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Dokumentenidentifikation DE19546430C1 03.04.1997
Titel Voluminöses, längsstabiles Flächengebilde
Anmelder Sächsisches Textilforschungsinstitut e.V., 09125 Chemnitz, DE
Erfinder Ploch, Siegfried, Dr., 09112 Chemnitz, DE;
Kittelmann, Walter, Dr., 01217 Dresden, DE;
Schreiber, Jochen, 09120 Chemnitz, DE
DE-Anmeldedatum 13.12.1995
DE-Aktenzeichen 19546430
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 03.04.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.04.1997
IPC-Hauptklasse D04H 1/48
Zusammenfassung Ziel und Aufgabe der Erfindung ist, ein voluminöses dreidimensionales Vlies aus Fasern oder Filamenten durch Bildung von Maschen aus einem Teil der Fasern so zu stabilisieren, daß Längungen vermieden werden und das Volumen des Vlieses weitgehend erhalten bleibt. Gelöst wird die Aufgabe dadurch, daß ein Teil der im vorgelegten Vliesquerschnitt enthaltenen Fasern oder Filamente, die mittels chemischer Mittel oder durch den Einsatz von Schmelzklebefasern an ihren Berührungspunkten miteinander verbunden sind, zu Maschen ausgeformt wird, welche nur auf einer Seite einen Maschenverbund bilden, während der verbleibende größere Teil des Vliesquerschnittes in seiner voluminösen Ausgangsform vollständig und unverändert vorhanden ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein voluminöses längsstabiles Flächengebilde mit einer Maschenseite und einer vliesartigen Seite, bestehend aus unversponnenen Fasern oder Filamenten, die wirr und dreidimensional angeordnet sind und die durch Einsprühen von chemischen Mitteln bzw. durch Einsatz von Schmelzklebefasern oder thermische Behandlungen in ihren Berührungspunkten vollständig oder anteilig miteinander verbunden sind. Der Einsatz dieser Flächengebilde erfolgt beispielsweise in der Bekleidungsindustrie als Steppeinlage für die Wärmeisolation.

Die mechanische Herstellung von Flächengebilden mit einer Maschenseite und einer vliesartigen Seite aus längs- oder querorientierten Faservliesen ist bekannt.

Die Verarbeitung von querorientierten Faservliesen basiert auf schweren Vliesen, wobei die Fasern des Vlieses zufallsmäßig erfaßt und aus ihrer Lage im Vlies herausgezogen und zu Maschen umgeformt sind, wobei die Maschenfüße im Vlies verankert bleiben. Solche Erzeugnisse sind vor allem dadurch gekennzeichnet, daß eine Seite mit maschenähnlichen Elementen mehr oder weniger dicht bedeckt ist, während die andere Warenseite eine vliesartige Oberfläche aufweist. Bei diesen Erzeugnissen handelt es sich meist um sehr flache Erzeugnisse, bei denen nur ein geringer Anteil an Fasern zu Maschen umgeformt ist und die Fasern willkürlich verteilt aus dem Vliesquerschnitt entnommen werden.

Dagegen werden bei der Verarbeitung von längsorientierten Vliesen leichte Vliese verwendet, die erst bei der Flächengebildeherstellung zur endgültigen Masse durch Falten verdichtet sind und auf einer Warenseite Maschen, auf der anderen Seite Polfalten bilden . . Die Polfalten stehen senkrecht oder nahezu senkrecht auf der Maschenschicht. Die Maschenfüße gehen in die Polfalten über und bilden dort die voluminöse Warenseite. Diese Polfalten haben keine Verbindung miteinander und werden durch die gebildete Maschenschicht oder zusätzlich zugeführte Trägerbahnen zusammengehalten, wobei jede Faser oder nahezu jede Faser an der Bildung der Maschen beteiligt ist.

Diese bekannten, aus längsorientierten Faservliesen gebildeten voluminösen Erzeugnisse weisen auf der Maschenseite eine stabile glatte Oberfläche au?, während auf der anderen Seite eine unverfestigte vliesartige Oberfläche vorhanden ist, deren Volumen durch die Bildung der Polfalten beeinflußt wird.

Die DE 44 47 545 A1 beschreibt die Herstellung von Flächengebilden aus synthetischen Polymeren, bei dem die Filamente aus synthetischen Polymeren zu einem Vlies gelegt, geschichtet und verdichtet werden. Dabei werden zwischen einzelnen Filamentschlaufen des Filamentvlieses unter Einwirkung von Temperatur und Druck punktförmige Haftverbindungen gebildet, die anschließend beim mechanischen Verfestigen des Filamentvlieses zu einem textilen Verbundstoff vollständig bzw. fast vollständig aufgelöst werden, indem Maschen aus Filamentschlaufen des Filamentvlieses gebildet werden. Ein nach diesem Verfahren hergestelltes Flächengebilde weist dadurch über die Fläche verteilt gezielt unterschiedliche Verbindungen auf, welche unterschiedliche Festigkeiten und Strukturen im textilen Erzeugnis bewirken.

Die Verarbeitung von Wirrvliesen zu voluminösen Flächengebilden erfolgte bisher nur in wenigen Fällen, da sich durch die Aufarbeitung der Fasern oder Filamente zu Maschen einerseits die Reißfestigkeit in Längs- und Querrichtung undefiniert verändert und andererseits an der vliesartigen Seite eine unregelmäßige Oberflächenstruktur vorhanden ist.

Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein voluminöses dreidimensionales Vlies aus Fasern oder Filamenten durch Bildung von Maschen aus Fasern oder Filamenten so zu stabilisieren, daß beim ständigen Gebrauch des Flächengebildes Längungen im Vlies vermieden werden, so daß das Volumen des Vlieses durchgängig weitgehend erhalten bleibt. Dabei sollen die zu Maschen geformten Fasern oder Filamente aus vorher bestimmbaren Abschnitten des Vliesquerschnittes stammen und der der Maschenseite weiter entfernte Bereich des Vliesquerschnittes nicht durch Maschenteile beeinflußt werden.

Gelöst wird die Aufgabe dadurch, daß ein Teil der im vorgelegten Vliesquerschnitt enthaltenen Fasern oder Filamenten, die mittels chemischer Mittel oder durch den Einsatz von Schmelzklebefasern an ihren Berührungsstellen miteinander verbunden sind, zu Maschen ausgeformt sind, die nur auf einer Seite des Flächengebildes einen Maschenverbund bilden und der verbleibende größere Teil des Vliesquerschnittes in seiner voluminösen Ausgangsform unverändert vorliegt.

Ein weiteres Erfindungsmerkmal besteht darin, daß die Maschen aus den Fasern oder Filamenten eines vorher bestimmbaren Bereiches des Vliesquerschnittes bestehen. Die von den Fasermaschen gebildeten Maschenstäbchen, die auf der Oberfläche des erfindungsgemäßen Flächengebildes liegen, sind gleichmäßig oder mustergemäß über die Fläche verteilt angeordnet.

Bei der Herstellung des erfindungsgemäßen Flächengebildes ist zu beachten, daß der erforderliche Aufschiebeweg der Halbmasche auf den Nadelrücken etwa auf die Länge der Nadelbrust zu reduzieren ist. Dadurch wird es möglich, mit Schiebernadelhüben um 10 mm zu arbeiten, und die bisher üblichen Schiebernadeln für die Maschenbildung zu verwenden. Eine Reduzierung der Länge der Nadelbrust (Hakengrund bis Nadelrücken) gestattet auch eine Reduzierung des Schiebernadelhubes.

Mit der vorliegenden Erfindung wird erreicht, daß die für bestimmte Einsatzgebiete erforderliche Stabilität bei sehr voluminösen Erzeugnissen insbesondere in Längsrichtung gewährleistet wird, wobei mindestens auf einer Seite des Flächengebildes der vliesartige Charakter erhalten bleibt. Ein weiterer Vorteil ist darin zusehen, daß sich diese voluminösen Flächengebilde ohne zusätzliches Trägermaterial in nur einen Arbeitsgang herstellen lassen.

Ausführungsbeispiel

Die Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert werden. In den dazugehörigen Zeichnungen zeigen

Fig. 1 den schematischen Längsschnitt eines Sprühfaservlieses,

Fig. 2 den schematischen Längsschnitt eines durch Maschen erfindungsgemäß verfestigten Sprühfaservlieses,

Fig. 3 einen Ausschnitt der Maschenseite des erfindungsgemäßen Flächengebildes,

Fig. 4 einen Ausschnitt der vliesartigen Oberfläche des erfindungsgemäßen Flächengebildes.

Die Fig. 1 zeigt den schematischen Längsschnitt eines Sprühvlieses, beispielsweise eines Bekleidungsvlieses. Das voluminöse Vlies wird von Fasern oder Filamenten 1 gebildet, die wirr und dreidimensional angeordnet sind und glatte Oberflächen 2 und 3 bilden. An den Berührungspunkten der einzelnen Fasern oder Filamente 1 sind diese miteinander durch Bindepunkte 4 verbunden, welche beispielsweise aus zusätzlich eingesprühten Chemikalien und/oder aus anteilig enthaltenen Schmelzklebefasern (Kern-Mantel-Fasern oder dgl.) stammen. Bei dem Einsatz von Schmelzklebefasern ist zur Erzielung der Klebefähigkeit eine Temperaturbehandlung erforderlich. Durch die Bildung einer Vielzahl derartiger Bindepunkte 4 weist der Vliesstoff bei geringem Gewicht ein hohes stabiles Volumen auf in Längsrichtung weisen derartige Vliesstoffe jedoch keine ausreichende Stabilität auf, da die Bindepunkte 4 bei Längsbeanspruchung teilweise gelöst werden und der Vliesstoff damit eine Längung erfährt, die in bestimmten Einsatzgebieten zu erheblichen Nachteilen führen kann, die unerwünscht sind.

Um diese Längsstabilität für Vliesstoffe mit hohem Volumen zu erhöhen, sind ein Teil der Fasern oder Filamente 1 zu Maschen 5 umgeformt, deren Maschenstäbchen nur auf der Seite 2, der Einstichseite der maschenbildenden Organe, vorhanden sind (Fig. 2). Die in den Maschen 5 eingebundenen Teile der Fasern oder Filamente 1 sind weiterhin durch die Bindepunkte 4 miteinander verbunden und werden gleichzeitig zu Maschen 5 zusammengefaßt. Diese Maschen 5 bzw. Maschenstäbchen 5a erhöhen durch die Bildung von Fasersträngen den Zusammenhalt der einzelnen Fasern 1 und tragen zur Erhaltung des Volumens des Vliesstoffes bei. Die nicht zu Maschen geformten Faserteile erstrecken sich in den restlichen Teil des voluminösen Vlieses.

Die Fig. 4 kennzeichnet die Maschenseite 2 des erfindungsgemäßen Vliesstoffes. Dabei sind die Maschenstäbchen 5a gleichmäßig über die Breite in längs zum Flächengebilde verlaufenden Reihen 6 angeordnet. Die Maschenstäbchen 5a können aber auch in unterschiedlicher Dichte oder mustergemäß eingebunden sein. Auf die Gestaltung und das Aussehen der auf der anderen Seite 3 befindlichen vliesartigen Seite nimmt die Anordnung der Maschen 5 aus der Maschenseite 2 keinen wesentlichen Einfluß (Fig. 3). Die Bindepunkte 4 verbinden nach wie vor die Fasern oder Filamente 1 im Vliesquerschnitt miteinander, wobei die Oberfläche 3 kaum verändert wird, während die Längsstabilität des Flächengebildes deutlich erhöht ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Voluminöses längsstabiles Flächengebilde mit einer Maschenseite und einer vliesartigen Seite, bestehend aus unversponnenen Fasern oder Filamenten, die wirr und dreidimensional angeordnet sind und die durch Einsprühen vom chemischen Mitteln bzw. den Einsatz von Schmelzklebefasern oder durch thermische Behandlung in ihren Berührungspunkten vollständig oder anteilig miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teil der miteinander verbundenen Fasern oder Filamente (1) zu Maschen (5) geformt ist, die nur auf einer Seite (2) des Flächengebildes einen Maschenverbund bilden, und der verbleibende größere Teil des vorgelegten Faservlieses in seiner voluminösen Ausgangsform unverändert vorliegt.
  2. 2. Voluminöses längsstabiles Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasermaschen (5) aus den Fasern (1) eines vorher bestimmbaren Bereiches (a) des Vliesquerschnittes bestehen.
  3. 3. Voluminöses längsstabiles Flächengebilde nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die gebildeten Maschenstäbchen (5a) der Fasermaschen (5) des Flächengebildes gleichmäßig oder mustergemäß über die Fläche verteilt angeordnet sind.






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