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Dokumentenidentifikation DE19531971A1 06.03.1997
Titel Fahrzeugluftreifen
Anmelder SP Reifenwerke GmbH, 63450 Hanau, DE
Erfinder Schomburg, Jürgen, 63517 Rodenbach, DE
Vertreter Manitz, Finsterwald & Partner, 80538 München
DE-Anmeldedatum 30.08.1995
DE-Aktenzeichen 19531971
Offenlegungstag 06.03.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.03.1997
IPC-Hauptklasse B60C 9/18
Zusammenfassung Fahrzeugluftreifen mit einer Karkasse (1), einem Laufstreifen (2) und einer zwischen Karkasse (1) und Laufstreifen (2) vorgesehenen Gürtelanordnung (3) aus in einer Gummischicht eingebetteten und im wesentlichen parallel zueinander verlaufenden, als Festigkeitsträger dienenden Fäden oder Korden (5), die in einem im Vergleich zur Reifenbreite (b) schmalen Gummistreifen (4) eingebettet und in Form einer wendelförmigen Streifenwicklung (3) um die Karkasse (1) gelegt sind, wobei die Fäden oder Korde (5) in Streifenlängsrichtung verlaufen. Zur Verringerung des Reifengewichts und zur Vergrößerung des Neigungswinkels der Fäden oder Korde (5) ist die Streifenwicklung (3) im wesentlichen über die gesamte Reifenbreite (b) ohne gegenseitige Überlappung benachbarter Windungen (7) gewickelt.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Fahrzeugluftreifen mit einer Karkasse, einem Laufstreifen und einer zwischen Karkasse und Laufstreifen vorgesehenen Gürtelanordnung aus in einer Gummischicht eingebetteten und im wesentlichen parallel zueinander verlaufenden, als Festigkeitsträger dienenden Fäden oder Korden, die in einem im Vergleich zur Reifenbreite schmalen Gummistreifen eingebettet und in Form einer wendelförmigen Streifenwicklung um die Karkasse gelegt sind, wobei die Fäden oder Korde in Streifenlängsrichtung verlaufen, sowie ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Reifens.

Die Gürtelanordnung in Fahrzeugluftreifen dient vor allem dazu, den Rollwiderstand des Reifens zu verringern und für eine gute Lenkreaktion und -stabilität zu sorgen. Bei herkömmlichen Fahrzeugluftreifen besteht die Gürtelanordnung aus zumindest zwei übereinander angeordneten, ringförmig um die Karkasse gelegten gummierten Lagen, in welchen als Festigkeitsträger dienende, parallel zueinander verlaufende Fäden oder Korde eingebettet sind. Die Fäden oder Korde weisen einen Neigungswinkel zur Reifenumfangsrichtung auf, üblicherweise in der Größenordnung von 15° bis 27°, um sowohl Vortriebs- als auch Seitenkräfte im Reifen übertragen zu können. Die Fäden oder Korde aufeinanderfolgender Gürtellagen sind dabei zur Reifenumfangsrichtung gegensinnig geneigt, um einen Kreuzverband zu bilden.

Eine Möglichkeit zur Herstellung einer solchen Gürtelanordnung besteht darin, ein endlos gefertigtes Band aus in einer Kautschukmischung eingebetteten, in Längsrichtung des Bandes verlaufenden Fäden oder Korden zu fertigen, welches dann unter einem Winkel, der dem gewünschten Neigungswinkel der Korde zur Reifenumfangsrichtung entspricht, in die einzelnen Gürtellagen zerschnitten wird. Zwei solche gegensinnig übereinander angeordnete Lagen ergeben dann eine sogenannte Schnittgürtelanordnung.

Die Herstellung derartiger Gürtel ist relativ aufwendig und es sind stets mindestens zwei Gürtellagen erforderlich, die das Reifengewicht wesentlich beeinflussen, insbesondere wenn Stahlkorde in den Gürtellagen verwendet werden. Der Stoß zwischen Anfang und Ende einer jeden Gürtellage beeinträchtigt zudem die Gleichförmigkeit des Reifens und die Schnittkanten mit den freien Stahlkordenden führen zu einer erhöhten Ablösegefahr des Gürtels.

Bei einem aus der DE 39 17 735 C2 bekannten Fahrzeugluftreifen der eingangs genannten Art sind daher die Fäden oder Korde in einem im Vergleich zur Reifenbreite schmalen Gummistreifen eingebettet und in Form einer wendelförmigen Streifenwicklung um die Karkasse gelegt, wobei die Fäden oder Korde in Streifenlängsrichtung verlaufen.

Durch die Anordnung der Fäden oder Korde in Längsrichtung eines Gummistreifens, welcher wendelförmig um die Karkasse gelegt wird, ist die Herstellung der Gürtelanordnung dieses Reifens gegenüber herkömmlichen Gürtelanordnungen vereinfacht. Der endlos fertigbare Streifen wird auf einer Trommel angesetzt, beispielsweise in einem späteren Schulterbereich des Reifens, und durch Rotation der Trommel und gleichzeitige Axialbewegung des Streifens zu einer wendelförmigen Streifenwicklung geformt. Ein vorheriges Schneiden des Streifens unter einem Winkel, der dem gewünschten Neigungswinkel der Korde gegenüber der Reifenumfangsrichtung entspricht, ist hierbei also nicht erforderlich.

Eine solche Streifenwicklung hat zudem den Vorteil, daß kein quer über die Reifenbreite verlaufender Stoß und keine Schnittkanten vorhanden sind. Gleichförmigkeit und Ablösefestigkeit dieses Reifens sind daher gegenüber herkömmlichen Reifen verbessert.

Bei diesem bekannten Fahrzeugluftreifen überlappen sich aufeinanderfolgende Windungen der Streifenwicklung, wobei die Überlappungsbreite über die Reifenbreite variiert, um die Gürtelsteifigkeit über die Reifenbreite gezielt einzustellen. Dieser Reifen hat daher den Nachteil, daß das Gewicht der Gürtelanordnung aufgrund der großen Wickeldichte relativ groß ist. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß nur ein sehr kleiner Neigungswinkel der Fäden oder Korde zur Reifenumfangsrichtung eingestellt werden kann.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Fahrzeugluftreifen der eingangs genannten Art so weiterzubilden, daß diese Nachteile nicht auftreten. Insbesondere soll das Reifengewicht verringert und die Einstellung größerer Neigungswinkel der Fäden oder Korde ermöglicht werden.

Diese Aufgabe wird bei einem solchen Reifen dadurch gelöst, daß die Streifenwicklung im wesentlichen über die gesamte Reifenbreite ohne gegenseitige Überlappung benachbarter Windungen gewickelt ist. Lediglich am Anfang und am Ende der Streifenwicklung kann eine Überlappung benachbarter Windungen gegeben sein, um eine zur Umfangsmittelebene des Reifens parallele Seitenkante der Gürtelanordnung zu erzielen.

Durch eine Streifenwicklung, welche im wesentlichen über die gesamte Reifenbreite ohne gegenseitige Überlappung benachbarter Windungen gewickelt ist, ergibt sich eine sehr leichte Gürtelanordnung, so daß insgesamt das Reifengewicht reduziert werden kann. Die einzelnen Windungen der Streifenwicklung können dabei auf Stoß gewickelt sein, so daß sich eine vollständige Überdeckung der Karkasse zwischen den beiden Schulterbereichen und dadurch eine feste Gürtelanordnung mit entsprechend guten Reifeneigenschaften ergibt.

Nach einer Ausgestaltung der Erfindung können mindestens zwei übereinander angeordnete Streifenwicklungen vorhanden sein, deren Korde gegenüber der Reifenumfangsrichtung jeweils gegensinnig geneigt sind. Durch diese Ausgestaltung bilden die Fäden oder Korde einen Kreuzverband, der die Festigkeit der Gürtelanordnung erhöht. Diese Ausgestaltung kann daher bevorzugt für solche Anwendungsfälle vorgesehen werden, die sehr hohe Anforderungen an die Festigkeit und die dynamischen Eigenschaften der Gürtelanordnung stellen.

Eine solche Ausgestaltung kann beispielsweise dadurch erreicht werden, daß mehrere wendelformig um die Karkasse gelegte Streifen übereinander vorhanden sind, oder auch dadurch, daß ein Streifen in mehreren wendelförmigen Lagen um die Karkasse gelegt ist, beispielsweise indem er von der einen Reifenschulter ausgehend zu der anderen Reifenschulter gewickelt und anschließend in umgekehrter Richtung zurückgewickelt wird.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weisen zumindest in dem zwischen den beiden Schulterbereichen des Reifens gelegenen mittleren Reifenbereich benachbarte Windungen der Streifenwicklung einen Abstand zueinander auf.

Hierdurch kann der Neigungswinkel der Korde gegenüber der Reifenumfangsrichtung bei Bedarf weiter vergrößert werden. Durch mindestens zwei übereinander angeordnete Streifenwicklungen kann trotz des Abstandes zwischen benachbarten Windungen einer Streifenwicklung eine weitgehende Überdeckung des betreffenden Reifenbereichs erreicht werden.

Der Abstand zwischen benachbarten Windungen kann über die Reifenbreite unterschiedlich sein. Auf diese Weise wird auch der Neigungswinkel der Fäden oder Korde zur Reifenumfangsrichtung über die Reifenbreite variierbar, und die Eigenschaften des Reifens in den einzelnen Reifenbereichen werden exakt einstellbar. Insbesondere im Zenit des Reifens kann dadurch eine größere Dehnung ermöglicht werden, während die Schulterbereiche nur geringe Dehnbarkeit erhalten.

Es ist auch möglich, mehrere Streifenwicklungen so übereinander anzuordnen, daß insgesamt eine vollständige Überdeckung des Reifenbereichs zwischen den beiden Reifenschultern gegeben ist. Hierzu werden die Windungen in den einzelnen Streifenwicklungen so gelegt, daß sie mit den Windungen einer darunterliegenden Streifenwicklung gestoßen sind oder diese teilweise überlappen. Dies kann beispielsweise bei Reifen vorteilhaft sein, die große Belastungen aushalten müssen wie beispielsweise Reifen für Lastwagen oder Baumaschinen.

Als Material für die Fäden oder Korde in den Streifen kann grundsätzlich jedes übliche Material, beispielsweise Stahl verwendet werden. Es kann aber auch ein Textilmaterial, insbesondere Aramid oder ein Hybridmaterial aus Aramid und einem anderen Textilmaterial wie Nylon oder Rayon verwendet werden. Wichtig ist, daß die Fäden oder Korde eine ausreichende Zugfestigkeit aufweisen, um die Ausdehnung des Reifens auf das zulässige Maß zu begrenzen.

Bei mehreren übereinander angeordneten Streifenwicklungen können für die einzelnen Wicklungen auch unterschiedliche Materialien verwendet werden. Grundsätzlich ist es auch möglich, den Streifen für eine Streifenwicklung aus zwei oder mehr Teilen mit unterschiedlichem Material zusammenzusetzen.

Schließlich kann die Gürtelanordnung nach einer Ausgestaltung der Erfindung bevorzugt aus einer Streifenwicklung ohne Abdeckung ausgebildet sein. Hierdurch ergibt sich ein besonders einfacher Aufbau und ein geringes Gewicht des erfindungsgemäßen Reifens.

Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Fahrzeugluftreifens, bei welchem der schmale Streifen für die Streifenwicklung zunächst auf eine in Axialrichtung gewölbte, radial zusammenfahrbare Trommel gewickelt und anschließend der Laufstreifen um den fertigen Wickel gelegt wird. Dann wird der von Wickel und Laufstreifen gebildete Ring von außen her mittels einer Haltevorrichtung ergriffen, die Trommel radial zusammengefahren und der Wickel um die auf einer Aufbautrommel angeordnete Karkasse gelegt. Anschließend wird die Karkasse in den Ring hineinbombiert und mit diesem zusammen in die Reifenheizform gebracht, in welcher der Reifen schließlich unter Ausformen des Reifenprofils vulkanisiert wird.

Dieses Verfahren gewährleistet, daß die Streifenwicklung bereits auf der gewölbten Trommel annähernd die Form aufweist, welche sie im fertigen Reifen hat. Dadurch wird die Gürtelanordnung bei der Herstellung des Reifens also nur sehr wenig gedehnt, so daß die Streifen bereits in der endgültigen Festigkeit gewickelt werden können.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend beschrieben. Es zeigen

Fig. 1 eine perspektivische, teilweise geschnittene Darstellung eines erfindungsgemäßen Fahrzeugluftreifens,

Fig. 2 einen Teilquerschnitt durch eine gewölbte Trommel mit aufgelegter erfindungsgemäßer Gürtelanordnung und Laufstreifen und

Fig. 3 einen Teilquerschnitt durch einen erfindungsgemäß aufgebauten Fahrzeugluftreifen.

Bei dem in Fig. 1 dargestellten Reifen sind nur die zum Verständnis der Erfindung notwendigen Reifenbestandteile gezeigt, nämlich eine den Reifen nach innen abschließende Karkasse 1, ein die Reifenlauffläche bildender Laufstreifen 2 und eine zwischen Karkasse 1 und Laufstreifen 2 vorgesehene Gürtelanordnung 3.

Die Gürtelanordnung 3 besteht aus einem gegenüber der Reifenbreite b schmalen Streifen 4, welcher in Form einer wendelförmigen Streifenwicklung um die Karkasse 1 gelegt ist. Der Streifen 4 besteht aus in Streifenlängsrichtung verlaufenden Fäden oder Korden 5, welche in eine Gummimischung eingebettet sind, und weist beispielsweise eine Breite a von etwa 10 bis 15 mm auf. Die Fäden oder Korde 5 sind in Fig. 3 angedeutet, wo der Streifen 4 beispielhaft mit nur drei Korden 5 dargestellt ist, obwohl in der Regel eine größere Anzahl von Korden 5 im Streifen 4 vorhanden ist, beispielsweise etwa 12 Korde pro Zentimeter Streifenbreite. Die Karkasse 1 und der Laufstreifen 2 können in üblicher Weise aufgebaut sein.

Fig. 2 zeigt die Anordnung des Streifens 4 auf einer in Axialrichtung gewölbten Trommel 6. Der Streifen 4 ist über die gesamte Reifenbreite b auf Stoß gewickelt, so daß eine dichte Streifenwicklung 3 gebildet wird. Lediglich am Anfang und Ende der Streifenwicklung 3 kann eine Überlappung benachbarter Windungen vorliegen, um eine zur Mittelumfangsebene des Reifens parallele Seitenkante der Gürtelanordnung 3 zu erzielen. Auf die Streifenwicklung 3 ist direkt der Laufstreifen 2 aufgelegt.

Die Herstellung eines erfindungsgemäßen Fahrzeugluftreifens erfolgt beispielsweise derart, daß der Streifen 4 aus in einer Gummimischung eingebetteten Fäden oder Korden 5 auf die in Axialrichtung gewölbte Trommel 6 aufgewickelt wird, indem der Streifen 4 in einem späteren Schulterbereich 8 des Reifens angesetzt, anschließend die Trommel 6 um ihre Achse rotiert und gleichzeitig der Streifen 4 in Richtung der Trommelachse zum zweiten späteren Schulterbereich 9 des Reifens bewegt wird. Auf die fertige Streifenwicklung 3 wird dann der Laufstreifen 2 aufgelegt.

Laufstreifen 2 und Streifenwicklung 3 werden nun gemeinsam von einer hier nicht dargestellten Haltevorrichtung ergriffen und anschließend die Trommel 6 radial zusammengefahren. Dann transportiert die Haltevorrichtung die Streifenwicklung 3 mit Laufstreifen 2 zu einer ebenfalls nicht gezeigten Aufbautrommel, auf der eine fertig vorbereitete Karkasse 1 angeordnet ist. Dort wird die Karkasse 1 in den von Streifenwicklung 3 und Laufstreifen 2 gebildeten Ring hineinbombiert. Anschließend wird dieser Reifenrohling in eine Reifenheizform gelegt und dort unter Ausformen des Reifenprofils 11ausvulkanisiert.

Die Herstellung des Streifens 4 für die Streifenwicklung 3 erfolgt bevorzugt in Endlosfertigung, wobei die als Festigkeitsträger dienenden Fäden oder Korde 5 parallel zueinander in eine Gummimischung eingebettet werden. Dieses endlose Band muß dann nur noch in Streifen 4 mit der für eine Streifenwicklung 3 erforderlichen Länge zerteilt werden.

Die Herstellung des erfindungsgemäßen Fahrzeugluftreifens ist also gegenüber herkömmlichen Reifen vereinfacht. Zudem kann bei dem erfindungsgemäßen Reifen auf eine Abdecklage über der Gürtelanordnung verzichtet werden, was zu einer zusätzlichen Einsparung beim Reifengewicht führt.

Fig. 3 zeigt einen Teilschnitt eines solchermaßen hergestellten erfindungsgemäßen Fahrzeugreifens. Man erkennt den einfachen Aufbau mit einer direkt auf der Karkasse 1 angeordneten einfachen Streifenwicklung 3, auf die direkt der Laufstreifen 2 mit dem eingeformten Reifenprofil mit Profilnuten 11 folgt. Auf der Streifenwicklung 3 ist also keine zusätzliche Abdecklage vorhanden. Benachbarte Windungen 7 der Streifenwicklung 3 sind jeweils miteinander gestoßen, so daß die Streifenwicklung 3 die Karkasse 1 vom einen Schulterbereich 8 zum anderen Schulterbereich 9 vollständig überdeckt.

Die Streifenwicklung 3 kann aber auch so ausgeführt sein, daß benachbarte Windungen 7 einen Abstand zueinander aufweisen, insbesondere im mittleren Reifenbereich 10, wobei sich der Abstand zwischen den Windungen 7 über die Reifenbreite b auch ändern kann.

Je nach Anwendungsfall können auch mehrere Streifenwicklungen 3 übereinander angeordnet werden, wobei dann die einzelnen Wicklungen bevorzugt so ausgeführt sind, daß die Fäden bzw. Korde 5 in aufeinanderfolgenden Wicklungen zur Reifenumfangsrichtung I gegensinnig geneigt sind.

Das Dehnungsverhalten des Reifens kann über den Neigungswinkel der Korde 5 zur Reifenumfangsrichtung I eingestellt werden. So kann der Neigungswinkel beispielsweise etwa 5° betragen, wenn die einzelnen Windungen 7 der Streifenwicklung 3 auf Stoß gewickelt sind. Durch Beabstanden benachbarter Windungen 7 sind größere Neigungswinkel gegenüber der Reifenumfangsrichtung I erreichbar, wobei der Winkel über die Reifenbreite b auch variierbar ist, um den verschiedenen Reifenbereichen unterschiedliche Dehnungseigenschaften zu geben.

So kann beispielsweise in den beiden Schulterbereichen 8 und 9 des Reifens ein kleiner Abstand und damit ein kleiner Winkel gegeben sein, während im dazwischenliegenden mittleren Reifenbereich 10 benachbarte Windungen 7 einen größeren Abstand zueinander aufweisen, so daß sie unter einem größeren Winkel zur Reifenumfangsrichtung I verlaufen, insbesondere zwischen etwa 15° und etwa 27°. Die Dehnbarkeit des mittleren Reifenbereichs 10 ist damit gegenüber den beiden Schulterbereichen 8 und 9 vergrößert.

Als Material für die Fäden oder Korde 5 der Streifen 4 kann Stahl oder Aramid oder ein anderes Textilmaterial, insbesondere auch ein Hybridmaterial aus Aramid und beispielsweise Rayon oder Nylon verwendet werden. Wenn mehrere Streifenwicklungen 3 übereinander angeordnet sind, kann es vorteilhaft sein, in den einzelnen Streifenwicklungen 3 verschiedene Materialien für die Korde 5 zu verwenden.

Der erfindungsgemäße Fahrzeugluftreifen zeichnet sich durch einen einfachen Aufbau, ein geringes Gewicht und gute Laufeigenschaften aus. Ein weiterer Vorteil besteht in dem geringeren Rollwiderstand, dem erhöhten Komfort und den geringeren ungefederten Massen des erfindungsgemäßen Reifens.

Bezugszeichenliste

1 Karkasse

2 Laufstreifen

3 Streifenwicklung

4 Streifen

5 Kord

6 Trommel

7 Windung

8 Schulterbereich

9 Schulterbereich

10 mittlerer Reifenbereich

11 Profilnut

a Streifenbreite

b Reifenbreite

I Reifenumfangsrichtung


Anspruch[de]
  1. 1. Fahrzeugluftreifen mit einer Karkasse (1), einem Laufstreifen (2) und einer zwischen Karkasse (1) und Laufstreifen (2) vorgesehenen Gürtelanordnung (3) aus in einer Gummischicht eingebetteten und im wesentlichen parallel zueinander verlaufenden, als Festigkeitsträger dienenden Fäden oder Korden (5), die in einem im Vergleich zur Reifenbreite (b) schmalen Gummistreifen (4) eingebettet und in Form einer wendelförmigen Streifenwicklung (3) um die Karkasse (1) gelegt sind, wobei die Fäden oder Korde (5) in Streifenlängsrichtung verlaufen, dadurch gekennzeichnet, daß die Streifenwicklung (3) im wesentlichen über die gesamte Reifenbreite (b) ohne gegenseitige Überlappung benachbarter Windungen (7) gewickelt ist.
  2. 2. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß benachbarte Windungen (7) der Streifenwicklung (3) miteinander gestoßen sind.
  3. 3. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei wendelförmige Streifenwicklungen (3) übereinander angeordnet sind und daß die Fäden oder Korde (5) in aufeinanderfolgenden Streifenwicklungen (3) zur Reifenumfangsrichtung (I) gegensinnig geneigt sind.
  4. 4. Fahrzeugluftreifen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest in dem zwischen den beiden Schulterbereichen (8, 9) des Reifens gelegenen mittleren Reifenbereich (10) benachbarte Windungen (7) der Streifenwicklungen (3) einen Abstand zueinander aufweisen.
  5. 5. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand benachbarter Windungen (7) über die Reifenbreite (b) unterschiedlich ist.
  6. 6. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Streifenwicklungen übereinander angeordnet sind, die jeweils voneinander beabstandete Windungen aufweisen, und daß die Windungen in den einzelnen Streifenwicklungen so gelegt sind, daß sie mit den Windungen einer darunter liegenden Streifenwicklung gestoßen sind oder sich mit diesen schindelartig überlappen.
  7. 7. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Streifenwicklung (3) ihren Anfang in einem Schulterbereich (8) des Reifens und ihr Ende im anderen Schulterbereich (9) des Reifens hat.
  8. 8. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Streifenwicklung (3) nicht mit einer Abdecklage versehen ist.
  9. 9. Fahrzeugluftreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Fäden oder Korde (5) aus Stahl bestehen.
  10. 10. Fahrzeugluftreifen nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Fäden oder Korde (5) aus Textilmaterial, insbesondere Aramid oder einem Hybridmaterial mit Aramid und einem anderen Textilmaterial wie Nylon oder Rayon bestehen.
  11. 11. Verfahren zur Herstellung eines Reifens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein schmaler Streifen (4) aus in einer Gummischicht eingebetteten, in Streifenlängsrichtung verlaufenden Fäden oder Korden (5) zunächst auf eine in Axialrichtung gewölbte, radial zusammenfahrbare Trommel (6) gewickelt wird, daß anschließend ein Laufstreifen (2) um die fertige Streifenwicklung (3) gelegt wird, daß dann der Ring aus Streifenwicklung (3) und Laufstreifen (2) von außen her von einer Haltevorrichtung ergriffen, und nachdem die Trommel (6) radial zusammengefahren wurde, um eine auf einer Aufbautrommel angeordnete Karkasse (1) gelegt wird, welche anschließend in den Ring hinein bombiert und mit diesem zusammen in eine Reifenheizform gebracht wird, in welcher der Reifen schließlich unter Ausformen des Reifenprofils (11) vulkanisiert wird.






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