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Dokumentenidentifikation DE19536007A1 03.04.1997
Titel Maschine zur Herstellung einer mindestens einseitig kaschierten Wellpappebahn
Anmelder BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH, 92729 Weiherhammer, DE
Erfinder Bradatsch, Edmund, 92637 Weiden, DE;
Mosburger, Hans, 92729 Weiherhammer, DE;
Gnan, Alfons, 92249 Vilseck, DE;
Mensing, Hermann-Josef, 92729 Weiherhammer, DE;
Knorr, Andreas, 90489 Nürnberg, DE;
Jobst, Lothar, 92729 Weiherhammer, DE
Vertreter Patentanwälte Rau, Schneck & Hübner, 90402 Nürnberg
DE-Anmeldedatum 28.09.1995
DE-Aktenzeichen 19536007
Offenlegungstag 03.04.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.04.1997
IPC-Hauptklasse D21F 11/12
IPC-Nebenklasse B31F 1/20   
Zusammenfassung Eine Maschine zur Herstellung einer einseitig kaschierten Wellpappebahn (40) weist eine Anpreß-Einrichtung (16) zum Anpressen einer Kaschierbahn (32) gegen eine mit einer Wellung versehene Papierbahn (29) auf. Diese Anpreß-Einrichtung (16) weist ein dampfdurchlässiges Anpreßband (19) auf, das bevorzugt siebartig ausgebildet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Maschine nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Eine derartige Maschine ist aus der EP 0 492 310 A1 bekannt. Die auf derartigen Maschinen hergestellten Wellpappebahnen sind zwischen 1,20 m und 2,80 m und üblicherweise 2,50 m breit. Das Abbinden des Wasser enthaltenden Leimes erfolgt bei diesen Vorrichtungen durch eine Heizung, und zwar entweder eine Heizung der Riffelwalze oder eine oberhalb der Riffelwalze angeordnete gesonderte Heizung. Es hat sich gezeigt, daß insbesondere bei Einsatz hochwertiger, wenig poröser Papiere für die Kaschierbahn die Leimbindung zwischen mit einer Wellung versehener Papierbahn und Kaschierbahn zu wünschen übrig läßt.

Aus der EP 0 630 739 A1 ist ein aus einem Armierungsgewebe und einer Beschichtung bestehendes Anpreßband bekannt, das aufgrund seines Aufbaus sehr dünn sein kann und damit gute Wärmeleiteigenschaften hat. Es wird besonders eingesetzt für von außen über das Anpreßband bzw. die Riffelwalze aufgebrachte Wärme. Letztere wird also zufriedenstellend in die Papier- bzw. Wellpappebahn übertragen. Das vorstehend angesprochene Problem wird damit nicht gelöst.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Maschine der gattungsgemäßen Art so auszugestalten, daß eine zuverlässige Verbindung zwischen Kaschierbahn und mit einer Wellung versehener Papierbahn erzeugt wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das Merkmal im Kennzeichnungsteil des Anspruches 1 gelöst. Durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen wird erreicht, daß der beim Beheizen der Papierbahnen entstehende, aus dem Leim entweichende Wasserdampf durch die Kaschierbahn und/oder unmittelbar an den Seiten der erzeugten Wellpappebahn durch das Anpreßband entweichen kann. Es wird also für einen schnellen Druckabbau in den zwischen der gewellten Papierbahn und der Kaschierbahn gebildeten Kanälen gesorgt, so daß die für eine gute Bindung zwischen den Papierbahnen erforderliche Vernetzung des Leims unter Druck stattfinden kann.

Zahlreiche erfinderische Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles der Erfindung. Es zeigt

Fig. 1 eine Maschine zur Herstellung einer einseitig kaschierten Wellpappebahn in einer vertikalen Darstellung,

Fig. 2 eine gegenüber Fig. 1 stark vergrößerte Teil-Schnittdarstellung entsprechend der Einzelheit II in Fig. 1 und

Fig. 3 einen Teil-Querschnitt durch die obere Riffelwalze entsprechend der Schnittlinie III-III in Fig. 2.

In einem Maschinengestell 1 sind eine untere Riffelwalze 2 und eine obere Riffelwalze 3 mittels Wellen 4, 5 drehbar gelagert. Sie weisen zueinander parallele Achsen 6, 7 auf. An ihren Zylinderoberflächen sind sie mit sich parallel zu den Achsen 6, 7 erstreckenden Riffelungen 8, 9 versehen, die im Berührungsbereich 10 der beiden Riffelwalzen 2, 3 miteinander kämmen. Eine der Riffelwalzen 2, 3, und zwar üblicherweise die obere Riffelwalze 3 ist in der Drehrichtung 12 angetrieben, während die andere Riffelwalze, üblicherweise also die untere Riffelwalze 2 in Drehrichtung 11 von der anderen Riffelwalze 3 mitgenommen wird. In Drehrichtung 11 bzw. 12 dem Berührungsbereich 10 nachgeordnet ist eine Leimauftragseinrichtung 13 im Maschinengestell 1 angeordnet, die eine Leim-Auftragswalze 14 aufweist, die gegen die Riffelung 9 der oberen Riffelwalze 3 zustellbar ist. Die Auftragswalze 14 ist um eine Achse 15 drehbar.

Im oberen Bereich der oberen Riffelwalze ist eine Anpreß-Einrichtung 16 vorgesehen, die eine Umlenkwalze 17, eine Spannwalze 18 und ein Anpreßband 19 aufweist. Die Umlenkwalze 17 und die Spannwalze 18 sind mittels Wellenzapfen 20 bzw. 21 in Lagern 22 bzw. 23 des Maschinengestells 1 jeweils um eine Achse 24 bzw. 25 frei drehbar gelagert, sind also nicht angetrieben. Alle Achsen 6, 7, 15, 24, 25 verlaufen parallel zueinander. Ausgestaltungen für die Spannwalze 18 sind allgemein bekannt, beispielsweise aus der DE 44 20 726 A (entsprechend US Ser.-Nr. 08/491 215). Ein Spannen des Anpreßbandes 19 erfolgt durch Verschiebung der Spannwalze 18 parallel zur Ablauftangente 27 in Richtung 28.

Wie Fig. 1 entnehmbar ist, liegt das Anpreßband 19 über einen Umschlingungswinkel a von etwa 90° gegen die Riffelung 9 der oberen Riffelwalze 3 an und läuft drehrichtungsgleich mit dieser entsprechend dem Richtungspfeil 26 um. Das Anpreßband 19 läuft von der oberen Riffelwalze 3 entsprechend der Ablauftangente 27 ab, die identisch mit der Einlauftangente des Anpreßbandes 19 auf die Spannwalze 18 ist.

Das Anpreßband 19 ist als feinmaschiges zugfestes Sieb-Band ausgebildet, wobei das Sieb-Band als Gewebe oder bevorzugt Gewirke bzw. Gestrick ausgebildet ist. Es besteht aus Stahldraht oder Kunststoffschnur bzw. Kunststoffdraht, an dem Leim nicht anhaftet. Aus der Siebstruktur des Anpreßbandes 19 ergibt sich, daß es dampfdurchlässig ist.

Wie Fig. 3 entnehmbar ist, ist die Breite b des Anpreßbandes 19 nur geringfügig kleiner als die Breite der Umlenkwalze 17 und damit auch die Breite der Spannwalze 18, die identisch mit der Breite der Umlenkwalze 17 ist.

Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist wie folgt:

In den Berührungsbereich 10 zwischen der unteren und der oberen Riffelwalze 2, 3 läuft eine Papierbahn 29 ein, die durch die Riffelungen 8, 9 mit einer Wellung 30 versehen wird. Die Spitzen 31 der jeweiligen Wellung 30 werden in der Leimauftragseinrichtung 13 mit Leim versehen. Die übrigen Bereiche der gewellten Papierbahn 29 werden nicht beleimt. Über die Umlenkwalze 17 wird eine Kaschierbahn 32 zugeführt, die ebenfalls aus Papier besteht und die gleiche Breite d hat wie die Papierbahn 29. Die Breite d der Papierbahn 29 ist kleiner als die Breite b des Anpreßbandes 19, wie Fig. 3 entnehmbar ist. Diese Kaschierbahn 32 wird gegen die Außenseite 33 des Anpreßbandes 19 eingeführt und in den durch den Umschlingungswinkel a definierten Anpreßbereich 34 des Anpreßbandes 19 gegen die Spitzen 31 der in der Riffelung 9 der oberen Riffelwalze 3 liegenden gewellten Papierbahn 29 gedrückt und mit dieser verbunden. Das Anpreßband 19 preßt hierbei mit seiner Außenseite 33 die Kaschierbahn 32 gegen die gewellte Papierbahn 29.

Da die obere Riffelwalze 3 in üblicher Weise, beispielsweise auf ca. 170°C, geheizt wird, verdampft das im an den Spitzen 31 der Wellung 30 befindlichen Leim 35 enthaltene Wasser und entweicht zum Teil durch die Kaschierbahn 32 und das siebartige Anpreßband 19, wie mit den Strömungspfeilen 36 in den Fig. 2 und 3 angedeutet ist. Insbesondere wenn verhältnismäßig leichtes, d. h. minderwertiges poröses Papier für die Kaschierbahn 32 eingesetzt wird, tritt dieser Effekt ein. Wenn dagegen hochwertiges, d. h. weniger poröses Papier für die Kaschierbahn 32 eingesetzt wird, kann der Wasserdampf nicht oder nur in sehr geringem Umfang entsprechend den Strömungspfeilen 36 durch die Kaschierbahn 32 und das Anpreßband 19 direkt nach außen gelangen. Es baut sich vielmehr in den zwischen der gewellten Papierbahn 29 und der Kaschierbahn 32 aufgrund der Wellung 30 ausgebildeten Kanälen 37 ein leichter Überdruck aufgrund des Dampfdrucks auf, der dazu führen kann, daß die Kaschierbahn 32 von den Spitzen 31 der Papierbahn 29 abgehoben werden oder daß zumindest der Leim 35 nicht mehr im erforderlichen Maße gepreßt wird, so daß die Gefahr besteht, daß die Verleimung zwischen Kaschierbahn 32 und Spitzen 31 der Papierbahn 29 nicht ausreichend fest wird. Der Druck kann nur über eine Strömung von Wasserdampf und Luft entsprechend den zur Achse 24 parallelen Strömungspfeilen 38 in Richtung zu den Enden 39 der Kanäle 37 abgebaut werden. Da das Anpreßband 19 dampf- bzw. luftdurchlässig ist, kann der Dampf zusammen mit der mit ihm mitströmenden Luft unmittelbar nach Verlassen der Kanäle 37 durch den über die Wellpappebahn 40 hinausstehenden Bereich 41 des Anpreßbandes 19 entsprechend den Strömungspfeilen 42 nach außen abströmen. Je größer die Differenz zwischen der Breite b des Anpreßbandes 19 und der Breite d der Wellpappebahn 40 ist, um so größer ist dieser Effekt. Er tritt also insbesondere dann ein, wenn eine verhältnismäßig schmale Wellpappebahn 40 auf der Maschine erzeugt wird. Auf einer Maschine, auf der Wellpappebahnen 40 mit einer maximalen Breite d von 2,50 m hergestellt werden, werden auch Wellpappebahnen mit einer Breite d von beispielsweise nur 1,20 m hergestellt. Die Breite b des Anpreßbandes 19 beträgt hierbei etwa 2,60 m.

Die fertig verleimte einseitig mit einer Kaschierbahn 32 kaschierte Wellpappebahn 40 läuft in Richtung der Ablauftangente 27 zusammen mit dem Anpreßband 19 von der oberen Riffelwalze 3 ab und wird mit dem Anpreßband 19 teilweise um die Spannwalze 18 herum geführt. Von dort wird sie in Abziehrichtung 43 einer Aufwickeleinrichtung zugeführt.

Die Heizung der Papierbahnen 29, 32 muß nicht über die Riffelwalze 3 erfolgen. Sie kann alternativ oder fakultativ auch durch eine innerhalb des Anpreßbandes 19 zwischen Umlenkwalze 17 und Spannwalze 18 angeordnete, in Fig. 1 gestrichelt angedeutete Heizung 44 vorgenommen werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Maschine zur Herstellung einer mindestens einseitig kaschierten Wellpappebahn (40),

    mit zwei Riffelwalzen (2, 3) zur Erzeugung einer Wellung (30) an einer Papierbahn (29),

    mit einer Leimauftragseinrichtung (13) zum Auftrag von Leim (35) auf die Spitzen (31) der Wellung (30) der gewellten Papierbahn (29),

    mit einer Anpreß-Einrichtung (16) zum Anpressen einer Kaschierbahn (32) an die mit Leim (35) versehenen Spitzen (31) der an einer der Riffelwalzen (3) über einen Anpreßbereich (34) anliegenden gewellten Papierbahn (29),

    wobei die Anpreß-Einrichtung (16) ein endloses Anpreßband (19) aufweist, das über eine Umlenkwalze (17) und eine weitere Walze (18) geführt ist, und das über den Anpreßbereich (34) gegen die Riffelwalze (3) gedrückt ist,

    dadurch gekennzeichnet, daß das Anpreßband (19) mindestens im Bereich der Wellpappebahn (40) dampfdurchlässig ausgebildet ist.
  2. 2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Anpreßband (19) über seine volle Breite (b) dampfdurchlässig ausgebildet ist.
  3. 3. Maschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Anpreßband (19) siebartig ausgebildet ist.
  4. 4. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Anpreßband (19) feinmaschig ausgebildet ist.
  5. 5. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Anpreßband (19) als Gewebe oder Gewirk bzw. Gestrick ausgebildet ist.
  6. 6. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Anpreßband (19) aus einem Material mit geringer Adhäsion gegenüber Leim besteht.
  7. 7. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Anpreßband (19) aus Stahl besteht.
  8. 8. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Anpreßband (19) aus Kunststoff besteht.
  9. 9. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Anpreßband (19) zugfest ausgebildet ist.
  10. 10. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Breite (b) des Anpreßbandes (19) größer als die größte Breite (d) der Wellpappebahn (40) ist.






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