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Dokumentenidentifikation DE19532473A1 06.03.1997
Titel Pizzakarton
Anmelder Gator's Gastrokonzepte oHG, 49593 Bersenbrück, DE
Erfinder Göcke, Ludwig, 48159 Münster, DE;
Kauke, Rolf, 40210 Düsseldorf, DE;
Pfotenhauer, Gundolf, 49593 Bersenbrück, DE
Vertreter Bonnekamp, H., Dipl.-Ing.Dipl.-Wirtsch.-Ing.Dr.-Ing., Pat.-Anw., 40476 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 02.09.1995
DE-Aktenzeichen 19532473
Offenlegungstag 06.03.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.03.1997
IPC-Hauptklasse B65D 5/56
IPC-Nebenklasse B65D 5/50   B65D 5/26   B65D 81/26   B65D 85/36   B65D 85/60   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Transportkarton, insbesondere aus Wellpappe, für heiße, insbesondere feuchte Backwaren. Die Innenlage des Kartons besteht aus dichtem, glattem und festem Papier und zumindest der Innenboden des Kartons weist eine Rillung auf.
In einer besonderen Ausführungsform ist bei dem mindestens ein Materialabschnitt im oberen Randbereich der Seitenwände des unteren Kartons derart angelenkt, daß seine Unterseite bzw. Unterkante im abgebogenen Zustand tiefer als die Innenseite des geschlossenen Deckels und über dem Rand des Backgutes angeordnet ist. Dieser Materialabschnitt hat die Fruchtanteile eines Niederhalters.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Transportkarton, insbesondere aus Wellpappe, für heiße, insbesondere feuchte Backwaren.

In der Gastronomie gewinnt der Außerhaus-Service immer mehr an Bedeutung. Hierfür wurden spezielle Transportkartons entwickelt, um Backwaren ofenfrisch zum Verzehr bringen zu können. Als besonders geeignet haben sich Wellpappen für die Herstellung solcher Transportkarton erwiesen, wobei sinnvollerweise für kleinere Kartons Feinwellenmaterial und mit größer werdendem Durchmesser und damit Gewicht der zu transportierenden Backwaren stärkere Wellen und Materialstärken zur Anwendung kommen.

Dabei stellen back-heiße und insbesondere feuchte Backwaren besondere Probleme an Material und Konstruktion der Transportkartons. Häufige Beispiele für feuchte Backwaren, d. h. solche Backwaren, die eingebacken oder als Belag Obst oder sonstige Fruchtanteile mit hoher Feuchtigkeit aufweisen, sind insbesondere Obst- und Gemüsekuchen sowie Pizzas. Probleme entstehen dabei dadurch, daß die Backwaren Feuchtigkeit abgeben und sich insbesondere beim Abkühlen in der zur Wärmeisolierung möglichst dichten Verpackung Kondenswasser bildet, was zur Durchfeuchtung des Kartons und zur Minderung seiner Gebrauchsfähigkeit führt. Eines der besonders störenden Probleme ist es dabei, daß der Innenboden des Transportkartons seine Eignung verliert, als Schneidunterlagen zu dienen, so daß die Backwaren vor der Portionierung in ein anderes Behältnis umgepackt werden müssen.

Das der Erfindung zugrundeliegende technische Problem besteht darin, bekannte Transportkartons so auszubilden, daß sie auch beim Transport heißer und insbesondere feuchter Backwaren nicht durch die sogenannte Schwitzwasserbildung in ihren Gebrauchseigenschaften negativ beeinflußt werden. Erfindungsgemäß wird dieses Problem dadurch gelöst, daß die Innenlage der Wellpappe aus dichtem, glattem und festem Papier besteht und zumindest der Innenboden des Kartons eine Rillung aufweist.

Die Wahl von festem Papier als Innenlage der Wellpappe gewährleistet die Eignung des Transportkartons als Schneidunterlage, d. h. das Teilen des Backgutes zur Portionierung kann direkt und ohne Umpacken im Transportkarton erfolgen. Die Wahl eines dichten glatten Papiers behindert das Eindringen von Feuchtigkeit und unterstützt so die Beibehaltung der Schneidfestigkeit. Das Vorsehen einer Rillung im Innenboden des Kartons und ggf. auch in den Seitenwänden, die Kontakt mit den feuchten Backwaren haben, bietet einmal die Möglichkeit, daß die abstrahlende Wärme und Feuchtigkeit aus dem Backgut die in den Rillen vorhandene Luft erwärmen und befeuchten sowie die feuchtigkeitsgesättigte heiße Luft abgeführt werden kann. Zum anderen bietet die Rillung vorteilhaft die Möglichkeit, austretendes Kondenswasser aufzunehmen und abzuführen, ohne daß der überwiegende Teil des Innenbodens, der nicht der Anordnung der Rillen dient, mit dieser Feuchtigkeit in Berührung kommt.

Die Anordnung der Rillung in zusammenhängenden Abschnitten unterstützt wirkungsvoll das Abführen der heißen Luft und des Kondenswassers, wobei die Führung der Rillung auch in die Randbereiche den Vorteil hat, daß diese durch bessere Kühlbedingungen normalerweise kälter sind. Dies wird in den Fällen, in denen der Querschnitt der Verpackung nicht vollständig vom Backgut bedeckt wird, z. B. bei rundem Backgut und vieleckigem, beispielsweise achteckigem Kartonquerschnitt dadurch unterstützt, daß im Randbereich nicht vom Backgut bedeckte Flächen sind, die am kühlsten bleiben und insofern sowohl für die Ventilation als auch für die Aufnahme von Kondenswasser in der Rillung besonders geeignet sind. Die Abführung von heißer Luft und Kondenswasser wird auch dadurch vorteilhaft unterstützt, daß die Rillen etwa halb so tief wie breit sind und die Rillflächen weniger als 25%, insbesondere weniger als 10% der Berührungsflächen ausmachen.

Die Herstellung des Kartons aus fester Wellpappe mit zumindest lebensmittelechter und glatter Innenlage hat in Verbindung der feuchtigkeitsgerechten Ausgestaltung des Kartons den Vorteil, daß die Verpackung stabil ist und bleibt. Dadurch wird die Gefahr des Eindrückens des Verpackungsdeckels gemindert, so daß dieser auch nicht mit der Oberfläche der Backwaren in Berührung kommt, auf der der Belag besonders empfindlich gegen Berührung ist. Durch das Vorsehen von sogenannten Niederhaltern, die im Bereich des äußeren Backgutrandes niedriger als der unterste Teil des Deckels angeordnet sind und den Backgutrand nur kleinflächig berühren, kann vorteilhaft die Gefahr verringert werden, daß das Backgut bei Erschütterungen mit seiner Oberfläche an den Deckel stößt und dadurch entweder Teile des Belages am Deckel hängenbleiben oder die Belaggamitur zerstört wird. Besonders geeignet zur Herstellung solcher Niederhalter sind Materialabschnitte aus dem oder an dem oberen Randbereich der unteren Seitenwände.

Die Niederhalter können einmal aus Materialabschnitten bestehen, die in Verlängerung der unteren Seitenwände verlaufen und an einer parallel zur Oberkante der Seitenwände des unteren Kartons verlaufenden Linie angelenkt sind. Die Anlenklinie verläuft in einer besonders günstigen Ausführung im Abstand mindestens der Materialstärke unter der Oberkante der Seitenwände. Wird dieser Materialabschnitt beim Falten des Kartons um 90° nach innen umgelenkt, liegt die Oberseite des Materialabschnitts, beispielsweise einer Umklapplasche am geschlossenen Deckel an, während ihre Unterseite um einen Abstand entsprechend der Materialstärke tiefer als der geschlossene Deckel liegt. Dabei erstreckt sich die Umklapplasche über den Rand des Backgutes.

In einer anderen Ausführungsform wird der Materialabschnitt aus dem oberen Randbereich der Seitenwände des unteren Kartons mit Ausnahme der Anlenkseite allseits ausgestanzt. Dabei verläuft die Anlenkseite allseits senkrecht zur und die Oberkante in der Oberkante der Seitenwände des unteren Kartons. In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform verjüngt sich die Unterseite des Materialabschnitts von der Anlenkseite weg, beispielsweise stetig in Form einer geraden oder einer gebogenen Linie. Wird ein solcher Materialabschnitt um die Anlenkseite nach innen gebogen, wird sich die Unterkante des Materialabschnitts am Rand des Backgutes abstützen und dabei das Backgut festklemmen. Besonders günstig wirkt sich dabei aus, daß die Berührungsfläche sehr klein ist. Die durch das Umlenken der Materialabschnitte entstehende Öffnung in den Seitenwänden begünstigt die Ventilation. Die Öffnungen können auch als Fingeröffnungen ausgestaltet werden.

In einer anderen Ausgestaltung können die Materialabschnitte für die Niederhalter auch aus dem oberen Randbereich der seitlichen Seitenwände des oberen Kartons ausgestanzt sein.

Diese und andere Vorteile werden verdeutlicht durch die Beschreibung eines Ausführungsbeispieles, das in der Zeichnung dargestellt ist. Darin zeigt

Fig. 1 den Zuschnitt eines erfindungsgemäßen, achteckigen Transportkartons und

Fig. 2 die perspektivische Ansicht eines aus dem Zuschnitt gemäß Fig. 1 gefalteten, nicht ganz verschlossenen Transportkartons.

Der in Fig. 1 dargestellte Zuschnitt I eines achteckigen Transportkartons ist besonders geeignet zur Aufnahme runder Backwaren B. Deutlich zu erkennen sind der Oberkarton, der hauptsächlich vom Deckel 2 und daran angelenkten Seitenwänden 12 und der Einstecklasche 7 gebildet wird und an einer Seitenwand des Unterkartons angelenkt ist. Der Unterkarton wird im wesentlich durch den Boden 3 und die unteren Seitenwände 5 gebildet, wobei am Boden 3 und an zwei gegenüberliegenden seitlichen Seitenwänden 5 Seitenteile 4 angelenkt sind, die vorteilhaft zu Wandsegmenten derart nach innen gefaltet werden können, daß insgesamt ein Unterkarton mit achteckiger Nutzfläche gebildet wird. Die achteckige Grundform des gefalteten Kartons ist deutlich in der Perspektivdarstellung der Fig. 2 zu erkennen.

In dem Innenboden 3 ist eine Rillung 8 vorgesehen. Diese kann, wie im linken Teilbild der Fig. 1 dargestellt, gitterförmig oder, wie im rechten Teilbild dargestellt, radial oder in anderen, nicht dargestellten Formen, beispielsweise spiral- oder kreisförmig verlaufen. Wichtig ist, daß die Rillung in zusammenhängenden Abschnitten ausgeführt ist, die bis in die Randbereiche des Innenbodens hineinreichen, da diese erfahrungsgemäß kälter als die inneren Bereiche sind und eine bessere Ventilation begünstigen. Hierbei ist es besonders vorteilhaft, daß bei vieleckigen Unterkartons zur Aufnahme runder Backwaren B die Kreisform zwar sehr gut angenähert wird, in den Zwickeln aber nicht berührte und damit kühlere Flächenanteile zur Verfügung stehen. Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn die Rillung etwa halb so tief wie breit ausgeführt ist, beispielsweise, je nach Kartondurchmesser und Stärke, 1 bis 2 mm breit und 1/2 bis 1 mm tief. Die Rillung ist vorteilhaft in das Wellpappenmaterial einzuprägen.

In Fig. 1 sind die Niederhalter deutlich zu erkennen, beispielsweise in Form der Umschlaglasche 6 oder der Materialabschnitte 9. Der Rücksprung 10 an der Oberkante der Seitenteile 4 um die Materialstärke s dient der Auflage der umgebogenen Umschlaglasche 6 und verdeutlicht, um welches Maß die Unterseite der Umschlaglasche 6 niedriger liegt als der geschlossene Deckel 2. Die Materialabschnitte 9, die im dargestellten Beispiel an senkrecht zur Oberkante der Seitenwände 5 oder Seitenteile 4 verlaufenden Seiten angelenkt sind und deren Unterkante sich von der Anlenklinie weg stetig in einer gebogenen Linie verjüngen, können vorteilhaft bei gefülltem Unterkarton soweit nach innen gebogen werden, bis sich ihre Unterkanten auf den Rand des Backgutes anlegen und dieses damit niederhalten. Die dadurch entstehenden Öffnungen können vorteilhaft als Finger- oder Ventilationsöffnungen benutzt werden. Die parallel zur Oberkante der Seitenteile 4 verlaufende Anlenklinie kann vorteilhaft auf der Innenlage angeschnitten sein, was durch die strichpunktierte Darstellung angedeutet ist, wodurch sich im umgefalteten Zustand eine besonders scharfkantige Auflage des Seitenteils 4 auf dem Innenboden 3 im umgefalteten Zustand ergibt.

In Fig. 2 ist ein Ausführungsbeispiel dargestellt, das aus dem Zuschnitt 1 gemäß Fig. 1 gefaltet ist. Hierin ist die achteckige Grundform des gefalteten Zuschnitts deutlich zu erkennen. Besonders in der Ausschnittvergrößerung ist auch deutlich der Verschluß eines solchen Kartons, der durch die Einstecklasche 7 und den Einsteckschlitz 11 gebildet wird, zu erkennen. Die in diesem Ausführungsbeispiel dargestellte gitterförmige Anordnung der Rillung reicht bis in die Randbereiche und unterstützt so die Ventilation. In der Darstellung der Fig. 2 wird deutlich, daß bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel die Niederhalter 9 auch an der Anlenklinie der oberen Seitenwände 12 zum Deckel 2 angeordnet werden können.


Anspruch[de]
  1. 1. Transportkarton, insbesondere aus Wellpappe, für heiße, insbesondere feuchte Backwaren, dadurch gekennzeichnet, daß die Innenlage des Kartons aus dichtem, glattem und festem Papier besteht und zumindest der Innenboden des Kartons eine Rillung aufweist.
  2. 2. Transportkarton gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rillung in zusammenhängenden Abschnitten angeordnet ist, die in die Randbereiche geführt sind.
  3. 3. Transportkarton gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß weniger als 25%, insbesondere weniger als 10% der Berührungsfläche zwischen Backgut und Transportkarton von der Rillung benötigt wird und die Rillen etwa halb so tief wie breit ausgeführt sind.
  4. 4. Transportkarton gemäß Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Materialabschnitt im oberen Randbereich der Seitenwände des unteren Kartons derart angelenkt ist, daß seine Unterseite bzw. Unterkante im abgebogenen Zustand tiefer als die Innenseite des geschlossenen Deckels und über dem Rand des Backgutes angeordnet ist.
  5. 5. Transportkarton gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Materialabschnitt an einer parallel zur und im Abstand mindestens der Materialstärke unter der Oberkante der Seitenwände des unteren Kartons verlaufenden Linie angelenkt ist.
  6. 6. Transportkarton gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Materialabschnitt aus dem oberen Randbereich der Seitenwände des unteren Kartons mit Ausnahme der senkrecht zu deren Oberkante verlaufenden Anlenkseite allseits ausgestanzt ist.
  7. 7. Transportkarton gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Materialabschnitt aus dem oberen Randbereich der Seitenwände des oberen Kartons mit Ausnahme der senkrecht zu deren Oberkante verlaufenden Anlenkseite allseits ausgestanzt ist.
  8. 8. Transportkarton gemäß Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Unterseite des Materialabschnitts von der Anlenkseite weg verjüngt.






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