PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19536010A1 03.04.1997
Titel Vorrichtung zur Schalldämmung bei einer festen Fahrbahn für schienengebundenen Verkehr
Anmelder Walter Bau-Aktiengesellschaft, 86153 Augsburg, DE
Erfinder Unterberg, Jürgen, Dipl.-Ing., 65817 Eppstein, DE
Vertreter Patentanwälte Charrier und Dr. Rapp, 86153 Augsburg
DE-Anmeldedatum 28.09.1995
DE-Aktenzeichen 19536010
Offenlegungstag 03.04.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.04.1997
IPC-Hauptklasse E01B 19/00
IPC-Nebenklasse E01B 2/00   E01B 1/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Schalldämmung bei einer festen Fahrbahn für schienengebundenen Verkehr nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Bei festen Fahrbahnen ohne zusätzliche Schallschutzmaßnahmen tritt gegenüber dem konventionellen Schotteroberbau das Problem einer höheren Schallemission auf. Es wurde versucht, diesen Schallemissionen dadurch zu begegnen, daß unter den Schwellen und/oder unter den Schienen eine elastische Schicht angebracht wird. Die dabei erzielten Resultate waren jedoch nicht zufriedenstellend.

Gemäß der DE 38 33 720 A1 werden die Schwellenfächer mit einem Schotter ausgefüllt, der von oben her mit Bitumen angespritzt ist. Es ergibt sich somit eine bituminöse Deckschicht, auf welcher ein Feinkornsplitt aufgebracht ist, der mit einem Mörtel aus einer Kunststoff-Zement-Dispersion gebunden ist. Dies führt zu einer Verringerung der Schallemissionen, jedoch nur solange, wie das Schotterbett sehr hohlraumreich ist und die feinen Poren des gebundenen Feinkornsplitts sich durch Verunreinigungen nicht zugesetzt haben.

Nach der EP 04 04 756 A2 werden an den Schienen Schalldämmkörper angeklebt, die vom Schienenkopf bis zum Schienenfuß reichen. Auf den Schwellen werden ebenfalls Schalldammkörper aufgebracht. Diese Schalldammkörper bestehen aus einem Granulat und einem Bindemittel. Bei den Granulaten kann es sich um Gummigranulat, Splitt, Kork, Blähton und aufgeblähten Glimmer handeln. Als Bindemittel werden Polyurethan, Dispersionsacrylharz und Styrolbutadien genannt. Diese Maßnahmen können zu einer Verringerung der Schallemission führen, solange sich die feinporigen Resthohlräume nicht mit feinporigem Material zugesetzt haben, jedoch ist die aufgezeigte Lösung sehr teuer, insbesondere da es sich bei den Schalldammkörpern um Formkörper handelt.

Daneben weisen die genannten Schallschutzmaßnahmen den Nachteil auf, daß sie beim Begehen oder Befahren der Fahrbahn beschädigt werden können und daher in regelmäßigen Abständen ausgetauscht oder repariert werden müssen.

Es besteht die Aufgabe, eine Vorrichtung zur Schalldämmung einer festen Fahrbahn so weiterzubilden, daß die Fahrbahn begehbar und befahrbar ist und dauerhaft ein wirksamer Schallschutz gewährleistet ist.

Gelöst wird diese Aufgabe mit den Merkmalen des Anspruches 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind den Unteransprüchen entnehmbar.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend an Hand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine Draufsicht auf einen Schwellenrost;

Fig. 2 einen Schnitt durch ein Schwellenfach des in Fig. 1 gezeigten Schwellenrostes; und

Fig. 3 eine Seitenansicht des in Fig. 1 dargestellten Schwellenrostes.

Im gezeigten Ausführungsbeispiel handelt es sich bei den Schwellen 1 um Monoblockschwellen, die mittig einen Ausschnitt 2 aufweisen und beidseits des Ausschnitts 2 mit Auflagern auf der festen Fahrbahn 3 aufliegen. Beidseits der Schienenauflagen 4, auf denen die Schienen 5 verlegt sind, weisen die Schwellen 1 äußere Höcker 6 und innere Höcker 7 auf.

Im gezeigten Ausführungsbeispiel sind pro Schwelle 1 drei oben offene Rahmen vorgesehen, und zwar zwei gleiche spiegelbildlich zueinander angeordnete äußere Rahmen 8 und ein mittlerer Rahmen 9. Die äußeren Rahmen 8 verlaufen von den äußeren Schwellenhöckern 6 bis über die Schwellenaußenkante 10. Der mittlere Rahmen 9 verläuft zwischen den inneren Höckern 7.

Die äußeren Rahmen 8 weisen eine quer zur Schwellenlängsachse verlaufende äußere Seitenwand 11, eine parallel dazu verlaufende innere Seitenwand 12 und zwei rechtwinklig dazu verlaufende Seitenwände 13 auf. Die Seitenwände 11, 13 sind vollflächig ausgebildet, während die Seitenwand 12 eine Ausnehmung aufweist, die dem Schwellenprofil im Bereich der Höcker 6 entspricht. Die Seitenwände 11, 12, 13 weisen eine die Höcker 6 übergreifende Höhe auf. Die Rahmen 8 sind versteift durch Versteifungswände, und zwar durch zwei in Schwellenlängsachse verlaufenden Versteifungswände 14 und durch eine quer dazu verlaufende Versteifungswand 15. Die Versteifungswände 14 verlaufen in Höhe der Schwellenunterkante, während die Versteifungswand 15 in Höhe der Unterkante der Schwellenaußenkante 10 verläuft. Die Versteifungswände 14, 15 sind ebenfalls vollflächig ausgebildet.

Der mittlere Rahmen 9 weist zwei in Schwellenlängsachse verlaufende Seitenwände 16 und zwei quer dazu verlaufende Seitenwände 17 auf. Die Seitenwände 17 sind wie die Seitenwände 12 mit einem Ausschnitt versehen, der dem Schwellenprofil in Höhe der Höcker 7 entspricht. Weiterhin sind zwei in Schwellenlängsrichtung verlaufende Versteifungswände 18 vorgesehen, die in Flucht zu den Versteifungswänden 14 verlaufen, sowie zwei rechtwinklig dazu verlaufende Versteifungswände 19. Die Versteifungswände 19 weisen Ausnehmungen auf, die dem dortigen Schwellenprofil entsprechen.

Die unten offenen Rahmen 8, 9 sind mit der festen Fahrbahn in geeigneter Weise verankert. Die Wände 11 bis 19 sind an ihrer Unterseite mit Drainageausnehmungen 20 versehen. Die Höhe der Wände 16 bis 19 entspricht der Höhe der Wände 11 bis 15.

Nach dem Verlegen der Schwellen 1 und der Schienen 5 und nach dem Ausrichten der Schienen 5, werden die Rahmen 8, 9 über die Schwellen 1 gestülpt. In die Rahmen 8, 9 wird sodann ein schallabsorbierendes Material eingefüllt. Es handelt sich hierbei um ein ungebundenes Material mit einer Korngröße bevorzugt zwischen 2 mm und 10 mm. Hierfür in Frage kommen beispielsweise Glas, Blähglas, Quarzsand und -kies, Gummi, Lyapor, Schlacke, Gips, Nebengestein der Steinkohle, Schmelzkammergranulat, Grobasche, Stein- und Braunkohlenflugasche, Müllverbrennungsasche, Ausbauasphalt, Straßenaufbruch, Bauschutt, Baumischabfälle, Kunststoffe und Mineralstoffe. Die genannten Dämmstoffe können auch in beliebiger Mischung vorliegen. Bevorzugt werden Recyclingprodukte und Abfallstoffe verwendet, die sonst der Entsorgung zugeführt werden müßten.

Nachdem die Rahmen 8, 9 bis zur Oberkante der Wände 11 bis 19 mit schallabsorbierenden Material gefüllt sind, wird auf die Rahmen eine Schicht 21 eines wasserdurchlässigen nichtverrottbaren Materials aufgebracht. Bevorzugt handelt es sich hierbei um von Rollen abgezogenen Bahnen, deren Breite der Breite der Rahmen 8, 9 entspricht. Bei dem nichtverrottbaren Material handelt es sich bevorzugt um ein Geotextil, ein bewehrtes Geotextil, ein Drahtgeflecht, ein Geogitter, ein Polyestervlies oder ein Polyestergewebe. Dieses bahnförmige nichtverrottbare Material wird durch geeignete Mittel auf den Rahmen 8, 9 fixiert. Die Rahmen 8, 9 sind somit begeh- und befahrbar.

Die Rahmen 8, 9 bestehen bevorzugt aus recycelten Kunststoffmaterial. Es ist jedoch auch möglich, sie aus einem nichtverrottbaren Metallgeflecht herzustellen.

Es ist auch möglich, den unteren Bereich der Rahmen 8, 9 mit Schotter auszufüllen und darauf das ungebundene schallabsorbierende Material. Damit das gegenüber dem Schotter feinkörnigere schallabsorbierende Material nicht in die Schotterbettung eindringt, wird auf der Schotterbettung eine Schicht aufgebracht, die derjenigen Schicht 21 entspricht, mit welcher die Rahmen 8, 9 oberseitig abgedeckt sind.

Unterliegen die Rahmen 8, 9 einer thermischen Expansion, die bewirkt, daß die Seitenwände 13, 16 benachbarter Rahmen 8, 9 sich einander annähern, dann werden die Rahmen 8, 9 so ausgebildet, daß die Seitenwände 13, 16 benachbarter Rahmen 8, 9 zueinander einen Abstand aufweisen. Der Raum zwischen benachbarten Seitenwänden 13, 16 wird in der vorerwähnten Weise verfüllt. Es ist weiterhin möglich, den Raum zwischen benachbarten Seitenwänden 12, 17 wie vorerwähnt vorzugsweise bis zur Höhe der Seitenwände 12, 17 zu verfüllen. Die die Rahmen 8, 9 abdeckenden Lagen 21 aus nichtverrottbarem Material werden breiter ausgebildet und reichen jeweils bis zu den Schienen 5.

Gemäß einer weiteren Ausführungsvariante können die beiden Rahmen 8 zum Rahmen 9 einstückig ausgebildet sein. Die Seitenwände 13, 16 sind somit einstückig, wobei diese einstückige Seitenwand oben einen Einschnitt aufweist, der der Breite des Fußes der Schiene 5 entspricht. Dies ist im unteren Teil der Fig. 1 und 2 angedeutet. Diese einstückigen Rahmen werden über die Schwellen 1 gestülpt, bevor die Schienen 5 verlegt werden. Es ist auch möglich, daß die Rahmen zwei oder mehr Schwellen 1 überdecken. In diesem Fall sind dann die Seitenwände 13, 16 zwischen benachbarten Schwellen 1 durch in Schwellenlängsrichtung verlaufende Versteifungswände entsprechend den Versteifungswänden 14, 18 ersetzt.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zur Schalldämmung bei einer festen Fahrbahn für schienengebundenen Verkehr mit auf der festen Fahrbahn verlegten Schwellen, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwellen (1) mindestens über den wesentlichen Teil ihrer Längsausdehnung von oben offenen Rahmen (8, 9) mit steifen vertikalen Seitenwänden (11, 12, 16, 17) umgeben sind, die mindestens in ihrem oberen Bereich mit einem schallabsorbierendem Material gefüllt sind, das oberseitig durch eine Schicht (21) eines wasserdurchlässigen nicht verrottbaren Materials abgedeckt ist und die Rahmen (8, 9) unterseitig einen Wasserabfluß ermöglichen.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rahmen (8, 9) innenseitig vertikale Versteifungswände (14, 15, 18, 19) aufweisen.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß erste in Schwellenquerrichtung verlaufende Versteifungswände (15, 19) vorgesehen sind, die die in Schwellenlängsrichtung verlaufenden Seitenwände (13, 16) miteinander verbinden.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zweite Versteifungswände (14, 18) vorgesehen sind, die die ersten Versteifungswände (15, 19) miteinander verbinden.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die zweiten Versteifungswände (14, 18) jeweils mit mindestens einer quer zur Schwellenlängsrichtung verlaufenden Seitenwand (11, 12, 17) verbunden sind.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Wände (11 bis 19) der Rahmen (8, 9) an ihrer Unterseite Drainageausnehmungen (20) aufweisen.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die in Schwellenquerrichtung verlaufenden Seitenwände (12, 17) und die ersten Versteifungswände (19), welche jeweils die Schwellen (1) übergreifen, dem übergriffenen Schwellenprofil entsprechende Ausnehmungen aufweisen.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberkante der Seitenwände (11, 12, 17) mindestens in Höhe der die Schienenauflage (4) einfassende Schwellenhöcker (6, 7) verläuft.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberkante der Versteifungswände (14, 15, 18, 19) mindestens in Höhe der die Schienenauflage (4) einfassenden Schwellenhöcker (6, 7) verläuft.
  10. 10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Rahmen (8, 9) aus Kunststoff bestehen.
  11. 11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Rahmen (8, 9) aus einem nichtverrottbaren Metallgeflecht bestehen.
  12. 12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Rahmen (8, 9) auf ihre gesamte Höhe mit schallabsorbierendem Material gefüllt sind.
  13. 13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Rahmen (8, 9) unten mit Schotter und oben mit schallabsorbierendem Material gefüllt sind und zwischen dem Schotter und dem schallabsorbierenden Material eine Schicht eines wasserdurchlässigen nichtverrottbaren Materials angeordnet ist.
  14. 14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Rahmen (8, 9) mit der festen Fahrbahn (3) verankert sind.
  15. 15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Rahmen (8, 9) benachbarter Schwellen (1) mit ihren in Schwellenlängsrichtung verlaufenden Seitenwänden (13, 16) im Abstand zueinander angeordnet sind.
  16. 16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß pro Schwelle (1) zwei äußere Rahmen (8) und ein mittlerer Rahmen (9) vorgesehen sind, die äußeren Rahmen (8) von den äußeren Schwellenhöckern (6) bis über die Schwellenaußenkante (10) und der mittlere Rahmen (9) zwischen den inneren Schwellenhöckern (7) verläuft.
  17. 17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß pro Schwelle (1) ein Rahmen vorgesehen ist, der bis über die Schwellenaußenkanten (10) verläuft und dessen in Schwellenlängsrichtung verlaufende Seitenwände im Bereich der Schienenauflage (4) oberseitig Ausschnitte für die Schienen (5) aufweist.
  18. 18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die im Abstand zueinander stehenden Seitenwände (13, 16 bzw. 12, 17) benachbarter Rahmen (8, 9) in gleicher Weise wie die Rahmen (8, 9) ausgefüllt sind.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com