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Dokumentenidentifikation DE19536687A1 03.04.1997
Titel Flachstrickmaschine mit einer Einrichtung zum Übertragen von Strickrändern auf einen Abdeckrechen
Anmelder Scheller GmbH, 73054 Eislingen, DE
Erfinder Nowak, Gerlinde, 73434 Aalen, DE
DE-Anmeldedatum 30.09.1995
DE-Aktenzeichen 19536687
Offenlegungstag 03.04.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.04.1997
IPC-Hauptklasse D04B 15/90
Zusammenfassung Bei einer Flachstrickmaschine mit in Nadelkanälen von einander gegenüberliegend angeordneten Nadelbetten nacheinander über Nadelfüße verschiebbaren Nadeln, die durch Schlösser eines über den Nadelbettrand verfahrbaren Schlittens aktiviert werden, und mit einer Einrichtung zum Übertragen von Strickrändern o. dgl. Strickteilen auf einen Abdeckrechen ist im Hinblick auf eine Reduzierung der Kräfte zum Bewegen der Nadeln ein über einem Nadelbett (2) verfahrbarer Hilfsschlitten (9) vorgesehen mit Zungennadeln oder Nadelkörper (6) und Schieber (7) von Schiebernadeln (5) aktivierbaren Schlössern (14, 15) zum Übertragen von Strickrändern (1) o. dgl. Strickteilen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Flachstrickmaschine mit in Nadelkanälen von einander gegenüberliegend angeordneten Nadelbetten nacheinander über Nadelfüße verschiebbaren Nadeln, die durch Schlösser eines über den Nadelbetten verfahrbaren Schlittens aktiviert werden, und mit einer Einrichtung zum Übertragen von Strickrändern o. dgl. Strickteilen auf einen Abdeckrechen.

Aus der DE-PS 16 35 790 ist beispielhaft eine Vorrichtung an Flachstrickmaschinen zum selbsttätigen Übertragen von Strickrändern auf Nadeln eines Aufstoßrechens bekannt. Darin werden für den Übertragungsvorgang sämtliche Nadeln mit dem an den Nadeln hängenden Strickrand gleichzeitig in den Nadelkanälen des einen Nadelbettes in Richtung des zur Übernahme abgeschwenkten Aufstoßrechens verschoben.

Zum Betätigen der Nadeln findet ein Profilstab, eine sogenannte Nadelschachtel, Verwendung, die auf Nadelfüße der Zungennadeln greift. Die Nadelschachtel sitzt am Ende einer Schubstange, die über eine Kurbelgetriebeanordnung zwischen zwei Endstellungen hin und her geschoben wird.

Das gemeinsame Verschieben aller Nadeln in den Nadelkanälen erfordert große Bewegungskräfte und bedingt dadurch eine aufwendige Bauweise, insbesondere bei feinen Teilungen mit bis zu 800 Nadeln.

Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Flachstrickmaschine der gattungsgemäßen Art vorzuschlagen, die zum Übertragen von Strickrändern o. dgl. Strickteilen auf einen Abdeckrechen geringe Kräfte zum Bewegen der Nadeln benötigt und somit kostengünstig herzustellen ist.

Gelöst wird die Aufgabe durch einen über einem Nadelbett verfahrbaren Hilfsschlitten mit Zungennadeln oder Nadelkörper und Schieber von Schiebernadeln aktivierbaren Schlössern zum Übertragen von Strickrändern o. dgl. Strickteilen.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Durch die Verwendung eines Hilfsschlittens werden nur sehr wenige Nadeln gleichzeitig bewegt, was eine große Kraftreduzierung bedeutet, besonders bei Schiebernadeln und feinen Teilungen. Bedingt hierdurch wird die Belastung der Strickteile sowie der Mechanik verringert.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 einen Teilquerschnitt durch ein Nadelbett einer Flachstrickmaschine mit dem erfindungsgemäßen Hilfsschlitten;

Fig. 2 eine Teildraufsicht auf das Nadelbett;

Fig. 3 a-e die einzelnen Verfahrensschritte beim Übertragen von Strickrändern auf die Nadeln eines Abdeckrechens.

In einander gegenüberliegend angeordneten Nadelbetten 2 und 3 einer Flachstrickmaschine befinden sich in Nadelkanälen 4 Schiebernadeln 5 mit einem Nadelkörper 6, einem Nadelhaken 6a und einem Nadelfuß 6b sowie mit Schieberlamellen 7a eines Schiebers 7, der in dem Nadelkörper 6 geführt ist, und mit einem im Nadelkanal 4 geführten Schieberfuß 7b.

Die vorderen Bereiche der Schieberlamellen werden durch den Nadelhaken 6a beim Vorschieben auseinandergebogen, um die Maschen eines Strickrandes 1 im Hinblick auf ein funktionssicheres Eintauchen der nehmenden Nadel zu spreizen. Einzelheiten der Schiebernadel ergeben sich aus der Patentanmeldung P 44 30 705 derselben Anmelderin.

Zum Übertragen von Strickrändern 1 auf die Nadeln 8 eines Abdeckrechens ist erfindungsgemäß für die Bewegung der Nadelkörper 6 und deren Schieber 7 in den Nadelkanälen 4 ein Hilfsschlitten 9 vorgesehen, der über dem Nadelbett 2 auf der den Nadeln 8 des Abdeckrechens gegenüberliegenden Seite zwischen zwei Endstellungen von einem Arbeitszylinder 16 unter Anlage an einer Führungsschiene 11 mittels Führungsrollen 12 verfahren wird.

Die Anordnung des Hilfsschlittens 9 auf einer Seite des Nadelbettes der Flachstrickmaschine bietet die Möglichkeit, den Abdeckrechen mit den Nadeln 8 auf der gegenüberliegenden Seite einzuschwenken.

In dem Hilfsschlitten 9 sind Schlösser 14, 15 mit Steuerkanälen 14a, 15a bildenden Schloßteilen eingelassen, die jeweils auf die Nadelfüße 6b und Schieberfüße 7b der Schiebernadeln 5 greifen und mit dem Verfahren des Hilfsschlittens 9 die Schiebernadeln 5 mit ihren Nadelkörpern 6 und den Schiebern 7 mit den Schieberlamellen 7a nacheinander aktivieren. Dabei werden nur wenige Schiebernadeln 5 gleichzeitig in den Nadelkanälen 4 des Nadelbettes 2 bewegt.

In einem bevorzugten Verfahrensschritt wird der gestrickte Rand 1 vor dem Übertragungsvorgang entlastet, indem man die Abzugskraft reduziert oder ganz aufhebt.

Das auf den Nadelfuß 6b der Schiebernadeln 5 greifende Schloß 14 des Hilfsschlittens 9 wird von einem fest angeschraubten Teil 14b und von einem hochschwenkbaren Teil 14c mit einer Anlaufschräge 14d gebildet, die bei der Rückbewegung des Hilfsschlittens 9 ein Hochschwenken des Teiles 14c und somit eine Nichtaktivierung des Nadelfußes 6b durch Aufheben des Steuerkanals 14a bewirkt.

Anhand der Fig. 3a-e soll nachfolgend das Übertragen von Strickrändern 1 in den einzelnen Bewegungsphasen erläutert werden.

In Fig. 3a hat der Hilfsschlitten 9 seine linke Ausgangsstellung eingenommen, die Schiebernadeln 5 stehen in Ruheposition und der Strickrand 1 befindet sich auf den Schiebernadeln 5 des Nadelbettes 2. Die Nadeln 8 des Abdeckrechens sind in Bereitschaftsstellung.

In Fig. 3b fährt der Hilfsschlitten 9 nach rechts, dabei bewegen die Schlösser 14 und 15 die Nadelkörper 6 und Schieber 7 nach vorn bis die Maschen des Strickrandes 1 auf den Schiebern 7 liegen.

In Fig. 3c bewegt sich der Hilfsschlitten 9 weiter nach rechts, dabei zieht das Schloß 14 die Nadelkörper 6 ab und die Schieber 7 verbleiben in der vorderen Position. Die Maschen des Strickrandes 1 befinden sich jetzt nur noch auf den Schiebern 7.

In Fig. 3d steht der Hilfsschlitten 9 in seiner rechten Endstellung, alle Maschen des Strickrandes 1 befinden sich auf den zweigeteilten, die Maschen spreizenden Schiebern 7. Die Nadeln 8 des Abdeckrechens bewegen sich vor und stechen in die Maschen des Strickrandes 1.

In Fig. 3e fährt der Hilfsschlitten 9 wieder nach links, das Schloß 15 zieht die Schieber 7 ab, die Maschen des Strickrandes 1 liegen auf den Nadeln 8 des Abdeckrechens, ein Vorschieben der Nadelkörper 6 wird durch Hochschwenken des Schloßteiles 14c verhindert.


Anspruch[de]
  1. 1. Flachstrickmaschine mit in Nadelkanälen von einander gegenüberliegend angeordneten Nadelbetten nacheinander über Nadelfüße verschiebbaren Nadeln, die durch Schlösser eines über den Nadelbetten verfahrbaren Schlittens aktiviert werden, und mit einer Einrichtung zum Übertragen von Strickrändern o. dgl. Strickteilen auf einen Abdeckrechen, gekennzeichnet durch einen über einem Nadelbett (2) verfahrbaren Hilfsschlitten (9) mit Zungennadeln oder Nadelkörper (6) und Schieber (7) von Schiebernadeln (5) aktivierbaren Schlössern (14, 15) zum Übertragen von Strickrändern (1) o. dgl. Strickteilen.
  2. 2. Flachstrickmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Hilfsschlitten (9) auf der den Nadeln (8) eines Abdeckrechens gegenüberliegenden Seite angeordnet ist.
  3. 3. Flachstrickmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Hilfsschlitten (9) derart verfahrbar ist, daß sich auf den Nadeln (5) befindende Maschen eines Strickrandes (1) o. dgl. Strickteiles bei Schlittenlaufrichtung von der einen zur anderen Seite in eine Übergabeposition gebracht und bei der Rückbewegung auf Nadeln (8) eines Abdeckrechens übergeben werden.






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