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Dokumentenidentifikation DE19536165A1 03.04.1997
Titel Verfahren zur Reinigung von alkoxylierten Fetten
Anmelder BASF AG, 67063 Ludwigshafen, DE
Erfinder Dralle-Voss, Gabriele, Dr., 64297 Darmstadt, DE;
Stößer, Michael, 67141 Neuhofen, DE;
Land, Siegfried, Dr., 67071 Ludwigshafen, DE;
Saupe, Thomas, Dr., 69207 Sandhausen, DE;
Zipplies, Matthias, Dr., 67434 Neustadt, DE
DE-Anmeldedatum 28.09.1995
DE-Aktenzeichen 19536165
Offenlegungstag 03.04.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.04.1997
IPC-Hauptklasse C07C 67/56
IPC-Nebenklasse A61K 47/44   
IPC additional class // C07C 69/734,B01J 20/10,20/08  
Zusammenfassung Verfahren zur Reinigung von alkoxylierten Fetten durch Behandlung mit einem festen Stoff, dadurch gekennzeichnet, daß als fester Stoff eine Mischung aus Aluminiumoxid und einem Silikat eingesetzt wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung von alkoxylierten Fetten durch Behandlung mit einem festen Stoff , alkoxylierte Fette, erhältlich nach diesem Verfahren sowie deren Verwendung.

Alkoxylierte Fette werden für eine Vielzahl von Verwendungszwecken eingesetzt. Ein Verwendungszweck, der zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist die Verwendung als Lösungsmittelbestandteil zur Herstellung von Lösungen wasserunlöslicher Wirkstoffe, insbesondere Arzneimittel. Zur Verabreichung von Arzneimitteln ist es in bestimmten Fällen erforderlich, daß die Arzneimittel in stabilen Lösungen vorliegen, z. B. dann, wenn die Arzneimittel infundiert werden sollen.

Aus der EP 645 145 A sind Arzneimittelzubereitungen bekannt, die aus einer Lösung eines antineoplastischen Wirkstoffs und einem Lösungsmittel bestehen, wobei das Lösungsmittel alkoxylierte Fette als Co-Solvens oder Lösungsvermittler enthält. Die Arzneimittelzubereitung ist durch Zugabe einer Säure oder eines Salzes oder durch Behandlung des alkoxylierten Fettes mit Aluminiumoxid stabilisiert und zwar dadurch, daß der Carboxylat-Gehalt auf einen bestimmten Wert reduziert wird.

Aus der WO 94/12030 ist es bekannt, daß Arzneimittelzubereitungen, wie sie auch in der EP 645 145 beschrieben sind, durch Zugabe bestimmter Säuren stabilisiert werden können, wobei der resultierende pH-Wert unter 8.1 liegen muß.

Die aus diesem Stand der Technik bekannten Bestandteile von Arzneimittelzubereitungen erfüllen jedoch häufig noch nicht die Anforderungen, die an solche Bestandteile bezüglich der Stabilität der resultierenden Zubereitung gestellt werden.

Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Verfügung zu stellen, mit dem alkoxylierte Fette so gereinigt werden können, daß sie zur Verwendung in Arzneimittelzubereitungen besser geeignet sind.

Gegenstand der Erfindung ist demnach ein Verfahren zur Reinigung von alkoxylierten Fetten durch Behandlung mit einem festen Stoff, das dadurch gekennzeichnet ist, daß als fester Stoff eine Mischung aus Aluminiumoxid und einem Silikat eingesetzt wird.

Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kann nicht nur der Anteil an Verunreinigungen reduziert werden, es ist darüberhinaus auch möglich, den Wassergehalt zu verringern und den PH-Wert abzusenken.

Überraschenderweise wird durch das erfindungsgemäße Verfahren auch die Viskosität des alkoxylierten Fettes erniedrigt, was zu besser zu applizierenden Produkten führt. Liegen die Viskositäten des Ausgangsproduktes im Bereich von 700-850 mPa·s, so weist das erfindungsgemäß gereinigte Produkt eine Viskosität im Bereich von 600-750 mPa·s auf, d. h. jeweils eine Reduzierung von 100 mPa·s. Außerdem läßt sich eine Reduzierung von Katalysatorrückständen erreichen.

Eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß die alkoxylierten Fette mit dem Aluminiumoxid und dem Silikat (Adsorbentien) vermischt und gerührt und anschließend die festen Stoffe abfiltriert werden. Es war überraschend, daß der angestrebte Reinigungseffekt schon durch einfaches Vermischen der Komponenten, ggf. bei erhöhter Temperatur, erreicht wird. Die Behandlung des alkoxylierten Fettes erfolgt bevorzugt durch Mischen mit den Adsorbentien und Rühren bei Temperaturen von 15-180°C vorzugsweise bei 30-100°C, insbesondere 40-80°C. Während der Reaktion kann ein Unterdruck von 10-800 mbar angelegt werden. Die Reaktion kann auch unter Schutzgas (z. B. N&sub2;) durchgeführt werden. Die Reaktionszeit liegt bevorzugt zwischen 1 und 12 h. Der Zusatz der Adsorbentien liegt bevorzugt bei 0,5-15 Gew.-%, insbesondere 1-10 Gew.-%. Es können zusätzlich noch 0-3 Gew.-% eines Filtrierhilfsmittel, wie z. B. Diatomeenerde (Kieselgur) zugegeben werden.

Als Silikate werden bevorzugt Alkali- und/oder Erdalkalisilikate, insbesondere Mg-Silikat oder Ca-Silikat, oder Al-Silikate, aber auch Bleicherden eingesetzt. Als Handelsprodukte seien beispielsweise Ambosol, Tonsil FF oder Magnesol genannt.

Die Mischung von Aluminiumoxid und Silikat wird in der Regel durch mechanische Vermischung der beiden Bestandteile erhalten, z. B. im Reaktionsgefäß.

Eine bevorzugte Ausführungsform des Verfahrens besteht weiterhin darin, daß vor, während oder nach der Behandlung mit den festen Stoffen eine Säure zugesetzt wird. Das gereinigte Endprodukt kann z. B. mit kurzkettigen (1-3 C-Atome) organischen Säuren z. B. Essigsäure auf einen pH-Wert (7 angesäuert werden. Aber auch andere Säuren, wie Citronensäure oder Mineralsäuren, sind geeignet. Die möglichen Säuren sind in der EP 645 145 angegeben. Darüberhinaus können zum Ansäuern auch saure Salze wie das Ammoniumsalz von Aminosäuren, z. B. Glycin-Hydrochlorid eingesetzt werden.

Die vorliegende Erfindung betrifft auch gereinigte alkoxylierte Fette, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt wurden, sowie die Verwendung der erfindungsgemäß hergestellten alkoxylierten Fette zur Herstellung von Arzneimittelzubereitungen.

Alkoxylierte Fette, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren gereinigt werden, sind zum Beispiel ethoxylierte Fettsäuren, insbesondere ethoxyliertes Ricinusöl, wie es unter dem Handelsnamen Cremophor® EL von der Anmelderin vertrieben wird. Aber auch andere Fette, wie sie in der EP 645 145 A genannt sind, können mit dem erfindungsgemäßen Verfahren gereinigt werden.

Arzneimittelzubereitungen, die mit dem erfindungsgemäß gereinigten und u. U. angesäuerten alkoxylierten Fetten zubereitet werden, sind insbesondere solche mit wasserunlöslichen Wirkstoffen. Die Zubereitungen enthalten in der Regel noch einen weiteren Lösungsmittelbestandteil, wie eine Alkohol, insbesondere Ethanol, wobei das Verhältnis von alkoxyliertem Fett und Alkohol 30 : 70-70 : 30 betragen kann.

Als Wirkstoffe werden vor allem wasserunlösliche Wirkstoffe vorgesehen, insbesondere antineoplastische Wirkstoffe wie z. B. Paclitaxel (Taxol®). Bezüglich der anderen möglichen Wirkstoffe (wie Teniposide, Camptothecin und deren Derivate) wird ausdrücklich auf die EP 645 145 A Bezug genommen.

Beispiele Beispiel 1

Es wurde ein ethoxyliertes Rizinusöl (Cremophor® EL) mit folgender Analytik eingesetzt:

  • - pH-Wert 7,0
  • - Viskosität: 750 mPa·s
  • - Wassergehalt nach Karl-Fischer ca. 2.5%
  • - Anteil freier Fettsäuren 0.1-0.5%


2500 kg 100%iges Cremophor® EL wurde unter N&sub2; auf 50°C erhitzt und mit 75 kg Magnesiumsilikat (Ambosol 500 der Fa. Hoechst), 75 kg saurem Aluminiumoxid sowie 5,25 kg Diatomeenerde (Hyflow der Fa. Lehmann u. Voss,=Kieselgur-Filtrierhilfsmittel (flußkalzinierte weiße Süßwasserdiatomeen)) versetzt. Die Mischung wurde 3,5 h bei 50 bis 55° gerührt. Anschließend wurden die Adsorbentien abfiltriert. Die Porengröße des Filters lag zwischen 10 µm und 20 µm.

Beispiel 2

Es wurde wie in Beispiel 1 verfahren, statt des sauren Al-Oxid wurde jedoch ein basisches Al-Oxid eingesetzt. Ergebnisse 1



Der pH-Wert des gemäß Beispiel 1 erhaltenen Produkts lag bei 5,9, d. h. bereits ohne zusätzliches Ansäuern wird durch das Absenken des pH-Werts ein stabilisierender Effekt erreicht (Messung des pH-Werts in 10%iger wäßriger Lösung.)

Die Viskosität lag bei 650 mPa·s.

Zum Vergleich wurden folgende Versuche durchgeführt:



Die Ergebnisse zeigen, daß bei Verwendung von Aluminiumoxid oder Silikat jeweils einzeln die erwünschten Ergebnisse, insbesondere der niedrige Gehalt an Fettsäuren, nicht erreicht werden. Die erfindungsgemäße gemeinsame Verwendung der Adsorbentien führt jedoch in überraschender Weise zu einem synergistischen Effekt, so daß ein Produkt erhalten wird, das in vorteilhafter Weise für Arzneimittelzubereitungen geeignet ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Reinigung von alkoxylierten Fetten durch Behandlung mit einem festen Stoff, dadurch gekennzeichnet, daß als fester Stoff eine Mischung aus Aluminiumoxid und einem Silikat eingesetzt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung bei 15-180°C vorgenommen wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Silikat ein Alkali- oder/und Erdalkalisilikat verwendet wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung darin besteht, daß die alkoxylierten Fette mit dem Aluminiumoxid und dem Silikat vermischt und gerührt und anschließend die festen Stoffe abfiltriert werden.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß 0,5 bis 15 Gew.-% der festen Stoffe, bezogen auf die Gesamtmischung, eingesetzt werden.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Behandlung zusätzlich 0-2 Gew.-% eines Filtrierhilfsmittels zugegeben wird.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß vor, während oder nach der Behandlung eine Säure zugesetzt wird.
  8. 8. Gereinigte alkoxylierte Fette, erhältlich nach dem Verfahren gemäß Ansprüchen 1 bis 7.
  9. 9. Verwendung von nach dem Verfahren gemäß Anspruch 1 gereinigten alkoxylierten Fetten zur Herstellung von Arzneimittelzubereitungen.






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