschleißteilen für den Anwender extrem schwierig und teuer.

Die französische Patentschrift Nr. FR 1 227 152 (U.S.-Patentschrift Nr. 3 017 239) offenbart die Behandlung von Naturfasern (d.h. Baumwolle) oder von synthetischen Polymerfasern mit organischen Derivaten von Zinn oder anderen Metallen, um ein Pilzwachstum auf Klimaanlagefiltern zu verhindern. Die Verbindungen werden jedoch als nur nahezu geruchlos beschrieben, und die bevorzugten Verbindungen, die flüssig sind, müssen als etwas flüchtig betrachtet werden. Die französische Patentschrift Nr. FR 2 215 993 offenbart Wasserfilter, die, abgesehen von Adsorbentien mit hoher spezifischer Oberfläche wie Aktivkohle, Aluminiumoxid, Siliciumdioxidgel und Zeolite, Oxide von Übergangsmetallen enthalten. Dies sind faserige filzartige Filter und können Glasfasern umfassen. Solche Filter sind zur Verwendung in Luftfiltrationssystemen nicht geeignet, noch würde erwartet werden, daß ihre wäßrige Biozidwirkung in nichtwäßrigen Umgebungen wirksam ist. Was in den Offenbarungen vom Stand der Technik fehlt, ist ein sicherer, wirksamer, wirtschaftlicher und leicht anzuwendender Weg zur wesentlichen Verringerung der Menge gefährlicher pathogener Verunreinigungen in einem Luftstrom, der die ausströmende Luft unter den normalen Betriebsbedingungen nicht weiter mit dem antimikrobiellen Mittel verunreinigt.

Biozide Luftfilter könnten organische antimikrobielle Mittel einsetzen. Obwohl sie bei einer breiten Vielzahl von anderen Anwendungen verwendet werden, wären organische antimikrobielle Mittel einer Verflüchtigung, Kodestillation und/oder einem Austreten in die ausströmende Luft unterworfen. Da eine Verflüchtigung und Kodestillation eine Funktion von Temperatur und Feuchtigkeit sind, können organische antimikrobielle in Luftfiltern vorhandene Mittel besonders einem Ausdünsten unterworfen sein.

Aufgabe der Erfindung ist die Bereitstellung eines antimikrobiellen Mittels für Luftfiltrationsmedien und starre Filter, die sich als Ergebnis der normalen Betriebsbedingungen weder verflüchtigen noch kodestillieren, um den hindurchströmenden Luftstrom weiter zu verunreinigen.

Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist die Bereitstellung eines bioziden Luftfiltrationsmediums, das die Menge an Mikroorganismen, die in der verunreinigten Luft vorhanden sind, ohne weitere Verunreinigung dieser Luft mit dem verflüchtigten antimikrobiellen Mittel verringert.

Schließlich besteht eine weitere Aufgabe der Erfindung in der Bereitstellung von Verfahren zum Aufbringen anorganischer Biozid(e) auf ein Luftfiltrationsmedium, das die Menge an Mikroorganismen, die in der verunreinigten Luft vorhanden sind, ohne weitere Verunreinigung der ausströmenden Luft mit dem verflüchtigten antimikrobiellen Mittel verringert.

Die Erfindung erfüllt diese und weitere Aufgaben.

Zusammenfassung der Erfindung

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur wesentlichen Verringerung der Menge an Mikroorganismen, die in verunreinigter Luft vorhanden ist, indem ein Glasfaser-haltiges Luftfiltrationsmedium bereitgestellt wird, das 0,11 bis 22 g/cm² (berechnet als Metall) eines anorganischen antimikrobiellen Mittels enthält, und indem die verunreinigte Luft durch das Luftfiltrationsmedium gepreßt wird, wodurch die Menge der Mikroorganismen in der verunreinigten Luft verringert wird. Die Erfindung betrifft außerdem das Durchführen der Aufbringung der Biozide auf das Luftfiltrationsmedium, um das beanspruchte Verfahren zu erfüllen.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

FIGUR 1 erläutert eine perspektivische auseinandergezogene Seitenansicht einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung;

FIGUR 2 erläutert eine Seitenansicht einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäß verwendeten Luftfiltrationsmediums;

FIGUR 3 ist eine Erläuterung des Temperatur/Feuchtigkeit- Testgerätes;

FIGUR 4 ist eine Erläuterung des Rohrleitungs-Tunnel-Testgerätes; und

FIGUR 5 ist eine Erläuterung des Mehrröhrchen-Luftstromtestgerätes.

Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen

Die Erfindung stellt grob gesagt ein Verfahren zur leichten und wirtschaftlichen Entfernung gefährlicher Mikroorganismen aus verunreinigter Luft bereit, die diese Luft unter den normalen Betriebsbedingungen nicht weiter verunreinigen. Außerdem stellt die Erfindung mehrere Ausführungsformen eines Glasfasermediums und eines Filters bereit, der als besonders geeignet befunden wurde und bei dem beschriebenen Verfahren eingesetzt werden kann, um das Ziel einer verbesserten Luftqualität zu erreichen. Schließlich stellt die Erfindung auch Verfahren zur Herstellung der beschriebenen Biozidbeladenen Luftfilter bereit.

Wie verwendet, soll verunreinigte Luft jede Einheit von Luft beschreiben, die eine wesentliche Konzentration an Mikroorganismen darin aufweist. Beschrieben werden soll die Luft, die derzeit in Gebäuden vorhanden ist, die traditionelle mechanische Luftfilter verwenden. Mikroorganismus, wie hier verwendet, soll jeden Organismus von mikroskopischer oder ultramikroskopischer Größe beschreiben. Es ist beabsichtigt, daß Organismen eingeschlossen sind wie Bakterien, Hefe, Schimmelpilze, Viren und Kombinationen, die solche enthalten, die normalerweise in dem Luftraum von Wohngebäuden, öffentlichen Gebäuden und Industriegebäuden angetroffen werden.

Es wird angenommen, daß die anorganischen antimikrobiellen Mittel, die erfindungsgemäß verwendet werden, sowohl biozide als auch bakteriostatische Funktionsmechanismen aufweisen. D.h. es wird angenommen, daß die anorganischen antimikrobiellen Mittel, die hier verwendet werden, sowohl die Mikroorganismen zerstören als auch zu einer Hemmung der Reproduktion führen. Die Bezeichnung antimikrobiell soll somit die Bezeichnungen biozid und bakteriostatisch umfassen.

Da die antimikrobiellen erfindungsgemäßen Mittel anorganisch sind, sind sie nicht einer Verflüchtigung, Kodestillation und auch keinem Auslaugen als Funktion von hindurchsickerndem Wasser, Feuchtigkeit aus der Umwelt, Temperatur und Druck ausgesetzt.

FIGUR 1 zeigt eine auseinandergezogene Perspektive einer Seitenansicht einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Gerätes. FIGUR 2 erläutert eine Seitenansicht einer bevorzugten Ausführungsform des Gerätes. In den FIGUREN 1 und 2 enthält das Luftfiltrationsmedium 14 ein Glasfaservlies, auf das ein anorganisches antimikrobielles Mittel, wie hier beschrieben, aufgebracht worden ist. Die Glasfaser kann allein oder in Kombination mit einem polymeren Bindemittel vorhanden sein.

Die Glasfaser des Luftfiltrationsmediums 14 liegt in stäbchenartiger Form vor, die in der Industrie im allgemeinen als voluminöse oder geblasene Glasfaser zur Isolierung und für verwandte Anwendungen bekannt ist. Solche Glasfasern werden im allgemeinen beschrieben in FIBER GLASS J. Gilbert Mohr, William P. Rowe, Van Nostrand Rinehold Company 1987, New York, wobei die besondere Aufmerksamkeit den Seiten 136-152 gilt.

Vorzugsweise wird die in dem Luftfiltrationsmedium 14 verwendete Glasfaser aus einer Faser mit der Chemie vom Typ Isolierung hergestellt, die den Fachleuten bekannt ist und beschrieben wird als Alkali-, Kalk-Alumino-, Borosilicatglas. Das Luftfiltrationsmedium wird hergestellt durch gegenseitiges Vermischen von gefasertem Glas und einem Aerosol aus wasserlöslichem teilweise umgesetztem modifiziertem Phenol- Formaldehyd-Harz-Bindemittel. Das gegenseitige Vermischen von Glas und Bindemittel-Aerosol erfolgt in einem Luftstrom, und das Gemisch wird auf einem sich bewegenden Filtersieb, im allgemeinen mit einem tragenden Mulltuch auf dem Filtersieb gesammelt. Die Fasern und das niedergeschlagene Bindemittel- Aerosol bilden ein Vlies, im allgemeinen 3,22 mm auf 12,77 mm (1/8 bis 1/2 in.) dick. Während des Vermischens und Sammelns erfährt das Bindemittel-Aerosol eine Verdampfung von einem Teil des Bindemittelwassers. Nach der Sammlung auf dem Sieb (oder dem Mulltuch) wird das Luftfiltrationsvlies durch eine Reihe von Härtungsöfen geführt, die zur Vervollständigung des Verdampfens des Bindemittelwassers und zur Vervollständigung der Kondensationsreaktion des Phenol-Formaldehyd-Harzes gedacht sind. Das gehärtete Luftfiltrationsmedium wird aufgerollt, in einen Polyethylen-Schutzbeutel geschoben und mit der Produktbezeichnung versehen. Das fertige Medium wird die an Filterhersteller verkauft, die das Medium schneiden und zu tiefen Beuteln oder gefalteten Modulen zusammennähen, die zur Einführung in das Gebäude-Lüftungssystem in Halterahmen befestigt werden.

Ein Glasfasermedium, das als besonders geeignet befunden wurde, wird von der Firma Manville Corporation hergestellt. Dieses Medium besteht im allgemeinen aus Borosilicat-Glasfaser mit einem Phenol/Harnstoff-Formaldehyd-Harz-Bindemittel. Verschiedene Qualitätsgrade des Mediums werden hergestellt, die an verschiedene Hersteller geliefert werden, die die fertigen Filtrationsvorrichtungen von verschiedener Konstruktion herstellen. Das von Manville gelieferte Medium liegt in Form von Rollenware vor. Die Glasfaser kann aus einem breiten Bereich von nominalen Faserdurchmessern von 0,60 bis 5,0 µm (Mikrometer) hergestellt werden, ist jedoch nicht darauf beschränkt. Die nominale Dicke und das Gewicht pro ft² (Dichte) des Mediums schwanken ebenfalls von 2,5 mm bis 12,7 mm (0,10 bis 0,50 in.) Dicke und 43 bis 130 g/m² (4,0 bis 12,0 g pro ft²), sie sind jedoch nicht darauf beschränkt. Diese Medien werden zur Herstellung von Fertigfiltervorrichtungen verwendet, die im allgemeinen bei HVAC(heizungs-, lüftungs- & klimatechnischen) Anwendungen angewendet werden. Diese Fertigfilter können hergestellt werden, so daß sie die ASHRAE-Bewertungen (American Society of Heating, Refrigeration, Air Conditioning Engineers) für den Luftwirkungsgrad von 20 bis 95 % und die ASHRAE-Bewertungen für die Rückhaltung von 50 bis 99 % erfüllen, sie sind jedoch nicht darauf beschränkt. Diese Glasfasermedien können mit oder ohne verschiedene gewebte oder nichtgewebte Mulltuch-Rückseitenmatenahen hergestellt werden. Siehe ASHRAE-Handbuch 1988, Equipment, Kapitel 10.

Die erfindungsgemäß verwendeten anorganischen antimikrobiellen Mittel sind die anorganischen Salze bestimmter Übergangsmetalle. Anorganische Salze von Silber, Kupfer, Gold und Zink werden verwendet. Vorzugsweise werden Verbindungen wie Silbernitrat und Kupfer(II)-nitrat eingesetzt. Solche Salze können allein oder in Kombination davon verwendet werden. Es ist bekannt, daß andere Salze wie Silberchlorid, Kupfersulfat und Kupferacetat eingesetzt werden können. Im allgemeinen enthalten die erfindungsgemäßen Verbindungen ein Metall, welches sich in dem stabilsten Oxidationszustand befindet. Die am meisten bevorzugten Beispiele hiervon sind Kupfer im Oxidationszustand +2 und Silber im Zustand +1. Das lösliche Silbernitrat wird durch Umsetzung mit der Bindemittellösung leicht in unlösliches Chlorid oder Oxid umgewandelt.

Eine antimikrobiell wirksame Menge dieser anorganischen antimikrobiellen Mittel liegt im allgemeinen bei 0,11 bis 22 g/m² (0,01 bis 2,0 g, berechnet als Metall pro ft²) des Glasfaservlieses. Am meisten bevorzugt ist das anorganische antimikrobielle Mittel in einer Menge von 0,11 bis 0,22 g/m² (0,01 bis 0,02 g pro ft²) des Glasfaservlieses vorhanden.

Wie zuvor diskutiert, kann das Luftfiltrationsmedium 14 auch aus einem polymeren Bindemittelmaterial bestehen, welches die Glasfasern im wesentlichen verklebt. Vorzugsweise ist das Bindemittel entweder ein thermoplastisches oder warmgehärtetes Polymer. Geeignete käuflich erhältliche Bindemittel sind wasserlösliche Harze, wie warmhärtende Phenol-, Melamin-, Acrylharze und dergleichen.

Am meisten bevorzugt ist das Bindemittel ein Phenolharz. Phenolharze sind besonders geeignet. Nach dem Einarbeiten des Bindemittels und nach dem Härten sollte das Luftfiltrationsmedium die ASHRAE-Wirkungsgradbewertungen, wie zuvor diskutiert, erfüllen.

Phenolharze, von denen gefunden wurde, daß sie erfindungsgemäß extrem gut arbeiten, sind disperse Salz-Phenolharze, die Phenol-zu-Formaldehyd-Verhältnisse von 1,50 bis 4,00 besitzen. Einige dieser Harze werden hergestellt von der Firma Borden Chemical Company und von der Firma Georgia Pacific Corporation. Diese umfassen das Harz Nr. 5056 von Borden und das Harz Nr. 2818 von Georgia Pacific. Andere käuflich erhältliche Phenolharze, die hergestellt werden, sind ebenfalls mit den anorganischen antimikrobiellen Mitteln der Erfindung zufriedenstellend. Größtenteils werden diese Phenolharze mit einem basischen Katalysator in einer wäßrigen Lösung, die unlösliche disperse Salze enthält, zusammengebracht.

Die obige Bindemittelformulierung wird normalerweise zu ungefähr 8 bis 12 % auf das Glasfaservlies aufgebracht.

Das teilweise gehärtete Phenolharz-Bindemittel wendet einen Härtungscyclus an, um Restwasser zu verdampfen und um die Kondensationsreaktion zu vervollständigen oder um das Harz zu härten. Dies wird in einem beheizten Bandofen und/oder auf Schmelzwalzen erreicht. Werden Öfen verwendet, so wird das Bindemittel zwischen 204 ºC und 260 ºC (400 und 500 ºF) 1 bis 3 min lang gehärtet.

Die Figuren 1 und 2 erläutern ferner die Verwendung eines Mulltuchs. Die Erfindung berücksichtigt, daß das anorganische antimikrobielle Mittel entweder auf das Mulltuch oder auf die Glasfaser selbst oder auf das Vlies oder auf das Glasfaservlies und das Mulltuch in Verbindung mit dem Bindemittel aufgebracht werden kann.

Wie zuvor beschrieben, können die anorganischen antimikrobiellen Mittel in einer antimikrobiell wirksamen Menge auf das Mulltuch aufgebracht werden. Gewünscht ist, daß diese Menge dieselbe ist wie diejenige auf dem Luftfiltrationsmedium 14, 0,11 bis 22 g/m² (0,01 bis 2,0 g pro ft²) des Mulltuchs. Am meisten bevorzugt sind die anorganischen antimikrobiellen Mittel in einer Menge von 0,11 bis 0,22 g/m² (0,01 bis 0,02 g pro ft²) des Mulltuches vorhanden.

Somit ist zu erkennen, daß das erfindungsgemäße Biozid-behandelte Luftfilter aus einem Glasfaser-Luftfiltermedium 14 in einer Kombination mit dem Mulltuch 12 besteht. Bei einer solchen Ausführungsform ist zu erkennen, daß das Mulltuch auf der Rückseite des Luftfiltermediums 14 angeordnet ist. Falls nur das Mulltuch mit den anorganischen antimikrobiellen Mitteln behandelt wird, so kontaktiert der verunreinigte Luftstrom das behandelten Mulltuch, nachdem er das Glasfaser Luftfiltermedium 14 verläßt. Die Vorteile der Behandlung nur der Mulltuch-Rückseite mit den antimikrobiellen Mitteln können in wirtschaftlich und praktisch sein, da es dem Mulltuchhersteller ermöglicht wird, die antimikrobiellen Mittel allein aufzubringen, und da die Filtermedium-Wirkungsgrad parameter in bestimmten Filtern aufrecht erhalten werden (obwohl keine beobachtete Störung in den Filterwirkungsgraden vorlag, insbesondere da die Erfinder während des Tests der Erfindung das Filter mit dem höchsten Luftfiltrationswirkungsgrad verwendeten, das von der Firma Firma Manville Corporation für ihren Test hergestellt worden ist). Falls nur das Glasfaser-Luftfiltermedium mit den antimikrobiellen Mitteln behandelt wird, kommt der verunreinigte Luftstrom sofort mit den antimikrobiellen Mitteln auf dem Glasfasermedium in Kontakt. Der Vorteil der Behandlung nur des Glasfasermediums besteht darin, daß es sofort die Reproduktion und das Wachstum der Mikroorganismen auf den größeren Flächen des Mediums selbst verhindert. Falls sowohl das Glasfaserfiltermedium als auch das Mulltuch mit den antimikrobiellen Mitteln behandelt werden, wird die potenzierende Wirkung der bioziden und bakteriostatisch Funktionsmechanismen des Filters zur Zerstörung der Mikroorganismen und Hemmung ihrer Reproduktion überall in dem gesamten Filter erhöht.

Die Erfindung berücksichtigt, daß die Mulltücher 12 aus einem käuflich erhältlichen gewebten oder nichtgewebten Glasfaseroder Polymermaterial bestehen. Üblicherweise sind die Mulltücher entweder aus einem Polyestermaterial oder einem Nylonmaterial hergestellt. Ein geeignetes Polyestermaterial wird von der Firma Reemay Corporation unter dem Warenzeichen "REEMAY" hergestellt und besteht aus nichtgewebten spunbonded Polyester-Endlosfasern mit Dichten von 14 g/m² bis 34 g/m² (0,4 und 1,0 oz. pro ft²). Es wird von der Firma SNOW Filtration Co. Cincinnati, Ohio, vertrieben.

Ein anderes bevorzugtes Mulltuchmaterial wird von der Firma Fiberweb of North America, Inc. unter dem Warenzeichen "CEREX" hergestellt. Es wird aus nichtgewebten spunbonded Nylon-Endlosfasern mit Dichten von 14 g/m² bis 34 g/m² (0,4 und 1,0 oz pro ft²) hergestellt. Es wird ebenfalls von der Firma SNOW Filtration Co. Cincinnati, Ohio, geliefert.

Das behandelte Mulltuch- und/oder das behandelte Filtermedium wird typischerweise zu den handelsüblichen Filtern umgewandelt, indem es zu den geeigneten tief gefalteten Filtertüten oder -taschen zugeschnitten und genäht wird, die in den Rahmen 10 zur Anbringung in dem Luftfiltersystem befestigt werden. Flache Medien können verwendet werden, jedoch bietet im allgemeinen das gefaltete oder mit Taschen versehene Medium eine größere Filtrationsfläche und niedrigere Flächengeschwindigkeit, die bessere Filtrationsergebnisse ergeben.

Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Verwendung der vorstehend beschriebenen antimikrobiell beladenen Luftfilter. Die erfindungsgemäßen Luftfilter können in jedem gewünschten Luftdurchgangsweg angeordnet werden. Verunreinigte Luft, die in das Luftfilter eintritt, besitzt beim Verlassen eine wesentlich verringerte Konzentration an Mikro- Organismen.

Es wird vermutet, daß die antimikrobiell beladenen erfindungsgemäßen Luftfilter in Wohnhäusern, öffentlichen und industriellen Gebäuden verwendet werden können. Da sie leicht installiert und ersetzt werden können, sind sie zur Verwendung in Haushaltsgeräten geeignet, die die Bewegung von Luft erleichtern, wie Öfen und Klimaanlagen, einschließlich von HVAC-Vorrichtungen. Die Leistung der Filter ist in allen umgebenden Umwelten und unter allen HVAC-Luftströmen erprobt, insbesondere da sie nach der Anwendung mit dem Glasfaservlies und dem Mulltuch verkleben und unlöslich werden.

Die Erfindung betrachtet mehrere Verfahren der Aufbringung der anorganischen antimikrobiellen Mittel auf das Luftfiltrationsmedium. Die Einarbeitung des anorganischen antimikrobiellen Mittels in die Luftfilter 16 von FIG. 1 und 2 kann auf jedem von mehreren Wegen erreicht werden. Nachstehend werden verschiedene Ausführungsformen diskutiert.

Am meisten bevorzugt werden die anorganischen antimikrobiellen Mittel in das polymere Bindemittel eingearbeitet und von da auf das Glasfaservlies aufgebracht. Ungefähr 0,05 bis 20,0 Gew.-% der anorganischen antimikrobiellen Mittel, bezogen auf das Gewicht des Bindemittels, können verwendet werden. Obwohl der Anmelder es nicht wünscht, an eine bestimmte Theorie gebunden zu werden, glaubt der Anmelder, daß der in der Bindemittellösung, die bereits vorstehend diskutiert worden ist, vorhandene basische Katalysator dazu führt, daß die anorganischen antimikrobiellen Mittel als unlösliche Salze ausfallen. Die unlöslichen Salze werden von dem Bindemittel an der Glasfaser festgehalten.

Alternativ kann das anorganische antimikrobielle Mittel aufgebracht werden als ein erstes Spray auf das Luftfiltrationsmedium 14, gefolgt von einem zweiten Spray einer reduzierenden Lösung, die mit dem verwendeten anorganischen Salz kompatibel ist. Die resultierende Lösung des Luftfiltrationsmediums ist mit dem verwendeten anorganischen Salz kompatibel (d.h. eine Lösung des Silbersalzes AgNO&sub3; als Reagenslösung und eine reduzierende Saccharose- oder Formaldehydverbindung, aufgelöst in einer zweiten Lösung). Das erste Spray für das Luftfiltrationsmedium ist vorzugsweise ein phenolisches Bindemittel mit einer Lösung eines Silber- oder Kupfersalz in Gegenwart von wäßrigen Salzen auf Calcium- oder Natriumbasis. Das zweite Spray kann aus einer Chloridlösung bestehen, vorzugsweise aus Chlorwasser. Ferner wird das Luftfiltrationsmedium 14, wenn es ein Bindemittel enthält, vorzugsweise vor dem Aufbringen des anorganischen antimikrobiellen Sprays gehärtet. Es ist jedoch möglich, daß das Spray auf eine nichtgehärtete Kombination aus Bindemittel/Glasfaservlies aufgebracht wird. Es wird bevorzugt, daß das Bindemittel vor dem Aufbringen des antimikrobiellen Sprays gehärtete wird, um die Herstellung in einer Produktionseinrichtung zu erleichtern.

Nach dem Aufbringen des anorganischen antimikrobiellen Sprays wird ein zweites Spray einer ausfällenden Lösung aufgebracht. Ein geeignetes zweites Spray wäre eine Chloridlösung wie vorstehend beschrieben, vorzugsweise eine wäßrige Lösung, die wenigstens 0,1 % Chlorid enthält.

Es ist ferner möglich, daß die beiden Sprays in einer Lösung kombiniert werden, die aus dem anorganischen antimikrobiellen Mittel und einem Reduktionsmittel wie Saccharose besteht. Die reduzierende Lösung sollte wenigstens 20 Gew.-% des anorganischen antimikrobiellen Mittels enthalten.

Schließlich kann das anorganische antimikrobielle Mittel auf die blanken Glasfasern plattiert werden. Dies ist auch als chemisches Versilbern von Glas bekannt. Dieses Aufbringverfahren umfaßt die existierende Technologie, die beim Aufbringen einer Tönung oder Verspiegelung auf Glas angewendet wird.

Eine mit Kalium- und Ammoniumhydroxid hergestellte Silberlösung kann an der Glasoberfläche mit Saccharose und Salpetersäure, mit Silberlösung zu reduzierender Saccharoselösung von 4:1, reduziert werden. Ein solches Filmabscheidungsverfahren ist beschrieben in "Coatings On Glass", H.K. Pulker, Elsevier Science Publishing Co., Inc., 1984, Ss. 94-96.

Die folgenden Beispiele sind zur Erläuterung der Erfindung bereitgestellt, sollen die Erfindung jedoch nicht einschränken. Sämtliche Gradangaben beziehen sich auf ºC, sämtliche Teile beziehen sich, wenn nicht anders angegeben, auf Gewichtsprozent.

Beispiel 1

Die erfindungsgemäßen anorganischen antimikrobiellen Mittel wurden mit organischen antimikrobiellen Mitteln verglichen. Im allgemeinen wurden diese vor dem Aufbringen mit dem bevorzugten Phenolharz und/oder Wasser vermischt. Außer wo angegeben, wurden die antimikrobiellen Mittel aufgebracht, nachdem sie in 100 ml Bindemittel (Phenolharz) und 30 ml Wasser aufgelöst wurden, bevor sie auf das Medium aufgesprüht wurden.

Die antimikrobiellen Mittel wurden auf 20-cm-x-20-cm-(8-in.- x-8-in.)-Abschnitte von 400 cm² (0,44 ft²) des Glasfaser- Luftfiltrationsmediums mit einer 1-l-Handspritzflasche aufgebracht, die so eingestellt war, daß sie einen gleichmäßigen Nebel erzeugte. Jeder Spritzer gab ein ungefähres Volumen von 1,5 ml Lösung ab.

Das Luftfiltrationsmedium 14, das bei dem Experiment verwendet wurde, bestand aus dem ausgeglühten Typ AFS-3, hergestellt von der Firma Manville Corporation, dem Äquivalent zu blanker Glasfaser.

Es wird eine beispielhafte Berechnung aufgeführt: Zu 100 ml Phenolharz und 30 ml Wasser wurden 0,26 g AgNO&sub3;-Pulver gegeben. Dies ergab eine Lösung von 0,002 g AgNO&sub3;/ml für eine Konzentration von 0,20 % (g AgNO&sub3;/100 ml). Ein 400-cm²-(0,44- ft²)-Stück des Mediums, 20 cm x 20 cm (8 in.x8 in.), wurde mit 3 Spritzern (1,5 ml pro Spritzer) aus einer Spritzflasche besprüht. (3 x 1,5 ml = 4,5 ml x 0,002 g AgNO&sub3;/ml = 0,01 g AgNO&sub3;/400 cm² (0,01 g AgNO&sub3;/0,44 ft2) Medium = 1,29 x 10&supmin;&sup5; g AgNO&sub3;/m² (0,02 g AgNO&sub3;/ft²).

Tabelle 1 Aufbringungen von antimikrobiellem Mittel

Dieses Experiment lieferte die Aufbringparameter für alle getesteten Mittel. Die anschließenden Experimente, die sich auf eines der obigen antimikrobiellen Mittel beziehen, verwenden die obigen Konzentrationen, die aufgebrachte Menge und Härtungsbedingung.

Beispiel 2 - Ausdünsten von organischen Bioziden

Dieses Experiment wurde zur Bestimmung der Wirkung der Bedingungen einer unterschiedlichen Temperatur/Feuchtigkeitskontrollierten Luft auf das Ausdünsten verschiedener organischer antimikrobieller Mittel durchgeführt. Das Ausdünsten wurde durch die Schwankungen in der Summe des organischen Kohlenstoffes (TOC) in den antimikrobiellen/Glasfaser-Luftfiltrationsmediumproben bestimmt.

Die Testapparatur ist in FIG. 3 erläutert. Der Testprobenbehälter 10 wurde auf der Außenseite 12 isoliert, um eine Wasserkondensation zu vermeiden. Die Proben 14 wurden hergestellt, indem ausgeglühtes AFS-3 mit einer runden zweiteiligen Stahlmatrize von 0,95 cm (3/8 in.) zugeschnitten wurde. Die Stücke des Probenmediums wurden mit fünf der organischen antimikrobiellen Mittellösungen von Beispiel 1 besprüht. Die resultierenden Proben paßten genau in das Innere der beiden 0,75-cm-(3/8-in.)-Innendurchmesser-Teströhrchen. Fünf der sechs Probenröhrchen 16' waren mit mehreren Vliesstücken, die mit demselben Mittel besprüht worden waren, beladen. Das sechste Probenröhrchen 16' wies eine Serie von "Kontroll"- Vliesen ohne das Mittel auf. Eine Summe vonfünf unterschiedlichen antimikrobiellen Mitteln, zusammen mit einer Kontrolle wurde getestet, wobei von jedem Röhrchen 16 und 16' eine Probe genommen wurde. Die Geschwindigkeit der feuchten Luft wurde bei 1,9 x 10&supmin;² m³/sec (40 cfm) konstant gehalten. Die ersten Testergebnisse waren unschlüssig. Es wird angenommen, daß dies auf der Tatsache beruht, daß Wasser als Verdünnungs mittel für die TOC-Bestimmung verwendet wurde und daß die getesteten Vliese zunächst mit Standard-Phenolharz besprüht wurden. Obwohl dieses Experiment bei der quantitativen Messung des Ausdünstens von anorganischen Bioziden nicht sehr erfolgreich war, zeigte es doch, daß das Ausdünsten ein Problem darstellte.

Das Ausdünsten wurde jedoch unter den Bedingungen beobachtet, die im allgemeinen die schärfsten waren, die ein Luftfiltrationsmedium normalerweise in der wirklichen Welt erfahren würde. Die Daten in Tabelle 2 zeigen, daß bei Bedingungen von 27 ºC (80 ºF) und 90 % R.H. die organischen antimikrobiellen Mittel aus dem besprühten Medium ausdünsten. Obwohl dem Testverfahren die Möglichkeit fehlte, das antimikrobielle Mittel quantitativ nachzuweisen, kann gesehen werden, daß die TOC's, die ausdünsteten, größer waren als die für die Kontrollprobe angezeigte Hintergrundzählung. Dies zeigt, daß die antimikrobiellen Mittel TOC's zu den Hintergrundkonzentrationen addierten. Nur 2 Wochen bei diesen Bedingungen würde diese organischen antimikrobiellen Luftfilter unwirksam machen. Tabelle 3 zeigt, daß unter den Bedingungen von 23 ºC (74 ºF) und 70 % R.H. nach 5 Wochen einige Ausdünstungsverluste auftreten.

Tabelle 2 Ausdünsten von organischen antimikrobiellen Mitteln bei 27 ºC (80 ºF) und 90 % R.H.
Tabelle 3 Ausdünsten von organischen antimikrobiellen Mitteln bei 23 ºC (74 ºF) und 70 % R.H.

Die Ergebnisse dieses Tests zeigen das Ausmaß des nachweisbaren Ausdünstens in die Luft der organischen antimikrobiellen Mittel.

Beispiel 3 - Analyse der Mikroorganismen

Aufgrund ihrer distinkten roten Farbe wurde Serratia Marcescens als Testbakterien verwendet. Dies ist eine leicht aufspürbare mobile Stäbchenbakterien-Spezies. Die Ausgangsproben waren ATCC 8100 (American Type Culture Collection, 12301 Parklawn Drive, Rockville, MD 20852) von einer Bactrol- Scheibe. Die Kulturen der Bakterien wurden so gezüchtet, daß das Luftfiltermedium provoziert werden konnte.

Unter Verwendung eines Verneblers wurde unbehandeltes Luftfiltrationsmedium (AFS-3, Glasfaser mit gehärtetem phenolischem Bindemittel) mit einem quantitativ abzentrifugierten Zellgemisch von Serratia Marcescens (ungefähr 45 EE08 Zellen/ml) und AC-Staub in dem in FIG. 4 erläuterten Testleitungsgerät besprüht. Die austretende Luft wurde am Ende des Lufttunnels 10 zu verschiedenen Zeitintervallen kontrolliert, um zu bestimmen, wie viele Organismen typischerweise das Hauptfilter 12 passieren würden. Unter Verwendung eines 0,2-µm-Prüffilters 14 am Ausgang 16 von Tunnel 10 wurden die herauskommenden Organismen eingefangen, indem sie eine zusätzliche Zeit das Prüffilter 14 durchliefen. Die Plattenzählung erfolgte auf den Prüfffiltern, indem sie direkt auf eine Agarplatte übertragen und 24-48 Stunden lang bei 28- 32 ºC inkubiert wurden. Um die ASHRAE-Luftstrom-Tunnelbedingungen für den Filtrationsmedium-Test zu simulieren, wurde das Testleitungsgerät bei ungefähr 1,9 x 10&supmin;² m³/s (40 cfm) betrieben. Eine relative Feuchtigkeit von 50-60 % und eine Temperatur von 18 ºC - 21 ºC (65-70 ºF) wurden beibehalten.

Die ersten Bakterienzählungen auf der Platte ergaben eine vollständige Ausschaltung des Organismusdurchtrittes. Nach 5wöchigem fortgesetztem Testen bei 1,9 x 10&supmin;² m³/s (40 cfm) und Versorgen der Bakterien mit einer Nahrungsquelle vermehrten sich die Organismen und waren in der Lage, durch das Medium in die herauskommende Luft hindurchzutreten. Somit führte, obschon die "Kontrolle" zunächst ein wirksames Filter war, wenig mehr als eine 1monatige Verwendung zu einem Versagen.

Um die antimikrobielle Wirksamkeit der verschiedenen anorganischen antimikrobiellen Mittel wie aufgebracht auf die obigen "Kontrollen" zu bestimmen, wurde ein Hemmzonentest durchgeführt. Dieser Test verwendete die Scheiben-Platten- Technik, die die Hemmzone (ein klarer Bereich) um die Scheibe beobachtet. Die Scheibe bestand aus dem Luftfiltrationsmedium (Glasfaser + phenolisches Bindemittel) mit einer wirksamen Menge eines anorganischen antimikrobiellen Mittels. Ein kleines Stück des Mediums, 0,6 cm x 0,6 cm (1/4" x 1/4"), behandelt mit dem antimikrobiellen Mittel, wurde auf die Oberfläche und in die Mitte einer angeimpften Platte von Organismen gegeben. Nach einer 48stündigen Inkubation bei 32 ºC wurde die Platte auf eine Hemmzone, die das Luftfiltrationsmedium umgibt, abgesucht. Eine Hemmzone um das Medium zeigte an, daß der Organismus durch das bestimmte anorganische antimikrobielle Mittel gehemmt wurde, welches aus dem Vlies in das Agar diffundierte. Die Tabellen 4 und 5 zeigen die Ergebnisse der Hemmstudien mit Serratia Marcescens und "typischen" Organismen aus einem verschmutzten Luftfilter.

Tabelle 4 Hemmzonen mit Serratia marcescens
Tabelle 5 Hemmzonen mit "typischen" Organismen auf einem verschutzten Filter

Die Ergebnisse zeigen, daß die anorganischen antimikrobiellen Mittel so gut sind wie und in einigen Fällen bessere antimikrobielle Mittel sind als die organischen Konkurrenzproduktmittel

Beispiel 4 - Luftstrom-durch-Tunnel-Bewertungsstudie

Die besten Kandidaten aus Beispiel 3 wurden in dem Mehrröhrchen-Testgerät, das in FIG. 5 dargestellt ist, bewertet. Die anorganischen antimikrobiellen Mittel wurden auf das Luftfiltermedium oder auf die Mulltücher aufgebracht. Jede Probe wurde in ein separates Röhrchen gegeben, wobei sich die behandelten Medienproben 10 und die behandelten Mulltuchproben 12 in getrennten Behältern befanden.

Nach einem 13wöchigen Testlauf mit einer Luftgeschwindigkeit von 3,4 m/min (11,1 Fuß/min) wurde gefunden, daß die Organismen keines der Filtermedien passiert hatten. Die Raumluft wurde getestet und zeigte ein starkes Wachstum von sowohl schwarzer granulärer Hefe als auch grauem flachem Schimmel. In einem Versuch, die Seriosität des Tests zu steigern, wurde die Einheit betrieben, ohne daß die Prüffilter 40 eingebaut waren. Dies verstärkte den Luftstrom auf ungefähr 12 m/min (40 Fuß/min). Es wurde gefunden, daß keine Organismen hindurchtraten, bis die Luftgeschwindigkeit wiederum auf 39 m/min (127,8 Fuß/min) gesteigert wurde. Der Test wurde sogar noch weiter verschärft, indem zwei 5-ml-Dosen von Lösungen aus Organismenbrühe/Saccharose mit ungefähr 54 EE9- Organismen pro ml, die jeweils vor dem Auftreten jeglicher Organismen aufgesprüht wurden, zugesetzte wurden. Siehe die Ergebnisse in den Tabellen 6 und 7. Die aufgesprühten Organismusprovokationen bestanden aus filamentösen Schimmelpilzen mit etwas Serratia marcensces. Die Tabellen 6 und 7 und die Ergebnisse von Beispiel 2 zeigen, daß die besten antimikrobiellen Mittel Silbernitrat, Kupfer(II)-nitrat und das Konkurrenzprodukt A waren.

Tabelle 6 Organismenzählungen auf Agarplatten für unterschiedliche antimikrobielle Mittel Schimmelzählungen auf Agarplatten in der 17 Testwochen -24stündige Sammlung nach 72 Stunden Hochgeschwindigkeitsluft durch die behandelten Filter.
Tabelle 7 Organismenzählungen auf Agarplatten für unterschiedliche antimikrobielle Mittel Schimmelzählungen auf Agarplatten in der 18. Testwoche -1wöchige Sammlung mit angebrachten Prüffiltern (Prüffilter, montiert unmittelbar nach Entfernung der obigen Filter) mit einer durchschnittlichen Luftgeschwindigkeit von 10 m³/s /m² (13,9 cfm/ft²).

Prüffilter

Es wurde ein neuer Test durchgeführt, bei dem Silbernitrat und Kupfer(II)-nitrat bei 3 unterschiedlichen Konzentrations niveaus auf dem behandelten Medium [Glasfaser und Bindemittel] und dem behandelten Mulltuch bewertet wurden. Die Ergebnisse sind in den Tabellen 8 und 9 angegeben. Dieser Test wurde in dem Standard-Klimaanlageraum, der in FIG. 5 dargestellt ist, durchgeführt. Es herrschte eine konstante Luftgeschwindigkeit von 12 m/min (40 Fuß pro min) und insgesamt 5 wöchentliche Provokationen mit Lösungen von Organismenbrühe/Saccharose, die jeweils 65 EE9-Organismen/ml [5 ml/Woche) enthielten. Die Mikroorganismen-Eindringung in die herauskommende Luft begann nach der 6. Testwoche. Die aussagekräftigen Daten begannen in der 7. Testwoche.

Tabelle 8 Organismenzählungen auf Agarplatten für antimikrobielle Mittel Schimmelzählungen auf Agarplatten in der 7. Testwoche -24stündige Sammlung nach einem kontinuierlichen Hochgeschwindigkeitsluftstrom durch die behandelten Filter.
Tabelle 9 Organismenzählungen auf Agarplatten für anorganische antimikrobielle Mittel Schimmelzählungen auf Agarplatten in der 9. Testwoche -24stündige Sammlung nach einem kontinuierlichen Hochgeschwindigkeitsluftstrom durch die behandelten Filter.

Die Ergebnisse zeigen, daß sowohl Silbernitrat als auch Kupfer(II)-nitrat bei Konzentrationen von so niedrig wie 0,1 % einen wirksamen antimikrobiellen Schutz bieten, ohne die Gefahr einer weiteren Verunreinigung als Ergebnis des Ausdünstens.

Obschon die besten Möglichkeiten zur Durchführung der Erfindung ausführlich beschrieben worden sind, erkennen Fachleute verschiedene alternative Aufbauten und Ausführungsformen zur Durchführung der Erfindung, wie sie durch die folgenden Ansprüche definiert ist.


Anspruch[de]

1. Verfahren zur Verringerung der Menge an Mikroorganismen in verunreinigter Luft, welches die Stufen umfaßt:

Bereitstellen eines Glasfaser-Luftfiltrationsmediums, das 0,11 bis 22 g/m² (berechnet als Metall) einer anorganischen antimikrobiellen Silber-, Kupfer-, Gold- oder Zinkverbindung enthält; und

Pressen der verunreinigten Luft durch das Luft-Filtrationsmedium und dadurch Verringern der Menge an Mikroorganismen in der verunreinigten Luft.

2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem das Filtrationsmedium außerdem aus wenigstens einem Mulltuch besteht, das eine Oberfläche in Berührung mit der Rückseite des Glasfaser- Luftfiltrationsmediums aufweist, wodurch die verunreinigte Luft durch das Mulltuch gepresst wird.

3. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die anorganische antimikrobielle Verbindung in einer Menge von 0,11 bis 0,22 g/m² vorhanden ist.

4. Verfahren nach Anspruch 2, bei dem das Mulltuch die anorganische antimikrobielle Verbindung enthält.

5. Luftfiltermedium, das zur Verringerung der Menge an Mikroorganismen in der durch das Medium gepreßten verunreinigten Luft geeignet ist, welches umfaßt:

ein für Luft poröses Glasfasermedium;

0,11 bis 22 g/m² einer anorganischen antimikrobiellen Silber-, Kupfer-, Gold- oder Zinkverbindung, die auf dem Medium vorhanden und so angeordnet ist, daß sie sich in dem Weg der durch das Filtermedium gepreßten verunreinigten Luft befindet, wodurch die Anzahl der Mikroorganismen in der verunreinigten Luft verringert wird.

6. Filter nach Anspruch 5, worin die Menge der anorganischen antimikrobiellen Verbindung 0,11 bis 0,22 gim² beträgt.

7. Filter nach Anspruch 5, der außerdem wenigstens ein Mulltuch umfaßt, das eine Oberfläche in Berührung mit der Rückseite des für Luft porösen Glasfaser-Filtrationsmediums aufweist, wodurch die verunreinigte Luft durch das Mulltuch gepresst wird.

8. Filter nach Anspruch 7, worin die anorganische antimikrobielle Verbindung auf dem Mulltuch vorhanden ist.

9. Filter nach Anspruch 5, worin die anorganische antimikrobielle Verbindung eine Silberverbindung ist.

10. Filter nach Anspruch 9, worin die Silberverbindung Silbernitrat ist.

11. Verfahren zur Herstellung eines Glasfaser-Filtrationsmediums, das geeignet ist zur Verringerung der Menge an Mikroorganismen, die in verunreinigter Luft, die das Medium passiert, vorhanden sind&sub1; welches umfaßt:

Bereitstellen eines für Luft porösen Glasfaser-Filtrationsmediums, das gegebenenfalls ein Mulltuch in Berührung mit der Oberfläche des für Luft porösen Glasfaser- Filtrationsmediums aufweist;

Behandeln wenigstens des für Luft porösen Glasfaser- Filtrationsmediums oder des Mulltuchs mit einem wäßrigen Gemisch, das genügend antimikrobielle anorganische Metallverbindung enthält, um 0,11 g/m² bis 22 g/m² der antimikrobiellen Metallverbindung, berechnet als Metall, auf dem für Luft porösen Glasfaser-Filtrationsmedium oder Mulltuch bereitzustellen; worin die anorganische antimikrobielle Verbindung eine Silber-, Kupfer-, Gold- oder Zinkverbindung ist.

12. Verfahren nach Anspruch 11, bei dem das wäßrige Gemisch außerdem eine Glasfaser-Bindemittelzusammensetzung umfaßt.

13. Verfahren nach Anspruch 12, bei dem die Glasfaser-Bindemittelzusammensetzung ein Phenolharz umfaßt.

14. Verfahren nach Anspruch 11, bei dem das wäßrige Gemisch, das die anorganische antimikrobielle Verbindung enthält, außerdem ein Reduktionsmittel umfaßt, das in der Lage ist, das Metallion in der anorganischen Metallverbindung zu Metall zu reduzieren.

15. Verfahren nach Anspruch 11, bei dem die anorganische antimikrobielle Verbindung Silbernitrat ist.

16. Verfahren nach Anspruch 14, bei dem die anorganische antimikrobielle Verbindung ammoniakalisches Silbernitrat ist und das Reduktionsmittel eine Lösung ist, die einen reduzierenden Zucker enthält.







IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com