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Dokumentenidentifikation DE19536002A1 03.04.1997
Titel Antriebsvorrichtung für den Messerschlitten zum Trennen von Obergewebe und Untergewebe
Anmelder Chemnitzer Webmaschinenbau GmbH, 09113 Chemnitz, DE
Erfinder Heß, Uwe, 09119 Chemnitz, DE;
Dietze, Andreas, 09648 Ottendorf, DE;
Rust, Andreas, 09224 Grüna, DE
Vertreter Schneider, M., Pat.-Anw., 09111 Chemnitz
DE-Anmeldedatum 28.09.1995
DE-Aktenzeichen 19536002
Offenlegungstag 03.04.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.04.1997
IPC-Hauptklasse D03D 39/18
IPC-Nebenklasse B26D 5/08   
Zusammenfassung Die Erfindung bezieht sich auf eine Antriebsvorrichtung für den Messerschlitten zum Trennen von Obergewebe und Untergewebe an einer Doppelteppichwebmaschine, mit einem, über Führungsrollen (41, 42, 43) geführten Antriebsseil (3), wobei das Antriebsseil (3) formschlüssig mit einem Antrieb (5) verbunden ist und dem Antriebsseil (3) eine Bewegung in wechselnde Richtungen erteilt wird.
Mit dem Ziel, bei niedrigem Vorrichtungsaufwand den Messerschlitten während des Schneidens mit gleichbleibender Geschwindigkeit zu bewegen, wird die Vorrichtung so gestaltet, daß eine der Führungsrollen als Antriebsrolle (5) ausgebildet ist, daß am Umfang der Antriebsrolle (5) Befestigungselemente (52) für beide Trums (31, 32) des Antriebsseiles (3) hat, daß am Umfang dieser Antriebsrolle beiderseitig der Befestigungselemente (52) eine spiralförmige Führungsnut (51) für das Antriebsseil (3) angeordnet ist und daß die Antriebsrolle (5) mittels lagegeregeltem Motor (6) zur Hauptwelle der Maschine synchronisiert, schwingend antreibbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Antriebsvorrichtung für den Messerschlitten zum Trennen von Obergewebe und Untergewebe an einer Doppelteppichwebmaschine mit einem, über Führungsrollen geführten Antriebsseil, wobei das Antriebsseil formschlüssig mit einem Antrieb verbunden ist und dem Antriebsseil eine Bewegung in wechselnde Richtungen erteilt wird.

Webmaschinen mit Antriebsvorrichtungen für den Messerschlitten der eingangs genannten Art sind allgemein bekannt.

Ausgangspunkt der Antriebsbewegung des Antriebsseiles sind vorwiegend Kurbel- oder Kurvengetriebe. Die durch sie erzeugte Hubbewegung wird über mehrere Führungsrollen nach dem Flaschenzugprinzip derart übersetzt, daß letztendlich die Hubbewegung des Messerschlittens über die volle Arbeitsbreite der Webmaschine ausgeführt werden kann.

Solche Antriebssysteme sind in der Hinsicht nachteilig, weil die an der Übersetzung des Hubes beteiligten Getriebeelemente stets mit beschleunigt und verzögert werden müssen.

Bei den üblichen Geschwindigkeiten der Webmaschine führt das dazu, daß die Bewegungsgesetze sehr lange Beschleunigungs- und Verzögerungsabschnitte aufweisen.

Ein konstante Schnittgeschwindigkeit, die eine hohe Schneidqualität gewährleistet, ist praktisch nicht möglich.

Man hat versucht, diesem Problem auf unterschiedliche Weise gerecht zu werden.

Durch die DE 34 20 106 C1 wird eine Vorrichtung zum Antrieb eines Messerschlittens vorgeschlagen, bei dem der Messerschlitten über eine Koppel mit einem gleichsinnig umlaufenden Zahnriemen verbunden ist.

Die Führungsrollen des Zahnriemens haben gleichzeitig Antriebsfunktion und dienen dem Wechsel der Antriebsrichtung.

Der Antrieb der Umlenkrollen ist nicht im Einzelnen dargestellt und beschrieben. Mit einer derartigen Vorrichtung ist es möglich, die Geschwindigkeit des Messerschlittens in größeren Abschnitten des Gewebes konstant zu halten. Problematisch ist die extrem große Länge des Zahnriemens, seine Masse und die Art und Weise seiner Führung.

Erhebliche Probleme bereitet auch die Befestigung des Koppelgelenkes an dem standardisierten Zahnriemen. Die hier möglichen Befestigungselemente für ein Koppelgelenk sind nicht für die hohen Belastungen geeignet. Solche Getriebe haben sich deshalb nicht durchgesetzt.

Bedingt durch die Führung des Zahnriemens im Schwerpunktbereich des Messerschlittens wird der Messerschlitten nach abgeschlossener Richtungsumkehr jeweils nochmals verzögert und wieder beschleunigt.

Diese Geschwindigkeitsveränderungen führen zu sichtbaren, differenzierten Schnittcharakteristiken, die auch beim nachfolgenden Schervorgang nicht beseitigt werden können.

Nach einer anderen Gestaltung des Antriebes für das Antriebsseil, die in der DE 28 52 424 A1 beschrieben ist, wird die Antriebsbewegung für das Antriebsseil des Messerschlittens über Kurbelzapfen erzeugt.

Diese Kurbelzapfen lenken das Seil auf beiden Maschinenseiten in unterschiedlicher Größe seitlich aus, so daß der Messerschlitten durch die zeitlich begrenzten Speichervorgänge für das Seil über die Gewebebreite bewegt wird.

Bedingt durch die sinusförmige Antriebscharakteristik dieser Kurbelsysteme führt der Messerschlitten im Bereich des Gewebes den Schneidvorgang nicht bei gleicher Geschwindigkeit aus.

Das führt zu unterschiedlichen Schneidqualitäten, die beim folgenden Schervorgang nicht vollständig beseitigt werden können.

Von entscheidendem Nachteil aber ist, daß der Messerschlitten nicht formschlüssig von beiden Seilen geführt werden kann, da die Bewegungsgesetze beider Kurbeltriebe nicht aufeinander abstimmbar sind.

Aus den genannten Gründen haben diese beschriebenen Antriebsvorrichtungen das Problem nicht lösen können.

Der eingangs geschilderte allgemein übliche Antrieb für die Messerschlitten wird nach wie vor eingesetzt.

Man nimmt die unterschiedlichen Geschwindigkeiten, die sich über die Breite der Ware allmählich ändern, in kauf.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Antriebsvorrichtung für den Messerschlitten vorzuschlagen, deren bewegte Massen auf ein Minimum begrenzt sind, deren Bewegungsgesetz, bezogen auf den Messerschlitten, so gestaltbar ist, daß bei einer niedrigen, gleichbleibenden Geschwindigkeit über die gesamte Gewebebreite geschnitten werden kann und daß zwischen dem Schneidvorgang und dem Bewegungsablauf der Maschine bei jeder Geschwindigkeit die notwendige Synchronisation der Bewegungen gewährleistet ist.

Die Kosten für die Antriebsvorrichtung sollen niedrig sein. Mit einer hohen Lebensdauer der Bauelemente wird gerechnet.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die im Anspruch 1 definierten Elemente gelöst.

Diese technische Lösung gewährleistet bei minimalen Massen der bewegten Teile eine optimale Anpassung der Bewegungsgesetze an die textiltechnologischen Bedingungen beim Schneidvorgang.

Die Bewegung des Messerschlittens kann zu den übrigen Bauelementen mit hoher Präzision synchronisiert werden. Der Aufwand für die Antriebsvorrichtung ist begrenzt. Die Steuerfunktion für den Antriebsmotor kann die an sich vorhandene zentrale Maschinensteuerung mit übernehmen.

Die Oberfläche der geschnittenen Teppiche besitzt eine hohe Qualität. Grundsätzlich kann ein nachfolgender Schervorgang vermieden werden.

Durch die Anordnung der Antriebsrolle nach Anspruch 2 werden zusätzlich angetriebene Führungselemente für das Antriebsseil vermieden.

Mit der Ausführung der Vorrichtung nach Anspruch 3 kann das Bewegungsgesetz für den Antrieb des Messerschlittens den jeweiligen Bedingungen angepaßt werden.

Es ist möglich, den größeren Hub für die Ausführung des Schervorganges nicht bei jedem Messerhub auszuführen. Man kann diesen Vorgang auf eine wesentlich geringere Anzahl von Hüben begrenzen. Die Schneidgeschwindigkeit kann dabei konstant gehalten werden.

Die Erfindung wird nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. In den dazugehörigen Zeichnungen zeigen

Fig. 1 eine schematische Gesamtansicht des Messerschlittenantriebes,

Fig. 2 eine Ansicht auf die Antriebseinheit des Schneidseiles und die Führungstrommel und

Fig. 3 ein Weg-Zeit-Diagramm für den Messerschlitten während eines normalen Schneidvorganges und während des kombinierten Schneid- und Schleifvorganges.

Die Schneidvorrichtung für das Doppelpolgewebe ist in Fig. 1 schematisch dargestellt.

Der Messerschlitten 1 bewegt sich entlang der Schlittenführung 2 im Normalbetrieb so, daß im Bereich der Gewebebreite B die Polfäden geschnitten werden.

Zum Zweck des Nachschärfens der Messer wird der Messerschlitten 1 über eine größere Breite bewegt und gelangt dabei in den Bereich der Schleifvorrichtung 9.

Der Messerschlitten 1 wird durch das Antriebsseil 3 oder ein äquivalentes Element in wechselnden Richtungen angetrieben. Das rechte Trum 31 zieht den Messerschlitten 1 nach rechts, das linke Trum 32 zieht ihn nach links. Das Antriebsseil 3 wird über die frei drehbaren Führungsrollen 41, 42, 43 zur Antriebsrolle 5 geführt. Auf der Antriebsrolle 5 ist das Antriebsseil 3 mit mehreren Windungen in spiralförmige Nuten 51 eingelegt und in einem mittleren Bereich mittels Seilklemmen 52 verankert. Die Antriebsrolle wird über den lagegeregelten Motor 6 in wechselnden Richtungen angetrieben.

Die Antriebsbewegung ist über die Steuerung 7 mit den anderen Bewegungen der Webmaschine synchronisiert.

Die Motorbewegung wird anhand des Weg(s)-Zeit(t)-Diagrammes, dargestellt in Fig. 3, prinzipiell nach zwei verschiedenen Programmen gesteuert.

Über begrenzte Zeiträume führt der Messerschlitten 1 nur eine Bewegung aus, mit der er die Polfäden im Bereich des Gewebes B bei nahezu konstanter Geschwindigkeit schneiden kann. Der Messerschlitten folgt dem Bewegungsgesetz 82 für das Schneiden der Polhenkel.

Nach einem begrenzten Zeitabschnitt wird der Messerschlitten über einen größeren Weg s-t-Diagramm 81 geführt. Er gelangt so in den Bereich der Schleifvorrichtung 9. Die Messer des Messerschlittens 1 werden dabei geschärft.

Diese hier beschriebene Vorrichtung ist gegenüber den bisher üblichen Vorrichtungen für diesen Zweck in entscheidenden Punkten vorteilhaft.

Durch die formschlüssige Mitnahme des Antriebsseiles 3 durch eine einzige Antriebsrolle 5 und durch die kleine, zu beschleunigende Masse des Antriebsseiles 3 und der Antriebsrolle 5 reicht das hohe Beschleunigungsvermögen des Motors 6 aus, um diese Elemente in extrem kurzer Zeit auf die Schneidgeschwindigkeit zu beschleunigen oder zu verzögern.

Die Geschwindigkeit des Messerschlittens 1 bleibt über die gesamte Gewebebreite B gleich. Das Schnittbild ist dadurch in allen Abschnitten des Gewebes gleich.

Mit dem nachfolgenden Schervorgang kann man sich auf das Entfernen überstehender Einzelfasern beschränken. Der Schervorgang ist nicht mehr für die Sicherung einer gleichmäßigen Polhöhe erforderlich.

Bezugszeichenliste

1 Messerschlitten

2 Schlittenführung

3 Antriebsseil

31 - rechtes Trum

32 - linkes Trum

41 Führungsrolle

42 Führungsrolle

43 Führungsrolle

5 Antriebsrolle

51 Spiralnut

52 Seilklemme

6 Motor, lagegeregelt

7 Steuerung

71 Datenleitung

8 Weg-Zeit-Diagramm

81 Schneiden + Schneiden

82 Schneiden

9 Schleifvorrichtung

B Gewebebreite

s Weg

t Zeit


Anspruch[de]
  1. 1. Antriebsvorrichtung für den Messerschlitten zum Trennen von Obergewebe und Untergewebe an einer Doppelteppichwebmaschine,
    1. - mit einem, über Führungsrollen (41, 42, 43) geführten Antriebsseil (3),
    2. - wobei das Antriebsseil (3) formschlüssig mit einem Antrieb (5) verbunden ist und
    3. - dem Antriebsseil (3) eine Bewegung in wechselnde Richtungen erteilt wird,
  2. dadurch gekennzeichnet,

    daß eine der Führungsrollen als Antriebsrolle (5) ausgebildet ist,

    daß am Umfang der Antriebsrolle (5) Befestigungselemente (52) für beide Trums (31, 32) des Antriebsseiles (3) hat,

    daß am Umfang dieser Antriebsrolle beiderseitig der Befestigungselemente (52) eine spiralförmige Führungsnut (51) für das Antriebsseil (3) angeordnet ist und

    daß die Antriebsrolle (5) mittels lagegeregeltem Motor (6) zur Hauptwelle der Maschine synchronisiert, schwingend antreibbar ist.
  3. 2. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,

    daß die Antriebsrolle (5) im seitlichen Abstand von der Bewegungsebene des Messerschlittens (1) angeordnet ist und

    daß dem Messerschlitten (1) in seiner Bewegungsebene Führungsrollen (41, 42) zugeordnet sind, die je eine ringförmige Führungsnut für das Antriebsseil besitzen.
  4. 3. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,

    daß dem Motor (6) ein Steuerprogramm zugeordnet ist,

    das dem Messerschlitten (1) kurze Beschleunigungs- und Verzögerungsabschnitte zuordnet und

    das den Messerschlitten (1) im Bereich des Gewebes (B) mit einer konstanten Geschwindigkeit bewegt.






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