PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19538254A1 03.04.1997
Titel Identifizierung von Einbrechern und Bankräubern
Anmelder Guba, Eddie, 81377 München, DE
Erfinder Guba, Eddie, 81377 München, DE
Vertreter Leonhard und Kollegen, 80331 München
DE-Anmeldedatum 13.10.1995
DE-Aktenzeichen 19538254
Offenlegungstag 03.04.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.04.1997
IPC-Hauptklasse G08B 15/02
IPC-Nebenklasse E05G 1/12   B60R 25/00   B05B 7/02   F41H 9/04   
Zusammenfassung Das technische Gebiet ist der Schutz von zu sichernden Bereichen, wie Banken, Kassenbereiche, Lohnbüros, Geldschalter, Gebäude oder Privatbesitz. Insbesondere betrifft die Erfindung die Identifizierung der Täter, die in die vorgenannten Bereiche mit unlauteren Absichten eindringen. Vorgeschlagen wird eine Vorrichtung zum Identifizieren von Einbrechern oder Bankräubern (Tätern), bei der eine Auslöseeinrichtung (3, 4, 6, 7) vorgesehen ist, die eine Sprüheinrichtung (5) zu einem vorgegebenen Zeitpunkt veranlaßt, eine (geruchlich) markante Substanz (14, 24) zielgerichtet (16) auf den Täter (1, 2) abzugeben. Damit wird ein Täter besser, genauer und sicherer identifiziert, ohne daß dadurch die Kosten wesentlich erhöht werden.

Beschreibung[de]

Das technische Gebiet ist der Schutz von zu sichernden Bereichen, wie Banken, Kassenbereiche, Lohnbüros, Geldschalter, Gebäude oder Privatbesitz. Insbesondere betrifft die Erfindung die Identifizierung der Täter, die in die vorgenannten Bereiche mit unlauteren Absichten eindringen.

Der Stand der Technik arbeitet in der Regel mit Alarmanlagen, die Geräusche entwickeln, oder in Banken mit automatischen Videokameras oder Fotoapparaten, die Bilder von den Tätern erstellen. Nachteile dieser Systeme sind oft unklare Bilder (zum Teil wegen der Vermummung der Täter) oder erheblicher Kostenaufwand, der besonders bei Privatbesitz ins Gewicht fällt. Weitere Nachteile ergeben sich aus der zeitraubenden Umsetzung der angefertigten Bilder für die Presse und das Fernsehen, so daß der Täter vor Bekanntgabe seines Bildes genügend Zeit zur Flucht erhält. Sind die Bilder unklar oder undeutlich oder ist der Täter vermummt, so sind Suchaktionen zeit- und kostenaufwendig, weil die Grundlage eine ungenaue Täterbeschreibung ist. Oft können die Täter überhaupt nicht identifiziert werden.

Die Erfindung hat sich deshalb die Aufgabe gestellt, einen Täter besser, genauer und sicherer zu identifizieren, ohne daß dadurch die Kosten wesentlich erhöht werden.

Das wird durch die Erfindung erreicht, wenn der Täter direkt markiert wird (Anspruch 1); er wird durch eine markante Geruchs- Substanz am Tatort besprüht. Die Sprüheinrichtung, die die Markierung des Täters veranlaßt, wird durch zumindest eine Auslöseeinrichtung gesteuert, die manuell oder automatisch den Sprühvorgang einleiten kann (Anspruch 8, Anspruch 9).

Die Markierung erfolgt während oder unmittelbar nach der Tat (Anspruch 7).

Die markante Substanz hat einen starken Geruch, der langfristig noch am Täter zu erkennen ist. Der Geruch ist aber nicht unangenehm, sondern nur markant (Anspruch 5, 6, 7). In dieser Substanz kann eine langfristig stabile und kennzeichnende Chemikalie enthalten sein, die vom Täter nur schwer entfernt werden kann und zielgenau seine Identifizierung ermöglicht. Ist der Täter erst einmal besprüht worden, so kann er zunächst überhaupt nichts gegen seine persönliche Markierung tun. Er befindet sich auf der Flucht und damit in akuter Zeitnot. Zur Entfernung des Geruchs müßte er außer sich selbst und seine Kleider auch noch sämtliche Gegenstände, mit denen er in Berührung kam, auswechseln oder behandeln. Diese umfangreiche Säuberung ist auf dem Fluchtwege unmöglich. Selbst wenn er später irgendwo seine Kleidung wechseln könnte, wird auch die neue Kleidung mit dem an seinem Körper anhaftenden markanten Geruch infiziert; eine kurzfristige Neutralisierung ist für den Täter also nicht möglich. Hinzu tritt, daß der markante Geruch, der ihm anhaftet, alle Objekte infiziert, mit denen er auf seinem Fluchtweg in Berührung kommt, so das Tatfahrzeug und andere Gerätschaften. Ganz egal, wohin der Täter sich begibt und womit er in Berührung kommt, er kann den Geruch nicht ablegen.

Nach erfolgtem Überfall oder Einbruch kann schnell dafür gesorgt werden, daß ein Täter über die Medien und die Polizei gesucht wird, wenn man seinen Geruch beschreibt. Der Geruch ist eindeutig beschreibbar und markant, der Täter fällt damit überall auf, unabhängig davon, wie er aussieht und wie genau die Täterbeschreibung der Personen ausfällt, die ihn bei seiner Tat beobachtet haben.

Obwohl das erfindungsgemäße Gerät kostengünstig zu realisieren ist und eine nahezu sichere Identifikation eines Täters ermöglicht, sind besondere Risiken beim Einsatz des Gerätes nicht gegeben. Selbst eine Fehlauslösung des Gerätes führt nicht zu einer ungebührlichen Beeinträchtigung der versehentlich oder irrtümlich besprühten Person, da die Substanz zwar geruchlich markant, nicht aber unangenehm ist. Eine Neutralisierung mit korrespondierenden oder komplementären Chemikalien ist für denjenigen leicht möglich, der die Zusammensetzung der Substanz kennt, in der Regel der Hersteller der Substanz. Für Täter, die die Zusammensetzung der Substanz nicht kennen, gibt es für den Augenblick und für seinen Fluchtweg keinerlei Möglichkeit, den Geruch zu neutralisieren.

Hinzu tritt, daß die meisten Täter Laientäter sind, also Gelegenheitstäter. Einbrüche und Banküberfälle werden selten lückenlos geplant und zielgerichtet ausgeführt, meist sind sie Ursache einer Verzweiflungstat oder einer Kurzschlußhandlung. Die oben beschriebene Kennzeichnungsmethode und Vorrichtung dafür entspricht besonders auch diesen Umständen und zielt auch auf die Täter ab, die durch die von der Erfindung begründeten Situation überrascht werden, wenn sie vorhatten, nach Verlassen des Tatortes unerkannt in der Menschenmenge unterzutauchen. Dies wird nach bzw. bei einem Überfall oder einem Einbruch durch die Erfindung vereitelt.

Der markante Stoff, der auf den Täter gesprüht wird, ist in einem zielgerichteten Strahl auf ihn gelenkt (Anspruch 2, 3), so daß in aller Regel nur der Täter mit der markanten Substanz in Berührung kommt. Gibt es in einem zu sichernden Bereich mehrere Orte, die der Täter wahrscheinlich betreten oder durchlaufen wird, so können mehrere Geräte angebracht werden (Anspruch 10), um ihn zumindest an einem Bereich (vor dem Schalter oder direkt am Ausgang oder vor dem Tresor) zielgenau mit der markanten Substanz besprühen zu können.

Die Sprüheinrichtung kann spritzenartig aufgebaut sein (Anspruch 13). Die Sprüheinrichtung ist für wiederholte Anwendungen vorteilhaft mit einem austauschbaren Behälter oder Einsatz versehen (Anspruch 11), der nach jedem Einsatz der Sprüheinrichtung erneuert werden kann, so daß die Sprühvorrichtung beliebig oft Verwendung findet.

Zum Auslösen des Sprühvorgangs kann ein Bolzen ähnlich einer Pumpe oder Injektionsspritze längs zur Sprührichtung vorgesehen sein (Anspruch 12), der beweglich geführt ist. Er kann direkt von einem Motor gesteuert werden (Anspruch 14), er kann aber auch auf andere Weise mechanisch ausgelöst werden.

Eine Möglichkeit, die Sprühvorrichtung dauerhaft in Bereitschaft zu halten, ist die Vorspannung einer Feder (Anspruch 13). Diese Vorspannung wird durch Lösen eines quer zur Federkraft sitzenden Bolzens arretiert. Die Lösung des Arretierungsbolzens (z. B. Herausziehen über eine motorische oder magnetische Einrichtung) führt zum Versprühen der markanten Substanz durch eine enge Düse, die den erwähnten zielgerichteten Strahl auf den Täter richtet. Verschiedene Düsentypen erlauben, den Sprühstrahl - je nach den gegebenen baulichen Umständen des Anwendungsbereichs - mehr oder weniger zu bündeln.

Neben der Möglichkeit, eine Feder zum Auslösen der Sprühvorrichtung zu verwenden, kann auch ein Motor direkt einen Kolben in Achsrichtung bewegen, um die Sprühsubstanz zu versprühen, oder aber auch durch eine Druckluftkammer ähnlich wie bei handelsüblichen Sprühdosen.

Zur Sicherung, daß die markante Substanz vor dem Einsatz der Sprühvorrichtung nicht die Sprühvorrichtung verläßt, kann die Sprühdüse vorteilhaft durch eine dünne Abschlußfolie dicht versiegelt sein (Anspruch 15). Diese Folie wird erst beim Einsatz der Sprühvorrichtung, also beim Betätigen des Bolzens zum Auslösen der Feder oder beim direkten Antreiben des Motors zum Betätigen des Druckkolbens durch den entstehenden Druck der Sprühsubstanz durchdrungen.

Als markante Substanzen eignen sich konzentrierte parfumähnliche Stoffe. Sie sind geruchsintensiv, aber nicht unangenehm. Es lassen sich verschiedene, deutliche Geruchsnuancen herstellen, die die Kennung eines bestimmten Tatorts erlauben.

Die Erfindung(en) werden nachfolgend anhand mehrerer Ausführungsbeispiele erläutert und ergänzt.

Fig. 1 zeigt einen schematischen Geschehensablauf, wie ein Täter 1 vor einem Bankschalter steht und die Herausgabe von Geld verlangt. Auf seiner Flucht ist der Täter 1 mit 2 bezeichnet.

Fig. 2 zeigt einen schematischen Geschehensablauf, wie ein Einbrecher 2 vor einer Tür 9a eines Gebäudes steht, die er beabsichtigt unberechtigt zu öffnen.

Fig. 3a zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel in Spritzenform, wie eine markante Substanz 14 durch einen engen Düsenkanal 16 versprüht werden kann. Die Sprührichtung ist mit G bezeichnet.

Fig. 3b zeigt eine alternative Ausführungsform mit einer handelsüblichen Rauchpatrone, wie sie ähnlich einer Signalpatrone bei der Rettung von Schiffbrüchigen verwendet werden. Besonders mit ihr kann eine Autodiebstahlsicherung aufgebaut werden.

Fig. 1, mittlerer Bildteil

Der typische Geschehensablauf in Fig. 1 (mittleres Bild) zeigt den Täter (1), der am Bankschalter die Herausgabe von Geld fordert. Der Schalterangestellte betätigt den Taster (3) zur Auslösung des Sprühvorgangs.

Das Sprühgerät (5) ist versteckt unter oder in der Raumdecke untergebracht; der Sprühstrahl (G) ist direkt auf das Areal gerichtet, in dem sich der Täter befindet bzw. üblicherweise aufhalten wird.

Es ist auch möglich - sofern es die baulichen Umstände erfordern - über ein (möglichst kurzes) Schlauchsystem die Sprühsubstanz aus dem anderswo in der Nähe montierten Pumpsystem auszusprühen. Die Austrittsdüse wäre in diesem Fall über dem betreffenden Areal angebracht.

Über eine Leitung (6) wird der Sprühmechanismus ausgelöst.

Fig. 1, linker Bildteil

Fand sich sich tatsächlich einmal keine Gelegenheit, den Täter (2) direkt vor dem Schalter zu markieren, kann er über einen (oder verschiedene weitere) Fluchtweg(e), die ein Täter nach aller Voraussicht betreten wird, über weiteres installierte Sprühvorrichtungen markiert werden, insbesondere in der Nähe des Ausgangs.

Die Sprühvorrichtungen sind über Leitungen sinnvoll mit dem System verbunden.

Es ist auch möglich, die potentiellen Fluchtwege mit Tritt- oder anderen Auslösesensoren zu versehen, die im Falle eines Überfalls zunächst aktiviert (scharfgestellt, siehe unten) werden und so der Täter beim Betreten oder Passieren der entsprechenden Stelle seine Markierung selbst auslöst.

Fig. 1, rechter Bildteil

Bankangestellte, welche den Überfall von anderen Arbeitsplätzen aus beobachten, können ebenfalls über versteckt angebrachte Taster (4) sowohl den Sprühmechanismus am Schalter oder auch solche in anderen Bereichen auslösen.

Die Taster für die verschiedenen Auslösebereiche sind leicht erkennbar von einander getrennt, um gezielt den in Frage kommenden Bereich aktivieren zu können.

In der Regel werden andere, bereits installierte Alarmsysteme bei einem Überfall sowieso betätigt; daran kann z. B. die Scharfstellung (siehe oben) an den Fluchtwegen gekoppelt werden.

Insgesamt wird also hier verdeutlicht, daß einem Täter so gut wie keine Chance verbleibt, nach einem Überfall unerkannt zu entkommen.

Fig. 2

Fig. 2 zeigt eine Person (2), weiche mit der wahrscheinlichen Absicht eines Einbruchs vor einer Zugangstür (9a) des Tatgebäudes steht.

Die Alarmanlage (im Haus) wird bei Verlassen der Hausbewohner (wie allgemein üblich) oder nachts scharfgestellt. Nach erfolgter Scharfstellung registriert das System einen potentiellen Täter über diverse Sensoren, die nur ein Mensch auslösen kann:

  • (a) Sensor (1) (z. B. ein Bewegungsmelder, der auf Körperwärme reagiert)
  • (b) Sensor (2) (z. B. ein versteckter Trittkontakt (7)
  • (c) Weitere Sensoren, wie etwa ein Kontaktsensor beim Betätigen der Türklinke (3a), usw., je nach den baulichen Umständen und Möglichkeiten.


Die Betätigung einer Klinke an einem Zugang zum Gebäude ist ja in der Regel gleichbedeutend mit der Absicht, in das Gebäude unbefugt einzudringen.

Handelt es sich um eine Person ohne diese Absicht, wird diese die akustische Warnung (4) zum verlassen des Grundstücks auch befolgen.

Zunächst wird der Sprühvorgang (durch eine Verzögerung) noch nicht ausgelöst und über einen Lautsprecher (4) ggf. eine zusätzliche Warndurchsage ausgelöst, um den Täter auf sein Risiko hinzuweisen, ihn von seinem Einbruchsvorhaben abzubringen und zum Verlassen des Grundstück aufzufordern.

Gleichzeitig beleuchten die Strahler (8) bei Dunkelheit das Tatfeld.

Ignoriert der Täter die Warnung, wird der Besprühungsmechanismus (1) in Gang gesetzt. Dieser kann versteckt unter einem Vordach, in der Tür selbst, im Türrahmen oder anderswo - je nach den baulichen Umständen - plaziert sein.

Der Sprühvorgang geschieht analog zu dem bei einem Banküberfall, wobei der Sprühstrahl nicht so eng begrenzt werden muß, um den Täter innerhalb einer möglichen Toleranz auch tatsächlich zu erfassen.

Der Sprühstrahl sollte von oben erfolgen, um Kopf und Gesicht des Täters zu erfassen und die Substanz auch seinen Körper benetzt.

Da u. U. ein Einbruch infolge einer längeren Abwesenheit der Hausbewohner häufig nicht sofort entdeckt wird, ist eine unmittelbare Verfolgung des Täters - im Gegensatz zum Banküberfall - oft nicht möglich.

Dennoch wird bei polizeilichen und anderen Nachforschungen in der Regel die Person mit der markanten Geruchsausstrahlung Dritten gut in Erinnerung bleiben, die dann später zur Identifizierung des Täters führt.

Von besonderer Bedeutung ist dies bei begleitenden Umständen beim Einbruch, wie etwa Körperverletzungen oder gar Tötung von Personen. Auch der Umfang des "Beutezugs" ist hierbei mit von Bedeutung, um eine größere Täterfahndung auszulösen.

Fig. 3a

hier wird das Prinzip der Sprühsystems dargestellt. In diesem Fall wird es mechanisch durch eine Druckfeder (11) ausgelöst; dies kann auch über eine Druckluftpatrone oder durch einen kleinen Motor geschehen.

Im Prinzip ist der Sprühmechanismus analog zu einer Spritze wie sie in ärztlichen Praxen verwendet wird.

In einer Kanüle (10) wird ein Druckkolben (12) geführt und bei der Auslösung durch die Feder (11) in Richtung Düsenaustritt (16) bewegt.

Die Auslösung kann durch Entriegelung einer Arretierung (13) erfolgen, wobei der Kolben (12) den markanten Duftstoff (14) durch die Düse (16) blitzartig herausdrückt und dabei eine dünne Kunststoffmembrane durchbricht.

Diese Membrane verschließt die Austrittsöffnung bis zur Auslösung des Sprühvorgangs absolut geruchsdicht.

In dem Beispiel ist der Apparat in einer Zwischendecke des Tatraums kaum wahrnehmbar eingelagert; die Düse ist auf das Tatareal gerichtet (G), wie dies auch in Fig. 1 dargestellt ist.

Eine Alternative stellt eine Spraydose dar, welche waagrecht in eine Deckenkostruktion eingelagert wird. Die Auslösung erfolgt über einen motorischen Druck auf die Kappe (analog der Auslösung eines Sprays mit dem Finger).

Die Düse muß den Strahl relativ eng bündeln.

Erkennbar ist an der Fig. 3a, daß eine Decke oder eine Verschalung 9 vorgesehen ist, die eine Öffnung aufweist, durch die die Sprühdüse 16 hindurchzeigt, jedoch nicht über sie hinausragt, so daß sie von außen nicht erkannt werden kann.

Fig. 3b

Dieses Gerät ist für die Identifizierung eines gestohlenen Automobils zu verwenden.

Hier handelt es sich um eine Rauchpatrone, deren Bauart und Funktion einer Signalpistole gleicht, wie sie z. B. bei in Seenot geratenen Menschen im Schlauchboot verwendet wird.

In einer Führung (23a) befindet sich ein Schlagbolzen (23), der bei der Auslösung die Rauchpatrone (24) zündet, die wie in einen Pistolenlauf (20) geladen wird.

Der Rauch (R) mit einer intensiven Farbe (z. B. rot, wie bei der Schiffahrt) entweicht der Patrone und erzeugt über längere Zeit ein markantes Signal, was die Aufmerksamkeit von Passanten usw. deutlich erregt und auf den erfolgenden Diebstahl hinweist.

Das Gerät kann nach einer Auslösung stets erneut geladen werden.

Gleichzeitig kann jedoch die Füllung der Patrone zusätzlich mit einem Geruchsstoff versehen werden.

Die für die Beispiele eingesetzte markante Substanz kann für den Fall, daß sie einen markanten Geruch hat, eine starke und nachhaltige Wirkung vergleichbar der eines starken Parfums aus der Kosmetikbranche besitzen. Solche Duftnoten sind (bekanntlich) innerhalb von kürzerer Zeitdauer nicht zu entfernen, schon gar nicht im Falle der Zeitnot und der Hektik eines Täters auf der Flucht. Durch die Besprühung mit der parfumähnlichen Substanz mit intensivem Geruch, nicht aber mit störendem Geruch, infiziert der Täter auf der Flucht sein Fahrzeug und alle seine Werkzeuge, mit denen er arbeitet, meist sogar die Banknoten oder Wertpapiere, die er bei seinem Diebstahl entwendet hat. Selbst nach einer Reinigung, einer Dusche oder einem Bad, bleibt die Spur und der Geruch in einigermaßen erkennbarer Konzentration noch am Täter haften, der Täter ist durch den Geruch persönlich gekennzeichnet und ohne deutliche Personenbeschreibung von jedermann identifizierbar.

Sind in der Substanz zusätzlich chemisch kennzeichnende Stoffe enthalten, die der Täter nicht riechen oder fühlen kann, so kann auch langfristig eine Identifikation des Täters erfolgen. Die kennzeichnenden Substanzen, meist genügen geringe Anteile in der ansonsten schon markanten Substanz, lassen einen Schluß darauf zu, wo der Täter seine Tat vollbracht hat, wenn jeder Ort, der ein Gerät nach den Beispielen der Erfindung verwendet, eine andere kennzeichnende Substanz verwendet.

Die Zuordnung von Täter zu Tatort wird auf diese Weise möglich, ohne daß man das Gesicht des Täters durch Zeugen identifizieren muß.

Die Wahl der markanten Substanz als eine solche, die zwar markant riecht, nicht aber unangenehm stinkt, sichert auch die Verwendung des Gerätes an beliebigen Orten und ohne hohe Vorsichtsmaßnahmen. Ein möglicherweise einmal falsch ausgelöstes Besprühen eines Nicht-Täters ist im Wege der Kulanz leicht reparabel und bei Bereithalten der genau auf die versprühte Substanz passenden komplementären chemischen Substanz kann der markante Geruch an den Personen schnell beseitigt werden.

Die Auslösevorrichtung, die zuvor als mechanisch und/oder automatisch beschrieben worden ist, kann auf den jeweiligen Anwendungsfall abgestimmt werden. In Gruppen lassen sich dabei die folgenden Auslösemechanismen zusammenfassen, einmal die vom Täter selbst ausgelöste Sprüheinrichtung, einmal die von Beobachtern oder Betroffenen ausgelöste Sprühvorrichtung und zuletzt auch eine über Funk aktivierte Sprüheinrichtung.

Soweit automatisierte Besprühungen im Einbruchsfall vorgesehen werden, kann eine Sicherung insoweit eingebaut werden, als die Automatik erst zu einem bestimmten Zeitpunkt aktiviert wird, ab dem mit Sicherheit die Sprühvorrichtung benötigt wird, also der Täter bereits am Werk ist. Im Beispiel der Fig. 1 ist das die Aktivierung durch eine Auslösetaste 3, 4, oder im Beispiel der Fig. 2 sind dies die Kombination dieser Sensoren (z. B. 1, 3a, 7).

Speziell im privaten Bereich eignet sich eine vorhergehende Warndurchsage und/oder ein Warnlicht 4 gemäß Fig. 2, im öffentlichen Sicherheitsbereich, z. B. einer Bank gemäß Fig. 1 dagegen empfiehlt sich eine vorgehende Warnung nicht.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Identifizieren von Einbrechern oder Bankräubern (Tätern), bei der eine Auslöseeinrichtung (3, 4, 6, 7) vorgesehen ist, die eine Sprüheinrichtung (5) zu einem vorgegebenen Zeitpunkt veranlaßt, eine (geruchlich) markante Substanz (14, 24) zielgerichtet (16) auf den Täter (1, 2) abzugeben.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der die markante Substanz (14, 24) auf den Täter (1, 2) zielgerichtet aufgesprüht oder auf ihn gelenkt wird.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, bei der der aufgesprühte Strahl entsprechend der Anwendung mehr oder weniger eng gebündelt ist.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der erwähnten Ansprüche, bei der vor dem vorgegebenen Zeitpunkt eine akustische und/oder optische Warnung (4) für den Täter (1, 2) erfolgt.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der erwähnten Ansprüche, bei der die markante Substanz (14, 24) einen starken Geruch entfaltet, der nicht unangenehm ist.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der erwähnten Ansprüche, bei der die markante Substanz (14, 24) schwer zu entfernen ist, insbesondere eine langfristig kennzeichnende und nicht ohne weiteres erkennbare Chemikalie in geringerer Konzentration enthält.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei der der vorgegebene Zeitpunkt so gelegt ist, daß der Täter während oder unmittelbar nach der Tat markiert wird.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der erwähnten Ansprüche, bei der die Auslöseeinrichtung (3, 4, 6) manuell, insbesondere von einem Angestellten, der vom Täter (2) bedroht wird, auslösbar ist.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei der die Auslöseeinrichtung automatisch, insbesondere durch einen vorher aktivierten Bewegungsauslöser (1) oder einen

    Fußschalter (7) oder einen in einem mechanischen Türöffner, wie Klinke (3a), angebrachten Schalter oder ein Funksignal auslösbar ist.
  10. 10. Vorrichtung nach einem der erwähnten Ansprüche, bei der zwei oder mehr Sprühvorrichtungen (5) an verschiedenen Orten des zu sichernden Bereiches angebracht sind.
  11. 11. Vorrichtung nach einem der erwähnten Ansprüche, bei der die Sprüheinrichtung einen austauschbaren Behälter (10, 24a) enthält, in dem die markante Substanz (14, 24) dauerhaft gespeichert ist.
  12. 12. Vorrichtung nach einem der erwähnten Ansprüche, bei dem ein Bolzen quer (13) oder längs (23) zur Sprührichtung (G) am Behälter (10, 24a) oder am Träger (20) für den Behälter (24a) angebracht ist, um den Sprühvorgang zu aktivieren.
  13. 13. Vorrichtung nach einem der erwähnten Ansprüche, bei der die Sprüheinrichtung (5) spritzenartig aufgebaut ist und eine dauerhaft gespannte Feder (11) aufweist, die den von dem Bolzen (14) gehaltenen Kolben (12) nach vorne schiebt, wenn der Bolzen (13) entriegelt wird.
  14. 14. Vorrichtung nach einem der erwähnten Ansprüche, bei der ein Motor den Sprühvorgang direkt oder indirekt auslöst, wobei der Motor die Feder (11) ersetzt bzw. den Bolzen (13) entriegelt.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com