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Dokumentenidentifikation DE4342076C2 27.02.1997
Titel Fotografisches Kopiergerät mit einem regelbaren Belichtungssystem
Anmelder Strobel, Johann, 21354 Bleckede, DE
Erfinder Böhme, Thomas, 22041 Hamburg, DE;
Strobel, Johann, 21354 Bleckede, DE
DE-Anmeldedatum 09.12.1993
DE-Aktenzeichen 4342076
Offenlegungstag 14.06.1995
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 27.02.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.02.1997
IPC-Hauptklasse G03B 27/73

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein fotografisches Kopiergerät mit einem regelbaren Belichtungssystem gemäß Patentanspruch 1.

Zur Vergrößerung von Farbfotos werden zur Zeit zwei verschiedene Belichtungssysteme eingesetzt, die auf der Basis von additiver oder subtraktiver Farbmischung arbeiten. Beide Verfahren sind mit bestimmten Nachteilen verbunden, die nachfolgend erläutert werden.

Das additive Belichtungssystem ist charakterisiert durch folgende Faktoren: drei unterschiedliche Belichtungszeiten für die einzelnen Farben, Gesamtbelichtungszeit, Dichte und veränderlichem Belichtungsabstand. Diese untereinander verknüpften Faktoren lassen sich mit den üblichen Methoden nicht exakt messen. Bei den verbreiteten Fotoprintern wird meist das additive Belichtungssystem verwendet, das wegen der unterschiedlichen Belichtungszeiten für die drei Grundfarben am Ultrakurzeffekt krankt. Verschiedene Sensibilisierungen bei Fotopapieren erfordern unterschiedliche Belichtungszeiten. Darüberhinaus weisen die verschiedenen farbempfindlichen Schichten des Fotopapiers unterschiedliche Schwarzschildfaktoren auf. Daher treten bei extrem kurzer oder langer Belichtungszeit einer Farbe Farbverzerrungen auf.

Die vorliegende Erfindung des fotografischen Kopiergerätes vermeidet diesen Nachteil, da die Belichtungszeit für die drei Grundfarben gleich ist. Die unterschiedliche Farbverteilung wird durch Abdecken eines Teils des Strahlenganges erreicht und einzeln genau gemessen.

Das subtraktive Belichtungssystem ist durch die gegenseitige Beeinflussung der drei verschiedenen Filter charakterisiert. Jeder Filter für eine bestimmte Farbe absorbiert auch einen Teil der jeweils anderen Farben. Das Ausfiltern ist daher sehr langwierig, da diese Beeinflussung mit Hilfe der Blende oder der Belichtungszeit kompensiert werden muß. Die vorliegende Erfindung des fotografischen Kopiergerätes vermeidet diesen Nachteil, da jede Farbe unabhängig von den anderen geregelt wird. Die unterschiedliche Farbverteilung wird durch Abdecken eines Teils des Strahlenganges jeder Farbe erreicht und einzeln genau gemessen.

Aus der DE 32 21 252 A1 ist ein fotografisches Kopiergerät bekannt, das drei getrennte Lichtkammern mit je einer Lichtquelle, einem Farbfilter für eine der drei Grundfarben und einer verstellbaren Blende aufweist. Über die Art der Belichtungsmessung ist nichts Näheres ausgeführt.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Belichtungsmessung und Belichtungssteuerung einfacher und genauer zu gestalten.

Diese Aufgabe wird durch ein fotografisches Kopiergerät mit den im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst.

Das fotografische Kopiergerät umgeht die jeweiligen Nachteile beider Verfahren, da einstellbare oder auswechselbare Filter und unterschiedliche Belichtungszeiten für die einzelnen Farben umgangen werden. Die Lichtquellen für die einzelnen Farben sind voneinander getrennt angeordnet und können sich gegenseitig nicht beeinflussen.

Um die für die Belichtung eines Abzugs benötigte Farbmischung einzustellen, wird der Strahlengang der einzelnen Farben durch eine von drei Blenden abgedeckt.

Damit ändert sich der Querschnitt des Strahls, das Licht wird geregelt. Im Einzelnen bringt das der Erfindung zugrundeliegende Verfahren folgende Vorteile gegenüber den herkömmlichen Verfahren:

  • - Exakte und einfache Farbführung unabhängig von veränderlichen Belichtungszeiten und Belichtungsabständen.
  • - Durch vergleichendes Meßverfahren Unabhängigkeit von unterschiedlichen Fotopapieren, Chemikalien und Negativen.


Bei der Messung einer der Grundfarben werden die beiden anderen abgeschaltet. Die drei Grundfarben Blau, Grün und Rot werden voneinander völlig unabhängig angesteuert und stören sich gegenseitig bei der Farbmessung nicht.

So kann der Farbton sowohl bei verschiedenen Belichtungszeiten als auch bei verändertem Belichtungsabstand exakt festgehalten werden. Daher kann problemlos sowohl Intergral- als auch Spotmessung angewendet werden.

Von weitreichender Bedeutung ist die einfache Bedienung des fotografischen Kopiergerätes, wie sie im Ausführungsbeispiel beschrieben ist, für den Amateurbereich, da die sonst üblichen, komplizierten Systeme nur schwer durchschaubar sind. Anstelle der üblichen Analyse der Farben tritt ein vergleichendes Meßverfahren. Die Arbeit mit dem fotogralischen Kopiergerät ist klar und einfach, so daß auch der Amateur die gegenseitigen Abhängigkeiten unter den Farben sofort begreift. Im industriellen Bereich werden durch die exakte Farbführung des Systems unnötige Probeabzüge vermieden.

Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels und zugehöriger Fig. 1 und 2 erläutert.

In der Zeichnung bedeuten:

  • 1. Drei getrennte Kammern mit jeweils einer Lichtquelle
  • 2. Drei unveränderliche Filter für die einzelnen Grundfarben
  • 3. Mechanisch oder elektrisch verstellbare Blenden zur Steuerung oder Regelung der auf die Emulsion fallenden Lichtmenge
  • 4. Handelsübliche Mischkammer zur Mischung der drei Farben
  • 5. Handelsübliches Objektiv
  • 6. Mattglas zur Erzeugung von zerstreutem Licht zur Herstellung der Referenzabzüge.


Im folgenden ist die Arbeit mit dem fotografischen Kopiergerät anhand der Skizzen beschrieben.

Der verwendete Belichtungsmesser ist sehr einfach aufgebaut. Er besteht aus einer Meßzelle ohne Filter mit einer Anzeige für die drei Grundfarben und einer Schaltuhr, die die Empfindlichkeit der drei Kanäle beeinflußt.

Das Anmessen der Bilder, Graukarten oder Referenzabzüge erfolgt wie nachstehend beschrieben. Nacheinander wird nun eine der drei Lichtquellen aktiviert. Das auf die Projektionsfläche auftreffende farbige Licht wird reflektiert und von der Meßzelle des Belichtungsmessers aufgenommen. Der der jeweiligen Farbe zugehörige Anzeigewert wird notiert oder durch geeignete Vorrichtungen gespeichert. Die Einstellung der eingebauten Zeitschaltuhr beeinflußt die Anzeigeempfindlichkeit der Anzeige, so daß die Verstellung der Belichtungszeit die Anzeige einer höheren oder niedrigeren Helligkeit zur Folge hat.

  • 1. Bei Verwendung eines anderes Negativs, anderer Chemikalien oder eines anderen Fotopapiers wird zunächst von einem Negativ ein Probebild hergestellt. Mit Hilfe von durch ein Mattglas zerstreutem Licht wird außerdem ein Referenzabzug angefertigt. Im gezeigten Beispiel hat das entstandene Bild einen Grünstich.
  • 2. Dann wird die Graukarte mit dem Belichtungsmesser angemessen. Die Anzeigen des Belichtungsmessers werden auf Null gestellt.
  • 3. Der grüne Abzug wird mit dem Belichtungsmesser angemessen, die Abweichungen der einzelnen Farbkanäle von der Graukarte werden mit geeigneten Mitteln gespeichert oder notiert.
  • 4. Jetzt wird wieder die Graukarte angemessen. Die einzelnen Farbregler am Farbkopf werden so verstellt, daß die Anzeige der jeweiligen Kanäle des Belichtungsmessers die vorher erfaßten Werte des Grünstichs anzeigen. Die mit dieser Einstellung hergestellte Vergrößerung hat exakt den Farbton der Graukarte.

Fotos mit gewollter Farbtönung

Von einem Negativ liegt eine Vergrößerung vor, die experimentell mit den üblichen Verfahren in der gewünschten Farbtönung angefertigt wurde, zum Beispiel mit einem Rotstich. Mit Hilfe von durch ein Mattglas zerstreutem Licht wurde von diesem Bild bereits ein Referenzabzug hergestellt.

  • 5. Dieser rotstichige Referenzabzug wird mit dem Belichtungsmesser angemessen (nach der Graukarte). Die Abweichungen der einzelnen Farbkanäle von den vorher erfaßten Werten des Grünstichs werden mit den Farbreglern am Farbkopf so verstellt, daß die Anzeigen der einzelnen Kanäle des Belichtungsmessers wieder die vorher erfaßten Werte des Grünstichs anzeigen.


Die mit dieser Einstellung hergestellte Vergrößerung hat exakt den Farbton des rotstichigen Referenzabzuges.


Anspruch[de]
  1. Fotografisches Kopiergerät

    mit einem regelbaren Belichtungssystem zur Erzeugung von Projektionslicht aus den drei Grundfarben zur Herstellung eines Farbbildes von einem Negativ oder Diapositiv auf Fotopapier,

    mit drei voneinander getrennten Lichtkammern, wobei jede Lichtkammer eine Lichtquelle, einen Farbfilter für eine der drei Grundfarben und eine mechanisch oder elektrisch verstellbare Blende aufweist, wobei die Blenden unabhängig voneinander verstellbar sind,

    mit einem Schaltsystem zur Ansteuerung der Lichtquellen, und

    mit einem Belichtungsmesser zur Messung der drei Grundfarben, wobei bei der Belichtungsmessung jede der drei Lichtquellen einzeln durch das Schaltsystem eingeschaltet und einzeln mit dem Belichtungsmesser gemessen wird und wobei bei der Belichtung die drei Blenden derart eingestellt werden, daß sich eine gleiche Belichtungszeit für die drei Lichtquellen ergibt.






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