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Dokumentenidentifikation DE19536258A1 03.04.1997
Titel Flaschendispenser
Anmelder Walu-Labortechnik GmbH, 97877 Wertheim, DE
Erfinder Floeder, Klaus, Dr., 97877 Wertheim, DE
Vertreter Rechts- und Patentanwälte Lorenz Seidler Gossel, 80538 München
DE-Anmeldedatum 28.09.1995
DE-Aktenzeichen 19536258
Offenlegungstag 03.04.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.04.1997
IPC-Hauptklasse B65D 47/34
IPC-Nebenklasse F04B 9/14   F04B 13/00   B01L 3/00   
Zusammenfassung Ein Flaschendispenser besitzt einen Zylinder (5), einen darin längsverschieblichen Kolben (3) und ein Ventilgehäuse (9) mit einem Ansaugventil (16), einem Ausstoßventil (10) und einer Ausstoßkanüle (13). Um die Sicherheit eines derartigen Flaschendispensers zu erhöhen, ist das Ausstoßventil (10) vollständig innerhalb des Ventilblocks (9) angeordnet (Abb. 1).

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Flaschendispenser bzw. Flaschenaufsatzdispenser mit einem Zylinder, einem darin längsverschieblichen Kolben und einem Ventilgehäuse. Das Ventilgehäuse weist ein Ansaugventil, ein Ausstoßventil und eine Ausstoßkanüle auf.

Ein derartiger Flaschendispenser ist aus der DE-OS 23 43 687 bekannt. Flaschenaufsatzdispenser dieser Art zur Abgabe von Flüssigkeit aus einer Flasche werden zum schnellen und genauen Dosieren von Flüssigkeiten verwendet. Der funktionale Aufbau eines solchen Flaschenaufsatzdispensers ist beispielsweise auch in der DIN 12650 beschrieben. Da Flaschenaufsatzdispenser in der Regel in chemischen Labors zur exakten Entnahme einer vorbestimmten Flüssigkeitsmenge eingesetzt werden, müssen sie hohe Anforderungen hinsichtlich des Schutzes des Anwenders vor den Gefahren der eingesetzten Medien erfüllen. Typische Gefahrenpotentiale sind Infektionen durch medizinische oder biologische Kontaminanten, Verätzungen durch chemische Aggressivität der dosierten Reagenzien oder Kontamination mit radioaktiven Substanzen. Diese Gefahrenpotentiale gehen dabei im wesentlichen vom abgabeseitigen Teil der Flaschenaufsatzdispenser aus. Hier wird die Flüssigkeit unter erhöhtem Druck aus dem Zylinder über das Ausstoßventil und die Ausstoßkanüle in das zur Vorlage bestimmte Gefäß gepreßt. An die Verbindungsstellen von Zylinder und Ventil sowie von Ventil und Ausstoßkanülen werden hohen Dichtigkeitsanforderungen gestellt, die auch bei vielfältigen chemischen Einflüssen eingehalten werden müssen.

In der DE-OS 23 43 687 ist eine übliche Art der Verbindung zwischen Zylinder, Ausstoßventil und Ausstoßkanüle beschrieben. Der Zylinder ist als Glaszylinder ausgebildet und in einen Ventilblock eingelassen. Die Dichteverbindung wird durch warmes Aufschrumpfen gewährleistet. Ebenso wird das Ausstoßventil warm aufgeschrumpft. Diese Verbindungsform ist für den Anwender nicht reproduzierbar lösbar und wiederverbindbar. Vorteilhaft ist eine Verschraubung des Ausstoßventils im Ventilblock. Einige Flaschenaufsatzdispenser weisen dieses Merkmal auf. Allerdings kann sowohl bei geschrumpfter wie auch bei geschraubter Befestigung durch Chemikalieneinfluß die Verbindung mit der Zeit leck werden. Wenn diese Verbindung nach außen zeigt, wird durch entstandene Lecks Flüssigkeit in Richtung auf den Anwender gespritzt, was mit erheblichen Gefahren verbunden sein kann. Lecks können aber auch durch falsche, nicht sachgemäße Montage verursacht werden, beispielsweise durch ungenügendes Festziehen der Verschraubung oder durch Überdrehen der Verschraubung.

Bei der aus der DE-OS 23 43 687 vorbekannten Lösung wird die Ausstoßkanüle auf die Ausstoßöffnung des Ausstoßventils aufgesteckt. Hierdurch wird eine Quetschverbindung erzeugt. Dabei ist die Ausstoßöffnung des Ventils außenseitig am Gehäuse des Ventilblocks angebracht. Wenn sich auf der Ausstoßöffnung des Ventils keine Ausstoßkanäle befinden, wird beim Betätigen des Kolbens der Flüssigkeitsstrahl ungerichtet verspritzt, was mit erheblichen Gefahren verbunden ist und insbesondere zu erheblichen Verletzungen des Anwenders führen kann. Dasselbe kann passieren, wenn die Verbindung zwischen Ausstoßkanüle und Ausstoßöffnung des Ausstoßventils nicht dicht ist, beispielsweise aufgrund chemischer Einwirkungen oder mechanischer Beschädigung. Dieselbe Auswirkung hat ferner eine undicht gewordene Preßverbindung zwischen dem Ausstoßventil oder dessen horizontaler Verlängerung nach außen einerseits und dem Ventilblock andererseits. Solche Undichtigkeiten können aufgrund chemischer Einwirkungen entstehen (Quellung durch Lösungsmittel usw.).

Die aus der DE-OS 23 43 687 bekannte Aufsteckbarkeit der Ausstoßkanüle von außen auf die Ausstoßöffnung des Ausstoßventils oder dessen horizontaler Verlängerung hat andererseits den Vorteil, daß sie einfach durchführbar ist und dem Anwender den Zugriff auf dieses Teil ermöglicht. Dies ist jedoch mit den bereits beschriebenen Risiken verbunden, insbesondere mit dem Risiko, daß im Falle einer undichten Verbindung erhebliche Verletzungsgefahren auftreten.

In der DE-GM 83 16 490 wird eine Kanülensicherung in Form einer aufschraubbaren, mit der Ausstoßkanüle in Wirkverbindung stehenden Hülse beschrieben. Diese bewirkt zwar einen festeren Halt der Ausstoßkanüle in der Ausstoßöffnung des Ventils gegen Herausziehen der Kanüle, Undichtigkeiten können an den Preßverbindungen jedoch nach wie vor auftreten.

Aus der DE-OS 26 47 206 ist ein Dosiergerät bekannt, das einen Auslaßkanalstutzen aufweist, der in direkter Verbindung zum Ausstoßventil steht und horizontal durch die Ventilblockwandung nach außen geführt ist. Auch diese Anordnung beinhaltet alle obengenannten Sicherheitsnachteile.

In der DE-OS 36 07 139 wird ein Sicherheitsventil beschrieben, das wirksam wird, wenn keine Kanüle auf der Ausstoßöffnung befestigt ist oder wenn die Ausstoßkanüle nicht weit genug in die Öffnung hineingeschoben ist. Undichtigkeiten an den Preßverbindungen werden allerdings nicht angesprochen.

Aufgabe der Erfindung ist es, bei einem Flaschendispenser der eingangs angegebenen Art die Sicherheit zu erhöhen.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß das Ausstoßventil vollständig innerhalb des Ventilblocks angeordnet ist. Wenn eine Undichtigkeit auftritt, gelangt die Flüssigkeit nicht nach außen. Sie kann daher den Anwender nicht gefährden. Das Ausstoßventil befindet sich mit allen seinen dichtenden Verbindungen innerhalb des Ventilblocks. Es weist keine daraus hervorstehenden bzw. herausragenden Teile auf.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.

Die Ausstoßkanüle ist vorzugsweise mit dem Ausstoßventil lösbar verbindbar. Die dichten Verbindungen sollen für den Anwender lösbar und wieder reproduzierbar dicht montierbar sein um eine Reinigung oder den Austausch von Ausstoßventil oder Ausstoßkanüle bei Beschädigung gefahrlos zuzulassen. Die Reinigung oder der Austausch diese Teile kann - bedingt durch die dosierten Medien - erforderlich sein. Da Flaschenaufsatzdispenser möglichst universell für alle laborüblichen Chemikalien verwendbar sein sollen, ist ein Verschleiß der Teile nicht auszuschließen, und zwar auch dann, wenn die eingesetzten Materialien eine gute oder extrem gute chemische Beständigkeit aufweisen. Ebenso kann durch Auskristallisation hochkonzentrierter Medien eine Beschädigung der Ventile induziert werden. Als Materialien werden in der Regel laugenbeständige Gläser wie beispielsweise Borosilikatglas und Fluorkunststoffe wie beispielsweise Teflon (R) eingesetzt. Auch Reinstkeramiken (Al&sub2;O&sub3;) in Form von Sintermaterial oder aber als Rubin und Saphir sind verwendbar. Nicht einsetzbar sind Metalle, die durch Säuren zu Salzen gewandelt werden. Eine Ausnahme stellt hier die PtIr-Legierung dar, die den meisten Säuren dauerhaft standhält.

Aufgrund dieser Materialeinschränkungen sind lösbare Dichtverbindungen bei Flaschenaufsatzdispensern nicht mit üblichen, im Stand der Technik dokumentierten Mitteln realisierbar. Elastomere wie Kautschuk oder Viton, die in der Vakuumtechnik oder Pneumatik eingesetzt werden, sind chemisch ungeeignet, Metalldichtungen wie Kupfer, die in der Hochvakuumtechnik verwendet werden, sind nicht einsetzbar.

Vorzugsweise weist das Ausstoßventil eine Ausstoßöffnung auf, durch die die Flüssigkeit rückdosiert wird. Diese Ausstoßöffnung liegt vorzugsweise innerhalb des Ventilgehäuses.

Nach einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung weist das Ausstoßventil eine Dosieröffnung auf, in die die Ausstoßkanüle einschiebbar ist. Die Dosieröffnung ist vorzugsweise in das Ausstoßventil senkrecht zur Ausstoßöffnung eingelassen.

Vorteilhaft ist es, wenn in dem Ventilblock eine Öffnung, vorzugsweise eine seitliche Öffnung, vorzugsweise eine Bohrung zum Einschieben der Ausstoßkanüle vorgesehen ist.

Die Ausstoßkanüle weist vorzugsweise eine das Ausstoßventil mit der Ausstoßkanüle verbindende Öffnung auf.

Vorteilhaft ist es, wenn die Ausstoßkanüle an dem dem Ausstoßventil zugewandten Ende angespitzt ist, wobei die Anspitzung vorzugsweise konisch ausgestaltet ist. Die Ausstoßkanüle kann dann in die Dosieröffnung des Ausstoßventils leichter eingefädelt werden.

Vorzugsweise ist die seitliche Öffnung des Ventilblocks durch einen Verschlußdeckel verschließbar. Der Verschlußdeckel kann als Membran, vorzugsweise als mehrteilige Membran ausgestaltet sein.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend anhand der beigefügten Zeichnung im einzelnen erläutert. In der Zeichnung zeigt

Abb. 1 einen Flaschenaufsatzdispenser in einer Seitenansicht, teilweise im Schnitt,

Abb. 2 ein Detail des Ventilgehäuses mit einem Verschlußdeckel,

Abb. 3 eine abgewandelte Ausführungsform des Verschlußdeckels und

Abb. 4 eine abgewandelte Ausführungsform in einer schematischen Darstellung.

Bei dem in Abb. 1 gezeigten Flaschenaufsatzdispenser ist ein Zylinder 5 mit einem Ventilblock 9 verbunden. In dem Zylinder 5 ist ein Kolben 3 längsverschieblich geführt, der an seinem oberen Ende eine Kappe 1 trägt, die mit einer Außenhülse 2 verbunden ist. In der Außenhülse 2 ist ein Schlitz vorgesehen, in dem eine Arretierschraube 8 mit einem Anschlagsegment 7 längsverschiebbar und arretierbar ist. Das Anschlagsegment 7 wirkt mit dem zylinderfesten Anschlag 4 zusammen, so daß durch eine Verstellung der Arretierschraube 8 das Dosiervolumen einstellbar ist. Der Kolben 3 ist in der beschriebenen Weise mit Betätigungsmitteln 1 und Mitteln zur Einstellung eines bestimmten Volumens 2, 7, 8 verbunden. Er kann in dem Zylinder 5, an dessen oberem Ende der Anschlag 4 vorgesehen ist, axial bewegt werden, wodurch eine Pumpe gebildet ist.

Über ein Ansaugrohr 17 wird bei der Aufwärtsbewegung des Kolbens 3 Flüssigkeit aus einer Flasche (Reagenzflasche; in der Zeichnung nicht dargestellt) durch das Ansaugventil 16 in den Zylinder 5 gesaugt. Das federbelastete Ausstoßventil 10 bleibt dabei geschlossen. Das untere Ende des Ansaugrohres 17 mündet in die Reagenzflasche (in der Zeichnung nicht dargestellt).

Der Flaschenaufsatzdispenser ist über ein Gewinde am unteren Ende des Ventilblocks 9 direkt oder mittels eines Adapters auf die Reagenzflasche fest aufschraubbar.

Bei einer Abwärtsbewegung des Kolbens 3 schließt das Ansaugventil 16, und das Ausstoßventil 10 öffnet durch Druckerhöhung gegen die beaufschlagte Federkraft. Diese Druckkraft wirkt auch auf das Ansaugventil 16 und kann im Extremfall sogar dazu führen, daß sich dieses aus der Verpressung im Ventilblock 9 löst. Eine Gefährdung für den Anwender ist jedoch auch in diesem Fall ausgeschlossen, weil die Flüssigkeit nur in die Flasche zurückspritzt, nicht aber nach außen treten kann.

Wie aus Abb. 1 ersichtlich, ist das Ausstoßventil 10 vollständig innerhalb des Ventilblocks 9 angeordnet. Der Ventilblock 9 ist nach unten hin offen. Hierdurch ist das Ausstoßventil 11 leicht zugänglich. Es kann einfach ausgewechselt werden.

Mit dem Ausstoßventil 10 ist eine Ausstoßkanüle 13 lösbar verbindbar. Das Ausstoßventil 10 weist eine Ausstoßöffnung 15 auf, durch die die Flüssigkeit rückdosiert wird. Wenn die Ausstoßkanüle 13 von dem Ausstoßventil 10 gelöst ist, strömt die Flüssigkeit durch das Ausstoßventil 10 hindurch und geradlinig wieder in die Flasche zurück. Das Ausstoßventil weist ferner eine Dosieröffnung 12 auf, in die die Ausstoßkanüle 13 einschiebbar ist. Diese Dosieröffnung 12 ist senkrecht zur Ausstoßöffnung 15 in das Ausstoßventil 10 eingelassen. Die Dosieröffnung 12 besteht im wesentlichen aus einer Bohrung mit demselben Außendurchmesser wie die Ausstoßkanüle 13.

In dem Ventilblock ist eine seitliche Öffnung 14, die aus einer Durchgangsbohrung besteht, zum Einschieben der Ausstoßkanüle 13 vorgesehen. Wie aus Abb. 1 ersichtlich, fluchtet die seitliche Öffnung 14 mit der Dosieröffnung 12. Die Ausstoßkanüle 13 weist eine das Ausstoßventil 10 mit der Ausstoßkanüle 13 verbindende Öffnung 11 auf. Wenn die Ausstoßkanüle 13 in das Ausstoßventil 10 eingeschoben ist, strömt die unter Druck stehende Flüssigkeit durch diese Öffnung 11 hindurch in die Ausstoßkanüle 13. Ferner ist die Ausstoßkanüle 13 an dem Ende, das zur Verbindung mit dem Ausstoßventil 10 vorgesehen ist, also an dem dem Ausstoßventil zugewandten Ende, zur leichteren Einfädelung in die Dosieröffnung 12 des Ausstoßventils 10 konisch angespitzt.

Das Ausstoßventil 10 ist demnach zusammen mit seiner Ausstoßöffnung 15 derart angeordnet, daß letztere nicht nach außen weist und daß das Ausstoßventil 10 vollständig innerhalb des Ventilblocks 9 sitzt. Der Ventilblock übernimmt damit die Zusatzfunktion eines Schutzschildes gegen Spritzer für den Fall, daß die Ausstoßkanüle 13 nicht oder nur ungenügend am Ausstoßventil 10 befestigt ist. Durch die Durchgangsbohrung 14 im Ventilblock 9 kann die Ausstoßkanüle 13 in die vorzugsweise senkrecht zur Ausstoßöffnung 15 eingelassene Dosieröffnung 12 des Ausstoßventils 10 dicht eingeschoben werden. Die Ausstoßkanüle 13 weist eine Öffnung 11 auf, die derart ausgestaltet ist, daß die Flüssigkeit aus dem Ausstoßventil 10 über diese Öffnung 11 in die Ausstoßkanüle 13 fließen kann.

Undichtigkeiten an den Preßverbindungen zwischen Ausstoßventil 10 und Ventilblock 9 bzw. Ausstoßkanüle 13 sind für den Anwender gefahrlos, weil der Flüssigkeitsstrahl auch im Fall von Undichtigkeiten nicht nach außen gelangen kann. Flüssigkeit, die durch undichte Stellen austritt, tropft in jedem Fall in die Reagenzflasche zurück. Lecks und Ventilfehlfunktionen führen zu keiner Gefährdung des Anwenders. Insbesondere sind Ausstoßventil 10 und Ausstoßkanüle 13 austauschbar. Sie stellen auch bei fehlerhafter Montage oder nach einer etwaigen Beschädigung durch einen chemischen Einfluß kein Gefahrenpotential für den Anwender dar.

Darüber hinaus ergeben sich aus der dargestellten Anordnung weitere Vorteile: Die Ausstoßkanüle 13 muß in dieser Anordnung nicht durch eine Verschraubung in ihrer Position gesichert werden. Da die Druckkräfte der Flüssigkeit im wesentlichen senkrecht zur Kanülenwandung auftreten, wird die Ausstoßkanüle 13 nicht aus ihrer Position geschoben. Dies erspart die ansonsten notwendigen Präzisionsteile zur Verschraubung und erleichtert dem Anwender die Montage der Ausstoßkanüle 13. Weiterhin ermöglicht die Konstruktion in einfacher Weise das Zurückdosieren der Flüssigkeit in die Flasche dadurch, daß die Ausstoßkanüle aus der Öffnung 12 gezogen wird. Dieses Rückdosieren kann beispielsweise bei Inbetriebnahme des Gerätes zum Spülen oder zur Entlüftung sinnvoll sein, wenn dabei kein Medium verlorengehen soll. Weiterhin wird eine Sicherheitsventilkugel eingespart, wie sie in der DE-OS 36 07 139 beschrieben ist.

Wie aus Abb. 2 ersichtlich ist die seitliche Öffnung 14 des Ventilblocks 9 durch einen Verschlußdeckel 18 verschließbar. Der Verschlußdeckel 18 ist über der Bohrung 14 im Ventilblock 9 angebracht. Er fällt vor die Bohrung 14, wenn die Ausstoßkanüle 13 nicht in der Bohrung 14 steckt. Der Deckel 18 schützt vor Spritzern, die durch Divergenzen des Flüssigkeitsstrahls nach außen gelangen können. Er ist in der in Abb. 2 angedeuteten Weise im Bereich seines oberen Endes schwenkbar gelagert, so daß er durch die Schwerkraft in die in Abb. 2 gezeigte, geschlossene Stellung fällt. Statt dessen oder zusätzlich kann er auch federbelastet sein. In der Ausführungsform gemäß Abb. 2 besteht die Abdeckung 18 aus einer am Ventilblock angebrachten Blende, die in ihrem oberen Bereich mittels einer scharnierartigen Befestigung so am Ventilblock 9 angebracht ist, daß die Blende 18 selbständig nach unten fällt und die seitliche Öffnung am Ventilblock abdeckt.

In der in Abb. 3 dargestellten, abgewandelten Ausführungsform ist der Deckel 18 durch eine aus mehreren Teilen bestehende Membran 19 ersetzt. Die Abdeckung besteht also aus einer geschlitzten elastischen Membran 19, durch deren Schlitze die Ausstoßkanüle 13gesteckt werden kann. Wie aus Abb. 3 ersichtlich, befindet sich die Membran 19 an der Innenseite des Ventilgehäuses 9.

Sowohl durch die Abdeckung 18 als auch durch die Membran 19 wird die seitliche Öffnung 14 am Ventilblock 9 jeweils automatisch abgedeckt, wenn die Ausstoßkanüle 13 nicht im Ventilblock 9 eingeführt ist. Der Deckel 18 bzw. die Membran 19 können wahlweise innenseitig oder außenseitig an der Wandung des Ventilblocks 9 über der Bohrung 14 angebracht sein.

Die Abb. 4 zeigt eine Abwandlung, bei der das Ausstoßventil 10 nicht parallel zum Ansaugventil 16 angeordnet ist, sondern im rechten Winkel dazu. Wie in Abb. 1 ist auch in Abb. 4 das Ansaugventil 16 vertikal angeordnet. Das Ausstoßventil 10 ist jedoch bei Abb. 4 im Gegensatz zur Abb. 1 horizontal angeordnet. Aus Abb. 4 wird ersichtlich, daß die parallele Senkrechtstellung der beiden Ventile für die Erfindung nicht zwangsläufig notwendig ist.

Durch die Erfindung wird ein Flaschenaufsatzdispenser mit einer sicherheitstechnisch verbesserten Anordnung und Konstruktion des Ausstoßventils in Kombination mit der Ausstoßkanüle geschaffen. Die Ausstoßkanüle und das Ausstoßventil sind mit einfachen Mitteln austauschbar, um dem Anwender Reinigungs- und Wartungsarbeiten zu ermöglichen, wobei die dichten Verbindungen zwischen diesen Teilen so gestaltet sind, daß einerseits Dichtheit bei Wiedermontage leicht erzielbar ist und andererseits Undichtigkeiten aufgrund falscher Montage oder defekter Teile nicht zur Gefährdung des Anwenders führen. Der Flaschenaufsatzdispenser dient zur Abgabe von Flüssigkeit aus einer Flasche oder einem vergleichbaren Reservoir. Alle dichtenden Verbindungen der Ventile und insbesondere auch die dichtende Verbindung zur Ausstoßkanüle liegen vollständig innerhalb des zwischen Flaschenaufsatzdispenser und Flasche eingeschlossenen Volumens. Bei nicht montierter Ausstoßkanüle wird die Flüssigkeit direkt in das Reservoir zurückgeführt. Die seitliche Öffnung bzw. Durchgangsbohrung 14 im Ventilgehäuse 9 kann zum bequemen Durchführen der Ausstoßkanüle 13 ein entsprechendes Spiel haben. Die Ausstoßkanüle 13 hat an demjenigen Ende, das zur dichten Verbindung mit dem Ausstoßventil 10 vorgesehen ist, eine Öffnung 11, die bei korrekter Montage im Ausstoßventil 10 mit diesem einen durchgängigen offenen Kanal zur Flüssigkeitsdosierung definiert und die gleichzeitig den Kanal zur Rückdosierung bzw. zur Ausstoßöffnung (Rückdosieröffnung) 15 dicht verschließt.


Anspruch[de]
  1. 1. Flaschendispenser mit einem Zylinder (5), einem darin längsverschieblichen Kolben (3) und einem Ventilgehäuse (9) mit einem Ansaugventil (16), einem Ausstoßventil (10) und einer Ausstoßkanüle (13), dadurch gekennzeichnet, daß das Ausstoßventil (10) vollständig innerhalb des Ventilblocks (9) angeordnet ist.
  2. 2. Flaschendispenser nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausstoßkanüle (13) mit dem Ausstoßventil (10) lösbar verbindbar ist.
  3. 3. Flaschendispenser nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausstoßventil (10) eine Ausstoßöffnung (15) aufweist, durch die die Flüssigkeit rückdosiert wird.
  4. 4. Flaschendispenser nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausstoßventil (10) eine Dosieröffnung (12) aufweist, in die die Ausstoßkanüle (13) einschiebbar ist.
  5. 5. Flaschendispenser nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Dosieröffnung (12), in das Ausstoßventil (10) senkrecht zur Ausstoßöffnung (15) eingelassen ist.
  6. 6. Flaschendispenser nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Ventilblock (9) eine Öffnung, vorzugsweise eine seitliche Öffnung, vorzugsweise einen Bohrung (14) zum Einschieben der Ausstoßkanüle (13) vorgesehen ist.
  7. 7. Flaschendispenser nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausstoßkanüle (13) eine das Ausstoßventil (10) mit der Ausstoßkanüle (13) verbindende Öffnung (11) aufweist.
  8. 8. Flaschendispenser nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausstoßkanüle (13) an dem dem Ausstoßventil (10) zugewandten Ende vorzugsweise konisch angespitzt ist.
  9. 9. Flaschendispenser nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die seitliche Öffnung (14) des Ventilblocks (9) durch einen Verschlußdeckel (18) verschließbar ist.
  10. 10. Flaschendispenser nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Verschlußdeckel als vorzugsweise mehrteilige Membran (19) ausgestaltet ist.






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