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Dokumentenidentifikation DE69305510T2 20.02.1997
EP-Veröffentlichungsnummer 0641284
Titel KAMMERRAKEL FÜR DRUCKEINHEIT UND DRUCKEINHEIT
Anmelder Bööse, Ake, Lidingö, SE;
Stenqvist, Jan, Kvidinge, SE
Erfinder Bööse, Ake, Lidingö, SE;
Stenqvist, Jan, Kvidinge, SE
Vertreter Bardehle, Pagenberg, Dost, Altenburg, Frohwitter, Geissler & Partner Patent- und Rechtsanwälte, 81679 München
DE-Aktenzeichen 69305510
Vertragsstaaten BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, IT, LI, NL, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 19.05.1993
EP-Aktenzeichen 939105441
WO-Anmeldetag 19.05.1993
PCT-Aktenzeichen SE9300447
WO-Veröffentlichungsnummer 9324328
WO-Veröffentlichungsdatum 09.12.1993
EP-Offenlegungsdatum 08.03.1995
EP date of grant 16.10.1996
Veröffentlichungstag der Übersetzung europäischer Ansprüche 02.05.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.02.1997
IPC-Hauptklasse B41F 31/02

Beschreibung[de]
GEBIET DER ERFINDUNG

Die Erfindung betrifft eine für ein Druckwerk vorgesehene Kammerrakelvorrichtung, im folgenden auch Kammerrakel genannt. Insbesondere betrifft die Erfindung eine Kammerrakel der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Art. Ferner betrifft die Erfindung ein Druckwerk, das mit einer derartigen Kammerrakel versehen ist.

STAND DER TECHNIK

Kammerrakeln werden in Rotations-Druckwerken viel verwendet, insbesondere in Flexo-Druckwerken, und zwar zum Auftragen von Farbe, Lack, Klebstoff o.dgl. auf einen drehbaren, im Druckwerk enthaltenen Zylinder. In einem Flexo-Druckwerk dient die Kammerrakel dazu, die Rasterwalze einzufärben, d.h. die Zellen oder Vertiefungen der Walze mit Druckfarbe zu füllen. Das Einfärben der Rasterwalze ist wichtig für das Druckergebnis. Es ist besonders wichtig, dass die Rasterwalze gleichmässig eingefärbt wird, was bedeutet, dass der Abstand zwischen der Walze und den Rakeln genau eingestellt sein muss. Infolgedessen muss die gewöhnlich im Maschinengestell des Druckwerks eingespannte Kammerrakel gute Biegesteifigkeit und Drehsteifigkeit aufweisen.

Bekannte Kammerrakeln umfassen deshalb einen kräftigen Körper, der gewöhnlich massiv und einstückig ist und an dem die Rakeln angebracht sind. Z.B. die EP-A- 350 839 und WO-A-89/07047 beschreiben Kammerrakeln dieser Art.

Derartige Rakelkörper sind herkömmlicherweise aus massivem Gusseisen oder Aluminium oder im Druckguss hergestellten Werkstücken aus Eisen oder Aluminium hergestellt, die mit versteifenden Federn versehen sind, um ihr Gewicht zu reduzieren. Diese bekannten Konstruktionen haben jedoch einige ernste Nachteile. Erstens wird die Kammerrakel sehr schwer und sperrig und ist somit schwer, vom Druckwerk zu demontieren, beispielsweise beim Reinigen oder beim Austausch. Normalerweise sind zwei Mann erforderlich, um eine Kammerrakel aus Gusseisen zu demontieren. Zweitens ist für jede Kammerrakellänge eine Giessform erforderlich. Drittens ist die Gusseisenkonstruktion selbstverständlich für Korrosion anfällig, was einen ernsten Nachteil darstellt, weil die in der Kammer umzuwälzende Farbe oft korrosive Bestandteile enthält.

Es gibt auf dem Markt auch Rakelkörper, die aus einstückig extrudierten Aluminiumprofilen bestehen, die aber keine zufriedenstellende Lösung der oben erwähnten Probleme bieten. Um den Beanspruchungen in Frage zu widerstehen und genügend Biege- und Drehsteifigkeit zu erzielen, müssen die Aluminiumprofile verhältnismässig dick sein, und die Kammerrakel wird somit trotzdem unnötig schwer. Ferner sind auch die Aluminiumprofile für Korrosion anfällig, weil die Druckfarbe oft basische Stoffe enthält, die Aluminium angreifen.

Über die oben diskutierten Anforderungen hinaus muss die Farbkammer selbstverständlich abgedichtet sein. Die bei der betreffenden Drehrichtung der Walze Überschussfarbe entfernende Rakel ist die wirksame Rakel, und die andere Rakel hat nur eine abdichtende Funktion. Wenn die Drehrichtung umgekehrt ist, ist es selbstverständlich andersherum. Die beiden Rakeln müssen gegen die Umfangsfläche der Rasterwalze genau richtig angesetzt werden, damit die Farbe gleichmässig auf der Walze verteilt wird und damit so wenig Farbe wie möglich von der unteren Rakel (wenn diese abdichtend ist) tropfen wird. Ferner sind spezielle Dichtungen an jedem Ende der Kammer erforderlich. In dieser Beziehung wird auf die US-A-4 581 995 hingewiesen, die eine Dichtungseinheit beschreibt, die am Ende einer Farbkammer angeordnet ist und aus einer Druckund Labyrintdichtung besteht, die aus mehreren dünnen Dichtungsblättchen aus Polymermaterial zusammengesetzt ist.

AUFGABEN DER ERFINDUNG

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kammerrakelvorrichtung zu schaffen, die trotz ihres niedrigen Gewichts eine genügende Biege- und Drehsteifigkeit hat, um gleichmässige Beschichtung eines Drehzylinders mit Farbe o.dgl. zu gewährleisten.

Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Kammerrakelvorrichtung zu schaffen, die leicht zu reinigen und zu warten ist, insbesondere wenn es um den Austausch der Dichtungen geht.

Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Kammerrakelvorrichtung zu schaffen, die nicht für Korrosion durch die in der Kammer enthaltene Flüssigkeit, z.B. Druckfarbe, anfällig ist.

Noch eine Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Kammerrakelvorrichtung zu schaffen, die, wenn sie zweckdienlich abgedichtet ist, eine kontrollierbare Flüssigkeitsströmung in der Kammer sowie einen konstanten Flüssigkeitspegel in derselben ermöglicht und die die gesamte Flüssigkeitsmenge, die im Umlaufsystem erforderlich ist, begrenzt.

Eine spezielle Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Kammerrakelvorrichtung zu schaffen, die aus wenigen Bestandteilen zusammengesetzt ist und somit einfach und billig herzustellen ist.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Diese und andere Aufgaben, die aus der folgenden Beschreibung hervorgehen, sind durch eine Kammerrakelvorrichtung gelöst, die von der eingangs genannten Art ist und ausserdem die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale aufweist. Bevorzugte Ausführungsformen der erfindungsmässigen Kammerrakelvorrichtung sind in den beigefügten untergeordneten Ansprüchen 2-10 angegeben. Ein erfindungsmässiges Druckwerk ist im beigefügten Anspruch 11 angegeben.

Die Erfindung basiert auf dem Gedanken, dass der Körper der Kammerrakel aus einer Baugruppe von miteinander verbundenen Metallprofilen zusammengesetzt ist, um eine gute Versteifungs- und Verstärkungswirkung zu erzielen. Gemäss dem Hauptgedanken der Erfindung sollte der aus Metallprofilen zusammengesetzte Körper eine biegeund drehfeste Einheit bilden, die einen konstanten Abstand zwischen dem Körper und dem Zylinder gewährleistet, gegen welchen die Rakeln anzusetzen sind, um somit die Aufgaben der Erfindung zu lösen.

Durch eine derartige Ausbildung des Körpers kann die ganze Kammerrakel von einer viel leichteren und schlankeren Konstruktion sein, als es bisher möglich war, ohne die Festigkeitsnormen zu senken.

BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

Die Erfindung und ihre vielen Vorteile werden unten anhand der beigefügten Zeichnungen näher beschrieben, welche nur als Beispiel eine z.Zt. bevorzugte Ausführungsform einer erfindungsmässigen Kammerrakel zeigen. Es zeigen

Fig. 1 einen schematischen Querschnitt einer Kammerrakelvorrichtung gemäss der Erfindung;

Fig. 2 eine Draufsicht, teilweise im Querschnitt, der in einem Druckwerk montierten Kammerrakelvorrichtung;

Fig. 3 eine Vertikalprojektion von hinten von der in Fig. 2 gezeigten Kammerrakelvorrichtung;

Fig. 4 und 5 Seitenansichten, die die Kammerrakelvorrichtung in Fig. 2 und 3 in Betriebsposition bzw. Ruheposition zeigen;

Fig. 6 einen etwas vergrösserten, schematischen Querschnitt der Kammerrakelvorrichtung in Fig. 4 und 5;

Fig. 7 einen schematischen Längsschnitt der Kammerrakelvorrichtung; und

Fig. 8 eine vergrösserte Ansicht eines Teils der Fig. 7.

BESCHREIBUNG EINER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORM

In den Zeichnungen ist eine Kammerrakelvorrichtung, hier auch Kammerrakel genannt, mit 1 bezeichnet. Die Kammerrakel 1 ist vorgesehen, um in einem Druckwerk, beispielsweise einem Rotations-Druckwerk, insbesondere einem Flexo-Druckwerk, verwendet zu werden, wo ein drehbarer Zylinder 2, insbesondere eine Rasterwalze, mit Farbe, Lack, Klebstoff o.dgl. zu beschichten ist. Mittels eines speziellen Aufhängeelements 3 ist die Kammerrakel 1 im Maschinengestell des Druckwerks angebracht. In den Zeichnungen ist das Maschinengestell in Form von zwei Seitenstücken 4 und 5, welche in bekannter Weise mit Führungen 6, 7 zum Bewegen der Kammerrakel 1 in bezug auf den Zylinder 2 (s. Fig. 2) versehen sind.

Wie am besten aus Fig. 1 hervorgeht, umfasst die Kammerrakel 1 einen mit 8 bezeichneten Körper, an dem zwei langgestreckte Rakeln 9, 10 montiert sind. Die Rakeln 9, 10 sind vorgesehen, um in der Betriebsposition federnd gegen den Zylinder 2 angesetzt zu werden und diesen zu wischen. In dieser Position grenzen die Rakeln 9, 10 zusammen mit der dem Zylinder 2 zugewandten Oberfläche des Körpers 8 und der Umfangsfläche des Zylinders 2 eine langgestreckte Kammer 11 ab, die die auf den sich drehenden Zylinder 2 aufzutragende Farbe 12 enthält.

Der langgestreckte Körper 8 ist parallel zum Zylinder 2 und ausserhalb desselben angeordnet. Die beiden Rakeln 9, 10 sind parallel und erstrecken sich auch parallel zum Zylinder 2.

Um gute Biege- und Drehfestigkeit zu erzielen, umfasst der Körper 8 zumindest zwei langgestreckte, miteinander verbundene Metallprofile 13, 14, die aus gebogenem Feinblech, vorzugsweise aus rostfreiem Stahl, hergestellt sind. Der langgestreckte, sich zwischen den Befestigungspositionen der Rakeln 9, 10 befindende Abschnitt des Körpers 8 wird somit eine langgestreckte, versteifende oder verstärkende Konstruktion bilden, und der Körper 8 wird somit eine biege- und drehfeste Einheit bilden, die im Betrieb einen eingestellten konstanten Abstand zwischen dem Körper 8 und dem Zylinder 2 und somit eine konstante Ansetzung der Rakeln 9, 10 gegen die Umfangsfläche des Zylinders 2 gewährleistet. Infolgedessen bilden die Metallprofile 13, 14 zusammen ein geschlossenes Hohlprofil mit einem langgestreckten Kanal 15 zwischen sich, der unten näher beschrieben werden soll.

Das erste, dem Zylinder 2 am nächsten liegende Metallprofil 13 des Körpers 8 hat einen hauptsächlich U- förmigen Querschnitt, der einen Steg 16 und zwei Flansche 17, 18 umfasst, die auf den Zylinder 2 gerichtet sind und ihrerseits Befestigungsflansche 19, 20 aufweisen, an denen die Rakeln 9, 10 lösbar angebracht sind.

Das zweite, in bezug auf den Zylinder 2 ausserhalb des ersten Metallprofils 13 liegende Metallprofil 14 des Körpers 8 hat auch einen U-förmigen Querschnitt, der einen sich parallel zu und im Abstand vom Steg 16 des ersten Metallprofils 13 befindenden Steg 21 sowie Flansche 22, 23 aufweist, die mit den Flanschen 17, 18 des ersten Metallprofils verbunden sind, um das obengenannte Hohlprofil mit dem zwischen den Stegen 16, 21 der Metallprofile 13, 14 abgegrenzten, langgestreckten Kanal 15 zu bilden. Vorzugsweise sind die Metallprofile 13, 14 miteinander verbunden, dadurch, dass ihre jeweiligen Flansche 17, 22 und 18, 23 zusammengeleimt und punktgeschweisst sind. Es leuchtet jedoch ein, dass die beiden Metallprofile 13, 14 in anderer Weise miteinander verbunden werden können.

Der aus zwei Metallprofilen 13, 14 bestehende Körper 8 nimmt somit die Form eines Hohlprofils an, was einen leichten Körper 8 mit ausgezeichneter Biege- und Drehsteifigkeit ergibt. Dieser schlanke, jedoch feste Körper 8 hat erhebliche Vorteile gegenüber ähnlichen, bekannten Kammerrakeln, welche anfangs diskutiert worden sind. Der leichte Körper 8 macht die erfindungsmässige Kammerrakel 1 sehr einfach handzuhaben, beispielsweise beim Demontieren.

Versuche haben gezeigt, dass ein aus Metallprofilen 13, 14 aufgebauter Körper 8, welche aus etwa 1-3 mm dickem Feinblech hergestellt sind, sehr gute Ergebnisse gibt. Die Erfindung ist jedoch nicht auf einen speziellen Typ von Feinblech beschränkt, aber Feinblech aus rostfreiem Stahl wird vorzugsweise verwendet, um Korrosion zu vermeiden.

Wie aus Fig. 2 ersichtlich, ist die Kammerrakel 1 durch Bolzenverbindungen 24 und 25 an dem im Maschinengestell 4, 5 angebrachten Aufhängeelement 3 befestigt. Das Aufhängeelement 3 hat Glieder zur parallelen Einstellung des Körpers 8 im Verhältnis zum Zylinder 2 sowie zur Winkeleinstellung des Körpers 8 zum Ändern der Ansetzung der Rakeln 9, 10 gegen den Zylinder 2.

Die Einstellglieder sind in Fig. 2 und 3 veranschaulicht. Ein erster Hebel 26 ist an einem Rohr 27 auf derselben Seite wie ein Drehzapfen 28 und die Führung 7 angelenkt. Die Verbindung mit der Führung 7 ist durch einen Bolzen 29 hergestellt, und ein zweiter Hebel 30 ist mit dem Rohr 27 fest verbunden. Eine Baugruppe 31, die aus einer Schraube, einer Mutter und einer Feder besteht, macht es möglich, den Winkel zwischen den Hebeln 26 und zu ändern, wodurch sich der Ansetzungsdruck der Rakeln 9, 10 gegen den Zylinder 2 ändert. Der Druck auf die obere Rakel 9 wird entweder erhöht oder gesenkt und umgekehrt für die untere Rakel 10.

Am anderen Ende umfasst das Aufhängeelement 3 einen Bolzen 32 und einen Drehzapfen 33, der von einer exzentrischen Büchse 34 innerhalb des Rohrs 27 umgeben ist. Die exzentrische Büchse 34 kann um den Drehzapfen 33 gedreht und mittels einer Schraube 35 relativ zum Drehzapfen verriegelt sein. Die Anordnung umfasst auch Federn 36 (s. Fig. 4 und 5), die vorgesehen sind, um die Führungen 6, 7 vorwärts auf den Zylinder 2 zu zu schieben, wie durch Pfeile in Fig. 2 schematisch veranschaulicht. Diese Bewegung wird durch Einstellschrauben 37 beschränkt (s. Fig. 3). Mittels dieser Schrauben werden der Abstand und die Parallelität zwischen dem Zylinder 2 und den Rakeln 9, 10 in der x-z-Ebene eingestellt. Die Lagen der Rakeln 9, 10 in der y-z-Ebene werden durch die exzentrische Büchse 34 eingestellt.

Falls die durch die Federn 36 ausgeübte Federwirkung gelockert wird, kann die Kammerrakel 1 vom Zylinder 2 weg zurückbewegt werden. Falls in dieser weggeführten Position die Verbindung zwischen dem Hebel 26 und der Führung 7 gelöst wird, können das Aufhängeelement 3 und somit die ganze Kammerrakel 1 um die Drehzapfen 28, 33 geschwenkt werden, wie in Fig. 4 und 5 gezeigt. Somit wird die Kammerrakel 1 leicht besichtigt und die Rakeln 9, 10 werden in einer Wartungsposition leicht gereinigt. Durch eine geeignete Wahl der Befestigungspunkte im Maschinengestell kann die Kammerrakel 1 in der gewünschten Position verriegelt werden. Die Befestigung der Kammerrakel 1 wird in Fig. 4 und 5 schematisch gezeigt und ist mit 8 bezeichnet.

Viele Parameter können mittels der oben beschriebenen Einstellglieder 24-38 geändert werden, wodurch eine einfachere und genauere Einstellung der Kammerrakel 1 im Verhältnis zum Zylinder 2 erzielt wird, als es bisher mittels bekannter Einstellglieder möglich war.

Es wird jetzt auf Fig. 6 hingewiesen, die ein Umlaufsystem für die Farbe 12 veranschaulicht, mit welcher der Zylinder 2 zu beschichten ist. Der Körper 8 der Kammerrakel 1 ist in einer Abdeckung eingekapselt, umfassend eine Auffangrinne 39 mit einem schräggestellten Flansch 40, der unter der unteren Rakel 10 angeordnet ist. Der Flansch 40 sammelt eventuelle Farbe auf, die von der unteren Rakel 10 tropfen kann. Die Farbe wird von einem Farbenbehälter 41 durch einen Einlass 42 in die Kammer 11 der Kammerrakel 1 hinein gepumpt. Die Kammer 11 ist an jedem Ende durch eine Endabdeckung 43, 44 (s. Fig. 7) verschlossen. Jede Endabdeckung 43, 44 hat eine Überlauföffnung 45, wo Überschussfarbe aus der Kammer 11 herausströmt, um in der Auffangrinne 39 aufgefangen zu werden. Die Farbe wird durch einen Auslass 46 der Auffangrinne 39 zum Behälter 41 zurückgeführt (s. Fig. 3). Dieses Umlaufsystem gewährleistet eine kontrollierte Farbströmung, in welcher die gesamte Farbmenge begrenzt werden kann. Dies ist ein erheblicher Vorteil, da der Druckfarbenpreis in den letzten Jahren beträchtlich gestiegen ist. Durch die Auffangrinne 39 mit dem zugehörigen Tropfenauffangflansch 40 wird auch der Schwund erheblich reduziert.

Ausserdem ist es wichtig, dass der Flüssigkeitspegel in der Kammer 11 geregelt werden kann, was durch Bewegen der Öffnungen 45 der Endabdeckungen 43, 44 einfach vorgenommen werden kann (nicht gezeigt).

Es ist somit wichtig, dass die gesamte Farbmenge auf ein Mindestmass reduziert wird, welche dem Umlaufsystem der Kammerrakel 1 zum Füllen der Kammer 11 zuzuführen ist. Die Auffangrinne 39 sollte relativ eng und nahe der Kammer 11 angeordnet sein.

Beim Drucken begrenzter Auflagen erfordert das Einfärbungssystem in herkömmlichen Kammerrakeln eine grosse Farbmenge, damit das Drucken wirksam erfolgen kann, im Vergleich zu der beim Drucken tatsächlich verwendeten Farbmenge. Zum Reduzieren der umlaufenden Farbinenge beim Drucken begrenzter Auflagen kann der Behälter 41 ausgeschlossen werden und statt dessen kann Rücklauffarbe direkt von dem Auslauf 46 zum Einlass 42 gepumpt werden.

Wie eingangs erwähnt, ist es äusserst wichtig, dass die Kammer 11 zweckdienlich abgedichtet ist. Zu diesem Zweck sind die Endabdeckungen 43, 44 mit einer inwendigen elastischen Dichtung 47 (s. Fig. 8) versehen, die abdichtend gegen die Innenseite des inneren Metallprofils 13, die Umfangsfläche der Walze 2 und die Innenseite der Rakeln 9, 10 anliegt.

Die Dichtung 47 gewährleistet, dass der Flüssigkeitspegel in der Kammer 11 genügend hoch ist. Zwecks zufriedenstellender Funktion soll dieser Pegel so hoch sein, dass der ganze, zwischen den Rakeln 9, 10 liegende Abschnitt des Zylinders 2 mit Farbe gedeckt ist (s. Fig. 1).

Der Umfangsabschnitt der vorzugsweise aus Teflon hergestellten Dichtung 47 ist einwärts auf die Kammer 11 gerichtet. In Versuchen hat sich diese Anordnung zufriedenstellend erwiesen. Wie aus Fig. 8 hervorgeht, ist die Kammer 11 an ihren Enden dadurch erweitert, dass das innere Metallprofil 13 an seinen Enden derart ausgebildet ist, dass der Abstand zur Umfangsfläche des Zylinders 2 zunimmt, wodurch die Kammer 11 eine grössere Querschnittsfläche an den beiden Endabschnitten als im mittleren Abschnitt bekommt (vgl. Fig. 7). Diese Ausführung ergibt eine verbesserte Flüssigkeitsströmung an den Enden der Kammer 11, wihrend gleichzeitig der Hauptteil der Kammer 11 äusserst schmal sein kann, was das Farbvolumen erheblich reduziert. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der gebogene Umfangsabschnitt der Teflondichtung 47 sich ein Stück in die Kammer 11 hinein erstrecken kann, wo er im Gebrauch abgenutzt wird. Dieser gebogene Abschnitt verlängert die Lebensdauer der Dichtung 47, weil die Dichtung nicht ausgetauscht werden muss, bis der ganze Umfangsabschnitt abgenutzt worden ist. Beim Austausch der Dichtung 47 wird die abnehmbare Endabdeckung 43 axial vom Körper 8 abgezogen.

Wie früher betont, sind die Flansche 17, 22 und 18, 23 der Metallprofile 13 bzw. 14 in Längsrichtung abdichtend miteinander verbunden, um den längsverlaufenden Kanal 15 im Körper 8 zu bilden. Wie in Fig. 7 gezeigt, ist der Kanal 15 an beiden Enden abgedichtet, um einen luftdicht verschlossenen Raum zu bilden. Weil der Körper 8 somit die Form eines geschlossenen Hohlprofils annimmt, kommt der Raum im Kanal 15 nie mit der Druckfarbe oder der Umgebung in Kontakt.

Dieser Raum kann ausgenutzt werden, dadurch, dass Umwandler 48 zum Induzieren von Hochfrequenzschall im Kanal 15 angeordnet werden. In Fig. 7 sind drei Umwandler 48 gezeigt, die vorzugsweise durch Kleben am Steg 16 des Metallprofils 13 befestigt sind, das dem Zylinder 2 im Kanal 15 am nächsten liegt. Die Umwandler 48 sind mit einer nicht gezeigten Hochfrequenzmaschine verbunden. Wenn die Maschine eingeschaltet wird, wird die Farbe in der Kammer 11 dazu gebracht, bei derselben Frequenz wie die Umwandler 48 zu oszillieren, was sich als äusserst vorteilhaft herausgestellt hat. Erstens wird das Auffüllen der Zellen des Zylinders oder der Rasterwalze 2 in gewissem Masse verbessert, weil die bei einer hohen Frequenz oszillierende Farbe 12 die Gefahr beseitigt oder zumindest erheblich reduziert, dass sich Luftspalte am Boden der Zellen bilden, die geleert worden sind, wenn Farbe auf den nicht gezeigten Druckstock übertragen wurde. Zweitens reisst die bei einer hohen Frequenz oszillierende Farbe 12 eventuell in den Zellen der Rasterwalze 2 eingetrocknete Farbe mit sich, wodurch die Fähigkeit der Rasterwalze 2, Farbe mitzureissen, verbessert wird. Drittens wird zum grossen Teil verhindert, dass Luft von Zellen in der Rasterwalze 2, die in bezug auf Farbe geleert worden sind, in die Kammer 11 eintritt und mit der Farbe 12 gemischt wird. Ein derartiges Beimischen von Luft ist unvorteilhaft, weil es die Viskosität der Farbe 12 erheblich verändern kann.

Beim Herstellen des Körpers 8 werden die Umwandler 48 an der trockenen Seite des ersten Metallprofils 13 festgeleimt, wonach das zweite Metallprofil 14 damit verbunden wird. Der abgedichtete, die Umwandler 48 enthaltende Körper 8 bildet somit einen abgedichteten Hohlraum, der es ermöglicht, dass die erforderlichen, nicht gezeigten elektrischen Anschlüsse ausserhalb des Gefahrenbereichs für Explosionen im Druckwerk angeordnet werden. Die Grösse dieses Bereichs ändert sich nach der Lösungsmittelmenge in der Druckfarbe.

Ferner kann die Kammerrakel 1 auch in feuergefährlichen Umgebungen verwendet werden, da die Umwandler 48 innerhalb des luftdicht abgeschlossenen Kanals 15 des Körpers 8 angebracht sind. Eine eventuelle Funkenbildung kann somit kein Feuer verursachen.

Es ist besonders vorteilhaft, dass die ganze Kammerrakel 1 nach der Montage in ein nicht gezeigtes Reinigungsbad eingetaucht und gewaschen werden kann, dadurch, dass die Umwandler 48 mittels der Hochfrequenzmaschine zum Oszillieren gebracht werden können. Weil die oszillierenden Umwandler 48 direkt auf der trockenen Seite des mit der Farbkammer 11 in Verbindung stehenden Metallprofils 13 befestigt sind, können sie genau dort wirken, wo die Farbe beim Reinigen entfernt werden soll.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die oszillierende, im Reinigungsbad eingetauchte Kammerrakel dazu beiträgt, auch andere Gegenstände, z.B. Druckstöcke und Endabdichtungen, im Bad zu reinigen.

BESCHREIBUNG WEITERER AUSFÜHRUNGSFORMEN

In einer nicht gezeigten oder näher beschriebenen erfindungsmässigen Ausführungsform wird eine andere Baugruppe von miteinander verbundenen Metallprofilen verwendet. In diesem Fall ist das zweite Metallprofil 14 des Körpers 8 durch ein langgestrecktes, rohrförmiges Metallelement ersetzt, das mittels durchgehender Befestigungsschrauben an einem dem U-Profil 13 entsprechenden ersten Profil befestigt ist. Die Befestigungsschrauben erstrecken sich durch das ganze rohrförmige Profil, durch ein Loch im inneren Profil und werden schliesslich in Gegenplatten eingeschraubt, die auf der Innenseite des inneren Profils angeordnet sind. Falls erforderlich können Distanzplatten, die die Anordnung noch mehr versteifen, zwischen dem rohrförmigen Profil und dem inneren U-Profil angeordnet sein. Es hat sich herausgestellt, dass ein derartiger Körper ausserordentliche Versteifungseigenschaften aufweist.

Es sei schliesslich betont, dass die Erfindung keineswegs auf die oben beschriebenen Ausführungsformen beschränkt ist, und verschiedene Abänderungen sind somit möglich im Rahmen der in den beigefügten Ansprüchen beschriebenen Erfindung. Beispielsweise können die Metallprofile des Körpers anders ausgebildet sein, vorausgesetzt dass die erforderliche Versteifungs- oder Verstärkungswirkung sowie die Biege- und Drehsteifigkeit erzielt sind. Selbstverständlich kann der Körper aus mehr als zwei Metallprofilen aufgebaut sein. Obwohl die Erfindung auf die Beschichtung einer Rasterwalze mit Farbe besonders anwendbar ist, kann sie auch beim Auftragen von Lack, Klebstoff o.dgl. auf eine andere Art von Zylinder verwendet werden.


Anspruch[de]

1. Kammerrakelvorrichtung für Druckwerke, die zum Auftragen von Farbe (12), Lack, Klebstoff o.dgl. auf einen drehbaren, im Druckwerk enthaltenen Zylinder (2), insbesondere eine Rasterwalze, vorgesehen ist und einen langgestreckten Körper (8) umfasst, der parallel zum Zylinder (2) und ausserhalb desselben angeordnet ist und an dem zwei parallele, langgestreckte und im Abstand voneinander angeordnete Rakeln (9, 10) montiert sind, die sich auch parallel zum Zylinder (2) erstrecken und angeordnet sind, um in der Betriebsposition federnd gegen den Zylinder (2) angesetzt zu werden und diesen zu wischen, wobei die Rakeln (9, 10) in der genannten Betriebsposition zusammen mit der dem Zylinder (2) zugewandten Oberfläche des Körpers (8) und der Umfangsfläche des Zylinders (2) eine langgestreckte Kammer (11) abgrenzen, die die auf den sich drehenden Zylinder (2) aufzutragende Farbe (12) o.dgl. enthält, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper (8) zumindest zwei langgestreckte, miteinander verbundene Metallprofile (13, 14) umfasst, mittels welcher der langgestreckte, sich zwischen den Befestigungspositionen der Rakeln (9, 10) befindende Abschnitt des Körpers (8) einen langgestreckten, versteifenden oder verstärkenden Abschnitt bildet, so dass der Körper (8) eine biege- und drehfeste Einheit bildet, die im Betrieb einen eingestellten konstanten Abstand zwischen dem Körper (8) und dem Zylinder (2) und somit eine konstante Ansetzung der Rakeln (9, 10) gegen die Umfangsfläche des Zylinders (2) gewährleistet.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der die Metallprofile (13, 14) zusammen ein geschlossenes Hohlprofil bilden.

3. Vorrichtung nach Anspruch 2, bei der das eine, dem Zylinder (2) am nächsten liegende Metallprofil (13) des Körpers (8) einen hauptsächlich U-förmigen Querschnitt hat, der einen im Abstand von der Umfangsfläche des Zylinders (2) liegenden Steg (16) sowie zwei Flansche (17, 18) umfasst, die auf den Zylinder (2) gerichtet sind und Befestigungsflansche (19, 20) aufweisen, an denen die Rakeln (9, 10) vorzugsweise lösbar angebracht sind, wobei das andere, in bezug auf den Zylinder (2) ausserhalb des ersten Metallprofils (13) liegende Metallprofil (14) des Körpers (8) auch einen hauptsächlich U-förmigen Querschnitt hat, der einen sich im Abstand vom Steg (16) des ersten Metallprofils (13) befindenden Steg (21) sowie zwei Flansche (22, 23) aufweist, die mit den Flanschen (17, 18) des ersten Metallprofils (13) verbunden sind, um das genannte Hohlprofil mit einem zwischen den Stegen (16, 21) der Metallprofile (13, 14) abgegrenzten, langgestreckten Kanal (15) zu bilden.

4. Vorrichtung nach Anspruch 3, bei der die Flansche (17, 22 bzw. 18, 23) der U-förmigen Metallprofile (13, 14) in Längsrichtung abdichtend miteinander verbunden sind, um den genannten Kanal (15) zu bilden, der ausserdem an jedem Ende abgeschlossen ist, um einen luftdicht verschlossenen Raum im Kanal (15) zu bilden.

5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der das dem Zylinder (2) am nächsten liegende Metallprofil (13) an seinen Enden so ausgebildet ist, dass der Abstand zur Umfangsfläche des Zylinders (2) an den genannten beiden Enden zunimmt, so dass die Kammer (11) in den beiden Endabschnitten eine grössere Querschnittsfläche hat als im mittleren Abschnitt.

6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Kammer (11) an jedem Ende durch eine abnehmbare Endabdeckung (43, 44) verschlossen ist, welche eine inwendige elastische Dichtung (47), vorzugsweise aus Teflon, aufweist, die abdichtend gegen die Innenseite des dem Zylinder (2) am nächsten liegenden Metallprofils (13), die Umfangsfläche des Zylinders (2) und die Innenseite der Rakeln (9, 10) anliegt.

7. Vorrichtung nach Anspruch 6, die eine Farbumlaufanlage umfasst, die einen Einlass (42) zur Kammer (11), in den Endabdeckungen (43, 44) ausgebildete Überlauföffnungen (45) und eine Auffangrinne (39) aufweist, die mit den genannten Öffnungen in Verbindung steht und einen Auslass (46) hat, der wie der Einlass (42) mit einem Farbenbehälter (41) in Verbindung steht.

8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2-7, bei der Umwandler (48) zum Induzieren von Hochfrequenzschall im Kanal (15) des Hohlprofils angeordnet und vorzugsweise durch Kleben am Steg (16) des ersten Metallprofils (13) befestigt sind, das dem Zylinder (2) am nächsten liegt und der Kammer (11) benachbart ist.

9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, die im Maschinengestell (4, 5) des Druckwerks schwenkbar gelagert ist, damit die ganze Vorrichtung (1) vom Zylinder (2) weg in eine unwirksame Lage geschwenkt werden kann.

10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, die im Maschinengestell (4, 5) des Druckwerks mittels eines Aufhängeelements (13) angebracht ist, an dem der Körper (8) montiert ist und das Glieder (24-38) zur parallelen Einstellung des Körpers (8) im Verhältnis zum Zylinder (2) und zur Winkeleinstellung des Körpers (8) zum Ändern der Ansetzung der Rakeln (9, 10) gegen den Zylinder (2) aufweist.

11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die miteinander verbundenen Metallprofile (13, 14) aus gebogenem Feinblech, vorzugsweise rostfreiem Stahl hergestellt sind.

12. Druckwerk, dadurch gekennzeichnet, dass es eine Kammerrakelvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche aufweist.







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