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Dokumentenidentifikation DE19536237A1 03.04.1997
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Bestimmung von Innentemperaturen bei hüttentechnischen Anlagen
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE;
NPWP Torex, Jekateringburg, RU
Erfinder Lissijenko, Wladimir, Jekaterinburg, RU;
Popow, Boris, Perwouralsk, RU
Vertreter Fuchs, F., Dr.-Ing., Pat.-Anw., 81541 München
DE-Anmeldedatum 28.09.1995
DE-Aktenzeichen 19536237
Offenlegungstag 03.04.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.04.1997
IPC-Hauptklasse G01J 5/10
IPC-Nebenklasse G05D 23/27   F27D 21/00   F27B 14/20   
Zusammenfassung Verfahren zur Bestimmung von Innentemperaturen bei einer hüttentechnischen Anlage, wie z. B. einer Agglomerationsanlage, einer Brennkammer, einer Röstmaschine, einer Sinteranlage oder einer Vorwärm- bzw. Kühlzone, die ein gasförmiges Medium, z. B. Luft, enthält und die durch zumindest zwei Begrenzungsflächen, eine erste Begrenzungsfläche (9), z. B. eine Wand der hüttentechnischen Anlage oder das in der hüttentechnischen Anlage behandelte Material, und eine zweite Begrenzungsfläche (10), z. B. eine weitere Wand der hüttentechnischen Anlage, begrenzt ist, wobei die Bestimmung der Temperatur des gasförmigen Mediums und gegebenenfalls der ersten (9) oder zweiten Begrenzungsfläche (10) durch Messung einer die Temperatur der zweiten Begrenzungsfläche (10) repräsentierenden Größe und Messung der Abstrahlung der ersten Begrenzungsfläche (9) für zumindest drei Strahlungsfrequenzen bestimmt wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Bestimmung von Innentemperaturen bei hüttentechnischen Anlagen, wie z. B. Agglomerationsanlagen, Brennkammern, Röstmaschinen, Sinteranlagen oder Vorwärm- bzw. Kühlzonen, mit einem gasförmigen Medium, z. B. Luft, im Inneren der hüttentechnischen Anlagen.

Aus dem wissenschaftlichen Buch "Verbesserung der Wärmeausnutzung und Steuerung des Wärmeaustausches in metallurgischen Öfen", von Lissijenko, W.G., Wolkow, W.W., Malikow, J.K., Moskau: Metallurgia ist ein Verfahren der berührungslosen Temperaturmessung einer abgeschirmten Oberfläche eines Festkörpers mit einem Strahlungspyrometer, in dem ein Lichtfilter zur Beseitigung der abgeschirmten Wirkung des selektiv strahlenden Gasmediums eingesetzt wird, bekannt. Dabei wird die Strahlungsdurchströmung von der Körperoberfläche zum Strahlungsempfänger durch ein Gastransparenzfenster gesichert. Für die Beseitigung des von der Strahlungsoberfläche reflektierten Hintergrundstroms wird ein zweites Pyrometer, das auf die Innenseite der Oberfläche der zweiten Wandfläche des mehrwandigen Gefäßes gerichtet ist, mit einem gleichen Lichtfilter eingesetzt. Dieses Verfahren führt jedoch zu einer niedrigen Präzision der Messung, insbesondere bei Aggregaten mit staubhaltiger Gasatmosphäre, wo es zu einer zusätzlichen Strahlungsabschirmung durch Ruß- und Staubteilchen kommt.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren bzw. eine Vorrichtung anzugeben, mit dem bzw. mit der die Präzision bei der Messung von Innentemperaturen bei hüttentechnischen Anlagen, wie z. B. Agglomerationsanlagen, Brennkammern, Röstmaschinen, Sinteranlagen oder Vorwärm- bzw. Kühlzonen, gegenüber dem Stand der Technik erhöht werden kann. Dabei ist es wünschenswert, daß sich die Kosten für eine Vorrichtung zur Bestimmung dieser Temperatur gegenüber dem Stand der Technik möglichst verringern oder zumindest nicht wesentlich erhöhen.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das Verfahren sowie eine entsprechende Vorrichtung zur Bestimmung von Innentemperaturen bei einer hüttentechnischen Anlage, wie z. B. einer Agglomerationsanlage, einer Brennkammer, einer Röstmaschine, einer Sinteranlage oder einer Vorwärm- bzw. Kühlzone, gelöst, die ein gasförmiges Medium, z. B. Luft, enthält und die durch zumindest zwei Begrenzungsflächen, eine erste und eine zweite Begrenzungsfläche, begrenzt ist, wobei die Bestimmung der Temperatur des gasförmigen Mediums und gegebenenfalls der ersten und der zweiten Begrenzungsfläche durch Messung einer die Temperatur der zweiten Begrenzungsfläche repräsentierenden Größe und Messung der Abstrahlung der ersten Begrenzungsfläche für zumindest drei Strahlungsfrequenzen bestimmt wird. Auf diese Weise ist es möglich, die Beeinflussung der Strahlung durch das gasförmige Medium, z. B. durch Ruß- und Staubpartikel, zu berücksichtigen, ohne daß diese Eigenschaften des gasförmigen Mediums vorab bekannt sein müssen. Durch die Messung einer die Temperatur der zweiten Begrenzungsfläche repräsentierenden Größe und die Messung der Abstrahlung der ersten Begrenzungsfläche für zumindest drei Strahlungsfrequenzen, ist es möglich, drei Beziehungen aufzustellen, bei denen zumindest eine charakteristische Größe des gasförmigen Mediums, wie z. B. seine Absorptionseigenschaften, als rechentechnische Unbekannte in einem Gleichungssystem zu behandeln, und diese auf diese Art und Weise herauszurechnen.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird die Temperatur des gasförmigen Mediums und gegebenenfalls die Temperatur der ersten oder der zweiten Begrenzungsfläche durch Messung einer die Temperatur der zweiten Begrenzungsfläche repräsentierenden Größe und Messung der Abstrahlung der ersten Begrenzungsfläche für vier Strahlungsfrequenzen bestimmt. Durch die Messung für vier Strahlungsfrequenzen ist es möglich, vier Zusammenhänge aufzustellen, von denen zwei dazu genutzt werden können, die beiden als wesentlich erachteten Größen bei der Beeinflussung von Strahlung durch das gasförmige Medium, wie die Absorptionseigenschaften und den Grad der Schwärze des gasförmigen Mediums, zu berücksichtigen, ohne daß diese explizit bekannt sein müssen. Auf diese Weise ist es möglich, die Beeinflussung der reflektierten Strahlung durch das gasförmige Medium herauszurechnen. Durch diese Berücksichtigung der Eigenschaften des gasförmigen Mediums in Hinsicht auf seine Beeinflussung der reflektierten Strahlung ist es möglich, die Präzision gegenüber dem bekannten Verfahren zur indirekten Bestimmung der Temperaturen von hüttentechnischen Anlagen deutlich zu erhöhen.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung erfolgt die Bestimmung der Temperatur des gasförmigen Mediums und gegebenenfalls der Temperatur der ersten oder der zweiten Begrenzungsfläche über eine Beziehung zwischen gemessener Strahlung der ersten Begrenzungsfläche für eine Strahlungsfrequenz, der Temperatur der ersten Begrenzungsfläche, der Temperatur des gasförmigen Mediums, der Temperatur der zweiten Begrenzungsfläche und der Strahlungsabsorptionseigenschaften des gasförmigen Mediums. Dabei wird geeigneterweise die Beziehung



verwendet, wobei E die gemessene effektive Strahlung der ersten Begrenzungsfläche für eine Wellenlänge λ, ε der Grad der Oberflächenschwärze der ersten Begrenzungsfläche in bezug auf die Wellenlänge λ, E (T&sub1;) die Strahlungsdichte des absolut schwarzen Körpers in Abhängigkeit von der Temperatur der ersten Begrenzungsfläche T&sub1; in bezug auf die Wellenlänge λ, α die Absorptionseigenschaft des gasförmigen Mediums in bezug auf die Wellenlänge λ, ε der Schwärzegrad des gasförmigen Mediums in bezug auf die Wellenlänge λ, E die Strahlungsdichte des absolut schwarzen Körpers bei der Temperatur des gasförmigen Mediums TM in bezug auf die Wellenlänge λ und E die auf die erste Begrenzungsfläche auftreffende Strahlung in bezug auf die Wellenlänge λ ist. Diese Beziehung ist besonders geeignet, die Temperatur des gasförmigen Mediums bei unbekannten Eigenschaften des gasförmigen Mediums in bezug auf die Beeinflussung der reflektierten Strahlung sowie die Temperatur des zu bearbeitenden Materials zu ermitteln. Dafür wird die Beziehung



für vier verschiedene Strahlungsfrequenzen, also vier verschiedene Wellenlängen, aufgestellt, und das daraus resultierende Gleichungssystem mit vier Gleichungen und vier Unbekannten gelöst, wobei die Temperatur der ersten Begrenzungsfläche, die Temperatur des gasförmigen Mediums und die Absorptions- und Schwärzeeigenschaften des gasförmigen Mediums als Lösung anfallen.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird die Temperatur des gasförmigen Mediums und gegebenenfalls die Temperatur der ersten oder zweiten Begrenzungsfläche durch Messung der Abstrahlung der ersten und der zweiten Begrenzungsfläche für zumindest je drei Strahlungsfrequenzen bestimmt. Besonders vorteilhaft ist es dabei, die Temperatur des gasförmigen Mediums und gegebenenfalls die Temperatur der ersten und der zweiten Begrenzungsfläche durch Messung der Abstrahlung der ersten und der zweiten Begrenzungsfläche für je vier Strahlungsfrequenzen unter Ausnutzung der Beziehung zwischen gemessener Strahlung der ersten und der zweiten Begrenzungsfläche für eine Strahlungsfrequenz, der Temperatur der ersten Begrenzungsfläche, der Temperatur der zweiten Begrenzungsfläche, der Temperatur des gasförmigen Mediums, und den Strahlungsabsorptionseigenschaften des gasförmigen Mediums zu bestimmen. Dieses ist besonders dann vorteilhaft, wenn eine direkte Messung der Temperatur der zweiten Begrenzungsfläche, z. B. durch Thermopaare oder durch temperaturanhängige Widerstände, nicht möglich oder wünschenswert ist.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden aus der Beziehung



sowie der Beziehung



wobei E die gemessene effektive Strahlung der zweiten Begrenzungsfläche für eine Wellenlänge λ, ε der Grad der Oberflächenschwärze der ersten Begrenzungsfläche in bezug auf die Wellenlänge λ, E (T&sub2;) die Strahlungsdichte des absolut schwarzen Körpers in Abhängigkeit von der Temperatur der zweiten Begrenzungsfläche T&sub2; in bezug auf die Wellenlänge λ, α die Absorptionseigenschaft des gasförmigen Mediums in bezug auf die Wellenlänge λ, ε der Schwärzegrad des gasförmigen Mediums in bezug auf die Wellenlänge λ und E die auf die zweite Begrenzungsfläche auftreffende Strahlung in bezug auf die Wellenlänge λ ist, für je vier verschiedene Strahlungsfrequenzen, also vier verschiedene Wellenlängen, Gleichungen aufgestellt und das daraus resultierende Gleichungssystem mit acht Gleichungen und acht Unbekannten gelöst, wobei die Temperatur der ersten Begrenzungsfläche und die Temperatur der zweiten Begrenzungsfläche, die Temperatur des gasförmigen Mediums sowie die Absorptions- und Schwärzeeigenschaften des gasförmigen Mediums als Lösung anfallen.

Weitere Vorteile und erfinderische Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen, anhand der Zeichnungen und in Verbindung mit den Unteransprüchen.

Im einzelnen zeigt

Fig. 1 eine Trocknungsvorrichtung für pelletiertes Material

Fig. 2 eine Trocknungsvorrichtung für pelletiertes Material mit alternativer Temperaturmessung

Fig. 3 eine erfindungsgemäße Meßeinrichtung mit einem Pyrometer

Fig. 4 eine erfindungsgemäße Meßeinrichtung mit zwei Pyrometern

Fig. 1 zeigt eine Trocknungsvorrichtung für pelletiertes Material. Dabei läuft das pelletierte Material auf einem Förderband 1 durch eine Trocknungskammer 4. Die Temperatur im Inneren der Trocknungskammer 4 wird mit einer Temperaturmeßvorrichtung gemessen, die ein Pyrometer 7, mit dem die Abstrahlung einer ersten Wand 2 gemessen wird, einen Temperatursensor, z. B. ein Thermopaar 6, sowie eine Auswerteeinheit 8 aufweist. Mit dem Pyrometer 7 wird die Abstrahlung der ersten Wand 2 durch ein Sichtfenster 5 gemessen. Aus den vom Pyrometer 7 und dem Thermopaar 6, mit dem die Temperatur einer zweiten Wand 3 gemessen wird, gelieferten Werten ermittelt die Auswerteeinheit 8 die Temperatur im Inneren der Trocknungskammer 4.

Fig. 2 zeigt eine Trocknungsvorrichtung für pelletiertes Material ähnlich der aus Fig. 1 mit alternativer Temperaturmessung. Dabei läuft, wie in Fig. 1, das pelletierte Material auf einem Förderband 1 durch eine Trocknungskammer 4. Die Temperatur des auf dem Förderband 1 transportierten pelletierten Materials wird mit einer Temperaturmeßvorrichtung gemessen, die einen Temperatursensor, z. B. ein Thermopaar 6, ein Pyrometer 7 sowie eine Auswerteeinheit 8 aufweist. Mit dem Pyrometer 7 wird die Abstrahlung des auf dem Förderband transportierten pelletierten Materials durch ein Sichtfenster 5 gemessen. Aus dem vom Pyrometer 7 und dem Thermopaar 6 gelieferten Werten ermittelt die Auswerteeinheit 8 die Temperatur des pelletierten Materials bzw. seiner Oberfläche.

Fig. 3 zeigt die Meßeinrichtungen aus Fig. 1 bzw. Fig. 2 in detaillierterer Form. Dabei bezeichnet Bezugszeichen 9 die erste Begrenzungsfläche, d. h. z. B. eine Wand einer hüttentechnischen Anlage oder das in der hüttentechnischen Anlage behandelte Material, Bezugszeichen 10 die zweite Begrenzungsfläche, d. h. z. B. eine Wand einer hüttentechnischen Anlage, und Bezugszeichen 33 ein gasförmiges Medium zwischen der ersten Begrenzungsfläche 9 und der zweiten Begrenzungsfläche 10. Mit einem Thermopaar 11 wird die Temperatur an der Innenseite der zweiten Begrenzungsfläche gemessen und über eine Datenleitung 12 an eine Auswerteeinheit 14 übertragen. Die Meßeinrichtung weist ferner ein Pyrometer 15 auf, dessen Strahlachse 17 auf die Innenoberfläche der ersten Begrenzungsfläche gerichtet ist. Die von der Innenoberfläche der ersten Begrenzungsfläche 9 abgestrahlte Strahlung gelangt entlang der Strahlachse 17 durch ein Interferenzfilter 16 in das Pyrometer 15. Das Interferenzfilter 16 läßt nur vier ausgewählte Strahlungsfrequenzen passieren, während es die anderen Frequenzen unterdrückt. Mit dem Pyrometer 15 werden die Intensitäten der ausgewählten Strahlungen über eine Datenleitung 13 an die Auswerteeinheit 14 geliefert. Die Auswerteeinheit 14 ermittelt aus der Strahlungsintensität für die einzelnen der ausgewählten vier Wellenlängen und aus dem Temperatursignal, das von dem Thermopaar 11 geliefert wird, die Temperatur des gasförmigen Mediums 33 und gegebenenfalls die Temperatur der ersten oder der zweiten Begrenzungsfläche.

Fig. 4 zeigt eine alternative Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Meßeinrichtung, bei der auf eine direkte Bestimmung der Temperatur der zweiten Begrenzungsfläche, z. B. durch ein Thermopaar oder durch temperaturabhängige Widerstände, verzichtet wird. Bezugszeichen 20 bezieht sich dabei auf eine erste Begrenzungsfläche und Bezugszeichen 22 auf eine zweite Begrenzungsfläche. Die zu bestimmende Größe ist die Temperatur des gasförmigen Mediums 34 und gegebenenfalls die Temperatur der ersten und zweiten Begrenzungsfläche. Die Strahlachse 26 eines ersten Pyrometers 24 ist auf die erste Begrenzungsfläche und die Strahlachse 29 eines weiteren Pyrometers 27 auf die zweite Begrenzungsfläche 21 gerichtet. Die von den Pyrometern 24 und 27 aufgenommene Strahlung wird durch je ein Interferenzfilter 25 und 28, von denen jedes nur je vier ausgewählte Strahlungsfrequenzen passieren lassen, gefiltert. Die Pyrometer 24 und 27 messen die Intensitäten dieser ausgewählten Strahlung, die über je eine Datenleitung 30 und 31 einer Auswerteeinheit 23 zugeführt werden. In der Auswerteeinheit 32 wird die Temperatur des gasförmigen Mediums 34 aus der Beziehung zwischen gemessener Strahlung der ersten Begrenzungsfläche 20 für eine Strahlungsfrequenz, der Temperatur der ersten Begrenzungsfläche, der Temperatur des gasförmigen Mediums 34, der Temperatur der zweiten Begrenzungsfläche und der Strahlungsabsorptionseigenschaften des gasförmigen Mediums 34 sowie der Beziehung zwischen gemessener Strahlung der zweiten Begrenzungsfläche 21 für eine Strahlungsfrequenz, der Temperatur der zweiten Begrenzungsfläche, der Temperatur des gasförmigen Mediums 34, der Temperatur der ersten Begrenzungsfläche und der Strahlungsabsorptionseigenschaften des gasförmigen Mediums 34 durch Aufstellen und Lösen von einem Gleichungssystem mit acht Gleichungen, wobei je eine Gleichung einer ausgewählten Wellenlänge zugeordnet ist, bestimmt.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Bestimmung von Innentemperaturen bei einer hüttentechnischen Anlage, wie z. B. einer Agglomerationsanlage, einer Brennkammer, einer Röstmaschine, einer Sinteranlage oder einer Vorwärm- bzw. Kühlzone, die ein gasförmiges Medium, z. B. Luft, enthält und die durch zumindest zwei Begrenzungsflächen, eine erste Begrenzungsfläche (9), z. B. eine Wand der hüttentechnischen Anlage oder das in der hüttentechnischen Anlage behandelte Material, und eine zweite Begrenzungsfläche (10), z. B. eine weitere Wand der hüttentechnischen Anlage, begrenzt ist, wobei die Bestimmung der Temperatur des gasförmigen Mediums und gegebenenfalls der ersten (9) oder zweiten Begrenzungsfläche (10) durch Messung einer die Temperatur der zweiten Begrenzungsfläche (10) repräsentierenden Größe und Messung der Abstrahlung der ersten Begrenzungsfläche (9) für zumindest drei Strahlungsfrequenzen bestimmt wird.
  2. 2. Verfahren zur Bestimmung der Innentemperatur bei einer hüttentechnischen Anlagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur des gasförmigen Mediums (33) und gegebenenfalls die Temperatur der ersten oder der zweiten Begrenzungsfläche durch Messung einer die Temperatur der zweiten Begrenzungsfläche (10) repräsentierenden Größe und Messung der Abstrahlung der ersten Begrenzungsfläche (9) für vier Strahlungsfrequenzen bestimmt wird.
  3. 3. Verfahren zur Bestimmung der Innentemperatur bei einer hüttentechnischen Anlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur des gasförmigen Mediums (33) gegebenenfalls die Temperatur der ersten oder der zweiten Begrenzungsfläche über eine Beziehung zwischen gemessener Strahlung der ersten Begrenzungsfläche (9) für eine Strahlungsfrequenz, der Temperatur der ersten Begrenzungsfläche (9), der Temperatur des gasförmigen Mediums (33), der Temperatur der zweiten Begrenzungsfläche (10) und der Strahlungsabsorptionseigenschaften des gasförmigen Mediums (33) erfolgt.
  4. 4. Verfahren zur Bestimmung der Innentemperatur bei hüttentechnischen Anlagen nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur des gasförmigen Mediums (33) durch Verwendung der Beziehung



    bestimmt wird, wobei E die gemessene effektive Strahlung der ersten Begrenzungsfläche (9) für eine Wellenlänge λ, ε der Grad der Oberflächenschwärze der ersten Begrenzungsfläche (9) in bezug auf die Wellenlänge λ, E (T&sub1;) die Strahlungsdichte des absolut schwarzen Körpers in Abhängigkeit von der Temperatur (T&sub1;) der ersten Begrenzungsfläche (9), α die Absorptionseigenschaft des gasförmigen Mediums (33), ε die Schwärze des gasförmigen Mediums (33) in bezug auf die Wellenlänge λ, E die Strahlungsdichte des absolut schwarzen Körpers bei der Temperatur des gasförmigen Mediums (33) TM und E die auf die erste Begrenzungsfläche (9) auftreffende Strahlung ist.
  5. 5. Verfahren zur Bestimmung der Innentemperatur bei hüttentechnischen Anlagen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Beziehung



    für vier verschiedene Strahlungsfrequenzen, also vier verschiedene Wellenlängen, aufgestellt, und das daraus resultierende Gleichungssystem mit vier Gleichungen und vier Unbekannten gelöst wird, wobei die Temperatur der ersten Begrenzungsfläche (9), die Temperatur des gasförmigen Mediums (33) und die Absorptions- und Schwärzeeigenschaften des gasförmigen Mediums (33) als Lösung anfallen.
  6. 6. Verfahren zur Bestimmung der Innentemperatur bei hüttentechnischen Anlagen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur der ersten oder der zweiten Begrenzungsfläche durch Messung der Abstrahlung der ersten (20) und der zweiten Begrenzungsfläche (21) für zumindest je drei Strahlungsfrequenzen bestimmt werden.
  7. 7. Verfahren zur Bestimmung der Innentemperatur bei hüttentechnischen Anlagen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur der ersten und der zweiten Begrenzungsfläche durch Messung der Abstrahlung der ersten (20) und der zweiten Begrenzungsfläche (21) für je vier Strahlungsfrequenzen unter Ausnutzung der Beziehungen zwischen Temperatur der ersten Begrenzungsfläche und der Temperatur der zweiten Begrenzungsfläche, gemessener Strahlung der ersten Begrenzungsfläche (20), gemessener Strahlung der zweiten Begrenzungsfläche (21), der Temperatur des gasförmigen Mediums (34), und den Strahlungsabsorptionseigenschaften des gasförmigen Mediums (34) bestimmt werden.
  8. 8. Verfahren zur Bestimmung der Innentemperatur bei hüttentechnischen Anlagen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Beziehung



    sowie die Beziehung



    wobei E die gemessene effektive Strahlung der zweiten Begrenzungsfläche (21) für eine Wellenlänge λ, ε der Grad der Oberflächenschwärze der zweiten Begrenzungsfläche (21) in bezug auf die Wellenlänge λ, E (T&sub2;) die Strahlungsdichte des absolut schwarzen Körpers in Abhängigkeit von der Temperatur der zweiten Begrenzungsfläche (21) T&sub2; in bezug auf die Wellenlänge λ, α die Absorptionseigenschaft des gasförmigen Mediums (34) in bezug auf die Wellenlänge λ, ε der Schwärzegrad des gasförmigen Mediums in bezug auf die Wellenlänge λ und E die auf die zweite Begrenzungsfläche (21) auftreffende Strahlung ist, für je vier verschiedene Strahlungsfrequenzen, also vier verschiedene Wellenlängen, aufgestellt und das daraus resultierende Gleichungssystem mit acht Gleichungen und acht Unbekannten gelöst wird, wobei die Temperatur der ersten und der zweiten Begrenzungsfläche (20 und 21), die Temperatur des gasförmigen Mediums (34) und die Absorptions- und Schwärzeeigenschaften des gasförmigen Mediums (34) als Lösung anfallen.
  9. 9. Temperaturmeßsystem zur Bestimmung der Innentemperatur von Hüttentechnischen Anlagen, wie z. B. Agglomerationsanlagen, Brennkammern, Röstmaschinen, Sinteranlagen oder Vorwärm- bzw. Kühlzonen, mit einem gasförmigen Medium, z. B. Luft im Inneren der hüttentechnischen Anlagen, die durch zumindest zwei Begrenzungsflächen, eine erste (9) und eine zweite Begrenzungsfläche (10), begrenzt ist, insbesondere nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß es zumindest ein Pyrometer (15) zur Messung der Strahlung der ersten Wand (9) oder des in der hüttentechnischen Anlage behandelten Materials bzw. an der Oberfläche aufweist.
  10. 10. Temperaturmeßsystem nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Pyrometer (15) zumindest ein Interferenzfilter (16) zur Frequenzselektion der Strahlung aufweist.
  11. 11. Temperaturmeßsystem nach Anspruch 9, oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß es zumindest ein nicht berührungsfrei messendes Temperaturmeßelement, z. B. ein Thermopaar (11) oder einen temperaturabhängigen Widerstand, aufweist.
  12. 12. Temperaturmeßsystem nach Anspruch 9, 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß es zumindest je ein Pyrometer (24) zur Messung der Strahlung der ersten Begrenzungsfläche (20) und zumindest je ein Pyrometer (27) zur Messung der Strahlung der zweiten Begrenzungsfläche (21) aufweist.
  13. 13. Temperaturmeßsystem nach Anspruch 9, 10, 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß eine Auswerteeinheit (8) aufweist.
  14. 14. Temperaturmeßsystem nach einem oder mehreren der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswerteeinheit (8) als Einchiprechner, z. B. als Mikrokontroller oder als Mehrchiprechner, insbesondere als ein Einplatinenrechner oder als Automatisierungsgerät, ausgebildet ist.
  15. 15. Temperaturmeßsystem nach einem oder mehreren der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswerteeinheit (8) als steuerprogrammierbare Steuerung, als VME-Bussystem oder als Industrie-PC, ausgebildet ist.






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