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Dokumentenidentifikation DE19532352A1 06.03.1997
Titel Fahrzeugluftreifen sowie Verfahren zur Herstellung eines Fahrzeugluftreifens
Anmelder SP Reifenwerke GmbH, 63450 Hanau, DE
Erfinder Gerresheim, Manfred, Dr., 63179 Obertshausen, DE;
Lamm, Günter, 63477 Maintal, DE;
Winter, Hans-Jürgen, 63571 Gelnhausen, DE;
Löwenhaupt, Bernd, Dr., 64625 Bensheim, DE
Vertreter Manitz, Finsterwald & Partner, 80538 München
DE-Anmeldedatum 01.09.1995
DE-Aktenzeichen 19532352
Offenlegungstag 06.03.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.03.1997
IPC-Hauptklasse B29D 30/38
IPC-Nebenklasse B60C 9/18   
Zusammenfassung Verfahren zur Herstellung eines Fahrzeugluftreifens mit einer Karkasse, einem Laufstreifen, einer zwischen Karkasse und Laufstreifen angeordneten Gürtelanordnung (1) aus wenigstens einer mindestens einmal gefalteten Gürtellage (2), die als Festigkeitsträger dienende, unter einem Winkel zur Umfangsmittelebene (I) des Reifens verlaufende Fäden oder Korde aufweist, und einer die Gürtelanordnung (1) zumindest in Teilbereichen ihrer Breite umschließenden Gürtelabdeckung aus wenigstens einer wendelförmig gewickelten Streifenbandage (7) die zumindest im wesentlichen in Reifenumfangsrichtung verlaufende Fäden oder Korde aufweist, bei welchem nacheinander die Karkasse, die Gürtelanordnung, die Gürtelabdeckung und der Laufstreifen aufeinandergelegt werden, wobei zur Vereinfachung der Herstellung die Gürtellage (2) in die gewünschte Form vorgefaltet und im bereits gefalteten Zustand auf die Karkasse aufgelegt wird.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Fahrzeugluftreifens mit einer Karkasse, einem Laufstreifen, einer zwischen Karkasse und Laufstreifen vorgesehenen Gürtelanordnung aus wenigstens einer mindestens einmal gefalteten Gürtellage, die als Festigkeitsträger dienende, unter einem Winkel zur Umfangsmittelebene des Reifens verlaufende Fäden oder Korde aufweist, und einer die Gürtelanordnung zumindest in Teilbereichen ihrer Breite umschließenden Gürtelabdeckung aus wenigstens einer wendelförmig gewickelten Streifenbandage, die zumindest im wesentlichen in Reifenumfangsrichtung verlaufende Fäden oder Korde aufweist, bei welchem nacheinander die Karkasse, die Gürtelanordnung, die Gürtelabdeckung und der Laufstreifen aufeinandergelegt werden, sowie einen nach diesem Verfahren aufgebauten Fahrzeugluftreifen.

Fahrzeugluftreifen mit gefalteten Gürtellagen werden bisher so hergestellt, daß auf einer Reifenaufbautrommel zunächst die Karkasse und die Reifenwulste aufgebracht werden. Nach Herumschlagen der Karkasse um die Wulste wird die Karkasse in toroidale Form gebracht, und dann werden die Gürtellage oder Gürtellagen aufgebracht, wobei eine Faltung der jeweiligen Gürtellage in die geforderte Form erfolgen mußte. Dieses Verfahren erfordert einen entsprechenden maschinellen und personellen Aufwand und erhöht damit die Fertigungskosten.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben, welches eine einfache und insbesondere mit der Verwendung von Schnittgürteln vergleichbare Herstellung von Reifen ermöglicht. Eine weitere Aufgabe besteht darin, einen Fahrzeugluftreifen anzugeben, der auch bei hohen Anforderungen besonders gute Eigenschaften aufweist.

Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art im wesentlichen dadurch gelöst, daß die jeweilige Gürtellage in die gewünschte Form vorgefaltet und im bereits gefalteten Zustand auf die Karkasse aufgelegt wird.

Das Falten von Gürtellagenmaterial vor dem Aufbringen auf die Reifenaufbautrommel ist verhältnismäßig einfach zu bewerkstelligen, da das streifenförmige Material in ebener - und nicht wie auf der Aufbautrommel in zylindrisch gebogener - Form vorliegt. Die Faltung kann daher sehr sorgfältig ausgeführt werden, was sich auch auf die Reifeneigenschaften positiv auswirkt. Bei Gürtelanordnungen mit mehreren oder mehrfach gefalteten Gürtellagen vervielfacht sich der Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung wird die Gürtellage jeweils als Stück von einem zuvor gebildeten Wickel aus einer vorgefalteten Endlos-Gürtellage abgezogen und in der benötigten Länge abgetrennt. Die Abtrennung des erforderlichen Stückes vom Wickel kann jeweils vor oder nach dem Aufbringen der gefalteten Gürtellage auf die Karkasse erfolgen. Auf diese Weise ist die Herstellung eines Fahrzeugluftreifens mit mindestens einer gefalteten Gürtellage praktisch so einfach wie die Herstellung von Reifen mit einer Schnittgürtelanordnung.

Weist die Gürtelanordnung mehrere Gürtellagen auf, so können diese von einer entsprechenden Anzahl von zuvor gebildeten Wickeln abgezogen und abgetrennt werden. Beim Abziehen werden die einzelnen Gürtellagen dabei in die gewünschte Anordnung für den jeweiligen Reifen gebracht.

Ein erfindungsgemäßer Fahrzeugluftreifen weist eine Gürtelanordnung mit mindestens einer vor dem Aufbringen auf die Karkasse in der gewünschten Form vorgefalteten Gürtellage auf.

Der erfindungsgemäße Fahrzeugluftreifen ist einfach in der Herstellung und weist aufgrund der sorgfältig ausführbaren Faltung und der wendelförmig gewickelten Streifenbandage gute Reifeneigenschaften auf.

Als Gürtellagen für den erfindungsgemäßen Reifen kommen vor allem einfach und doppelt gefaltete Gürtellagen in Betracht, wobei insbesondere an Gürtellagen gedacht ist, die an ihren beiden axialen Seiten jeweils einmal radial nach innen oder außen gefaltet sind. Die axiale Breite des gefalteten Abschnitts kann unterschiedlich groß sein. Beispielsweise kann der gefaltete Abschnitt im Verhältnis zur axialen Breite der Gürtelanordnung klein sein oder er kann jeweils so groß sein, daß die beiden zur Umfangsmittelebene des Reifens weisenden Seitenkanten des gefalteten Abschnitts der Gürtellage dicht beieinander liegen. Selbstverständlich können diese Seitenkanten auch miteinander gestoßen sein oder einander überlappen.

Dieser Bereich, in dem sich die gefalteten Gürtelkanten treffen, kann über die Reifenbreite betrachtet in der Mitte oder auch seitlich von der Mitte angeordnet sein. Die Faltung kann also symmetrisch oder asymmetrisch sein.

Bei einer Gürtelanordnung mit einer Gürtellage mit gefalteten Abschnitten relativ geringer axialer Breite, bei der also eine im Verhältnis zur Breite der Gürtelanordnung große Lücke zwischen den zur Umfangsmittelebene des Reifens weisenden axialen Seitenkanten der gefalteten Abschnitte vorhanden ist, kann zusätzlich eine nicht gefaltete Gürtellage vorgesehen sein, die beispielsweise zwischen den axialen Seitenkanten der gefalteten Abschnitte der Gürtellage angeordnet ist. Die ungefaltete Gürtellage kann die gefalteten Abschnitte der gefalteten Gürtellage aber auch überdecken.

In allen genannten Fällen können die gefalteten Abschnitte der Gürtellage entweder radial außen oder radial innen angeordnet sein. Das heißt, die gefalteten Abschnitte können entweder der Gürtelabdeckung oder der Karkasse radial benachbart sein.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, zwei jeweils nur an einer axialen Seite gefaltete Gürtellagen zu kombinieren. Die gefalteten Abschnitte der beiden Gürtellagen sind dabei auf entgegengesetzten axialen Seiten der Gürtelanordnung vorgesehen und gegensinnig gefaltet, das heißt, die radial innere Gürtellage ist radial nach außen, die radial äußere radial nach innen gefaltet.

Die gefalteten Abschnitte der beiden Gürtellagen sind bevorzugt den nicht gefalteten Abschnitten der zugehörigen Gürtellage radial benachbart und durch den nicht gefalteten Abschnitt der jeweils anderen Gürtellage überdeckt. Es ergibt sich eine einfach herzustellende und besonders feste Gürtelanordnung aus zwei Gürtellagen. Die gefalteten Abschnitte der beiden Gürtellagen weisen bei dieser Ausgestaltung bevorzugt eine verhältnismäßig geringe axiale Breite auf.

Nach einer anderen Ausgestaltung ist die axiale Breite der gefalteten Abschnitte der beiden einseitig gefalteten Gürtellagen im Verhältnis zur Gürtelbreite groß und ist sowohl der gefaltete als auch der ungefaltete Abschnitt der einen Gürtellage radial weiter innen angeordnet als die beiden entsprechenden Abschnitte der anderen Gürtellage. Die gefalteten Abschnitte der beiden Gürtellagen sind bevorzugt zueinander radial benachbart angeordnet und überlappen einander in Axialrichtung des Reifens. Man erhält so eine Gürtelanordnung mit zwei übereinander angeordneten einfach gefalteten Gürtellagen, die besonders stabil ist.

Die zur Gürtelabdeckung dienende Streifenbandage kann über die gesamte Breite der Gürtelanordnung gewickelt sein, wobei die Streifenbandage bevorzugt axial etwas über die Gürtelanordnung hinaus gewickelt ist, um diese gegen ein Ablösen zu sichern.

Die Streifenbandage kann aber auch in Axialrichtung des Reifens betrachtet nur in Teilbereichen der Gürtelanordnung vorgesehen sein, beispielsweise nur im Schulterbereich des Reifens und/oder im Bereich der zur Umfangsmittelebene des Reifens weisenden axialen Seitenkanten der gefalteten Abschnitte der Gürtellagen. Bei einer an ihren beiden axialen Seiten gefalteten Gürtellage, die soweit gefaltet ist, daß die zur Umfangsmittelebene weisenden Seitenkanten der gefalteten Abschnitte einander benachbart, auf Stoß oder einander überlappend angeordnet sind, kann eine Streifenwicklung insbesondere auch im Bereich dieser axialen Seitenkanten der gefalteten Abschnitte angeordnet sein.

Die einzelnen Windungen der Streifenbandage können in allen Fällen jeweils mit Abstand, auf Stoß oder einander überlappend gewickelt sein, wobei Abstand und Überlappungsbreite zwischen benachbarten Windungen in Axialrichtung des Reifens jeweils variieren können. Die Streifenwicklung kann auch teilweise überlappend und teilweise auf Stoß oder mit Abstand gewickelt sein.

Die als Festigkeitsträger dienenden Fäden oder Korde der Gürtelanordnung bestehen bevorzugt aus Textilmaterial, insbesondere Aramid. Ebenso bestehen die Fäden oder Korde der Streifenbandage bevorzugt aus Textilmaterial, insbesondere aus Aramid oder Reyon.

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden nachfolgend beschrieben. Es zeigen, jeweils in schematischer Darstellung,

Fig. 1 eine Gürtelanordnung aus einer zweifach gefalteten und einer nicht gefalteten Gürtellage,

Fig. 2 bis 4 verschiedene Varianten von Fig. 1,

Fig. 5 eine Gürtelanordnung mit nur einer zweifach gefalteten Gürtellage,

Fig. 6 bis 8 verschiedene Varianten von Fig. 5,

Fig. 9 eine Gürtelanordnung mit zwei einfach gefalteten Gürtellagen und

Fig. 10 eine Variante von Fig. 9.

Die in Fig. 1 dargestellte Gürtelanordnung 1 weist eine erste, radial innere Gürtellage 2 auf, deren beide axialen Seiten radial nach außen gefaltet sind. Die gefalteten Abschnitte 3 und 4 dieser ersten Gürtellage 2 sind im Verhältnis zur axialen Breite der Gürtelanordnung 1 schmal ausgebildet.

Radial außerhalb der ersten Gürtellage 2 ist eine zweite, nicht gefaltete Gürtellage 6 vorhanden, deren axiale Breite so groß ist, daß sie die gefalteten Abschnitte 3 und 4 der ersten Gürtellage 2 überdeckt. Die Abschnitte 3 und 4 sind also dem nicht gefalteten Abschnitt 5 dieser Gürtellage 2radial benachbart angeordnet. Schließlich ist die gesamte Gürtelanordnung 1 mit einer wendelförmig gewickelten Streifenbandage 7 abgedeckt. Die schematische Darstellung der Streifenbandage 7 soll hier nicht nur eine auf Stoß gewickelte Streifenbandage umfassen, sondern auch überlappend oder mit Abstand gewickelte Streifenbandagen, wobei Überlappungsbreite und Abstand in Axialrichtung des Reifens jeweils variieren können.

Anstelle der hier dargestellten, über die gesamte Breite der Gürtelanordnung 1 gewickelten Streifenbandage 7 können auch eine oder mehrere Streifenbandagen vorgesehen sein, welche die Gürtelanordnung nur in bestimmten Bereichen ihrer Breite umschließen. Hierbei können insbesondere in den beiden Schulterbereichen des Reifens Streifenwicklungen vorgesehen sein, die vor allem den axialen Kantenbereich der Gürtelanordnung 1 abdecken sollen.

Bei der in Fig. 2 dargestellten Variante von Fig. 1 ist die nicht gefaltete Gürtellage 6 radial innen angeordnet, während die an ihren beiden axialen Seiten gefaltete Gürtellage 2 zu dieser radial außen liegt. Die axialen Seiten dieser Gürtellage 2 sind nun radial nach innen gefaltet, so daß die gefalteten Abschnitte 3 und 4 der Gürtellage 2 wieder zwischen nicht gefalteter Gürtellage 6 und nicht gefaltetem Abschnitt 5 der Gürtellage 2 eingeschlossen sind. Die Gürtelabdeckung durch eine oder mehrere Streifenbandagen 7 kann in derselben Weise vorgenommen sein, wie bei der Variante von Fig. 1.

Bei der Variante von Fig. 3 entspricht die Ausgestaltung der ersten Gürtellage 2 der Variante von Fig. 1. Die zweite, nicht gefaltete Gürtellage 6 ist bei dieser Variante jedoch in der Lücke zwischen den beiden zur Umfangsmittelebene des Reifens weisenden axialen Seitenkanten 8 der gefalteten Abschnitte 3 und 4 der ersten Gürtellage 2 angeordnet. Die axiale Breite der zweiten Gürtellage 6 ist dabei so gewählt, daß ihre axialen Seitenkanten 9 den Seitenkanten 8 der gefalteten Abschnitte 3 und 4 der ersten Gürtellage 2 benachbart sind. Die Abdeckung der Gürtelanordnung 1 mit einer Streifenbandage 7 kann bei dieser Variante wiederum in den oben beschriebenen verschiedenen Arten erfolgen, wobei insbesondere die Bereiche benachbarter Kanten 8 und 9 der ersten Gürtellage 2 und der zweiten Gürtellage 6 überdeckt werden.

Fig. 4 zeigt die Variante von Fig. 3, wobei jedoch die erste, zweifach gefaltete Gürtellage 2 radial außen angeordnet und radial nach innen gefaltet ist, während die zweite, nicht gefaltete Gürtellage 6 radial innen und wieder zwischen den zur Umfangsmittelebene I des Reifens weisenden axialen Seitenkanten 8 der gefalteten Abschnitten 3 und 4 der ersten Gürtellage 2 angeordnet ist. Auch hier sind die zuvor genannten Varianten der Streifenbandage 7 zur Abdeckung der Gürtelanordnung 1 verwendbar.

Fig. 5 zeigt eine Gürtelanordnung 1 mit nur einer Gürtellage 2, die an ihren beiden axialen Seiten radial nach außen gefaltet ist. Die gefalteten Abschnitte 3 und 4 sind axial so breit gewählt, daß die zur Umfangsmittelebene I des Reifens weisenden axialen Seitenkanten 8 einander benachbart sind. Als Gürtelabdeckung ist wieder eine Streifenbandage 7 vorgesehen, wobei die zuvor geschilderten Variationen möglich sind. Auch hier kann es vorteilhaft sein, neben den beiden Schulterbereichen insbesondere den Bereich der benachbarten axialen Seitenkanten 8 der gefalteten Abschnitte 3 und 4 mit einer Streifenbandage 7 abzudecken und den übrigen Bereich der Gürtelanordnung 1 unabgedeckt zu lassen.

Fig. 6 zeigt eine Gürtelanordnung, die weitgehend der Variante von Fig. 5 entspricht. Die einzige Gürtellage 2 ist hier lediglich radial nach innen gefaltet, so daß sich die gefalteten Abschnitte 3 und 4 radial innen und der nicht gefaltete Abschnitt 5 radial außen befinden. Die Gürtelabdeckung mit einer Streifenbandage 7 kann wie zuvor ausgebildet sein, wobei allerdings eine besondere Abdeckung des Bereichs der benachbarten axialen Seitenkanten 8 der gefalteten Abschnitte 3 und 4 nicht erforderlich ist.

Die Fig. 7 und 8 zeigen Gürtelanordnungen, die weitgehend den Varianten der Fig. 5 und 6 entsprechen. Der Unterschied besteht darin, daß die einzige Gürtellage 2 hier jeweils asymmetrisch gefaltet ist, so daß die gefalteten Abschnitte 3 und 4 zueinander unterschiedliche axiale Breite aufweisen. Bezüglich der Gürtelabdeckung gelten die vorstehenden Ausführungen entsprechend.

Fig. 9 zeigt wieder eine Anordnung mit einer ersten Gürtellage 10 und einer zweiten Gürtellage 11. Bei dieser Variante sind jedoch beide Gürtellagen 10 und 11 jeweils einmal gefaltet, und zwar auf voneinander abgewandten Seiten und gegensinnig. Das heißt, die erste, radial innere Gürtellage 10 ist auf der einen axialen Reifenseite radial nach außen gefaltet und die zweite radial äußere Gürtellage 11 ist auf der axial anderen Reifenseite radial nach innen gefaltet. Die gefalteten Abschnitte 12 und 13 der beiden Gürtellagen 10 und 11 sind dabei im Verhältnis zur axialen Breite der Gürtelanordnung schmal und jeweils den nicht gefalteten Abschnitten 14 bzw. 15 derselben Gürtellage 10 bzw. 11 radial benachbart angeordnet und werden durch den nicht gefalteten Abschnitt 15 bzw. 14 der jeweils anderen Gürtellage 10 bzw. 11 überdeckt. Die Abdeckung dieser Gürtelanordnung mittels einer Streifenbandage 7 kann wie zuvor variieren.

Fig. 10 schließlich zeigt eine Gürtelanordnung 1 mit zwei einfach gefalteten Gürtellagen 10 und 11, bei der die beiden Gürtellagen 10 und 11 wiederum an entgegengesetzten axialen Reifenseiten und gegensinnig gefaltet sind. Im Gegensatz zu der Variante von Fig. 9 sind die beiden gefalteten Abschnitte 12 und 13 nicht schmal gegenüber der axialen Breite der Gürtelanordnung, sondern weisen eine nur geringfügig geringere Breite als der jeweils zugehörige nicht gefaltete Abschnitt 14 bzw. 15 auf. Bei dieser Variante ist die gesamte erste Gürtellage 10 radial weiter innen angeordnet als die zweite Gürtellage 11, das heißt, der radial nach außen gefaltete Abschnitt 12 der ersten, radial inneren Gürtellage 10 liegt radial weiter innen als der radial nach innen gefaltete Abschnitt 13 der zweiten, radial äußeren Gürtellage 11. Die gefalteten Abschnitte 12 und 13 der beiden Gürtellagen 10 und 11 sind dabei einander zugewandt, also radial benachbart. Auch hier kann die Gürtelabdeckung durch eine Streifenbandage 7 wie zuvor variieren.

Als Material für die als Festigkeitsträger in der Gürtelanordnung 1 dienenden Fäden oder Korde kann Stahl, Textil-, Glas- oder Kohlefaser verwendet werden. Als besonders vorteilhaft hat sich Aramid herausgestellt. Die Fäden bzw. Korde der Streifenbandage 7 bestehen bevorzugt aus Textilmaterial. Hier haben sich Aramid und Reyon als besonders vorteilhaft herausgestellt.

Die dargestellten Varianten eines Fahrzeugluftreifens bewirken einerseits besonders gute Reifeneigenschaften und sind andererseits durch das erfindungsgemäße Verfahren einfach herstellbar. Bei der Reifenherstellung werden dadurch Zeit und Kosten gespart.

Bezugszeichenliste

1 Gürtelanordnung

2 erste Gürtellage

3 gefalteter Abschnitt von 2

4 gefalteter Abschnitt von 2

5 ungefalteter Abschnitt von 2

6 zweite Gürtellage

7 Streifenbandage

8 axiale Seitenkante von 3 bzw. 4

9 axiale Seitenkante von 6

10 erste Gürtellage

11 zweite Gürtellage

12 gefalteter Abschnitt von 10

13 gefalteter Abschnitt von 11

14 ungefalteter Abschnitt von 10

15 ungefalteter Abschnitt von 11

I Umfangsmittelebene


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Herstellung eines Fahrzeugluftreifens mit einer Karkasse, einem Laufstreifen, einer zwischen Karkasse und Laufstreifen angeordneten Gürtelanordnung aus wenigstens einer mindestens einmal gefalteten Gürtellage, die als Festigkeitsträger dienende, unter einem Winkel zur Umfangsmittelebene des Reifens verlaufende Fäden oder Korde aufweist, und einer die Gürtelanordnung zumindest in Teilbereichen ihrer Breite umschließenden Gürtelabdeckung aus wenigstens einer wendelförmig gewickelten Streifenbandage, die zumindest im wesentlichen in Reifenumfangsrichtung verlaufende Fäden oder Korde aufweist, bei welchem nacheinander die Karkasse, die Gürtelanordnung, die Gürtelabdeckung und der Laufstreifen aufeinandergelegt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die jeweilige Gürtellage (2) in die gewünschte Form vorgefaltet und im bereits gefalteten Zustand auf die Karkasse aufgelegt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die für einen Reifen benötigte Gürtellage (2) jeweils als Stück von einem zuvor gebildeten Wickel aus einer vorgefalteten Endlos-Gürtellage abgezogen und in der benötigten Länge abgetrennt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Gürtellagen (2, 6) von verschiedenen Wickeln aus vorgefalteten Endlos-Gürtellagen abgezogen und in die gewünschte Anordnung zusammengeführt werden.
  4. 4. Fahrzeugluftreifen mit einer Karkasse, einem Laufstreifen, einer zwischen Karkasse und Laufstreifen vorgesehenen Gürtelanordnung aus wenigstens einer mindestens einmal gefalteten Gürtellage, die als Festigkeitsträger dienende, unter einem Winkel zur Umfangsmittelebene des Reifens verlaufende Fäden oder Korde aufweist, und einer die Gürtelanordnung zumindest in Teilbereichen ihrer Breite umschließenden Gürtelabdeckung aus wenigstens einer wendelförmig gewickelten Streifenbandage, die zumindest im wesentlichen in Reifenumfangsrichtung verlaufende Fäden oder Korde aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Gürtelanordnung (1) mindestens eine vor dem Aufbringen auf die Karkasse in der gewünschten Form vorgefaltete Gürtellage (2) aufweist.
  5. 5. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Gürtelanordnung (1) mindestens eine an ihren beiden axialen Außenseiten gefaltete Gürtellage (2) aufweist.
  6. 6. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Gürtellage (2) radial nach außen gefaltet ist.
  7. 7. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Gürtellage (2) radial nach innen gefaltet ist.
  8. 8. Fahrzeugluftreifen nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die axiale Breite der gefalteten Abschnitte (3, 4) klein ist im Verhältnis zu der axialen Breite der Gürtelanordnung (1), und daß die Gürtelanordnung (1) zusätzlich zu der gefalteten ersten Gürtellage (2) mindestens eine zweite, nicht gefaltete Gürtellage (6) aufweist.
  9. 9. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die nicht gefaltete Gürtellage (6) die gefalteten Abschnitte (3, 4) der ersten Gürtellage (2) überdeckt.
  10. 10. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die nicht gefaltete Gürtellage (6) in der Lücke zwischen den zur Umfangsmittelebene (I) des Reifens weisenden axialen Seitenkanten (8) der beiden gefalteten Gürtelabschnitte (3, 4) angeordnet ist.
  11. 11. Fahrzeugluftreifen nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die axiale Breite der gefalteten Abschnitte (3, 4) so groß ist, daß die beiden axialen Seitenkanten (8) dieser Abschnitte (3, 4) einander benachbart sind.
  12. 12. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die axiale Breite der beiden gefalteten Abschnitte (3, 4) annähernd gleich ist.
  13. 13. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die axiale Breite der beiden gefalteten Abschnitte (3, 4) unterschiedlich ist.
  14. 14. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Gürtelanordnung (1) zwei an jeweils einer axialen Außenseite gefaltete Gürtellagen (10, 11) aufweist, wobei die gefalteten Abschnitte (12, 13) auf entgegengesetzten axialen Reifenseiten angeordnet sind und die radial innere Gürtellage (2) radial nach außen und die radial äußere Gürtellage radial nach innen gefaltet ist.
  15. 15. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die gefalteten Abschnitte (12, 13) der beiden Gürtellagen (10, 11) den nicht gefalteten Abschnitten (14) bzw. (15) der jeweils zugehörigen Gürtellage (10) bzw. (11) radial benachbart und durch den nicht gefalteten Abschnitt (15) bzw. (14) der jeweils anderen Gürtellage (11) bzw. (10) überdeckt sind.
  16. 16. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die axiale Breite der gefalteten Abschnitte (12, 13) der beiden Gürtellagen (10, 11) klein ist im Verhältnis zur Breite der Gürtelanordnung (1).
  17. 17. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die axiale Breite der gefalteten Abschnitte (12, 13) der beiden Gürtellagen (10, 11) groß ist im Verhältnis zur Breite der Gürtelanordnung (1), und daß sowohl der gefaltete als auch der ungefaltete Abschnitt der ersten Gürtellage (10) radial weiter innen angeordnet ist als die beiden entsprechenden Abschnitte der zweiten Gürtellage (11).
  18. 18. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß die gefalteten Abschnitte (12, 13) der beiden Gürtellagen (10, 11) zueinander radial benachbart angeordnet sind und einander axial überlappen.
  19. 19. Fahrzeugluftreifen nach einem der Ansprüche 4 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Streifenbandage (7) die Gürtelanordnung (1) über deren gesamte Breite umschließt.
  20. 20. Fahrzeugluftreifen nach einem der Ansprüche 4 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Streifenbandage (7) die Gürtelanordnung (1) nur im Schulterbereich des Reifens und/oder im Bereich der axialen Seitenkanten (8) der gefalteten Abschnitte (3, 4) der Gürtellage (2) umschließt.
  21. 21. Fahrzeugluftreifen nach einem der Ansprüche 18 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Windungen der Streifenbandage (7) zumindest teilweise auf Stoß gewickelt sind.
  22. 22. Fahrzeugluftreifen nach einem der Ansprüche 18 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Windungen der Streifenbandage (7) zumindest teilweise überlappend gewickelt sind.
  23. 23. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß die Überlappungsbreite in Axialrichtung des Reifens unterschiedlich ist.
  24. 24. Fahrzeugluftreifen nach einem der Ansprüche 18 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Windungen der Streifenbandage (7) zumindest teilweise mit Abstand zueinander gewickelt sind.
  25. 25. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand zwischen benachbarten Windungen in Axialrichtung des Reifens unterschiedlich ist.
  26. 26. Fahrzeugluftreifen nach einem der Ansprüche 4 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß die Gürtelanordnung (1) Fäden oder Korde aus Textilmaterial, insbesondere Aramid, aufweist.
  27. 27. Fahrzeugluftreifen nach einem der Ansprüche 4 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß die Streifenbandage (7) Fäden oder Korde aus Textilmaterial, insbesondere Aramid, aufweist.
  28. 28. Fahrzeugluftreifen nach einem der Ansprüche 4 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß die Streifenbandage (7) Fäden oder Korde aus Reyon aufweist.






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