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Dokumentenidentifikation DE19536220A1 03.04.1997
Titel Düsenmundstück und Düse zum Ausbringen eines Fluids
Anmelder Agrotop GmbH, 93083 Obertraubling, DE
Erfinder Graef, Jordt-Steffen, 93083 Obertraubling, DE
Vertreter Rechtsanw. und Pat.-Anw. Dr.-Ing. Dr.jur. Volkmar Tetzner, Pat.-Anw. Dipl.-Ing. Michael Tetzner, 81479 München
DE-Anmeldedatum 28.09.1995
DE-Aktenzeichen 19536220
Offenlegungstag 03.04.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.04.1997
IPC-Hauptklasse B05B 1/12
IPC-Nebenklasse B05B 1/04   B05B 1/30   B05B 7/04   A01M 7/00   A01G 25/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Düsenmundstück mit einer Austrittsöffnung zum Ausbringen eines Fluids sowie eine Düse mit einem derartigen Düsenmundstück. Das Düsenmundstück besteht zumindest im Bereich der Austrittsöffnung aus elastischem Material, wobei die Form und/oder Größe der Austrittsöffnung in Abhängigkeit des Drucks des Fluids veränderbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Düsenmundstück gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 sowie eine Düse gemäß dem Gattungsbegriff des Anspruches 7 zum Ausbringen eines Fluids.

Aus der Landwirtschaft sind zur Ausbringung von flüssigen Pflanzenschutz- und Düngemitteln Flachstrahldüsen in Form von Schlitzdüsen allgemein gebräuchlich. Auch sogenannte Injektordüsen, die ein Flüssigkeits-Luftgemisch erzeugen, nutzen Schlitzdüsen als Verteilermundstücke. Die herkömmlichen Düsen mit schlitzförmigen Düsenmundstücken haben jedoch den Nachteil, daß sich das Tropfenspektrum bei Druck- und Durchflußänderungen stark verändert und dabei unerwünschte und hohe Feintropfenanteile erzeugt werden. Um diesen Nachteil zu vermindern, wurden in den letzten zwei Jahrzehnten die verschiedensten Formen von Düsen, wie beispielsweise Niederdruckdüsen, Universaldüsen, driftreduzierende Düsen und zuletzt auch Injektordüsen entwickelt.

Den physikalischen Gesetzen folgend bestimmt die Größe und Form der Austrittsöffnung einer Düse den Spritzwinkel, das Tropfenspektrum und den Durchfluß bei einem bestimmten Druck. Da die Größe und Form der Austrittsöffnung gleichbleibt, verändern sich Spritzwinkel und Tropfengröße bei Druckänderungen meist erheblich. Um den Durchfluß einer Schlitzdüse nur um 40% zu erhöhen, ist eine Verdopplung des Druckes notwendig. Eine Verdopplung des Ausstoßes erfordert bereits eine Vervierfachung des Drucks. In der Praxis führt dies zwangsläufig zu einer starken Einschränkung des Nutzungsbereiches einer Düse bzw. eines Düsenmundstücks.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, das Düsenmundstück gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 sowie die Düse gemäß dem Gattungsbegriff des Anspruches 7 dahingehend weiterzuentwickeln, daß der Einsatzbereich des Düsenmundstücks bzw. der Düse mit einem derartigen Mundstück auch bei Veränderung des Drucks des Fluids weiter verbessert wird, ohne dabei einen Kompromiß bei der Verteilcharakteristik des Fluids eingehen zu müssen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche 1 und 7 gelöst.

Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Erfindungsgemäß besteht das Düsenmundstück zumindest im Bereich der Austrittsöffnung aus einem elastischen Material, wobei sich die Form und/oder Größe der Austrittsöffnung in Abhängigkeit des Drucks des Fluids verändert. Auf diese Weise ist es insbesondere möglich, den beim Ausbringen des Fluids entstehenden Spritzwinkel auch bei einer Erhöhung des Drucks des Fluids im wesentlichen konstant zu halten. Auch das Tropfenspektrum verändert sich bei einer Druckerhöhung im Vergleich zu herkömmlichen Spritzdüsen kaum.

Während sich der Feintropfenanteil bei bekannten Spritzdüsen bei einer Druckerhöhung von 4 auf 14 bar über 100% steigert, bleibt die Steigerung des Feintropfenanteils bei einem erfindungsgemäßen Düsenmundstück unter 50%. Verwendet man das erfindungsgemäße Düsenmundstück in Zusammenhang mit einer Injektordüse, läßt sich die Abdriftstabilität nochmals beträchtlich erhöhen, so daß sich dadurch die Zahl der möglichen Einsatztage, die Flächenleistung und die Terminwahl deutlich verbessern läßt.

Bei herkömmlichen Düsen ist die Wahlmöglichkeit des günstigsten Tropfenspektrums durch die primären Parameter, wie Geschwindigkeit des Fahrzeuges und Ausbringmenge, sehr eingeschränkt und erfordert einen häufigen Wechsel des Düsenmundstücks. In der Praxis werden daher meist zugunsten bestimmter Aufwandmengen schlechte Kompromisse zu Lasten eines optimalen Tropfenspektrums eingegangen.

Mit dem erfindungsgemäßen Düsenmundstück bzw. einer damit ausgestatteten Düse kann nun das optimale Tropfenspektrum und damit die Wirkungsoptimierung als primäres Auswahlkriterium hergenommen werden, denn Wasseraufwandmenge und Geschwindigkeit lassen sich bei annähernd konstantem Tropfenspektrum und einer konstanten Verteilcharakteristik in einem weiten Bereich variieren.

Besonders vorteilhaft lassen sich die erfindungsgemäßen Düsenmundstücke bei automatisch fahrgeschwindigkeitsabhängig geregelten Pflanzenschutzgeräten einsetzen.

Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung werden im folgenden anhand der Beschreibung einiger Ausführungsbeispiele und der Zeichnung näher erläutert.

In der Zeichnung zeigen

Fig. 1 und 2 eine Schnittdarstellung einer Düse mit einem Düsenmundstück gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel in zwei verschiedenen Öffnungsstellungen;

Fig. 3 und 4 eine Schnittdarstellung einer Düse mit einem Düsenmundstück gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel in zwei verschiedenen Öffnungsstellungen;

Fig. 5 eine Schnittdarstellung einer Düse gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel;

Fig. 6 eine Schnittdarstellung einer Injektordüse gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel;

Fig. 7 eine Expositionsdarstellung der Injektordüse gemäß Fig. 6;

Fig. 8 Meßwertdiagramm des Spritzwinkels;

Fig. 9 Meßwertdiagramm des Tropfenspektrums und

Fig. 10 Meßwertdiagramm des Fein-tropfenanteils.

In den Fig. 1 und 2 ist ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Düse dargestellt. Sie enthält im wesentlichen einen Düsenkörper 1 sowie ein mit dem Düsenkörper verbindbares Düsenmundstück 2.

Das Düsenmundstück weist eine Austrittsöffnung 2a zum Ausbringen eines Fluids auf, die im dargestellten Ausführungsbeispiel schlitzförmig, im Querschnitt insbesondere V-förmig ausgebildet ist. Das Düsenmundstück 2 besteht aus elastischem Material, wobei sich die Form und/oder Größe der Austrittsöffnung 2a in Abhängigkeit des Drucks des durch die Austrittsöffnung strömenden Fluids verändert.

Das Düsenmundstück 2 weist ferner eine zentrale Düsenbohrung 2b auf, die von einer ersten Vorkammer 2c ausgeht und in die Austrittsöffnung 2a einmündet. Sowohl die Düsenbohrung 2b als auch die erste Vorkammer 2c sind symmetrisch um die Mittelachse 3 der Düse angeordnet.

Der Durchmesser der ersten Vorkammer ist etwa doppelt so groß wie der der Düsenbohrung 2b. An diese erste Vorkammer schließt sich eine zweite Vorkammer 2d an, die wiederum um die Mittelachse 3 angeordnet ist und einen noch größeren Durchmesser aufweist. Die zweite Vorkammer 2d geht in eine Durchgangsbohrung 1a des Düsenkörpers 1 über, wobei der Durchmesser der Durchgangsbohrung 1a und der der zweiten Vorkammer 2d gleich groß sind. Der Strömungsquerschnitt der Düse verringert sich somit in dem Düsenmundstück 2 bis zur Austrittsöffnung 2a stufenartig.

Das Düsenmundstück 2 wird mittels einer Überwurfmutter 4 am Düsenträger 1 fixiert. Zu diesem Zweck weist der Düsenträger 1 ein mit dem Innengewinde der Überwurfmutter 4 zusammenwirkendes Außengewinde auf.

Erfindungsgemäß ist das Düsenmundstück insbesondere im Bereich der Austrittsöffnung 2a aus elastischem Material gefertigt, so daß sich die Austrittsöffnung 2a bei einem erhöhten Druck des Fluids weiter öffnen kann, wie das in Fig. 2 gezeigt ist. Das Düsenmundstück 2 wird im Bereich seiner Austrittsöffnung 2a durch den V-förmigen Schlitz in zwei zusammenhängende Endstücke geteilt, die - in Abhängigkeit des Fluiddrucks - mehr oder weniger auseinanderklaffen.

Die Wandstärke d des Düsenmundstücks im Bereich der Austrittsöffnung 2a wird im wesentlichen durch den Durchmesser der Düsenbohrung 2b bestimmt. Das verwendete Material des Düsenmundstücks sowie die Wandstärke d im Bereich der Austrittsöffnung 2a wirken sich wesentlich auf das Öffnungs- bzw. Schließverhalten der Austrittsöffnung bei sich änderndem Fluiddruck aus. Nicht zuletzt hat auch die Form des Düsenmundstücks einen entscheidenden Einfluß auf diesen Vorgang.

Der Strömungsquerschnitt der Austrittsöffnung 2a ist bei geringem Fluiddruck wesentlich kleiner als der Strömungsquerschnitt der Düsenbohrung 2b. Auf die beiden die Austrittsöffnung 2a begrenzenden Endstücke 2e, 2f wirkt somit der Druck des Fluids. Bei einer Erhöhung des Fluiddrucks wird sich die Austrittsöffnung 2a aufgrund der elastischen Ausbildung der beiden Endstücke vergrößern.

Die verschiedenen Einflußfaktoren, wie Material, Wandstärke und Form des Düsenmundstücks, müssen so aufeinander abgestimmt werden, daß sich der beim Ausbringen des Fluids einstellende Spritzwinkel auch bei Erhöhung des Drucks des Fluids im wesentlichen konstant bleibt. Bei einem starren Düsenmundstück, d. h. bei einem Düsenmundstück, bei dem sich die Austrittsöffnung nicht an den Druck des Fluids anpassen kann, würde sich der Spritzwinkel linear zur Erhöhung des Drucks des Fluids vergrößern. Indem jedoch das Düsenmundstück erfindungsgemäß seine Austrittsöffnung bei höherem Druck selbständig vergrößert, kann der Spritzwinkel und damit die Verteilcharakteristik im wesentlichen beibehalten werden.

Um das Auseinanderklaffen der beiden Endstücke 2e und 2f im Bereich der Austrittsöffnung 2a zu erleichtern, ist die Wandstärke im Übergangsbereich zwischen erster Vorkammer 2c und Düsenbohrung 2d etwas verringert, siehe Pfeil 5.

Die Fig. 3 und 4 zeigen eine Düse mit einem Düsenmundstück 2&min; gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel, wobei die Austrittsöffnung 2&min;a bei einem gegenüber der Fig. 3 höheren Druck des Fluids dargestellt ist.

Im Unterschied zum ersten Ausführungsbeispiel weist das in den Fig. 3 und 4 dargestellte Düsenmundstück 2&min; keine Verringerung der Wandstärke im Bereich der Austrittsöffnung 2&min;a auf.

Der V-förmige, die Austrittsöffnung bildende Einschnitt gibt lediglich einen Teil des durch die Düsenbohrung 2&min;b bestimmten Strömungsquerschnittes frei. Dies bedeutet, daß sich der Strömungsquerschnitt an der Austrittsöffnung 2&min;a nochmals verringert. Auf die beiden die Austrittsöffnung 2&min;a begrenzenden Hälften 2&min;e und 2&min;f des Düsenmundstücks wirkt somit der Druck des Fluids. Aufgrund der elastischen Ausbildung dieser beiden Hälften werden diese aufgrund des Fluiddrucks nach außen gedrückt und vergrößern dadurch die Austrittsöffnung 2&min;a.

In Fig. 5 ist eine Düse gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel dargestellt, die wiederum im wesentlichen aus einem Düsenkörper 1&min;&min; und einem Düsenmundstück 2b besteht. Das Düsenmundstück 2&min;c ist mit einem Hohlraum 2&min;&min;g versehen, der durch eine doppelwandige Ausbildung des Düsenmundstücks gebildet wird. Es weist ferner eine Düsenbohrung 2&min;&min;b auf, die an ihrem einen Ende in die Durchgangsbohrung 1&min;&min;a des Düsenkörpers 1&min;&min; übergeht und an ihrem anderen Ende in die Austrittsöffnung 2&min;a mündet.

Der um die Wandung der zentralen Düsenbohrung 2&min;&min;b gebildete Hohlraum 2&min;&min;g wird in einem ringförmigen Hohlraum 1&min;&min;b im Düsenkörper 1&min;&min; weitergeführt. Dieser ringförmige Hohlraum ist über eine Anschlußbohrung 1&min;&min;c an ein nicht näher dargestelltes Druckmittelreservoir anschließbar. Die beiden Hohlräume 1&min;&min;b und 2&min;&min;g sind somit mit einem flüssigen oder gasförmigen Druckmedium beaufschlagbar. Auf diese Weise kann das Öffnungsverhalten der Austrittsöffnung 2&min;&min;a gesteuert werden, wobei sich insbesondere verschiedene Tropfengrößen und Spritzwinkel einstellen lassen.

Die Verbindung von Düsenmundstück 2&min;&min; und Düsenkörper 1&min;&min; geschieht im Bereich der Durchgangsbohrung 1&min;&min;a und der Düsenbohrung 2&min;&min;b durch eine Schnappverbindung und am äußeren Umfangsbereich wiederum durch eine Überwurfmutter 4.

In den Fig. 6 und 7 wird eine Düse gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel näher erläutert. Die abgebildete Düse ist als Injektordüse zur Erzeugung luftgefüllter Flüssigkeitstropfen ausgebildet und enthält als Hauptbestandteile ein Dosierdüsenelement 6 zur Erzeugung eines Flüssigkeitsstrahles, einen mittleren Düsenkörper 1&min;&min;&min; mit einer zentral darin ausgebildeten, in Strömungsrichtung (Pfeil 7) des Flüssigkeitsstrahles auf das Dosierdüsenelement 6 folgenden Mischkammer 8, die mit einer Luftansaugöffnung 9 versehen ist und zur Erzeugung eines Flüssigkeits-Luft-Gemisches dient, sowie ein Düsenmundstück 2&min;&min;&min;, das mit wenigstens einer Austrittsöffnung 2&min;&min;&min;a für das Flüssigkeits-Luft-Gemisch versehen ist. Das Düsenmundstück 2&min;&min;&min; ist auswechselbar vorgesehen, indem es mit Hilfe eines Schnellverschlußsystems, beispielsweise einem Bajonettverschluß 10, am Düsenkörper 1&min;&min;&min; befestigt ist.

Bei diesem Ausführungsbeispiel ist das dem Düsenmundstück 2&min;&min;&min; abgewandte Ende des Düsenkörpers 1&min;&min;&min; mit einer nach außen offenen, zentralen, axialen Gewindebohrung 11 versehen, an deren Boden 11a das Dosierdüsenelement 6 derart abgestützt ist, daß seine Düsenöffnung koaxial zur zentralen Düsenmittelachse 3 sowie zur unmittelbar anschließenden Mischkammer 8 ausgerichtet ist.

Dieses Dosierdüsenelement 6 ist somit auswechselbar in der Gewindebohrung 11 aufgenommen und durch einen stopfenartigen, mit Außengewinde versehenen Gewindeadapter 12 festgelegt, der eine koaxial zur Mittelachse 3 der Düse ausgerichtete Durchgangsbohrung 12a aufweist und an seinem dem Dosierdüsenelement 6 entgegengesetzten Ende mit einer Überwurfmutter 13 versehen ist. Mit dieser Überwurfmutter 13 wird die gesamte Düse an eine entsprechende - hier nicht veranschaulichte - Leitung (Leitungssystem) angeschlossen, durch die eine zu verteilende Flüssigkeit unter Druck herangeführt wird.

Wie Fig. 1 ferner zeigt, ist zwischen der Mischkammer 8 und dem Düsenmundstück 2&min;&min;&min; ein Hohlraum vorhanden, durch den ein Homogenisier- und Beruhigungsraum 14 gebildet ist, dessen Eintrittsquerschnitt (angedeutet etwa durch die strichpunktierte Linie 14a) sprunghaft gegenüber dem Austrittsquerschnitt 8a der Mischkammer 8 vergrößert ist. Dieser Eintrittsquerschnitt 14a des Homogenisier- und Beruhigungsraumes 14 weist etwa den 1,5- bis 9fachen Wert, vorzugsweise den 3- bis 5fachen Wert des Austrittsquerschnittes 8a der Mischkammer 8 auf.

Entsprechend den jeweiligen Einsatzerfordernissen kann der Homogenisier- und Beruhigungsraum 14 der Injektordüse verschiedenartig ausgestaltet sein.

In Fig. 1 ist zu erkennen, daß der Homogenisier- und Beruhigungsraum 14 eine Gesamtlänge L besitzen kann, die größer ist als die Länge der Mischkammer 8. Der Homogenisier- und Beruhigungsraum 14 weist in diesem Falle einen hinteren Raumbereich 14b auf, der den die Mischkammer 8 bildenden Bauteil des Düsenkörpers 1&min;&min;&min; ringförmig umschließt. Zwischen dem in Strömungsrichtung weisenden Ende des Düsenkörpers 1&min;&min;&min; einerseits und dem inneren Ende des Düsenmundstücks 2&min;&min;&min; ist ferner ein ringförmiger Dichtungskörper 15 aus geeignetem Dichtungs- bzw. Puffermaterial angeordnet, dessen Innenraum ebenfalls einen Teil des Homogenisier- und Beruhigungsraumes darstellt.

Bei dem in Fig. 1 veranschaulichten Ausführungsbeispiel ist die sich koaxial zur Mittelachse 3 erstreckende Mischkammer 8 so ausgestaltet, daß sie sich zum Homogenisier- und Beruhigungsraum 14 hin konisch erweitert, so daß sich insgesamt eine Ausbildung nach Art des an sich bekannten Venturi-Systems ergibt. Hierbei kann die Luftansaugöffnung 9 etwa in Form einer radialen Bohrung ausgeführt sein und - in Strömungsrichtung des Flüssigkeitsstrahls betrachtet - in das hintere, etwa zylindrisch erweiterte Ende 8b der Mischkammer 8 einmünden.

Das in den Fig. 6 und 7 beschriebene dritte Ausführungsbeispiel einer Injektordüse mit erfindungsgemäßem Düsenmundstück wurde hinsichtlich des Spritzwinkels, des Tropfenspektrums und des Feintropfenanteils im Vergleich zu herkömmlichen Düsen untersucht. Die verschiedenen Meßergebnisse sind in den Tabellen gemäß den Fig. 8 bis 10 veranschaulicht.

In den nachstehenden Meßwertdiagrammen der Fig. 8 bis 10 wurden verschiedene bekannte Düsen den üblichen Praxisbedingungen angepaßt, d. h. die mit LTD&min;&min; bezeichneten Injektordüsen im Druckbereich von 4 bis 14 bar werden mit üblichen Düsen im Druckbereich von 1,5 bis 5,5 bar verglichen. Dabei wird in den Beispielen der Durchfluß zwischen ca. 1,2 und 2,2 l/min verstellt. Die erfindungsgemäße Injektordüse gemäß Fig. 6 ist mit "TD 025 CADS" bezeichnet. Die gleiche Injektordüse, jedoch mit einem keramischen Düsenmundstück, nimmt unter der Bezeichnung "TD 025 Keramik" am Vergleichstestteil.

Wie aus Fig. 8 zu ersehen ist, ist die Änderung des Spritzwinkels bei Universaldüsen mit 19% sehr hoch. Bei Standarddüsen (11%) und TD-Injektordüse (10%) liegen die Werte konstruktionsbedingt etwas niedriger. Mit einer Spritzwinkeländerung von lediglich 2% zeigt die erfindungsgemäße Injektordüse "TD 025 CADS" zwischen 4 und 14 bar ein nahezu völlig konstantes Verhalten.

Fig. 9 zeigt das Tropfenspektrum, wobei der mittlere, volumenbezogene Durchmesser über den Druck aufgetragen ist. Der Test wurde zwischen zwei Injektordüsen gemäß Fig. 6 durchgeführt, wobei die eine Düse (TD 025 Keramik) ein starres, keramisches Düsenmundstück und die andere Düse (TD 025 CADS) ein erfindungsgemäßes Düsenmundstück aufweist.

Das Diagramm läßt deutlich erkennen, daß der mittlere, volumenbezogene Tropfendurchmesser sich bei einer mit einem üblichen starren Keramikmundstück bestückten Injektordüse um insgesamt 48% und beim Einsatz eines erfindungsgemäßen Mundstücks nur noch um 15% ändert.

In Fig. 10 wird schließlich der von verschiedenen Düsen erzeugte Feintropfenanteil aufgezeigt. Dabei ist der volumenbezogene Feintropfenanteil unter 105,5 µm gegenüber dem Druck aufgetragen. Bei den herkömmlichen Düsen (Standard 04 und SD 04 (Antidrift)) steigert sich der Feintropfenanteil bei hohem Druck auf über 100%. Die erfindungsgemäße Injektordüse (TD 025 CADS) weist im unteren Bereich ein äußerst niedriges Abdriftpotential auf, das sich selbst bei einem Druck von 14 bar auflediglich 50% steigert. Selbst die anerkannt abdriftstabile Injektordüse "TD 025 Keramik" erhöht im selben Bereich den Feintropfenanteil sogar um 300%, bleibt dabei aber auch schon um mehr als 50% unter den sogenannten Anti-Drift-Düsen.

Die Abdriftstabilität von Injektordüsen (TD) läßt sich somit mit einem erfindungsgemäßen Düsenmundstück nochmals beträchtlich erhöhen. Durch die erhöhte Abdriftstabilität ist gerade in der Landwirtschaft das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln an einer größeren Zahl von Einsatztagen möglich. Mit der erfindungsgemäßen Düse lassen sich zudem die Flächenleistung und die Terminwahl weiter verbessern.

Bei herkömmlichen Schlitzdüsen ist durch die primären Parameter Fahrgeschwindigkeit und Ausbringmenge die Wahlmöglichkeit des günstigsten Tropfenspektrums sehr eingeschränkt und erfordert einen häufigen Düsenmundstückwechsel. In der Praxis werden daher meist zugunsten bestimmter Aufwandmengen schlechte Kompromisse zu Lasten des optimalen Tropfenspektrums eingegangen. Mit den erfindungsgemäßen Düsenmundstücken kann das optimale Tropfenspektrum und damit die Wirkungsoptimierung das primäre Auswahlkriterium sein, denn Wasseraufwandmenge und Fahrgeschwindigkeit lassen sich bei annähernd konstantem Tropfenspektrum und Spritzwinkel in einem weiten Bereich variieren.

Dies gilt insbesondere auch für automatisch fahrgeschwindigkeitsabhängig geregelte Pflanzenschutzgeräte, bei denen nur mit den erfindungsgemäßen Düsenmundstücken die Vorteile der Regelsysteme erst voll genutzt werden können.


Anspruch[de]
  1. 1. Düsenmundstück (2, 2&min;, 2&min;&min;, 2&min;&min;&min;) mit einer Austrittsöffnung (2a, 2&min;a, 2&min;&min;a, 2&min;&min;&min;a) zum Ausbringen eines Fluids, dadurch gekennzeichnet, daß das Düsenmundstück zumindest im Bereich der Austrittsöffnung aus elastischem Material besteht, wobei die Form und/oder Größe der Austrittsöffnung in Abhängigkeit des Drucks des Fluids veränderbar ist.
  2. 2. Düsenmundstück nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Düsenmundstück im Bereich der Austrittsöffnung (2a, 2&min;a, 2&min;&min;a, 2&min;&min;&min;a) derart ausgebildet ist, daß sich der beim Ausbringen des Fluids einstellende Spritzwinkel auch bei Erhöhung des Drucks des Fluids im wesentlichen konstant bleibt.
  3. 3. Düsenmundstück nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Austrittsöffnung (2a, 2&min;a, 2&min;&min;a, 2&min;&min;&min;a) schlitzförmig ausgebildet ist.
  4. 4. Düsenmundstück nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es eine zentrale Düsenbohrung (2b, 2&min;b, 2&min;&min;b) aufweist, die in die Austrittsöffnung (2a, 2&min;a, 2&min;&min;a) einmündet.
  5. 5. Düsenmundstück nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Mittel zur Einstellung von Form und/oder Größe der Austrittsöffnung unabhängig vom Druck des Fluids vorgesehen sind.
  6. 6. Düsenmundstück nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel durch ein mit dem Druckmedium beaufschlagbaren Hohlraum (2&min;&min;g) gebildet werden, indem das Düsenmundstück zumindest im Bereich der Austrittsöffnung (2&min;&min;a) doppelwandig ausgebildet ist.
  7. 7. Düse, enthaltend
    1. a) eine Düsenkörper (1, 1&min;, 1&min;&min;, 1&min;&min;&min;),
    2. b) einen mit dem Düsenkörper verbindbares Düsenmundstück (2, 2&min;, 2&min;&min;, 2&min;&min;&min;) mit einer Austrittsöffnung (2a, 2&min;a, 2&min;&min;a, 2&min;&min;&min;a), dadurch gekennzeichnet, daß das Düsenmundstück zumindest im Bereich der Austrittsöffnung aus elastischem Material besteht, wobei die Form und/oder Größe der Austrittsöffnung in Abhängigkeit des Drucks des Fluids veränderbar ist.
  8. 8. Düse nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß dem Düsenkörper und dem Düsenmundstück ein Dosierdüsenelement (6) vorgeschaltet ist.
  9. 9. Düse nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Düse als Flachstrahldüse ausgebildet ist.
  10. 10. Düse nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Düse als Injektordüse zur Erzeugung luftgefüllter Flüssigkeitstropfen ausgebildet ist, ferner enthaltend eine auf das Dosierdüsenelement folgende, mit einer Luftansaugöffnung (9) versehene Mischkammer (8) zur Erzeugung eines Flüssigkeits-Luftgemisches.






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