PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19536561A1 03.04.1997
Titel Verfahren zum Herstellen einer zweischichtigen Betonplatte mit einem Farbspiel in der Vorsatzschicht
Anmelder Henke Maschinenfabrik GmbH & Co KG, 32457 Porta Westfalica, DE
Erfinder Hoffmann, Bodo, 32602 Vlotho, DE
Vertreter Lange, G., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 32425 Minden
DE-Anmeldedatum 02.10.1995
DE-Aktenzeichen 19536561
Offenlegungstag 03.04.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.04.1997
IPC-Hauptklasse B28B 13/02
IPC-Nebenklasse B28B 3/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer zweischichtigen Betonplatte mit einem durch Farbzusätze erzeugten Farbspiel in der Sichtfläche der Vorsatzschicht. Es wird vorgeschlagen, Farbspiele und Farbspielformen in der Vorsatzschicht mittels einer neuen Maskenschieber-Technik zu erzeugen, die einen bestimmenden Grundcharakter der Sichtflächengestaltung wiederholbar macht, ohne dabei die Variationsbreite produzierbarer Farbspiele und Farbspielformen in der Sichtfläche der Betonplatten einzuengen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer zweischichtigen Betonplatte mit einem durch Farbzusätze erzeugten Farbspiel in der Sichtfläche der Vorsatzschicht. Bei dem Verfahren wird in einer ersten Füllstation das fertig gemischte Vorsatzmaterial in einer genau dosierten Menge auf den Boden einer nach oben offenen Preßform aufgegeben und auf dem Boden der Preßform als erste Schicht verteilt. Es wird sodann in derselben oder einer nachfolgenden Füllstation das Hinterbetonmaterial als zweite Schicht in die Preßform eingefüllt, woraufhin die Preßform geschlossen und das eingefüllte Material gepreßt wird.

Es ist ein sehr alter Wunsch der Betonsteinhersteller und ihrer Kunden, Betonplatten in der Sichtfläche des Vorsatzmaterials möglichst naturidentisch auszubilden. Dazu gehört auch das Farbspiel des Materials, wie es bei Natursteinplatten vorhanden ist, beispielsweise in Form von durch das Plattenformat durchlaufenden Adern, filigranen Maserungen, Flammungen oder Wolkenbildungen, die sich vornehmlich flächig ausbreiten.

Soweit Verfahren zur Herstellung solcher naturidentischen Farbspiele in der Sichtfläche von Betonplatten bisher bekannt geworden sind, waren sie für die Praxis der Betonsteinherstellung weniger geeignet. Sie haben meistens den Nachteil der zu großen Zufälligkeit des Ergebnisses und der mangelnden Wiederholbarkeit der bestimmenden Art des Farbspiels und der Farbspielformen. Bei der Natursteingewinnung ist es so, daß viele Natursteinplatten aus einer in einer bestimmten Art gewachsenen Steinformation herausgebrochen oder herausgeschnitten werden, so daß alle Platten, die aus dieser Steinformation gewonnen werden, und die z. B. bei einer Platzgestaltung, einer Bodenfläche o. dgl. verlegt werden, einen bestimmten Grundcharakter der Farbspielformen erkennen lassen, ohne daß dabei die einzelnen Platten ihre große Variationsbreite innerhalb des Grundcharakters verlieren.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein für die Praxis der Betonsteinherstellung problemlos anzuwendendes Verfahren zu schaffen, das hinsichtlich des bestimmenden Grundcharakters wiederholbare und dennoch mit großer Variationsbreite produzierbare Farbspiele und Farbspielformen in der Sichtfläche der Betonplatten erzeugt.

Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß bei der Betonsteinherstellung in oder vor der ersten Füllstation eine Teilmenge des fertig gemischten Vorsatzmaterials abgezweigt und durch Farbzusätze verändert wird, daß die Teilmenge in kammerförmige, nach oben offene Ausnehmungen eines über die Preßform verfahrbaren Maskenschiebers eingegeben und durch die jeweiligen Volumen der Kammerausnehmungen dosiert sowie durch die Form, Anzahl und Zuordnung der Kammerausnehmungen zu einem bestimmten Maskenbild formiert wird, woraufhin in der Position, in der der Maskenschieber deckungsgleich über der offenen Preßform steht, ein bodenseitig die Kammerausnehmungen verschließendes Schließblech geöffnet bzw. zurückgezogen und das Maskenbild auf den Boden der Preßform abgeworfen oder abgelegt wird, und zwar bevor die restliche Menge des Vorsatzmaterials in die Preßform eingegeben wird.

Eine besonders zweckmäßige Ausgestaltung des Verfahrens sieht vor, daß die Maskenbilder des Maskenschiebers während einer laufenden Produktion mittels einer Schnellwechselvorrichtung austauschbar sind.

Das erfindungsgemäße Verfahren diszipliniert mittels des Maskenschiebers eine unerwünschte große Zufälligkeit des Grundcharakters der Farbspiele und der Farbspielformen, ohne diese selbst in ihrer Variationsbreite einzuschränken. Soll beispielsweise der Grundcharakter der Farbspiele und Farbspielformen durch Flammungen kombiniert mit Adern, die durch das Plattenformat quer oder diagonal hindurchlaufen, gegeben sein, dann können Maskenschieber mit entsprechenden Maskenbildern verwendet werden. Die Variationsbreite der Farbspiele und der Formen der Flammungen und Adern zu den einzelnen Maskenbildern ergibt sich dann dadurch, daß das in dem Maskenschieber formierte Maskenbild auf den Boden der Preßform aus einer bestimmten Höhe "abgeworfen" oder aus einer niedrigeren Höhe "abgelegt" wird. Dabei können zusätzliche Randverwischungen durch die Variation der Schnelligkeit erzeugt werden, mit der das Schließblech, das bis zum Abwerfen oder Ablegen des Maskenbildes die Kammerausnehmungen des Maskenschiebers bodenseitig verschließt, zurückgezogen oder geöffnet wird.

Die Variationsbreite des Farbspiels und der Formen innerhalb des Grundcharakters eines Maskenbildes wird auch dadurch erhöht, daß erst nach dem Abwerfen oder Ablegen des Maskenbildes auf den Boden der Preßform die restliche Menge des Vorsatzmaterials in die Preßform eingegeben wird. Je nach der Art und Heftigkeit des auf das Maskenbild aufstürzenden restlichen Vorsatzmaterials stellen sich die gewünschten Variationen des Farbspiels und der Farbspielformen ein.

Auch verschiedene Rüttelvorgänge, die in bekannter und üblicher Weise das Füllen der Preßformen begleiten, können die Variationsbreite des Farbspiels und der Farbspielformen erhöhen.

Wird gewünscht, während einer laufenden Produktion insbesondere das Farbspiel in der Sichtfläche der hergestellten Betonplatten zu variieren, dann kann dies gemäß Anspruch 3 bei einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens dadurch erfolgen, daß die Farbzusätze als Flüssigfarbe in die Kammerausnehmungen des Maskenschiebers eingesprüht werden, bevor die Teilmenge des Vorsatzmaterials in die Kammerausnehmungen des Maskenschiebers eingegeben wird.

Es können auch farblich verschiedene Farbzusätze verwendet werden und/oder gemäß Anspruch 4 eine Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens gewählt werden, bei der die Farbzusätze mit der Teilmenge des Vorsatzmaterials vermischt oder auf diese als Flüssigfarbe aufgesprüht oder als Trockenfarbe aufgegeben wird, bevor die Teilmenge des Vorsatzmaterials in die Kammerausnehmungen des Maskenschiebers eingegeben wird.

In der praktischen Anwendung kann das erfindungsgemäße Verfahren auch im Wege der Nachrüstung bestehender Produktionsanlagen realisiert werden, indem eine Zusatzeinrichtung, die im wesentlichen den Maskenschieber und seine zugeordneten Farb- und Füllvorrichtungen umfaßt, der ersten Füllstation einer bestehenden Produktionsanlage beigestellt wird und gemäß Anspruch 5 das Eingeben der Teilmenge des fertig gemischten Vorsatzmaterials in die Kammerausnehmungen des Maskenschiebers erfolgt, wenn dieser sich außerhalb der ersten Füllstation befindet.

Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 in einer schematischen Darstellung eine Produktionsanlage zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens,

Fig. 2-4 verschiedene Maskenbilder für den in Fig. 1 dargestellten Maskenschieber.

Dargestellt ist die Rahmenkonstruktion 5 der ersten Füllstation einer üblichen Produktionsanlage zum Herstellen von zweischichtigen Betonplatten. In dieser Füllstation wird in bekannter Weise mittels der Dosiervorrichtung 6 das Vorsatzmaterial in die nach oben offene und auf einem Drehtisch 7 angeordnete Preßform 8 eingefüllt. Zu diesem Zweck wird das fertig gemischte Vorsatzmaterial in den Trichter 9 der Dosiervorrichtung eingegeben und von dort mittels des Rührwerks 10 und über die Austragrohre 11 in einer genau dosierten Menge in die Preßform 8 eingegeben. Dabei erfolgt die Dosierung in den Dosierkammern 12, deren Dosiervolumen durch einen oberen und einen unteren Drehverschluß begrenzt ist.

Alle vorgenannten Einrichtungen sind in der Betonsteinindustrie bekannt und üblich. Neu ist der in Fig. 1 dargestellte Maskenschieber 13, der bei diesem Ausführungsbeispiel eine Zusatzeinrichtung zu der bekannten Produktionsanlage darstellt und zwischen einer Innenposition und einer Außenposition horizontal hin- und herschiebbar ist.

In der in Fig. 1 mit vollen Linien dargestellten Außenposition des Maskenschiebers 13 befindet sich dieser außerhalb der Füllstation unterhalb einer dort ortsfest stehenden Füllvorrichtung 14, in der sich eine von dem fertig gemischten Vorsatzmaterial abgezweigte Teilmenge des Vorsatzmaterials befindet. Mittels umlaufender Streichbleche 15 wird die abgezweigte Teilmenge aus der Füllvorrichtung 14 in die Maske des Maskenschiebers 13 eingestrichen.

In Fig. 1 ist die Innenposition des Maskenschiebers 13 gestrichelt dargestellt. In dieser Innenposition befindet sich das Maskenbild des Maskenschiebers deckungsgleich oberhalb der nach oben offenen Preßform 8 der Produktionsanlage.

Der Maskenschieber selbst besteht bei diesem Ausführungsbeispiel aus einer Stahlplatte, die mit ihrer Dicke die Füllhöhe der Kammerausnehmungen 16 definiert, die in ihrer Form, Anzahl und Zuordnung ein bestimmtes Maskenbild formieren.

In den Fig. 2-4 sind als Beispiele verschiedene Maskenbilder in ihrer jeweiligen Draufsicht dargestellt.

Bodenseitig sind die Kammerausnehmungen 16 des dargestellten Maskenschiebers 13 mittels eines Schließbleches 17 verschlossen, das in Richtung des Pfeiles 18 zurückgezogen werden kann, um die Kammerausnehmungen nach unten zu öffnen sobald der Maskenschieber in seine Innenposition bewegt ist und das Maskenbild des Maskenschiebers deckungsgleich oberhalb der Preßform 8 steht. Dadurch wird das Maskenbild auf den Boden der Preßform abgelegt.

Die in den Fig. 2-4 dargestellten Beispiele verschiedener Maskenbilder bestimmen den Grundcharakter der Farbspiele und Farbspielformen. Dabei sind z. B. adernförmige Formen und Flammungen mit verschiedenen Zuordnungen relativ zueinander und verschiedenen Verlaufsrichtungen relativ zum Plattenformat möglich (vgl. Fig. 2 und Fig. 3), aber auch flächig ausgebreitete Wolkenbilder, wie sie Fig. 4 zeigt.

Da bei dem Beispiel gemäß Fig. 4 das bodenseitige öffnen der flächigen Kammerausnehmungen 19 durch Zurückziehen des Schließbleches 17 in Richtung des Pfeiles 18 (vgl. Fig. 1 und Fig. 4) erfolgt, sind quer dazu in den Kammerausnehmungen Haltestege 20 eingebaut, die verhindern, daß das in solchen großflächigen Kammerausnehmungen sich befindende Vorsatzmaterial unerwünscht in Richtung der Zurückziehbewegung des Schließbleches verschoben wird.

Hinsichtlich der Farbzusätze zu den Teilmengen des Vorsatzmaterials, das zur Herstellung der Maskenbilder verwendet wird, beinhaltet die Lehre der Erfindung, daß die Farbzusätze direkt in das Vorsatzmaterial eingegeben werden können, beispielsweise als Flüssigfarbe mittels der in Fig. 1 dargestellten Düse 21 direkt auf das Material in der Füllvorrichtung 14 aufgespritzt wird, oder auch beim Zurückfahren des Maskenschiebers in seine Außenposition als Flüssigfarbe mittels der Düse 22 direkt in die leeren Kammerausnehmungen 16 des Maskenschiebers eingesprüht wird, so daß sich die Farbzusätze erst beim Befüllen der Kammerausnehmungen und im wesentlichen nur mit den Randzonen des Vorsatzmaterials verbinden.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Herstellen einer zweischichtigen Betonplatte mit einem durch Farbzusätze erzeugten Farbspiel in der Sichtfläche der Vorsatzschicht,
    1. - bei dem in einer ersten Füllstation das fertig gemischte Vorsatzmaterial in einer genau dosierten Menge auf den Boden einer nach oben offenen Preßform aufgegeben und auf dem Boden der Preßform als erste Schicht verteilt wird,
    2. - und bei dem in derselben oder einer nachfolgenden Füllstation das Hinterbetonmaterial als zweite Schicht in die Preßform eingefüllt wird,
    3. - woraufhin die Preßform geschlossen und das eingefüllte Material gepreßt wird,
    4. - dadurch gekennzeichnet,
    5. - daß in oder vor der ersten Füllstation eine Teilmenge des fertig gemischten Vorsatzmaterials abgezweigt und durch Farbzusätze verändert wird,
    6. - daß die Teilmenge in kammerförmige, nach oben offene Ausnehmungen eines über die Preßform verfahrbaren Maskenschiebers eingegeben und durch die jeweiligen Volumen der Kammerausnehmungen dosiert sowie durch die Form, Anzahl und Zuordnung der Kammerausnehmungen zu einem bestimmten Maskenbild formiert wird,
    7. - woraufhin in der Position, in der der Maskenschieber deckungsgleich über der offenen Preßform steht, ein bodenseitig die Kammerausnehmungen verschließendes Schließblech zurückgezogen und das Maskenbild auf den Boden der Preßform abgeworfen oder abgelegt wird,
    8. - und zwar bevor die restliche Menge des Vorsatzmaterials in die Preßform eingegeben wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
    1. - daß die Maskenbilder des Maskenschiebers während einer laufenden Produktion mittels einer Schnellwechselvorrichtung austauschbar sind.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
    1. - daß die Farbzusätze als Flüssigfarbe in die Kammerausnehmungen des Maskenschiebers eingesprüht werden bevor die Teilmenge des Vorsatzmaterials in die Kammerausnehmungen des Maskenschiebers eingegeben wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
    1. - daß die Farbzusätze mit der Teilmenge des Vorsatzmaterials vermischt oder auf diese als Flüssigfarbe aufgesprüht oder als Trockenfarbe aufgegeben wird bevor die Teilmenge des Vorsatzmaterials in die Kammerausnehmungen des Maskenschiebers eingegeben wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
    1. - daß das Eingeben der Teilmenge in die Kammerausnehmungen des Maskenschiebers erfolgt, wenn dieser sich außerhalb der ersten Füllstation befindet.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com