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Dokumentenidentifikation DE69303420T2 27.02.1997
EP-Veröffentlichungsnummer 0567417
Titel Wärmeschutzvorrichtung für ein Objekt und eine so erhaltene Struktur, insbesondere ein Hitzeschild
Anmelder Aérospatiale Société Nationale Industrielle, Paris, FR
Erfinder Parrot, Pierre, F-33200 Bordeaux, FR;
Herman, Philippe, F-33160 Saint Medard en Jalles, FR;
Lalanne, Philippe, F-33000 Bordeaux, FR;
Tisne, Jean-Louis, F-33127 Martignas, FR
Vertreter Sparing . Röhl . Henseler, 40237 Düsseldorf
DE-Aktenzeichen 69303420
Vertragsstaaten BE, CH, DE, ES, GB, IT, LI, NL
Sprache des Dokument Fr
EP-Anmeldetag 22.04.1993
EP-Aktenzeichen 934500018
EP-Offenlegungsdatum 27.10.1993
EP date of grant 03.07.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.02.1997
IPC-Hauptklasse B64G 1/58
IPC-Nebenklasse B32B 5/22   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft den thermischen Schutz insbesondere von Objekten, die geeignet sind, sehr hohen thermischen Flüssen, jedoch während einer relativ kurzen Zeit, zu widerstehen, wie Raumfahrzeuge, die in Planetenatmosphären eintreten.

Im Verlauf sowohl des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre als auch beim Eindringen in die Atmosphäre eines anderen Planeten von beispielsweise Raumfahrzeugen, Rückkehrkapseln oder Raumsonden, unterliegen deren Außenflächen thermischen Flüssen, die durch Konvektions- und/oder Strahlungsphänomene erzeugt werden, die mit der Gasströmung von sehr großer Geschwindigkeit um das Objekt während des Eintritts verbunden ist.

Um diesen Bedingungen zu widerstehen, weiß man thermische Schutzeinrichtungen entweder mittels Materialien, die als "thermostrukturiert" bezeichnet, beispielsweise durch Kleben oder durch mechanische Verbindung an dem zu schützenden Objekt angebracht sind, oder mittels spezieller Tragstrukturen zu realisieren, die mit thermisch isolierenden und/oder wärmeabsorbierenden Materialien bedeckt sind.

Als thermostrukturierte Materialien kann man beispielsweise die Kohlenstoff-Kohlenstoff-Kompositmaterialien wie etwa diejenigen nennen, die in dem Patent FR-2 493 304 zitiert sind, oder diejenigen auf Basis von thermoresistenten Metallen wie Beryllium.

Als Tragstrukturen, die von thermisch isolierenden und/oder ablativen Materialien bedeckt werden müssen, um übermäßige Erhitzungen der darunter befindlichen Struktur zu vermeiden, kann man die Strukturen aus Metall oder einem Kompositmaterial nennen. Diese Tragstrukturen werden mit Materialien bedeckt, die aus Silicon, armiert mit Mineralfasern, gebildet werden, wie diejenigen, die in dem Patent FR-2 652 036, hinterlegt im Namen der Anmelderin, erwähnt sind, oder durch die Anwesenheit von Mikrokugeln oder Blasen leicher gemacht sind.

Zum Bedecken derartiger Strukturen aus Metall oder einem Kompositmaterial kann man ebenfalls Materialien verwenden, die als "Kohlenstoff/Harz" und/oder "Siliciumdioxid/Harz" bezeichnet werden und Verstärkungen aus Kohlenstoffasern oder Siliciumdioxid mit sehr hoher Temperaturwiderstandsfähigkeit enthalten.

Die verschiedenen vorstehend erwähnten Lösungen weisen sämtlich Nachteile auf.

Die Hauptnachteile des Einsatzes von thermostrukturierten Materialien sind:

- Die Schwierigkeit, gegebenenfalls die Unmöglichkeit, monolithische Stücke der erforderlichen Dimensionen zu realisieren, wenn man diese Materialien beispielsweise zum Bilden eines thermischen Schildes einer in die Atmosphäre rükkehrenden Kapsel verwenden will, wobei diese Schwierigkeit nichtsdestoweniger durch die Konzeption eines Verbindungssystems zwischen elementaren Teilen wie beispielsweise durch ein Verkleben beseitigt werden kann;

- deren erhöhte Kosten aufgrund von langwierigen Realisationszyklen;

- das industrielle Risiko, das mit der Länge ihrer Realisationszyklen verbunden ist, und die Schwierigkeit, gegebenfalls Unmöglichkeit, eines Reparierens im Falle eines Fehlers oder einer Degradation, die während der Herstellung oder der späteren Verwendung festgestellt werden, wobei dieser Punkt besonders kritisch für den Fall Kohlenstoff- Kohlenstoff ist, und zwar insbesondere in dem Fall, wo das Zusammensetzen von elementaren Teilen aus Kohlenstoff-Kohlenstoffletztendlich ein monolithisches Stück ergibt;

- die physiologischen Gefahren, die mit dem Einsatz von Beryllium verbunden sind, wenn letzteres verwendet wird.

Was die Strukturen betrifft, die mit isolierenden und/oder ablativen Materialien bedeckt sind, bestehen die Nachteile der Verwendung von armierten und/oder leichter gemachten Siliconen oder von Siliciumdioxid/Harz- oder Kohlenstoff/Harz-Kompositmaterialien in folgendem:

- Der Gesamtmasse, Tragstruktur plus Material, die sich bei diesem Typ einer Schutzabdeckung ergibt;

- der Unmöglichkeit, da diese Materialien dicht sind, die Entleerungsgase durch den thermischen Schutz während des Schießens des Objektes in den Raum durchtreten zu lassen, so daß diese Gase daher vorher über einen nicht durch den thermischen Schutz verlaufenden Weg evakuiert werden müssen;

- die ungenügenden Sicherheitsbereiche in bezug auf Vorhersagen von thermischen Flüssen, die während des Eindringens in die Atmosphäre des Planeten auftreten, wobei diese Bereiche vom Grad der Degradation des Materials, das einem derartigen Fluß unterworfen wird, abhängt.

Durch das Dokument US-A-4 338 368 kennt man ein Material des obigen Typs, das aus faserverstärkten Platten gebildet wird, die auf einer Tragstruktur unter Zwischenschaltung eines Isolationspuffers und Siliconabdeckungen zusammengesetzt sind. Jedoch wird die Innenfläche der Platten einer Verdichtung unterworfen, wodurch folglich deren Oberfläche dicht wird. Des weiteren wird gleichzeitig die Außenfläche der Platten einer Abdichtung unterworfen.

Die vorliegende Erfindung hat zum Ziel, eine thermische Schutzstruktur für ein Raumfahrzeug vorzuschlagen, die den Gasaustausch mit dem Außenraum ermöglicht, geeignet ist, die geeigneten thermischen Bedingungen zu schaffen, die während des Eindringens in Atmosphären sowohl oxidierender als auch nicht oxidierender Art anzutreffen sind und die einen optimalen Kompromiß zwischen der Masse besagter Schutzstruktur und ihren Kosten darstellt.

Die Erfindung zielt gleichzeitig darauf ab, die Herstellung einer thermischen Schutzstruktur auf verschiedenen Objekten, die bedeutende Abmessungen haben können, zu erleichtern und ökonomischer zu gestalten.

Zu diesem Zweck hat die Erfindung eine Vorrichtung zum thermischen Schützen eines Objekts, insbesondere eines Raumfahrzeugs, des Typs zum Gegenstand, umfaßend eine Tragstruktur, die mit einem wärmeisolierenden Material in Form von Einblockelementen bekleidet ist, die auf besagter Tragstruktur aufgebracht sind und aus Kohlenstoff- oder Siliciumoxidfasern gebildet werden, die mit einem Bindemittel aus der gleichen Komponente und gegebenenfalls einem geeigneten Harz verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß besagtes Material ein Aggregat aus Fasern eines Durchmessers kleiner oder gleich 10 µm und einer Länge kleiner oder gleich 700 µm ist, wobei das Aggregat eine Dichte zwischen etwa 0,2 und etwa 0,5 aufweist, und daß besagte Einblockelemente auf besagter Tragstruktur unter Zwischenschaltung einer Klebstoffschicht zur Befestigung aufgebracht ist, die diskontinuierlich zwischen den Innenflächen besagter Elemente und der Oberfläche der Tragstruktur eingefügt ist.

Ein derartiges Material besitzt einen besonders bedeutenden Porositätsgehalt, der 80 Vol.-% überschreiten kann, der es ermöglicht, den Entgasungsproblemen während des Hochschießens des auf diese Weise geschützten Objekts zu begegnen.

Des weiteren eignet sich dieser Materialtyp leicht durch Bearbeitung oder Gießen zur Realisierung von modularen Elementen in Stein- oder Ziegelform, wodurch es die Bedeckung der Tragstruktur ermöglicht, etwa eines thermischen Schutzschildes einer Sonde oder einer Kapsel, und zwar unter guten Bedingungen. Des weiteren hat es eine ausreichende Festigkeit, die die Geometrie der Außenfläche derartiger Elemente insbesondere während des Eindringens in eine Atmosphäre garantiert.

Die Materialwahl als Funktion von besonderen Zonen des Schutzschildes und/oder als Funktion von Eindringbedingungen in die Atmosphäre und die Art dieser letzteren kommen noch zur Flexibilität der Herstellung der erfindungsgemäßen Struktur hinzu. So verwendet man beispielsweise für einen Schutzschild, der einer oxidierenden Atmosphäre zu widerstehen hat, ein Siliciumoxidaggregat, während man für eine nichtoxidierende Atmosphäre ein Kohlenstoffaggregat verwenden kann.

In all diesen Fällen wird aufgrund der Tendenz zur Verwitterung dieser Materialtypen die Außenfläche des Materials vorzugsweise Ziel einer Antiverwitterungsbehandlung, beispielsweise in Form einer Bedeckung mit einem Schutzschirm aus Plastikmaterial in bekannter Weise.

Die Tatsache, daß Aggregate einer Dichte unterhalb von etwa 0,5 verwendet werden, ermöglicht es, wesentlich leichtere Schutzstrukturen als die aus dem weiter oben erwähnten thermisch isolierenden und/oder ablativen Materialien bedeckten Strukturen zu realisieren, und zwar weit weniger beschwerlich aufgrund der Leichtigkeit der Bearbeitung von modularen Einblockelementen gemäß der Erfindung und deren Anbringung.

Letzteres wird in besonders leichter Weise durch einfaches Kleben in bekannter Weise mit Klebern auf Siliconbasis der Steine oder Pfannen im Falle der Realisation einer mosaikartigen Bedeckung vorgenommen, wobei diese Seite an Seite unter Zwischenschaltung einer Verbindungsklebung des gleichen Typs wie oben zwischen diesen Steinen oder Pfannen angeordnet werden.

Weitere Charakteristika und Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Vorrichtung, wobei die Beschreibung nur beispielhaft und in bezug auf beigefügte Zeichnungen gegeben wird, in denen

- Fig. 1 schematisch einen Querschnitt darstellt, der im linken Teil eine mit einer Abdeckung gemäß der Erfindung versehenen Tragstruktur und im rechten Teil die gleiche Tragstruktur, versehen mit einer Abdeckung gemäß einer Variante, zeigt;

- Fig. 2 eine Art einer komplementären Befestigung der Abdekkung von Fig. 1 auf der Tragstruktur illustriert, und

- Fig. 3 ein Schnitt gemäß der Linie III-III der Vorrichtung von Fig. 2 ist.

In Fig. 1 hat man schematisch bei 1 eine Tragstruktur dargestellt, die beispielsweise aus einem Teil einer Struktur eines thermischen Schutzschildes in Form einer Haube gebildet wird, deren Außenfläche mit einer Schutzvorrichtung gemäß der Erfindung versehen ist. Die Fig. stellt besagte Struktur gemäß einem Symmetrieschnitt dar.

Die Tragstruktur 1 ist beispielsweise eine metallische Struktur oder eine Struktur, die aus Verbund vom Bienenwabentyp, gegebenenfalls durch ein Gewebe, beispielsweise aus Kohlenstoff mit hohem Modul abgedeckt, gebildet wird, wobei ein derartiger Verbund insbesondere durch die Anmelderin unter der kommerziellen Bezeichnung NIDA kommerzialisiert wird.

Der linke Teil von Fig. 1 stellt die Randzone des Schutzschildes und der rechte Teil die zentrale Zone dar.

Die Abdeckung gemäß der Erfindung, die auf der Außenfläche der Tragstruktur 1 angeordnet ist, wird aus einer Vielzahl von individuellen Platten 2 gebildet, die aus einem Kohlenstoff- oder Siliciumoxidaggregat realisiert sind.

Die Platten 2 haben weder notwendigerweise gleiche Form und Abmessungen noch die gleiche Natur entsprechend der Form des Schutzschildes, insbesondere seiner Krümmung und dem Aufsetzbereich von Platten auf dem Schutzschild.

Die Kohlenstoff- oder Siliciumoxidaggregate sind bekannte Materialien, die aus Fasern eines der vorstehenden Konstituenten gebildet werden, die untereinander durch ein Bindemittel verbunden sind, das im wesentlichen aus den gleichen Konstituenten gebildet wird.

Vorzugsweise haben die Kohlenstoff- oder Siliciumoxidfasern einen Durchmesser kleiner oder gleich 10 µm und eine Länge kleiner oder gleich 700 µm.

Die Fasern werden durch ein Bindemittel verbunden, das aus den gleichen Konstituenten und gegebenenfalls einem geeigneten Harz gebildet wird.

Die Kohlenstoffaggregate umfassen Fasern, die untereinander im wesentlichen durch Kohlenstoff verbunden sind, während jedoch die Siliciumoxidaggregate aus Siliciumoxidfasern gebildet werden, die untereinander durch ein Bindemittel verbunden sind, das aus Siliciumoxid und einem Formphenolharz gebildet wird.

Zur Realisierung derartiger Materialien, insbesondere von Siliciumoxidaggregaten, kann man vorzugsweise auf das Patent FR 2 489 812, hinterlegt im Namen der Anmelderin, Bezug nehmen. Vorzugsweise verwendet man gemäß der Erfindung ebenfalls Aggregate, die eine Dichte etwa zwischen 0,2 und 0,5 aufweisen.

Derartige Materialien besitzen eine bemerkenswerte thermische Resistenz, sind porös, besitzen eine ausreichende Festigkeit, um die Geometrie der Außenfläche von aus diesen Materialien realisierten Elementen zu garantieren, und zwar insbesondere während des Eintritts in eine Atmosphäre und können durch Bearbeitung und Gießen leicht dimensioniert und in gewünschter Weise geformt werden, um sich an das abzudekkende Objekt anzupassen.

Auf dem Umfang des Schutzschildes sind dort, wo die Krümmung (1a) beträchtlich ist, die Platten oder Schindeln 2a entsprechend gefolgt, um sich der Krümmung anzupassen.

Der Porositätsgehalt der Schindeln 2,2a kann sehr bedeutend sein und beispielsweise höher als 80 Vol.-% der Schindeln betragen.

Obgleich die bedeutende Porosität derartiger Materialien eine bestimmte Gaszirkulation ermöglicht, die zum Ermöglichen der Evakuierung von Gasen, die während der Hochschießphase erzeugt werden, zur Außenseite des mit einem derartigen Schutzschild versehenen Objekts genau eingestellt wird, wurde experimentell festgestellt, daß beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre oder beim Eintritt in eine andere Atmosphäre keine übermäßige Erhöhung der Temperatur der Tragstruktur 1 aufgrund von Gasflüssen bei Strömungen mit großer Geschwindigkeit um das Objekt herum erzeugt wird.

Das leichte Formen von Schindeln 2,2a ermöglicht es, ihrer Außenfläche die geeignetste Form zur Ausbildung einer optimalen Reibfläche insbesondere im zentralen Bereich des Schutzschildes (rechter Teil von Fig. 1) zu verleihen.

Die Schindeln 2,2a werden auf der Tragstruktur 1 aufgebracht und durch Kleben in bekannter Weise mittels Klebern insbesondere auf Siliconbasis befestigt. Man hat bei 3 in Fig. 1 eine derartige Kleberschicht dargestellt. Der Kleber 3 wird allgemein entweder vor dem Einsatz vorentgast oder nach dem Einsatz entgast. Des weiteren erstreckt sich die Schicht 3 nicht über die gesamte Erstreckung des Zwischenraums zwischen Schindeln und Tragstruktur, sondern es sind Lücken in der Schicht 3 von Ort zu Ort angeordnet, um eine Gesamtheit von Schindeln und Tragstruktur mit der erforderlichen Porosität zu erhalten.

Die Befestigung durch Kleben kann gegebenenfalls durch eine mechanische Befestigung, beispielsweise mit Hilfe von metallischen Klauen oder Haken, komplettiert werden, wie sie in den Fig. 2 und 3 dargestellt sind.

In Fig. 2 ist die an sich bekannte Befestigung von zwei benachbarten Schindeln 2 mittels eines Teils in Form eines Winkels 4 dargestellt.

Das Winkelstück 4 umfaßt einen Schenkel 4a, der seine Befestigung an einer Metallplatte 6, die einen Teil der Tragstruktur bildet, beispielsweise durch Nieten 5 (Fig. 2) ermöglicht, und einen Schenkel 4b, der mit Haken 7 zur einen und anderen Seite seiner Ebene versehen ist, die dazu bestimmt sind, in den Rand von zwei benachbarten Schindeln 3 einzudringen.

Auf Höhe des Schenkels 4a ist die Innenfläche der Schindel 2 mit einer Ausnehmung 8 versehen, die durch Bearbeitung realisiert ist, um die Aufnahme besagten Schenkels 4a und von Nietenköpfen 5 derart zu ermöglichen, daß die Außenflächen der Schindeln fluchten.

Die Schindeln 2,2a sind Seite an Seite und in einem Abstand untereinander angeordnet, wobei der Zwischenraum 9 zwischen den Schindeln mit einem Kleber gefüllt ist, der identisch zu demjenigen der Befestigungsschicht 3 ist und unter gleichen Bedingungen angebracht ist.

Im Falle von Schindeln, die aus einem Kohlenstoffaggregat hergestellt sind, ist es aufgrund der Tendenz eines derartigen Materials zur oberflächlichen Verwitterung unter der Wirkung von Gasströmungen längs der Wandung des Schutzschildes bevorzugt, die Schindeln oberflächlich zu behandeln. Eine derartige Antiverwitterungsbehandlung kann beispielsweise dadurch bewirkt werden, daß auf die Außenfläche der Schindeln ein Film aus Plastikmaterial in bekannter Weise aufgeklebt wird, wobei besagter Film perforiert ist, um der Gesamtheit der thermischen Schutzvorrichtung die erforderliche Porosität zu erhalten.

Ein derartiger Film ist bei 10 auf dem linken Teil von Fig. 1 dargestellt und wird nach der Befestigung der Schindeln 2,2a auf der Tragstruktur 1 angebracht. Im rechten Teil von Fig. 1 sind die Schindeln 2 ebenfalls mit einem derartigen Film 11 versehen, jedoch ist dieser auf den Schindeln vor deren Befestigung auf der Tragstruktur aufgebracht, wobei der individuelle Film jeder Schindel 2 zur Überdeckung der vier Seitenflächen der Schindel aufgebracht wird, so daß die Klebverbindung 9 zwischen den Schindeln mit dem Film der Schindeln in Kontakt steht.

Die Schindeln 2,2a aus Kohlenstoff werden vorzugsweise verwendet, um Schutzschilde oder andere Tragstrukturen von Sonden, Kapseln oder anderen Objekten oder Raumfahrzeugen thermisch zu schützen, und sind geeignet, nicht oxidierenden Atmosphären wie denjenigen, die für bestimmte Planeten anders als die Erde bekannt sind, zu widerstehen.

In oxidierenden Atmosphären wie der Erdatmosphäre kann der Kohlenstoff aufgrund der Oxidationsgefahr nicht verwendet werden. In diesem Fall werden die Schindeln aus einem Siliciumoxidaggregat realisiert.

Wenn die Oberfläche der thermisch zu schützenden Tragstruktur klein ist, kann man eine einzige Schindel oder entsprechendes vorsehen, die in Form und erforderlichen Abmessungen angepaßt ist.

Allgemein erlaubt es die modulare Struktur der Abdeckung gemäß der Erfindung, vorteilhaft Schindeln, Platten oder dergleichen von Standardabmessungen zu realisieren und Formanpassungen vor dem Anbringen auf der Tragstruktur vorzunehmen.

Die Mannigfaltigkeit verfügbarer Materialien ermöglicht eine Auswahl eines Materialtyps, der für die Zwecke am geeignetsten ist.

So kann man beispielsweise auf demselben Schutzschild nicht nur Schindeln oder dergleichen von unterschiedlichen Konfigurationen, sondern auch unterschiedlicher Natur (Kohlenstoff oder Siliciumoxid) entsprechend der Schutzschildzone vorsehen.

Des weiteren können die thermischen Schutzabdeckungen gemäß der Erfindung beispielsweise im Falle des Feststellens eines Fehlers oder einer Degradation während der Realisierung der Schutzstruktur oder nach deren Verwendung im Falle der Rückkehr zur Erde relativ leicht und sehr ökonomisch repariert werden, indem lokal eingegriffen wird, um die Schindel (n) o.dgl., die defekt oder beschädigt ist/sind, zu ersetzen, wodurch ein Wegwerfen der gesamten Struktur vermieden wird.

Die verschiedenen Vorteile einer derartigen thermischen und porösen Abdeckungsstruktur ermöglicht auf diese Weise, einen optimalen Kompromiß zwischen der Masse einer derartigen Abdeckung und ihren Kosten zu erzielen.

Schließlich ist die Erfindung nicht auf die dargestellten und oben beschriebenen Ausführungsformen beschränkt, sondern umfaßt im Gegenteil alle von den Ansprüchen abgedeckte Varianten.


Anspruch[de]

1. Vorrichtung zum thermischen Schützen eines Objekts, insbesondere eines Raumfahrzeugs, des Typs umfassend eine Tragstruktur (1), die mit einem wärmeisolierenden Material in Form von Einblockelementen (2, 2a) bekleidet ist, die auf besagter Tragstruktur aufgebracht sind und aus Kohlenstoff- oder Siliciumoxidfasern gebildet werden, die mit einem Bindemittel aus der gleichen Komponente und gegebenenfalls einem geeigneten Harz verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß besagtes Material ein Aggregat aus Fasern eines Durchmessers kleiner oder gleich 10 um und einer Länge kleiner oder gleich 700 µm ist, wobei das Aggregat eine Dichte zwischen etwa 0,2 und etwa 0,5 aufweist, und daß besagte Einblockelemente (2, 2a) auf besagter Tragstruktur (1) unter Zwischenschaltung einer Klebstoffschicht (3) zur Befestigung aufgebracht ist, die diskontinuierlich zwischen den Innenflächen besagter Elemente (2, 2a) und der Oberfläche der Tragstruktur (1) eingefügt ist.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Kleber ( 9) zur Befestigung in den Zwischenräumen zwischen besagten Einblockelementen angeordnet ist.

3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenfläche besagter Elemente (2, 2a) eine Antiverwitterungsbehandlung empfängt.

4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Antiverwitterungsbehandlung durch Befestigung, insbesondere Aufkleben einer perforierten Folie (10, 11) aus Plastikmaterial gebildet wird.

5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß besagte Folie aus Plastikmaterial (10) auf besagten Elementen (2, 2a) aufgebracht ist, nachdem diese letzteren auf besagter Tragstruktur (1) aufgebracht sind.

6. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß besagte Folie aus Plastikmaterial (11) auf den Elementen (2, 2a) aufgebracht ist, bevor diese letzteren auf besagter Tragstruktur (1) aufgebracht sind, und die seitlichen Flanken besagter Elemente bedeckt.

7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß besagte Elemente (2, 2a) miteinander durch Kleben (3) und mechanisch mittels geeigneter Klauen oder Haken (4) befestigt sind.

8. Hitzeschild für eine Sonde, Kapsel od.dgl., deren Struktur entsprechend der Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7 realisiert ist, wobei die Tragstruktur insbesondere durch einen Verbund vom Bienenwabentyp und Kohlenstoffgewebeabdeckung gebildet wird.







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