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Dokumentenidentifikation DE19607752C1 03.04.1997
Titel Felge
Anmelder Wankelmann, Bernd, 32351 Stemwede, DE
Erfinder Wankelmann, Bernd, 32351 Stemwede, DE
Vertreter Frohoff, D., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 33607 Bielefeld
DE-Anmeldedatum 29.02.1996
DE-Aktenzeichen 19607752
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 03.04.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.04.1997
IPC-Hauptklasse B60B 21/00
IPC-Nebenklasse B60B 7/01   B62J 6/20   
Zusammenfassung Die Verkehrssicherheit eines Fahrrads soll ohne Beeinflussung der Speichenspannung, des Rundlaufs und der Bremswirkung von Felgenbremsen durch eine dauerhafte seitliche Sicherung verbessert werden. Dies wird dadurch erreicht, daß die Felge (1) radial innerhalb und/oder außerhalb der als Bremsring (2) dienenden Seitenflanken mindestens eine weitere vom Bremsring (2) getrennte ringförmige Seitenfläche (3) zur Anordnung von reflektierenden Streifen (4) aufweist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Felge für Fahrradreifen gemäß dem Oberbegriff des Hauptanspruches.

Fahrräder dürfen nur mit den vorgeschriebenen lichttechnischen Einrichtungen im Straßenverkehr bewegt werden, wozu auch Leuchtstoffe und rückstrahlende Mittel zählen. Von diesen müssen entweder jeweils zwei gelbe, nach jeder Seite wirkende Speichenrückstrahler oder eine ringförmig zusammenhängende reflektierende weiße Schnur entweder seitlich am Fahrradmantel oder in den Speichen eines jeden Laufrads angebracht sein. Zusätzliche, nach der Seite wirkende gelbe rückstrahlende Mittel sind ebenfalls zulässig.

Nachteilig an den gelben Speichenrückstrahlern ist, daß sie nachträglich in die Speichen eines Laufrades eingesetzt werden, so daß die Spannung der Speichen ungewollt nachteilig beeinflußt werden kann, daß die Laufruhe durch die zusätzliche Masse und Unwucht negativ beeinflußt wird und daß ein zwischen zwei parkenden Autos herausfahrendes Rad nicht sofort erkannt werden kann, wenn die beiden Speichenrückstrahler in diesem Moment senkrecht stehen. Die in die Speichen geflochtenen weißen Reflexschnüre haben den Nachteil, in senkrechte Seitenrichtung nur eine sehr geringe Oberfläche aufzuweisen, die auch nur schwer von Verschmutzungen befreit werden kann. Die bekannten mit weißen Reflexstreifen versehenen Fahrradmäntel haben den Nachteil, daß sie im Einkauf teurer sind als herkömmliche Reifen, so daß im Ersatzfall eher auf eine billigere Version eines Fahrradmantels zurückgegriffen wird.

Es ist ein Rad mit einer Felge bekannt (DE 28 37 615 A1), bei der an beiden Seitenflächen der Felge reflektierendes Material angeordnet ist. Nachteilig an dieser Anordnung ist, daß bei einer solchen Felge keine herkömmlichen Felgenbremsen Verwendung finden können, da wegen des Abriebs der Bremsklötze die Reflexionsschicht schnell entfernt werden würde und zudem das Bremsverhalten stark verschlechtert würde.

Weiterhin ist ein Rad bekannt (DE 40 03 444 A1), bei dem die Reflektoren auf der Innenseite der Felge aufgeklebt sind, so daß zur Seite keine ausreichend große Reflexionsfläche zur Verfügung gestellt werden kann.

Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, eine Felge zur Verfügung zu stellen, die ohne Beeinflussung der Speichenspannung, des Rundlaufs und der Bremswirkung eines Laufrades die Verkehrssicherheit durch eine Erhöhung der seitlichen Sicherung dauerhaft verbessert.

Die Lösung dieser Aufgabe wird in Verbindung mit den Oberbegriffsmerkmalen erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Hauptanspruches angegebene technische Lehre vermittelt. Sie erfolgt insbesondere dadurch, daß eine Fahrradfelge beidseitig, zusätzlich zu der als Bremsring dienenden Seitenflanke, mit mindestens einer weiteren ringförmigen Seitenfläche versehen ist, auf der ein reflektierender Streifen angeordnet ist.

Diese Erfindung gewährleistet, daß durch die Möglichkeit zum umlaufenden Aufbringen eines Reflexstreifens auf beiden Seiten der Felge die Erkennbarkeit eines Fahrrades in der Dunkelheit enorm verbessert wird, da die gesamte Kontur eines Rades über einen großen Durchmesser abgebildet wird. Weiterhin kann ein Fahrrad fast unmittelbar nach dem Herausfahren zwischen zwei Hindernissen, wie zum Beispiel parkenden Autos, erkannt werden. Auch bei nur kleinen Sichthindernissen wie Büschen, kleinen Mäuerchen o. ä. bleibt immer ein Teil des Streifens sichtbar. Weiterhin ist der reflektierende Streifen fest mit der Felge verbunden, so daß er nicht verloren gehen kann. Zudem ist er eben ausgeführt, so daß er nach einer Verschmutzung, beispielsweise nach einer Regenfahrt durch ein einfaches Abputzen gereinigt werden kann.

Weiterhin ist von Vorteil, daß die Konstruktion und Auslegung der Felge so ausgeführt sein kann, daß alle handelsüblichen Bereifungen eingesetzt werden können. Sollte ein Fahrradeigentümer bei der Neubeschaffung von Fahrradmänteln mit seitlichen Reflexstreifen falsche Sparsamkeit üben und solche ohne diese Streifen einkaufen, so bleibt beim Vorhandensein der erfindungsgemäßen Felge die nächtliche Sicherheit trotzdem erhalten.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist die Felge zwischen Bremsring und ringförmiger Seitenfläche eine umlaufende Nase auf, die zum einen beide Flächen mechanisch voneinander trennt und zum anderen die Verschmutzung des Streifens aufgrund des Bremsenabriebs verhindert.

Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform weist am inneren Durchmesser eine weitere umlaufende Nase auf, die durch ihre Formgebung dafür sorgt, daß eine Beschädigung des Streifens durch einfallenden Fremdkörper verhindert wird.

Diese Nase, bzw. Nasen, ist vorteilhafterweise einstückig mit dem im Querschnitt im wesentlichen u-förmigen Aluminiumprofil der Felge ausgebildet. Diese kann auch aus anderen Materialien bestehen, seien es Eisen- oder Nichteisenmetalle, Kunststoffe oder Mischformen. Die Nasen könnten auch an einem L- oder u-förmigen Profil ausgebildet sein, in das der reflektierende Streifen eingebracht und das seitlich auf einer Felge befestigbar ist.

Der reflektierende Streifen besteht idealerweise aus einer Reflexfolie, die auf oder in das Profil der Felge eingeklebt ist und für die eine amtliche Bauartgenehmigung und das vorgeschriebene Prüfzeichen erzielbar ist. Diese Folie ist nach dem Aufbringen auf der Felge nicht mehr großflächig lösbar. Sie ist vorzugsweise weiß, kann aber auch gelb ausgeführt sein. Vorteilhaft ist ebenfalls eine Version des Streifens, der nach einem Anleuchten noch eine gewisse Zeit nach leuchtet, fluoresziert, um Nachts dunkle Abschnitte, beispielsweise zwischen zwei weiter entfernten Laternen, ohne seitliche Sicherheitsverluste ungefährdet zu überwinden.

Die beidseitigen ringförmigen Seitenflächen der Felge bzw. die reflektierenden Streifen können senkrecht zur Fahrradlängsachse ausgerichtet sein, vorteilhafterweise sind sie aber konisch ausgeführt, so daß ein Fahrrad im dunkeln schon frühzeitig ab einem Winkel von nahezu 3 Grad zur Fahrradlängsachse von vorne oder hinten erkennbar ist.

Weitere vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich zusammen mit den weiteren Unteransprüchen.

Nachfolgend ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand von Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 einen Querschnitt durch ein Felgenprofil,

Fig. 2 einen Querschnitt durch einen reflektierenden Streifen und

Fig. 3 eine Schemadarstellung der Geometrie in Draufsicht.

Die Felge 1 besteht aus einem doppelwandigen Hohlkammerprofil aus Aluminium und weist an seinen beiden Seitenflanken jeweils einen außenliegenden Bremsring 2 und eine innenliegende ringförmige Seitenfläche 3 auf, auf die ein reflektierender Streifen 4 aufgeklebt ist.

Bremsring 2 und Seitenfläche 3 werden durch eine umlaufende Nase 5 getrennt, die so ausgebildet ist, daß der Abrieb der Bremse von dem reflektierenden Streifen 4 ferngehalten wird.

Am Innendurchmesser weist die Felge 1 eine weiter umlaufende Nase 6 auf, die den Streifen 5 vor mechanischer Zerstörung durch einfallende Fremdkörper oder ein Abscheuern, beispielsweise an Bordsteinrändern, schützt.

Die ringförmige Seitenfläche 3 kann normal, also rechtwinklig und eben zur Fahrradlängsachse angeordnet sein, sie kann aber vorteilhafterweise auch konisch ausgebildet sein, was die Erkennbarkeit von vorne und hinten verbessert, was auch von der Fig. 3 verdeutlicht wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Felge für Fahrradreifen, insbesondere aus einem ein- oder doppelwandigen Aluminiumprofil für Draht- oder Schlauchreifen mit beidseitig an den Seitenflächen angeordneten, reflektierenden Streifen, dadurch gekennzeichnet, daß die Felge (1) radial innerhalb und/oder außerhalb der als Bremsring (2) dienenden Seitenflanken mindestens eine weitere vom Bremsring (2) getrennte ringförmige Seitenfläche (3) zur Anordnung der reflektierenden Streifen (4) aufweist.
  2. 2. Felge nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Bremsring (2) und der ringförmiger Seitenfläche (3) eine umlaufende Nase (5) angeordnet ist.
  3. 3. Felge nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß beidseitig des reflektierenden Streifens (4) jeweils eine umlaufende Nase (5, 6) angeformt ist.
  4. 4. Felge nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Nase (5, 6) mit dem Profil der Felge (1) einstückig ausgeführt ist.
  5. 5. Felge nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der reflektierende Streifen (4) aus einer Reflexfolie besteht, die auf oder in das Profil der Felge (1) eingeklebt ist.
  6. 6. Felge nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Teil der ringförmigen Seitenfläche (3) senkrecht zur Fahrradlängsachse angeordnet ist.
  7. 7. Felge nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenfläche (3) konisch ausgeführt ist.
  8. 8. Felge nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche der ringförmige Seitenfläche (3) eine zur Oberfläche des Bremsrings (2) unterschiedliche Distanz zur Mittelebene der Felge (1) besitzt und in einer dazu parallelen oder winkligen Ebene angeordnet ist.
  9. 9. Felge nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Material des Streifens (4) nach einem Anstrahlen durch Autoscheinwerfer oder die Straßenbeleuchtung kurzzeitig weiterleuchtet (fluoresziert).






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